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Aktuelle Zeit: Do Jan 15, 2026 10:35

Hofübergabe

Hier kann man über aktuelle Themen aus den Medien und Allgemeines der Landwirtschaft diskutieren.
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Re: Hofübergabe

Beitragvon 108fendt » Di Jun 28, 2016 5:50

@Julia

gibt es schon was neues ?
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Re: Hofübergabe

Beitragvon *Julia* » Do Jun 30, 2016 14:58

Leider noch nichts Neues...
Ich hoffe, der Anruf beim Bauernverband wurde nicht schon wieder "vergessen"...

Ich lehne mich jetzt wieder arg aus dem Fenster, aber ich kann den Zustand ja nicht einfach weiter ignorieren, vor allem weil ich ja auch viel Zeit in den Hof investiere. Daher hab ich zu meinem Mann gesagt, man sollte halt mal bei seinen Eltern nachfragen, wie es denn jetzt aussieht, ob sie schon einen Termin gemacht haben. Er scheut sich wieder davor... will keine Konfrontation weil es für ihn gerade erträglich und relativ harmonisch ist. Es ist ja nur eine Frage der Zeit, bis sich wieder alles zuspitzt...
Dann sagte ich, dass ich in der nächsten Woche mal nachfragen werde. Zwar sollte nicht ich fragen, aber er wird es nicht tun.

Der Schwiegervater wendet sich aber seither sehr viel an mich, fragt viel nach, will teils noch Dinge vorschreiben, was ich aber total abblocke. Dann fragt er, ob ich ihm Heu-/Strohballen in den Stall fahren kann usw. Das ist alles nicht die Welt und natürlich mache ich das. Nur würde ich es viel lieber machen wenn ich wüsste, dass es sich auch "lohnt". Die Meisten werden wissen in welchem Sinne ich das meine.
*Julia*
 
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Re: Hofübergabe

Beitragvon bauer hans » Do Jun 30, 2016 15:43

*Julia* hat geschrieben:. Daher hab ich zu meinem Mann gesagt, man sollte halt mal bei seinen Eltern nachfragen, wie es denn jetzt aussieht, ob sie schon einen Termin gemacht haben. Er scheut sich wieder davor... will keine Konfrontation weil es für ihn gerade erträglich und relativ harmonisch ist.

entweder DU machst ihm endlich klar,dass ER derjenige ist,der endlich mal in die gänge kommen muss oder es bleibt eine endlose geschichte mit negativen überraschungen für EUCH.
wir schaffen uns :mrgreen:
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Re: Hofübergabe

Beitragvon *Julia* » Mo Jul 11, 2016 10:58

Das ist sehr wahr!

Die letzten 2 Wochen waren wieder sehr voll, viel Arbeit, entsprechend wichtig nahm sich der Senior, mischte sich wieder extrem ein, "hinderte" indem er oft mit dem Radlader wegflitzte, obwohl wir ihn zum Aufladen von Heuballen benötigt hätten.
Von dem Versprechen des Seniors, dass er sich nun raushalten würde, ist nichts weiter als heiße Luft geblieben. Eigentlich war das schon vorher klar.

Meinem Mann hab ich auch nochmal ins Gewissen geredet, dass ER seine Eltern nun mal konfrontieren muss. Denn in Sachen Hilfe vom Bauernverband holen ist nichts geworden. Noch nicht mal der Anruf ist erfolgt. An diesem Gesprächs-Sonntag war also viel Palaver für nichts.
Definitiv geht es so nicht weiter, ich werde demnächst meine Hilfe verweigern, wenn sich nichts tut.

Die letzten zwei Wochen hatte ich wenn es hochkommt 4-5 Stunden Schlaf pro Nacht, sonst wurde durchgearbeitet. Nur für was? Nur mal rein aus meiner persönlichen Sicht: Warum reiße ich mir den Hintern auf, wenn sowohl die Schwiegereltern als auch mein Mann null für die Zukunft tun? (Ja, das habe ich meinem Mann auch in genau dieser Form gesagt!)
Mein Mann ist, wie bekannt ist, überlastet. Er will diese Konfrontation nicht, sondern äußert dann, dass eben der Hof fallengelassen wird, dann sei das Lebenswerk seiner Eltern zerstört, so würden die es doch wollen. Auf das reagierte ich damit, dass er nicht nur reden, sondern auch Taten folgen lassen soll. Wenn er aufhören will, dann sofort schriftliche Kündigung des Pachtvertrags mit außerordentlicher Kündigung wegen unüberbrückbaren Differenzen - fertig. Aber warum jetzt noch weiter so viel von allem investieren, wenn doch wohl niemand mehr an einem Weiterbestehen des Hofes interessiert ist?!

