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Glückliches Biotier? 45 Min

Hier kann man über aktuelle Themen aus den Medien und Allgemeines der Landwirtschaft diskutieren.
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69 Beiträge • Seite 3 von 5 • 1, 2, 3, 4, 5
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Re: Glückliches Biotier? 45 Min

Beitragvon SHierling » Di Mär 16, 2010 16:17

Nick hat geschrieben:Hallo, hab es gestern zufällig gesehen. War denk ich gut ausgewogen.
Nur hab ich mich gefragt wo und wann die Gülle vom Schweinehochhaus weggefahren und ausgebracht wird, weil möglichst regional.

mfg

sry, hatte Deinen Beitrag übersehen :oops:
Soweit ich weiß, gehen die Leute in solchen Planungen von Trocknung aus, damit das ganze handelbarer / transportwürdiger Dünger wird, ähnlich wie beim HTK. Es gibt aber auch Ideen für nahezu "geschlossene Systeme", bei denen der Futterbau integriert ist - zB mit Anlagen, die diesen Gemüsencontainern gleichkommen.

Quasi den Acker direkt unter dem Stall unter dem Acker unter dem Stall ... :wink: .
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Re: Glückliches Biotier? 45 Min

Beitragvon heinzi the chicken » Di Mär 16, 2010 16:33

SHierling hat geschrieben:Die Wünsche des Verbrauchers machen das Ganze hochpreisig, nicht hochwertig.
Externe Kosten sind zB Verbreitung von Pflanzenkrankheiten aufgrund mangelnden Pflanzenschutzes, Anreicherung von Kupfer, Verarmung der Böden durch den Verzicht auf mineralische / zugekaufte Düngemittel bei gleichzeitigem VERkauf von organischer Substanz, Grundwasserbelastung durch Freilandhaltung, Immissionen aus Tiefställen und so weiter bis hin zum Nahrungsmittelmangel durch bewußt geringere Erträge.

Soziale Kosten kannst Du Dir selber ausmalen, wenn es plötzlich für die "besseren Leute" das angeblich "bessere Essen" gibt.

Und ich halte zB den NDR für durchaus objektiv, oder zumindest für um Objektivität bemüht, im Gegensatz zu einigen anderen Sendeanstalten, die "verbraucherfreundlich" eben auch nichts weiter können als "Bio gut, konventionell schlecht".


doch , ist leider hochwertiger:
1. Es wird weitaus weniger Antibiotika in der ökologischen Landwirtschaft benutzt als in der konventionellen Landwirtschaft. Das wurde auch so im Bericht vorgebracht, aber die Konsequenzen wurden nicht weiter berichtet. Antibiotika sind Pharamzeutische Produkte, die gegen Bakterien eingesetzt werden. Das klingt ja alles schön und gut, es gibt dabei aber ein Problem. Bei vielen Bakterein gibt es keine Antibiotika mehr, weil Bakterien in einer Evolution Resistenzen gegen die Antibiotika entwickelt haben. Das Problem ist dabei, dass in Massentierhaltung die Tiere im Falle einer Infektion einer wenigen Tiere gleich eine ganze Stallladung von Tieren mit Penicillin oder ähnlichen Stoffen versorgt wird. Somit kann man die Antibiotika im Tier, nach der Schlachtung, und später nach der Düngung der Felder mit Mist im Boden nachweisen. Der Kreislauf ist fatal, da der Mensch diese Antibiotika aufnimmt und sich die Bakterien an die Antibiotika anpassen: Vereinfacht, kann man sagen, dass bei übermässigem Hähnchenfleischverzehr und im Fall einer Lungenentzüdung mit resistenten Bakterien, es nicht viele Auswege gibt.
2. Die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln führt auch zur Aufnahme in tierische Gewebe, folglich nimmt auch der Mensch diese Pflanzenschutzmittel ,zwar in geringem Mass, auf.
3. Ökologisch gefütterte Tiere nehmen mehr Rohfasern auf (besonders bei Rindern), in Folge dessen nimmt der schädliche Anteil an Omega 6 Fettsäuren ab und der Anteil an Omega 3 Fettsäuren zu. Omega 3 Fettsäuren sind auch in Fischöl, und es wird ihnen die Fähigkeit zugesagt den Cholesterol-spiegel zu senken, als Konsequenz wird das Risiko für Herzinfakte und Blutdruck gesenkt (uvm).
4. Es wird behauptet, dass stressfreie Transporte die Qualität verbessern ( das ist aber in meinem Augen Schwachsinn)

