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Soziale Landwirtschaft

Hier kann man über aktuelle Themen aus den Medien und Allgemeines der Landwirtschaft diskutieren.
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56 Beiträge • Seite 4 von 4 • 1, 2, 3, 4
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Re: Soziale Landwirtschaft

Beitragvon Ulikum » Di Jun 26, 2012 9:29

SHierling hat geschrieben:
wo hat einer hier im Thread eine solche Behauptung aufgestellt?


Diese Behauptung unterstützt jeder, der privatwirtschaftlich organisierter Betreuung das Wort redet.


Das war keine Antwort auf meine Frage.

Ich hatte dich in einem früheren Beitrag schon mal gebeten die Lachgaszufuhr abzuschalten.
Nun haben wir eine Lachnummer,


Scheinbar nutzen einige Schreiber mit dem sogenannten " Bio- Öko- Syndrom " dieses Forum als Stammtischersatz.

Sachbezogene Beiträge und entsprechende Diskussion darf und kann man also von Ihnen nicht erwarten.

Schade eigentlich.
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Re: Soziale Landwirtschaft

Beitragvon Ulikum » Di Jun 26, 2012 10:05

Ulikum hat geschrieben:
NicoleS hat geschrieben:Hallo liebe Foren-Mitglieder,

neben der ökologischen ist auch die soziale Landwirtschaft weiter auf dem Vormarsch. Wer mehr darüber erfahren möchte:
http://www.maie-project.eu/index.php?id=2&L=10

Lg, Nicole


Schade das ich mich wiederholen muss,

http://www.maie-project.eu/index.php?id=44&L=10

bitte mal in Ruhe diesen Link lesen,
ich denke das sagt doch ganz klar um was es hier geht.
nicht die Landwirtschaft steht am Pranger sonder eindeutig die Politik.


für die Landwirtschaft (einige Landwirtschaftliche Betriebe) sehe ich nur die Möglichkeit eine zusätzlichen Standbeins (Einkommensquelle) ähnlich Urlaub auf dem Bauernhof.
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Re: Soziale Landwirtschaft

Beitragvon SHierling » Di Jun 26, 2012 10:40

für die Landwirtschaft (einige Landwirtschaftliche Betriebe) sehe ich nur die Möglichkeit eine zusätzlichen Standbeins (Einkommensquelle) ähnlich Urlaub auf dem Bauernhof.


Beim Urlaub auf dem Bauernhof zahlt der GAST. Der Kunde regelt über seinen Kauf oder nicht Kauf die Qualität des Angebotes.

Bei der Betreuung von Behinderten ist das nicht so. Aber ok, nehmen wir mal an, es gibt immer mehr Betriebe, die solche Art der Betreuung als Einkommensquelle nutzen wollen. Der Staat als Zahler muß - siehe oben - auch rechnen. Dann bist Du wieder genau da, wo ich nicht hinwill: wer die billigste Betreuung anbietet, gewinnt. Und das endet dann bei Offenstallhaltung, und vermutlich noch unter dem Applaus der Gesellschaft: wie schööööön, endlich sind auch die Hilflosen im Bambiland angekommen.


Oder nochmal anders erklärt:
Und wenn ich persönlich die Wahl hätte, (wozu es hoffentlich nie kommen wird, dass ich wählen muss) von einem geldgeilen Biobauern durch die Kartoffelreihen zum Absammeln der Käfer und ihrer Larven geschickt zu werden, womöglich noch, nachdem er mir eine Aufputschpille in den morgendlichen Kamillentee geworfen hat, damit ich flotter bin oder bei einem geldgeilen Altenpflegeheimbetreiber, mittels Medikamenten ruhiggestellt, im Aufenthaltsraum dahindämmern zu müssen, wüsste ich, WOFÜR ich mich entscheiden würde.


