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Aktuelle Zeit: Do Jan 15, 2026 16:19

Protest gegen Neonicotinoide

Hier kann man über aktuelle Themen aus den Medien und Allgemeines der Landwirtschaft diskutieren.
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242 Beiträge • Seite 16 von 17 • 1 ... 13, 14, 15, 16, 17
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Re: Protest gegen Neonicotinoide

Beitragvon Pevo » So Jul 13, 2014 16:04

Cairon hat geschrieben:@Pevo

Eine EDX hatte Amazone in diesem Jahr aber nicht in der Ausstellung, ich war auch dort. Hättest Du bei Amazone auf dem Stand gefragt, hätte man Dir sicher gerne bestätigt, dass die 60002C für die entsprechende Leistung ausgelegt ist.

Ich habe Deine Leistungsangabe nicht angezweifelt, kann ich ja gar nicht beurteilen. Mich haben einfach die Größen beeindruckt.
Längere Zeit habe ich mich bei den Tiervorstellungen aufgehalten und war besonders angetan von dem Engagement der jungen (Kinder) NachwuchszüchterInnen. Wenn diese Begeisterung von bestimmter Medienschelte erwischt wird, dann kann das nur in die falsche Richtung gehen. Kurz zusammengefasst: Meinen Respekt vor dem Bereich LW kann ich betätigen (hab ich auch mehrfach zum Ausdruck gebracht). D.h. schließt nicht aus, dass ich in der gesellschaftsumfassenden Nachhaltigkeitsdebatte die globale Entwicklung der LW hinterfrage. Die Fragen gehen dabei in besonderer Weise an den Verbraucher, der m.E. unzureichend über Leistung und Probleme und die Wirkung seiner eigenen Ansprüche an LW informiert ist (da beziehe ich mich gerne ein – versuche jedoch Lücken zu schließen). Die Diskussion zu den Themen Glyphosat und Neonicotinoide hier im Forum helfen dem Verbraucher m.E. nicht weiter.
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Re: Protest gegen Neonicotinoide

Beitragvon Cairon » So Jul 13, 2014 16:15

@Pevo

Dieses Forum richtet sich ja auch nicht in erster Linie an die Verbraucher. Das Problem hier ist doch, gerade im Bereich der PSM, dass hier komplett entgegengesetzte Meinungen aufeinander treffen. Wenn man Leute wie Fri-dolin hier hat, die PSM generell als Teufelswerk sehen, so wird kaum eine sachliche Debatte möglich sein. Das gibt dann einen gewaltigen Schlagabtausch und den Austausch der üblichen Studien. Dann kommt wieder Vorwurf, dass alle PSM-Befürworter von Monsanto gekauft wurden und am Ende verläuft wieder alles im Sand. Wer sich wirklich über PSM informieren will, der sollte sich an die entsprechenden Stellen wenden. Wer glaubt das alle diese Stellen gekauft sind, der braucht keine neuen Informationen, denn seine Meinung steht eh fest und alles andere ist aus seiner Sicht gelogen. Mit Fri-dolin habe ich mich ja schon oft auseinander gesetzt, inzwischen bin ich aber zu dem Ergebnis gekommen, das ich meine Energie besser anderweitig investieren kann. Mit PSM kann man Schaden anrichten, dass ist richtig, gerade wenn man sie nicht vorschriftsmäßig einsetzt. PSM bieten aber auch sehr große Vorteile und die Sicherheit unserer Nahrungsmittelversorgung verdanken wir der modernen Düngung und den PSM. Das Internet ist nur in sehr seltenen Fällen ein geeigneter Ort für die sachliche Auseinandersetzung. Diese Diskussionen laufen meist nach recht festen Schemen ab und am Ende sind alle so schlau wie vorher. Ich beziehe mich das lieber auf die Aussagen des BfR und ähnlicher Institutionen.
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Re: Protest gegen Neonicotinoide

Beitragvon Pevo » So Jul 13, 2014 16:58

@Cairon
Grundsätzlich kann ich die Aussagen Deines o. Beitrags nachvollziehen ([bitte keine Realnames]?). Ich habe als Verbraucher keine Bewertung von Glyphosat /Neonicotinoide vorgenommen, sondern nur versucht die Wirkung dieser Diskussion darzustellen. Das kann doch für LW nicht gleichgültig sein. Es würde helfen, wenn das Für und Wider von beispielsweise PSM sachlich dargestellt werden würde, (so im Stile Deines letzten Beitrags). Die Gegensätzlichkeiten werden sich vermutlich auf lange Sicht nicht aufheben lassen. Eine sachliche Darstellung erhöht m.E. allerdings die individuellen Entscheidungsmöglichkeiten und das Vertrauen. Findest Du nicht?

