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Umfrage: Biotopentwicklungspotential - Gut oder böse?

Hier hat alles Platz was mit Agrarpolitik und drumherum zu tun hat.
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48 Beiträge • Seite 3 von 4 • 1, 2, 3, 4
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Beitragvon SHierling » Fr Nov 10, 2006 13:51

Gehen wir mal davon aus, dass ein Landwirt - aus was für Gründen auch immer - die Bewirtschaftung einer Fläche umstellen will. Ziel sei die Entwicklung eines "schutzwürdigen" Biotopes. Welche Flächen würde er auswählen?

Grob gesagt: die Flächen, die ihm am wenigsten Nutzen bringen.

- alles unter 30 Punkte hat schonmal gute Chancen. (Ich geh davon aus, Bodenpunkte sind Dir ein Begriff? (man weiß es ja nicht, ich hatte neulich eine Biologin, die Ortolanflächen kartieren wollte, die wußte nicht mal, das ein Bauer selbstverständlich weiß, wieviel Getreide er sät - geschweige denn, daß sie kg/ha oder Körner je m² je gehört hätte. Bis dahin, daß der Bauer selbstverständlich auch den Entzug der Pflanzen kennt und entsprechend Nährstoffe nachliefert UND das ganze auch noch dokumentieren muß, sind wir gar nicht erst gekommen)

Also - was würde man auswählen (wenn man überhaupt genug Fläche hat zum auswählen)

- Flächen, die naß sind, denn da ist die Zusammensetzung des Futters oft schlecht. (zu viele Sauergräser, oft auch Ampfer, mit Pech sogar Sumpfschachtelhalm)

- Flächen, die zu trocken sind, z.B. Sandberge, "Ödlandsberge", hast Du sicher schon mal gehört oder gesehen, denn da ist der Ertrag zu gering bzw muß beregnet werden.

- Flächen mit schlechter Nährstoffnachlieferung oder hoher Nährstofffestlegung, z.B. zu humose / anmoorige Standorte

- kleine, winklige Flächen, oder Flächen mit Strommasten oder LE's, denn sie lassen sich schlecht bearbeiten

Behalten möchte man "guten Boden" , gerade Feldränder , Ackerwertzahl zwischen 40 und 80-100, Wiesen und Weiden mit angemessenen Grünlandzahlen auch. Das ganze kann aber nicht dazu führen, daß dann ganz Brandenburg abgesperrt wird (weil es da so gut wie keinen guten Boden gibt), oder an der Nordsee entlang jeder Koog gesperrt wird (da isses naß), es gibt halt auch Betriebe, die es sich schlicht nicht leisten können, auf irgendeine Fläche zu verzichten - und das sind auch gerade die kleinen Betrieb, die "man" behalten möchte. Solche Gedanken sind auch wichtig!

Wenn man diesen bäuerlichen Bewertungsrahmen zugrunde legte, hätte man ganz ohne neue Kriterien genau die Flächen , die "chancen auf ein Biotop" haben, sozusagen "freiwillig und von selber", denn auf den Böden, auf denen normalerweise gern geackert wird, würden alternativ sowieso nur Disteln und Brennesseln wachsen. (ist schon oft genug versucht worden!)

Grüße
Brigitta
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Beitragvon strandhafer » Sa Nov 11, 2006 16:07

Das ganze kann aber nicht dazu führen, daß dann ganz Brandenburg abgesperrt wird (weil es da so gut wie keinen guten Boden gibt), oder an der Nordsee entlang jeder Koog gesperrt wird (da isses naß), es gibt halt auch Betriebe, die es sich schlicht nicht leisten können, auf irgendeine Fläche zu verzichten - und das sind auch gerade die kleinen Betrieb, die "man" behalten möchte. Solche Gedanken sind auch wichtig!


... solche Gedanken gibt es auch. Das Konzept zur Ermittlung des Biotopentwicklungspotentials nach BRAHMS et al. (1989) ist - ich sag mal - relativ pauschalisierend. Im Einzelfall muss natürlich die gegebene gesamträumliche Sonderausstattung und der jeweilige Biotopbestand in die Betrachtung einbezogen werden.

Mit deinen Überlegungen zu den Flächen, die ein Landwirt auswählen würde, deckst du grob auch die Bereiche ab, die nach BRAHMS et al. (1989) besonders für die Entwicklung schutzwürdiger Vegetation geeignet sind.
Vielleicht interessiert dich in diesem Zusammenhang das von BRAHMS et al. (1989) entwickelte Ökogramm, in dem über die Kombination der Standortfaktoren Bodenwasserhaushalt, Nährstoffgehalt des Bodens und Bodenreaktion das entsprechende Potential abgelesen werden kann.

