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"Nährpflicht statt Wehrpflicht?"

Hier hat alles Platz was mit Agrarpolitik und drumherum zu tun hat.
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70 Beiträge • Seite 4 von 5 • 1, 2, 3, 4, 5
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Re: "Nährpflicht statt Wehrpflicht?"

Beitragvon Justice » Fr Dez 02, 2011 10:21

SHierling hat geschrieben:
Und was den Eigennutz angeht und die EInstellung, alles, was man selber nicht "gebrauchen" kann, und was einem vielleicht keinen Spaß macht, das dürfe es auch nicht geben: Justice, was DU hier von Dir gibst klingt nun wirklich nicht gerade danach, als hättest Du überhaupt jemals im Leben gelernt, daß ein Land und eine Gesellschaft aus mehr besteht als dem, was Dir persönlich Geld bringt und nach der Nase ist.


Ich habe meine Erfahrungen aus der Bundeswehr geschildert, in der Hofnung, du könntest verstehen , das es nicht immer leicht ist.

Nebenbei ewähnt bin ich in mehreren Gemeinnützigen Vereinen und war unter anderem in der Jugendarbeit tätig. Seit ich eine eigene Familie habe, fehlt mir schlichtweg die Zeit.
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Re: "Nährpflicht statt Wehrpflicht?"

Beitragvon SHierling » Fr Dez 02, 2011 11:03

Ich habe meine Erfahrungen aus der Bundeswehr geschildert, in der Hofnung, du könntest verstehen , das es nicht immer leicht ist.

Es ist auch nicht dazu gedacht "immer leicht zu sein" ?! Spaß-Gesellschaft haben wir ja schon.
Ich esse Fleisch, und ich weiß, warum.
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Re: "Nährpflicht statt Wehrpflicht?"

Beitragvon Justice » Fr Dez 02, 2011 11:43

SHierling hat geschrieben:
Ich habe meine Erfahrungen aus der Bundeswehr geschildert, in der Hofnung, du könntest verstehen , das es nicht immer leicht ist.

Es ist auch nicht dazu gedacht "immer leicht zu sein" ?! Spaß-Gesellschaft haben wir ja schon.


Heute wieder im schwarz/weiß Modus unterwegs? Zwischen "nicht immer leicht" und Spaß gibt es ja noch einiges. Aber lassen wir´s.

Beispiel: 100 Landwirte wollen einen Freiwiligen. Es stehen aber nur 50 zur Verfügung! Wie soll den Geregelt werden, wer den einen Freiwiligen abbekommt? Nach welchen Kriterien? Was ist mit denen, die keinen bekommen? Wird denen der wirtschaftliche Nachteil (ihnen fehlt ja eine Arbeitskraft) dann erstattet? Schließlich schaffen die Landwirte eine Stelle und verlassen sich darauf, das sie Unterstützung bekommen. Die Arbeit muß ja auch geplant sein.
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Re: "Nährpflicht statt Wehrpflicht?"

Beitragvon Moorfee » Sa Dez 03, 2011 23:42

Justice hat geschrieben:Bei einem Pflichtjahr in der Landwirtschaft wäre es ähnlich. Die die sich dafür wirklich interesieren dürften schnel den Gefallen daran verlieren, weil sie nur den Handlanger machen dürfen, und die die Null Bock haben richten nur Schaden an.


