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Aktuelle Zeit: Do Jan 15, 2026 10:39

Hofübergabe

Hier kann man über aktuelle Themen aus den Medien und Allgemeines der Landwirtschaft diskutieren.
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Re: Hofübergabe

Beitragvon sml » Sa Jun 18, 2016 16:01

Mal von außen betrachtet, warum soll der hof überschrieben werden, wenns in der nächsten Generation eh nicht weitergeht (gleich ob gewollt oder ungewollt)!
Wenn die Schwiegereltern die Sache mit der Pflege mitbekommen haben, wird die Übergabe nicht einfacher. (Wobei ich Julia da verstehen kann, würde meine Eltern auch nicht selbst pflegen wollen)

Ich bin selbst in einer ähnlichen Situation und Pachte schon im 12ten Jahr!
Ich spreche eine Übergabe schon gar nicht mehr an.
Ich verdiene Geld mit und sorge durch den Ausbau eines Gewerbes für den Fall, das es mal nicht mehr weitergeht vor.

Wäre ich aber in der Situation etwas weitergeben zu können, würde ich es aber schon davon abhängig machen ob es eine Zukunft gibt oder nicht!
Eine Garantie obs die nächste Generation weitermacht gibt es natürlich nicht, aber man hat wenigstens ein wenig hoffnung.
sml
 
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Re: Hofübergabe

Beitragvon *Julia* » So Jun 19, 2016 20:27

Hallo mal wieder,

jetzt kamen ja echt wieder sinnvolle Kommentare zustande. Danke!
Nein, ich habe nicht ignoriert seither, sondern ich hatte unheimlich viel zu tun und konnte einfach nicht hier schreiben. Zudem hielt ich es nicht für angebracht noch weiter zu rechtfertigen, bevor das Gespräch heute stattgefunden hat.

Nun möchte ich euch das Gespräch zusammenfassen, dann schließt sich der Kreis zum ersten Beitrag, den ich geschrieben habe.

Schwiegervater schilderte seine Jugend und erklärte, wie er aufgewachsen ist, was nicht ganz leicht war. Er hat den Hof mit 50 Jahren von seinem Onkel überschrieben bekommen. Heute ist er 74. Sprich, er hatte den Hof auch nicht soooo lange, "durfte" auch lange nicht entscheiden und so machen wie er wollte.
Er hat überaus lieb und freundlich über meinen Mann gesprochen. Rechnete ihm hoch an, dass der "Bub" gleich mitgeholfen hat, als sein Vater dann damals nach der Übergabe den Hof umgebaut hat. Dass er sich von Anfang an für die Landwirtschaft begeistert hätte, immer mit dem Vater unterwegs gewesen wäre (Vater hat früher auch zum eigenen Betrieb bei den anderen örtlichen Bauern Mais gehäckselt usw.) und dann einen Großteil der Arbeiten eigenständig erledigt hätte, sobald er offiziell auf den Straßen fahren durfte. Davor stellte man ihm den Traktor aufs Feld und der "Bub" hat dann dort gearbeitet, auch schon mit 14.

Mein Schwiegervater wirkte heute ganz klar im Kopf, keine Anzeichen von Demenz. Aber ich bin nicht gut über die Krankheit informiert, vielleicht kommt das auch immer Schubweise. Denn so ist es beim Schwiegervater. Seit ein paar Tagen ist er wirklich ganz klar, vor einer Woche war er oft wie weggetreten.

Jedenfalls sprach der Senior dann davon, dass es ihm gesundheitlich nicht so gut gehen würde, dass er gerne sehr viel weniger auf dem Hof machen würde, bis hin zu gar nichts. Da gab's die erste Diskussion, dass er es doch gar nicht lassen könnte. Aber der Senior versprach, dass er sich wirklich zurückhalten würde, wenn mein Mann weitermachen würde. Jetzt greife ich etwas vor: Das kam immer wieder zur Sprache und dann brachte ich mich mal ein und sagte, es wäre doch in Ordnung, dass er sich dann einfach mit dem beschäftigt, was er noch kann, was er noch will und am wichtigsten, wenn er überhaupt Lust dazu hat. Er MUSS nicht, sondern wenn er will KANN er machen. Darüber hat er sich total gefreut. Und uns wäre ja auch damit geholfen (ob er nun den Tieren das Futter nochmal näher hinschiebt, Holz spaltet oder den Rasen mäht...), nur muss er sich aus den grundlegenden Dingen heraushalten.

