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Soziale Landwirtschaft

Hier kann man über aktuelle Themen aus den Medien und Allgemeines der Landwirtschaft diskutieren.
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56 Beiträge • Seite 3 von 4 • 1, 2, 3, 4
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Re: Soziale Landwirtschaft

Beitragvon SHierling » Mo Jun 25, 2012 19:32

Siehe oben: gegen Sozialbetriebe ist nichts einzuwenden.
Ob Altenheime, Schulen, Kindergärten und "sonstige Betreuungeinrichtungen" private Betriebe sein müssen oder dürfen, und welche Folgen privatwirtschaftlich organisierte Betreuung gegenüber staatlich organisierter hat(te) und hat, können wir gern an anderer Stelle diskutieren.

Nur mal so am Rande: glaubt ihr eigentlich tatsächlich alle, daß jeder, der sich mit Behindertenbetreuung beschäftigt, automatisch ein Engelchen ist ?? Die geldgeilen Säcke sitzen immer anderswo? Vorzugsweise bei den "bösen, profitorientierten Konvis"?
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Re: Soziale Landwirtschaft

Beitragvon Maulwurf_13 » Mo Jun 25, 2012 21:02

SHierling hat geschrieben:Jo. Und genau das klingt für mich einfach nur menschenverachtend, sorry.
"Wenns mit den Schweinen nicht mehr klappt, dann nehm ich halt Behinderte". Super.
Wie gesagt: ich hab nichts gegen vernünftige Sozialbetriebe. Wenn man sie sich leisten kann.

Man kann auch etwas falsch verstehen wenn man dies unbedingt möchte.
Nur ein kleines Beispiel.
Betriebsleiter (m/w) A hat einen kleinen Betrieb und möchte diesen auch fortführen weil Spass dabei. Diese Person hat jedoch auch noch die Freude daran mit Menschen z.B. Kinder oder behinderten Menschen oder auch alte Menschen zu arbeiten. Diese Person hat aber kein Interesse daran einen Betrieb in der größe zu führen die heute zum wirtschaftlichen Überleben notwendig ist. Alternativ sind die Wachstumsmöglichkeiten in dieser Region/Dorf eingeschränkt weil es eine starke Konkurrenz gibt und oder es andere Probleme gibt wie zum Beispiel der Partner hat kein Interesse an einem großen Betrieb.
Dummerweise eignet sich die Region/Hof auch für so andere Dinge wie Ferien auf dem Bauernhof oder ein dolles Bauernhofcafe etc. nicht wirklich (weil diese Personen bevor dumm investiert mal eine kurze Marktanalyse machten).
Die Betriebsleiter haben dann mehrere Möglichkeiten wie a) aufhören - wollen sie aber nicht oder b) Nebenerwerb - wollen aber gerne selbstständig arbeiten c) dem BDM beitreten und darüber jammern das man vor 60 Jahren noch von 10 Kühen leben konnte und der Großbauer im Ort war oder d) nach alternativen suchen. Da u.U. Pflegerische Erfahrungen vorhanden sind und sich so z.B. zwei Interessen wie etwas Arbeit auf dem Bauernhof mit der Arbeit mit Menschen verbinden lassen weshalb dann nicht auf dem Hof betreutes Wohnen mit betreuter Beschäftigung anzubieten. Vorteile: Interessen sind vorhanden, man ist weiter "selbstständig" und man kann ohne zu jammern seinen Betrieb weiterführen.
Jedem der auch nur etwas Ahnung hat ist klar das dies eine besondere Form der Landwirtschaft darstellt und diese in keiner weise zur Konkurrenz zu ordentlich wirtschaftenden Betrieben stehen kann. Auch ist die Tatsache das nach irgendwelchen Biorichtlinien gearbeitet wird ein notwendiges Übel. Weil A manche Menschen eben nicht die Ausbildung/Können etc. haben um so zu wirtschaften wie konv. Landwirte es heute tun müssen und B die meisten Menschen kaufen halt nur einmal aus Mitleid aber kaufen halt mal öfters wenn sie hoffen sich damit etwas gutes zu tun (alternativ könnte man ja auch versuchen wieder zu behaupten man würde 50 Jahre weniger im Fegefeuer garen).
Mir sind solche Betriebe lieber die offen dies so erklären weshalb sie so wirtschaften anstelle sich durch bashing von konv. Kollegen einen Markt versuchen zu erschließen (Bioanhänger gibt es immer - nur die Zahl wird heute künstlich in die höhe gedrückt)
Also verrenne Dich nicht in dem Du aus meinen Aussagen irgendwelches konv. bashing rauslesen möchtest sondern für mich ist dies, sofern die Betriebleiter dazu fähig sind und interesse daran haben, ein sinnvoller Betriebszweig. Und nur in diesem Falle ist BIO wirklich besser (und das nur für die Mitarbeiter die nicht in der Lage sind moderen Produktionsverfahren zu nutzen).
Jedoch kann man keine guten Lebensmitteln in ausreichender Menge so herstellen denn dies können nur professionelle (konv.) Landwirte.
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Re: Soziale Landwirtschaft