DAS ist genau der billige Trick, den ich oben meinte. Es wird eben nicht zwischen "Sozialbetrieb" und "Gewerbebetrieb" unterschieden, sondern es wird einfach nur "konventionelles (privatwirtschaftliches!) Heim" gegen "Bio-(privatwirtschaftliches!)Heim" gestellt. Klar, DABEI kommt dann wieder - wie bei der Landwirtschaft auch schon - erstmal das Bio-Bambi-Land raus. Das das aber - genau wie die Bio-Landwirtschaft auch - den selben wirtschaftlichen Zwängen ausgesetzt bleibt, und deswegen die selbe Nutzenmaximierung betreiben muß, wird ganz einfach unterschlagen. Bei der Wahl zwischen Pest und Cholera mach ich aber nicht mit, das ist mir zu dumm.


Ey, allein so eine Idee: "Wir verdienen unser Geld mit den Sozial (und damit auch wirtschaftlich!) Schwachen" - sowas ist von vorne bis hinten einfach nur kurzsichtig und kann langfristig nicht klappen. Nachher gibt's Aldi-Bio UND Aldi-Betreuung. Und was hat das Ganze dann gebracht? NIX.
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Re: Soziale Landwirtschaft

Beitragvon Cairon » Di Jun 26, 2012 11:42

Ulikum hat geschrieben:
das sind sehr schöne Beispiele, die in der Tat zeigen wo Landwirte sich sozial betätigen.
Sie zeigen aber auch die Bedeutung von sozial in ihrem Ursprung.

Sozial- sich in eine Gruppe, Gesellschaft einbringen.

In den von Cairon aufgezeigten Beispielen ist es die Dörfliche Gemeinschaft
und das als Beispiel angeführte Schneeräumen stellt eine soziale Leistung für diese Gemeinschaft dar.

Wenn nun aber eine Nachbar Gemeinde käme (12 km entfernt) ebenfalls mit leeren Gemeindekassen und würde die gleichen Leistungen von Cairon verlangen?

Eine Absage wäre klar, da keiner mal eben 12 km fahren würde um kostenfrei ein paar Wege vom Schnee zu befreien.
Aber könnten wir jetzt sagen Cairon ist unsozial?

Nach einigem Überlegen sagt dann Cairon zu der entferntliegenden Gemeinde, zum Selbstkostenpreis könnte ich euch die Wege vom Schnee befreien. Wäre dieses Angebot von Cairon nun als sozial oder unsozial einzustufen?


Um solche Sachen zu beurteilen muss man erst einmal definieren wovon man redet. Was bedeutet sozial?

Das Wort sozial (von lat. socius‚ gemeinsam, verbunden, verbündet‘) bezeichnet wechselseitige Bezüge als eine Grundbedingung des Zusammenlebens, insbesondere des Menschseins (der Mensch als soziales Wesen). Es taucht in mehreren Bedeutungen auf.

Sozial bedeutet in der Regel „zur Gruppe gerichtet“


http://de.wikipedia.org/wiki/Sozial

Wenn ich etwas für meine Gemeinde und ihre Einwohner tue, dann tue ich es weil ich mich dieser Gruppe zugehörig fühle. Wenn ich meinen Nachbarn zur Hand gehe, werden sie mir wahrscheinlich auch helfen, wenn ich Hilfe brauche. Es geht eben um wechselseitige Hilfe.
Bei dem Dorf 12 km weit weg, fühle ich mich nicht zugehörig, ich definiere mich also nicht als Mitglied der Gruppe, also ist es auch nicht unsozial wenn ich dort nicht helfe. Sozial heißt ja nicht sich selber kaputt zu machen, damit andere ein ruhigeres Leben haben. Und warum soll ich eine Leistung für eine andere Gemeinde bringen, die Bauern die in diesem Dorf leben auch bringen könnten? Es geht dabei um Zusammengehörigkeitsgefühl. Wenn ich etwas für meinen direkten Nachbarn tue, mit dem ich mich verbunden sehe, ist es etwas ganz anderes wie wenn ich etwas für die Bundesrepublik Deutschland tue. Einfordern kann man solche Leistungen eh nicht, wenn mich jemand zwingen wollte solche Dinge zu tun, dann würde es ganz schön Gegenwind geben. ich tue es weil ich es möchte, weil ich meine Gruppe unterstützen möchte und in gewissem maß erwartet ich langfristig auch eine Gegenleistung. Diese Gegenleistung ist natürlich nicht klar definiert, aber wenn ich jemandem den Hof unentgeltlich räume, dann möchte ich natürlich auch dass er mir hilft wenn ich ihn darum bitte. Soziales Engagement darf keine Einbahnstraße sein, dann ist es nämlich Schmarotzertum. Wenn jeder innerhalb seiner Möglichkeiten zum Wohle der Gemeinschaft beiträgt, dann funktioniert eine Gemeinschaft, denn sie lebt vom Einsatz des einzelnen.