Das sind nur die Vorteile für Fleisch und mal ganz abgesehen von den vorteillhaften Faktoren für Umwelt , Wirtschaft und Soziales ( man muss nicht mehr mit der Mafia arbeiten).

Mit den externe Kosten hast du Recht, das gebe ich zu, man kann es aber mit guter fachlicher Praxis verringern.Aber die Konventionelle Landwirtschaft wird ja weiterhin bestand haben, es redet ja keiner davon sie abzuschaffen.

Mit "Sozialen Kosten", frag ich mich, wie naiv du bist? Wann warst du das letzt mal beim Arzt, wieviel hast du bezahlt? Wie lange hast du gewartet? Müssen deine Kinder an der Uni Geld berappen, oder gar an der Privatschule? Eine 2-Klassen-welt ist schon lange da.
http://wwwnc.cdc.gov/eid/article/17/7/1 ... rticle.htm
http://www.youtube.com/watch?v=5U9sChS4aEw
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Re: Glückliches Biotier? 45 Min

Beitragvon SHierling » Di Mär 16, 2010 17:10

heinzi the chicken hat geschrieben:1. Es wird weitaus weniger Antibiotika in der ökologischen Landwirtschaft benutzt als in der konventionellen Landwirtschaft. Das wurde auch so im Bericht vorgebracht, aber die Konsequenzen wurden nicht weiter berichtet.

Ich weiß, was Antibiotika sind. Was "weitaus weniger" sein soll, weiß ich leider nicht. Bei der Resistenz-Problematik sehe ich den Menschen auch nicht als allein Wertbestimmend an - meine Tiere (meine Lebensgrundlagen!) werden selbstverständlich _mit dem selben Recht_ gegen Bakteriell verursachte Krankheiten behandelt wie ich selber. Ich halte es zB für absolut unverantwortlich, ganze Bestände von Puten einfach sinnlos und überflüssig zu schlachten und dann zu verbrennen, nur weil ein bestimmtes Antibiotikum, das diesen Tieren helfen könnte, zum Einsatz nicht zugelassen ist.

2. Die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln führt auch zur Aufnahme in tierische Gewebe, folglich nimmt auch der Mensch diese Pflanzenschutzmittel ,zwar in geringem Mass, auf.

Stimmt. Was dabei verschwiegen wird, ist das der Mensch, werden seine Nutzpflanzen NICHT behandelt, statt der PSM-Reste eben die Gifte der verschiedenen Pilze aufnimmt, die die Pflanzen befallen, oder sich - werden diese nicht bekämpft - auch mal mit 100% Ernteausfall (zB bei Steinbrand) auseinandersetzen muß.
Bio-Betriebe verwerden ebenfalls PSM, zB auf der Basis von Kupfer, das sich dann zwar nicht in den Lebensmitteln, aber im Boden anreichert, und diesen langfristig unbrauchbar macht, da es sich nicht, wie organische PSM, abbauen kann und auch nicht verlagert wird.

3. Ökologisch gefütterte Tiere nehmen mehr Rohfasern auf (besonders bei Rindern), in Folge dessen nimmt der schädliche Anteil an Omega 6 Fettsäuren ab und der Anteil an Omega 3 Fettsäuren zu. Omega 3 Fettsäuren sind auch in Fischöl, und es wird ihnen die Fähigkeit zugesagt den Cholesterol-spiegel zu senken, als Konsequenz wird das Risiko für Herzinfakte und Blutdruck gesenkt (uvm).

