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Fremd im eigenen Dorf

Hier kann man über aktuelle Themen aus den Medien und Allgemeines der Landwirtschaft diskutieren.
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258 Beiträge • Seite 1 von 18 • 1, 2, 3, 4, 5 ... 18
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Fremd im eigenen Dorf

Beitragvon Cairon » Mi Jan 18, 2012 13:17

Heute morgen las ich auf der Hauptseite des Landkreis-Cuxhaven-Teils der Nordsee-Zeitung aus Bremerhaven einen interessanten Bericht zum Thema: Konflikte zwischen Bauern und Dorfbevölkerung.

Fremd im eigenen Dorf.pdf
Fremd im eigenen Dorf, Artikel aus der NZ vom 18.01.2012
(1.59 MiB) 707-mal heruntergeladen

Keine Freizeitpark.pdf
Das Dorf ist kein Wohlfühl-Freizeitpark
Artikel aus der NZ vom 18.01.2012
(963.46 KiB) 416-mal heruntergeladen


Der Bericht über die Ratssitzung bei der Herr Brömmer die Ratsmitglieder eingeladen hat ist doch wirklich bezeichnend. Wenn selbst Frau Hansen (Verfasserin der Artikels) den Eindruck hat die Ratsmitglieder würden reagieren als würden sie mit einem Lager für Atommüll und nicht mit einem landwirtschaftlichen Familienbetrieb mit Milchviehhaltung, Biogasanlage und Masthähnchenställen konfrontiert, was geht dann in den Ratsmitgliedern vor? Haben sie Angst, ihr Weltbild könnte zerstört werden und sie könnten sich nicht mehr so klar gegen solche Ställe stellen? Oder haben sie Angst sich bei einem Besuch des Betriebes mit multiresistenten Keimen anzustecken? Es ist schon wirklich traurig, wenn ein gestandener Betriebsleiter für Information und Transparenz sorgen will und sich vor dem Rat dann wie ein Bittsteller vorkommen muss. Wir sind hier eine landwirtschaftlich geprägte Region, Landwirtschaft ist der umsatzstärkste Wirtschaftszweig und da schafft es der Rat nicht die Einladung anzunehmen und um eine spätere Vereinbarung eines passenden Termins zu bitten? Haben die Ratsmitglieder Angst sie würden als Verräter gesehen, wenn sie sich der Landwirtschaft öffnen oder waren sie durch die Offenheit von Herrn Brömmer einfach so überrumpelt dass sie nicht mehr reagieren konnten? Ein ganz trauriges Bild das der Rat da hinterlassen hat. War natürlich auch bequem mit einer klaren Front auf der einen Seite die Ratsmitglieder und die guten Menschen, auf der anderen die Bauern und die bösen Menschen. Wird natürlich kompliziert wenn die Fronten aufweichen würden und man sich kommunikativ begegnen müsste ohne gleich Parolen zu skandieren und Transparente zu schwingen. Aber wir haben ja schon bei der Diskussion über die Stallbauplanung in Misselwarden gesehen was hier los ist.

Hier ein Link zur Diskussion über Misslewarden hier im Forum: Landwirtschaft.....nein, dank!

Zu den Aussagen von Prof. Dr. Florian Dünckmann kann man unterschiedlicher Meinung sein. Sicher treffen auf den Dörfern die beiden von ihm benannten Strömungen aufeinander und diese Konflikte müssen irgendwie gelöst werden. Sein Aussage man solle mit seinen Planungen möglichst früh an die Öffentlichkeit gehen sehe ich als sehr zweischneidig an. Sicher ist es gut offen mit der Bevölkerung umzugehen und zu versuchen bedenken schon im Vorfeld auszuräumen. Auf der anderen Seite gibt man Bürgerinitiativen und ähnlichen damit viel Zeit und viel Angriffsfläche und muss sich lange diesem Sperrfeuer aussetzen. Eine Anlage wie die, die in Misselwarden geplant war kann man noch so offen kommunizieren man wird sie nur gegen die Bevölkerung durchsetzen können.
Die Aussage das die Landwirte nicht mehr die Ernährer der Nation wären und schließlich Subventionen bekämen für das was sie tun sollen zeigt aber auch recht deutlich wo Prof. Dr. Dünckmann steht. Die meisten Lebensmittel die in der BRD verzehrt werden, werden auch hier produziert. Würde man mal in einem Supermarkt alle Produkte aus den Regalen nehmen in denen deutsche Agrarprodukte stecken, wäre der Laden ganz schön leer. Wir importieren Lebensmittel und wir exportieren Lebensmittel, würden wir in andere Staaten nichts schicken, würde hier auch weniger ankommen. Im Zuge der Globalisierung sollte man solche Zusammenhänge nicht so regional sehen, im Pool der Lebensmittelerzeugung leisten die deutschen Bauern einen nicht unerheblichen Anteil und würde dieser fehlen würden sich große Löcher auftun. Also sind in meinen Augen die Bauern immer noch die Ernährer der Nation, gerade in Anbetracht der Tatsache dass private Obst- und Gemüsegärten doch immer seltener werden und wer hält denn noch ein Schwein oder eine Kuh für die Selbstversorgung?

