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Arbeitslose als Erntehelfer

Hier hat alles Platz was mit Agrarpolitik und drumherum zu tun hat.
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67 Beiträge • Seite 2 von 5 • 1, 2, 3, 4, 5
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Beitragvon questenberg » Fr Aug 25, 2006 14:02

SHierling hat geschrieben:es geht ja nicht nur ums Wollen, sondern auch ums Können!


Schon seltsam, daß Polen es können und Deutsche nicht. Oder ist es doch eine Frage des Wollens? "Nicht Können heißt nicht Wollen" sagt doch das Sprichwort.
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Beitragvon automatix » Fr Aug 25, 2006 16:18

questenberg hat geschrieben:
SHierling hat geschrieben:es geht ja nicht nur ums Wollen, sondern auch ums Können!


Schon seltsam, daß Polen es können und Deutsche nicht. Oder ist es doch eine Frage des Wollens? "Nicht Können heißt nicht Wollen" sagt doch das Sprichwort.


nun, aus Polen bekommt man wohl eher Leute, die ein Interesse an der Landwirtschaft haben oder sogar aus dieser Stammen.
Polen, die kein Interesse an Landwirtschaft haben werden sich kaum als Erntehelfer verpflichten lassen.
Umgekehrt bekommt man bei den Arbeitslosen Deutschen irgendwelche Büromenschen, die in ihrem Leben noch nie auf nen Acker waren....
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Beitragvon SHierling » Fr Aug 25, 2006 16:38

Hallo,
also ich hab beides erlebt - sowohl Polen und Deutsche im Spargel (wobei die Deutschen zwar auch "wollten", aber nur Rumgröhlen, Saufen und bei Hinweis auf zügige Arbeit lieber Prügeln), als auch Deutsche und Russen (Spätaussiedler) im Call-Center, und ich seh das ähnlich wie automatix: die Polen WOLLEN hierher und aufs Land. Die wissen, was auf sie zu kommt, und die wissen auch, wenn sie nichts leisten, fahren sie wieder nach Hause. Kein Mensch fährt "mal eben zum versuchen" freiwillig hunderte von km ins Ausland.

Die Landarbeiter, die wir über Winter im Call-Center hatten, die WOLLTEN auch, ganz bestimmt, es war warm, es gab Kaffee, und es gab nahezu doppeltes Geld. Hat nur alles nichts genutzt, weil sie keine ganzen Sätze lesen oder sprechen konnten, ob sie nun wollten oder nicht. (Die Spätaussiedler hatten das jahrelang geübt und gelernt, die konnten Dir zu jedem Satz sogar noch die Grammatik erklären ... die "wollten" Deutsch können, sozusagen)

Und genau so, bzw umgekehrt gibt es eben Leute mit "zwei linken Händen", die keinen Nagel in die Wand schlagen können - die sind motorisch oder gar feinmotorisch einfach unbrauchbar, denen ist es schlicht nicht gegeben, auf die Erde zu gucken, und "im Kopf zu kalkulieren, wo sie mit dem Spargelstecher landen müssen", egal wie langsam sie das üben. Oder am Band mit beiden Händen zügig unterschiedliche Dinge zu tun. Die stehen da, und eine Hand "wartet" immer in der Luft rum - es geht im wahrsten Sinne des Wortes "beim besten Willen" nicht. Oder nimm Küken sexen, das können Asiaten am besten, warum und wieso weiß keiner.

Ist schon komisch. Solange Leute Arbeit haben, findet es jeder normal, daß sie unterschiedlich sind, und ein Lehrer kein Handwerker oder eine Putzfrau keine PC-Arbeiterin ist. Sowie aber jemand arbeitslos wird, oder gar ALG II bekommt, werden das alles Allround-Kräfte.