Du meinst, es sei ökologisch, "Convenience-Tiere" zu füttern? Demnach wären die speziell gezüchteten Omega-3-Schweine, die in den USA geklont werden, wahre Bio-Schweine?
Ich denke, ein Tier hat ein Recht auf artgerechte und natürliche Ernährung. Pharming hat meiner Meinung nach nichts mit "ökologisch verträglicher Landwirtschaft" zu tun, und erst recht nicht mit guter fachlicher Praxis.


4. Es wird behauptet, dass stressfreie Transporte die Qualität verbessern ( das ist aber in meinem Augen Schwachsinn)
das wird nicht nur behauptet, das zB kann man nachweisen anhand verschiedener Hormonspiegel im Blut. Das hat aber mit Bio oder nicht nichts zu tun, Ruhezeiten vor der Schlachtung und Trasportverordnungen gelten überall.

Mit "Sozialen Kosten", frag ich mich, wie naiv du bist? Wann warst du das letzt mal beim Arzt, wieviel hast du bezahlt? Wie lange hast du gewartet? Müssen deine Kinder an der Uni Geld berappen, oder gar an der Privatschule? Eine 2-Klassen-welt ist schon lange da.

Ja und? Deswegen muß ich die jetzt auch noch gut finden, oder gar ausweiten?
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Re: Glückliches Biotier? 45 Min

Beitragvon heinzi the chicken » Di Mär 16, 2010 18:27

@ SHierling:
Das schöne ist, dass das vielen egal ist, bis sie selbst eine Infektion bekommen, und mit dem Tod kämpfen.
Schweine müssen nicht geklont werden, sondern sie werden nur mit Rohfasern beigefüttert. Dazu, was mich ärgert, dass das nicht in dem Bericht erschienen ist, können Rinder ohne Probleme nur mit Gras gemästet werden. Sie sind ideale Öko-tiere.

hier noch eine seriöse quelle :prost: :klug: :regen:
http://www.bild.de/BTO/tipps-trends/ges ... eisch.html
http://wwwnc.cdc.gov/eid/article/17/7/1 ... rticle.htm
http://www.youtube.com/watch?v=5U9sChS4aEw
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Re: Glückliches Biotier? 45 Min

Beitragvon TLH » Di Mär 16, 2010 19:17

Somit kann man die Antibiotika im Tier, nach der Schlachtung, ......nachweisen

haaalt, das ist Quatsch, schlicht und ergreifend absoluter Blödsinn
seit ewigen Zeiten bedeuten PositivFunde bzgl. Antibiotika egal ob in der Milch oder im Fleisch das unmittelbare Aus für die betroffene Lieferung! Das wird nur noch entsorgt, da geht nichts mehr mit Lebensmittel......der betreffende Landwirt wird viel erklären (und bezahlen) müssen.....

dass bei übermässigem Hähnchenfleischverzehr und im Fall einer Lungenentzüdung mit resistenten Bakterien, es nicht viele Auswege gibt.

äh, wie jetzt? bei übermässigem Hähnchenverzehr gibt es auch nicht viele Auswege? oder der Verzehr macht ne Lungenentzündung???? der Verzehr macht ne Lungenentzündung mit resistenten Bakterien???? wie denn?? Ißt Du Dein Hähnchen roh oder inhalierst Du es?? :roll:

noch was: weniger Antibiotikaverbrauch wird immer mit gesünderer Haltung gleichgesetzt; ich hab aber auch "weniger Antibiotikaverbrauch" wenn ich kranke Tiere nicht behandle, bzw. einfach vor die Hunde gehen lasse; das geht leider aus der Statistik nicht hervor

last not least: das ist wirklich das allererste Mal daß jemand ausgerechnet die Bild als seriöse Quelle bezeichnet :lol: :lol: :lol:
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Re: Glückliches Biotier? 45 Min

Beitragvon hans g » Mi Mär 17, 2010 7:40

TLH hat geschrieben:
dass bei übermässigem Hähnchenfleischverzehr und im Fall einer Lungenentzüdung mit resistenten Bakterien, es nicht viele Auswege gibt.