So, dann kam die große Frage, ob mein Mann den Hof überhaupt haben möchte? Ja, möchte er. Der Senior sagte, davon wäre er auch ausgegangen, denn sonst hätte er sicherlich nicht so viel Geld in neue Maschinen, Fahrzeuge usw. investiert. Gut, das hat er also alles bemerkt.
Dann fuhr der Senior fort und hat die anderen Kinder gefragt, ob sie Interesse am Hof hätten? Nein, ganz gewiss nicht! Der Bruder bräuchte vielleicht immer wieder mal den Radlader oder Traktor mit Kipper, aber sonst kein Interesse. Ich denke, in Notsituationen würde der auch mal für ein paar Stunden auf dem Feld helfen, so wie er es früher auch gemacht hat. Aber generell ist es ihm lieber, wenn er nichts machen muss.
Die nächste Frage war, ob die anderen Geschwister dann damit einverstanden wären, dass wenn mein Mann mit fast allen Gütern bekäme, beide noch je einen Wald bekämen, sowie die Schwester einen Bauplatz und der Bruder das alte Elternhaus (mit Grundstück) seiner Mutter (da wohnt der eh schon)? Von der Schwester kam der Einwand, dass sie eigentlich mit einem Wald nichts anfangen könnte, aber dennoch sagte sie nicht nein. Sie würde sich das überlegen. Falls sie keinen Wald wollen würden, sollte mein Mann ihnen je 20.000€ ausbezahlen.
Damit waren die Geschwister erst mal einverstanden.

Der Senior fuhr fort, dass alle Güter bis auf zwei kleinere Flächen überschrieben werden würden. Diese zwei Flächen möchte er als Notreserve behalten. Also falls dann doch was mit Pflege anstehen und das Geld ausgehen würde, könnte man diese zwei Flächen noch ganz gut verkaufen, da diese an Wohngebiete angrenzen. Klang auch ganz vernünftig für mich und es kamen keinerlei Einwände.
Das war also der Vorschlag vom Senior.

Dann kam meine Schwiegermutter... Ich geb's gleich zu, ich musste mich sehr am Riemen reißen, meinen Mund zu halten. Denn was da teilweise herauskam, war sehr beleidigend. Nicht nur für mich. Und rückblickend sage ich, sie hat eine gespaltene Persönlichkeit. Vielleicht kommt das bei meiner Schilderung auch gleich so raus.
Sie behauptete, sie würde jetzt hier wieder überfahren werden mit dieser Ansage. Sie hätte ja von nichts eine Ahnung gehabt. Das stimmt definitiv nicht. Wir hatten ja schon mehrere Gespräche, die aber alle im Sande verliefen. Mich regte so extrem auf, dass sie einfach sagte, sie sei nicht mit einer Übergabe einverstanden, aber sie konnte nicht sagen, warum sie nicht einverstanden ist. Die einzige Aussage war, sie will es einfach nicht. Da wurde ihr Mann wütend und es kam zum ersten Gebrüll.
Geschlichtet hat dann die Schwester von meinem Mann. Die sagte ganz bestimmt, dass die Nachfolge geregelt werden müsste, definitiv!

Als nächstes schoss die Seniorin dann auf mich und behauptete, ich wollte mir ja nur alles unter den Nagel reißen. Es kam aus dem Nichts. Bis dahin hatte ich noch nichts gesagt. Senior fuhr ihr aber über den Mund, sie solle nicht immer damit kommen. Ihm sei völlig egal, mit welchem Betriebszweig der Hof nachher weitergeführt werden würde, ob nun mit meiner Vorliebe, den Pferden, oder weiterhin mit Rindern.
Der nächste Schuss kam, ich würde nichts im Stall arbeiten. Und da entgegnete ich dann, dass ich so viele Stunden auf dem Feld zugebracht habe, mir bei der Arbeit Urlaub nahm, auf mein Hobby verzichtete, kurzum, dass ich mich sehr wohl einbringen würde. Und dass ich es viel mehr machen würde, wenn die Nachfolge geregelt, der Stall umgebaut und somit die Arbeiten und Wege vereinfacht wären. Zweites Mal Wind aus den Segeln genommen.