Grüße
Brigitta
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Beitragvon questenberg » Fr Aug 25, 2006 17:58

Ich habe schon mit verschiedenen Polen zusammengearbeitet. Von denen stammte keiner aus der Landwirtschaft. An ein Ehepaar so um die 30 Jahre alt kann ich mich sehr gut erinnern. Er war Lehrer, sie Juristin. Weil sie sich in den Kopf gesezt hatten, sich einen englischen Sportwagen zu kaufen, haben sie beschlossen, hier Rüben zu hacken. Vorher waren sie in einem Stahlwerk. Solch fleißige und geschickte Menschen habe ich noch nie gesehen. Das ist jetzt ungefähr 20 Jahre her. Am Ende der Saison hatten sie ihren MG. Fazit für mich: Akademiker wird man nicht aus der Not heraus, weil man zwei linke Hände hat, sondern weil man etwas mehr Grütze im Kopf hat. Die praktische Begabung wird schon normalverteilt sein bei Akademikern. Menschen mit zwei linken Händen gibt es überall. Der Wille ist entscheidend. Und man muß "Hunger" haben, im übertragenen Sinne.

Leider haben wir in Deutschland eine unselige Vergangenheit, und jeder, der den Vorschlag macht, ein arbeitsloser Akademiker könne auch einmal einen Spaten in die Hand nehmen, wird früher oder später in die ganz rechte Ecke gestellt. Man sollte Arbeitslose nicht in Bereichen einsetzen, in denen sie Schaden anrichten können, wie z.B. in der Spargelernte. Aber was spricht dagegen, ihnen einen Laubbesen in die Hand zu drücken, damit sie in den städtischen Grünanlagen im Herbst das Laub zusammenharken? Das erspart uns nebenbei noch diese unsäglichen Laubpuster mit Benzinmotor.
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Arbeitslose als Erntehelfer

Beitragvon Fendtfreak » Fr Aug 25, 2006 18:19

Für alle, die Spargelstrecher durch den Spargelroder ersetzen wollen.

Bereits auf der Agritechnica 2003 wurde von der Firma
HMF-Maschinenbau ein Spargelroder präsentiert.
Er löst zuerst den gesamten Spargelhügel auf,siebt den Spargel raus und baut den Hügel wieder neu auf. Für ihn benötigt man nicht einmal einen Großschlepper.
Ob es inzwischen weitere Spargelroder gibt, ist mit leider nicht bekannt.
Würde mich nicht wundern, wenn früher oder später auch von Grimme ein Spargelroder auf den Markt gebracht wird.
Ich glaube aber nicht, daß Spargelroder in nächster Zeit zur Massenware werden.
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Beitragvon 309CA » Fr Aug 25, 2006 20:02

Hallo

Habe nicht gewusst das von 5 Mio alle ungeignet sind.Gut das wir im Lkr. wenige ungeignete haben bei 3,6% Arbeitslosen im Juli.

MfG.Franz
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Beitragvon automatix » Fr Aug 25, 2006 20:50

questenberg hat geschrieben:Ich habe schon mit verschiedenen Polen zusammengearbeitet. Von denen stammte keiner aus der Landwirtschaft. An ein Ehepaar so um die 30 Jahre alt kann ich mich sehr gut erinnern. Er war Lehrer, sie Juristin. Weil sie sich in den Kopf gesezt hatten, sich einen englischen Sportwagen zu kaufen, haben sie beschlossen, hier Rüben zu hacken. Vorher waren sie in einem Stahlwerk. Solch fleißige und geschickte Menschen habe ich noch nie gesehen. Das ist jetzt ungefähr 20 Jahre her. Am Ende der Saison hatten sie ihren MG. Fazit für mich: Akademiker wird man nicht aus der Not heraus, weil man zwei linke Hände hat, sondern weil man etwas mehr Grütze im Kopf hat. Die praktische Begabung wird schon normalverteilt sein bei Akademikern. Menschen mit zwei linken Händen gibt es überall. Der Wille ist entscheidend. Und man muß "Hunger" haben, im übertragenen Sinne.

