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Kühe enthornen

Fragen und Antworten rund um die Rindviehhaltung.
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68 Beiträge • Seite 5 von 5 • 1, 2, 3, 4, 5
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Re: Kühe enthornen

Beitragvon SHierling » Di Apr 27, 2010 8:47

Das kann man für Deine Situation insgesamt nicht beantworten, mußt Du aufdröseln.

Rinder unter sich haben in durchgehend behornten Herden keine größeren Probleme als anderswo auch, mit den üblichen Anforderungen an die Stalleinrichtung, zB an die Freßgitter (nach oben offen!), ggf an Automaten und an einen angemessenen Klauenpflegestand / Fangstand. Solange sich Rind und Mensch dann mit der entsprechend zusätzlichen Vorsicht (eben keine Anbindehaltung mehr!!) begegnen, kein Problem.

Rinder und Menschen sind dann wieder eine andere Sache. Je nach dem, wie Du Deine Rinder aufziehst / sozialisierst, lernen sie während ihrer Prägephase und der anschließenden Zeit mehr oder weniger, die sie umgebenden Menschen als Sozialpartner anzusehen. Solange die Kälber zweimal am Tag getränkt wurden, und ansonsten keinen Kontakt zu Menschen hatten - wie eben früher und heute auf normalen Betrieben üblich - kein Problem. Je mehr Du die Tiere aber in Dein Umfeld einbeziehst, desto eher neigen sie später auch dazu, ihr arteigenes Sozialverhalten auf Dich und den Rest ihrer Umgebung anzuwenden - also zB Stoßen, um die Rangordnung festzulegen, oder eben Drängeln. DAS hat dann bei behornten Tieren schon ganz andere Auswirkungen als bei Tieren, die enthornt worden sind - da kann ein "kleiner Schubs", der einer anderen Kuh kaum Stirnrunzeln entlockt, schon "mal eben" ein totes Kind bedeuten, ohne böse Absicht, ohne Agression, einfach weil ein Rind anders gebaut und gewichtiger ist als ein Mensch. Du kennst doch sicher Pferdeverhalten - wenn die Dich mit ihrem Kopf annehmen, "liebevoll" schubsen, oder auch nur ihre Ohren an Dir reiben - stell Dir sowas mit einem behornten Rind vor.

Also wenn Du die Hörner dran läßt, dann auch konsequent KEINE Tüdelei, keine Streichelaktionen, kein HeiTeiTei und Atata, sondern Rind ist Rind, und fertig. Gehorsamsübungen, ggf und bei Bedarf Halfterführigkeit, ok - wobei Du einen ausgewachsenen Ochsen später auch nicht am Halfter hältst, wenn der das nicht will, ihm also sein Verhalten beim Treiben, Dirigieren etc auch ebensogut aus 2m Abstand beibringen kannst. Im Normalbetrieb sind auch nicht alle Kühe Halfterführig und lassen sich trotzdem problemlos dahin bewegen, wo man sie hinhaben will, alles eine Frage der Körpersprache.

Wenn Du "Streichelrinder" haben willst, tägliche Schmusestunden, das niedliche Kalb am Küchenfenster oder was sonst so anfällt >> Hörner AB, das wird später zu gefährlich. Die "liebe Kuh mit Horn" stammt aus Zeiten der Anbindeställe, da kannst Du Dich problemlos "aus dem Bereich der Hörner raushalten" - bei einer Kuh, die sich umdrehen kann und womöglich noch daran gewöhnt ist, frei auf dem Hof herumzulaufen, geht das nicht einfach so.
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Re: Kühe enthornen

Beitragvon Cord » Di Apr 27, 2010 9:37

Vielen Dank für die Antwort.

Die Rinder (so ist der vorsichtige Plan) sollen schon auch weiter Kontakt zum Menschen behalten.
Die Fehlprägung ist schon so ein Problem an sich, dass vielleicht an anderer Stelle schon mal diskutiert wurde, oder noch werden kann.