Hallo

Also nach meinen Erfahrungen hat sich das mit der reinen Handlangertätigkeit in den meisten Betrieben bei echtem Interesse auch schnell erledigt und man wird mit großer Freude drüber entsprechend anders eingestuft und eingesetzt.
Ich kann immerhin von mir behaupten, dass ich als Großstadtkind im Schülerpraktikum recht vernünftig Handmelken gelernt habe und da dann auch schlummerndes Interesse erst so richtig geweckt wurde.
Gut, klar, hätt ich auch ohne das später wegziehen können und landwirtschaftliche Lehre o.Ä. machen, aber eben als eher noch unbelasteter Jugendlicher aus einem ganz anderen Umfeld muss man ja auch erstmal drauf kommen. Die Beschreibungen vom Arbeitsamt jedenfalls oder vom BIZ für Azubis, die geben da nicht viel her, wo man sich wirklich etwas drunter vorstellen kann, wenn man noch nie eine Kuh gesehen hat, bzw. gar nicht erst nach dem entsprechenden Zettel gezielt fragt/sucht.
Ich finde drüber raus für die Allgemeinheit einfach wichtig, dass es junge Leute mal zumindest eine Weile live gesehen haben, was Landwirtschaft vorort bedeutet.(ebenso aber auch z.B. "Alt sein" oder "Behindert sein", "Hospitzpflege/sterben"....dass ist auch sowas, was gar nicht so schlecht wäre fürs künftige Leben, wenn sie mal eine Woche irgendwo zum Vorlesen zu den Omis müssten, mit Jemandem geistig gefestigten gesprochen, der weiß, dass er sehr bald sterben wird....(mir hat das für mich überraschend damals der totkranke Pfarrer eröffnet, der mich eigentlich konfirmieren sollte, bei der Anmeldung...weil ich damals dumm gefragt habe, warum jetzt ein anderer unterrichten wird und er nicht ......habe ich nie vergessen, dieses lange Gespräch und auch diesen gefaßten, tollen Menschen nicht, der sich diese Zeit für jeden einzelnen der angemeldeten Jugendlichen genommen hat, obwohl er sicher andere Sorgen hatte.)

Naja, und wenn es zuviele Betriebe und zuwenig Interessenten gibt, ist das auch nicht anders wie mancherorts mit Lehrlingen, oder?
Außerdem gibt es ja selbst an Unis Losverfahren.....den Zivildienst hat man ja auch organisiert bekommen.

Anderes Beispiel:
Ich hatte über die Herbstferien einen Sonderschüler als Ferienjobber zur Seite gestellt bekommen und jeder sagte vorher, "Oh Gott, Oh gott"
weil man ihn in dem Handwerksbetrieb, wo er eigentlich hin sollte, beim besten Willen nicht brauchen konnte.
Da wollte ihn die Mutter aber gern hinhaben, weil sie ganz verzweifelt versucht, für den Kleinen eine möglichst gut bezahlte Lehrstelle zu finden.
Das ist so ein zartes Kerlchen von der Sorte: Leicht mädchenhaft, schüchtern, zerbrechlich...still, verstockt, genau der, dem jeden Tag etwas anderes in der Schule abgepresst werden kann, Handy, Taschengeld Jacke....und der sich noch flennend dafür bedankt, wenn er verprügelt wird.
Und dann eine Platte mit Sprung: " Ich SOLL aber Handwerker lernen, hat meine Mama gesagt"
Ganz sicher ideal, um ihn mit drei jungen Männern auf den Bau zu schicken.... :roll:

Nicht zu glauben, aber der Junge konnte vom ersten Tag an hervorragend und mit großer Freude mit den Kühen umgehen, hat in Windeseile melken und Kuhnummern gelernt und alles drumrum ganz hervorragend schnell begriffen, konnte plötzlich auch ganze Sätze ohne Stottern reden, dann auch Trecker fahren usw. war plötzlich in keinerlei Hinsicht mehr "verträumt und unbrauchbar".
Der würde jede Wette in diesem Bereich sehr gewinnbringend etwas werden können und dadurch womöglich auch selbstbewusster, wenn man halt bissl schaut, dass er in den entsprechenden Kollegenkreis (z.B. nette Melkerinnen-halt Frauen, oder ältere, freundliche Bauern/Männer)dafür kommt.
Nur, normal schulisch....keine Chance....der schafft wahrscheinlich nichtmal den Hauptschulabschluß so vor lauter Angst. Und er würde soo das gerne weitermachen....ist keinesfalls verblödet und wäre durchaus für einen Milchviehbetrieb später ein echter Gewinn,Tja, aber die Mutter lässt ihn nicht, weil er immer so schmutzig wird dabei und ihr das Image nicht passt. :roll: :twisted:

Ich habe ihm unter vier Augen geraten, den Job/die Lehre zu wählen, der/die ihn glücklich macht, notfalls dann eben mit 18 auf eigene Faust, mehr hab ich nicht für ihn tun können, was sehr schade ist, aber immerhin weiß er jetzt, dass es was gibt, was er wirklich toll kann und wovon er ggf. leben könnte.

Natürlich gehts auch andersrum und man bekommt mal eine echte Vollpfeife...aber wie ist das denn dann mit Zivis? Was passiert da denn, wenn die so gar nicht taugen?
Kann mir nicht vorstellen, dass ein Krankenhaus etc, die trotzdem dann behalten hat?
Lever dot as slav!!!
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Re: "Nährpflicht statt Wehrpflicht?"

