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Umfrage: Biotopentwicklungspotential - Gut oder böse?

Hier hat alles Platz was mit Agrarpolitik und drumherum zu tun hat.
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48 Beiträge • Seite 2 von 4 • 1, 2, 3, 4
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Beitragvon gerd gerdsen » Do Nov 09, 2006 12:19

ich glaube jeder der das pech hatte in einem bundesland zu wohnen, wo mal die grünen geherrscht und gewütet haben weiß wovon ich hier schreibe, die haben hier jahr für jahr zig millionen für gutachten verschwendet, wenn das ergebnis nicht in deren konzept passte wurden die in irgend einer schublade entgelagert
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Beitragvon gerd gerdsen » Do Nov 09, 2006 12:20

ich glaube jeder der das pech hatte in einem bundesland zu wohnen, wo mal die grünen geherrscht und gewütet haben weiß wovon ich hier schreibe, die haben hier jahr für jahr zig millionen für gutachten verschwendet, wenn das ergebnis nicht in deren konzept passte wurden die in irgend einer schublade entgelagert
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Beitragvon strandhafer » Do Nov 09, 2006 14:52

Und wer zusätzliche Flächen rekrutieren will, bekommt auch "freiwillig" schon nur die Entwicklungsfähigen, dazu braucht man wirklich keine extra Zertifizierung, das ergibt sich aus der jahrhundertelangen Kenntnis der Flächen, und die sitzt bei den Bauern.


Natürlich kennen Landwirte ihre Flächen. Da stimme ich nur zu gerne zu - es wäre auch vermessen, wenn nicht ...

Getestet habe ich dieses Wissen anhand eines Beispielbetriebes in Niedersachsen. Die Kenntnisse des Landwirts habe ich später mit den auf amtlicher Datenbasis (sprich: Bodenkarten) ermittelten Ergebnissen zum Biotopentwicklungspotential überprüft. Auch war ich selber noch im Gelände und habe anhand von Bodenproben das Biotopentwicklungspotential ermittelt.

Fazit: Der Landwirt kannte seine Flächen natürlich sehr gut. Er konnte genau sagen, auf welchen Flächen welche Bodenarten vorherrschen, wo genau trockene oder nasse Stellen sind.

Eine nasse oder trockene Fläche allein ist allerdings noch kein Hinweis darauf, dass hier ein tolles Biotop entstehen könnte. Vielmehr spielen Nährstoffgehalt und Bodenreaktion eine wichtige Rolle.

Gehen wir mal davon aus, dass ein Landwirt - aus was für Gründen auch immer - die Bewirtschaftung einer Fläche umstellen will. Ziel sei die Entwicklung eines "schutzwürdigen" Biotopes. Welche Flächen würde er auswählen?

Grüße
strandhafer
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Beitragvon strandhafer » Do Nov 09, 2006 14:57

Hallo Gerd,

gerd gerdsen
BeitragVerfasst am: Do Nov 09, 2006 12:19 Titel:
ich glaube jeder der das pech hatte in einem bundesland zu wohnen, wo mal die grünen geherrscht und gewütet haben weiß wovon ich hier schreibe, die haben hier jahr für jahr zig millionen für gutachten verschwendet, wenn das ergebnis nicht in deren konzept passte wurden die in irgend einer schublade entgelagert


Darf ich aus deinen Aussagen lesen, dass du die Methodik des Biotopentwicklungspotentials für eine unnötige Ausgaben hälst? Und wenn ja, wie begründest du diese Aussage?

Einen lieben Gruß,

strandhafer
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Beitragvon gerd gerdsen » Do Nov 09, 2006 16:16

das hab ich doch schon erklärt, solange dieses auf freiwilliger basis basiert ist das ja meinetwegen ok, eher brachflächen versteppen sollten diese ruhig aufgeforstet oder versumpft werden, das schlimme ist nur das die "ökologen" manchmal auf die bewirtschaftete flächen schielen und dort nachschauen ob es da nicht vielleicht auch eine schützenswerte flora und fauna gibt und nur weil bäuerchen in den letzten jahren dort etwas nachlässig gewirtschaftet hat und dort etwas wenig von dem guten roundup benutzt hat . dieses ist dann in meinen augen ein unzulässiger eingriff in die eigentumsverhältnisse .
die einzig wahren ökologen sind ohnehin nur wir landwirte, auf die sesselfurzer die uns überall reinreden wollen können wir gut verzichten !
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Beitragvon SHierling » Do Nov 09, 2006 16:38

