Sind wir doch mal ganz ehrlich, natürlich gibt es keine Denkverbote und manchmal schafft es ja auch jemand mit einer gute Idee groß raus zu kommen. Aber kann man wirklich zu diesem Schritt raten? Er hat einen guten Job, eine Familie und will dann auf 5 ha anfangen? Wenn er den richtigen Dreh findet, wird es ihn sehr viel Schweiß, Blut und Tränen kosten dass in die Gänge zu bringen. Ob seine Familie da mitspielt, wenn sie jetzt an geregelte Arbeitszeiten und Urlaub gewöhnt sind lasse ich da mal stehen. Bis die Sache läuft, werden sie sich auf massive Einschränkungen gefasst machen müssen, es sei denn seine Frau bringt auch noch gut Geld nach Hause. Natürlich ist jeder seines Glückes Schmied, aber realistisch gesehen denke ich eher er macht sich mit der Sache unglücklich, gerade da er ja auch nicht ganz viel von Landwirtschaft versteht. Mit einem Startkapital von 20.000 Euro wird es auch nicht ganz groß werden, er hat keine Vermarktungsweg. Ein ganz ehrlich gemeinter Rat, behalte deinen Job, verpachte Dein Land, kümmere Dich um Deine Familie und mache Dich mit der Hofstelle nicht unglücklich.
Halb acht, halb neun, es wird schon heller, Der Vater reitet immer schneller, Erreicht den Hof mit Müh und Not, Der Knabe lebt, das Pferd ist tot.
Hey, um in den Vollerwerb umzusteigen, reichen die 5 ha kaum. Wir haben selber ca. 12 ha und sind auch Nebenerwerbler. Aber ich hätte noch eine Idee um wenigstens ein wenig Geld rein zu bringen. Wir machen es auch so, ob es bei dir auch geht oder ob du es willst. Also meine Idee wären Nordmannstannen (Christbäume) ansetzen und verkaufen. Für ca. 80- 90 cent bekommst eine Planze und kannst sie nach ein paar Jahre für 12-14 € verkaufen. Wir haben halt so rund um die 7000 Pflanzen, da kommt schon was rein, aber bei uns reicht es leider nicht um alles zu bezahlen. Wir haben 2 Schlepper, haufen Maschinen und die brauchen ne Menge Sprit. Aber um ein wenig Geld zu bekommen ist dies eine gute Idee. Kommt nur darauf an, ob du willst und ob in deiner Gegend noch nicht viele sind die verkaufen. Und du musst natürlich wenn möglich einen Abnehmer haben, der dann auf einmal gleich 400-600 abkauft. Das wäre meine Idee Gruß Carondriver
Wie pflegst Du die Christbaumkulturen ? Schmalspurschlepper und zweimal im Jahr mulchen ? Gelände mit massivem Festzaun eingezäunt wegen Wildverbiss ?oder ist Kultur in einem Ballungsgebiet wo das Wild eh nicht hin kommt ? Wie schützt Du deine Christbäume gegen Diebstahl ? Was sagen die Behörden wenn Du da mal einfach so 1ha Christbaumkultur anlegst . Wir haben auch ein paar Christbaumkulturen ,seit Jahren ,allerdings nur im ganz kleinen Stil ,so 50 /Jahr werden verkauft ,ein Jahr weniger ein Jahr mehr.
80-90 Ct pro Pflanze o.k., dann ist sie aber noch nicht im Boden, passiert per Setzmaschine Preis könnte ich erfagen, deine Kultur ist noch nicht gezäunt, Pflanzenschutz gabs noch keinen, in den Reihen steht das Gras mannshoch und ganz nebenbei fressen die Blatt- und Wollläuse die Kultur leer. Was bei der aus Verbrauchersicht unverschämten Gewinnspanne sonst noch fehlt, wie jährliches Schneiden, Auskesseln der Jungpflanzen, usw. dürfte den Rest auf die hier bei uns mageren 12-14€ komplett auffressen, dann war der Baum ein Draufzahlgeschäft. Weihnachtsbäume sind nicht so einfach, wie man es sich vorstellt, ich arbeite selbst in den Kulturen mit, ich weiß wie viel Spaß Ernte bei 75cm Schnee macht oder Auskesseln im Regen, weil man sonst nicht rumkommt.
@ Jet
1. und 2. Standjahr synthetischer Pflanzenschutz, dann Herkules Mulcher und im 5. oder 6. Jahr Stockformer (schneidet die ganzen toten Triebe am Stock ab), in den übernommenen Kulturen händisches Auskesseln, dann der Mulcher, in nicht maschinengepflanzten die Motorsense. Die Behörden werden hier immer mehr zum Problem, ich bewirtschafte mehrere "Christbaumkulturen", die nach ihrer Aberntung nicht mehr angepflanzt werden durften, weil man die Freihaltungszonen neu festgelegt hat, heuer steht Roggen drauf.
