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Maisanbau 2014

Hier ist Platz für alles was auf dem Acker wächst ;-).
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Re: Maisanbau 2014

Beitragvon Raider » Di Sep 30, 2014 9:36

Kreuzschiene hat geschrieben:
Naja, Probleme sind relativ. Ich bin halt der Meinung, dass Weizen nach Mitte Oktober gesät ertraglich abfällt.
Trocknungskosten muss ich nur pauschal zahlen, da dies durch Biogas-Abwärme geschieht...


Darf man fragen was Du da pauschal zahlst?
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Re: Maisanbau 2014

Beitragvon Mad » Di Sep 30, 2014 12:33

Kreuzschiene hat geschrieben: Ich bin halt der Meinung, dass Weizen nach Mitte Oktober gesät ertraglich abfällt.


Nach meiner Statistik ist das für meine Region in die Kategorie Märchen einzustufen.

OT:
Die Frühdriller haben sich hier dieses Jahr über 90dt gefreut. Hab mich beim Stoppelweizen über die 90dt geärgert, aber dafür umso mehr über die 97dt am flachgründigen Boden nach Mais gefreut. Und der Rapsweizen geht in Richtung 120dt. Da weiß ich das genaue Ergebnis erst, wenn ich den Rest getrocknet und abgeliefert habe. Wenn das so kommt, hat er das Minus beim ausgewachsenen Lagerweizen (die anderen Maisweizenflächen) kompensiert (75dt).
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Kreuzschiene hat geschrieben:Wenn es bei Raps in Richtung 7 Tonnen Ertrag geht, ist Lager meist nicht zu vermeiden. Ich spreche da leider aus Erfahrung.
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Re: Maisanbau 2014

Beitragvon Freakshow » Di Sep 30, 2014 20:58

Kann Mad nur beipflichten. Auch in meiner Region wären viele (besonders vor dem Hintergrund der zunehmenden Fuchsschwanzproblematik) gut beraten nicht vor dem 15ten an die Weizenaussaat zu denken...
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Re: Maisanbau 2014

Beitragvon Nordhesse » Di Sep 30, 2014 21:06

post1205807.html#p1205807
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Re: Maisanbau 2014

Beitragvon julius » Di Sep 30, 2014 21:07

Hier ein mehrjähriger Versuch zu Saatzeitpunkt und Ertrag.

Seite 4

http://www.landwirtschaft.sachsen.de/la ... taerke.pdf
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Re: Maisanbau 2014

Beitragvon angusy » Di Sep 30, 2014 21:11

Mad hat geschrieben:
Kreuzschiene hat geschrieben: Ich bin halt der Meinung, dass Weizen nach Mitte Oktober gesät ertraglich abfällt.


Nach meiner Statistik ist das für meine Region in die Kategorie Märchen einzustufen.

OT:
Die Frühdriller haben sich hier dieses Jahr über 90dt gefreut. Hab mich beim Stoppelweizen über die 90dt geärgert, aber dafür umso mehr über die 97dt am flachgründigen Boden nach Mais gefreut. Und der Rapsweizen geht in Richtung 120dt. Da weiß ich das genaue Ergebnis erst, wenn ich den Rest getrocknet und abgeliefert habe. Wenn das so kommt, hat er das Minus beim ausgewachsenen Lagerweizen (die anderen Maisweizenflächen) kompensiert (75dt).


Vielleicht hättest Du als Frühdriller ja 109dt geerntet. Du weißt doch, manche können's und manche eben nicht!

Da spielen doch so viele Faktoren eine Rolle und der Saattermin ist nur einer davon.
Welfenprinz hat geschrieben:
Kreuzschiene hat geschrieben:Habt Ihr schon einmal eine Kiefer umarmt?


ich hab schon mal am Baum gebumst.
Aber keine Chinesin.
Und dabei übers Gerstenfeld geguckt.
Zählt das?
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Re: Maisanbau 2014