Leider haben wir in Deutschland eine unselige Vergangenheit, und jeder, der den Vorschlag macht, ein arbeitsloser Akademiker könne auch einmal einen Spaten in die Hand nehmen, wird früher oder später in die ganz rechte Ecke gestellt. Man sollte Arbeitslose nicht in Bereichen einsetzen, in denen sie Schaden anrichten können, wie z.B. in der Spargelernte. Aber was spricht dagegen, ihnen einen Laubbesen in die Hand zu drücken, damit sie in den städtischen Grünanlagen im Herbst das Laub zusammenharken? Das erspart uns nebenbei noch diese unsäglichen Laubpuster mit Benzinmotor.


die hatten aber eine gute Motivation - was glaubst du, wie motiviert der Hartz 4 Empfänger ist, der mehr oder weniger gezwungen wird, aufgrund der Fehler der Politik solche arbeiten zu verrichten?

(und bevor ich den Arbeitslosen den Besen geben würde, würd ich erstmal unsere Beamten rausschicken - davon gibts genug, die nix zu tun haben - und auch noch Riesengehälter und Pensionen abgreifen ;))
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Beitragvon dummbax » Fr Aug 25, 2006 21:08

Hallo,
na Ihr geht ja heftig mit den Arbeitslosen zu Gericht.
Jeder Arbeitslose der Arbeitslosengeld oder Hartz 4 Geld bekommt,
bekommt keine Geschenke, er hat dafür vorher eingezahlt!!!!!!!!!!!
Das nicht jeder für Landarbeit geeignet ist sollte jedem klar sein.
Um wieviel mehr steht die Kaufkraft in Polen höher als hier, wieviel mehr erhält ein Pole in Polen für den Euro als wir hier????????????????
Ein anderer Aspekt, den Ihr nicht aus den Augen lassen solltet.
Gruss Peter
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Beitragvon wm88 » Fr Aug 25, 2006 21:19

dummbax hat geschrieben:Jeder Arbeitslose der Arbeitslosengeld oder Hartz 4 Geld bekommt,
bekommt keine Geschenke, er hat dafür vorher eingezahlt!!!!!!!!!!!


Das wage ich zu bezweifeln, es gibt genug Menschen, auch junge, die bewusst nicht arbeiten wollen, sicher ist der größere Teil anders eingestellt und hat auch, zumindestens etwas, eingezahlt, aber es gebt genug, die z.b in der Spargelernte extra den Spargel kaputtstechen um nicht wiederkommen zu müssen.
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Beitragvon dummbax » Fr Aug 25, 2006 21:33

Die Zahlung von Arbeitslosengeld setzt selbstverständlich eine vorherige mindestens 36 monatige Einzahlung in die Arbeitslosenversicherung voraus.
Das es bei den Erntehelfern auch schwarze Schafe gibt mag ohne Zweifel stimmen, davon auf alle Arbeitslosen zu schliessen halte ich für gefährlich.
Fehler aus BERLIN bügeln fast immer die falschen Leute aus.
Gruss Peter
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Beitragvon SHierling » Sa Aug 26, 2006 10:27

Hallo,
Aber was spricht dagegen, ihnen einen Laubbesen in die Hand zu drücken, damit sie in den städtischen Grünanlagen im Herbst das Laub zusammenharken?