äh, wie jetzt? bei übermässigem Hähnchenverzehr gibt es auch nicht viele Auswege? oder der Verzehr macht ne Lungenentzündung???? der Verzehr macht ne Lungenentzündung mit resistenten Bakterien???? wie denn?? Ißt Du Dein Hähnchen roh oder inhalierst Du es?? :roll:

er meint,dass bei übermässigem hähnchenverzehr die medikamente gegen husten,schnupfen,heiserkeit und lungenentzündung praktischerweise gleich mit verzehrt werden---spart den arztbesuch :D
früher hiess es immer,bei männern würde der BUSEN durch hähnchenfleisch wachsen :mrgreen:
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Re: Glückliches Biotier? 45 Min

Beitragvon SHierling » Mi Mär 17, 2010 8:31

Jetzt weiß ich, warum die mich mit meiner Lungenentzündung im vorigen Jahr schon nach 4 Tagen wieder nach hause gelassen haben: die wußten ja, daß ich Hühner habe! ;-)


Heinzi: die weitaus meisten resistenten Keime gibt es im KKH selber, und niemand kommt auf die Idee, deswegen die ABs zu verbieten. Resistenzbildung ist nun mal Teil des ganz normalen Prozesses, Mutationen entstehen nicht, weil es AB gibt, sondern die AB selektieren nur die mutierten Keime. Und das tun sie da, wo sie angewendet werden - zum Beipiel im Putenstall.

Die Gefahr, sich in einem Stall zB mit MRSA zu infizieren, ist aber für den ganz überwiegenden Teil der Bevölkerung wirklich extrem klein, da ist nämlich sogar das Betreten für Fremde verboten.

Die Gefahr, daß aus KKHs jede Sorte resistente Keime in jede Gegend getragen werden, und dann da durch das Einschleppen in Ställe irgendwann unsere Lebensgrundlagen zerstören, ist da schon erheblich größer - und da liegt keine vorgeschriebene Desinfektionsmatte im Ein- und Ausgang, es gibt keine Hygieneschleuse, und es wird nicht protokolliert, wer wann wo hinfährt etc pp. :!:
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Re: Glückliches Biotier? 45 Min

Beitragvon meyer wie mueller » Mi Mär 17, 2010 9:12

Hallo

zu den Antibiotika:
Für den Antibiotikanachweis in Lebensmitteln gibt es natürlich Grenzwerte. Unterhalb dieser Grenzwerte gelten die Lebensmittel als unbelastet (vergl. Methodensammlung nach dem Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch ), obwohl Spuren mit geeigneten Methoden nachweisbar sind.
Gerade geringe Mengen oder zu kurze Wirkzeit eines Antibiotikums führen zu Restistenzentwicklungen (deshalb muss man auch immer bei einer antibiotischen Behandlung die ganze Schachtel aufbrauchen und Ärzte warnen vor dem übermäßigen Einsatz von Antibiotika.) Die Resistenzen entstehen häufig PRIMÄR nicht in den human-pathogenen Keimen, sondern werden in "Allerweltskeimen" entwickelt. Da die meisten der Resistenzgene auf sogenannten Plasmiden lokalisiert sind, können diese Sequenzen über "Sex" der Bakterien weitergegeben werden. Auch zwischen den Arten findet ein Gentransfer statt! Verbreitet werden die Resistenzen allerdings oft in Krtankenhäusern.
Deshalb ist es sinnvoll, dass man versucht, antibiotisch wirksame Substanzen, die in der Behandlung von Menschen eingesetzt werden, erst gar nicht bei der Behandlung von Tieren einzusetzen oder auch nicht in die Umwelt gelangen zu lassen. Je gezielter der therapeutische Einsatz eines Antibiotikums ist, umso später treten Resistenzen auf.
Die Resistenzen haben auch die Tendenz wieder aus den Keimen zu verschwinden, wenn diese nicht mehr mit dem betreffenden Antibiotikum konfrontiert werden (Dieses Genmaterial ist für das Bakterium nutzlos und belastend, wenn es nicht mehr gebraucht wird; bei der Zellteilung muss es ebenfalls repliziert werden; mit unnützem Genmatereial hat das Bakterium einen Wachstumsnachteil und wird irgendwann überwuchert und ausverdünnt, die einmal entwickelte Resistenz bleibt jedoch im Genpool erhalten)

