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Landwirtschaft, warum tuen wir uns das noch an?

Hier kann man über aktuelle Themen aus den Medien und Allgemeines der Landwirtschaft diskutieren.
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320 Beiträge • Seite 2 von 22 • 1, 2, 3, 4, 5 ... 22
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Re: Landwirtschft, warum tuen wir uns das noch an?

Beitragvon Oberpfälzer » Sa Nov 26, 2011 18:16

Wenn man einen einigermaßen lukrativen, angesehenen und "normalstressigen" Beruf außerhalb der Landwirtschaft kriegen kann, dann ist das sicher für die meisten das schönere Leben als sich als Bauer ein Leben lang für die (unterm Strich) paar Piepen den Buckel krumm zu machen.
Allerdings hat die Landwirtschaft neben dem ganzen idealistischen Zeug (Arbeit in der Natur, mit Tieren, etc....) auch einige Vorteile gegenüber der übrigen Privatwirtschaft. Keine nervenden und hinterfotzigen Kollegen (allenfalls die Altenteiler), keine bösen Chefs und man arbeitet für sich und nicht für irgendjemand anderen, der vielleicht nicht halb so viel drauf hat wie man selbst. Zudem hat man so gut wie keinen Arbeitsweg. Man muss halt auch die positiven Seiten sehen...

P.S.: Ich hab mal Zimmerer gelernt. Das ist körperlich ungefähr 10mal belastender und auch gefährlicher als der durchschnittliche Arbeitsalltag eines deutschen Landwirts. Ich kann das beurteilen, weil ich aus der LW stamme und wir auch immer noch aktiv LW betreiben.
Oberpfalz - Gott erhalt`s!
Kein Bayernland ohne Bauernstand!
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Re: Landwirtschft, warum tuen wir uns das noch an?

Beitragvon SHierling » Sa Nov 26, 2011 18:20

Das Problem mit den Alten die nich loslassen wollen, hast Du überall, nich nur im landw. Betrieb.

Von dem Problem haben 90% aller Berufstätigen in D noch nicht mal was gehört, Du Klapskalli.
http://www.ifm-bonn.org/index.php?id=637
Sind alle Deine Quellen so völlig falsch?
Ich esse Fleisch, und ich weiß, warum.
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Re: Landwirtschft, warum tuen wir uns das noch an?

Beitragvon JORA » Sa Nov 26, 2011 19:26

Cairon"]Ich habe auch schon darüber nachgedacht keinen Antrag mehr zu stellen, aber ich kann es mir leider nicht leisten. Auf der Versammlung diese Woche haben sie Zahlen vorgestellt, dass bei einem Durchschnittsbetrieb die Ausgleichszahlungen 42% des Betriebsgewinnes ausmachen. Leider kann ich es mir nicht leisten langfristig auf 42% des Gewinnes zu verzichten. Außerdem wenn die Bauern in großer Zahl keinen Antrag mehr stellen würden, dann würde die Politik unter den richtigen Vorzeichen die Auflagen einfach ins Fachrecht übertragen, wer glaubt denn die würden uns in Ruhe lassen, nur weil wir keine Ausgleichszahlungen mehr bekommen. Schön fand ich auch die Aussage warum man 7% der Ackerfläche zu Umweltmaßnahmen heran ziehen will, angeblich wurden in den letzten 10 Jahren europaweit 7% der nicht erfassten Landschaftselemente beseitigt und diese will man sich jetzt wieder holen. Ich kann mich nicht daran erinnern 7 ha Windschutzhecken oder ähnliches gerodet zu haben.
Die Politik wir uns weiter gängeln und ich sehe keinen Weg wie man sich dem langfristig entziehen könnte. Die Bauern wurden schon im Mittelalter durch die Obrigkeit geknechtet und so ist es geblieben, nur die Mittel haben sich gewandelt.



Die Kontrollen werden wir am schnellsten los, wenn wir uns alle an die Vorschriften halten, denn wenn die Kontrolleure auf den Betrieben keine Versöße mehr ahnden können, wird man sie sehr schnell beurlauben. :prost:
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Re: Landwirtschft, warum tuen wir uns das noch an?

