Mit den Notaustriebszapfen wüsset ich auch gerne. Aber ich bin sicher das an Falkes Beobachtungen was dran ist! Im Jahr 2018, als es bei uns im Westerwald mit dem Borki losging, hatten wir auch so ein Mastjahr. Die Fichten hingen voll mit Zapfen. Letztes Jahr war auch Mastjahr und 2 Fichten in meinem Hausgarten waren übervoll mit Zapfen. Nun hat es es eine hinter sich und ich musste sie fällen. Mal gespannt was die 2. macht.
Normalerweise war bei der Fichte alle 6? Jahre ein Mastjahr. Die letzten 20 Jahre alle zwei, drei Jahre. Das machen die Bäume nicht ewig mit, zumal die Bedingungen immer unwirtlicher werden. Aber von einem Mastjahr auf Krank zu schließen? Da müsste man ja jetzt 75 % der Fichten abholzen.
Ich würde wegen Vollem Zapfenbehang keine Fichten vorbeugend entfernen, aber ich habe meine Beobachtung gemacht, das sie nach dem Mastjahr braun werden. Falke wird auch seine Gründe haben und wenn es alte Waldbauernweisheiten sind
Ja, normal sind bei der Fichte alle 5 - 6 Jahre ein Mastjahr. Fällt das normale, zeitabhängige Mastjahr allerdings in ein extrem trockenes oder nasses oder kaltes Jahr werden zu Ungunsten der vegetativen Knospenbildung vermehrt generative Knospen ausgebildet. Dadurch kommt es im Folgejahr zu einer Angstblüte (Angstmast). Allerdings werden die älteren Nadeljahrgänge, bei der Fichte sind es 6 - 8 Jahrgänge, die am Baum verbleiben, abgeworfen. Wiederholen sich mehrere Extremjahre, so verringert sich Jahr für Jahr die Assimilationsfläche des Baumes da ja nicht mehr so viele Triebe neu gebildet werden aber die ältesten Nadeln abgeworfen werden. Der Baum wird dadurch nicht krank im herkömmlichen Sinne aber er wird zunehmend schwächer und gibt somit den Borkenkäfern und anderen Schädlingen eine immer größer werdende Angriffsmöglichkeit. Gruß Yogi
@ Forstwirt: Die von dir gezeigte Verwundung ist schon quasi tödlich für den Baum. Es dringt alles Mögliche in diese Wunde ein, am schlimmsten sind Pilzsporen. Dagegen würde nur eine sofortige Wundbehandlung helfen. Ich behaupte sogar, dass es gar nicht unbedingt irgendwelche Balsame oder Wachse sein müssen. Es reicht vielleicht schon, irgendeine deckende Farbe aufzutragen. Hauptsache schnell erledigt, damit die Pilze keine Chance haben.
Wir wissen, sie lügen. Sie wissen, sie lügen. Sie wissen, dass wir wissen, sie lügen. Wir wissen, dass sie wissen, dass wir wissen, sie lügen. Und trotzdem lügen sie weiter. (Alexander Solschenizyn, zitiert von Peter Hahne)
@Forstwirt92 Bei Laub(Wert)holz wird in der Länge bei uns auf halbe Meter plus Überlänge ausgeformt, da bekommt man zB. mit einem 3,10er vielleicht so einen Knick raus. Die Esche im Bild ist vom Durchmesser her grenzwertig, unter 40 cm spielt sich nicht viel ab, das wird eher Faserholz. Dann gibt es noch Frostrisse, Fauläste, Drehwuchs, ................. , da ist ein Stamm gleich nicht mehr so perfekt.
Hallo Forstwirt92! Die Verwundung ist noch klein, wäre aber mit einem Abweiser-Pfahl leicht vermeidbar gewesen, wird aber immer wieder vorkommen, ist halt so. Hat man grössere Verwundungen, soll Farbe gut helfen, sofern sie am nassen Stamm deckend hält. Eine andere Möglichkeit ist eine schwarzes Nylonfolie drüber takkern. Es geht rein um das Eindringen von Sporen. Z.B. ein Baum der einen Seilsattel trägt (Höhenrolle für Seilbahn) ist nach dem Abbau der Seilbahn unbedingt zu fällen! Durch das 2 malige besteigen mit Steigeisen ist die Verwundung schon zu groß, von dem eindringen durch Sporen. Nach Untersuchungen der FAST Traunkirchen ist der Baum nach 8 Monaten total verseucht mit Sporen. Das war die Aussage eines Forstmeisters der Schule!
Hallo Adi! Du siehst es auch als saubere Richtarbeit an, daß der Waldbart u. die Wurzelanläufe bei Schnittholz weg gehören! Beim Brennholz ist es egal. Bei den gezeigten Eschenstämmen, denk ich die gingen bei mir ins Kaffeeholz! Dort hab ich nach 2 Jahren wenigsten das Geld im Sack, u. keinen Ärger.