Aus den o.g. Gründen ist es vorzuziehen, wenn der Einsatz von Antibiotika in der Tierzucht minimiert wird und deshalb kann man das Fleisch von Tieren, die nach den sog. BIO-Standards gezüchtet werden, schon als hochwertiger bezeichnen.


zu dem Streß und der dadurch verursachten Qualitätsverminderung:
Bei Streß z.B. verursacht durch einen Tiertransport zum Schlachthof werden Hormone (z.B. Cortisol) freigesetzt, die unter anderem zu Wassereinlagerungen führen. Die dadurch verringerte Fleischqualität ist erwiesen. Man kann davon ausgehen, dass auch eine streßfreie Tierhaltung (genügend Auslauf und ausreichender Platz mit Rückzugsräumen) die Fleischqualität erhöhen. Nicht umsonst geben Gourmets viel Geld dafür aus, wenn sie entsprechend produziertes Fleisch erwerben können z.B. Weideochsenfleisch, Schinken von Eichelmastschweinen aus der Extremadura in Spanien, Bresshuhn, Sisteron -Lamm, Maremma-Rind u.s.w.) Auch auf die Milchqualität haben die Haltungsbedingungen einen Einfluß. Der beste Käse wird bekanntlich auf Almen erzeugt, wo die Kühe auf der Weide ein artenreiches Grünfutter bekommen.

Entsprechend produzierten Lebensmittel sind somit nachgewiesenermaßen hochwertiger, was sich auch im Preis niederschlägt! Die Vermarktung ist aber schwieriger, da die Zielgruppe nicht so leicht erreichbar ist, wie die Massenkundschaft im Discounter.

Gruß
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Re: Glückliches Biotier? 45 Min

Beitragvon SHierling » Mi Mär 17, 2010 9:21

Also der Schluß mit den ABs ist immer noch falsch. Wenn der Einsatz von AB zu Resistenzen führt, läßt das NICHT den Schluß zu, er sei ausgerechnet in der Tierhaltung "zu minimieren" , denn gerade da können möglicherweise auftretende resistente Keime am ehesten bekämpft werden - zB durch Keulen, anstatt einen Bestand zu Keulen, OHNE auch nur einen Behandlungsversuch zuzulassen. Das ist der selbe Trugschluß wie bei den PSM: Wo nicht behandelt wird, breiten sich dann eben die Krankheiten wieder aus. Oder beim Impfen: wo nicht geimpft wird, haben die Betriebe mit Seuchen zu kämpfen, die man lange als ausgerottet angesehen hat.
Aber soweit denken die Bio-Kunden und -Produzenten eben nicht, sondern nur bis zum eigenen Tellerrand und bis zur eigenen Brieftasche.

Im übrigen ist die TierZUCHT "nach Bio-Standards" davon ja nun am allerwenigsten betroffen,
eventuell meinst Du die Produktion?