Dann schoss sie eben auf meinen Mann, wegen dem vielen Holz, das er ungefragt aus IHREM Wald geschlagen hätte. So viele Leute hätten sie darauf angesprochen, was man denn mit soooo viel Geld tun würde, was der Verkauf des Holzes bringen würde? Und sie würde wieder gar nichts davon bekommen, sondern er würde das nur in mich investieren. Dann stieß ich meinen Mann an und sagte, er solle mal schildern, für was das Geld vorgesehen wäre. Aber mein Mann war irrsinnig gekränkt. Er verteidigte sich, dass es höchste Zeit war, das Holz zu schlagen und er doch nicht immer um Erlaubnis fragen könnte. Er verweigerte zu erklären, für was er das Geld gedacht hatte. Somit sagte ich es: Die Dächer sollten davon gerichtet werden, sowie auch das Haus neu verputzt werden. Denn da bröckelt außen der Putz weg. Und dann wies ich auch deutlich darauf hin, dass er mit dem Haus ja eigentlich nichts zu tun hätte, denn das läuft nicht auf ihn, soll auch nicht auf ihn laufen. Und zum Schluss sagte ich eindringlich, dass von diesem Geld kein einziger Cent in das Privatvermögen, erst recht nicht in meines, fließen würde, sondern komplett reinvestiert werden würde.
Dennoch sagte die Seniorin, dass sie das anders gehört hätte. Und da platzte meinem Mann der Kragen. Er blaffte sie an, sie solle doch mal auf ihre eigenen Familienmitglieder hören und nicht nur auf das Getratsche der Leute. Da erwiderte die Seniorin doch echt, sie käme doch nie weg zum Tratschen, sie hätte doch nie mit jemandem Kontakt. Das sei doch alles offensichtlich.
Das mal als Anhaltspunkt zur gespaltenen Persönlichkeit.

Sie warf meinem Mann vor, er sei völlig überlastet, er müsste die Landwirtschaft aufhören. Er könne das nicht. Er hätte noch nie Interesse an der Landwirtschaft gehabt und würde diese auch nie haben. Das führte zur nächsten Eskalation, weil meinem Mann die Wertschätzung fehlte und auch hier griff der Senior wieder ein und erwähnte über 20 Jahre Mithilfe auf dem Hof.
Bei einem stimmte jedoch der Senior ein: Er hält es nicht für möglich, dass mein Mann Vollzeit arbeiten geht und nebenher die Landwirtschaft führt. Wir haben das nur teilweise kommentiert. Ich hab kurz erklärt, dass der Stall optimiert werden müsste. Zudem sei ja das Ziel, dass er kontinuierlich beim Hauptberuf reduziert, wenn das mit der Landwirtschaft läuft, ebenso das Lohnunternehmen weiter wächst. Da ist man auf einem sehr guten Weg und das wird die Zeit ergeben. Damit war der Schwiegervater auch zufrieden.

So, aber die Schwiegermutter sperrte sich immer noch gegen eine Übergabe. Nun redeten alle Kinder auf sie ein. Zu ihrer Beruhigung wurde erklärt, dass eine Übergabe ja nicht heißen müsste, dass ab Datum X alles auf meinen Mann laufen und sie nichts mehr haben würde. Es solle doch lediglich festgeschrieben werden, dass nach dem Ableben der Senioren die Güter X, Y, Z an meinen Mann übergehen, was auf seine Geschwister übergehen soll usw. Das hieße nicht, dass sie ausziehen müsste oder sonst was. Sondern es soll einfach die Richtung weisen, dass mein Mann nicht blöd dasteht wenn die Eltern sterben und er muss alles mit den Geschwistern teilen, auch das, was er mühsam investiert hat. Als die Schwester das nochmal ganz langsam und deutlich schilderte, lenkte die Seniorin etwas ein.

Endlich kam dann auch mal von ihr ein Vorschlag, dass man sich an den Bauernverband wenden könnte. Das wurde unterstützt. Wir, mein Mann und ich, halten zwar nichts vom Bauernverband (wegen denen wurde der Hof auch verpachtet und das alles nicht gleich geregelt, als der Senior in Rente ging), aber dennoch ist es mal ein erster Schritt. Die machen einen Vorschlag, eine Schätzung des Hofs, was weiß ich alles. Liegt das vor, spricht man wieder darüber. Und dann werden wir uns einen unabhängigen Berater holen, ob das nun der Steuerberater ist oder einen anderen Sachkundigen, und der wird uns dann mal in unseren Interesse beraten.