Hier an der Küste wurde das früher recht extrem gehandhabt. Beim Deichbau mussten alle mit Hand anlegen und wer sich weigerte wurde vertrieben.

http://de.wikipedia.org/wiki/Spatenrecht

„Keen nich will dieken, de mutt wieken“ (Wer nicht will deichen, der muss weichen.)

Und heute besteht eben bei vielen Menschen ein Anspruchsdenken auf soziale Leistungen. Leistungen jeder Form müssen erarbeitet werden und wer sich aus Bequemlichkeit an den Leistungen der Gemeinschaft bedient ohne seinen Teil beizutragen schädigt die Gemeinschaft. Das ist dann in meinen Augen asoziales Verhalten und gehört entsprechend bestraft.
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Re: Soziale Landwirtschaft

Beitragvon SHierling » Di Jun 26, 2012 11:49

Und heute besteht eben bei vielen Menschen ein Anspruchsdenken auf soziale Leistungen. Leistungen jeder Form müssen erarbeitet werden und wer sich aus Bequemlichkeit an den Leistungen der Gemeinschaft bedient ohne seinen Teil beizutragen schädigt die Gemeinschaft. Das ist dann in meinen Augen asoziales Verhalten und gehört entsprechend bestraft.


Und was tust Du mit den Menschen, die nicht "dieken" können? Die (zB) aufgrund ihrer Behinderung nicht in der Lage sind, sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen? Müssen die auch weichen? (und jetzt bitte nicht das Märchen davon, daß die früher alle von ihren Gruppen durchgeschleppt worden sind: die meisten sind ganz einfach verreckt, weil sie keiner haben wollte, spätestens seit der "Erfindung" der Städte. Ich stell mir grade vor, was wohl aus Stephen Hawking geworden wäre, so "idyllisch auf dem Lande...")
Zuletzt geändert von SHierling am Di Jun 26, 2012 12:01, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Soziale Landwirtschaft

Beitragvon Nordhesse » Di Jun 26, 2012 12:01

Noch mal ein anderer Aspekt über soziale Leistungen der Landwirtschaft:
Die Landwirte machen noch ca. 3 % der Bevölkerung aus. Ihr Anteil an freiwillengen Diensten in der Kirche liegt hier sicherlich bei 33 %. Jetzt ist die ev. Kirche hier in einer Gegend drauf gekommen, dass das Kirchenland meißtbietend überregional ausgeschrieben wird. Das kann man als Grundeigentümer so machen. Wir haben sie vom Bauernverband aber mehrfach darauf hingewiesen, dass der schuss auch nach hinten losgehen kann. Wenn nämlich bisherige aktive Kirchenmitglieder ihr Land verlieren, kann es durchaus sein, dass diese sich dann bei den freiwilligen Diensten auch zurückhalten werden. Getreu dem Motto. Wenn die Kirche sich nach der reinen Betriebslehre verhält, tu ich das auch.
Ich hab an anderer Stelle schon mal die Pfarrer gefragt, wieviel Kirchenaustritte sie schon von Bauern hatten- von 25 Pfarrern hatte keiner einen konkreten Fall. Und dann hab ich gefragt, warum große Teile unserer Landeskirche so kritisch mit den Bauern umgehen. :D
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Re: Soziale Landwirtschaft

Beitragvon Cairon » Di Jun 26, 2012 12:13

SHierling hat geschrieben:
Und heute besteht eben bei vielen Menschen ein Anspruchsdenken auf soziale Leistungen. Leistungen jeder Form müssen erarbeitet werden und wer sich aus Bequemlichkeit an den Leistungen der Gemeinschaft bedient ohne seinen Teil beizutragen schädigt die Gemeinschaft. Das ist dann in meinen Augen asoziales Verhalten und gehört entsprechend bestraft.


