Was für ein Scheiß. Ich habe heute den ersten Tag wirklich "frei", nachdem ich seit Mittwochnacht schichtweise mit der Feuerwehr im Ahrtal eingesetzt war. Es stimmt, dass die Landwirte einen immensen Anteil daran haben, dass die Aufräumarbeiten schon soweit fortgeschritten sind wie sie es sind. Es gibt aber auch eine andere Seite. Es ist pures Glück, dass bei so manchem selbstdarstellerischen Fahrmanöver, natürlich mit dem Handy für die dauernden Facebook-Liveschaltungen in der Hand, noch kein Helfer komplett über den Haufen gefahren wurde. Kanaleinläufe und Schächte, die man dringend freibekommen möchte um die Infrastruktur wenigstens notdürftig herstellen zu können, werden zugeschoben, weil man sich nur auf die Befahrbarkeit der Straßen konzentriert. Sind noch Leichen oder Weltkriegsrückstände (im Ahrtal durch die V2-Produktionsstätten auch noch ein heftiges Thema, wo man bisher froh ist noch nichts größeres gefunden zu haben) in den Schutt- und Schlammhaufen? Egal, es wird drauf losgefahren wie beim ersten Siloschieben des Jahres. Häuser bekommen den letzten Rest, weil sie verfrüht ausgepumpt werden, und das Grundwasser von außen zu stark drückt. Bewohner, die ihre eigenen Häuser räumen, werden in Facebookvideos als Plünderer hingestellt und müssen sich vor Wipperfürth und Co. rechtfertigen. Der Stromversorger muss dringend an jedes einzelne Trafohäuschen dran, darf da aber erst den Sperrmüll den die heldenhaften Frontladerschieber drauf gestapelt haben wieder wegräumen.Paule1 hat geschrieben:Auch das ist bemerkenswertNur Bauern und Lohnunternehmer arbeiten, wer was anderes erzählt lügt
keine Bundeswehr, kein THW
Was von den Medien erzählt wird ist was anderes
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Meintest du: Lohnunternehmen Wipperfürth Youtube
Weil sich die Hilfe der Landwirtschaft 1. eh nicht aufhalten lässt und 2. auch trotz allen "Nebenwirkungen" natürlich noch einen hohen Wert hat, alleine schon emotional für die Betroffenen, stehen den Landwirten organisierte Tankstellen und Ruheräume zur Verfügung, kostenlos. Hat man in den Videos mal davon gehört? Ich nehme an, nein. Weil der Staat hier ja doof sein muss, sonst steht die Landwirtschaft vielleicht weniger im Rampenlicht. Ich würde mir wünschen, dass sich Wipperfürth und Co. noch etwas mehr auf die Hilfeleistung konzentrieren, und da keine Bauerndemo draus machen. Denn so wirken die Aussagen und Beiträge, die ich bisher von ihm gesehen habe, bisher auf mich. Die Landwirtschaftspolitik der letzten Jahre ist natürlich völliger Müll, aber jetzt zeigen wir allen mal, wie wertvoll Landwirtschaft doch sein kann. Leider ohne Rücksicht auf Verluste, auf dem Rücken von Leuten die alles verloren haben. Das ist nicht der richtige Weg, und der richtige Ort. Helft weiter, aber helft vernünftig, und schmeißt dabei wenigstens die Handys in die Ecke.

Ein Botaniker ist sowas wie ein Cowboy, der auf einem Pony reitet