Es ging noch hin und her. Unter anderem auch, dass die Schwiegermutter plötzlich aus dem Haus ausziehen wollte, damit man nichts mehr mit dem Hof zu tun hätte. Dennoch wollte sie ihn immer noch besitzen (verfallen lassen). Letzte Woche kam sie ja mit dem Irrsinn, dass sie noch nie was vom oberen Stockwerk des Hauses gehabt hätte... Der Senior sagte dann ganz kalt, sie könne ja ausziehen, er würde es nicht tun. Also diese Frau weiß einfach nicht, was sie überhaupt will.

Als dann nach 2 Stunden alles vorbei war kam der Schwiegervater hinter mir her und fragte, ob er was Falsches gesagt hätte, weil er von seiner Frau angeblafft wurde? Ich sagte, in meinen Augen hätte er es gut und richtig gemacht. Er bezeichnete seine Frau dann mit nicht so netten Ausdrücken, auf die ich nichts erwiderte. Er will sich aber diese Woche um einen Termin beim Bauernverband kümmern. Er will das unbedingt unter Dach und Fach bringen. Er möchte, dass vor allem die Dächer so schnell wie möglich neu eingedeckt werden würden.

So, das war mal das Grobe. Vielleicht muss ich noch was ergänzen wenn ihr auf etwas hinweist.
An und für sich sage ich, war das Gespräch nicht schlecht. Die Geschwister kamen sich fehl am Platz vor, aber es war richtig und wichtig, dass die die Problematiken mal gehört hatten. Nun haben die auch mal gehört, wie ihre Mutter über mich spricht, sie haben meine Ansichten gehört.
Und wie ein Schalter: Nach dem Gespräch war die Schwester meines Mannes mir gegenüber nicht mehr so ablehnend. Wir kamen früher ganz gut miteinander aus, bis ihre Mutter sie eben gegen mich geimpft hatte.

Ach ja, im Nachgang hatte mein Schwiegervater mich auch nochmals gebeten, wieder in das Haus einzuziehen - und auch Kinder zu bekommen. Beides lehnte ich strikt ab. Zu den Kindern hatte er wohl vergessen/verdrängt, dass ich keine bekommen kann. Und einziehen kommt für mich nicht in Frage, von dem Haus gegenüber haben wir aber auch noch nichts gesagt. Das werden wir erst, wenn wir beim Notar zur Unterzeichnung waren. In Bezug auf Kinder hat er auch seine Tochter angesprochen. Aber auch die will keinen Nachwuchs.

In seiner Einleitung erzählte er, dass er ein uneheliches Kind war (1942), der Vater wurde Kriegsgefangener und kam nie wieder, die Mutter wurde weggejagt weil sie ein uneheliches Kind hatte. Und die gab ihn als Baby eben bei ihren Geschwistern ab, die den Hof hatten. Und die haben meinen Schwiegervater großgezogen. Sie selbst konnten auch keine Kinder bekommen und waren dann froh, dass sie somit einen Nachkommen hatten.
Und weil jemand nochmal auf die Nachfolge nach uns ansprach: Leibliche Nachkommen werden wir nicht haben. Aber es ist nicht auszuschließen, dass uns mal jemand über den Weg läuft, der Interesse am Hof hat, der dann evtl. mithilft (wenn das Arbeitsvolumen das zulässt), auch im Lohnunternehmen, wie auch immer, und diese Person könnte ein potentieller Nachfolger von uns sein. Aber das ist so weit in die Zukunft gegriffen, dass ich ab jetzt erst mal für viele Jahre keinen Gedanken mehr an so was verschwenden werde.

Ich hoffe einfach, dass der Termin beim Bauernverband bald stattfindet und dass es bald weitergeht.
*Julia*
 
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Re: Hofübergabe

Beitragvon Hans Söllner » So Jun 19, 2016 21:07

Julia ich habe mir die Sache von Beginn an durchgelesen und mitgehofft da kommt heute etwas brauchbares dabei raus. Ich denke, mit dem Ergebnis kann man erstmal einigermaßen zufrieden sein. Mit der Schwiegermutter bist du gestraft, das lässt sich nicht ändern. Diese Streitereien kosten unheimlich Kraftund gehen auf Dauer auf die Psyche. Wünsche mir für euch jedenfalls einen positiven Ausgang und dass ihr euch am Betrieb selbstverwirklichen könnt.
Adressen Gebrauchtteile: http://www.landtreff.de/post1288536.html#p1288536
Weil wir uns von technischen Spielereien blenden lassen, vergessen wir die Augen aufzumachen um zu erkennen dass sich Technik rechnen muss!

