Bauernverband Schleswig-Holstein
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Umwelt-Fußball-EM in Deutschland
2024 – Fußball-EM in Deutschland. Innenminister Anton Hofreiter sorgt bei DFB-Präsident Jogi Löw für schlaflose Nächte. In Absprache mit Umweltminister Robert Habeck wurde dem Bundeskabinett eine Vorlage zugeleitet, wonach zehn Prozent der Rasenfläche in deutschen Fußballstadien für urbane Biodiversität zu reservieren ist. Ob nun als Randstreifen, Landschaftselement oder gar Brachfläche bleibt dem Eigentümer und Bewirtschafter überlassen. Jährlich ist die Entwicklung zu dokumentieren und staatlich zu kontrollieren. Die Kontrollkosten hat der Stadionbetreiber zu tragen. Präsident Löw reagiert umgehend. Die Stadien seien keine Spielwiese für Grüne Fantasten, denen die Bindung zum Fußballspiel fehle. Umweltschutz sei wichtig, aber bitte außerhalb des Spielfelds.
Unbeeindruckt äußert Hofreiter gegenüber Journalisten, auch den Waldanteil auf den „verödeten“ deutschen Fußballflächen anheben zu wollen. Im ersten Schritt auf zehn Prozent, weitere Anhebungen können mit freiwilligen Verpflichtungen zum Erhalt der bereits bestehenden Knicks an den Westkurven verrechnet werden. Dann muss aber zur Lärmminderung die Besucherzahl auf den unteren Rängen erheblich reduziert werden. Auf der verbleibenden Fläche gilt das Grätschen ab sofort als Grünlandumbruch und wird verboten.
Löw kritisiert, für den Erfolg der „Mannschaft“ sei das aber eine Grundvoraussetzung. „So können wir nicht arbeiten“, klagt der ehemalige Bundestrainer. Zudem könne man sich ohne zahlende Zuschauer keinen Naturschutz leisten. „Wie sollen wir da weltweit konkurrenzfähig bleiben?“ Löw klagt, der Innenminister stelle die Wirtschaftlichkeit des Fußballbetriebes hintan. Naturschutz müsse man sich verdienen. Hofreiter schlägt als Lösung die Konzentration des Fußballs auf den heimischen Markt vor. Dies sei durchaus eine Einkommensalternative. So könne man auch schädlichen Spieler-Importen, die den Einsatz südamerikanischer Todesschwadrone förderten, entgegentreten. „Ich war dort, ich weiß das“, so Hofreiter, der laut Medienberichten nun ein Buch darüber schreiben will.
Der Eklat für DFB-Präsident Löw ist aber die geplante Verpflichtung, 50 % des Strombedarfs aus eigenen regenerativen Quellen einzuspeisen. „Auf vielen Plätzen ist das nur mit einer Windkraftanlage am Anpfiffpunkt machbar“, pfeift Löw den Minister an. „Erneuerbare Energien sind wichtig. Aber das reicht!“ Denn die Besucher seien nicht bereit, den Zuschlag für Ökostrom zu zahlen. Damit würden die Vereine auf den Kosten sitzen bleiben. „Das scheint unserem Minister völlig egal zu sein,“ so Löw.
Hofreiter reagiert in den Medien gereizt: Es sei unverantwortlich, wie der DFB den Naturschutz bisher vernachlässigt habe. Die Rasenfläche werde seit Jahrzehnten massiv überdüngt. Der unverantwortliche Einsatz von Pestiziden mache erst eine Grasmonokultur möglich, die negative Auswirkungen auf viele Tierarten habe. Deutsche Stadien seien das Paradebeispiel für eine rückwärts gewandte, einseitig von ökonomischen Interessen geleitete Wirtschaft. „ Ich mache Schluss mit ausgeräumten Stadionlandschaften. Es gibt keinen heiligen Rasen“, entgegnet Hofreiter. „Naturschutz muss im Sinne der Sozialpflichtigkeit des Eigentores, äh Eigentumes gerade von der Wirtschaft gelebt werden“, fordert der Minister in einem Interview auf dem gepflegten Kurzrasen seines Ministeriums.
Umweltminister Habeck umwirbt die Vereine durch die Medien, die Chancen des Biofußballspiels zu sehen und die Fördermittel seines Ministeriums für eine ökologische Inwertsetzung der monotonen Rasenflächen in Anspruch zu nehmen. Auch ethisch sei der konventionelle Rasenfußball seiner Ansicht nach in Frage zu stellen. „Wir haben heute Alternativen, deshalb brauchen wir eine neue Begründung für reine Rasenflächen.“ Habeck tritt noch einmal nach: Wer eine Sportförderung in großem Ausmaß nutze, der müsse auch etwas dafür tun. Geld für ein „Weiter so“ werde es nicht geben. Der Bürger wolle für seine Steuermittel eine Gegenleistung. Das Fußballspiel reiche da nicht aus. Habeck kündigt über die Medien weitere Maßnahmen an, mit oder ohne DFB.
Löw drohte, leeren Kassen würde eine Aufgabe des Fußballs erzwingen. „Dann machen wir die Tore zu!“ Habeck reagiert über die Medien mit Verständnis: „Ich bin doch dafür, dass die Eintrittspreise erhöht werden. Die Zuschauer sind seit langem dazu bereit.“ Um international bestehen zu können, müssten deutsche Spiele einen höheren Umweltstandard bieten. Gegenüber Medienvertretern äußert sich Habeck zugleich verärgert. Er verstehe nicht, warum der DFB seine Vorschläge zur Einkommenssicherung immer wieder abwehre.
Habeck gibt Löw medial geschickt aber ungefragt Nachhilfe in Sachen Unternehmenserfolg: „ Im internationalen Massenmarkt können wir nicht konkurrieren. Heben Sie sich ab, statt weiter auf Wachstum zu setzen. Schießen Sie endlich weniger Tore, dafür mit höherer Qualität.“ Als Minister vertrete er die Gesellschaft und die sage immer häufiger Nein zu konventionellen Pestizid-Kunstdünger-Massentorschüssen. Fußball dürfe im Stadion nicht alles bestimmen. Es gehe auch um eine Heimat für den Wolf...
...so weit der Blick in die Zukunft. Unrealistisch? Heute schon Wirklichkeit – in der deutschen Landwirtschaft.
Quelle:
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