Joh das ist bei mir /uns halt ein bischen das Hobby vom Opi ,Pflanzenschutz mit dem Rasenmäher ,nachdem was ich jetzt gelesen habe werde ich wohl kaum versuchen da grösser einzusteigen .
Kommt auf das Gelände drauf an, aber wir mulchen mit der Motorsense, da unser Hang enorm steil ist im Schwarzwald. Die Kultur ist rund um eingezeunt, um das Wild abzuhalten. Und Diebstahl haben wir keine Angst, weil gleich neben an fängt unser Hof an, wir haben alles im Überblick und wenn jemand mit dem Auto hin fahren will kann er es gleich vergessen, die Wege sind nicht dafür ausgelegt! Ja gut die Behörden sagen dazu eigentlich nicht viel, wir werden im Frühjahr 2012 wieder 1 1/2 Hektar anpflanzen und da haben sie eigentlich nicht viel dazu gesagt, man muss es halt beantragen. Aber bisher gab es noch keine Beschwerden. Viele unter euch werden jetzt denken, wie kann man über 7000 Pflanzen mit einer Motorsense ausmähen? Aber es ist nicht so schlimm, ein Mann ist in 2 Tagen fertig und zwei mal im Jahr ergibt vier mal Ein Nachteil ist, wenn man sie pflanzt und es ist zu warm, muss man sie bewässern, wir haben das Glück das wir eine eigene Quelle haben und die ist höher alles die Kultur, daher brauchen wir keine Pumpe. Gruß
Freunde von mir fangen grad an ihren Garten entsprechend Sepp Holzer umzustellen. Natürlich nicht alles auf einmal, aber schon mal 5 Hügelbeete, diverse Pilz-"Farmen" (geimpfte Baumstämme, Strohballen). Im ersten Moment tat es ein bischen weh, zu sehen was an eigentlich gutem Brennholz in den von mir gebaggerten Gräben für die Hügelbeete verschwunden ist, aber jetzt, wo alles darauf wächst und gedeiht ist das wieder vergessen. Bin mal gespannt, wie es sich weiterentwickelt in den nächsten Jahren. Die Sepp Holzer - Philosophie ist echt interessant, es muss alles mit extrem wenig Aufwand von statten gehen. Deshalb ist wohl auch der große Bagger auch sein liebstes Spielzeug.
Zum Ursprungsthema: Der Threadersteller hat sich ja nun garnicht mehr zu Wort gemeldet....was versteht er unter "gut davon leben können"? Man kann mit 500€ für Konsum gut und glücklich leben, aber es gibt auch Leute denen reichen 500.000€ pro Monat nicht aus und sie wollen immer mehr... Ansonsten ist es wohl wirklich eine Sache der "Idee". Gib mir jemand 5ha und ich werd sehr gut davon leben können, egal ob Grün oder Ackerland. Aber es kommt auch auf die Gegend an und welche Idee man hat. Gib mir jemand 150ha Ackerland und ich werd sie garantiert nicht selbst bewirtschaften, will doch nicht das Geld zum Fenster rausschmeißen. Ich würd´s (derzeit) größtenteils verpachten. Problem ist der einzelne Mensch, >90% derer die ich kenne sind in einem "Angestelltenverhältnis" bestens aufgehoben und würden (oder sind sogar schon) in der Selbstständigkeit kläglich scheitern, daran war aber nicht die "Idee" schuld. Ich wünsche allen den größt möglichen Erfolg in ihren Bemühungen und eine weiterhin schöne Diskussion.
Also ich denke, dass es möglich wäre ganz davon zu leben...... Klar wird es nicht einfach, aber möglich ist heutzutage alles!! Natürlich muss man sich dann im klaren darüber sein, das dies ein Vollzeit-Job mit 7 Tagen pro Woche ist und man nicht einfach so mal 3 Wochen in Urlaub kann. Wenn man sich darüber im klaren ist und sich dementsprechend auch Grundlagen erstellt (erarbeitet, erbaut) hat, kann man sicher von einem normalen Beruf zum Vollzeit-Landwirt umsteigen. Ich würde keine spezialisierung in eine Gewisse Richtung machen, sondern versuchen relativ viele Verschiedene Arten zum kombinieren (1 Standbein reicht nie aus). Ich wünsche dem Themen-Ersteller viel glück und erfolg bei seiner Umsetzung und hoffe das er uns Berichtet wie es läuft.....