Beitragvon Meini » Sa Nov 26, 2011 19:36

Also ich finde auch mit 40zig meinen Beruf sprich Landwirt immer noch Ok, oder besser wie vor 7-8 Jahren. Eigentlich hätte ich genugend Gründe um unzufrieden zu sein. Eine Wutbürgerschaft versucht mich seit 2Jahren alle zumachen, vor weg einer meiner Verpächter. Inzwischen sehe ich das sehr gelassen, weil so etwas zwar sehr nervig ist aber man wächst dran. Ich kann für mich sagen das ich mit meinem Einkommen meinem beruflichen Erfog durchaus zufrieden bin, sogar etwas stolz auf mich. Nein ich bin sicher kein Überflieger, aber ich bin mit mir zufrieden, weiß nicht wieviele Menschen das von sich behaupten können. Ich sage mir jeden Tag so lange ich ein Lächeln im Gesicht trage ist die Welt für mich in Ordnung, meine Freundin nennt es das Lausbuben Lächeln :) .

Was mir etwas fehlt ist die Freiheit, die zu einem Beruf wie Bauer einfach dazugehört und uns zur Zeit genommen wird, wieder und wir lassen es einfach zu, weil wir zu ängstlich sind,das macht mich wütend :evil: . Stellen wir uns mal vor wir hätten nicht wie blöd die Dieselrückvergütung verteidig ,stadtdessen hätten wir uns dafür eingesetzt echte Pflanzenölmotoren zu bauen, wir wären heute unabhängig von den verrückten Dieselpreise hätten einiges an Wertschöpfung für uns Landwirte generiert.
Pessimisten suchen nach Gründe, Optimisten finden Wege.
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Re: Landwirtschft, warum tuen wir uns das noch an?

Beitragvon Meini » Sa Nov 26, 2011 19:37

JORA hat geschrieben:
Cairon"]Ich habe auch schon darüber nachgedacht keinen Antrag mehr zu stellen, aber ich kann es mir leider nicht leisten. Auf der Versammlung diese Woche haben sie Zahlen vorgestellt, dass bei einem Durchschnittsbetrieb die Ausgleichszahlungen 42% des Betriebsgewinnes ausmachen. Leider kann ich es mir nicht leisten langfristig auf 42% des Gewinnes zu verzichten. Außerdem wenn die Bauern in großer Zahl keinen Antrag mehr stellen würden, dann würde die Politik unter den richtigen Vorzeichen die Auflagen einfach ins Fachrecht übertragen, wer glaubt denn die würden uns in Ruhe lassen, nur weil wir keine Ausgleichszahlungen mehr bekommen. Schön fand ich auch die Aussage warum man 7% der Ackerfläche zu Umweltmaßnahmen heran ziehen will, angeblich wurden in den letzten 10 Jahren europaweit 7% der nicht erfassten Landschaftselemente beseitigt und diese will man sich jetzt wieder holen. Ich kann mich nicht daran erinnern 7 ha Windschutzhecken oder ähnliches gerodet zu haben.
Die Politik wir uns weiter gängeln und ich sehe keinen Weg wie man sich dem langfristig entziehen könnte. Die Bauern wurden schon im Mittelalter durch die Obrigkeit geknechtet und so ist es geblieben, nur die Mittel haben sich gewandelt.



Die Kontrollen werden wir am schnellsten los, wenn wir uns alle an die Vorschriften halten, denn wenn die Kontrolleure auf den Betrieben keine Versöße mehr ahnden können, wird man sie sehr schnell beurlauben. :prost:


Träum weiter ein CC Kontroleur wir immer was finden wenn er will.
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Re: Landwirtschft, warum tuen wir uns das noch an?