Beitragvon frank1973 » So Dez 04, 2011 7:56

@Justice@Moorfee.Deshalb bin ich für eine Art Wahlpflichtfach und einen Zeitraum ähnlich dem der Wehrpflicht.Dein Beitrag mit dem Praktikant Moorfee zeigt ein Riesenproblem in der Gesellschaft bei dem es nur darum geht vermeintlich vor anderen gut dazustehen und seine Kinder als aushängeschild zu präsentieren oder seine Kinder die eigenen Fehler im bezug auf eigene Misserfolge oder vielleicht einen selbst nicht erreichten Berufswunsch zu etwas zu zwingen oder zu drängen was ihnen nicht gefällt oder sehr schwerfällt.Ich sage nicht:Mein Sohn oder meine Tochter soll was gescheites lernen,Ich möchte in erster Linie daß meine Kinder glücklich werden und dabei ist es mir völlig egal ob als Maurer,Pilot,bei der Müllabfuhr usw.Als es darum ging welche weiterführenden Schulen sie besuchen haben wir zusammen an Tagen der offenen Türen die in Frage kommenden Schulen besucht und die Entscheidung den Kindern überlassen.Genauso wird es beim späteren Berufswunsch auch laufen,wir werden sie beraten und unterstützen und das letzte Wort haben die Kinder.
Es gibt 3 Dinge die im Leben zählen:Schnelle Trecker,schnelle Mahlzeiten und schnelle Frauen. https://www.youtube.com/watch?v=toyN81wZzLw
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Re: "Nährpflicht statt Wehrpflicht?"

Beitragvon SHierling » So Dez 04, 2011 11:27

Beispiel: 100 Landwirte wollen einen Freiwiligen. Es stehen aber nur 50 zur Verfügung! Wie soll den Geregelt werden, wer den einen Freiwiligen abbekommt? Nach welchen Kriterien?