Jetzt muss ich mich langsam auf das WM-Finale vorbereiten. Da gibts auch zwei Möglichkeiten - vor dem Spiel :D
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Re: Protest gegen Neonicotinoide

Beitragvon Cairon » So Jul 13, 2014 18:23

@Pevo

Da hast Du mehr Vorbereitungsbedarf als ich, ich werde mir das Finale wohl nicht anschauen. Meine fußballbegeisterten Kindern haben wir ausgelagert. Die werden mit ihren Stief-Cousins bei meiner Mutter und ihrem Mann schauen.

Bei meiner Art als Landwirt wäge ich ständig das für und wieder einer Maßnahme ab. Nehmen wir als Beispiel das Glyphosat. Angenommen ich habe einen Acker. Dort wächst Getreide und dazwischen hat sich eine Menge Quecke (Gras) entwickelt. So ist es das einfachste und günstigste Verfahren nach der Ernte die Quecke etwas aufwachsen zu lassen und sie dann mit Glyphosat zu bekämpfen. Glyphosat ist für die Art des Einsatzes zu gelassen und das BfR sieht keine größeren Risiken. Welche Alternative hätte ich um der Quecke her zu werden? Ich könnte es mechanisch versuchen und die Quecke mehrfach mit dem Grubber oder der Egge bekämpfen. das wäre sehr zeit- und energieaufwändig und der Bekämpfungserfolg wäre deutlich schlechter als eine Behandlung mit Glyphosat. Ich persönlich versuche die Quecke rechtzeitig zu bekämpfen, so dass ich schon kleinere Quecknester punktuell mit der Spritze behandele. Oftmals spritze ich auch nur die Ränder, je nach dem wie der Bestand aussieht. Bei der Aufwandmenge spare ich dann nicht. Denn wenn man sich entscheidet zu behandeln, dann sollte man es richtig tun und nicht versuchen beim Mittel zu sparen. Der Einsatz von zu geringen Aufwandmengen fördert die Bildung von Resistenzen. Jede Maßnahme muss vorher abgewogen werden und wenn man sich entscheidet sie auszuführen, so sollte man sie immer in voller Konsequenz ausführen. Ganz oder gar nicht! Nach den mir bekannten Untersuchungen stellen solche Einsätze kein großes Risiko da.

Habe ich nun aber ein Getreidefläche, die sehr stark durchgekrautet ist, so kann ich mit Glyphosat eine sogenannte Sikkation durchführen. Solche Einsätze sehe ich persönlich deutlich kritischer. ich mache es nur, wenn es gar nicht anders geht und ich sonst das Getreide nicht ernten könnte. Bei einer Wartezeit von 14 Tagen ist mir auch klar, dass wohl noch Rückstände im Getreide oder Stroh sein könnte. Daher wie schon erwähnt kommt bei mir eine Sikkation nur im Ausnahmefall vor. Das Getreide verfüttere ich dann nicht pur, sondern verschneide es mit nicht behandelten Partien. Welche Alternative hätte ich zu dieser Behandlung? Ich könnte die Scheibenegge nehmen und das Getreide umbrechen. Das würde einen hohen finanziellen Verlust bedeuten. Bei einer solchen Maßnahme beachte ich die geltenden Vorschriften und verlasse mich auf das Bundespflanzenschutzamt und das BfR. Mit dem BfR habe ich auch schon telefoniert und mir direkt Informationen verschafft.

Was spricht jetzt gegen diese beiden Arten des Glyphosat-Einsatzes? Studien wie die von Herrn Séralini erreichen da eher das Gegenteil des gewollten. http://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%A9ralini-Aff%C3%A4re Das Problem ist heute nicht die Beschaffung von Informationen sondern ihre Bewertung. Die Séralini-Studie war ja so angelegt, dass jedem Fachmann klar sein musste welche Ergebnis heraus kommen würde. Solche Studien für auf der Seite von uns Landwirten natürlich zu massiven Misstrauen. Als Landwirt kann ich natürlich keine eigenen Untersuchungen machen lassen und bin auf die offiziellen Stellen angewiesen. Für mich sind die Aussagen des BfR und des Bundespflanzenschutzamtes glaubhaft. Ich sehe nicht, dass alle diese Institutionen von der Lobby unterwandert sind. Beim Einsatz von PSM muss ich mich als Anwender an die Vorgaben dieser Stellen halten, warum sollte ich dann Untersuchungen die von Green Peace, BUND, Nabu u.a. in Auftrag gegeben wurden mehr glauben schenken? Diese Organisationen Leben von Spenden und brauchen entsprechende Skandale um die Spendenbereitschaft zu steigern. Natürlich werden von solchen Organisationen in Auftrag gegebene Studien die passenden Ergebnisse bringen.