Wie kann man nun solche Konflikte angehen und lösen? Führt frühzeitige Kommunikation zum Ziel, so wie es her Prof. Dr. Florian Dünckmann vorschlägt? Sollte man landwirtschaftliche Betriebe in bestimmen Regionen konzentrieren und Tierhaltung nur weit ab von Wohnbebauung genehmigen? Muss die Landwirtschaft mehr für ihr Image tun, in dem sie Schulklassen und Eltern auf die Betriebe holt und alles offen zeigt? Sollten Tage des offenen Hofes öfter und flächendeckender veranstaltet werden? Oder müssen großflächige Werbekompanien mit einfachen Slogans her und diese der Bevölkerung durch permanente Wiederholung bei gebogen werden? Wie findet ihr die Artikel, wie seht ihr die Situation, wie ist es bei euch in der Gegend?
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Re: Fremd im eigenen Dorf

Beitragvon Hoschscheck » Mi Jan 18, 2012 16:10

Sie wird nicht politisch forciert, sie wird mathematisch forciert.
Kostendegression, Effizienz hat die deutsche Wirtschaft stark gemacht. Willst du die LW davon ausschliessen?
Darf die LW nicht prosperieren?
Wir müssen in Lehmhütten wohnen bleiben und unsere Kinder sind am Geruch, schlechter Kleidung und Inzucht zu erkennen.

Hurra, Hurrra.


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Re: Fremd im eigenen Dorf

Beitragvon Cairon » Mi Jan 18, 2012 17:00

tyr hat geschrieben:Genau deswegen ist eine möglichst vielfältig strukturierte Landwirtschft notwendig. Je mehr Landwirtschftliche Betrieb, je mehr Akzeptanz in der dörfl. Gemeinschft. Aber genau die gegenteilige Entwicklung wird ja politisch forciert. Immer weniger und größere Betriebe.
Naja, und dann fangen die nun mehrheitlich landwirtschftsfernen Bewohner an sich zu fragen "Was hab ich von den unanehmlichlkeiten des z.B. Großstallneubaus?" "Warum soll ich mit meinen Steuern die Infrastruktur dafür finanzieren?" usw.
Hausgemachter Ärger aus jahrzehntelanger völlig verfehlter und größenwahnsinniger Landwirtschfts und Strukturpolitik.
Nun wird geerntet, was gesäät worden ist........


Wenn Du viele Höfe willst brauchst du viele Leute die bereit sind Landwirtschaft zu betreiben und die wirst du nicht finden. Und um eine Antwort auf deine Frage zu gebe, günstige und qualitativ hochwertige Lebensmittel von spezialisierten Fachleuten.
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Re: Fremd im eigenen Dorf

Beitragvon Fassi » Mi Jan 18, 2012 17:17

Naja, politisch forciert schon. Die Politik will billige Lebensmittel, um die Bevölkerung satt zu bekommen (bzw. damit sie genug Kohle für andere wirtschaftliche Erzeugnisse haben). Und wie das geht, wissen wir ja alle, oder?

Wenn Du viele Höfe willst brauchst du viele Leute die bereit sind Landwirtschaft zu betreiben und die wirst du nicht finden.


Über die Brücke würde ich nicht gehen. Immerhin sind der größte Teil der LDW- Betriebe Nebenerwerbsbetriebe, und nicht wenige davon würden lieber ihr Haupteinkommen aus der Landwirtschaft beziehen (bzw. gehen ja nur deshalb arbeiten, weil das Einkommen aus der LDW nicht reicht). Ich denke schon, dass das auch gehen würde. Nur müßten dann halt auch wieder die Preise ansteigen, und das ist nicht gewollt. Alleine hier liegt der Knackpunkt, was ist die Bevölkerung bereit für entsprecht erzeugte Lebenmittel auszugeben. Und sagt mir nicht, moderner Stallbau funktioniert nur in Großanlagen. Er rechnet sich derzeit leider nur in diesen Größenordnungen.

Und dem Punkt je mehr Personen es in einem Dorf gibt, die mit der Landwirtschaft Berührungspunkte haben, desto höher ist die Akzeptanz ist nun mal wahres dran. Denn diese Personengruppe wird in den Dörfern immer weniger (alleine wenn ich bei uns so im Dorf rumschaue, wie weit da alleine die private Eigenversorgungs- Geflügelhaltung zurückgegangen ist). Wenn Otto Normal früher im Schuppen noch ein Schwein gemästet hatte, wußte die Familie zumindest grob Bescheid über Schweinehaltung. Wenn es auch nur die Haltungsgrundzüge waren, und das Fleischerzeugung ohne Geruch nur schwer möglich ist. Und sie wußten auch, dass ein Stall keine biologische Waffe ist. Nun gibts sowas kaum noch, und eine Aufklärungsarbeit findet erst jetzt statt, wo das Kind im Brunnen liegt und entsprechende Vereine es auch noch ducken.