Wo siehst Du da ein Problem? Schon mal die Regelungen für den BFD gelesen?
* Der Dienst soll das Engagement für das Allgemeinwohl in sozialen, ökologischen und kulturellen Bereichen sowie im Sport und – neu gegenüber den Jugendfreiwilligendiensten: im Zivil- und Katastrophenschutz sowie in der Integration – fördern. Außerdem dient er dem lebenslangen Lernen. (§ 1: Aufgaben)
* Potenzielle Freiwillige sind alle Personen nach Abschluss der Vollzeitschulpflicht und ohne Altersgrenze nach oben (§ 2 Nr. 1).
* Die Arbeit erfolgt in Vollzeit; bei Freiwilligen über 27 Jahren ist auch eine Reduzierung auf bis zu 20 Stunden möglich (§ 2 Nr. 2).
* Die Dienstdauer beträgt in der Regel 12 Monate, in Sonderprojekten zwischen 6 und 24 Monaten; auch eine Stückelung in 3-Monats-Blöcke ist in Sonderfällen möglich (§§ 2 Nr. 3 und 3 Abs. 2).
* Erwachsene über 27 Jahren dürfen alle fünf Jahre wieder einen Bundesfreiwilligendienst absolvieren (§ 3 Abs. 2).
* Unterkunft, Verpflegung, Kleidung und Taschengeld sollen analog zu den Jugendfreiwilligendiensten bezahlt werden (§ 2 Nr. 4).
* Einsatzstellen können gemeinwohlorientierte (nicht nur gemeinnützige) Institutionen im sozialen und Umweltbereich sein (§ 3 Abs. 1).
* Seminare müssen analog zu den Jugendfreiwilligendiensten im Umfang von 25 Tagen pro Jahr besucht werden, unabhängig von der Wochenarbeitszeit. Bei von 12 Monaten abweichender Dienstzeit ist pro Monat ein Seminartag mehr bzw. weniger vorgeschrieben (§ 4 Abs. 3). Eine Seminarwoche muss der politischen Bildung dienen und soll „in der Regel in den bestehenden staatlichen Zivildienstschulen durchgeführt werden“ (Erläuterung zu § 4).
* Eine pädagogische Begleitung aller Freiwilligen ist vorgesehen, wobei aber nicht festgelegt wird, von wem und wie (§ 4 Abs. 1 und 2). Auf eine Altersgruppen-Ausrichtung sei aber zu achten (Erläuterungen zu § 4).
* Die Sozialversicherungen entsprechen denen in den Jugendfreiwilligendiensten, das heißt die Freiwilligen werden wie Arbeitnehmer versichert. Es besteht (unabhängig von der Höhe des gezahlten Taschengeldes) Versicherungspflicht in den gesetzlichen Sozialversicherungen (§ 17), wobei die Trägerstelle auch die Arbeitnehmeranteile zahlt. Dadurch ergeben sich im Jahre 2011 folgende Beitragssätze: Rentenversicherung 19,9 %, Krankenversicherung 15,5 %, Pflegeversicherung 1,95 % (bzw. 2,2 % bei Kinderlosen), Arbeitslosenversicherung 3,0 %.
* Alle Einsatzstellen müssen vom Bund anerkannt sein, wobei alle bisherigen Zivildienststellen automatisch als anerkannt gelten. Neue Stellen werden vom Bund direkt oder bei einem FSJ/FÖJ-Träger mit Zustimmung des jeweiligen Bundeslandes anerkannt (§ 7).
* Die Verwaltung der Freiwilligenplätze erfolgt über Zentralstellen, die über Träger und Einsatzstellen wachen und die im Winter jeweils zugesagten Bundesmittel ab dem jeweils 1.9. dann weiter verteilen (§ 8). Im Bereich des FSJ gibt es solche Zentralstellen bereits, im Umweltbereich planen NABU, BUND, Schutzstation Wattenmeer und der BAK FÖJ den Aufbau von Zentralstellen.
* Die Arbeitsvereinbarung wird auf gemeinsamen Vorschlag von Einsatzstellen und Freiwilligen zwischen dem Bund und der/dem Freiwilligen geschlossen. Dies ist mithin ein zweiseitiges Dienstverhältnis, das aber kein Arbeitsverhältnis im engeren Sinne ist, bei dem der Träger kein Vertragspartner, sondern Auftragnehmer des Bundes ist (§ 9).
* Es soll Sprecher wie in den Jugendfreiwilligendiensten geben, wobei Details erst noch durch Rechtsverordnung geklärt werden sollen (§ 10).
* Ein qualifiziertes Zeugnis für jeden Freiwilligen auszustellen wird Pflicht für die Einsatzstellen (§ 11).
* Im November 2011 sollen die Voraussetzungen für die rückwirkende Zahlung des Kindergeldes für Eltern junger Freiwilliger geschaffen sein, so dass auch insoweit eine Gleichbehandlung zum FSJ gegeben ist.


Und nur mal so als Denkanstoß: meiner Ansicht nach werden wir über kurz oder lang sowieso auf solche Dienste als Pflichtveranstaltung zurückgreifen müssen, denn allein in den Bereichen, in denen bisher die Zivis gearbeitet haben, sieht es jetzt schon übelst aus (Beispiel): Während der Malteser Hilfsdienst bisher rund 1.000 Zivildienstleistende hatte und zum Bufdi-Start am 1. Juli 2011 mit 900 Helfer plante, sind tatsächlich nur 98 Verträge zustande gekommen. Gerade einmal 13 der Freiwilligen haben am 1. Juli ihren Dienst angetreten. (http://www.markenpost.de/bundesfreiwill ... ren-10121/)
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Re: "Nährpflicht statt Wehrpflicht?"

Beitragvon Djup-i-sverige » So Dez 04, 2011 12:06

Während der Malteser Hilfsdienst bisher rund 1.000 Zivildienstleistende hatte und zum Bufdi-Start am 1. Juli 2011 mit 900 Helfer plante, sind tatsächlich nur 98 Verträge zustande gekommen. Gerade einmal 13 der Freiwilligen haben am 1. Juli ihren Dienst angetreten.


:shock:

Aber das hat man bei der BW auch schon gesehen, ich findes es ja dämlich das man wenn man sich freiwillig "verpflichtet" einfach nach einem Tag wieder gehen kann, wenns einem nicht gefällt....Das gibt Einem ja was mit auf den Lebensweg.... :roll: :roll: :roll:
Und was das für unnötige Kosten sind für so einem "schaumamalwennsnedgefälltgemmawieda" Heini sind...
Würd ich sofort anders regeln, wer antritt ,hat dabei zu bleiben, auch wenn Antritt freiwillig ist...
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Re: "Nährpflicht statt Wehrpflicht?"

