Heute morgen las ich auf der Hauptseite des Landkreis-Cuxhaven-Teils der Nordsee-Zeitung aus Bremerhaven einen interessanten Bericht zum Thema: Konflikte zwischen Bauern und Dorfbevölkerung.
Der Bericht über die Ratssitzung bei der Herr Brömmer die Ratsmitglieder eingeladen hat ist doch wirklich bezeichnend. Wenn selbst Frau Hansen (Verfasserin der Artikels) den Eindruck hat die Ratsmitglieder würden reagieren als würden sie mit einem Lager für Atommüll und nicht mit einem landwirtschaftlichen Familienbetrieb mit Milchviehhaltung, Biogasanlage und Masthähnchenställen konfrontiert, was geht dann in den Ratsmitgliedern vor? Haben sie Angst, ihr Weltbild könnte zerstört werden und sie könnten sich nicht mehr so klar gegen solche Ställe stellen? Oder haben sie Angst sich bei einem Besuch des Betriebes mit multiresistenten Keimen anzustecken? Es ist schon wirklich traurig, wenn ein gestandener Betriebsleiter für Information und Transparenz sorgen will und sich vor dem Rat dann wie ein Bittsteller vorkommen muss. Wir sind hier eine landwirtschaftlich geprägte Region, Landwirtschaft ist der umsatzstärkste Wirtschaftszweig und da schafft es der Rat nicht die Einladung anzunehmen und um eine spätere Vereinbarung eines passenden Termins zu bitten? Haben die Ratsmitglieder Angst sie würden als Verräter gesehen, wenn sie sich der Landwirtschaft öffnen oder waren sie durch die Offenheit von Herrn Brömmer einfach so überrumpelt dass sie nicht mehr reagieren konnten? Ein ganz trauriges Bild das der Rat da hinterlassen hat. War natürlich auch bequem mit einer klaren Front auf der einen Seite die Ratsmitglieder und die guten Menschen, auf der anderen die Bauern und die bösen Menschen. Wird natürlich kompliziert wenn die Fronten aufweichen würden und man sich kommunikativ begegnen müsste ohne gleich Parolen zu skandieren und Transparente zu schwingen. Aber wir haben ja schon bei der Diskussion über die Stallbauplanung in Misselwarden gesehen was hier los ist.
Hier ein Link zur Diskussion über Misslewarden hier im Forum: Landwirtschaft.....nein, dank!
Zu den Aussagen von Prof. Dr. Florian Dünckmann kann man unterschiedlicher Meinung sein. Sicher treffen auf den Dörfern die beiden von ihm benannten Strömungen aufeinander und diese Konflikte müssen irgendwie gelöst werden. Sein Aussage man solle mit seinen Planungen möglichst früh an die Öffentlichkeit gehen sehe ich als sehr zweischneidig an. Sicher ist es gut offen mit der Bevölkerung umzugehen und zu versuchen bedenken schon im Vorfeld auszuräumen. Auf der anderen Seite gibt man Bürgerinitiativen und ähnlichen damit viel Zeit und viel Angriffsfläche und muss sich lange diesem Sperrfeuer aussetzen. Eine Anlage wie die, die in Misselwarden geplant war kann man noch so offen kommunizieren man wird sie nur gegen die Bevölkerung durchsetzen können.
Die Aussage das die Landwirte nicht mehr die Ernährer der Nation wären und schließlich Subventionen bekämen für das was sie tun sollen zeigt aber auch recht deutlich wo Prof. Dr. Dünckmann steht. Die meisten Lebensmittel die in der BRD verzehrt werden, werden auch hier produziert. Würde man mal in einem Supermarkt alle Produkte aus den Regalen nehmen in denen deutsche Agrarprodukte stecken, wäre der Laden ganz schön leer. Wir importieren Lebensmittel und wir exportieren Lebensmittel, würden wir in andere Staaten nichts schicken, würde hier auch weniger ankommen. Im Zuge der Globalisierung sollte man solche Zusammenhänge nicht so regional sehen, im Pool der Lebensmittelerzeugung leisten die deutschen Bauern einen nicht unerheblichen Anteil und würde dieser fehlen würden sich große Löcher auftun. Also sind in meinen Augen die Bauern immer noch die Ernährer der Nation, gerade in Anbetracht der Tatsache dass private Obst- und Gemüsegärten doch immer seltener werden und wer hält denn noch ein Schwein oder eine Kuh für die Selbstversorgung?
Wie kann man nun solche Konflikte angehen und lösen? Führt frühzeitige Kommunikation zum Ziel, so wie es her Prof. Dr. Florian Dünckmann vorschlägt? Sollte man landwirtschaftliche Betriebe in bestimmen Regionen konzentrieren und Tierhaltung nur weit ab von Wohnbebauung genehmigen? Muss die Landwirtschaft mehr für ihr Image tun, in dem sie Schulklassen und Eltern auf die Betriebe holt und alles offen zeigt? Sollten Tage des offenen Hofes öfter und flächendeckender veranstaltet werden? Oder müssen großflächige Werbekompanien mit einfachen Slogans her und diese der Bevölkerung durch permanente Wiederholung bei gebogen werden? Wie findet ihr die Artikel, wie seht ihr die Situation, wie ist es bei euch in der Gegend?


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