Und was tust Du mit den Menschen, die nicht "dieken" können? Die (zB) aufgrund ihrer Behinderung nicht in der Lage sind, sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen? Müssen die auch weichen? (und jetzt bitte nicht das Märchen davon, daß die früher alle von ihren Gruppen durchgeschleppt worden sind: die meisten sind ganz einfach verreckt, weil sie keiner haben wollte, spätestens seit der "Erfindung" der Städte. Ich stell mir grade vor, was wohl aus Stephen Hawking geworden wäre, so "idyllisch auf dem Lande...")


Ich habe es ja schon an anderer Stelle geschrieben, jeder sollte seine Gruppe im Rahmen seiner Möglichkeiten unterstützen. Das hat weniger mit der absoluten Leistung des einzelnen zu tun, als mit der Einstellung. Das Deichen war ohne Maschinen eine für heutige Verhältnisse unvorstellbare Leistung. und dabei ging es nicht darum eine Sandburg zu bauen, sondern es ging um das nackte überleben bei Sturmflut.
Und natürlich wurde früher selektiert, Kinder die nicht als lebensfähig angesehen wurden lies man verschwinden. So in dieser absoluten Form kann man es heute wohl nicht mehr anbringen, aber der Sinn bleibt doch unverändert.
Wer eben nicht körperlich helfen kann, der kann andere Aufgaben erledigen. Und wer wirklich nicht kann, den soll die Gesellschaft von mir aus auch mit durch schleppen. Das Problem sehe ich bei den teilen der Gesellschaft, die könnten aber nicht wirklich wollen. Jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten, dann wäre schon eine Menge erreicht.
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Re: Soziale Landwirtschaft

Beitragvon Nordhesse » Di Jun 26, 2012 12:14

Wenn die EKKW sich um die letzte Minderheit gekümmert hat, wird sie merken, dass sie selber eine geworden ist
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Re: Soziale Landwirtschaft

Beitragvon SHierling » Di Jun 26, 2012 12:17

Und natürlich wurde früher selektiert, Kinder die nicht als lebensfähig angesehen wurden lies man verschwinden. So in dieser absoluten Form kann man es heute wohl nicht mehr anbringen, aber der Sinn bleibt doch unverändert.

Welcher Sinn? Sind wir damit wieder bei der PID? Wer nicht kann, wird vor der Geburt aussortiert? (Was wäre dann aus Stephen Hawking geworden?)
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Re: Soziale Landwirtschaft

Beitragvon Cairon » Di Jun 26, 2012 17:57

SHierling hat geschrieben:
Und natürlich wurde früher selektiert, Kinder die nicht als lebensfähig angesehen wurden lies man verschwinden. So in dieser absoluten Form kann man es heute wohl nicht mehr anbringen, aber der Sinn bleibt doch unverändert.

Welcher Sinn? Sind wir damit wieder bei der PID? Wer nicht kann, wird vor der Geburt aussortiert? (Was wäre dann aus Stephen Hawking geworden?)


Tut mir leid, da habe ich den Gedankensprung nicht deutlich gemacht.

Und natürlich wurde früher selektiert, Kinder die nicht als lebensfähig angesehen wurden lies man verschwinden.


Damit wollte ich deiner Aussage zustimmen. Dass ich deiner Aussage zustimme heißt nicht, dass ich dieses System gut finde. und gerade der von Dir erwähnte Steven Hawking ist ja das beste Beispiel für einen Leistungsträger trotz körperlicher Einschränkung.

So in dieser absoluten Form kann man es heute wohl nicht mehr anbringen, aber der Sinn bleibt doch unverändert.