LG, strandhafer
Dateianhänge
Ökogramm_BRAHMS.pdf
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Beitragvon SHierling » Sa Nov 11, 2006 20:14

*GG* Ja, das ist nett. Sieht ungefähr so aus wie die Bodenkunde in "Der Jungbauer" - Lehrbuch für den jungen Landwirt, nur das in der Mitte halt nicht Roggen, Weizen, Spargel oder Kartoffeln stehen :-)

Bleibt die Frage: wozu das ganze? Bei Gemüse haben wir einen SVG von nicht mal mehr 50%, bei Eiern sinds 70%, Schweinefleisch war mal so um 70% - macht es da Sinn, die Anbauflächen noch mehr zu verkleinern?

Was mich noch interessieren würde: wird so ein "Biotopentwicklungspotential" theoretisch dann auf alle Flächen angewendet? Also müssen Bundeswehr, Flughäfen, Badeanstalten, Fußballplätze, Parks und Kleingartenkolonien mit den selben evtlen Einschränkungen rechnen?

Grüße
Brigitta
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Beitragvon Noclom » So Nov 12, 2006 21:02

:evil: :evil: :evil: Nun kommt ein Rundumschlag:


@ Lauschi> weniger ist manchmal mehr , also einfach mal die FRESSE halten wenn die großen Leute reden. Wie alt bist Du ? 12 ?

@ Gerd> jeder braucht nen Feind. Nur ob der der feind ist von dem Du
meinst das er dein Feind ist...

@ Brigitta> keiner ist allwissend. Ich nicht, Du nicht (und der liebe Gott offensichtlich auch nicht- sonst wär die welt nicht wie sie ist)

@ kirstin > so super ist die Umfrage nicht. Mehr dazu inden nächsten Tagen per mail.

@ Egbert> Intolerante Radikalisten auf einem Egotrip brauchen wir nicht

Zum Thema:
Es muss sich für den Landwirt lohnen und zwar in zweierlei Hinsicht:

Die Arbeitsbelastung muss geringer werden. D.h. wenn ich an einer wie auch immer gearteteten Biotopentwicklungsmaßnahme auf meinen eigenen oder von mir bewirtschafteten Fläche teilnehme, darf das nicht zu mehr Arbeit führen. Wenn ich jetzt z.B. sage okay, auf dem Moorstück dahinten kann ich eh nichts machen- könnt ihr nen Tümpel anlegen -
dann muss ich das Ding selber buddeln. Und hab hinterher noch mehr Aufwand -denn ich muss ja um den blöden Tümpel rummähen, beweiden ist nicht. Ja dann leckt mich doch mit der Biotopentwicklung sonstwo...
Nicht bei mir.
Wenn aber ehrenamtliche oder von der öffentlichen Hand bezahlte Arbeitnehmer auf jenem Stück nen Tümpel bauen wollen und auch die weitre Grundstückspflege übernehmen (wird das Grunstück nicht gepflegt verlandet der Tümpel ja wieder :) )

von mir aus, wenn sich das Ganze für mich auch

finanziell lohnt!!! :idea:

Womit ich beim zweiten Teil wäre. Der Honorierung. Biotopentwicklung-und Erhaltung egal auf Eigentumsflächen des Landwirtes noch auf Flächen der öffentlichen and noch auf Flächen von Naturschutzverbänden ist Selbstzweck. Sie muss die Existenz des Ausführenden sichern.

Logisch , das vornehmlich ertragsschwache Standorte in Frage kommen.
Kommt es zu Einschränkungen müssen die dadurch entstehenden Nachteile entsprechend vergütet werden.
Das Beispiel späte Mahd wurde schon gebracht. Ich mähe ca.40 ha nach dem 01.07. Der geringere Futerwert ist nicht so das Problem. man kann nährstoffarmes Heu ergänzen. es gibt mehrere Möglichkeiten z.B. ein Schaf zu füttern:
die güste bzw.niedertragende Mutter kann man auch mit weniger gutem Heu bedarfsgerecht füttern
oder man ergänzt das heu mäßiger Qualität mit z.B zwei kg Grassilage
oder drei kg Maissilage
oder einigen Rüben :shock:
wesentlich problematischer Umzusetzen ist eine späte Beweidung!
Weil: eine spät genutzte , überständige Weide nicht dem Nährstoffbedarf der wachsenden Lämmer deckt
und: überständiges Futter nicht gerne gefressen wird. was einen zusätzlichen Pflegescnitt erfordert, womit man wieder bei der Arbeit ist.

