Ulli-63 hat geschrieben:Mit Landwirtschaft- aber warum würdest du Gründe suchen wollen, mir den Geldhahn abzudrehen? Das will ich doch auch nicht- oder hast du das so verstanden?
Doch das willst du. Ich soll nach deinem Verständnis für den Herdenschutz mehr arbeiten und mehr Kosten haben. Und nein, ich will kein staatlich geförderter Wolfsfuttererzeuger werden.
Ulli-63 hat geschrieben:Siehe einmal in den link über die Wolfsvorkommen in Europa- darunter auch diverse Länder, in denen der Wolf bejagt wird.
Wir reden hier von derzeit 400 Wölfen, weit weniger als in den Ländern, in denen der Wolf bejagt wird. Selbst im Flächenvergleich ist das immer noch verschwindend gering.
Die geringe Wolfsdichte bezieht sich auf ganz Deutschland. In den Regionen in denen Wolfsrudel bereits vorkommen, ist aber die max. Dichte bereits erreicht.
Ulli-63 hat geschrieben:Jeder Hühnerhalter muss, wenn Gefahr durch Fuchs oder Habicht droht, seine Tiere entsprechend sichern. Auch da sind die "Verluste" zum Teil ansonsten erheblich und der Halter auch entsprechend emotional betroffen.
Dass Füchse abgeschossen werden dürfen, ändert nichts daran, dass es sie gibt.
Womit auch eine Aufhebung des Abschussverbotes für Wölfe nichts daran ändern wurde, dass man seine Tiere davor schützen muss.
Nur beim Wolf wird um staatliche Unterstützung gebeten- warum?
Wie schützt man denn ein Hühnergehege vor Füchsen? Hat es solch ein Experte auf Hühner abgesehen hilft nur Schießen oder Fallen stellen, und genau das fordere ich beim Wolf auch.
In vielen Jagdrevieren kann man am Niederwildbestand erkennen, wie ernst es die Jäger mit der Jagd auf Fuchs, Dachs, Marderhund, ... nehmen. Und trotz der intensiven Jagd ist das Raubwild nicht ausgerottet.
Ulli-63 hat geschrieben:Dazu viel gelesen, telefoniert und mich mit Nutztierhaltern ausgetauscht, die direkt in "Wolfsregionen" leben, um zu lernen, wie diese ihre Tiere erfolgreich schützen.
Und eben dieses vermisse ich hier.
Die Bereitwilligkeit zu einem Austausch, bzw. der Bereitschaft zu lernen, mit dieser veränderten Situation so umzugehen, dass das Tier ausreichend geschützt wird- ohne den Wolf zu "verteufeln"..ihn als einem im Blutrausch agierenden Tier zu sehen.
Die Betriebe mit erfolgreichem Herdenschutz sind meist solche Betriebe, die hauptsächlich davon Leben, dass ihre Tiere die Landschaft pflegen und nicht davon auf Grünland Schlachttiere zu erzeugen.
Die bisher bekannten Herdenschutzmaßnahmen kann ich nicht kostenneutral umsetzen. Auch das Wolfsbüro hat mir noch keine Lösung für meine Probleme mitgeteilt. Wenn du mehr weißt, dann raus damit.
Hier will auch niemand den Wolf verteufeln, doch wenn man sieht wie der Wolf in einer Herde jagt, ist der Begriff "Blutrausch" naheliegend.
Ulli-63 hat geschrieben:In unser "Ökosytem" passt er, denn da gehört er hin.- und die gezeichneten Horrorszenarien von Angriffen auf Menschen etc. wie hier und auch anderswo beschrieben, sind nicht wahrscheinlicher als der Biss eines Wildschweins.
Was ist denn an unserem bisherigen Ökosystem so schlecht gewesen, dass wir jetzt den Wolf brauchen?
Unsere Landschaft ist von der Land und Forstwirtschaft geprägt. Der Staat fordert von jedem m² Steuern und Abgaben, folglich erwartet die Gesellschaft, dass auch ein Nutzen aus der Landschaft gezogen wird. Der Wolf ist hierbei aber nicht hilfreich.
Bei der Bewertung der Folgen durch den Wolf schaust du nur in die Vergangenheit/Gegenwart. Wenn aber die Ausbreitung so weiter geht wie bisher, werden wir in der Zukunft ganz andere Probleme bekommen. Selbst in meinem ländlichen Landkreis mit nur 86 Einwohner/km² muss sich ein Wolf dann mit ~ 860 Menschen auseinandersetzen. Das wird ganz zwangsläufig zur Gewöhnung an den Menschen führen, auch ohne das er gefüttert wird, mit all den bekannten Problemen. Einen kleinen Vorgeschmack kann man ja schon bei Wildtieren in Städten bekommen. http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stad ... end-fangen
Interessant beim Ausblick in die Zukunft ist auch der Fund tollwüttiger Fledermäuse.