Beitragvon Weinbauer » Mo Jun 25, 2012 21:50

landwirtschaft, jedenfalls professionelle, ist immer auch sozial. sie produziert grundnahrungsmittel oder deren grundlage für im schnitt 120 personen. und das auch noch für unterschiedliche kundenbedürfinsse. z.b. bekommt auch der "bio" anhänger was er möchte.
selbst reine bisogasbetriebe sind sozial, ermöglichen oder fördern sie doch die energiewende.
Was dem Menschen dient zum Seichen, damit schafft er seinesgleichen. (Heinrich Heine)
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Re: Soziale Landwirtschaft

Beitragvon Qtreiber » Mo Jun 25, 2012 22:35

SHierling hat geschrieben:Siehe oben: gegen Sozialbetriebe ist nichts einzuwenden.


Ich wollte nur darauf hinweisen, dass Alte, Kranke, Behinderte usw. als Einkommensquelle heute eher die Regel als die Ausnahme sind. Warum also nicht auch in der Landwirtschaft ? Wobei ich natürlich davon ausgehe, dass die Anforderungen an die Ausbildung bzgl. der Pflege anderer Menschen gleich sind wie im "ausserlandwirtschaftlichen" Pflegebereich.
Und wenn ich persönlich die Wahl hätte, (wozu es hoffentlich nie kommen wird, dass ich wählen muss) von einem geldgeilen Biobauern durch die Kartoffelreihen zum Absammeln der Käfer und ihrer Larven geschickt zu werden, womöglich noch, nachdem er mir eine Aufputschpille in den morgendlichen Kamillentee geworfen hat, damit ich flotter bin oder bei einem geldgeilen Altenpflegeheimbetreiber, mittels Medikamenten ruhiggestellt, im Aufenthaltsraum dahindämmern zu müssen, wüsste ich, WOFÜR ich mich entscheiden würde.
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Re: Soziale Landwirtschaft

Beitragvon Jochens Bruder » Mo Jun 25, 2012 22:51

Weinbauer hat geschrieben:landwirtschaft, jedenfalls professionelle, ist immer auch sozial. sie produziert grundnahrungsmittel oder deren grundlage für im schnitt 120 personen. und das auch noch für unterschiedliche kundenbedürfinsse. z.b. bekommt auch der "bio" anhänger was er möchte.
selbst reine bisogasbetriebe sind sozial, ermöglichen oder fördern sie doch die energiewende.

Nach dieser Logik sind alle Branchen und Firmen die direkt oder indirekt lebensnotwendige Produkte und Dienstleistungen herstellen per se sozial. Sogar die Kohle- und Atomkraft-Konzerne denn die liefern den Strom der bei den Landwirten aus der Steckdose kommt, die Menschenfreunde von BP und Exxon stellen die Spritversorgung der Trecker sicher...
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Re: Soziale Landwirtschaft

Beitragvon Cairon » Mo Jun 25, 2012 23:57

Ich denke auch, dass es hier nicht um Landwirtschaft, sondern um eine Pflegeeinrichtung mit angeschlossenem Betrieb geht. Wer sich in diesem Sektor betätigen möchte, der soll es doch gerne tun.

