julius hat geschrieben:Man kann das schon mit spitzen Bleistift berechnen, aber es kommt bei diesen Berechnungen nicht viel mehr raus, als eine grobe Berechnung, da man weder mit Erzeugerpreisen, noch mit den genauen Kosten in der Zukunft kalkulieren kann.
Die einzig brauchbaren Faktoren sind der Pachtpreis ( je nach Laufzeit ) und der Stundelohn. Sämtliche andere Faktoren seien es Erzeugerpreise, Ertrag, variable Kosten lassen sich über die nächsten Jahre nur grob abschätzen und gleicht einem Lotteriespiel.
Hier gibts keinen Verpächter der seinen Pachtpreis nach den Erzeugerpreisen richtet und anpasst. Einzig und allein die Nachfrage nach Flächen entscheidet und die fallenden Erzeugerpreise interessieren Biogasbetriebe recht wenig. Die wiederum können genauer kalkulieren, da sie gesicherte Preise haben.
Du hast natürlich recht, aber dieses Dilemma haben wir Unternehmer IMMER. Und da wir mit der Natur zusammen arbeiten noch viel mehr als andere. Es bleibt uns jedoch nichts anderes übrig als es so zu machen und einen Schnitt durch die Jahre zu ziehen, dann vorsichtig und scharf mit Erzeugerpreisen und Erträgen bzw. hoch mit Kosten zu kalkulieren und zu sagen, "ok, wenn nicht alles außer Rand und Band gerät, kann ich das im 5-Jahres-Schnitt auf jeden Fall erreichen". Dass ein 2012 mit seinen Problemen schnell alle Gedanken zu Nichte machen kann, ist klar. Aber irgendwie müssen wir Annahmen treffen um uns der Realität anzunähern. Überall, wo ich nicht rechne, stehe ich im Endeffekt schlechter da, es sei denn ich habe mal Glück. Das wird dich immer wieder so einholen. Diese Entscheidungen aus dem Bauch raus, "ja was zahlen wir denn jetzt für das ha? eijoa, machen wir mal 500 Euro, klingt irgendwie so okay.." sind nichts für mich. Ich will das schon "vorsichtig" kalkuliert haben. Wenn hier der Durchschnittsweizenertrag 9 t/ha ist, würde ich diesen niemals ansetzen. Ich kalkuliere immer mit 8 t/ha, obwohl ich weiß, dass da auch mal 11 t/ha rausspringen können. Auch beim Preis tue ich mir schwer mehr als 150 Euro/t zu setzen. Ich kalkuliere lieber zu scharf als zu optimistisch.
Wie du das letztendlich handhabst, bleibt dem eigenen Wesen überlassen. Bin ich der Zocker und Optimist und spekuliere auf weitere Ertrags- und Preissteigerungen, kann ich auch leicht 1000 Euro/ha Pacht bieten. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass ich damit auf die Fresse fliege wäre mir zu hoch. Auch wenn die Wenigsten was damit anfangen können. Ich mag die mathematisch-statistischen Auswertungen, da die das wahre Ergebnis mehrerer Jahre eben am ehrlichsten wiedergeben. Bisher gibt mir der Erfolg recht. Die Ökonomen haben schon gute Gedanken und Modelle, die ich mit Begeisterung in meine Strategien einbaue.

dann brauche ich auch gar nicht zu rechnen