Der Grund, warum es wohl nicht weitergeht ist, dass zu den Senioren durchgedrungen ist, das wir das Haus gegenüber gekauft haben bzw. eben der Kaufvertrag beim Notar ist. Die Vorbesitzer haben das diversen Nachbarn gesteckt und so gelangte es nun zu den Senioren. Sie sagte einmal, dass wenn ihr Sohn einen Fuß vom Hof setzen würde, bräuchte er nicht mehr kommen. Vielleicht macht die tatsächlich ernst. Und ich glaube, das ist aber nur meine Vermutung, dass deshalb die Hofübergabe eingestellt wurde. Wenn aber das der Grund sein sollte, dann auch sofortige Kündigung des Pachtvertrags! Da stimmt mir mein Mann zu. Aber ob er auch so handeln wird muss ich leider anzweifeln.
*Julia*
 
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Re: Hofübergabe

Beitragvon Estomil » Mo Jul 11, 2016 12:40

Julia du solltest nicht so schnell das Handtuch werfen. Das so eine übergabe innerhalb von Wochen von statten geht ist selten.
Ihr müsst am Ball bleiben.

Ich habe ja vor einiger Zeit schon gesagt, dass ihr die Berater insbesondere den Steuerberater selbst bestellen sollt! Das habe ich nicht ohne Grund gesagt. Auf solchen Häfen wie euren wird gerne mal was aufgeschoben. Das gehört seit Jahrzehnten zum Leben der alten dazu. Warum sollte das jetzt anders sein?
Bestellt selbst den steueberater und macht nen termin. Zu dem Beratungsgespräch wird der alte sich doch wohl überreden lassen!!
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Re: Hofübergabe

Beitragvon T5060 » Mo Jul 11, 2016 13:45

*Julia* hat geschrieben:Der Grund, warum es wohl nicht weitergeht ist, dass zu den Senioren durchgedrungen ist, das wir das Haus gegenüber gekauft haben bzw. eben der Kaufvertrag beim Notar ist. Die Vorbesitzer haben das diversen Nachbarn gesteckt und so gelangte es nun zu den Senioren. Sie sagte einmal, dass wenn ihr Sohn einen Fuß vom Hof setzen würde, bräuchte er nicht mehr kommen. Vielleicht macht die tatsächlich ernst. Und ich glaube, das ist aber nur meine Vermutung, dass deshalb die Hofübergabe eingestellt wurde. Wenn aber das der Grund sein sollte, dann auch sofortige Kündigung des Pachtvertrags! Da stimmt mir mein Mann zu. Aber ob er auch so handeln wird muss ich leider anzweifeln.


Sehr vertrauensvoller Umgang miteinander. Warum wurde der Hauskauf nicht in der Familie besprochen ?

Ich hab die Lösung !

Beide Damen machen ihre Arbeit und noch was mehr, damit beide Herrn den Kopf frei bekommen ( ich würde auch mit dem Radlader flüchten ) aber halten sich kpl. aus der Hofübergabe raus.

und die Herrn regeln das unter 4 Augen !
[ :klee: Ein Botaniker ist sowas wie ein Cowboy, der auf einem Pony reitet :-) :klee: ]
[ :klee: Man muss nicht den Rechtsradikalismus bekämpfen, sondern die Blödheit von CDU, Grünen, SPD und FDP :klee: ]
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Re: Hofübergabe

Beitragvon Pinzgauer56 » Mo Jul 11, 2016 23:10

T5060 hat geschrieben:Ich hab die Lösung !

Beide Damen machen ihre Arbeit und noch was mehr, damit beide Herrn den Kopf frei bekommen ( ich würde auch mit dem Radlader flüchten ) aber halten sich kpl. aus der Hofübergabe raus.

und die Herrn regeln das unter 4 Augen !