Der Baum ist jetzt halt verwundet, ist so und wird noch öfters passieren, auch mit größtmöglicher Vorsicht. Baumwundverschlussmittel sind für die Katze, wenn überhaupt für kleinere Wunden/Schnitte an Ästen, die mit der Zeit sowieso wieder überwachsen werden würden. Der Baum wird um Laufe der Jahre im Stammbereich zu faulen beginnen. Bei dem einen Baum breitet sich die Fäulnis schneller aus, beim anderen langsamer. Er wird auch in 20 Jahren noch da stehen. Wie weit die Fäule dann ist, siehst du dann beim Umschneiden.
Zum Theme Wundverschluss hat die Natur Harz geschaffen. Harz hat eine antivirale, desinfizierende und antimykotische Wirkung und trägt zur Wundheilung bei und kann, aufgetragen auf Schnittverletzungen oder Schürfwunden, helfen, die Heilung zu beschleunigen und Entzündungen vorzubeugen. Sowohl beim Baum als auch beim Menschen. Die Naturvölker wissen das (noch).
Ja, um die Jahreszeit stehen die Chancen gut, dass es der Baum wieder mit Harz heilen kann. Übrigens gibt es für Harvester Urea- Sprühvorrichtungen, um die Ausbreitung von Rotfäule zu verhindern. Einfach bevorzugt auf solche Stellen zu urinieren, kann dann ja auch nicht schaden...
Danke! Würde da forstmakierspray auch gehen auf die beschädigte stelle? Hies ja deckender lack ginge. Das mit den laubbäumen und 3.1m wusst ich auch nicht, dann kann mrin 3.5m stück ja doch moch verkauft werden. Da hab ich ein paar mit 50cm durchmesser. Muss mal meinen käufer fragen ob das interessant qäre
Es wird noch niemand ernsthaft untersucht haben, ob mit Forstfarbe behandelte Bäume nach 10, 20 oder 30 Jahren an einer verletzten Stelle verheilt sind oder ob Fäulnis eingetreten ist. Aber wenn du schnelle Erkenntnis haben willst, sprühe dir Forstfarbe auf eine Schürfwunde oder Kratzer an Arm oder Bein (kommt ja doch äfters mal vor) und berichte uns davon.
Ach je, natürlich sind (besonders) viele Zapfen an einer Fichte für mich kein (alleiniger) Grund, diese vorsorglich zu fällen. Erst zusammen mit der jahrelangen Beobachtung der sich verschlechternden Optik des Baums (schütterere Nadeln, trockene Äste im Wipfel, Harzfluß etc.) In der letzten Saison hatten aber so gut wie alle Fichten, die sich nach dem Fällen als vorgeschädigt erwiesen haben, bei mir auch besonders viele Zapfen - viel mehr als "gesund" aussehende Fichten in der unmittelbaren Umgebung!
Die zuletzt gezeigte Fichte war schlicht am Vertrocknen. Weiße Bastschicht unter der Rinde über der Wurzel. Keine Spuren von Käferbefall.
Die Äste lasse ich so liegen. Aus meiner Beobachtung ist dadurch bei mir noch keine Weiterverbreitung von Borkenkäfermassenbefall entstanden.
Nachahmung auf eigene Gefahr!
sorry für das försterlich unfachmännische Wort "Notaustriebs-Zapfen". "Angstmast" wäre es gewesen ...
Adi, Man kann es auch anders rum betrachten. Der vorher schon schwache Baum ist am fehlenden Wasser für die zusätzliche Fruchtbildung verendet.
@Forstwirt92 Du solltest vor dem Fällen der Bäume wissen, was Deine potenziellen Kunden für Qualitätsanforderungen haben. Das Geld im Wald wird nicht mit dem Fällschnitt, sondern mit einer optimalen Aushaltung verdient! Mal nebenbei bemerkt, könnten auch aus aus einem 1,5 m kurzem guten Eschenabschnitt noch sehr gute Stiele für Forstwerkzeuge oder Parkettstäbe entstehen. Aber praktisch ist durch das ETS zu viel gutes Eschenholz für die par Spezialabnehmer im Angebot. Die von mir ,weiter oben angegebenen, Abschnitte waren fehlerfreie Furnierqualität mit leider noch geringem DM.. Unser sehr guter Förster hat die mit weiterem richtigen "Wertholz" zentral gesammelt und dadurch so gut verkaufen können. Ich wollte damit schon etwas provokannt darstellen, was möglich ist. Aber manchmal liegt eine gute Lösung auch viel näher. Esche ist so ein lebhaftes und schönes Holz, dass sich da auch gern Profi- wie Hobbydrechsler für interessieren. Ein Inserat in div. Kleinanzeigen mit Drechseln, Dielen ....mit dem obigen Bild kann manchmal erschreckend gute Angebote bringen.
Zuletzt geändert von langholzbauer am Di Mär 21, 2023 16:10, insgesamt 1-mal geändert.