Aber beleuchten wir doch mal was die "normale", konventionelle Landwirtschaft auf den Dörfern denn alles an sozialen Leistungen erbringt, ohne es sich groß auf die Fahne zu schreiben.
Wir beschäftigen seit über 40 Jahren hier auf dem Hof einen geistig Behinderten. Er hat das geistige Niveau eines 12jährigen und keinen Führerschein. Er ist also nur für gering qualifizierte Arbeiten zu gebrauchen, daher teilen wir uns seine Arbeitsleistung mit einem anderen Betrieb. Es gibt keine Förderung, er ist ganz normal sozialverischert beschäftigt. Sein Bruder (ähnliches Niveau) arbeitet auf einem Nachbarbetrieb.

Ich versorge den Kindergarten seit mehren Jahren kostenlos mit Kartoffeln.

Beim Bau des Feuerwehrhauses, haben einige Bauern (auch ich), ihre Maschinen und ihr Werkzeug kostenlos zur Verfügung gestellt.

Die Seitenräume von Wegen die nicht durch die Gemeinde gemäht werden, werden von den ortsansässigen Landwirten unentgeltlich gepflegt.

Bei Schneefall nutzen einige Landwirte ihre Maschinen um Wege, die nicht von der Gemeinde geräumt werden frei zu machen. Im letzten Jahr habe ich einige Wege im Feld für die Fußgänger geräumt, die auf Grund der Verwehungen nicht passierbar waren, so konnte die Dorfbevölkerung spazieren gehen und die weiße Pracht genießen.

Vor kurzem war hier Feuerwehrfest und die Feuerwehr kam zusammen für die Tombola. Ich sprach mit einem der Feuerwehrleute über die Sammlung und er sagte, dass man nirgendwo mehr Spenden bekommen würde als auf den Höfen. Man müsse nur Zeit mitbringen, weil man auf den Höfen immer gleich bewirtet würde.

Unsere Gemeinde ist finanziell ziemlich am Limit, so dass oftmals nur sehr begrenzt Wegebau betrieben werden kann. Unsere Jagdgenossenschaft (90% Landwirte) zahlt seit 4 Jahren die Jagdgelder nicht mehr aus, sondern unterstützt gezielt Wegbaumaßnahmen. Die Zuschüsse liegen zwischen 5000 - 10.000 € im Jahr.

Diese Liste ließe sich sicher noch weiter fortsetzen und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Bei uns leisten die Landwirte eine Menge unbezahlt Arbeit und Unterstützung für die Gemeinde und die Dorfbevölkerung. Das ist für mich soziale Landwirtschaft.
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Re: Soziale Landwirtschaft

Beitragvon Weinbauer » Di Jun 26, 2012 0:08

Jochens Bruder hat geschrieben:
Weinbauer hat geschrieben:landwirtschaft, jedenfalls professionelle, ist immer auch sozial. sie produziert grundnahrungsmittel oder deren grundlage für im schnitt 120 personen. und das auch noch für unterschiedliche kundenbedürfinsse. z.b. bekommt auch der "bio" anhänger was er möchte.
selbst reine bisogasbetriebe sind sozial, ermöglichen oder fördern sie doch die energiewende.

Nach dieser Logik sind alle Branchen und Firmen die direkt oder indirekt lebensnotwendige Produkte und Dienstleistungen herstellen per se sozial. Sogar die Kohle- und Atomkraft-Konzerne denn die liefern den Strom der bei den Landwirten aus der Steckdose kommt, die Menschenfreunde von BP und Exxon stellen die Spritversorgung der Trecker sicher...


richtig, die sind AUCH sozial (hätte ich vll. schon imersten beitrag hervorheben müssen). dh. nicht in jeder beziehung. altruismus verlangt auch niemand. so will ein lw, natürlich auch gewinn machen.

und es gibt auch ausnahmen. ratingagenturen sind unnötig wie noch was. ok, sind auch keine lebensnotwendigen untenehmen.

der kern der aussage ist eben: sozial ist, wer durch seine leistung zum wohlstand für alle beiträgt. und grundnahrungsmittelproduktion ist da sicher weit oben.
und die ölkonzerne wird sie bald zu noch mehr sozaialem verhalten zwingen, stichwort energiewende ;)
Zuletzt geändert von Weinbauer am Di Jun 26, 2012 11:03, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Soziale Landwirtschaft

Beitragvon Jochens Bruder » Di Jun 26, 2012 1:04

Weinbauer hat geschrieben:der kern der aussage ist eben: sozial ist, wer durch seine leistung zum wohlstand für alle beiträgt. und grundnahrungsmittelproduktion sind da sicher weit oben.

