Nachdem ich sowohl im richtigen Leben als auch hier im LT immer wieder auf Zeitgenossen treffe, die gerade erst oder schon länger die Landwirtschaft an den Nagel gehängt haben, die aber über ein so immenses Fachwissen verfügen, dass sie anderen noch wirtschaftenden die Welt erkären müssen hier meine Frage:
Ist das zwangsläufig so, dass man nach Aufgabe der Landwirtschaft komisch wird?
Konkretes Beispiel Nummer eins: Landwirtschaft schon mehr als zwanzig Jahre aufgegeben aber immer noch bei jeder Veranstaltung von LWA und Landhandel (dort lieber, da gibts Brotzeit), bei jeder Arbeit steht er einem im Weg, weil er Ratschläge austeilen will, jede ihm unbekannte Bewirtschaftungsweise wird im ganzen Landkreis breitgetreten, jeden Misserfolg bekommt jeder sofort mitgeteilt. Klappt alles, dann wird ausgerechnet, was man daran verdient hat, kauft oder baut man etwas kommt der Satz: Wenns nur gut tut!
Beispiel zwei: Sämtliches "Fachwissen" wird auf die Erfassung von "Fehlern" verwendet und diese immer zeitnah zur Anzeige gebracht, auch wenn vieles mittlerweile gute fachliche Praxis ist.
Postives Beispiel: Ein wirklich kompetenter Ex- Rinderhalter, der nur ungern aufgegeben hat, freut sich wie ein Kind, wenn man ihn um Rat oder bei Kalbungen um Hilfe bittet, der ist auch der beste Mentor bei der Auswahl der färsen und der angepaarten Bullen.
Mit sochen Exemplaren, wie eins und zwei wird das Zusammenleben immer weniger möglich. Die Erschließung neuer Geschäftszweige passiert mittlerweile an einem anderen Standort.
Muss so etwas sein? Kann ich, wenn meine privaten Umstände mir ein Weiterwirtschaften, warum auch immer unmöglich gemacht haben, nicht den der Weitermachen will wenigstens in Ruhe lassen?
Gruß
Werner

