Bei uns tobt der Zeit ein schweres Ringen um den Bau einer Anlage zur Küken-Produktion. Es hat sich eine Bürgerinitiative gebildet die vor kurzem eine Podiumsdiskussion veranstaltet hat. Das eigentümlich war, dass sie aber nur Gegner der Anlage im speziellen und Gegner der Tierhaltung im allgemeinen eingeladen hatte. Es ging nur darum Wege zu finden den Bau zu verhindern und nicht darum einen Kompromiss zu finden mit dem alle Leben können. Es herrscht hier stellenweise wirklich schon eine feindliche Stimmung gegenüber der Landwirtschaft. Wenn ich öffentlich äußern würde, dass ich mir vorstellen könnte noch mal einen Stall zu bauen, könnte dass innerhalb kürzester zeit zur Gründung einer Bürgerinitiative führen.
http://www.nordsee-zeitung.de/Home/Regi ... d,137.html
Kurz nach dieser Veranstaltung bekam ich als Kandidat für die Kommunalwahl einen Brief der Bürgerinitiative.
Ich finde dieses Schreiben ist doch schon ein starker Stück. Es wird keine Möglichkeit zur differenzierten Meinungsäußerung eingeräumt, sondern nur ein Schwarz-Weiß-Denken propagiert. Nach dem Motto: "Sind sie gut oder böse, und denken sie daran wir werden es noch vor der Wahl allen erzählen."
Wie soll ich mich dazu äußern, es wird nach Massentierhaltungsställen gefragt. Gibt es dafür eine Definition? Was macht einen Landwirten zum Massentierhalter? Welche Stückzahl welcher Gattung muss ich halten um in diese Kategorie zu fallen? Gilt die Zahl für jede Gattung einzeln oder gibt es einen Gesamtschlüssel zur Berechnung des Status als Massentierhalter. Wie kann ich mich guten Gewissen für oder gegen etwas aussprechen, von dem ich noch nicht einmal weiß wie es aussehen soll. Bedarf nicht jeder Antrag eines Baues der Einzelfallprüfung? Genauso wenig wie ich pauschal gegen die Tierhaltung sein kann, könnte ich mich pauschal für den Tourismus aussprechen. Wenn ich jetzt sagen würde ich unterstütze jede Form von Tourismus und in ein paar Jahren sollen "Bettenburgen für Ballermänner" gebaut werden, müsste ich doch mein Wort brechen oder?
Es wird immer heraus das der Landkreis Cuxhaven eine Touristenregion wäre, der Umsatz stärkste Wirtschaftszweig bei uns ist aber nach wie vor die Landwirtschaft.
Wie würdet ihr euch verhalten, Ja ankreuzen und dem Wähler nach dem Mund reden, Nein ankreuzen und sich den Zorn der Bevölkerung zuziehen, schweigen um sich jede Option offen zuhalten oder einen Brief an die Bürgerinitiative schreiben und den eigenen Standpunkt klar offenlegen?
Nimmt es in eurer Gegend auch solche Züge an, bei uns haben bisher zum Glück noch keine Ställe gebrannt, aber bei der Stimmung die in Misselwarden herrscht könnte ich mir vorstellen, dass wenn der Stall gebaut wird es bald soweit ist.

, es ist doch lobenswert von den Leuten, das Volk über die Ansichten der Kandidaten informieren zu wollen, wenn die das selber nicht tun?! Die können auch ne eigene Partei gründen, und selber Leute zur Wahl stellen. Viel Spaß damit.