Ich denke eine oben/unten Einteilung ist sinnlos weil es eine Sache individueller Ansichten ist. So müssten nach deiner Aussage Kartoffelbauern einen höheren gesellschaftlichen Rang haben als Weinbauern da Grundnahrungsmittel wichtiger als Genußmittel sind. Im Grunde ist es so dass jedes Produkt für das es Kunden gibt eine gewisse Daseinsberechtigung hat. Wohin es führt wenn z.B. Politiker oder Religionsführer den Leuten vorschreiben was sie konsumieren sollen hat man ja zur Genüge in der neueren Geschichte gesehen.

PS: Auf den Philippinen gibt es einen Begriff der die Absurdität dieser Diskussion verdeutlicht: Sin Products. Das sind nicht nur Drogen und Pornofilme sondern auch Alkohol und Zigaretten. Demnach produzieren Wein- und Tabakbauern Sünde und kommen in die Hölle... Es sei denn der Staat knallt da eine dicke Steuer drauf. Das ist Wahnsinn mit Methode, aber lest selber:

http://mb.com.ph/node/359720/aquino-certifie
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Re: Soziale Landwirtschaft

Beitragvon Ulikum » Di Jun 26, 2012 8:10

Cairon hat geschrieben:Ich denke auch, dass es hier nicht um Landwirtschaft, sondern um eine Pflegeeinrichtung mit angeschlossenem Betrieb geht. Wer sich in diesem Sektor betätigen möchte, der soll es doch gerne tun.

Aber beleuchten wir doch mal was die "normale", konventionelle Landwirtschaft auf den Dörfern denn alles an sozialen Leistungen erbringt, ohne es sich groß auf die Fahne zu schreiben.
Wir beschäftigen seit über 40 Jahren hier auf dem Hof einen geistig Behinderten. Er hat das geistige Niveau eines 12jährigen und keinen Führerschein. Er ist also nur für gering qualifizierte Arbeiten zu gebrauchen, daher teilen wir uns seine Arbeitsleistung mit einem anderen Betrieb. Es gibt keine Förderung, er ist ganz normal sozialverischert beschäftigt. Sein Bruder (ähnliches Niveau) arbeitet auf einem Nachbarbetrieb.

Ich versorge den Kindergarten seit mehren Jahren kostenlos mit Kartoffeln.

Beim Bau des Feuerwehrhauses, haben einige Bauern (auch ich), ihre Maschinen und ihr Werkzeug kostenlos zur Verfügung gestellt.

Die Seitenräume von Wegen die nicht durch die Gemeinde gemäht werden, werden von den ortsansässigen Landwirten unentgeltlich gepflegt.

Bei Schneefall nutzen einige Landwirte ihre Maschinen um Wege, die nicht von der Gemeinde geräumt werden frei zu machen. Im letzten Jahr habe ich einige Wege im Feld für die Fußgänger geräumt, die auf Grund der Verwehungen nicht passierbar waren, so konnte die Dorfbevölkerung spazieren gehen und die weiße Pracht genießen.

Vor kurzem war hier Feuerwehrfest und die Feuerwehr kam zusammen für die Tombola. Ich sprach mit einem der Feuerwehrleute über die Sammlung und er sagte, dass man nirgendwo mehr Spenden bekommen würde als auf den Höfen. Man müsse nur Zeit mitbringen, weil man auf den Höfen immer gleich bewirtet würde.

Unsere Gemeinde ist finanziell ziemlich am Limit, so dass oftmals nur sehr begrenzt Wegebau betrieben werden kann. Unsere Jagdgenossenschaft (90% Landwirte) zahlt seit 4 Jahren die Jagdgelder nicht mehr aus, sondern unterstützt gezielt Wegbaumaßnahmen. Die Zuschüsse liegen zwischen 5000 - 10.000 € im Jahr.

Diese Liste ließe sich sicher noch weiter fortsetzen und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Bei uns leisten die Landwirte eine Menge unbezahlt Arbeit und Unterstützung für die Gemeinde und die Dorfbevölkerung. Das ist für mich soziale Landwirtschaft.


das sind sehr schöne Beispiele, die in der Tat zeigen wo Landwirte sich sozial betätigen.
Sie zeigen aber auch die Bedeutung von sozial in ihrem Ursprung.

