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Neue Bauernregeln aus dem Propagandaministerium - BMUB

Hier hat alles Platz was mit Agrarpolitik und drumherum zu tun hat.
Thema gesperrt
306 Beiträge • Seite 4 von 21 • 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7 ... 21

Re: Neue Bauernregeln aus dem Propagandaministerium - BMUB

Beitragvon Mineralwasser » Sa Feb 04, 2017 21:52

Achtung unbedingt Petition unterzeichnen. Wir sind gegen staatliches Mobbing des landwirschaftlichen Berufsstandes, von Nadine Henke.
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Re: Neue Bauernregeln aus dem Propagandaministerium - BMUB

Beitragvon Mineralwasser » Sa Feb 04, 2017 21:56

Ihr könnt auch bei der ISN Anteile für eine Plakataktion zeichnen.
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Re: Neue Bauernregeln aus dem Propagandaministerium - BMUB

Beitragvon ExLW » So Feb 05, 2017 7:02

Manfred hat geschrieben:@ExLW:

Ich habe auf meinen paar ha inzwischen 72 Vogelarten nachgewiesen. Darunter 4 x Rote Liste 1.
Und ich muss hilflos zusehen, wie mir die letzten Braunkehlchen weggefressen werden, weil ich dank ideologischer "Naturschützer" nichts dagegen tun darf. Für einen funktionierenden Artenschutz braucht es pragmatische Lösungen vor Ort, passend zur jeweiligen Situation. Und genau diese Lösungen werden u.A. durch das BUM verhindert.


Guter Punkt.
Umweltleute haben andere Ziele als Landwirte. Die Bauern leben von ihrer Poduktion, die Umweltleute wollen eine andere Produktion.
Wir Steuerzahler sind der dritte im Bunde. (Die Politik der Vierte, aber wie die mit unserem Geld umgeht, sehen wir ja).

Immer mehr von uns wechseln jetzt die Seiten. Unsere Sympathie ist für dein Braunkehlchen größer als für den 8-Tonner, der vom Acker gezogen wird.
Für 8 t Weizen zahlen wir Steuerzahler 400 EUR, ohne selbst etwas davon zu haben.
Die Läger der Welt quellen über von Weizen. D hat 0,8 % der Weltackerfläche und produziert sogar überschüssigen Weizen für die Welt.
Wo liegt der Sinn, überhaupt Weizen zu produzieren, wenn wir Teil der Welt sind?

Was wirklich knapp ist, sind Umwelt- und Naturgüter und zwar bei uns hier vor Ort.
So sehen das die Umweltleute. Sie sind keine Ökofaschos, sie haben nur andere Ziele, und sehen einen anderen Sinn in der Natur.

Mal angenommen, statt 350 EUR für einen Hektar nachgewiesener Fläche bekommst Du künftig 100 EUR pro nachgewiesenem Vogelnest auf deiner Fläche?
Wäre das ein deal?
Dann hätten auch wir natursuchenden Steuerzahler etwas von unserem Geld, und würden uns nicht über die vermaisten Grünwüsten ärgern, woran auch wir erkennen, dass das Geld fasch angelegt ist, und es sinnvollere Möglichkeiten des staatlichen Geldausgebens gibt.

Die Landwirtschaft sollte ihr Produktionsprogramm endlich erweitern. Statt den Überfluß an Rohstoffen und den Preisverfall weiter zu befeuern, sollte sie sich weichen Produktionszielen widmen. Es fällt schwer, vom Denken in Tonnen wegzukommen. Den Stahlern und Kohlern ist es auch schwergefallen. Die Kohler hatten keine Chance mehr, weil das Produkt zu einseitig ist, die Stahler mit größerer Palette sind zum Teil noch da.