Ähhm, welche ``Herren´´ sollen dieses Desaster regeln, lösen, bitte ? :(
Bei der Leni, auf der Zenzi, überall ist dieser Pinzi... 8)
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Re: Hofübergabe

Beitragvon 108fendt » Do Jul 14, 2016 5:54

*Julia* hat geschrieben:Die letzten 2 Wochen waren wieder sehr voll, viel Arbeit, entsprechend wichtig nahm sich der Senior, mischte sich wieder extrem ein, "hinderte" indem er oft mit dem Radlader wegflitzte, obwohl wir ihn zum Aufladen von Heuballen benötigt hätten.
Von dem Versprechen des Seniors, dass er sich nun raushalten würde, ist nichts weiter als heiße Luft geblieben. Eigentlich war das schon vorher klar.


Wo tuckert der dann rum ? Arbeitet er dann was ? Oder fährt er spazieren ?

*Julia* hat geschrieben:Definitiv geht es so nicht weiter, ich werde demnächst meine Hilfe verweigern, wenn sich nichts tut.

Die letzten zwei Wochen hatte ich wenn es hochkommt 4-5 Stunden Schlaf pro Nacht, sonst wurde durchgearbeitet.


Warum nehmt ihr euch nicht mal eine Auszeit ? Wellnessurlaub oder sowas. Die Alten werden es auch merken, das ihr nicht daseit ! Weil bei soviel Sturrheit würde ich es in der Erntezeit mal machen.
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Re: Hofübergabe

Beitragvon sml » Do Jul 14, 2016 12:31

108fendt hat geschrieben:
Warum nehmt ihr euch nicht mal eine Auszeit ? Wellnessurlaub oder sowas. Die Alten werden es auch merken, das ihr nicht daseit ! Weil bei soviel Sturrheit würde ich es in der Erntezeit mal machen.


Nicht schlecht der Tipp, mal vom selbst gepachteten Hof ne auszeit nehmen und die Ernte mal Ernte sein zu lassen! :shock:

@julia

Ihr habt den Hof gepachtet und verdient nach eigenen Angaben auch Geld damit, also lohnt sich das ganze doch!
Wenn nur die Erbschaft als das lohnende Ziel angesehen wird, macht das auf mich einen etwas Geierhaften eindruck.

Mal aus Sicht deines Partners: ist doch schon ein Zweifrontenkrieg, oder nicht???

Ich an seiner stelle würde ich(wenns so weitergeht) eine Schlacht beenden um die andere zu gewinnen!!
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Re: Hofübergabe

Beitragvon 108fendt » Do Jul 14, 2016 12:45

sml hat geschrieben:
Nicht schlecht der Tipp, mal vom selbst gepachteten Hof ne auszeit nehmen und die Ernte mal Ernte sein zu lassen! :shock:


Warum denn nicht ?
Der alte Herr fuscht doch als mit !

Wenn ich was pachte, hat doch keiner mehr was zu suchen da ! Oder sehe ich das falsch ?
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Re: Hofübergabe

Beitragvon Estomil » Do Jul 14, 2016 13:26

Wenn ich von meinem Vater was pachte, dann pfuscht der immer mit rein! Sorry aber es ist doch totaler Blödsinn zu glauben, dass man ab dem Tag der pacht das alleinige sagen hat. So funktionieren die alten halt nicht. Und genauso Werdens die Jungen in nen paar Jahrzehnten auch handhaben. Wer Jahrzehnte auf dem Hof gearbeitet hat schaltet von einem Tag auf den anderen doch nicht ab!
Im übrigen finde ich so Vorschläge wie einfach mal in Urlaub fahren nicht nur dreist sondern auch extrem gefährlich. Wer so was macht hat den hof nicht verdient!

Seht zu, dass ihr klärt Absprachen Schaft Wer was wenn zu erledigen hat! Das kann man auch gerne mal wie bei der supernanny aufschreiben und an den Kühlschrank kleben!

Alles andere ist reiner Kindergarten und man kann nur hoffen, dass hier mal wenigstens eine Partei sich wie nen erwachsener benimmt.
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Re: Hofübergabe

Beitragvon simmal1 » Mi Jul 20, 2016 8:24

Estomil hat geschrieben:Wenn ich von meinem Vater was pachte, dann pfuscht der immer mit rein! Sorry aber es ist doch totaler Blödsinn zu glauben, dass man ab dem Tag der pacht das alleinige sagen hat. So funktionieren die alten halt nicht. Und genauso Werdens die Jungen in nen paar Jahrzehnten auch handhaben. Wer Jahrzehnte auf dem Hof gearbeitet hat schaltet von einem Tag auf den anderen doch nicht ab!
Im übrigen finde ich so Vorschläge wie einfach mal in Urlaub fahren nicht nur dreist sondern auch extrem gefährlich. Wer so was macht hat den hof nicht verdient!