Dagegen spricht meiner Meinung nach gar nichts, auch nicht gegen staatliche Kindergärten, staatliche Altenheime, staatliche Volks(!)hochschulen und Staatsdomänen, da kann der Staat gern jedem seinen Fähigkeiten entsprechend Arbeit geben für sein Geld. Unter anderem könnte man auch gern die Schulen renovieren, bei denen der Putz von der Decke kommt, oder arbeitslose IT-ler einsetzen, die diejenigen ergänzen, die meinen, man könnte PC-Unterricht" mit ner Fortbildung erlernen. Ich hab als 1-Euro-Job im Museum gearbeitet, würde ich auch jederzeit wieder tun. (Ob sowas volkswirtschaftlich sinnvoll ist für 1E ist eine andere Frage)

Das ist aber auch was GANZ anderes, als wenn der Staat ohne Ansehen der Person Leute zwangsverpflichtet, auf Privatbetrieben und zu Privatnutzen Erntearbeiten zu verrichten, wenn die Besitzer der Äcker sowieso schon 3x mehr Steuergelder kassieren als jeder Hartz IV-Empfänger, und noch dazu nicht mal vorher ihren Besitz verkaufen müssen und ihre Lebensversicherungen kündigen, bevor sie überhaupt nur einen Cent sehen.

Meine Güte, ich bin ja der friedlichsten eine (ab und zu) und eigentlich sehr landwirtschaftsfreundlich - aber wenn sich ausgerechnet Landwirte darüber ereifern, das jemand alles Hab und Gut versetzen muß, und dann von nicht mal 500 Euro im Monat leben, und noch nicht mal seine eingezahlten Beträge wieder aus der ALG-Kasse bekommt, da fällt einem doch echt nix mehr zu ein. Für den Steuerzahler wäre es allermal billiger wenn die Bauern auch ALG II bekämen, soviel steht fest.

Wie war das? Wer unter Euch ohne Subventionen ist, der werfe das erste Schwein oder so ...
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Beitragvon SHierling » Sa Aug 26, 2006 11:36

Er löst zuerst den gesamten Spargelhügel auf,siebt den Spargel raus und baut den Hügel wieder neu auf.

d.h. er sortiert nicht nach lang und kurz, sondern schneidet ALLES ab, egal wie weit schon gewachsen? Das wars, was ich mit Verlust meinte - ein Mensch - abgesehen natürlich von einem arbeitslosen Menschen - guckt halt vorher, welcher Spargel gestochen wird, und welcher noch 2, 3 Tage weiterwächst.

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Europas neue Sklaven

Beitragvon Noclom » Mo Aug 28, 2006 14:05

Bei solchen Threads kriege ich immer das große K...


An den Landwirten liegt es jedenfalls nicht !- Nein , natürlich nicht. Schuld sind immer die anderen. In diesem Fall halt zwangsverpflichtete Arbeitslose .

Das Problem "kaum deutsche Erntehelfer in Deutschland " ist hausgemacht von deutschen Landwirten. ( Es gibt durchaus deutsche Erntehelfer , vornehmlich in NL und DK überwiegend durch Zeitarbeitsfirmen vermiittelt
:!: )
Übrigens : Ausländische Erntehelfer würden eine vergleichbare Tätigkeit in ihrem Heimatland ablehnen. :wink:
Und : hier werden sie nicht "immer fauler" , sondern sie stellen BERECHTIGTE Ansprüche an Ihren Lohn , die Arbeitsbedingungen und die Unterbringung. Der Lebensstandard in Ihren Heimatländern steigt und mit ihm auch die Bedürfnisse- auch während der Saison. Anfang der 90er lohnte es sich für tschechische Akademiker Kartoffeln zu sortieren - heute wird on denen das keiner mehr machen ... Rumänen haben ihen Platz eingenommen ( oder Ukrainer , Bulgaren oder Moldawen ) - die die alten Bedingungen akzeptieren und für die der Lohn .je nach Region in Deutschland zwischen 3,27 und 5,00 noch genug ist. der Bauer kann so weitermachen und lustig das Großgrundbesitzertum des 19. Jahrhunderts weiter pflegen. Vorsicht Zynismus :!:

Erntehelfer ( egal welcher Nationalität) ,Leiharbeiter und die wieder mehr verbreiteten Tagelöhner sind Europas neue Sklaven ...
Relativ rechtlos ( weil kaum in Gewerkschaften organisiert) sind sie auf Gedeih und Verderb ihrem Arbeitgeber (oder ihrem Herrn ) ausgeliefert.
Pass weg, sexuelle Übergriffe durch den Chef oder den betrunkenen Vorarbeiter - bis zu Prügelstrafen in Schlachthöfen - gibt es alles.
Relativ arm - der Niedriglohnsektor beginnt im Westen bei 9,58 E im Osten bei 6,25 E - damit lassen sich eine großen Sprünge machen und Erntehelfer , Leiharbeiter Tagelöhner - Löhne liegen deutlich darunter.