Beitragvon frank1973 » So Nov 27, 2011 5:55

Aus deinem Beitrag Cairon lese ich daß dich ziemlich der Frust gepackt hat,korrigiere mich aber wenn ich falsch liege.Aber keine Angst du bist wirklich nicht alleine weder mit der Bürokratie noch mit den "Alten" die mit auf dem Hof wohnen noch mit den Erben die ab und zu zu Besuch kommen.Ich betreibe die LW im Nebenerwerb neben meinem Job in der KFZ-Industrie.Steht ne 6 Tage-Frühschichtwoche (Frühmorgens um viertel vor vier rappelt der Wecker) in der Fabrik an schaue ich das alles was zu tun ist unter der Woche erledigt wird um Samstags wenn ich um 15Uhr nach Hause komme mich mal etwas auf der Couch breitzumachen und Feierabend zu haben.Diese Woche war ich jeden Tag bis 18-19 Uhr in der Werkstatt und hab am Trecker rumgeschraubt weil der Öl verliert und beim Bekannten hab ich den Glühschalter an seinem Deutzchen noch gewechselt.Komme gestern nach Hause steht ein Hänger voll Holzbalken im Hof,Gott weiß wo die wieder her sind und für was er die wieder braucht.Der Hänger muss aber unbedingt noch zum Lagerplatz und abgeladen werden,nach einem kurzen aber heftigen "Streitgespräch" ist er dann aber alleine losgezogen.
Es gibt 3 Dinge die im Leben zählen:Schnelle Trecker,schnelle Mahlzeiten und schnelle Frauen. https://www.youtube.com/watch?v=toyN81wZzLw
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Re: Landwirtschft, warum tuen wir uns das noch an?

Beitragvon Piet » So Nov 27, 2011 7:51

Wenn der Tag mal gut läuft, man sich abends umdreht und sieht was man geschafft hat, dann lohnt es sich!
So ein Gefühl kennt kein Kontrolleur.
http://www.jagtnorden.de
Alta, lass uns Baumarkt!
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Re: Landwirtschft, warum tuen wir uns das noch an?

Beitragvon Einhorn64 » So Nov 27, 2011 9:16

Piet hat geschrieben:Wenn der Tag mal gut läuft, man sich abends umdreht und sieht was man geschafft hat, dann lohnt es sich!
So ein Gefühl kennt kein Kontrolleur.

Naja, wenns so ein richtiger "Kontrolleur" ist, dann wird ihm bestimmt abends einer abgehn wenn er es wieder mal geschafft hat einige landwirte "fertig" zu machen.
Das ist dann seine persönliche "strecke".
Jeder Jeck ist anders Jeck!
"Wer sich im Geschichtsunterricht gefragt hat, wie man in den 1930ern in kurzer Zeit so viel Hass säen konnte, der kann nun live zuschauen."
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Re: Landwirtschft, warum tuen wir uns das noch an?