Seht zu, dass ihr klärt Absprachen Schaft Wer was wenn zu erledigen hat! Das kann man auch gerne mal wie bei der supernanny aufschreiben und an den Kühlschrank kleben!

Alles andere ist reiner Kindergarten und man kann nur hoffen, dass hier mal wenigstens eine Partei sich wie nen erwachsener benimmt.


Naja, das mit den Urlaub fahren ist gar keine so schlechte Idee. Und zwar von beiden Seiten!
Wenn die Alten alles besser wissen und können, dann sind doch ein paar Tage Urlaub drinnen. Da öffnen sich bei manchen mal die Augen.

Umgekehrt genauso. Wenn der Junior meint, die Viehzahl zu verdoppeln und mehr und mehr Fläche zu bewirtschaften, dann können die Alten mal in den Urlaub fahren, dann sieht der Junior auch, was bei momentaner Betriebsgröße zu bewältigen ist.

Dazu muss man sagen, dass ich jetzt nicht unter der Ernte wegfahren würde, sondern einfach mal so unterm Jahr. Da ist auch genug Arbeit da!
Wurde bei mir in der Umgebung mal gehandhabt, da meinte der Bauer zu seinem Sohn, dass er ein fauler Sack ist, weil er von 7.00-17.00Uhr auf der Baustelle war und nach Feierabend nur noch die Stallarbeit erledigte.

@Julia
Gibt's bei dir schon Neuigkeiten?
"Halte deine Freunde nahe bei dir, aber deine Feinde noch näher"- Vito Corleone
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Re: Hofübergabe

Beitragvon Estomil » Mi Jul 20, 2016 8:54

Wer als junior (auch vieleicht mit 35 jahren) mein völlig ungezügelt zu investieren ohne den Senior mit einzubinden der ist selbst schuld. Die meisten 65jährigen Landwirte leisten noch sehr sehr viel und machen nicht nur jede menge stunden, sie haben auch die Erfahrung die die Jungen eben nicht haben. In gut geführten Familie Betrieben spricht man sich ab, plant zusammen, schiebt Geld von a nach b und sieht vor allem gemeinsam zu dass die Arbeit erledigt wird.
Zudem haben die Jungen wie die alten ein Anrecht auf freie Wochenenden sowie urlaub! Da heisst es Absprachen schaffen und zusätzliches Personal zu beschaffen. Und wenn's zur Not der betriebshelfer für 25€ die Stunde ist. Das muss für zwei Wochen im Jahr drinsitzen.

Niemand kann jahrelang 7 tage die Woche 70h arbeiten. Wer das als betriebsleiter macht bekommt irgendwann nicht nur nen burnout, sondern vierliert irgendwann auch seine Frau die so was heute sicher nicht mehr mitmacht.
Ganz davon abgesehen, dass jeder betriebsleiter einen Tag in der Woche frei habe sollte um nur mal durch die ställe zu gehen, Kleinigkeiten in Ordnung zu bringen und Zeit haben sollte für die betriebsentwicklung. Sprich Gedanken machen was man verbessern oder investieren könnte.
Ich kenne viele Betriebe die so voll mit Arbeit sind, dass dort seit 10 Jahren nichts mehr passiert ist. Die kommen dann heute auf die Idee sich mal ne pv anlage bauen zu wollen da sie ja gehört haben sie interessant das ist.....
Sorry aber das geht garnicht.
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Re: Hofübergabe

Beitragvon *Julia* » Mi Jul 20, 2016 11:15

Hmmm... warum sollten wir den Kauf eines Eigenheimes mit seinen Eltern absprechen? Was haben die damit zu tun? Ist es nicht unser alleiniges Recht, uns von unserem Geld etwas Eigenes zu kaufen? Zumal wir beide nicht den Draht zu seinen Eltern haben, warum sollten wir das tun? Um uns von vorne herein anzuhören, dass wir das von ihnen aus nicht "dürfen"? Nee, also das erschließt sich mir nicht.