Gruß Christian
http://www.youtube.com/watch?v=AMpZ0TGjbWE

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Re: Fremd im eigenen Dorf

Beitragvon Cairon » Mi Jan 18, 2012 17:30

Wenn Du aus einer Landwirtschaft deinen Lebensunterhalt bestreiten willst, brauchst du eine gewisse Größe und wenn Du die hast bist du für die meisten ja schon zu groß. Ich weiß nur, dass hier Fachkräfte für landwirtschaftliche Betriebe gesucht sind, gerade für Milchviehhaltung. Wenn da soviel Interesse wäre müssten die Stellen ja besetzt sein. Und wir brauchen eh nicht darüber reden, da es keine Zerschlagung größerer Betriebe geben wird, denn die müsste es ja geben um den anderen Leuten Land zu verschaffen.
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Re: Fremd im eigenen Dorf

Beitragvon Fassi » Mi Jan 18, 2012 18:14

@ Cairon: Ich rede ja auch nicht von der Ist- Situation, sondern von der Entwicklung dahin. Seit den 50ern heißt die Devise ausschließlich wachsen oder weichen. Und das hat halt dahin geführt. Und die später aufkeimende Bürökratie hat dann dafür gesorgt, dass die Selbstversorger auch so langsam die Segel gestrichen haben. Von daher ernten wir halt jetzt, was unsere Großväter (bzw. Väter) gesät haben.

Gruß Christian
PS: Was die Melker angeht, so ist doch schon ein Unterschied, ob ich für mich arbeite oder für jemanden anderen. Alleine schon von der Motivation.
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Re: Fremd im eigenen Dorf

Beitragvon Nordhesse » Mi Jan 18, 2012 19:29

Die Landwirtschaft ist kein Arbeitsplatzkiller. Erst gingen Anfang der 60er Jahre die Mitarbeiter in die Industrie, dann setzte die Technisierung der Landwirtschaft ein. Neben einigen Großen Industriebetrieben hält hier in der Gegend die Landwirtschaft die Wirtschaft noch am laufen. Hab gerade mal gerechnet. Bei uns im Ort: 23 % Kinder und Jugendliche, 13 % Hausfrauenen und Männer, 8 % selbständige, 2 % arbeitslos, 28 % Abhängig beschäftigte und 26 % Rentner. Wenn die Landwirschaft noch zurückgeht, können wir hier bald die Lichter ausmachen. Mir gibt das Beharrungsvermögen der Rentner sehr zu denken. Häufig sind sie gegen jede Veränderung- nicht nur was die Landwirtschaft betrifft. Aber die Rente soll jeden Monat pünktlich auf dem Konto sein
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Re: Fremd im eigenen Dorf

Beitragvon Hoschscheck » Mi Jan 18, 2012 20:17

tyr hat geschrieben: Ist die deutsch Wirtschft wirklich so stark, oder eigendlich nur ein paar auf den export fokusierte Unternehmen? Und das auch nur weil die deutsch bevölkerung für ihre Kredite bürgt, damit sie überhaupt noch genug exportieren können.

Warum sollten wir in Lehmhütten wohnen, gerade die Großlandwirtschaft ist DER Arbeitsplatzkiller im ländlichen Raum.

Damit wir Artgerecht wie unser Dörrgemüse ausschauen, :wink: :mrgreen:
tyr hat geschrieben:Ja.....und? Also ich kenn hier einige im Umfeld, die würden gerne, auch im größern Stil.... können aber nicht.
....

Warum können die denn nicht?
Krummefinger? Oder lange?


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Re: Fremd im eigenen Dorf

Beitragvon Frankenbauer » Mi Jan 18, 2012 21:00

Wenn ich mal in den Kreis meiner Bekannten und Mitarbeiter schaue ist das Problem im Osten das, dass Omas und Opas um möglichst schnell ihre vergleichsweise hohen "Bauernrenten" zu erhalten langfristige Verträge mit den LPG Folgeunternehmen gemacht haben oder sogar gleich verkauft haben. Die Folgegeneration wollte gerne was aufbauen hatte aber keine Möglichkeiten an das Land ranzukommen und der dritten Generation ists eh Wurst, so lange Oma immer noch Kohle nach dem Westen schickt. Und genau so wie dem Selbermacher geht es den kleinen Pächtern, wenn wo was frei wird kann er nicht mithalten, wenn es überhaupt öffentlich wird, mir wurde von einer Verlängerung von Pachtverträgen zwei Jahre vor Ablauf erzählt, während der Kleine noch lauert hat die GmbH das Feld schon im Sack.
In der Beziehung kann ich tyr verstehen ist etwa so wie bei uns die Verpachtung von Stiftungsland (Kirche, Spital), da kommst Du wenn nur dran, wenn Du vorher schon Pächter warst.

Gruß

Werner
frech, frecher, FRÄNKISCH!
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