Hallo zusammen,
wir haben in der Familie eine Erbengemeinschaft, die schon seit Jahrzehnten besteht und inzwischen auch bereits relativ zersplittert ist. Sie ist der Besitzer von drei Grundstücken in Baden-Württemberg in der Nähe einer Kreisstadt (Region TÜ / RT / BL).
Grundstück 1: ca. 1.200 m² – laut Boris-BW: "Grünland" mit Bodenrichtwert ca. 2 EUR/m²
Grundstück 2: ca. 1.700 m² – laut Boris-BW: "Grünland" mit Bodenrichtwert ca. 2 EUR/m²
Grundstück 3: ca. 2.800 m² – laut Boris-BW: teilweise "Acker" (ca. 3 EUR/m²), teilweise "Freizeitgartenfläche" (ca. 11 EUR/m²). Aufteilung ganz grob etwa 50/50, also Durchschnittspreis von ca. 7 EUR/m². Die Grenze zwischen den Bodenrichtwerten verläuft mitten durch dieses Grundstück; vor Ort ist nicht erkennbar, wieso die Grenze ausgerechnet so verläuft. Es befinden sich mehrere Freizeitgrundstücke in der Nähe, die teilweise auch entsprechend genutzt werden.
Alle drei Grundstücke sind von der Nutzung her meines Wissens nur jeweils eine Wiese mit ein paar alten Obstbäumen. Das gilt auch für Grundstück 3 – dieses liegt zudem fast in Sichtweite zur bestehenden Wohnbebauung und könnte nach meiner Einschätzung evtl. mal am ehesten für ein Wohn- oder Gewerbegebiet genutzt werden. Grundstück 2 und 3 sind offenbar als FFH-Mähwiese eingestuft (bei Grundstück 3 anscheinend auch der Teil, der in der Bodenrichtwertkarte als Freizeitgrundstück eingestuft ist).
Ein Mitglied der Erbengemeinschaft will diese Gemeinschaft nun beenden und alle Grundstücke verkaufen. Es gibt ein Angebot der öffentlichen Hand: Für Grundstück 1 + 2 den oben genannten Bodenrichtwert (also ca. 2 EUR/m²), für Grundstück 3 einen reduzierten Preis von 5 EUR/m² (also nicht den Durchschnitts-Bodenrichtwert von ca. 7 EUR/m², evtl. wegen der Einstufung als FFH-Mähwiese?).
Das Mitglied, das die Erbengemeinschaft auflösen will, möchte so schnell wie möglich aussteigen und das Angebot annehmen. Ansonsten scheint das Meinungsbild in der Erbengemeinschaft meines Wissens unterschiedlich zu sein – von "Bin bereit, zu verkaufen“ über "Verkauf wäre in Ordnung, aber am besten mindestens zum Bodenrichtwert (auch Grundstück 3)" bis hin zu "Möchte nicht unbedingt verkaufen, vielleicht werden die Grundstücke später mal mehr wert".
Ich würde nun gerne von Euch wissen:
Wäre der Bodenrichtwert eigentlich überhaupt der passende Maßstab für eine Bewertung dieser Grundstücke?
Haltet Ihr das vorliegende Angebot für angemessen oder würdet Ihr versuchen, am freien Markt noch alternative Angebote einzuholen? Falls ja: Über eine Anzeige in der Zeitung, Immobilienportale, Makler, etc.?
stadt-land-x

Ein Botaniker ist sowas wie ein Cowboy, der auf einem Pony reitet