Dann nochmal von vorne:
Als der Senior 65 wurde kam der Steuerberater vom Bauernverband und riet, dass er möglichst einen Pächter finden sollte, damit er einen Anspruch auf Rente hätte. Mein Mann war ja eh daran interessiert, den Hof zu übernehmen. Hatte ja zu diesem Zeitpunkt schon um die15 Jahre mitgearbeitet. Die Seniorin war dagegen. SIE wollte den Hof übernehmen. Doch da war der Senior dagegen und fragte nach der Sinnigkeit, worauf sie keine Antwort hatte. Sie unterschrieb dann die Einwilligung für den Pachtvertrag.

Es wurde mündlich vereinbart, dass Junior alles an Feldarbeiten macht, die Senioren den Stall. Da hieß es auch noch vom Senior, es sei ja nicht so viel Arbeit... kommt eben auf die Verfassung an.
Dann sagte die Seniorin vor zwei Jahren, sie wolle nicht mehr in den Stall, jedoch ihre Bezüge vom Minijob erhalten, damit sie auch etwas Anspruch auf die Rente hatte. An und für sich legitim, sie war aber noch nicht im Rentenalter und man einigte sich, sie müsste nur noch dann in den Stall, wenn es gar nicht anders gehen würde.

Jetzt sagte eben der Senior dazu noch, dass er nicht mehr auf dem Hof arbeiten könne. Alles völlig legitim von beiden Senioren! Null Vorwurf unsererseits an sie! Doch damit der Hof von uns weitergeführt werden kann, muss er umstrukturiert werden. Und das geht nur, wenn die Nachfolgeregelung geschrieben wurde.
Keiner von euch würde einen Stall umbauen, wenn er ihn nur gepachtet hätte, und der Pachtvertrag in einem Jahr endet. Und so ist es eben auch bei uns.

Die Investitionen von meinem Mann waren einfach nötig, um den laufenden Betrieb während seiner Pachtzeit aufrecht zu erhalten. Den kleinen, alten Traktor setzte der Senior gegen einen Baum, weil er Gas mit Bremse verwechselte... Der große Traktor fing immer öfter an zu zicken und fiel aus, wenn er benötigt wurde. Und das geht halt nicht in der Erntezeit, erst recht nicht, wenn man damit auch noch sein Lohnunternehmen bestreitet. Der frühere Radlader fing Feuer im Motorraum, musste ersetzt werden. Mit dem vom Senior übernommenen Mähwerk mähte man zwei Tage lang weil es so klein war, außerdem auch alt und bei jedem Mähen ging was kaputt. Der Schwader war ebenfalls ein kleines, altes Ding. Der Ladewagen hatte dann auch immer mehr Defekte, auch der Dungstreuer, der so gut wie ständig an andere Landwirte vermietet ist und sich finanziell selbst trägt.
Daher habe ich auch das ein oder andere Mal geschrieben: Sollte der Pachtvertrag auslaufen, würde es für die Senioren bestimmt teuer werden, wenn das Inventar von Übergabe zu Übergabe aufgerechnet werden würde. Und da alle Maschinen und Gerätschaften dokumentiert wurden, wäre auch für jeden nachvollziehbar, dass eine Erneuerung nötig war. Hier kann man meinem Mann keinen Vorwurf machen.

Ganz klar versteht jeder von uns, dass sich der Senior niemals ganz aus dem Hofgeschehen raushalten kann. Es ist sein Leben. Daher auch meine Bemerkungen, dass er bestimmte Arbeiten übernehmen könnte, die ihn auch nicht überfordern.
Er schnappt sich den Radlader, fährt zu den Fahrsilos runter, lässt dort den Motor stundenlang laufen, trägt Sandsäcke vom einen zum anderen Platz - etwas ganz Unnötiges. Hauptsache weg vom Hof und sich im Dorf zeigen, weil er dann auch quer durch die Ortschaft kurvt. Er möchte nicht zu seiner Frau ins Haus, das wird immer deutlicher. Sind die beiden gemeinsam im Stall, schreien sie sich nur an. Sie sind nie zusammen in einem Zimmer. Das ist deren Angelegenheit, kann und will ich mich nicht einmischen.

Soweit dazu.