*g*
also auf deutsch: das Problem liegt oft darin, das die Landwirte zwar natur- und ausbildungsgemäß eine Menge über Umwelt wissen, z.B. beim Thema Wasserwirtschaft, Grünlandzusammensetzung, Zeigerpflanzen, Bedeutung des ph-Wertes - aber umgekehrt die Umweltbeauftragten nur wenig bis gar nichts über Landwirtschaft. Da werden dann schnell mal Vorgaben gemacht die betriebswirtschftlicher Unfug sind oder Anbautechnischer Blödsinn.
Man kann z.B. kein "potentielles Feuchtgebiet" mit ein bißchen Ausgleichsgeld "nur ein bißchen" bewirtschaften. Davon werden die Kühe krank. Und man kann nicht einfach vorschreiben, daß erst im Juli gemäht werden darf, wenn man nicht weiß, wie unterschiedlich der Futterwert früh und spät gemähter Gräser ist. Man kann einem Bauern nicht sagen: wenn Du spät mähst, dann "ersetzen" wir Dir diesen entgangenen Futterwert, ganz einfach, weil man Heu nicht mit Kraftfutter ersetzen kann. Man kann auch nicht vorschreiben, der Reihenabstand im Getreide oder in Kartoffeln müßte, weil dann mehr Vögel drin brüten, plötzlich doppelt so groß sein, wenn es gar keine Maschinen gibt, die so eine Fläche dann bewirtschaften können und so weiter und so weiter - da gibts viele Beispiele sinnlosester Vorschläge bis hin zum Verbot der tierischen Eiweiße an Allesfresser - alles gut gemeinter Unfug.

Aber sei's wie es sei - der Unfug wird - leider, aber sicher - zunehmen, wenn man sich an solchen Sachen NICHT beteiligt...es gibt nun mal mehr Umweltschützer als Landwirte, so viel Steine kann man nicht schmeißen, das man die alle trifft :/ , aber vielleicht hören zwei oder drei zu, wenn man mit ihnen redet. GANZ sicher werden sie jedenfalls nicht nach Sibirien gehen.

Grüße
Brigitta
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Beitragvon H.B. » Do Nov 09, 2006 21:59

Was bitteschön soll an einem Biotop schön sein , Strandhafer ? Sind es nicht die gepflegten Wiesen und Äcker die das Landschaftsbild verschönern ?
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Beitragvon Gast » Do Nov 09, 2006 22:28

Sind es nicht die gemähten wiesen, auf der sich Fauna und Flora gleichberechtigt entwickeln kann ?
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Beitragvon strandhafer » Fr Nov 10, 2006 8:40

Hallo Hut,

Ein Biotop (von griech. bios = Leben + topos = Ort) ist ein Lebensraum einer Lebensgemeinschaft (Biozönose) von einheitlicher, gegenüber seiner Umgebung mehr oder weniger scharf abgrenzbarer Beschaffenheit.

Natürlich zählen damit Äcker und Wiesen auch zu den Biotopen. Und hier sagst du selber, das eben diese das Landschaftsbild verschönern :wink:

Nein, es geht hier in diesem Thema doch gar nicht darum, neue Biotope zu entwickeln und möglicherweise, wie bereits geäußert wurde, unzulässig in Eigentumsverhältnisse einzudringen. Das ist NICHT mein Ansinnen.

Es geht um die Theorie des Biotopentwicklungspotentials:
Mithilfe der Ermittlung des Biotopentwicklungspotentials können Standorte hinsichtlich ihrer Abweichung vom "Normalstandort" klassifiziert werden. Die Abweichung lässt sich abschätzen anhand der drei Standortfaktoren Bodenwasserhaushalt, Nährstoffversorgung des Bodens und Bodenreaktion. Für jeden Standort lassen sich anhand der Standortverhältnisse denkbare Entwicklungsmöglichkeiten ableiten.