Relativ ungesund - keiner wird behaupten , das Zwangshaltungen und Wetterunbilden der Gesundheit zuträglich seien. Und das nicht jeder Sorgfalt beim Umgang mit Pestiziden walten lässt ,ist auch kein Geheimnis. Um Zeit zu sparen wird der Erntehelfer halt mit gespritzt.

Relativ chancenlos - von osteuropäischen , zum teil hochgebildeten Saisonarbeitern mal abgesehen- die Tätigkeit als Landarbeiter , Leiharbeiter oder Tagelöhner ist eine Sackgasse - Aus -oder Aufstieg fast unmöglich.

Relativ unangesehen - sogenannte "einfache" Arbeiten sind in der Gesellschaft nicht hoch angesehen - oder habt Ihr schon mal einen Bandarbeiter gelobt für seinen Einsatz für die Gesellschaft ?

Relativ schwer- bei den meisten "einfachen " Tätigkeiten kommt es nicht aufs Köpfchen an - vielleicht noch auf Geschicklichkeit- aber denken ist im regelfall verboten.

Relativ ausgegrenzt-ob aufgrund mangelnder Kaufkraft , Bildung oder Aussehen, Tagelöhner , Leiharbeiter und Landarbeiter ( Erntehelfer ) nehmen kaum am öffentlichen Leben teil.

Relativ austauschbar - weil "einfache tätigkeiten " ja "jeder kann " wird sich natürlich nicht mit der Arbeit identifiziert. Arbeitszufriedenheit ist unmöglich. ( Und die Fehlerquote sehr hoch)

Relativ mies untergebracht-wie die Unterkünfte für Landarbeiter & CO sind müssen wir nicht diskutieren - Zelte und Stockbetten im Schweinestall sind unter aller Sau, eine Dusche für 70 Mann und versiffte Dixieklos keine Seltenheit.

Relativ lange Arbeitszeiten- auch wenn viele Bauern das glauben - es ist NICHT selbstverständlich ,dass der Arbeitnehmer einem 12 Stunden-oder mehr am Tag zur Verfügung steht. Und Pausen sind auch einzuhalten.

Relativ stressig-Zeit und Leistungsdruck sind mit der Hauptgrund für pychosomatische Beschwerden bei Landarbeitern und Tagelöhnern. Bei Leiharbeitern kommt noch der Stress durch Wechselschicht hinzu.

Relativ kinderfeindlich - wer kleine Kinder hat muss seinen Arbeitsplatz jederzeit verlassen können -Erntezeit hin-oder her -Kinder gehen vor -und sind unberechenbar.

Das Projekt "der deutsche Erntehelfer " ist nicht (nur ) am "Arbeitslosen "gescheitert- der " Bauer " hat sein kräftiges Scherflein dazu beigetragen.

Was spricht dagegen einen Arbeitslosen Laub harken zu lassen ?- ALLES!!!
Laub harken ist eine Dienstleistung die normalerweise von GALA- Bau Betrieben oder Stadtreinigungsunterehmen durchgeführt wird.