Als Neuerungen kommen dazu, dass der Senior letzte Woche immensen Schaden angerichtet hat, indem er den Hoftrack einmal komplett in die Miste gefahren hat (ihm ist zum Glück nichts passiert) und zwei Tage später, als das Ding wieder lief, verriegelte er die Schaufel vorne nicht und diese flog in die Miste, alle Leitungen rissen ab. Er sagte, er sei einfach überfordert. Doch warum fuhr er überhaupt damit? Diese Frage wurde ihm gestellt. Und seine Antwort war: Er musste! Er musste aber eigentlich gar nichts.

Dann hat mein Mann ein neues Jobangebot in einem Betrieb, bei dessen Tätigkeit er nicht mehr diesen tierischen tDruck hat, wie im jetzigen Betrieb. Er hat dann auch keine Schichtarbeit mehr, was seinem Körper sehr zu Gute kommen wird. Doch ist ganz eindeutig, wenn er diesen Job antritt, dann geht das mit dem Melken nicht mehr - was wir ja eh ändern möchten. Nur gibt es dann jetzt einen konkreten Zeitplan. Zugegeben ziemlich eng bis Oktober.

Es soll nicht heißen, gierig auf den Hof zu sein oder Hals über Kopf etwas zu fordern. Doch nun, sobald die Verträge für den neuen Job unterschrieben sind, kommt eine klare Ansage in Richtung der Senioren. Und es mag jetzt hart klingen, aber dann heißt es: Entweder die Hofübergabe wird jetzt konkret, oder die Kündigung des Pachtvertrags erfolgt.

Wir wollen ja auch den unabhängigen Steuerberater hinzuziehen. Aber da spielen die Senioren nicht mit. Sie wollten erst mit dem Bauernverband sprechen, sich für ihre eigene Lage beraten lassen - was auch völlig in Ordnung ist. Und erst wenn die da einen Fahrplan mitbekommen, dann wollen sie sich von einem unabhängigen Berater was erzählen lassen. Die sitzen sonst nicht mit uns an den Tisch.

Ich persönlich wollte mich eigentlich nie in diese Angelegenheit einmischen. Der Hof läuft auf meinen Mann, nicht auf mich. Ich unterstütze ihn so gut ich kann, ganz klar! Er hat nicht die Zeit, sich an den PC zu setzen und sich Ratschläge und Erfahrungsberichte anzuhören, daher übernehme ich diesen Part. Ich erzähle ihm auch immer alles. Er schafft es nicht, seine Interessen alleine zu vertreten, jedenfalls nicht gegenüber seiner Eltern. Er sagt mir wie es ihm geht, was er sich vorstellt und hofft auf meine Unterstützung in allen Bereichen, also auch dabei, dass ich ihm in den Hintern trete. Das kann von Außenstehenden ganz verschieden aufgenommen werden.

Unsere Meinung: Wir würden den Hof gerne weiterführen, aber eben anders als die letzten 50 Jahre. Inzwischen ist es auch so, dass wir unsere "Träume" mit dem Hof begraben würden und sagen, wir brauchen ihn nicht um jeden Preis.
Doch nun kam am Wochenende unser Nachbar auf uns zu und fragte an, ob etwas aus der Kooperation werden könnte, indem dass wir für ihn Jungvieh aufziehen und er die Milchkühe übernimmt. Wir konnten uns dazu noch nicht richtig äußern. Aber für uns würde das weiterführend auch bedeuten, dass wir die Ernten auch gemeinsam durchziehen würden. Käme beiden Parteien zu Gute. Wir haben eigentlich immer Futter im Überfluss, beim Nachbarn ist es teils knapp. Er könnte mit seinen Söhnen und den weiteren Maschinen sehr unterstützen. Ich sehe hier eine Win-Win-Situation.

In den nächsten 4 Wochen ist unser Kaufvertrag für das Haus zur Beurkundung fertig und dann haben wir wenigstens unseren Rückzugsort. Das ist für uns viel mehr wert als Urlaub.
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Re: Hofübergabe

Beitragvon Estomil » Mi Jul 20, 2016 11:56

Mal ne kleine Anmerkung zu eurem pachtvertrag. Falls ihr einer sogenaten Eisernen Verpachtung zugestimmt habt könnte es sein, das die neuen Maschinen bei pachtende an die alten übergeben werden müssen.
Der Grund liegt darin, dass bei Eisernen verpachtungen in der Regel Vieh sowie alle maschienen und Inventar so übernommen wurden wie sie sind und bei pachtende auch so wieder zurückgegeben werden müssen.

Da würde ich mich mal bei nem steuerberater schlau machen...
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