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Bäuerliche Landwirtschaft

Hier kann man über aktuelle Themen aus den Medien und Allgemeines der Landwirtschaft diskutieren.
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Re: Bäuerliche Landwirtschaft

Beitragvon xyxy » Mo Nov 21, 2011 17:24

Ist nun die Frage, was ist erstrebenswert, Bankkonto leer und Bauch voll oder umgekehrt?
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Re: Bäuerliche Landwirtschaft

Beitragvon SHierling » Mo Nov 21, 2011 17:35

Anderes Beispiel: 99% der Landwirte (jedenfalls der hier schreibenden) halten die Antibiotika- und Nitratproblematik der Massentierhaltung für ein Hirngespinst der Sensationspresse. Allerdings sehen 99% der Verbraucher das genau andersherum. Deshalb kauft, wer es sich leisten kann, Bioprodukte oder was aus halbwegs vernünftiger Haltung zu kommen scheint, oder reduziert seinen Fleischkonsum. Wer sich da als konvi-Fleischproduzent hinstellt und seine Käufer als dumm beschimpft muß sich nicht wundern wenn er eines Tages auf seinem Zeugs sitzenbleibt und keine Verbraucherhand da ist die sein Bankkonto füttert.

Siehst Du, genau das ist eben die Bambi-Sicht des Verbrauchers. Und übersetzt hieße es:

Wenn 99% aller Verbraucher "Bio" kaufen wollen würden, und auch 99% aller Landwirte über irgendwelche Zwangsgesetze dazu gezwungen werden könnten, das zu produzieren (statt einfach aufzuhören), dann hätte man ganz genau das selbe "Antibiotika-Problem" wie heute auch schon, egal ob es nun ein Problem ist oder nicht, und ZUSÄTZLICH noch genau diejenigen Seuchen, Parasiten (und Medikamente) zurück, die man eingegrenzt und ausgerottet hat, als man die Tiere aufgestallt hat. Und was "der Verbraucher" dann trinken will, wenn alles Vieh im Freiland steht, ist mir auch ein Rätsel.

Schau Dir doch "Bio" bei den Schweinen an: 0,2% aller Schweine in D werden "Bio" gehalten. Die profitieren davon, daß jeder normale Bauer in ihrem Umfeld seine Schweine im Stall hält, impft und behandelt, genau wie der überwiegende Teil der Bio-Pflanzenbauer heute noch davon profitiert, daß jeder andere in seiner Gegend die Schädlinge, Pilze und Kräuter bekämpft, die sich ansonsten ungehemmt verbreiten würden.

Wären alle Flächen und alles Vieh "Bio" nach EU-Bio-VO produziert, wäre der Druck dieser natürlichen Einflüsse um ein vielfaches stärker, und dann stünden die Bio-Bauern ganz genau da, wo die normale Landwirtschaft schon vor 30 und 40 Jahren stand: ohne PSM und Medikamente sind weder Pflanzen noch Tiere gesund zu erhalten, Krankheiten sind nichts, was "künstlich geschaffen" wurde, sondern das ist der Teil der natürlichen Selektion, den man nun mal ausschliessen will und muss, wenn man Mensch und Tier gesund erhalten will.
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Re: Bäuerliche Landwirtschaft

Beitragvon Jochens Bruder » Mo Nov 21, 2011 18:05

SHierling hat geschrieben:Siehst Du, genau das ist eben die Bambi-Sicht des Verbrauchers.

Nein, das ist das Maß der Dinge. Du betreibst hier nur maßlose Selbstüberschätzung, so ähnlich wie Ärzte die sich für Halbgötter halten.
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Re: Bäuerliche Landwirtschaft

Beitragvon Cairon » Mo Nov 21, 2011 18:49

@Jochens Bruder

Ich denke nicht, dass wir die Probleme nicht sehen, wir bewerten sie nur anders und gehen sachlicher damit um. Und SHierling hat doch absolut recht, wenn wirklich so viele Leute nur noch Bio wollten, woher kommen denn dann die Umsatzzahlen von Aldi, Edeka, Lidl, Metro und Co. Warum werden dann konventionelle Produkte gekauft. Du kannst natürlich eine Umfrage so stellen, dass die Leute sagen dass sie Bio und nichts anderes wollen, aber die Scannerkassen sprechen dann eine ganz andere Sprache.