Und die "Gourmets" tun genau das, was oben schon steht: die kaufen hochPREISIG (Veblen), nicht hochWERTIG.
Es gibt keine Untersuchung, die Bioware im Vergleich zu normalem Fleisch aus entsprechender Haltung / entsprechender Rasse "bessere Inhaltsstoffe" bescheinigt, und ausgerechnet bei RIndern mit Wassereinlagerung zu kommen, ist schon schwer am Thema vorbei - die haben, wenn überhaupt, Probleme mit DFD-Fleisch, nicht mit PSE!

Der Anteil "Milch von Almen" in Deutschland ist btw so verschwindend gering, daß die bezeichnung "Alpenmilch" inzwischen schon als "unlautere Werbung" angesehen wird, da in weit über 90% aller Packungen mit diesem Aufdruck nichts derartiges drin ist.
Zuletzt geändert von SHierling am Mi Mär 17, 2010 10:46, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Glückliches Biotier? 45 Min

Beitragvon hans g » Mi Mär 17, 2010 9:26

meyer wie mueller hat geschrieben:.... ist es vorzuziehen, wenn der Einsatz von Antibiotika in der Tierzucht minimiert wird und deshalb kann man das Fleisch von Tieren, die nach den sog. BIO-Standards gezüchtet werden, schon als hochwertiger bezeichnen.

wenn tiere krank sind,MÜSSEN sie behandelt werden,auch mit ANTIBIOTIKA---daraus zu schliessen,dass kiloweise diese mittel ins tierfutter gemischt werden,ist ABENTEUERLICH.
wenn im schlachthof bei einem meiner schweine,RÜCKSTÄNDE von medikamenten festgestellt werden,kommt der STAATSANWALT.
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Re: Glückliches Biotier? 45 Min

Beitragvon Hoschscheck » Mi Mär 17, 2010 10:17

Mmh, mal frag,

gibt es eigentlich auch Bio-Brütereien?
wo kommen denn die vielen Küken für Bio her?
Gibt es irgendwo einen Stall mit Bodenhaltung wo die ganzen Bio-Hennen ihren Nachwuchs selbst bebrüten und noch ein paar Wochen lang aufziehen bevor sie getrennt werden?
Wie viel Bio-Mutties müsste es denn geben wenn jede Henne durch ein Deutsches-Bio-Küken ein paar Wochen "blockiert" ist?
Hat da mal jemand nen Link?
heinzi das Hünchen?
Meyer?

Äh, Brigitta?

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BildBild Gianni Infantino ist neuer Fifa-Präsident! Blatter musste gehen, aber ging seine Gangart?
Probezeit bestanden! gez. Kanzlei Mossack Fonseca, Panama.
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Re: Glückliches Biotier? 45 Min

Beitragvon SHierling » Mi Mär 17, 2010 10:34

Quark - zu den Zuchtzielen bei den Biohennen gehört
"geringe Neigung zu Brütigkeit", also nix Glucke.

Ansonsten guckst Du da:
http://www.oekolandbau.de/erzeuger/tier ... nnenzucht/

Und da:
http://www.orgprints.org/781/

Für den Bereich der Züchtung und Aufzucht von Legehybriden im ökologischen Landbau wird die Diskrepanz zwischen Zielen und Entwicklungsstand aufgezeigt. Die Zuchtfirmen der Legehybriden beginnen, den Markt alternativer Haltungssysteme wahrzunehmen. Die ökologische Aufzucht befindet sich in Bezug auf Umfang und Tiergerechtheit noch in den Kinderschuhen.


und
Die Haltungsbedingungen weisen Mängel in Hinblick auf Tiergerechtheit und Beeinflussung der Leistungsentwicklung auf. Die Tierentwicklung weist auf einen deutlichen Einfluss der Haltungsunterschiede hin, die zwischen den Gruppen bestanden. Der Zustand vor allem des Gefieders spiegelte die unterschiedlichen Haltungsbedingungen der Gruppen wider.