Und diese müssen dann ja gar nicht umgesetzt werden. Das verlangt keiner.

Steht aber einmal - aus was für Gründen auch immer - eine Fläche - in welcher Form auch immer - zur Verfügung, so könnten die vorher ermittelten denkbaren Entwicklungsmöglichkeiten doch eine Hilfestellung sein, wie die Fläche zu entwickeln ist. Könnte das nach wissenschaftlicher Methodik ermittelte Biotopentwicklungspotential also nicht helfen, Fehler zu vermeiden (als Beispiel: Tümpel also nicht mehr auf trockenen Flächen auszugraben)? Könnte das Wissen um das Biotopentwicklungspotential seiner Flächen nicht Argumentationsgrundlage zur Steuerung von - aus was für Gründen auch immer - geplanten Maßnahmen sein?

Was meint ihr?


Lieben Gruß.
strandhafer
 
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Beitragvon Egbert » Fr Nov 10, 2006 8:55

Lauschi und HUT, da seid ihr aber ganz schön auf dem Holzweg wenn ihr meint
Sind es nicht die gepflegten Wiesen und Äcker die das Landschaftsbild verschönern ?


Die " gepflegten Wiesen und Äcker " sind nichts anderes als eine landwirtschaftliche Kulturwüste. Alles schön nach den vermeintlichen Bedürfnissen der Bauern totgespritzte Landschaften. Siehe dazu meinen Brief an den Bundespräsidenten :

Sehr geehrter Herr Bundespräsident,

mit großem Amüsement habe ich heute Ihre Rede zur Verleihung des Deutschen Umweltpreises im Radio gehört und frage mich, woher Sie den Optimismus für diese Passagen nehmen – z.B. wenn Sie das Verhältnis Ökonomie zur Ökologie als ja quasi sich gegenseitig befruchtend schildern oder für möglich halten oder aber die Verwaltung verschlanken/vereinfachen wollen.
Mein Hobby Imkerei ist die Imkerei und ich sehe seit Jahren eine immer schlechtere Entwicklung der Imkerei durch behördliche Gängelei, staatliche Abzockerei und staatlich legitimierte professionelle Umweltvergiftung.

Können Sie sich vorstellen, daß ein Bienenstand (2 Hohlblocksteine aus Bims ohne Fundament, auf dem Boden aufliegend, mit 2 Holzbalken für insgesamt 5 Bienenkästen) bereits eine zu genehmigende bauliche Anlage darstellt, für die ein Bauamt, eine Untere Landschaftsbehörde sowie ein Beirat aus unterschiedlichen Institutionen bei eben dieser Unteren Landschaftsbehörde um Genehmigung ersucht werden muß? Selbstverständlich mit entsprechenden Gebühren, Auflagen, Änderungen, eventuellen Ablehnungen und neuen Anläufen. Das alles bei Bienenvölkern, die jedes Jahr mehrfach umgestellt werden müssen, da aufgrund unserer professionellen Umweltvergifter – sprich Landwirte – ein Bienenvolk Gefahr läuft zu verhungern bzw. vergiftet zu werden, wenn es in den Bereich der organisierten Kriminalität – ups, ich meine Landwirtschaft – kommt?

Sie meinen, das sei zu hart formuliert? Tatsächlich? Werfen Sie doch einmal einen Blick in das Pflanzenschutzgesetz! Der Begriff „bienenungefährlich“ auf einem Pflanzenschutzmittel bedeutet, daß bei Anwendung eines solchen Pflanzenschutzmittels von 100 damit kontaminierten Bienen binnen 48 h 49 Bienen sterben dürfen und am dritten Tag der Rest, dann ist das Mittel bienenungefährlich. Toll, nicht wahr? Und wenn wie in der Landwirtschaft nicht unüblich, sogenannte Cocktails gemischt werden, die aufgrund chemischer Reaktionen dann direkt bienengefährlich werden, bedarf das keiner besonderen Änderung der Arbeit. Ich will hier gar nicht erst die Problematik des Anbaus von GVO anführen, in diesem Zusammenhang war es schön zu sehen, wie verdutzt deutsche Politiker aus der Wäsche schauten, als ruchbar wurde, daß es da dieses komische Prinzip von den Bienen und den Blumen gibt... sowas aber auch, da fliegen Bienen doch glatt von Blüte zu Blüte und verteilen Pollen. Die fragen noch nicht einmal und in ihrem Fleiße fliegen sie durchaus den einen oder anderen Kilometer, um etwas zu finden und zu verteilen. Bei dieser Gelegenheit möchte ich Ihnen, Herr Bundespräsident, doch vorschlagen, daß Sie das Recht auf Ausfertigung von Gesetzen am besten gleich an die entsprechenden Institutionen übertragen. Zum Beispiel alles, was den Bereich Pflanzenschutz und GVO betrifft, direkt zur Marketingabteilung von Bayer. Wer liest schon das Bundesgesetzblatt – den Beipackzettel dann vielleicht schon eher.