Wer sagt denn das durch eine Biotopentwiclung automatisch die Anbaufläche sinkt ? das sich überhaupt irgendetwas ändern muss?

wenn ein kleiner betrieb vorrangig ertragschwache Standorte bewirtschaftet, die nur extensiv zu nutzen sind, ist er eigentlich dem Untergang geweiht. Die Flächen werden entweder zu Biogras wüsten des nächsten Großenergiewirtes, fallen brach oder werden kopflos aufgeforstet.
Eine entsprechend honorierte -Teilnahme an einer Biotopentwicklungs oder erhaltungsmaßnahme ist eine Überlebenschance gerade für solche betriebe.
In brandenburg sind schon ganze Landstriche aus der Nutzung heraus.
Man nennt sie truppenübungsplätze, Tagebaue gehören auch dazu.
Biotopentwicklungspotential das die Landwirte (meistens ) verpennt haben.
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Beitragvon H.B. » So Nov 12, 2006 21:33

Hallo nocl..

Halt dich etwas zurück!

Die meisten Tümpel werden einmal Naturschtzgebiet!(gesetzlich verankert). Dann braucht Niemand mehr Ausgleichszahlungen zu leisten und der dumme Bauer sitzt auf dem Schaden !

Versuche in Zukunft etwas respektvoller mit den Mitgliedern umzugehen !
Frage:Wie groß bist du denn wirklich?

Vielen Dank
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Beitragvon Gast » So Nov 12, 2006 22:49

Bei Noclom beginnen alle beiträge, mit Ausnahme derer zur Schafwirtschaft mit einem Rundumschlag und dem "großen Kotzen".

Wir haben in Deutschland einen extrem hohen Flächenverbrauch zu Lasten der Landwirtschaft. Dieser darf nicht noch weiter durch Naturschutz ansteigen. Entschuldigung, wenn jemand Naturschutz zu seinem Beruf macht oder gemacht hat. Euer Arbeitsgebiet sollte jedoch in Zukunft ausserhalb Europas liegen. Wer sich einmal auf google earth einige prägnante Stellen angeschaut hat und dort z.B. in Kasachstan die extrem schnell fortschreitende Versalzung wertvoller Lößböden sieht, ebenso das Heranrücken der Wüsten, weis wo Not am Mann ist. Europa hat seine Schuldigkeit getan. Wir leben alle in einer Welt. Wer im naturschutz was bewegen will muss als Deutsche/r in die Welt hinausziehen !!
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Beitragvon Laurenzius » So Nov 12, 2006 22:57

Noclom hat geschrieben: Intolerante Radikalisten auf einem Egotrip brauchen wir nicht


:lol:
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Beitragvon strandhafer » Mo Nov 13, 2006 9:16

nochmal:

Mit der Darstellung des Biotopentwicklungspotentials soll eine Grundlage geschaffen werden, die Mittel des Naturschutzes effizienter zu verteilen. Es kann als Argumentationsgrundlage für die Auswahl bzw. Nicht-Auswahl einer Fläche dienen.

Es muss also niemand mit "eventuellen Einschränkungen rechnen" (Zitat von SHierling).

Gruß.
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Beitragvon SHierling » Mo Nov 13, 2006 9:19

Hallo,
Nun kommt ein Rundumschlag: @ Lauschi> @ Gerd> @ Brigitta> @ kirstin > @ Egbert>
Hm ... fühlst Du Dich zum Erzieher berufen oder so? Hast Du keine eigenen Freunde (oder Kinder), an denen Du solche Anfälle auslassen kannst? Persönliche Bemerkungen und schon überhaupt solche Art Aburteilungen von jemand, der hier sonst nichts viel schreibt, finde ich (persönlich *g*) ziemlich daneben. Fühlt sich an, also ob jemand "mal eben so vorbeigeht und einen anspuckt".

Intolerante Radikalisten auf einem Egotrip brauchen wir nicht
jo ....