... so klingt das dann in vornehm, was oben im Bild zu sehen ist: professionelle Bio-Hühner sehen einfach Scheiße aus.
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Re: Glückliches Biotier? 45 Min

Beitragvon meyer wie mueller » Mi Mär 17, 2010 11:01

Hallo

ich spreche von MINIMIERTEM Einsatz von Antibiotika. Wer die biologischen Grundlagen der Resistenzentwicklung negiert, ist entweder dumm oder hält andere für dumm.

Kranke Tiere müssen natürlich behandelt werden, erforderlichenfalls auch mit Antibiotika. Wenn dies fachgerecht geschieht, dann ist das auch in Ordnung. Nun ist es eine Frage der Terminologie und auch des LFGB, was als Rückstand bezeichnet wird (ein Antibiotikum-Rückstand ist eine Antibiotikum-Menge in einer Lebensmittelprobe, die oberhalb dem gesetzlichen Grenzwert liegt. Die Nachweisverfahren nach LFGB (Amtlichen Sammlung von Untersuchungsverfahren (ASU) nach § 64 Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch (LFGB) sind dementsprechend normiert. (Beispiel Antibiotika-Nachweis in Milch durch BRT Hemmstoffstest gemäß § 64 (früher § 35 LMBG) LFGB Methode L 01.01-5
und Entscheidung der Kommission 91/180/EWG)
Die Grenzwerte für den Nachweis von RÜCKSTÄNDEN sind durch entsprechende Fachgremien vorgeschlagen worden und dann ins Regelwerk übernommen worden. Man geht davon aus, dass keine nachweisbaren Gesundheitsgefährdungen ausgehen durch Antibiotikamengen, die unterhalb des Grenzwerts liegen.
Nun gibt es aber Verfahren, mit denen noch geringste Spuren eines Stoffes nachgewiesen werden können. Das ist für Antibiotika beispielsweise eine kombinierte Gaschromatographie mit Massenspektrometrie (GC-MS). Man spricht dann nicht von Rückständen, sondern nur von nachweisbaren Mengen oder Spuren.

Nach der antibiotischen Behandlung von Tieren oder Menschen werden die Antibiotika entsprechend der biologischen Halbwertszeit abgebaut. Nach der Halbwertszeit ist jeweils die Hälfte der Ausgangsmenge vorhanden . Es erfolgt also mit der Zeit eine Annäherung an den Nullwert. Diese ausgeschiedenen Antibiotika und deren Abbauprodukte lassen sich nicht nur in der Gülle nachweisen, sondern auch in hohen Konzentrationen im Abwasser von Krankenhäusern und im allgemeinen Abwasser. Auch hier existiert eine Umweltquelle für die PRIMÄRE Entstehung von Resistenzen. Über das Wasser im Vorfluter breiten sich dann die Reststenzgene aus.
Davon zu unterscheiden sind resistente Bakterienstämme: Die finden sich in der Tat vielfach in Krankenhäusern, und sie werden auch dort "gezüchtet". Dass man aber deswegen auf eine antibiotische Therapie in Krankenhäusern verzichten müsste, wird nicht mal dem Unwissensten einfallen, sondern Antibiotika müssen so eingesetzt werden, dass eine Verbreitung der Resistenzen vermindert wird. (Diese Verbreitung geschieht dadurch, dass die Umweltbedingungen so für die Bakterien so beschaffen sind, dass Keime mit Resistenzgenen einen Selektionsvorteil gegenüber nicht reststenten Keimen haben).

In der Tierproduktion und der Tiermedizin hat man die richtigen Maßnahmen ergriffen, wie Andere völlig richtig dargelegt haben. Auch ich bin überzeugt, dass bei sachgerechtem Einsatz von Tierarzneimitteln keine Gefährdung für die menschliche Gesundheit ausgeht. Die Tierhaltung in Ställen kann auch unbestrittene Vorteile gegenüber der Freilandhaltung haben: Beispielsweise ist die Gefahr der Übertragung der Schweinepest durch Wildtiere auf Stalltiere kaum möglich. Auch eine Infektion durch menschliche Krankheitsträger ist gegenüber der Freilandhaltung (Zugangsbeschränkung) minimiert.