Beitragvon DWEWT » Sa Jul 04, 2020 17:48

Als Ersatz für die abgeschaffte Wehrpflicht, will AKK jetzt einen Freiwilligendienst bei der Bundeswehr einführen. Das dürfte der nächste Fettnapf werden in den AKK steigt. Längst haben CDU, als auch SPD, sich in der Zwischenzeit positiv zur derzeitigen Situation geäußert. Wer sollte denn wohl, unter den derzeitigen Bedingungen, freiwillig für eine recht kurze Zeit zur Bundeswehr gehen wollen. Oder muss man das so sehen, dass die CDU einen sich nachhaltig negativ zeigenden Trend auf dem Arbeitsmarkt kommen sieht, den man mit HIlfe der Bundeswehr begrenzen möchte. Der angestrebte Effekt, dass man mit gesundem Volksgeist den vermuteten "Rechtsruck" im Heer beenden können würde, ist mehr als ungewiss.
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Re: "Nährpflicht statt Wehrpflicht?"

Beitragvon Lenkfix » Sa Jul 04, 2020 19:25

Evtl. sind für dies u.a. die neuen Facharbeiter vorgesehen, sind zumeist Kampferprobt und können mit diverser Technik umgehen, wobei ich die AKK für sehr wirr, strukturlos ohne jegliche Strategie einfach nur blabla Peinlich halte. Die Bundeswehr vergleichbar mit einem bereits vor 10 Jahre Aufgabe-Viehstall, total heruntergekommen wo lediglich Tür und Tor von der alten Magd obligatorisch noch in Funktion gehalten wird.
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Re: "Nährpflicht statt Wehrpflicht?"

Beitragvon CarpeDiem » Sa Jul 04, 2020 20:31

Na ja, im Prinzip stimmt das schon, dass diese Söldnerarmeen extreme Charaktere anziehen und nicht mehr einen Querschnitt der Gesellschaft darstellen. Die führt zu Entwicklungen wie sie zu beobachten sind. Allerdings darf man nicht vergessen, dass es hierzulande bis hinauf in höchste Politiketagen Menschen gibt die man als barrasgeil bezeichnen muss. Vlt. wollen die aus völlig anderen Motiven KKK etwas Gutes tun, indem man ihr mehr Personal zuschustert!

Ich habe täglich mit der BW aufgrund der Nachbarschaft zu einem Standortübungsplatz zu tun und ich würde ganz gerne auf diese Gruppierung verzichten. Da gibt es viele Übertretungen über die hinweg gesehen wird bzw. unter den Teppich gekehrt werden.
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Re: "Nährpflicht statt Wehrpflicht?"

Beitragvon DWEWT » Sa Jul 04, 2020 20:47

Bleibt die Frage nach der Motivation für einen solchen Schritt. Will man mit diesen jungen Leuten den Corpsgeist knacken oder gar das Denunziantentum fördern?
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Re: "Nährpflicht statt Wehrpflicht?"

Beitragvon Südheidjer » So Jul 05, 2020 1:59

Es muß umgehend ein "Bürgerjahr" eingeführt werden, besser 15 Monate für Soldaten (inkl. zukünftiger Reserve-Übungen, die auch stattfinden und ausgeübt werden) und 20 Monate für diejenigen, die im Bereich Sozialer Dienste oder Umwelt-Krams ihre Pflicht ableisten wollen.

Befreiung bei Verpflichtung für Feuerwehr oder THW für viele Jahre.

Genau, das hatten wir mal und ich fand es zum Kotzen, daß ich 20 Monate Zivildienst machen mußte. Aber hat es mir geschadet ? Nö, im Gegenteil, es hat meinen Horizont erweitert. Und ja, es war Scheisse, z.B. am 2. Mai morgens um 4:30 im Auto zu sitzen mit 0.0 Promille, um die Dialyse-Leute zu fahren. Davon bin ich aber nicht gestorben.
Und immer diese Theater mit Autowaschen.....der Fahrdienstleiter "Herr XY, ihr Auto sieht aus wie ein benutzes Damenklo. Mann, nicht Kaffetrinken, sondern ran an die Waschbürste".