Aber niemand braucht Stahl aus Deutschland, um einen Motor zu produzieren. Weder in Deutschland noch in der Welt.
Niemand braucht Weizen aus Deutschland, um Brot zu backen.Weder in Deutschland noch in der Welt.
Es sei denn, Deutschland macht seine Grenzen wieder dicht.
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Re: Neue Bauernregeln aus dem Propagandaministerium - BMUB

Beitragvon oberländer » So Feb 05, 2017 7:46

Exlw du hast völlig recht
Aber pass auf das du nicht der erste und lauteste Jammerer bist
wenn dein Futtertrog nur noch von Montag bis Freitag voll ist .
Verwaltung und Beamtentum sind Kropf und Blinddarm einer Volkswirtschaft
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Re: Neue Bauernregeln aus dem Propagandaministerium - BMUB

Beitragvon oberländer » So Feb 05, 2017 7:53

Es muss für jedes Land von ureigenstem Interesse sein ,
seine Bevölkerung selbst ernähren zu können.
Nur ausgesprochen dumme Menschen sehen das anders.
Und die so hochgelobten Braunkehlchen sind sicher sehr schnell
vervespert.

nen schönen Sonntag noch
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Re: Neue Bauernregeln aus dem Propagandaministerium - BMUB

Beitragvon elchtestversagt » So Feb 05, 2017 8:03

Das kann man nicht so unbedingt stehen lassen.
Wir produzieren schon für einen Markt, nur ist es zunehmend nicht der Deutsche Markt.
So exportieren wir bspw. 40% des gesamten Schweinefleisches in die zumeist östliche Welt, und das unter dem Umstand, dass wir was die Kostenführerschaft betrifft nur Mittelfeld sind, was im Umkehrschluss heisst wir sind in der Produktion zu teuer.
Dennoch weiss man in diesen Abnehmerländern unsere Produktion zu schätzen, was Tierschutz betrifft, Produktsicherheit, Nachverfolgbarkeit, keine Leistungsförderer, sehr wenig Gentechnik verfüttert uvm.
Dieser Absatzmarkt wird jedes Jahr höher, weil die Ansprüche in den jeweiligen Abnehmerländern steigen und dort auch Geld für die Ernährung da ist ( ist in Deutschland nicht der Fall).
So könnte China seine Schweinefleischproduktion auch verdoppeln, dennoch ist das Wasser zum Füttern durch die Industrie derart versaut und mit Schwermetallen angereichert, das das Fleisch keiner wirklich essen mag, schon garnicht die Mittelschicht, die über die nötige Kaufkraft verfügt.
Anderes Beispiel: Ökokartoffeln aus Ägypten.
Die haben dort zwei wichtige Vorteile: erstens durch das Klima sehr wenig Schädlinge, zweitens billige Men-Power.
Aber das ganze wird erkauft mit einem hochgradig schlechten Ökologischen Fussabdruck, da dort sehr viel Wasser verbraucht wird, welches man nicht hat, und gleichzeitig den Weizen verdrängt, da Ökokartoffelanbau für Westeuropa deutlich lukrativer ist.
Im Umkehrschluss aber hat Ägypten keinen eigenen Weizen, der aber in der Schwarzmeerregion als auch in Deutschland ( in Rostock wird sehr viel Weizen dafür verladen) wieder zugekauft wird.
Aus dem Grunde überlege deine Aussage nochmal: Keiner braucht Deutschen Weizen...
Und zweitens wurde 2012 schon der Untergang der Zivilisation vorhergesagt, obwohl nur 3% weniger Weltweit geerntet wurde...

Eigentlich müsste es ein Umkehrschluss sein: Da es ja egal ist, wo der Stahl zu Autos verarbeitet wird, müsste die Deutsche Industrie in die Sahara umziehen, und hier auf klimatischen Gunststandorten Ackerbau betrieben werden.
Für die Natur währe genau das das beste.
Statt dessen werden hier Ackerflächen, die nachweislich seit 1000 Jahren genutzt werden zubetoniert, und Landwirtschaft auf eigentlich nicht Ackerfähigen Standorten zu betreiben versucht.
Denn nicht der Landwirt verdrängt die Natur, der Mensch verdrängt die Natur mit seinem Drang auf Wohnen, Mobilität und Freizeit.
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Re: Neue Bauernregeln aus dem Propagandaministerium - BMUB

Beitragvon ExLW » So Feb 05, 2017 9:06

oberländer hat geschrieben:Es muss für jedes Land von ureigenstem Interesse sein ,
seine Bevölkerung selbst ernähren zu können.