Sozial- sich in eine Gruppe, Gesellschaft einbringen.

In den von Cairon aufgezeigten Beispielen ist es die Dörfliche Gemeinschaft
und das als Beispiel angeführte Schneeräumen stellt eine soziale Leistung für diese Gemeinschaft dar.

Wenn nun aber eine Nachbar Gemeinde käme (12 km entfernt) ebenfalls mit leeren Gemeindekassen und würde die gleichen Leistungen von Cairon verlangen?

Eine Absage wäre klar, da keiner mal eben 12 km fahren würde um kostenfrei ein paar Wege vom Schnee zu befreien.
Aber könnten wir jetzt sagen Cairon ist unsozial?

Nach einigem Überlegen sagt dann Cairon zu der entferntliegenden Gemeinde, zum Selbstkostenpreis könnte ich euch die Wege vom Schnee befreien. Wäre dieses Angebot von Cairon nun als sozial oder unsozial einzustufen?
Zuletzt geändert von Ulikum am Di Jun 26, 2012 8:22, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Soziale Landwirtschaft

Beitragvon H.B. » Di Jun 26, 2012 8:21

Man sollte sozial und sozialistisch nicht verwechseln. Das Eine bedeutet Hilfe - das andere den gesellschaftlichen Abgrund. Cairon kann wie die meisten Bauern einiges an Last für andere mittragen, weil er anstatt 35 Stunden 80 Stunden arbeitet. Diese Leistung wird er nicht mehr erbringen können, wenn ihm die ausgestreckte Hand von jenen abgerissen wird, welche noch weniger leisten möchten.
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Re: Soziale Landwirtschaft

Beitragvon Ulikum » Di Jun 26, 2012 8:32

H.B. hat geschrieben:Man sollte sozial und sozialistisch nicht verwechseln. Das Eine bedeutet Hilfe - das andere den gesellschaftlichen Abgrund. Cairon kann wie die meisten Bauern einiges an Last für andere mittragen, weil er anstatt 35 Stunden 80 Stunden arbeitet. Diese Leistung wird er nicht mehr erbringen können, wenn ihm die ausgestreckte Hand von jenen abgerissen wird, welche noch weniger leisten möchten.


Was sollen diese Sinn- freien Hetztiraden?

Wie wäre es denn wenn du uns einfach mal zu den gestellten Fragen, zwei an der Zahl, deine Meinung mitteilen würdest?

Ist das so schwer?
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Re: Soziale Landwirtschaft

Beitragvon SHierling » Di Jun 26, 2012 8:56

Es gab schon immer z.B. Handwerkerbauern oder Arbeiterbauern, und keine Sau hat sich dafür interessiert, wieviel Prozent sie aus dem jeweiligen Bereich erwirtschftet haben, außer eben dem Finanzamt.


Oh man - so begriffstutzig kann man doch gar nicht sein.
Du schreibst selber: "außer eben dem Finanzamt". Müssen wir jetzt echt bei Adam und Eva anfangen?

Es geht hier nicht um Dachdecker, Schlosser, die Schmiede neben an oder darum, womit ein Bauer oder irgendein anderer Betrieb Geld verdienen kann oder nicht. Es geht um die Betreuung von Menschen! Dein "Finanzamt" interessiert sich deshalb für Deinen Verdienst, weil es grundsätzlich und noch nie in irgendeiner Form von Gesellschaft geklappt hat, Bedürftige - und dazu gehören nun mal auch Behinderte - dadurch zu versorgen, daß andere Menschen diese Aufgaben freiwillig übernehmen. Ist Scheisse, will keiner wahr haben - IST ABER SO. Die Welt besteht nicht aus lauter Cairons. Dafür sind Finanzämter mal erfunden worden und für nichts anderes.