Beitragvon NobbyNobbs » Di Sep 30, 2014 21:26

Ich würde mich nicht so auf einen Zeitpunkt versteifen. Die Frühsaat hat beachtliche Vorteile, die da zum Beispiel wären:
- theoretisch höheres Ertragspotential (unumstritten)
- oftmals bessere Befahrbarkeit und damit indirekt der wichtigste Aspekt überhaupt, nämlich Bodenschutz
- mildere (Boden-)Temperaturen -> schneller, gleichmäßiger Auflauf
- deutlich mehr Zeit Ertragsanlagen zu schaffen, deutlich besseres Wurzelwachstum
- ...
..dem allem gegenüber stehen eigentlich kaum direkte Vorteile der Spätsaat. Was die letzten Jahre jedoch zunehmend zu beobachten war, ist, dass eben ein wichtiger Vorteil der Spätsaat die Risikominimierung bzw. größere Unempflindlichkeit ist. So schneidet die spätere Saat besser ab, wenn wärmeliebende Virusvektoren ihr Unwesen treiben oder eben mal schnell Krankheiten wie der Gelbrost noch nicht die Nase voll haben. Ebenso überstehen gerade spitzende Weizen deutlich besser Kahlfröste als die prächtig entwickelten Bestände. Um mal drei Stichpunkte anzusprechen.
Das Thema ist umfangreich und komplex. Ich könnte hier jetzt 150 verschiedene Szenarien vorstellen wann welche Variante die bessere wäre. Jedes Jahr trifft was anderes zu und niemand kann es vorhersagen. Im Endeffekt weißt du vor dem Jahr gar nichts. Letztes Jahr haben hier die später gesäten Weizen besser gedroschen. Das war aber lange Zeit nicht abzusehen bzw. nur dadurch geschuldet, dass den ganzen Winter durchgängig Vegetation herrschte und dadurch die ausgangs Herbst miserablen, häufig stark verschlämmten, Spätsaatflächen irgendwann "okay bis gut" entwickelt waren, und dadurch gute Voraussetzungen hatten, währenddessen die anfangs gut entwickelten, mit viel höherem Ertragspotential versehenen Frühsaaten den Nachteil hatten, in ihrer Entwicklung viel zu weit zu sein, was frühzeitig die Weichen für's Lager und Krankheiten stellte. Hätte jedoch auf den nassen Herbst ein "normaler" Winter gefolgt, wären die Spätsaaten abgeschmiert wie Seife, da bin ich mir totsicher. Dann wäre der Ertragsnachteil gut 1/3 gewesen, ungewogen.
Was schließe ich daraus? Risikostreuung! Schon tausend mal erwähnt, aber es gibt nichts Sinnvolleres. Dieses Jahr kommt der Weizen verstreut zwischen dem 25.9. und 15.10. in den Boden. Unterteile ich das in Frühsaat Nobby (25.9.), Normalsaat Nobby (5.10.) und Spätsaat Nobby (15.10.), so würde ich mir niemals zumaßen, jetzt zu beurteilen, welche Varianten nächsten August am besten dreschen werden. Fakt ist, dass das immer meine Strategie war, ist und bleibt. Denn sie ist darauf ausgelegt, sich dem Mittelwert anzunähern, was mich bei meiner extrem arbeitserledigungskostenreduzierten Wirtschaftungsweise sehr gut dastehen lässt. Extreme kennen häufig nur Hü oder Hott. Geh' volles Risiko (in dem Fall zum Beispiel die extreme Frühsaat) und triffst im richtigen Jahr die Spitze. Dann kannst du auf der Kirmes prahlen und ordentlich die Sau raus lassen und den Moment genießen. Im nächsten Jahr kannst du jedoch schon pleite sein. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch. Sei zu vorsichtig und du wirst im Mittel der Jahre Geld verlieren und nicht aus den Pötten kommen, weil dir die Risikoaversion das Wachstum versperrt und dein Erwartungswert unter dem Mittel liegen wird, weshalb dich der breite Schnitt platt macht.
Streue weit und setze auf viele Pferde und du wirst unter sonst gleichen Bedingungen mittelfristig gut fahren. Stichwort Statistik, die Mathematik beschummelt nicht.
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Re: Maisanbau 2014

Beitragvon Kreuzschiene » Mi Okt 01, 2014 7:28

julius hat geschrieben:Hier ein mehrjähriger Versuch zu Saatzeitpunkt und Ertrag.

Seite 4

http://www.landwirtschaft.sachsen.de/la ... taerke.pdf


Auch hier sieht man deutlich den ertraglichen Abfall ab Mitte Oktober. Und das über mehrere Jahre...
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Re: Maisanbau 2014

