Ich sag ja nicht, daß es nicht Sozialbetriebe geben kann und sollte. Ich wehr mich nur dagegen, daß schon wieder "die Landwirtschaft" herhalten soll für eine Aufgabe, die normalerweise der Staat zu leisten hat, und das schon wieder so getan wird, als seien die Biobetriebe alles kleine Sozialengelchen, und die Normalbetriebe werden diffamiert, als bestünde da irgendeine Verpflichtung. Und auch wenn es bei dem ein oder anderen wirklich gut klappt, "Sozialleistungen" als Betriebszweig zu vermarkten, kann einfach nicht angehen, und die Einstellung: "Wenn es so nicht reicht, dann machen wir eben ein Heim / Pflegenest / Bereuung auf", ist meiner Ansicht nach genau die falsche, Sozialleistungen erbringt man, weil man es sich leisten kann, nicht umgekehrt. Selbstverständlich soll Betreuung (!) auch bezahlt werden. Aber Behinderte / sozial Schwache / Menschen mit Handycap als Einnahmequelle anzusehen, ist nicht mein Fall. Das ist dann das selbe wie die Betriebe, die ihre MA entlassen, weil die die Leistung über 1-Euro-Jobber billiger kriegen, und dann auch noch mit "Arbeitsplatzbeschaffung" Reklame machen.
Oder krass ausgedrückt: Ein normaler Betrieb, Bio oder nicht, tritt bei solchen Konzepten in Konkurrenz mit Betrieben, die ihre AK gefördert bekommen (da der Kunde die Sozialleistung ja nicht bezahlen muß, das tut ja der Staat).
Das führt nicht zu irgendeiner Art von Verbesserung, sondern nur zu Lohndumping und Preisverfall.