Das sehe ich anders. Das kann erforderlich sein, wie z.B. in Russland, muss aber nicht sein, wie in den "reichen" EU-Staaten (sind ja nicht alle).
Selbstversorgung ist ein Dogma aus einer vergangenen Zeit. NUR Bauern tragen noch das Dogma vor sich her; die Kumpels hatten das auch jahrzehntelang angeführt, "Abhängigkeit von Kohleimporten". Warum wohl?

Wie ist die Selbstversorgung Deutschlands mit ÖL, Gas, Kupfer, Aluminium, Eisenerz, oder Euer Phosphor, ..... usw. usw. ?
Genau NULL. Nur Braunkohle und Kali haben wir im Überfluss, ja wir fördern sogar ein paar Tonnen Uran. Das war´s dann aber auch.

Wie steht´s mit wärmenden Kleider für den Winter, oder Schuhe für die Kinder? Selbstversorgung fast NULL.
Wenn ich Deiner Logik folge, dann verhungern wir nicht, aber erfrieren dann im Winter, weil wir NULL Heizrohstoffe haben!

Wenn uns nach Öl dürstet, bestellen wir Öl, wenn wir einen Aluminium Motor bauen, bestellen wir Aluminium. Steinkohle kommt künftig noch mehr aus Equador. Die Menschen dort brauchen Arbeit, denn ihre Kinder haben WIRKLICH Hunger.

Nur wenn unsere Lieferanten die Ölschiffe für Deutschland nicht ablegen lassen, oder der Herr P. den Gashahn zudreht, DANN und nur dann bekommen wir auf Monatssicht ein erstes sichtbares Problem in den Regalen. Hunger hat dann immer noch keiner. Wir sind sowieso überwiegend verfettet. Solange wir zahlen, wird geliefert, jede Menge, es gibt keine Obergrenze.

Ich habe die Ölkrise ´73 in guter Erinnerung. Die einzigen, die Öl gekriegt haben, waren die, die am besten bezahlt haben: wir z.B. In die Knie gegangen sind die armen Länder, die sich die höheren Preise nicht leisten konnten. Im Jahr daruf ist die Agrarproduktion weltweit eingebrochen, wegen ihrer Abhängigkeit vom Öl! ´74 folgte dann eine Agrarpreiskrise mit zeitweise astronomischen Preisen, z.B. bei Zucker.
So würde das wieder ablaufen, wenn es wieder kommt.

Wenn der Chefeinkäufer eines global vernetzten LEH´s monatlich 5.000 Tonnen Weizenmehl Typ 405 zu 1kg Paket für den Ruhrpott braucht, dann greift er zum Telefon. Er braucht nur zwei Telefonnummern. Einmal beim "Raiffeisen in Neuss" oder bei "Töpfer International". Mit 100-prozentiger Sicherheit werden die Mehlpaletten just-in-time in jeder einzelnen Filiale geliefert werden.
Wenn Du das nicht glaubst, dann glaubst Du auch nicht , dass Zitronenfalter Zitronen falten.


oberländer hat geschrieben:Nur ausgesprochen dumme Menschen sehen das anders.

Auch das sehe ich - und alle Anhänger der Marktwirtschaft - anders. Du gehörst nicht dazu, und das ist Dein Recht.
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Re: Neue Bauernregeln aus dem Propagandaministerium - BMUB

Beitragvon ExLW » So Feb 05, 2017 9:25

elchtestversagt hat geschrieben:Statt dessen werden hier Ackerflächen, die nachweislich seit 1000 Jahren genutzt werden zubetoniert, und Landwirtschaft auf eigentlich nicht Ackerfähigen Standorten zu betreiben versucht.
Denn nicht der Landwirt verdrängt die Natur, der Mensch verdrängt die Natur mit seinem Drang auf Wohnen, Mobilität und Freizeit.