Beitragvon Cairon » So Nov 27, 2011 12:44

Was geschrieben wurde, dass es bei Handwerksbetrieben ähnlich ist, kann ich so nicht ganz stehen lassen. Im Betrieb ist es sicher ähnlich, wenn der Altenteiler dort herum läuft. Aber ich habe auch einige Bekannte, die Handwerksbetriebe von ihren Vätern übernommen haben. Der gravierende Unterschied ist, dass bei all meinen Bekannten weder die Altenteiler auf den betrieben wohnen. Das heißt, wenn man Morgens in die Firma geht ist der Altenteiler noch zu Hause und liest die Zeitung und wenn ich Abends nach hause komme ist der Altenteiler nicht da, sondern in seinem zu Hause. Außerhalb der Geschäftszeiten hat man einfach weniger miteinander zu tun und daher auch mehr persönlichen Freiheit.
Mag ja sein, dass ich momentan einfach etwas Herbstdepressionen habe, aber ich bin ernsthaft am überlegen ob ich das Eigenland nicht verpachten sollte, nur noch das Pachtland im Nebenerwerb bewirtschafte, um den Betrieb aufrecht zu erhalten bis alle Ansprüche der weichenden Erben verjährt sind und dann einfach die Luken zu zumachen.
Der einzige wirklich Grund, der mich noch davon abhält ist mein Mitarbeiter. ich habe ihn seit über 20 Jahren hier auf dem Hof und wenn ich ihn entlassen würde, wäre dass schon ein heftiger Schlag für ihn.
Es geht mir ja auch nicht darum, dass mir die Arbeit keinen Spaß machen würde, es ist eigentlich nur das ganze Drumherum was einem den Spaß an der Landwirtschaft verleidet. Natürlich ist es ein schönes Gefühl wenn die Ernte gut gelaufen ist, die Scheunen voll sind und man weiß was man vollbracht hat, aber gerade in diesem Jahr war die Ernte ja auch nicht so der Brüller. Natürlich ist die Arbeit eines Bergmanns unter Tag anstrengend und es gibt sich Jobs die körperlich mehr fordern, aber darum geht es gar nicht. Ich habe keine Angst vor körperlicher Arbeit und meine Bandscheibenvorfall habe ich sicher nicht vom im Büro sitzen. Wie schon er wähnt es sind einfach die ganzen Rahmenbedingungen die mir auf das Gemüt schlagen. Die Pferdebauern schimpfen auf uns in der Presse, weil das Stroh teuer ist und ihre armen Pferde auf dem nackten Boden schlafen müssen, die NABUs schimpfen weil wir angeblich die Umwelt zerstören, die Tierschützer schimpfen weil wir aus Freude an der Qual Tier martern und verstümmeln, die moderne Landwirtschaft wird für Lebensmittelskandale verantwortlich gemacht, für die sie gar nichts kann (z.B. Dioxin) und die Politik setzt dem ganz die Krone auf. Und alle kaufen sie die billigen Lebensmittel bei Aldi, Lidl und Co. die auf unseren Äckern gewachsen sind. Es wird einfach nur drauf gedroschen. Und wenn man dann noch in der Presse liest um wie viel % die Gewinne der Bauern gestiegen sind, aber die absoluten Zahlen verschwiegen werden kann einem schon mal der Hut hoch gehen. So schnell werde ich aus der Sache hier eh nicht ohne größeren finanziellen Schaden raus kommen, daher werde ich es wohl noch ein paar Jahre machen müssen, aber ich denke eine Ausstiegsstrategie werde ich mir mal zurecht legen und wenn es sich hier so weiter entwickelt, dann übersteigen die möglichen Pachteinnahmen bald die Höhe des möglichen Gewinns aus den Flächen hier, spätestens dann ist Tag gekommen denke ich.
Und was die Kontrolleure angeht, glaubt mir, die haben ihre Erfolgserlebnisse, wenn man sich bis ins Detail auf die Prüfung vorbereitet hat und sie Dir dann mit Gewalt doch noch irgendwo eine Kleinigkeit rein würgen aus der Du nicht raus kommst, dann ist das für viele doch ihr innerer Reichsparteitagung und wenn man dann noch die richtige Gesinnung hat (alle Konvis sind sch...ße) und Du kannst ihnen in Deiner Position jeden Tag auf den Füßen herum springen, dann ist dass doch wie ein privater Kreuzzug.
Halb acht, halb neun, es wird schon heller,
Der Vater reitet immer schneller,
Erreicht den Hof mit Müh und Not,
Der Knabe lebt, das Pferd ist tot.
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Re: Landwirtschft, warum tuen wir uns das noch an?

Beitragvon meyenburg1975 » So Nov 27, 2011 13:06

tyr hat geschrieben:Geduld, früher oder später regelt das Problem die Natur :wink:
Das Problem mit den Alten die nich loslassen wollen, hast Du überall, nich nur im landw. Betrieb.


In keiner Branche wohnt alt und jung nebenan oder gar unter einem Dach. In diese Situation sind sämtliche Familienmitglieder integriert. Auf der einen Seite die Altenteiler und auf der anderen die eigene Familie und mittendrin der Betriebsleiter, der allen gerecht werden muß.
Das gibt es so in keinem anderen Bereich.
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Jeder, der die Hamas offen unterstützt, ist ein Terrorist.
Jeder, der die Hamas nicht kritisiert, ist ein disziplinierter Terrorist.
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