Wir hatten als Kinder beim "Stalldienst" (komisch einige Begriffe vergisst man auch nach 40 Jahren nicht) die Aufgabe die Kühe von der Weide zu holen und im Stall zu füttern. Zum melken anbinden war Aufgabe der Erwachsenen. Später kammen dann die Selbstfanganlagen.
Der Kontakt wurde in Engpässen auch mal intensiver (Tore z.B.) Als Kind habe ich mich nie bedroht gefühlt. Das mag aber auch an kindlicher Naivität gelegen haben.

Der kleine Bulle probiert schon mal das Drängeln und Stoßen. Bei so einem kleinen Fraggle fällt es vor allem den Kids nicht leicht richtig drauf zu reagieren. Wir machen Gehorsamsübungen mit den Tieren und sie sind halfterführig. Sie geben die "Hufe" zur Klauenpflege. (Wir üben das schon jetzt mit Wurzelbürsten um es später leichter zu haben.)

Ich (wir) möchten es als Erwachsene noch mal wissen. Was geht mit Rindern, und was nicht. Vieles in der Erziehung der Rinder läßt sich von Erfahrungen mit anderen Tieren übertragen. Einiges scheinbar nicht. Stuhr sind sind sie auf jeden Fall. Vielleicht fehlt aber auch Grips? Schlimmstenfalls liefern sie am Ende wunderbare Steaks :wink:

Ich bin gespannt ob sich noch jemand meldet, der schon die Art Erfahrungen gemacht hat auf die ich aus bin.
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Re: Kühe enthornen

Beitragvon SHierling » Di Apr 27, 2010 9:56

An Grips mangelt es nicht, Rinder sind nur eben keine Pferde - Pferde sind Fluchttiere und reagieren anders als Rinder, die ihre Hörner ja von der Evolution nicht eben als Deko mitbekommen haben.
In meiner Lehrzeit wurde auf dem damaligen Betrieb - damals auch noch Anbindehaltung - gerade umgestellt, also angefangen hab ich mit behornten Kühen, einige Tiere ohne Hörner waren schon dazwischen, und für den Rest kam dann einen Tag der TA mit der Drahtsäge. Inzwischen bin ich meistens mit irgendwelchen "Geweihträgern" befaßt, Highlands, Steppis, "Modekühe" eben - und da merkt man den Unterschied zwischen den unterschiedlichen Haltern / deren Umgang mit den Tieren schon extrem. Und als erstes bei Verhaltensproblemen kommt - ehrlich - fast immer ein Spruch Marke: "Dabei war er/sie früher SOOO lieb und hat sich alles gefallen lassen!"
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Re: Kühe enthornen

Beitragvon TLH » Di Apr 27, 2010 10:47

Vielleicht fehlt aber auch Grips?
wenn Ihr mit den Rindern das Arbeiten anfangt werdet Ihr Euch wundern wie schlau die sind :wink: Intelligenz hat mit Sturheit nichts zu tun 8)
meiner hat Hörner, ist "erwachsen" und weiß was er darf und was nicht; genauso wie sie den Überblick haben wo ihre Schwanzspitze hinschlägt, wissen sie sehr genau wo sich gerade ihre Hornspitzen befinden!
der Unterschied zwischen Anlehnung (mit dem Kopf) - der Frage nach Streicheleinheiten - und Schieben ist minimal; konsequent: KEINE SCHIEBESPIELE - in keinem Alter!
so sehr wie meiner gern kuschelt, Ohrenreiben an einer Person hat er noch nie versucht, nicht mal als Kalb (pferdetypische Geste?)
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Re: Kühe enthornen

Beitragvon Pony & more » Di Apr 27, 2010 16:07

TLH hat geschrieben:wissen sie sehr genau wo sich gerade ihre Hornspitzen befinden!
der Unterschied zwischen Anlehnung (mit dem Kopf) - der Frage nach Streicheleinheiten - und Schieben ist minimal; konsequent: KEINE SCHIEBESPIELE - in keinem Alter!
so sehr wie meiner gern kuschelt, Ohrenreiben an einer Person hat er noch nie versucht, nicht mal als Kalb (pferdetypische Geste?)