Diese Aussage bezieht sich auf „Keen nich will dieken, de mutt wieken“ (Wer nicht will deichen, der muss weichen.). Im übertragenen Sinn heißt es doch. Wer nicht bereit ist der Gemeinschaft zu dienen, wird aus der Gemeinschaft ausgeschlossen. Ein Sozialsystem dass Zulässt, dass es missbräuchlich Ausgenutzt wird ist ungerecht gegenüber den Leistungsträgern und den berechtigten Leistungsempfängern. Und ich habe leider schon öfter die Erfahrung gemacht, dass Leistungsbezieher aus unserem Sozialsystem eben nicht wirklich gewillt waren eine Arbeit anzunehmen. Das Motto lautet dann oftmals: Warum soll ich arbeiten, wenn ich dann nur 100 € mehr im Monat habe. Schlicht und einfach weil man dann dem Sozialsystem ermöglicht anderen zu helfen die es nötige rbrauchen bzw. die Einzahler entlastet.
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Re: Soziale Landwirtschaft

Beitragvon SHierling » Di Jun 26, 2012 18:17

Cairon hat geschrieben: und gerade der von Dir erwähnte Steven Hawking ist ja das beste Beispiel für einen Leistungsträger trotz körperlicher Einschränkung.

Ja, aber eben: diese Leistung kann er nur deswegen erbringen, weil er vorher und dauerhaft ganz erhebliche Unterstützung erfahren hat und nicht Kartoffelkäfer gesammelt. (mal davon abgesehen, daß er bei einer PID heute tatsächlich einfach in den Müll wandern würde). Und zwar viel, viel mehr Unterstützung, als ein "privatwirtschaftlicher Betrieb" je leisten könnte.

Diese Aussage bezieht sich auf „Keen nich will dieken, de mutt wieken“ (Wer nicht will deichen, der muss weichen.). Im übertragenen Sinn heißt es doch. Wer nicht bereit ist der Gemeinschaft zu dienen, wird aus der Gemeinschaft ausgeschlossen.

Ja. Anderswo hieß das "wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen" und das bezieht sich immer nur auf diejenigen, die auch arbeiten KÖNNEN. Wobei sich das heute ja auch noch zweimal anders darstellt: erstes gibt es viel mehr Menschen, die tatsächlich nicht arbeiten können (nämlich die, die früher einfach verreckt sind bzw "verschwunden wurden", weil es keine teuren technischen Hilfsmittel, oder medizinische Behandlung auf Kosten der Allgemeinheit gab), und dann die, für die es einfach keine Arbeit mehr gibt, weil sie zB durch technischen Fortschritt ersetzt wurde. Kartoffelkäfer sammeln ist toll, und 10 Schweine auf der Wiese hüten auch - aber eben: ein Rückschritt, da wird "künstlich Arbeit geschaffen", die heute niemand bezahlen will. (Ich hab noch nicht mal was dagegen, das künstlich Arbeit geschaffen wird, ich hab nur was dagegen, das sich Privatleute dann daran bereichern können).

Ein Sozialsystem dass Zulässt, dass es missbräuchlich Ausgenutzt wird ist ungerecht gegenüber den Leistungsträgern und den berechtigten Leistungsempfängern.

Das Thema hatten wir ja schon öfter. Selbst bei 100% Kontrolle und totalem Polizeistaat wirst Du sowas nicht verhindern können (denk mal an Steuerhinterziehung: das ist auch nichts anderes als "Leistungsverweigerung" gegenüber der Allgemeinheit), und die Schlußfolgerung darf meiner Meinung nach niemals zu Lasten derjenigen gehen, die tatsächlich unterstützt werden müssen.

Geht aber in diesem Thread imho am Thema vorbei: hier geht es ja nicht darum, ob jemand unterstützt werden soll oder nicht, sondern darum, wer diejenigen unterstützt, die es tatsächlich brauchen, und auf welcher finanziellen Basis das passiert. Und ich finde Deinen Einsatz auch absolut bewunderswert, richtig und wichtig. Aber siehe oben: es wohnt nicht jeder in einer Dorfgemeinschaft, und es hilft auch nicht jeder freiwillig.
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