Das sehe ich genau so. Vor meiner Haustür werden beste Lößböden versiegelt. Früher wußten die Menschen hier zu schätzen, wie unglaublich wertvoll dieses durch natürlichen Zufall größte aller chinesischen Geschenke ist. Deshalb sind ja auch die Dörfer so eng gebaut, weil der Boden so wertvoll ist. Jetzt wird einfach zubetoniert. Das ist eine ewige Schande der Politik. Null Wissen, aber am Hebel.

Auf der anderen Seite sitzen viele Bauern in den Stadträten. Haben sie denn noch die Bodenhaftung, 3m über dem Boden und 300 PS unter dem Hintern?
Das darf auch gefragt werden.
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Re: Neue Bauernregeln aus dem Propagandaministerium - BMUB

Beitragvon ExLW » So Feb 05, 2017 9:41

elchtestversagt hat geschrieben:Wir produzieren schon für einen Markt, nur ist es zunehmend nicht der Deutsche Markt.
So exportieren wir bspw. 40% des gesamten Schweinefleisches in die zumeist östliche Welt, und das unter dem Umstand, dass wir was die Kostenführerschaft betrifft nur Mittelfeld sind, was im Umkehrschluss heisst wir sind in der Produktion zu teuer.
Dennoch weiss man in diesen Abnehmerländern unsere Produktion zu schätzen, was Tierschutz betrifft, Produktsicherheit, Nachverfolgbarkeit, keine Leistungsförderer, sehr wenig Gentechnik verfüttert uvm.


Gute Argumentation.
Angesichts der Marktsituation der realisierten Preise kann man den Eindruck haben, das Hauptprodukt der sog. "Veredlung" ist ... Gülle , und nicht etwa das Fleisch.
Jemand hat mal ausgerechnet, dass pro Kg Fleisch in der Theke 1 Eimer Gülle anfällt.
Der Punkt beim Export ist doch der: das Fleisch geht raus, die Gülle bleibt hier.

Da für Gülle bereits Preise bezahlt werden, könnte man sie ja auch exportieren und Geld damit verdienen?
Nicht ganz ernst gemeint, aber es zeigt die Relationen auf Basis der physikalischen Mengen, aus denen das politische Problem ensteht.
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Re: Neue Bauernregeln aus dem Propagandaministerium - BMUB

Beitragvon LUV » So Feb 05, 2017 10:07

Elchtestversagt hat geschrieben: "Eigentlich müsste es ein Umkehrschluss sein: Da es ja egal ist, wo der Stahl zu Autos verarbeitet wird, müsste die Deutsche Industrie in die Sahara umziehen, und hier auf klimatischen Gunststandorten Ackerbau betrieben werden."

Das ist genau der Kasusknaxus. So würden Flüchtlingsströme umgekehrt und unsere Natur wäre gleichzeitig gerettet. Wird aber schon vorbereitet, in China wird staatlich gefördert das E-- Auto in großem Stil gebaut werden, wobei parallel USA und Europa sich auf Armut wegen verschlafener Produktionsweise einstellen können.
Du bist wirklich dämlicher als ich dachte! :lol: :lol: (Bauer Piepenbrink)
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Re: Neue Bauernregeln aus dem Propagandaministerium - BMUB

Beitragvon meyenburg1975 » So Feb 05, 2017 10:32

ExLW hat geschrieben:Mal angenommen, statt 350 EUR für einen Hektar nachgewiesener Fläche bekommst Du künftig 100 EUR pro nachgewiesenem Vogelnest auf deiner Fläche?
Wäre das ein deal?