Bayer/Monsanto & Co. haben bei mir durchaus den gleichen Sympathiewert wie ein gewisser bärtiger Herr aus dem Orient mit seiner Vorliebe zu spektakulären Flugzeuglandungen – geschmacklos, zynisch aber passend! Der hat wenigstens noch Werte, die zwar sehr fragwürdig sind – wobei, wenn ich die Sure „Die Bienen“ lese... müßte man mal drüber nachdenken...

Mittlerweile sollen wir Imker sogar aufgrund der neuen FFH-Richtlinie zum Umweltschutz aus den Naturschutzgebieten vertrieben werden, alldieweil wir nun einmal in der Sommersaison alle 8 – 14 Tage mit dem Auto zu imkerlichen Arbeiten an den Bienenstand fahren müssen. Wir Imker sind ja bekannt für unsere vielachsigen 38Tonner, die den empfindlichen Boden der Naturschutzgebiete aufreißen; ganz im Gegensatz dazu die pflegeleichten, quasi über den Boden schwebenden Panzer unserer Gurkentruppe aus dem Hause Struck, deren Spielplätze durchaus im Naturschutzgebiet liegen dürfen. A propos Naturschutzgebiet und Wälder, haben Sie schon mitbekommen, was dieser Alpen-Aborigine Ede S. aus M. in B. da klammheimlich plant? Die Privatisierung der bayerischen Staatsforsten, wobei wir Imker mal wieder den kürzeren ziehen. In angrenzenden Gebieten führte eine Privatisierung der Forsten schon zu Steigerungen von 600% an Standgebühren für Waldimker. Und wo die Imker nicht spuren, wird ein Vorsitzender eines LVBI (Landesverband bayerischer Imker – kann man auch mit „Langsam verschwinden Bienen und Imker“ übersetzen) in seiner Eigenschaft als Zollbeamter flugs daran erinnert, wer der Landesherr ist und mit was man als Beamter von diesem zu rechnen hat.

Die Spitze dieser geistigen Blähungen aus der EU stellt die Tatsache dar, daß wir Imker auf unseren Honig nach Abfüllung ein Mindesthaltbarkeitsdatum von maximal zwei Jahren vermerken dürfen bzw. müssen. Honig und Imkerei gibt es seit Tausenden von Jahren, die alten Ägypter hielten die Biene so hoch, daß das Wappen des Königs von Unterägypten die Biene als Sinnbild der Herrschaft enthielt, aber auch die Ägypter wären nicht auf die Idee gekommen, ein natürliches Konservierungsmittel mit einem MHD versehen zu müssen.
Die Landwirtschaft wird doch subventioniert? Ja? Wo? Wir Imker jedenfalls nicht. Wenn meine spanischen Kollegen aus EU-Mitteln schon eine Bestäubungsprämie von 21 € / Bienenvolk erhalten sowie bei betrieblichen Investitionen Zuschüsse von bis zu 50% gewärtigen können, in den anderen mediterranen Ländern ist es ähnlich, so erhalten die deutschen Berufsimker nichts. Einfach aus dem Grund, weil die Bundesländer das nicht für nötig halten – auch so entsteht eine Wettbewerbsverzerrung. Und wo wir gerade beim Thema Wettbewerb und Arbeit sind; in Deutschland werden noch etwa 15.-18.000 Tonnen Honig produziert. Jedoch werden 100.000 Tonnen verbraucht und der Rest muß aufwendig importiert werden, oftmals mit fragwürdiger, teilweise sogar gesundheitsgefährdender Qualität wie im Falle von China. Chinesischer Honig hatte eine Zeitlang Rückstände von Chloramphenicol, ein cancerogenes Mittel, welches nicht wirklich gesundheitsfördernd ist.