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Re: Hofübergabe

Beitragvon emskopp33 » So Jun 19, 2016 21:10

Als Randnotiz...
Ich denke nicht das dein Schwiegervater eine Art von Demenz hat; nach dem was man über ihn liest, ist er eher in eine depressive Grundhaltung verfallen.
Falls doch, kann es mit einfachen alltags Tests überprüft werden.

Mit eurer Schwiegermutter werdet ihr so noch nicht klar kommen. Ich behaupte schon bald, dass es auch nicht direkt mit der LW zu tun hat. Ich würde mal eine Supervision mit machen...

Auf jeden Fall hört man raus, dass der Senior sich in Gegenwart der ganzen Familie traut seine Meinung zu vertreten, ein Problem zwischen den Ehepartnern besteht, und er alleine überfordert ist und untergeht.
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Re: Hofübergabe

Beitragvon Pinzgauer56 » So Jun 19, 2016 21:32

Und ich schreib es nochmal : Jetzt ist es aller höchste Zeit einen unparteiischen Fachmann hinzu zu ziehen, einen Couch, der als Aussenstehender moderiert !
Alles gut gelaufen heute, freut mich sehr für Euch ! Doch Julia, bitte werde nicht zu warm mit deinem Schwiegervater, das bekommst du dann von der Wölfin doppelt u. dreifach zurück !
Und dann noch ein altes Sprichwort am Rande : Das Eisen muss man schmieden so lange es heiss ist !
l.G.
Bei der Leni, auf der Zenzi, überall ist dieser Pinzi... 8)
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Re: Hofübergabe

Beitragvon 108fendt » Mo Jun 20, 2016 5:37

Hallo Julia,

ich freue mich für euch, das es relativ ruhig abgelaufen ist, aber das macht mich etwas stutzig !
Die Geschwister sollen Wald oder 20000€ bekommen ? Und fertig ?
Das wäre ja richtig billig für euch !
Das kommt mir aber etwas spanisch vor, ich glaube nicht das die sich entgültig damit abfinden werden !

Waren die Partner von den Geschwister auch dabei ?
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Re: Hofübergabe

Beitragvon sml » Mo Jun 20, 2016 7:05

*Julia* hat geschrieben:
So, aber die Schwiegermutter sperrte sich immer noch gegen eine Übergabe. Nun redeten alle Kinder auf sie ein. Zu ihrer Beruhigung wurde erklärt, dass eine Übergabe ja nicht heißen müsste, dass ab Datum X alles auf meinen Mann laufen und sie nichts mehr haben würde. Es solle doch lediglich festgeschrieben werden, dass nach dem Ableben der Senioren die Güter X, Y, Z an meinen Mann übergehen, was auf seine Geschwister übergehen soll usw. Das hieße nicht, dass sie ausziehen müsste oder sonst was. Sondern es soll einfach die Richtung weisen, dass mein Mann nicht blöd dasteht wenn die Eltern sterben und er muss alles mit den Geschwistern teilen, auch das, was er mühsam investiert hat. Als die Schwester das nochmal ganz langsam und deutlich schilderte, lenkte die Seniorin etwas ein.


Geht es jetzt um so eine art Vorvertrag?

Der ist in meinen Augen nichts wert und kann unter umständen von der Schwiegermutter nach einem evtl. Ableben des Mannes angefochten werden.
Heist nicht das sie damit erfolg hat, aber die Juristische auseinandersetzung würde euch wahrscheinlich aufgrund des hohen Streitwertes eine weiterbewirtschaftung unmöglich machen!
Wobei sie auch mit einer Anfechtung erfolg haben könnte, selbst wenn sie unterschrieben hat, da sie bei einem Ableben des Mannes ziemlich leer ausgehen würde und der Vertrag dann für ungültig erklärt werden könnte!

Auch bei der Bank ist so ein Vertrag rel. Wertlos.