Und um den Krankheitsruck auf den SHierling aufmerksam gemacht hat noch einmal in den Fokus zu rücken nehmen wir doch einfach mal ein Beispiel. Phytophthora infestans (Kraut- und Knollenfäule) bei Kartoffeln, aus einer infizierten Saatknolle können bis zu 100 ha Kartoffeln infiziert werden, wenn man nicht gegensteuert. Schon jetzt stellt im Bioanbau dieser Pilz ein großes Problem da. Wenn jetzt aber alle Flächen nicht mehr behandelt würden, dann würde es zu einer explosionsartigen Ausbreitung kommen. In einem Jahr mit günstigen Infektionsbedingungen, warm und viel Regen, würden die gesamten Bestände zusammen brechen und falls es noch was zu ernten gibt würden die Knollen im Lager stark an Fäulnis leiden. Was willst Du dann im nächsten Jahr pflanzen?

Und meinst Du denn bei Bio-Freiland-Schweinen gibt es kein Nitratproblem? Die Schweine pflügen die Flächen um, da wächst nach kurzer zeit gar nichts mehr, ich kann das hier vor Ort immer gut beobachten. Gerade in der zeit in der eh Vegetationsruhe ist werden die mineralischen Nährstoffe aus dem Schweinehintern direkt ausgewaschen, weil keine Pflanzen da sind die die Nährstoffe aufnehmen könnten. Im Stall wird die Gülle aufgefangen und dann zu einer Zeit auf die Flächen gefahren wenn die Pflanzen bedarf an Nährstoffen haben. Erstmal sind Pflanzen da und den Rest regelt die Düngeverordnung.

Bio ist eine Nische, die nicht in realistischen Dimensionen auf die gesamte Landwirtschaft übertragbar ist. Das haben wir hier schon 100 mal diskutiert. Viele Biobauern waren doch auch damals stink sauer auf Frau Künast, weil sie es den direkt vermarktenden Biobetrieben in der Nische deutlich enger gemacht hat. Und glaubst Du denn wirklich, dass Bioschweine nicht krank werden? Gerade in der Freilandhaltung sind Würmer ein massives Problem. Die Liste ließe sich endlos Fortsetzen, aber was soll wir überschätzen uns ja doch nur. Was soll da noch zu sagen, da fällt mir eigentlich nur ein Alter Hit von Nazareth ein: "Dream on".
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Re: Bäuerliche Landwirtschaft

Beitragvon Jochens Bruder » Mo Nov 21, 2011 19:15

Jochens Bruder hat geschrieben:Deshalb kauft, wer es sich leisten kann, Bioprodukte oder was aus halbwegs vernünftiger Haltung zu kommen scheint, oder reduziert seinen Fleischkonsum.

Ich zitiere mich mal zum besseren Verständnis selber. 99% der Verbraucher kenen die strikten Demeter Regeln nicht und das interessiert auch nicht wirklich. Es geht hier um einen Mittelweg, also halbwegs akzeptable Verhältnisse. Die Verbraucher sind keinesfalls so dumm wie die Landwirte glauben. Niemand verlangt eine Fleischproduktion für 7 Mrd. Menschen in Freilandhaltung oder Getreideproduktion ohne Dünger und PSM. Die Bio-Konvi Debatten sind nur Scheinargumente mit denen ihr euch in die eigene Tasche lügt und euer eigenes Grab schaufelt. In Wahrheit fördert ihr nur die Expansion der Agrarkonzerne um euch wichtiger zu machen als ihr es seid.

Der Markt wird das schon richten. Und zwar viel früher als ihr glaubt. Wer zu spät kommt den bestraft das Leben.
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Re: Bäuerliche Landwirtschaft

Beitragvon SHierling » Mo Nov 21, 2011 19:28

Der Markt wird das schon richten.

Jochen, Dein Problem ist nach wie vor, daß Du nicht über den Tellerrand Deines "Kaufmännischen Denkens" rauskommst.
Der Natur und damit auch der Landwirtschaft ist es völlig egal, was "der Markt" richten will, es wächst nun mal nur das, was man mit guter fachlicher Praxis wachsen lassen kann, und nicht das, was "der Markt" nachfragt.
Ich stimme Dir allerdings zu, das werdet IHR schon merken:
Und zwar viel früher als ihr glaubt.
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Re: Bäuerliche Landwirtschaft

Beitragvon Jochens Bruder » Mo Nov 21, 2011 20:16

SHierling hat geschrieben:
Der Markt wird das schon richten.