Es gibt noch etwa 3.500 Imker, welche mit gewerblichem Hintergrund arbeiten, Tendenz stagnierend im Gegensatz zum rückläufigen Hobbyimkerbereich. Rechnen Sie einmal pro Berufsimker 200 Bienenvölker à 40.000 Bienen, dann haben Sie 3.500 Arbeitsplätze auf Leitungsebene mit 28.000.000.000 Einzelarbeitsplätzen! Wo ist da der Kanzler? Nun würden wir Imker den Landwirten gern das Saatgut zur Verfügung stellen, eventuell sogar für die entsprechende Bearbeitung der Flächen etwas zahlen, damit auf insgesamt 1 Million ha bestehender deutscher Stillegungsfläche/Grünland mal wieder das eine oder andere Blümlein blüht und unseren Mädels etwas zu sammeln bietet. Das darf nach offizieller Landwirtschaftspolitik nicht sein, denn das wäre ja wieder eine landwirtschaftliche Nutzung! Unbeschadet der Tatsache, daß wir Imker nun wahrlich nicht zu den Überschußproduzenten zählen sondern gar nicht genügend Honig produzieren können... Nebenbei bemerkt, könnte davon auch der Naturschutz in Gestalt zu schützender Wildbienen oder Schmetterlinge profitieren und es wäre ein passender Ausgleich für die von der Landwirtschaft abgespritzten Begleitpflanzen in Getreidefeldern. Ihre Generation kennt doch noch Kornfelder mit Kornblumen, was jetzt keine Anspielung auf Ihr Alter sein soll, sondern einfach eine Tatsache. Vergleichen Sie einmal die Getreidefelder Ihrer Kindheit mit den heutigen Agrarwüsten....


Manchmal frage ich mich, ob wir nicht mal wieder einen netten kleinen Krieg oder einen ähnlichen gesellschaftlich-politischen Zusammenbruch brauchen...
Es geht doch, vollkommen ohne Chemie in der Landwirtschaft
" Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die "Normalen" gebracht haben. "

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Beitragvon Nick » Fr Nov 10, 2006 9:33

@strandhafer
Welche Vorteile versprichst du dir davon "künstliche" Biotope anzulegen.
Ich denke dafür sorgt die Natur schon selber wenn man sie sich selbst überläßt.
Das Problem sind nur irgendwelche Idealisten die von nichts Ahnung haben. Und dann kommt eben so etwas heraus das auf einem Trockenstandort ein Tümpel ausgegraben und auf einem guten Ackerland ein Trockenrasen entstehen soll.
Wenn ich Flächen habe die sich nicht bewirtschaften lassen werden sie halt nicht bewirtschaftet. Und innerhalb eines Jahres hat sich dort ein "Gegendtypisches" Biotop entwickelt.
Und dafür braucht man halt nun mal keine Herren die im Anzug über Äcker rennen die ihnen nicht gehören um dann Aktenschränke mit Papier vollzustopfen. (Wobei die Akten auch Kohlendioxid aus der Atmosphäre binden, vielleicht der einzige Vorteil)

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Beitragvon strandhafer » Fr Nov 10, 2006 10:10

Hallo Nick,

Die Flächen liegen zu lassen, der natürlichen Sukzession zu überlassen, ist doch eine Maßnahme, die man durchführen könnte. Als zukünftige Vegetation wird sich das einstellen, was dem Standort entspricht ... letztendlich die Endvegetation eines Standortes - in unseren Breiten also überwiegend Wald.

Soll kein Wald entstehen (z.B. weil "die Äcker und Wiesen das Landschaftsbild verschönern" Zitat von Hut ... d.h. auch aus gesellschaftlichen Gründen), muss man über etwas anderes nachdenken. Welche standörtlich bedingten Entwicklungsmöglichkeiten gibt es? Und wie kann man diese erreichen? Was sind erforderliche Pflege - und Entwicklungsschritte? Aber das sind Schritte, die nach der Ermittlung des Biotopentwicklungspotentials kommen könnten.