Das Ganze ist doch der selbe Weg , der hier seit Jahrzehnten immer weiter als Sackgasse ausgebaut wird, und immer mit dem selben psychologischen Trick: wer "Bio" macht, ist von vornherein ein "Idealist", ein "Gutmensch", der entspricht dem Bambi-Syndrom, und läßt sich gut verkaufen. Bio wird es aber niemals für alle geben. Und in der Altenpflege, in der Behindertenbetreuung, beim Einstellen von 1€-Kräften kommt jetzt das selbe auf uns zu: Die Leute sind teuer. Und es werden immer mehr. Und Deinem Finanzamt, das eigentlich dazu da ist, die benötigten Gelder sinnvoll umzuverteilen, geht der Arsch auf Grundeis wie noch nie seit bestehen dieses Landes. Also was tut man? Man "privatisiert". Wir haben schon unser Wasser verkauft, und jetzt verkaufen wir die Sozialfälle. Man lobt Leute in den Himmel, die sich kümmern. Dagegen ist zunächst mal überhaupt nichts zu sagen, (und genau das ist der Trick an der Sache), denn das sind tatsächlich Gute Menschen. Es gilt aber wie bei Bio: das sind die wenigsten, und es ist und bleibt eine Lücke.

Und jetzt wird diese Lücke beworben, befürwortet, und jeder, der auch nur Ansatzweise mal darauf hinweist, daß es da auch - und zwar ganz einfach aufgrund unseres Wirtschaftssystems - andere Ziele als Gutmenschentum gibt, der steht natürlich als Ketzer da.

Es gibt in keinem, wirklich in keinem einzigen Bereich der "sozialen" Marktwirtschaft" (so, wie sie hier praktiziert wird) eine Ecke, in der es ganz einfach aufgrund der Konkurrenzsituation nicht zu Konzentrationen kommt. Das genau ist der Grund, warum der "Betrieb" von Maulwurf13 schon als Bauer keine Chance mehr hat! Wer am billigsten produziert, gewinnt. Ist noch nie anders gewesen. Und da soll ich jetzt Behindertenbetreuung als Betriebszweig eines dieser Konkurrenz ausgesetzten Betriebes ansehen, womöglich noch eines solchen Betriebes, der schon gezeigt hat, daß der der Konkurrenz in (s)einem Bereich nicht gewachsen war?? Nie nicht. (immer noch wie gesagt: nichts gegen Sozialbetriebe, und auch nichts gegen freiwillige Hilfe). Habt ihr euch in den letzten Jahren mal in Altersheimen umgesehen? Oder in Behinderteneinrichtungen? Wo es inzwischen Gang und Gäbe ist, daß Ein-Euro-Jobber als "Pflegekräfte" aushelfen? Nur mal als Idee: man kann das abgesehen von den Zwangsarbeitern, die da beschäftigt werden, auch freiwillig machen. Nur zu.

Betreuung muß bezahlt werden, und zwar vernünftig. Das kann der Staat tun, dann zahlen alle, über das Finanzamt.
In einem privatwirtschaftlich organisierten Betrieb zahlt der Kunde, und das tut er nun mal eben gerade nicht. Benachteiligte selber zahlen nicht, weil sie nicht können, und über den Produktpreis ist nichts zu holen, denn da gibt es Konkurrenz.
Und dann läut das, wie wir das schon in etlichen anderen Bereichen gesehen haben: wer am billigsten produziert, also betreut, gewinnt. Ich möchte das in keinem Bereich, aber ganz sicher am allerwenigsten da, wo mit mehr oder weniger wehrlosen Menschen umgegangen wird.

Hatte jetzt irgendjemand schon mal auf meine Frage geantwortet? Glaubt ihr tatsächlich alle, daß jeder, der sich mit Behinderten beschäftigt, "automatisch" ein Guter Mensch ist ???
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Re: Soziale Landwirtschaft

Beitragvon Ulikum » Di Jun 26, 2012 9:05

SHierling hat geschrieben:
Hatte jetzt irgendjemand schon mal auf meine Frage geantwortet? Glaubt ihr tatsächlich alle, daß jeder, der sich mit Behinderten beschäftigt, "automatisch" ein Guter Mensch ist ???


Du willst eine Antwort?
Ganz einfach N E I N !!!.
man kann nicht Aufgrund ihrer Tätigkeit Menschen in Gut oder Böse einteilen.

So und nun meine einfache Gegenfrage,
wo wurde hier im Thread eine solche Behauptung aufgestellt das Du so hartnäckig darauf herum reitest?
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Re: Soziale Landwirtschaft

Beitragvon SHierling » Di Jun 26, 2012 9:15

wo hat einer hier im Thread eine solche Behauptung aufgestellt?


Diese Behauptung unterstützt jeder, der privatwirtschaftlich organisierter Betreuung das Wort redet.
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