Jochen, Dein Problem ist nach wie vor, daß Du nicht über den Tellerrand Deines "Kaufmännischen Denkens" rauskommst.
Der Natur und damit auch der Landwirtschaft ist es völlig egal, was "der Markt" richten will, es wächst nun mal nur das, was man mit guter fachlicher Praxis wachsen lassen kann, und nicht das, was "der Markt" nachfragt.


Klar, Schweine wachsen nur in Ställen von mindestens 10.000 MP, Antibiotika-Volldröhnung und sachgemäßer Endlagerung der Gülle im Grundwasser. Getreide wächst nur aus GVO Saatgut von Monsanto oder Syngenta. Proteinfutter wächst nur in südamerikanischen Monsanto-Sojawüsten.

Deswegen gabe es früher auch keine Schweine und Getreide, die Menschen ernährten sich ausschließlich aus dem CO2 in der Atemluft.
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Re: Bäuerliche Landwirtschaft

Beitragvon meyenburg1975 » Mo Nov 21, 2011 20:18

Man kann die Bauern nicht per Gesetz verpflichten, wieder besseren Wissens zu handeln. Sie laufen schon jetzt der Gesellschaft in Scharen davon. Dann wird die nächste Generation von Verbrauchern nicht vorgeben müssen wie sie es denn gerne hätte, sondern es auch selber umsetzen.
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Re: Bäuerliche Landwirtschaft

Beitragvon SHierling » Mo Nov 21, 2011 20:29

meyenburg1975 hat geschrieben:Man kann die Bauern nicht per Gesetz verpflichten, wieder besseren Wissens zu handeln. Sie laufen schon jetzt der Gesellschaft in Scharen davon. Dann wird die nächste Generation von Verbrauchern nicht vorgeben müssen wie sie es denn gerne hätte, sondern es auch selber umsetzen.

Das sehe ich genau so kommen.
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Re: Bäuerliche Landwirtschaft

Beitragvon Jochens Bruder » Mo Nov 21, 2011 20:46

meyenburg1975 hat geschrieben:Man kann die Bauern nicht per Gesetz verpflichten, wieder besseren Wissens zu handeln. Sie laufen schon jetzt der Gesellschaft in Scharen davon.


Blödsinn. Wenn euch der Nachwuchs wegläuft solltet ihr euch mal die Gründe bei euch suchen. Die laufen auch nicht der Gesellschaft sondern euch als Eltern davon. Wenn eure Kids nicht so verbohrt wie ihr werden wollen und den Hof nicht übernehmen, was dann? Hof verkaufen, Kinder enterben und die Kohle mit ins Grab nehmen?

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Re: Bäuerliche Landwirtschaft

Beitragvon meyenburg1975 » Mo Nov 21, 2011 20:53

:lol: :lol: :lol: Der war gut. Denkst Du ernsthaft der Bauer als Individuum ist auf die Gesellschaft oder einen eigenen Nachfolger angewiesen? Die Welt ist voller Möglichkeiten, da muß man sich nicht täglich von irgendjemanden anpissen lassen. Die Bauernkinder von heute werden von ihren Eltern darüber ausreichend aufgeklärt und etliche meinen Alters sind der Überzeugung, das es für die nächste Generation besser ist NICHT in die Landwirtschaft reinzuwachsen.

Deine obige Situationsanalyse der dt. Landwirtschaft sollte im Übrigen wohl klarmachen, wer hier verbohrt ist.
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Re: Bäuerliche Landwirtschaft

Beitragvon H.B. » Mo Nov 21, 2011 20:58

Jochens Bruder hat geschrieben:Klar, Schweine wachsen nur in Ställen von mindestens 10.000 MP, Antibiotika-Volldröhnung und sachgemäßer Endlagerung der Gülle im Grundwasser.


So sehr du dich bemühen magst, du verstehst es immer noch nicht. Behandlungen, Krankheiten und Ausfälle, sowie der AB-Einsatz nehmen bei den von dir propagierten Haltungsformen zu. Logischerweise sinkt dabei auch die Qualität und steigt dabei auch die Umweltbelastung, insbesondere bei Freilandhaltung. Von der CO2-Bilanz muß ....

Hattest du nicht selbst schon von X % Ausfällen berichtet, welche im 10.000ender auszuschließen sind?
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