Und ich hatte damals auch eine Diskussion mit einem Kumpel, Jahrgang über mir, der sich 12 Jahre bei der Bundeswehr verpflichtet hatte inklusive Studium. Nochdazu kam er aus einem Soldatenhaushalt, sein Vadder war Oberstleutnant an der Führungsakademie in Hamburg.
Ich stand damals (Ende 80er) als Zivi auf dem Standpunkt, daß eine Berufsarmee das Richtige wäre. Aber mein Kumpel als Berufssoldat auf Zeit vertrat vehement seine Meinung, daß die Armee immer der Kontrolle vom Volk unterliegen müsse und daß das auch über die Wehrpflicht sichergestellt sei. Er meinte damals, daß sich sonst z.B. braunes Gesockse ausbreiten könnte. Upps....hat er rückblickend damals 'ne Glaskugel gehabt ? Sein Vadder war damals auch ein harter Brocken. Der war völlig verstört, als er über mich mitbekommen hatte, daß Zivis auch arbeiten müssen. Es war eine Erfahrung für beide Seiten.
(Anekdote am Rand: Der Oberstleutnant (also Kumpel's Vadder) bat mich mal, ihn in die Kaserne nach Munster zu fahren, was ich auch machte. Das war eine völlig neue Erfahrung, Nix mit Perso raus an der Wache, sondern die Wache stand stramm als ich mit meinen kleinen Gölfchen langsam durchs Tor fuhr, weil der Oberstleutnant auf'm Beifahrersitz saß.)
Mein Kumpel war ürbrigens immer ne harte Sau, vermutlich auch aufgrund seiner Erziehung. Er hat sich immer Ziele gesetzt und diese konsequent verfolgt. Ich kann mich auch noch erinnern, wie er ein Wochenende absagte, weil sein Kamerad im Studium schwächelte und er mit einem weiteren Soldaten den Kameraden wissenteschnisch am WE auf Vordermann bringen mußte, damit der seine Klausut besteht. Irgendwann war er mal Zugführer: Wir kommen immer ALLE ins Ziel, notfalls wird der Rucksack vom Kameraden, der nicht mehr kann, abwechseln getragen, und wenn das nicht reicht, dann tragen wir den Kameraden notfalls auch. Wir lassen keinen im Stich.

Der Kumpel ist inzwischen Finanzchef, also Geschäftsleitung, einer Firma mit ca. 4000 Mitarbeitern. Und als ich vor ein paar Monaten mit ihm telefonierte, meinte er zu mir, er müsse jetzt los in die Zentrale, Kurzarbeit anmelden. Und da würden einige bestimmt kotzen, weil auch die obere Etagen in Kurzarbeit müßten. Upps, was ist mit Kumpel los, der hatte doch erst vor ein paar Jahren von der CDU zu FDP konvertiert, also eher noch wirtschaftsfreundlicher.
Vielleicht war mein Einfluß, unsere Freundschaft, auch prägend für ihn in den letzten 35 Jahren und er hat immer auch die soziale Komponente unserer Marktwirtschaft im Kopp.

P.S. Damals vor 30 Jahren hatten die zuhause einen Boxer, der ging ab wie ein Zäpfen, wenn man rief "Xerxes, wo ist der Sozi" . :lol:
..da war Alarm !
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Re: "Nährpflicht statt Wehrpflicht?"

Beitragvon T5060 » So Jul 05, 2020 13:30

Jede/r der in D lebt hat in seinem Leben 4.000 Std bzw. 100 Wochen Militär oder Sozialdienst zu leisten. Mütter bekommen pro Kind 1.000 Std. gutgeschrieben, genauso wie familiäre Pflegedienste gutgeschrieben werden. Und wer halt mit 20 Arbeitslos ist, geht in den Wehr - oder Sozialdienst, nix rumlungern oder Party. Danach sind die Leute sozialisiert. Wer aktiv in der FFW ist, bekommt die 4.000 Std. in seinem Leben ohnehin voll.
[ :klee: Ein Botaniker ist sowas wie ein Cowboy, der auf einem Pony reitet :-) :klee: ]
[ :klee: Man muss nicht den Rechtsradikalismus bekämpfen, sondern die Blödheit von CDU, Grünen, SPD und FDP :klee: ]
[ :klee: Werte schätzen :klee: ]
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