Beitragvon Raider » Mi Okt 01, 2014 7:42

NobbyNobbs hat geschrieben:Ich würde mich nicht so auf einen Zeitpunkt versteifen. Die Frühsaat hat beachtliche Vorteile, die da zum Beispiel wären:
- theoretisch höheres Ertragspotential (unumstritten)
- oftmals bessere Befahrbarkeit und damit indirekt der wichtigste Aspekt überhaupt, nämlich Bodenschutz
- mildere (Boden-)Temperaturen -> schneller, gleichmäßiger Auflauf
- deutlich mehr Zeit Ertragsanlagen zu schaffen, deutlich besseres Wurzelwachstum
- ...
..dem allem gegenüber stehen eigentlich kaum direkte Vorteile der Spätsaat. Was die letzten Jahre jedoch zunehmend zu beobachten war, ist, dass eben ein wichtiger Vorteil der Spätsaat die Risikominimierung bzw. größere Unempflindlichkeit ist. So schneidet die spätere Saat besser ab, wenn wärmeliebende Virusvektoren ihr Unwesen treiben oder eben mal schnell Krankheiten wie der Gelbrost noch nicht die Nase voll haben. Ebenso überstehen gerade spitzende Weizen deutlich besser Kahlfröste als die prächtig entwickelten Bestände. Um mal drei Stichpunkte anzusprechen.
Das Thema ist umfangreich und komplex. Ich könnte hier jetzt 150 verschiedene Szenarien vorstellen wann welche Variante die bessere wäre. Jedes Jahr trifft was anderes zu und niemand kann es vorhersagen. Im Endeffekt weißt du vor dem Jahr gar nichts. Letztes Jahr haben hier die später gesäten Weizen besser gedroschen. Das war aber lange Zeit nicht abzusehen bzw. nur dadurch geschuldet, dass den ganzen Winter durchgängig Vegetation herrschte und dadurch die ausgangs Herbst miserablen, häufig stark verschlämmten, Spätsaatflächen irgendwann "okay bis gut" entwickelt waren, und dadurch gute Voraussetzungen hatten, währenddessen die anfangs gut entwickelten, mit viel höherem Ertragspotential versehenen Frühsaaten den Nachteil hatten, in ihrer Entwicklung viel zu weit zu sein, was frühzeitig die Weichen für's Lager und Krankheiten stellte. Hätte jedoch auf den nassen Herbst ein "normaler" Winter gefolgt, wären die Spätsaaten abgeschmiert wie Seife, da bin ich mir totsicher. Dann wäre der Ertragsnachteil gut 1/3 gewesen, ungewogen.
Was schließe ich daraus? Risikostreuung! Schon tausend mal erwähnt, aber es gibt nichts Sinnvolleres. Dieses Jahr kommt der Weizen verstreut zwischen dem 25.9. und 15.10. in den Boden. Unterteile ich das in Frühsaat Nobby (25.9.), Normalsaat Nobby (5.10.) und Spätsaat Nobby (15.10.), so würde ich mir niemals zumaßen, jetzt zu beurteilen, welche Varianten nächsten August am besten dreschen werden. Fakt ist, dass das immer meine Strategie war, ist und bleibt. Denn sie ist darauf ausgelegt, sich dem Mittelwert anzunähern, was mich bei meiner extrem arbeitserledigungskostenreduzierten Wirtschaftungsweise sehr gut dastehen lässt. Extreme kennen häufig nur Hü oder Hott. Geh' volles Risiko (in dem Fall zum Beispiel die extreme Frühsaat) und triffst im richtigen Jahr die Spitze. Dann kannst du auf der Kirmes prahlen und ordentlich die Sau raus lassen und den Moment genießen. Im nächsten Jahr kannst du jedoch schon pleite sein. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch. Sei zu vorsichtig und du wirst im Mittel der Jahre Geld verlieren und nicht aus den Pötten kommen, weil dir die Risikoaversion das Wachstum versperrt und dein Erwartungswert unter dem Mittel liegen wird, weshalb dich der breite Schnitt platt macht.
Streue weit und setze auf viele Pferde und du wirst unter sonst gleichen Bedingungen mittelfristig gut fahren. Stichwort Statistik, die Mathematik beschummelt nicht.



Sehr guter Beitrag! Zum Thema Risikoverteilung bezüglich Aussaattermin hatte ich gerade letzte Woche ne Diskussion mit nem Freund der etwa 80 ha Ackerbau im Nebenerwerb macht. Der sagte mir dann: bei 25 ha Weizen probiere ich einheitlich zu säen damit ich alle Pflegemaßnahmen auch an einem Tag erledigen kann.
Ist halt dann auch ein Argument (für kleinere Betriebe)
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Re: Maisanbau 2014