Diensleistungen gibt es nicht umsonst. Schließlich muss der Gärtner Betriebsmittel, Steuern , Lohn und Lohnnebenosten bezahen und dabei noch Gewinn machen. Vergibt man nun diese "zusätzlichen" Aufträge an "gemeinnützige" Träger der die Arbeit vo einem 1-E -Jobber erledigen lässt-nimt man den Aufrag einem richtigen Betrieb weg. Was macht eine Firma , der Aufträge wegbrechen -genau sie entlässt Mitarbeiter. Zuerst natürlich die wenig qualifizierten ,sprich : schwer vermitllelbare , wenn sie erstmal arbeitslos sind.
Selbiges gilt entsprechend auch für alle anderen Branchen. 1- E Jobs sind deshalb ein denkbar ungeeignetes Mittel zum Abbau der Arbeitslosigkeit.
Sie schaffen eben diese.

Der Staat hat versäumt , neue Arbeitsplätze zu schaffen . - Der Saat schafft ,wenn überhaupt nur Arbeitsplätze in Landes und Bundesbehörden und Betrieben sowie bei Kommunen . In der freien Wirtschaft kann der Staat keine Arbeitsplätze schaffen-er kann nur die Vorraussetzungen dafür schaffen , dass die Firmen möglichst viele Menschen einstellen.
Auch wenn viele Neoliberal- konservativ angehauchte das glauben ,wird das nichts wenn die Arbeitnehmerrechte beschnitten werden und die Löhne weiter sinken .
STEIGEN müssen die LÖHNE - besonders bei den NIEDRIGVERDIENERN.
Dann stiegt auch die Kaufkraft-dadurch die Binnennachfrage-daduch der Bedarf an Arbeitskräften-bei weniger Arbeitslosen zahlen mehr in die Sozialversicherung ein - die Lohnnebekosten sinken - Arbeit wird billiger in Deutschland-weniger Abwanderung von Unterehmen ins Ausland -nochweniger Arbeitslose -dafür mehr Steuereinahmen -weniger Staatsverschuldung- nidriegere Steuern-der Wirtschaftsstandort ist wieder schön




:? :!: :)
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Beitragvon questenberg » Mo Aug 28, 2006 14:39

@ noclom: Wir haben schon die mit höchsten Löhne in Deutschland. Demnach müßte unsere Wirtschaft boomen und der Staatshaushalt ausgeglichen sein.
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Beitragvon Herr_Schmidt » Mo Aug 28, 2006 18:10

Und wer betrachtet die andere Seite der Medaille. Was ist mit mir, Bauer von Beruf, Selbstständiger, den Unbilden des Wetters und des Staates ausgesetzt?
Da sagt einer von wegen 12h-Tag ist nicht selbstverständlich für den Arbeiter aber für mich schon. Denn wenn ich an guten (sonnigen, günstigen) Tagen keine 12 oder mehr Stunden mache, dann merke ich das sofort an der Kaufkraft in meinem Portemonaie, denn mir bleibt vielleicht die kompl. Ernte auf dem Feld. Bei Tierhaltern, denke ich, ist das die Tagesordnung.
Da sagt einer von wegen ungesund für den Arbeiter. Meint da vielleicht einer in der Landwirtschaft hätten alle die neuesten Schlepper und Maschinen die ergonomisch auf mich zugeschnitten sind. Frag mal nach Bandscheibenschäden in der LW.
Ich könnte das so weitertreiben (Stress > wieviel Bauern haben in dieser Zeit psychische Probleme?; Leistungsdruck > wieviele Bauern stehen mit dem Rücken zur Wand und müssen den Banken darlegen was sie erwirtschaftet haben und künftig erwirtschaften werden), aber dann wäre ich morgen noch nicht mit schreiben fertig (und die Zeit habe ich leider nicht :wink: )

Also mein gutster Noclom, aus deinem Beitrag sehe ich, daß du dich nicht in der LW auskennst bzw. auskennen willst.
Wenn du dich jetzt "auf den Schlips" getreten fühlst, macht nix, regt villeicht zum Denken an.

Gruß Herr_Schmidt
Mein Motto: Klarheit statt Schonung !!
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