Wenn die "Alten" zwei Grundstücke in Ortrandslage behalten wollen, ist das ja ok, der Rest sollte aber entgültig Überschrieben werden inkl. Wohnhaus (kann ja ein Wohnrecht eingetragen werden).
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Re: Hofübergabe

Beitragvon sml » Mo Jun 20, 2016 7:08

108fendt hat geschrieben:Hallo Julia,

ich freue mich für euch, das es relativ ruhig abgelaufen ist, aber das macht mich etwas stutzig !
Die Geschwister sollen Wald oder 20000€ bekommen ? Und fertig ?
Das wäre ja richtig billig für euch !
Das kommt mir aber etwas spanisch vor, ich glaube nicht das die sich entgültig damit abfinden werden !

Waren die Partner von den Geschwister auch dabei ?


Wenn ich richtig gelesen habe, der Bruder ein Wohnhaus + Wald und die Schwester Bauplatz + Wald!
Anstelle des Waldes könnte aber auch 20000€ ausgezahlt werden.
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Re: Hofübergabe

Beitragvon 108fendt » Mo Jun 20, 2016 7:41

sml hat geschrieben:
Wenn ich richtig gelesen habe, der Bruder ein Wohnhaus + Wald und die Schwester Bauplatz + Wald!
Anstelle des Waldes könnte aber auch 20000€ ausgezahlt werden.


Hast recht ! :prost:
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Re: Hofübergabe

Beitragvon *Julia* » Mo Jun 20, 2016 7:51

Die 20.000€ wären gleich fällig, falls die Geschwister keinen Wald haben möchten. Falls aber doch Wald (was so herauszuhören war), dann erst mal keine Zahlungen an die Geschwister.
Der Schwiegervater möchte festschreiben, dass mein Mann 10 Jahre lang nichts verkaufen darf. Bzw. schon darf, aber im Falle dass muss er den erzielten Betrag mit seinen Geschwistern und seiner Mutter teilen. Nach den 10 Jahren könne er tun und lassen was er will.
Er besteht auch weiterhin auf eine monatliche Zahlung von 1.000€ für den Hof an sich. Wir haben nichts dazu gesagt, weil dann ja das mit der Beratung durch den Bauernverband kommt. Hätten wir da gleich gesagt, dass die Summe zu hoch sei, wäre das Gespräch zu Ende gewesen. Das soll schön der Verband austüfteln und dann noch unser externer Berater zu gegebener Zeit.
Ebenso soll auch der andere Sohn, der das große Grundstück mit dem Elternhaus der Mutter bekommen soll, eine monatliche Zahlung leisten. Damit würde sich aber der Betrag für uns verringern.
Die Schwester soll ja noch einen heiß begehrten Bauplatz bekommen, der um die 70.000€ Wert hat (ortsüblicher Preis).

Ich kann also nicht sagen, was da sonst noch kommt oder kommen könnte. Die Geschwister haben jedenfalls gesagt, sie wollen mit dem Hof nichts zu tun haben, keinesfalls, und die Mutter solle sich nicht so querstellen. Sie soll froh sein, dass jemand aus der Familie den Hof weiterführen will.

Ja, der Partner der Schwester war auch dabei. Er kommt auch aus einer Landwirtschaft und bei denen ist die Übergabe an einen seiner Brüder schon gelaufen.
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Re: Hofübergabe

Beitragvon sml » Mo Jun 20, 2016 8:46

1000€ bei der Fläche ist zuviel.
Was aber ein angemessener Betrag ist kann nur der Steuerberater sagen!
Wenns einen Termin mit dem Bauernverband gibt müsste er dabei sein!

Außerlandwirtschaftliches Einkommen sollte bei den Zahlungen außen vor bleiben!

1000€ pro monat + Arbeit aufgeben kann schon zu einer enormen Belastung werden.
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Re: Hofübergabe

Beitragvon moosrain » Mo Jun 20, 2016 9:04

Hallo Julia,

freut mich für Dich, dass das Gespräch jetzt anscheinend doch so gut gelaufen ist!

Und Tips für Ratgeber gab´s ja in der Vergangenheit genug - nutzt bitte die Möglichkeiten und hört Euch immer wieder unabhängige Zweitmeinungen an ........... - wobei ich persönlich vom Bauernverband und seinem Beratungsangebot enttäucht bin! Ich denk, auf jeden Fall n Steuerberater wegen der Zahlen und eventuell n Rechtsanwalt wegen der rechtlichen Aspekte (Pflege und so) und auf jeden Fall mehrere Gespäche beim Notar, der Euch das ausführlich erklären soll ........