Beitragvon _andl_ » Mi Okt 01, 2014 9:31

da wir ja eigentlich beim thema maisanbau sind:

der für mich entscheidende faktor für den saattermin von winterweizen ist die rentabilität des körnermaises. somit bauen wir oft erst nach dem großen mengendruck der haupternte bzw. nach nassmais-spätlieferung anfang bis ende november. zb: der 2012 am 27.nov direkt gesäte weizen lag ertraglich trotz fungizidverzichtes und eines langen winters max. 1000kg hinter den meiner (pflügenden) kollegen bei anbau mitte okt. dafür gabs für die spätlieferung fast 600€/ha mehr als bei ernte am 15.okt. wenn ich auch noch das geringere ertragspotenzial der frühreifen maissorten berücksichtige, brauche ich nicht lange nachdenken.
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Re: Maisanbau 2014

Beitragvon Badener18 » Mi Okt 01, 2014 18:36

Heute Stoppeln gemulcht.
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Re: Maisanbau 2014

Beitragvon steel. » Mi Okt 01, 2014 21:55

Kreuzschiene hat geschrieben:
julius hat geschrieben:Hier ein mehrjähriger Versuch zu Saatzeitpunkt und Ertrag.

Seite 4

http://www.landwirtschaft.sachsen.de/la ... taerke.pdf


Auch hier sieht man deutlich den ertraglichen Abfall ab Mitte Oktober. Und das über mehrere Jahre...


ich sehe einen Ertragsabfall bereits ab Anfang Oktober und zwar bei allen Wintergetreiden. Vorausgesetzt man hat den Krankheitsdruck unter Kontrolle. Was Pflügen voraussetzt.
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Re: Maisanbau 2014

Beitragvon NobbyNobbs » Mi Okt 01, 2014 22:21

steel. hat geschrieben:
ich sehe einen Ertragsabfall bereits ab Anfang Oktober und zwar bei allen Wintergetreiden. Vorausgesetzt man hat den Krankheitsdruck unter Kontrolle. Was Pflügen voraussetzt.



Hört hört was er alles sieht. :lol:
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Re: Maisanbau 2014

Beitragvon Raider » Do Okt 02, 2014 6:46

steel. hat geschrieben:
Kreuzschiene hat geschrieben:
julius hat geschrieben:Hier ein mehrjähriger Versuch zu Saatzeitpunkt und Ertrag.

Seite 4

http://www.landwirtschaft.sachsen.de/la ... taerke.pdf


Auch hier sieht man deutlich den ertraglichen Abfall ab Mitte Oktober. Und das über mehrere Jahre...


ich sehe einen Ertragsabfall bereits ab Anfang Oktober und zwar bei allen Wintergetreiden. Vorausgesetzt man hat den Krankheitsdruck unter Kontrolle. Was Pflügen voraussetzt.


Natürlich kommt es primär auf die Region an. In unserer Region kann man ohne weiteres bis 15.-20. Oktober Weizen säen ohne Ertragsverluste befürchten zu müssen. Auf leichteren Standorten sogar noch etwas später. Jeder muss eben für seinen Standort, seine Technik, seine Sorte sowie seinen Ansprüchen den richtigen Termin finden. kriege werden über den Saatzeitpunkt sicherlich nicht entschieden. Da gibt es ganz andere Stellschrauben....

Aber da wir hier ja beim Maisanbau sind: Bei uns dürfte 273 des Silomaises geerntet sein. Erträge schwanken wohl zwischen 45 und 55 t/ha. Einige "Experten" haben auch mit 28% TS geerntet und berichten über 60 t/ha und mehr... Also wenn im Schnitt 16 t TM/ha heraus kommen dann war es ein grandioses Maisjahr für unsere Region.
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Re: Maisanbau 2014