und wie genau die das wissen! Sonst könnte man ihnen nämlich gar nicht beibringen, wie man mit der Hornspitze ein am Boden liegendes Joch aufhebt und reinschlupft ... dieses Video http://www.youtube.com/watch?v=1gEvEMXeWbo
hat mich sehr beeindruckt und wir üben die Grundstufe derzeit mit unserem Ochsen. Natürlich nur spielerisch, da die richtig Anspannung mit einem Dreipolsterkummet stattfinden soll. Aber er beweist, daß er mit seiner Hornspitze eine Haarnadel aufheben könnte, wenn er wollte. Und das, obwohl er (im Gegensatz zu dem Rind im Video) gerade Hörner hat.

Schiebespiele sind auch bei uns absolut tabu, weil er dann merken würde, daß er stärker ist als wir. Überhaupt weiß er, daß er für Spielchen sich mit seiner Artgenossin beschäftigen muß, und nicht mit uns. Das ist einfach eine Sache der Erziehung.
Unserer ist auch verschmust, aber er kennt die Grenzen.
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Re: Kühe enthornen

Beitragvon Qtreiber » Di Apr 27, 2010 17:00

Das Problem sind in meinen Augen die Kinder. Falsches Verhalten gegenüber den Rindern ist mehr oder weniger vorprogrammiert. Irgendwann laufen sie davon (die Kinder) und die Rinder lernen aus JEDER Situation.
Wie sagt Howard van Ord: "Sie lernen jedesmal, wenn sie uns sehen oder hören."
Meine haben Hörner und wenn es mal zu einem Problem gekommen ist (z.B. bei der Fliegenabwehr etc.), dann war es immer MEINE Schuld, mangelnde Aufmerksamkeit.
Durch "Schubsen" etc. hat es noch nie Probleme gegeben, weil das von Anfang an konsequent unterbunden wurde. Die Tiere, die es trotzdem nicht bleiben lassen konnten oder sonst irgendwelche Aggression gezeigt haben (Rinder sind eigene Charaktere), haben immer einen guten Platz gefunden . :wink:
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Re: Kühe enthornen

Beitragvon Pony & more » Di Apr 27, 2010 23:43

Qtreiber hat geschrieben:Das Problem sind in meinen Augen die Kinder. Falsches Verhalten gegenüber den Rindern ist mehr oder weniger vorprogrammiert. Irgendwann laufen sie davon (die Kinder) und die Rinder lernen aus JEDER Situation.

Das ist richtig. Kindern muß man wirklich ganz genau erklären, welche Verhaltensweisen man Rindern gegenüber nicht an den Tag legen sollte. Das ist mit Kindern, die täglich Umgang mit den Tieren haben oder mit ihnen "gewachsen" sind, erheblich leichter.
Bei meinem Sohn muß ich mir keine Gedanken machen, der ist mit Junghengsten aufgewachsen (was ähnliche Flegel sein können), aber Besucherkinder (und Erwachsene übrigens auch) muß man schon genau instruieren, weil sie sich sonst instinktiv so verhalten würden, daß es gefährlich werden könnte.
Aber man kann Rinder durchaus so trainieren, daß man gefahrlos zwischen ihnen Federball spielen kann :wink: , was nicht heißt, daß man trotzdem auch hinten Augen haben sollte (haben Mütter als trainierte Multitasker sowieso).
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Re: Kühe enthornen

Beitragvon Qtreiber » Mi Apr 28, 2010 6:30

Pony & more hat geschrieben:Aber man kann Rinder durchaus so trainieren, daß man gefahrlos zwischen ihnen Federball spielen kann


Ich KÖNNTE zwischen meinen Rindern Federball spielen,..........WENN ich es könnte.....;)
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