Nö. Direktbeihilfen weg, inkl. der zweiten Säule, genauso wie sämtliche Bioförderungen abgeschafft gehören. Dann ist genügend Geld da für eine vernünftige Reformierung landwirtschaftlicher Sozialkassen, die seit Ewigkeiten überfällig ist.
Und es wird von der Kreisstadt bis nach Brüssel jede Menge Personal frei, das man für wichtigere Aufgaben umschulen könnte.
Der Stahlvergleich hinkt übrigens. Den kann ich fast überall produzieren, Weizen eben nicht.
Ich bin weit davon entfernt zu behaupten, D müsse die Welt ernähren. Aber über alle Produkte hat Deutschland keine Selbstversorgung. Heißt was hier weniger produziert wird, wird zugekauft. Davon profitiert seltenst ein kleiner afrikanischer Bauer, aber der Einkauf für (ärmere) Konsumenten steigt.
Um es zugespitzt zu formulieren: Sich hier von der Urproduktion zu verabschieden um einen moralischen Naturschutzausgleich für eine der zersiedelten Landschaften der Welt zu erreichen, weil man es sich mit dem Scheißgeld leisten kann den Ärmeren das Futter wegzukaufen, halte ich moralisch für fragwürdig.
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Re: Neue Bauernregeln aus dem Propagandaministerium - BMUB

Beitragvon meyenburg1975 » So Feb 05, 2017 10:38

ExLW hat geschrieben:Der Punkt beim Export ist doch der: das Fleisch geht raus, die Gülle bleibt hier.


Wo ist das Problem? Mein N-Saldo ist weit entfernt von den gesetzlichen Grenzen. Trotzdem muss ich Gülle abgeben und dafür Mineraldünger zukaufen.

Die Begrenzung der organischen Düngung hat nix mit Pflanzenbau, Bodenkunde oder Nitratwerten zu tun.
Es ist der (gescheiterte?) Versuch die Tierproduktion extensiviert (warum?) an die Fläche zu binden.
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Re: Neue Bauernregeln aus dem Propagandaministerium - BMUB

Beitragvon elchtestversagt » So Feb 05, 2017 10:40

Wer weiss denn schon, ob es in zwanzig Jahren nicht exorbitantes Geld für Gülle gibt..
Die Phosphorreserven sind endlich, und im Gegensatz zu Öl gibt es keine synthetischen Alternativen und es werden auch keine Lagerstätten mehr gefunden.
Genau aber das ist ein Problem des Ökolandbaus.
Es geht ohne geschlossenen Wirtschaftskreislauf nicht auf Dauer, nur mit Leguminosen und Zwischenfrüchte.
Wohl ein Zeitraum von 20 bis 30 Jahren, aber dann wars das, nur mit Tiefpflügen auf 2 mtr kann man noch Phophat für weitere 10 Jahre generieren, aber dann ist auch da schluss ( wovon wollen sich Veganer dann ernähren...)
Wir hier im sandigen Nordwesten kennen dieses Problem seit Jahrhunderten, alle Bauern haben hier seit 50 und mehr Jahren jedes Jahr Zwischenfruchtanbau, wir kennen keine nicht-bewachsene Flächen über Winter, und das seit Generationen schon.
Aber nur in Verbindung mit der organischen Düngung kann man all das Nutzen, ohne dem würde hier immernoch Heidegrund sein, oder wie man im Nordkreis heute noch "Wanderdünen" sagt, all das war vor fünfzig Jahren noch Realität. heute wäschst dort Winterweizen...

Nochmal; das "Grundproblem" ist die Dummheit der Verbraucher.
Wenn unser Schmidt sagt, dass Rindfleisch 15000 ltr Wasser braucht, dann gilt das für Rindviehhaltung in Dubei, Saudi Arabien, Argentinien und all die Länder, wo Wasser knapp ist und dementsprechend beregnet wird.
In der Wesermarsch oder im Alpenvorland ist das kein Thema, ich kenne keinen dort, der noch zusätzlich beregnet, im Gegenteil, dort ist es zu nass zum Ackern....