Wie schon häufiger ausgeführt, ist BIO eine vor mehreren möglichen Produktionsverfahren. BIO ist meiner Meinung nach per se nicht besser als konventionelle Produktionsverfahren. Man kann auch mit BIO schlechte Qualität produzieren! :klug:

Nun zur Qualität von Lebensmitteln:
Qualität wird allgemein nach irgendwelchen DIN/ISO Standards gemessen, die sich oft auf die chemische Analyse von Inhaltsstoffen und physikalische Eigenschaften beziehen. Auch die sensorische Prüfung spielt bei der Beurteilung eine Rolle.

Bei meinem Verständnis für Qualität eines Lebensmittels steht die Sensorik (also Geschmack, Geruch, Aussehen, Konsistenz) an oberster Stelle, wobei natürlich die chemischen Inhaltsstoffe und physikalischen Eigenschaften die Mindestnormen erfüllen müssen. Ein Bier kann noch so gut schmecken und ich würde es ablehnen, wenn es nicht nach dem Reinheitsgebot gebraut würde, oder sonstwie geschönt wurde. Bestimmte Industrieweine aus Kalifornien mögen den Massengeschmack treffen, sind aber eigentlich kein Wein im herkömmlichen Sinn, sondern alkoholisches Traubensaftgetränk. Produkt-Qualität ist auch mit dem Produktionsverfahren verbunden!

Niemand würde auf die Idee kommen, dass ein kalifornischer Wein - obwohl er vielleicht die selbe chemische Charakteristik hat - gleichwertig mit einem hochpreisigen Bordeaux ist. Genussfähig nach DIN/ISO und LFGB und einschlägigen EU-Normen sind beide. Beim Wein ist das eklatant und allen bewusst, andere Lebensmittel werden da machmal weniger differenziert bewertet.

Übrigens: Hochwertig lässt sich von Wert ableiten. Und der Wert ist das, was man einem Produkt an Eigenschaften zumisst und was man dafür in Geld anzulegen bereit ist. Wobei die Wertungskriterien auch modeabhängig sind, und nicht irgendwie normiert sind.


Gruß
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Re: Glückliches Biotier? 45 Min

Beitragvon SHierling » Mi Mär 17, 2010 11:15

Hier mal eins der "Spitzenhühner" in Bio-Qualität, die im TV in der Sendung "Sarah und die Küchenkinder" Verwendung gefunden haben und von "Spitzenköchin" Sarah Wiener den Kindern und Zuschauern als "Qualität" hingestellt worden sind:

Bild

Hauptsache, Freiland, egal wie das Tier diese Haltung verträgt - und das macht dann die PSYCHOLOGISCHE Qualität aus.
Die PHYSIOLOGIE des armen Viehs ist dabei doch völlig egal. Köche haben nun mal keinerlei Ausbildung in Sachen Landwirtschaft, die gucken auf so ein Huhn und SEHEN dessen Leiden ja nicht mal, und erst recht wissen sie nicht, woher es kommt oder was ein Huhn fressen sollte (das selbe gilt btw ganz offensichtlich für das Kamerateam und die Regie)!


Und was bitte wird im normalen Betrieb mehr an AB verwendet als das Minimum?
Stellst Du Dir vor, da gibt es irgendjemand, der das freiwililg einsetzt?
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Re: Glückliches Biotier? 45 Min

Beitragvon heinzi the chicken » Mi Mär 17, 2010 11:35

hallo,
das beschreibt es nochmal genauer.
http://www.youtube.com/watch?v=QJvNx369agQ
Der Vergleich zu Pilz-toxinen ist nicht richtig. Die Toxine können keine Resistenzen bilden, sondern nur die Pilze selber.
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