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Umfrage: Biotopentwicklungspotential - Gut oder böse?

Hier hat alles Platz was mit Agrarpolitik und drumherum zu tun hat.
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48 Beiträge • Seite 4 von 4 • 1, 2, 3, 4
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Beitragvon SHierling » Mo Nov 13, 2006 19:26

Hallo,
ha..soo, kommen wir der Sache ja näher.
angenommen, in Zukunft würden die Mittel des Naturschutzes nur noch für Flächen mit hohem Entwicklungspotential verwendet, so wäre ein Landwirt, der sich Umweltleistungen honorieren lassen möchte, eben auf diese Flächen beschränkt, nicht? Wenn man aber davon ausgeht, dass ein Landwirt, der Umweltleistungen anbietet, auch daran interessiert ist, dass diese auch wirksam werden, ist das doch auch in seinem Interesse, oder nicht?

Eben dieses "in seinem Interesse" ist doch das, was gar nicht erfaßt ist.
Beispiel: Eine Fläche ist bei den Kriterien oben aus dem link genau gleich gut oder schlecht geeignet, egal ob sie einem Kleinbetrieb oder einem Großbetrieb gehört, und es wird auch nicht mitbewertet, ob der Betrieb z.B. auf diese Fläche angewiesen ist oder nicht. (deswegen "Netto-Natur", ohne Mensch). Es wird auch nicht bewertet, ob die zu bewertende Fläche die einzige ist im Umkreis von zig Kilometern (also sowieso nichts einwandern würde), oder z.B. für ein Netzwerk potentiell geeigneter Flächen gebraucht wird. Es würden also wieder nur die Großbetriebe profitieren, bei denen es "nichts ausmacht", oder sogar ein Gewinn ist, wenn sie "unwirtschaftliche Ecken" dem Naturschutz geben (die dann dem Naturschutz aber oft wenig nutzen, weil sie inmitten einer Kultursteppe liegen), und die Kleinen, die unter Umständen ja gar keine Chance haben, wären einmal mehr außen vor. Langfristig gesehen , und wenn man Umweltschutz als Sache mit und für die Menschen sieht, und nicht wie auf einem menschenleeren Planeten, also eher nicht im Interesse "Der Bauern".

Aber das betrifft auch mehr das "wie" einer Kartierung, nicht das "ob überhaupt".

Grüße
Brigitta
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Beitragvon H.B. » Mo Nov 13, 2006 20:12

Das ist doch wieder ein wunderbares Beispiel wie weit der aktuelle Umweltschutz von der Realität entfernt ist .Ich bin auch der Meinug , daß sich das nie wieder bessert . Die Leute , die in der Landwirtschaft aufwachsen und somit die Chance auf einen klaren Hausverstand haben , werden immer weniger . :(
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Beitragvon estrell » Do Dez 07, 2006 0:40

ich hoffe ich hole keine toten Fische ans Tageslicht zurück....

Die Idee, eine Karte zu machen, in der man mal aufschreibt, welche Flächen sich bei einer angemessenen Bewirtschaftung positiver in Richtung einer Biodiversität entwickeln würden ist auf Abstand gesehen erstmal positiv. Nur durch eine gewisse Planungssicherheit kann man überhaupt planen. Die Entscheider brauchen solche Grundlagen, da sie zwar entscheiden, aber selten eine Ahnung haben, worüber sie entscheiden.

Leider sieht der Plan jedoch, da es immer die gleichen Gruppen sind, die ihn erstellen - die die eben nur ein einziges Ziel vor Augen sehen und selten einen Rundumblick haben - keine Alternativen mehr vor, wenn er denn fertig ist. Die Sachlage nach Fertigstellung einer Kartierung heist dann klar: Seht - hier ist Potential, das wir gesucht haben, hier werden wir uns also betätigen. Hindernisse die im Wege stehen, müssen ausgeräumt werden.
(So geschehen durch EU Beschluss zu den Natura2000 Flächen)

Ob davon dann Existenzen betroffen sind? Hat denn die Storchenpopulation nicht auch eine Existenz zu verlieren? Im Gegensatz zum Landwirt ist der Storch eine bedrohte Rasse und bedarf des Schutzes der Allgemeinheit *ironieaus*

Wenn sich alle Gruppen an einen Tisch setzen könnten, und sich über die verschiedenen Aspekte austauschen könnten, könnte so eine Karte auch Vorteile bringen.
Eine bunte Natur kann eine Bereicherung für den örtlichen Tourismus sein - von dem alle, wenn sie wollten, profitieren könnten. Eine gepflegte, teilweise intensiv, teilweise extensiv bearbeite Fläche entspricht auch dem Sinn eines Flächenmosaiks - aber das kann man zusammen planen.
In diesem Flächenmosaik stünden dem Landwirt dann die besten Teile zu seiner Produktion frei - denn die wären seltenst ideal für ein Biotop.
Siedlungsflächenplanungen wären viel einfacher, die Planung der Verkehrswege....

Die Beispiele, das jahrelang Flächen brachliegen und sobald sich eine grüne Nase zeigt, diese über Nacht entbuscht, drainiert, abgespritzt und umgebrochen wird, hats hier zu hauf. Jahrelang interessiert sich niemand mehr für Flächen, plötzlich werden sie wertvoll, wenn es Extensivierungsgelder gibt, gibts kein Geld mehr, wirds halt Mais.... nachdem man Jahre lang Prämien für "Späte Mahd" kassierte. Seit dem Wegfall der späten-Mahd-Prämien sind einige hier groß in den Gülleimport eingestiegen und die Maisfelder explodieren, quasi über Nacht.

Von 58 Landwirten in unserem Ort hats nun noch ganze 2 große. Da die sich bisher die interessanten, intensiven Stücke gegriffen haben, war man froh, das die "spinnerten Grünen" die anderen Stücke kauften. Seit zwei Jahren gibts Prämien für extensive Bewirtschaftungen, die Flächenpreise auf den "schlechten Stücken" stiegen inzwischen um 500%, so das ich beste Stücke für den Preis der früheren schlechten bekomme. (sind ja keine Prämien dafür drin). Die "grünen" sehen aber im Erwerb guter Stücke keinen Sinn und kaufen zum neuen Preis die Schlechten :?

Die beiden großen Landwirte dachten 2005, sie könnten dann paar Mutterkühe auf die sumpfigen Stücke treiben. Mutterkühe waren dabei Blauweisse mit Doppelländerkäbern. Das wurde nun als gescheitert erklärt, die Flächen sind zu 2007 wieder zu haben, händeringend suchen die beiden nun jemanden, der in ihre Verträge - die 5 Jahre laufen - einsteigt, damit sie wenigstens die beiden ersten Prämien behalten dürfen. Denn steigst du früher aus, musst du alles wieder abgeben.

Aus dem ganzen kann ich nur sagen - Leute beteiligt euch an Planungen! Bringt eure Wissen ein, auch wenns haarsträubend ist, auch wenns Zeit und Nerven kostet. Ihr kennt doch euer Land, ihr wisst doch was man daraus machen kann und was das kostet, das zu tun.
In Europa gibt es so gut wie keine von Menschenhand unberührte Ecke, alles was so aussieht, wie es das tut, ist durch Menschenhand (in der Regel die von Landwirten) gemacht. Wenn einem das derzeitige Aussehen gefällt, darf man es nicht brachfallen lassen, da es sich verändern wird. Will man, das es sich verändert, muß man zuvor aber wissen, wie es aussehen kann/soll.

Ok, nichts wirklich neues, ich gebs zu. Aber war mir ein Anliegen. :roll:
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