Beitragvon White Star » Sa Okt 04, 2014 6:34

Raider hat geschrieben:
NobbyNobbs hat geschrieben:Ich würde mich nicht so auf einen Zeitpunkt versteifen. Die Frühsaat hat beachtliche Vorteile, die da zum Beispiel wären:
- theoretisch höheres Ertragspotential (unumstritten)
- oftmals bessere Befahrbarkeit und damit indirekt der wichtigste Aspekt überhaupt, nämlich Bodenschutz
- mildere (Boden-)Temperaturen -> schneller, gleichmäßiger Auflauf
- deutlich mehr Zeit Ertragsanlagen zu schaffen, deutlich besseres Wurzelwachstum
- ...
..dem allem gegenüber stehen eigentlich kaum direkte Vorteile der Spätsaat. Was die letzten Jahre jedoch zunehmend zu beobachten war, ist, dass eben ein wichtiger Vorteil der Spätsaat die Risikominimierung bzw. größere Unempflindlichkeit ist. So schneidet die spätere Saat besser ab, wenn wärmeliebende Virusvektoren ihr Unwesen treiben oder eben mal schnell Krankheiten wie der Gelbrost noch nicht die Nase voll haben. Ebenso überstehen gerade spitzende Weizen deutlich besser Kahlfröste als die prächtig entwickelten Bestände. Um mal drei Stichpunkte anzusprechen.
Das Thema ist umfangreich und komplex. Ich könnte hier jetzt 150 verschiedene Szenarien vorstellen wann welche Variante die bessere wäre. Jedes Jahr trifft was anderes zu und niemand kann es vorhersagen. Im
Endeffekt weißt du vor dem Jahr gar nichts. Letztes Jahr haben hier die später gesäten Weizen besser gedroschen. Das war aber lange Zeit nicht abzusehen bzw. nur dadurch geschuldet, dass den ganzen Winter durchgängig Vegetation herrschte und dadurch die ausgangs Herbst miserablen, häufig stark verschlämmten, Spätsaatflächen irgendwann "okay bis gut" entwickelt waren, und dadurch gute Voraussetzungen hatten, währenddessen die anfangs gut entwickelten, mit viel höherem Ertragspotential versehenen Frühsaaten den Nachteil hatten, in ihrer Entwicklung viel zu weit zu sein, was frühzeitig die Weichen für's Lager und Krankheiten stellte. Hätte jedoch auf den nassen Herbst ein "normaler" Winter gefolgt, wären die Spätsaaten abgeschmiert wie Seife, da bin ich mir totsicher. Dann wäre der Ertragsnachteil gut 1/3 gewesen, ungewogen.
Was schließe ich daraus? Risikostreuung! Schon tausend mal erwähnt, aber es gibt nichts Sinnvolleres. Dieses Jahr kommt der Weizen verstreut zwischen dem 25.9. und 15.10. in den Boden. Unterteile ich das in Frühsaat Nobby (25.9.), Normalsaat Nobby (5.10.) und Spätsaat Nobby (15.10.), so würde ich mir niemals zumaßen, jetzt zu beurteilen, welche Varianten nächsten August am besten dreschen werden. Fakt ist, dass das immer meine Strategie war, ist und bleibt. Denn sie ist darauf ausgelegt, sich dem Mittelwert anzunähern, was mich bei meiner extrem arbeitserledigungskostenreduzierten Wirtschaftungsweise sehr gut dastehen lässt. Extreme kennen häufig nur Hü oder Hott. Geh' volles Risiko (in dem Fall zum Beispiel die extreme Frühsaat) und triffst im richtigen Jahr die Spitze. Dann kannst du auf der Kirmes prahlen und ordentlich die Sau raus lassen und den Moment genießen. Im nächsten Jahr kannst du jedoch schon pleite sein. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch. Sei zu vorsichtig und du wirst im Mittel der Jahre Geld verlieren und nicht aus den Pötten kommen, weil dir die Risikoaversion das Wachstum versperrt und dein Erwartungswert unter dem Mittel liegen wird, weshalb dich der breite Schnitt platt macht.
Streue weit und setze auf viele Pferde und du wirst unter sonst gleichen Bedingungen mittelfristig gut fahren. Stichwort Statistik, die Mathematik beschummelt nicht.



Sehr guter Beitrag! Zum Thema Risikoverteilung bezüglich Aussaattermin hatte ich gerade letzte Woche ne Diskussion mit nem Freund der etwa 80 ha Ackerbau im Nebenerwerb macht. Der sagte mir dann: bei 25 ha Weizen probiere ich einheitlich zu säen damit ich alle Pflegemaßnahmen auch an einem Tag erledigen kann.
Ist halt dann auch ein Argument (für kleinere Betriebe)


Kompliment an Nobby! Nahezu lehrbuchmaessig!
Bei uns in MV bzw. BB muessen wir generell mit zeitigem Vegetationsende rechnen, so dass bei uns Frueh- bzw. Normalsaat bis Ende September auf leichten Boeden (<35 BP) und auf besseren Boeden bis 10.10. angesagt sind. Aber gute Saatbedingungen sind verführerisch wie dann der Winter 2011/12 gezeigt hat. So wurde Akteur bis 20.09. gesät und hat sich überwachsen. Konsequenz war, dass der Kahlfrost ihn hinwegraffte.
D.h. Sorte und Saattermin sollten abgestimmt sein: langsamere ,flache und winterharte Wuchstypen wie Julius früher drillen und frohwuechsige aufrechtere oft nicht so frosttolerante Typen wie Akteur später säen.
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