Es geht doch zunächst nur darum, die Standorte hinsichtlich ihrer Abweichung von den "normalen" Verhältnissen zu beschreiben. Das wird mit dem Biotopentwicklungspotential gemacht.

Erst danach könnten mögliche Ersatz- oder Endgesellschaften zugeordnet und auf deren Grundlage erforderliche Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen abgeleitet werden.

Glaubst du, dass das Wissen um die Eignung seiner Flächen zur Entwicklung einer gewünschten Vegetation Sinn machen kann?

Einen lieben Gruß,

strandhafer
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Beitragvon SHierling » Fr Nov 10, 2006 11:45

Es geht doch zunächst nur darum, die Standorte hinsichtlich ihrer Abweichung von den "normalen" Verhältnissen zu beschreiben. Das wird mit dem Biotopentwicklungspotential gemacht.

Naja, das ist dann aber eine Definition von "normal", die den Menschen völlig außen vor läßt, und dementsprechend hat man eben auch Bedenken.
Es gibt ja auch sowas wie "Ökologie der Kulturlandschaft", z.B. Vögel, die an bewirtschaftete Flächen gebunden sind (z.B. Störche, Feldhamster etc), eine Wiese ist dann am artenreichsten, wenn man sie nutzt, nicht wenn man sie brach liegen läßt, da hängen zig Insektenarten dran, die dann wieder anderswo ihren Dienst tun und und und - das sind seit Jahrhunderten eingespielte Kreisläufe, die meiner Meinung nach ebenso ein Recht auf Überleben haben, ganz einfach, weil der Mensch AUCH zum Ökosystem gehört, und schlicht und ergreifend was essen muß.

Ich finde es deswegen schon verständlich, wenn jeder, der mit dieser Art Vorstellung von "Nettonatur" daherkommt, bei der man die Nutzung ändern muß um dann auch wieder nicht "Natur" (eben: Wald) zu bekommen, sondern so eine Art Mischkulturnaturlandschaft (mit meist unsinniger Nutzung) erstmal eine Portion Mißtrauen erntet.

Aber wie oben schon steht - die ERFASSUNG ist neutral, die Bewertung ist nachher was anderes.

Grüße
Brigitta
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Beitragvon Gast » Fr Nov 10, 2006 11:57

Egbert schreibt hier, deshalb schreibe ich nichts mehr dazu
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Beitragvon Nick » Fr Nov 10, 2006 13:03

strandhafer hat geschrieben:Hallo Nick,



Glaubst du, dass das Wissen um die Eignung seiner Flächen zur Entwicklung einer gewünschten Vegetation Sinn machen kann?

Einen lieben Gruß,

strandhafer


Wenn ich mir deine Frage seperat betrachte macht es natürlich Sinn. Ich weiß welche Flächen ich zur Verfügung habe und kann mir dadurch die für diesen Standort passenden Sorten und Arten auswählen. Deswegen baue ich zum Beispiel keinen Reis oder Paprikas an.

Ich kann allerdings keinen Sinn darin erkennen wenn kein konkretes Ziel vorliegt. (z.B. irgendeine Zwangsmaßnahme gegen alle Landwirte durchsetzen die irgendwo eine für ein bestimmtes Biotop geeignete Fläche bewirtschaften weil im Moment z. B. Feuchtbiotope politisch "in" sind.)
Das Problem ist doch wenn es Sinn machen soll schwirrt demjenigen der das macht ja schon etwas im Hinterkopf herum was er damit dann vorhat.

Und selbst wenn jetzt diese Kartierungen irgendwo im Schrank verschwinden sollten. Wer kann wissen wer in 8 Jahren aufgrund Politikwechsel etc. zugriff auf diese Akten hat und dann plötzlich aus dem Vollen schöpfen kann.

Und wie Shierling schon geschrieben hat wissen im allgemeinen die Landwirte um die Eignung ihrer Flächen bestens Bescheid.

mfg
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