Ich drück Euch für die Zukunft die Daumen, dass schnell über die Bühne geht!
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Re: Hofübergabe

Beitragvon Estomil » Mo Jun 20, 2016 9:24

Ich finde die Geschwister werden bei der betriebsgrösse mehr wie üppig abgefunden. Das geht schon stark auf die substanz. Einen rechtlichen Anspruch auf den Wald bzw das Geld hätten die beiden also vermutlich nicht!
Alleine die Abgabe der Grundstücks kann übrigens hohe steuernachzahlungen verursachen. Das muss der steuerberater klären!
Ich würde den Bauer Verband in jedem fall herauslassen. Die ruinieren euch! Wichtig wäre ein steuerberater der im Sinne des Hofes handelt! Da haben alle mehr von!
Die bauernverbandsfritzen haben ihren Job nur, da die bei richtigen steuerberater niemals eingestellt werden würden. Sie sind einfach nicht gut genug!

Ansonsten erstmal schön, dass ihr wenigstens ins Gespräch kamt.Im übrigen müsst ihr davon ausgehen, dass alles was die alten behalten und nicht abgeben verkauft wird. Wenn die pflegekosten losgehen geht alles ungern hammer. Wenn alles jetzt überschrieben wird könnten zwar nachforderungen kommen, mit etwas Glück aber auch nicht. Besonders bei der jungen Mutter wärt ihr raus.

Zudem würde ich die nachabfindungsklausel niemals akzeptieren. Ihr trägt das wirtschaftliche Risiko weswegen ihr auch die Einnahmen vollständig behalten solltet. Eine nachabfindung könnte zb auch bei Wertsteigerungen greifen wie bauland, sandabbau oder windkraftstandort. Und bei der Mutter ist mit allem zu rechnen.

Bezüglich den bauplätzen die der alte behalten will könnte man zb ja auch den Vorschlag machen dort nen mietshaus zu bauen. Je nach ortsüblicher Miete kann was so was auch interessant sein. Das sind eigentlich changen die sich ein hof nicht vom Brot nehmen lassen darf.
Zumindest wäre so was eine gute argumentationshilfe.

Lieber etwas mehr Rente zahlen und alles bekommen als die sahnestücke zurückzulassen!
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Re: Hofübergabe

Beitragvon *Julia* » Mo Jun 20, 2016 13:01

Estomil hat geschrieben:Ich würde den Bauer Verband in jedem fall herauslassen. Die ruinieren euch! Wichtig wäre ein steuerberater der im Sinne des Hofes handelt! Da haben alle mehr von!
Die bauernverbandsfritzen haben ihren Job nur, da die bei richtigen steuerberater niemals eingestellt werden würden. Sie sind einfach nicht gut genug!


Ja, genau diese Erfahrungen haben wir auch gemacht. Deshalb wollen wir "Jungen" eigentlich nichts mit dem Bauernverband zu tun haben. Mein Mann ist da auch kein Mitglied mehr. Er hat auch schon Kontakt zu einem Steuerberater aufgenommen, der sich auf die Landwirtschaft spezialisiert hat.
Die Senioren wollen den Bauernverband nützen. Die sind schon Jahrzente dort Mitglied und kennen auch nur das. Oder sagen wir es so, die Seniorin will das, der Senior wäre für andere Berater offen. Die sollen ihren Beratungstermin dort machen. Wie ich nun schon herausgehört habe, wird auch der Bauernverband nicht das vorschlagen, was die Seniorin gerne hätte. Und auch der Bauernverband würde diese hohe monatliche Zahlung nicht unterschreiben. Aber warten wir es ab. Der Schwiegervater wollte sich noch diese Woche um einen Termin bemühen. Hoffe, er macht es wirklich. Denn Eisen wird tatsächlich nur geschmiedet wenn es heiß ist...
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Re: Hofübergabe

Beitragvon emskopp33 » Mo Jun 20, 2016 16:13

Die 10 Jahresregelung wg. einem Grundstücksverkauf ist doch egtl. über.
Wenn es nach der Höfeordnung geht, musst du eh 20 Jahre warten oder teilen.
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