Und was spricht dagegen, die Gülle zu exportieren?
Macht die Industrie doch jeden Tag, wir importieren massen an Elektroartikeln, die ebendso massenhaft nach Afrika exportiert werden.
Wir importieren massenhaft Autos, und der Feinstaub, der Krach und andere Hinterlassenschaften bleiben hier.
Wir bauen wahnisnnige Strassen, damit man um jeden kleinen Ort drei Minuten spart, auf diesen Asphaltstreifen kann weder ein Vogel satt werden, noch Wasser versickern, noch kann sonstiges Getier gefahrlos dieses Band überqueren.
Stattdessen wird per Strassengraben der Reifenabrieb sowie Bremsenstaub direkt ungeklärt in die Natur entlassen...
Man sieht es nun wieder, da werden tausende von m2 Kilometern mit der weissen Masse namens Schnee zusammengeschoben, und das Wild kann sehen wo es bleibt.
Oder man könnte auch sagen, jeder Skifahrer verbraucht 30000 ltr Wasser pro Stunde, um bei irrsinnigen Vergleichen mit der Landwirtschaft zu bleiben....
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Re: Neue Bauernregeln aus dem Propagandaministerium - BMUB

Beitragvon elchtestversagt » So Feb 05, 2017 10:51

meyenburg1975, das Problem ist, das vieles in der Natur laaaaaange Zeit braucht, bis Veränderungen sichtbar werden.
Leider ist das in der Politik nicht so, nur die Wissenschaft weiss das.
Und weil die Politik dumm ist, wird einfach die "Wissenschaft" umgedreht.
Es werden Grenzwerte abgesenkt, es werden Bedarfswerte nach unter angepasst.
Aber wenn es null ist, dann ist es null.
Und ich denke du weisst auch, wie lange und welcher Aufwand das ist, aus totem Boden wertvollen Boden zu machen ( auch das ein Grund, warum Russland und Co. noch sehr lange brauchen, um die Ertragswerte vor dem zweiten Weltkrieg wieder zu erreichen, zwei Generationen Mangelwirtschaft kann man nicht mit zwei Generationen Kapitalisten aufholen, deshalb auch mein Statement mit Bio..).
Im Grunde genommen leben wir zur Zeit auf den Ackerbaubetrieben vom Luxus der sechziger und siebziger Jahre, Tendenz abnehmend, genau wie hier in Süd-Oldenburg beim Nitrat von den achzigern und neunzigern, als es noch in Lehrbücher hiess, Mais braucht 100m3 Schweinegülle...
Warten wir man eine Generation "Ökofaschistische Landwirtschaft" ab, dann sind wir dort, wo Afrika heute ist, aber Afrika ist dann weitaus besser, weil der Chinese dort alles aufgekauft und modernisiert hat für sein eigenes Volk, während unsere Staatsführung in Russland kleine Brötchen backen muss, weil dort unsere Nachrung gekauft werden muss....
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Re: Neue Bauernregeln aus dem Propagandaministerium - BMUB

Beitragvon bauer hans » So Feb 05, 2017 11:32

elchtestversagt hat geschrieben:
Nochmal; das "Grundproblem" ist die Dummheit der Verbraucher.

nein,der verbraucher ist nicht dumm,sondern egoistisch ,wie menschen eben sind.

die entscheidung ist immer für mallorca!
hat prof.windhorst damals schon gewusst.

die mehrheit der verbraucher kauft billig und gut,um mehr für anderes auszugeben,einige wenige,denen es materiell besser geht,wollen ihr schlechtes gewissen entlasten und "die welt retten".
da im augenblick atomkraft und flüchtlinge nicht positiv besetzt sind,müssen die bauern herhalten und die sind sehr dankbar dafür,weil sie nur
ihre produktion,die übernahme des nachbarn durch pacht und den kauf eines FENDT im kopf haben.......
und wenns nicht läuft,wird gejammert.......
wir schaffen uns :mrgreen:
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