Fachlich war ja eigentlich nichts dabei, was nicht vorher schon mal dagestanden hätte - schade eigentlich.
Was die finanzielle Seite angeht, sehe ich das allerdings anders. Die meisten Betriebe leben nun mal nicht mehr davon, daß sie guten Boden gut bewirtschaften, sondern erhalten Ausgleichszahlungen. Das sind Steuergelder, und für das Verteilen dieser Gelder kann der Steuerzahler halt auch erwarten, daß die so verteilt werden, wie ihm das gefällt. Und da haben sich die Vorstellungen eben in den letzten 15, 20 Jahren geändert, weg von der Produktion, die man als Landwirt für sinnvoll hält hin zu Vorgaben, die zwar fachlich nicht sinnvoll sein mögen, dafür aber legitimiert. Und um an den Anfang der Diskussion zurückzukommen - diese Legitimation gibt es eben per Umfrage. Es nutzt nichts, sich da zu verweigern.

strandhafer: wenn es keine "evtl Einschränkungen" geben soll, woher kommen die Flächen dann und wozu das ganze? Deswegen hatte ich ja oben schon angefragt? Nochmal: eine "Ausgleichszahlung" für z.B. andere Bewirtschaftung IST eine Einschränkung, und zwar (leider) meistens sogar eine ganz erhebliche!

Grüße
Brigitta
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Beitragvon strandhafer » Mo Nov 13, 2006 9:56

Hallo Brigitta,

ich meine damit, dass niemand etwas tun muss, nur weil er Flächen besitzt, die ein hohes Biotopentwicklungspotential aufweisen. Es bleibt die Entscheidung des Flächenbesitzers, ob er diese Flächen in Naturschutzmaßnahmen einbinden möchte. Die dann auftretenden Einschränkungen nähme er freiwillig in Kauf.

Das Biotopentwicklungspotential könnte also als Instrument zur Auswahl von Flächen dienen.

LG
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Beitragvon euro » Mo Nov 13, 2006 11:11

das mit "Biotopentwicklungspotential" kann schnell ein "trojanisches Pferd" werden :evil: aus dem nahen Ausland :(quelle wort.lu)


"Das Maß ist endgültig voll"
Bauernzentrale kritisiert Papier der Forstverwaltung zu Artikel 17 des Naturschutzgesetzes

(DS) - Die Bauern sind nicht gegen Naturschutz, sie wehren sich nur gegen die realitätsferne und fundamentalistische Auslegung von Artikel 17 des aktuellen Naturschutzgesetzes durch die Forstverwaltung. So weit die Kritik der Bauernzentrale. Nachdem die Bauernallianz und das Mouvement écologique bereits in der vergangenen Woche ungewohnt scharfe Geschütze gegen das rezente Interpretationspapier der Forstverwaltung zu Artikel 17 des Naturschutzgesetzes aufgefahren hatten, legte die Bauernzentrale am Dienstag nach.

In der Vergangenheit habe die Landwirtschaft gut mit Artikel 17, dem ehemaligen Artikel 14, leben können, betonte der Präsident der Bauernzentrale, Marc Fisch, gestern gegenüber der Presse. Die Probleme hätten erst begonnen , als im vergangenen Jahr das erste Interpretationspapier der Forstverwaltung bekannt wurde. Auf Grund heftiger Kritik sowohl seitens der Bauernverbände als auch seitens der Umweltschutzorganisationen musste das Umweltministerium den Text letztendlich zurückziehen. Die nun vorliegende zweite Version sei kaum besser ausgefallen , kritisierte Fisch weiter und lehnte das Papier kategorisch ab. "Es wird höchste Zeit, dass wir zu einem einvernehmlichen Naturschutz zurückkehren. Der gesunde Menschenverstand ist gefragt", so Marc Fisch.
Klare Vorgaben

Für die Direktorin der Centrale paysanne, Josiane Willems, ist das Dokument allein deshalb unannehmbar, weil nicht nur existierende, sondern auch "potenzielle Biotope" geschützt werden sollen. Das Mouvement écologique hatte in diesem Kontext kritisiert, dass nach Auslegung der Forstverwaltung nahezu 90 Prozent der Fläche als Biotop zu gelten hätten. Die Definition der Biotope sei zudem willkürlich, unterstrich Willems weiter. Bei einem Strafgesetz wie dem Naturschutzgesetz , bei dem Verfehlungen mit Geld- oder Gefängnisstrafen geahndet werden, bedürfe es hingegen klarer Vorgaben.

Die Forstverwaltung gehe mit ihrer Interpretation weit über das Naturschutzgesetz selbst hinaus. Deshalb sei das Dokument letztendlich auch völlig kontraproduktiv . Statt die Bauern für den Naturschutz zu gewinnen, schrecke eine solch "fundamentalistische " Vorgehensweise eher ab, stellte Josiane Willems fest. Die Bauernzentrale fordert denn auch eine vernünftige, auf Dialog basierende Naturschutzpolitik. Umweltminister Lucien Lux müsse endlich in seinem Ministerium für Ordnung sorgen und andere , kompromissbereitere Beamte auf das Dossier ansetzen, so die Forderung.

Nicht nur die Landwirtschaft sei übrigens von dem Dokument betroffen, so der Präsident des Cepal-Verwaltungsrats, Marco Gaasch. Auch die Gemeinden und andere staatliche Verwaltungen würden die Auswirkungen der rigiden Auslegung zu spüren bekommen.
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Beitragvon SHierling » Mo Nov 13, 2006 14:24

Hallo Kristin,
Ich meine damit, dass niemand etwas tun muss, nur weil er Flächen besitzt, die ein hohes Biotopentwicklungspotential aufweisen. Es bleibt die Entscheidung des Flächenbesitzers, ob er diese Flächen in ch meine damit, dass niemand etwas tun muss, nur weil er Flächen besitzt, die ein hohes Biotopentwicklungspotential aufweisen. Es bleibt die Entscheidung des Flächenbesitzers, ob er diese Flächen in Naturschutzmaßnahmen einbinden möchte. Die dann auftretenden Einschränkungen nähme er freiwillig in Kauf.

Ich versuchs nochmal so zu formulieren, wie ich das ganze verstanden habe: Wer freiwillig seine Flächen kartiert bzw kartieren läßt, hat hinterher die Chance, sie dem Umweltschutz zur Verfügung stellen zu dürfen, möglicherweise. Er darf diese Flächen dann aber nicht selber aussuchen, sondern ihr "helft" ihm dabei, obwohl keinerlei landwirtschaftliche / betriebsspezifische Kriterien vorgesehen sind?

Falls das so richtig ist, dann wäre das ganze ungefähr so als käme jemand zu Dir, und würde Dein Einkommen, Deinen Kontostand, Deine Wohnung, Möbel, Bücher und Deine Kleidung auf "Tauglichkeit für andere Nutzung nach seiner Vorstellung" einschätzen wollen - falls Du je Lust dazu haben solltest, etwas davon zu spenden. Freiwillig natürlich.
Wie würdest Du Dich dabei fühlen?

"Ein Schelm, wer Böses dabei denkt" ...

Grüße
Brigitta
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Beitragvon Gast » Mo Nov 13, 2006 14:46

Der kriminelle Bankräuber mustert das Objekt seiner Begierde auch, kartiert es und plant auf der Datengrundlage dann die rechtswidrige Enteignung der Bank. Ist der Bankräuber höflich, wird er dann fragen :

"Liebes Fräulein, ich möchte nicht das ihre Hirnmasse den Raum hier verschmutzt, packen´s lieber mir das ganze Geld in die Tasche hier!"
Gast
 
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Beitragvon strandhafer » Mo Nov 13, 2006 16:41

Hallo Brigitta,

Er darf diese Flächen dann aber nicht selber aussuchen, sondern ihr "helft" ihm dabei, obwohl keinerlei landwirtschaftliche / betriebsspezifische Kriterien vorgesehen sind?


Nein, so habe ich das nicht verstanden. Welche Fläche zur Verfügung gestellt wird, bleibt immer noch Sache des Landbesitzers. Er hat mit der Kenntnis des Biotopentwicklungspotentials nur die Möglichkeit, eine Fläche auszusuchen, die aus Naturschutzsicht geeignet erscheint. Er muss es ja nicht tun.

Du hast mit deiner Aussage dennoch nicht ganz unrecht. Denn angenommen, in Zukunft würden die Mittel des Naturschutzes nur noch für Flächen mit hohem Entwicklungspotential verwendet, so wäre ein Landwirt, der sich Umweltleistungen honorieren lassen möchte, eben auf diese Flächen beschränkt, nicht? Wenn man aber davon ausgeht, dass ein Landwirt, der Umweltleistungen anbietet, auch daran interessiert ist, dass diese auch wirksam werden, ist das doch auch in seinem Interesse, oder nicht?

LG.
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Beitragvon Servus » Mo Nov 13, 2006 17:38

Noclom hat geschrieben:

@ Lauschi> weniger ist manchmal mehr , also einfach mal die FRESSE halten wenn die großen Leute reden. Wie alt bist Du ? 12 ?

.



hhaha das hab ich ihn auch schon mal gefragt den **** Reinhold (Lauschi) - haha :lol: :lol:

@ strandhafter :
hab jetzt nicht alles durchgelesen - ich hab ja keinen zeitscheißer- aber ich kann mir nicht vorstellen - dass du mit dieser forumsdiskussion auf einen grünen zweig kommst ....bzw. was für deine diplomarbeit bringt... -wenn man sieht zu welchen zeiten die leute posten bezweifle ich dass manche wirklich eine LW daheim haben....
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