Wenn dann noch solche Videos wie dieses vom BUND kommen und mediale Angst verbreite ist das ein Todesstoß für eine Sachdiskussion. Ich persönlich finde Bewertung des Videos und Glyphosat durch Martin Ballaschk sehr interessant.

http://www.youtube.com/watch?v=I0gAAllrv2M

Wie soll ich Deiner Meinung nach solche Videos bewerten? Wie soll ich auf Studien reagieren, die von irgendwelchen NGOs gestreut werden? Soll ich (wie z.B. Fri-dolin) alle für von der Lobby gekauft halten und eher aus einem Bauchgefühl heraus handeln, statt den offiziellen Stellen zu glauben? Wie würdest Du an meiner Stelle handeln? Würdest Du Glyphosat zur Bekämpfung der Quecke oder zur Sikkation einsetzen? Welche Alternativen siehst Du?
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Re: Protest gegen Neonicotinoide

Beitragvon Welfenprinz » So Jul 13, 2014 18:31

Bei diesem Punkt "Glaubwürdigkeit der Instanzen" kommt ja noch dazu, dass Glyphosat ein über 40 Jahre alter Wirkstoff ist, der in allen(? bis auf Nordkorea) Ländern der Welt geprüft und zugelassen ist.
Es liegen also wirklich Daten en masse vor. Nicht dass ich so naiv wäre , nicht zu glauben, dass zwischen firmen und Behörden auch geld fliesst............ aber eine durchgängiges Erkaufen von eRgebnissen über so einen langen Zeitraum über den ganzen Globus ist irgendwie unwahrscheinlich.
und die USA - das Erstzulassungsland- hatten eine Gesetzgebung in der unverbleites Benzin lange vor uns vorgeschrie ben war und verbraucher Prozesse gewinnen, die sich an zu heissen Kaffeebechern verbrannt haben. Also zu glauben, dass sich eine Firma einfach mal so Ergebnisse wider besseeren Wissens kaufen kann, halte ich irgendwie für unrealistisch.

Das Problem an so erlangten Fakten ist doch das "Verkaufen". Eine schöne Studie bekannt gemacht vom NABU , mit schlimmen Bildern und aufsehenerregenden Worten erzeugt nun mal mehr Wirkung als die Zahlenkolonnen von Prüftests.
Norden, Süden, Westen, Osten, schöne Welt, doch voller Pfosten.
Pfosten, die die Zäune halten, Zäune, die die Menschen spalten.
Hoffnung bleibt, dass diese Pfosten eines Tages mal verrosten.
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Re: Protest gegen Neonicotinoide

Beitragvon Pevo » So Jul 13, 2014 19:50

@cairon
Dein kleiner Hinweis auf Persönliches gefällt mir.
Der größere Teil Deiner Ausführungen ist für mich plausibel.
Deine Frage bzgl. des Interviews mit Martin Ballaschk würde ich aus meiner Sicht mit dem Schlusssatz Ballaschks beantworten: versuchte Mitschrift:
„Bevor man so eine emotionale Kampagne startet…muss wenigstens die Faktenlage stimmen und wirklich eindeutig sein und das ist hier nicht der Fall“.
Die Frage bzgl. des Einsatzes des Glyphosat: Aus heutiger unternehmerischer Sicht würde ich vermutlich genauso handeln wie Du. (Das leite ich auch aus den Ergebnissen meiner bescheidenen Versuche zur Erhöhung der Bodenfruchtbarkeit im Hobbygarten ab). – Abgesehen davon stellt sich mir die Frage, ob das jetzige (Land-)Wirtschaftsystem die einzig geeignete Variante zur Ernährung einer voraussichtlich bis 2050 anwachsenden Weltbevölkerung ist.
Wie schon hier irgendwo angekündigt, arbeite ich Zurzeit an einer Darstellung meiner Eindrücke, die ich im Rahmen einer Besichtigungstour von 3 Betrieben (plus Ausstellung Tarmstedt) gewonnen habe. Es zeigt sich dabei, dass ein Threadbeitrag aus dem Bauch wesentlich schneller rausgehauen ist, als das Bemühen einer „objektiven Analyse“.
Bis dann. Im FS laufen schon die lebenswichtigen Analysen der Experte (einschl. Frau Merkel) zum Finale
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Re: Protest gegen Neonicotinoide

Beitragvon Cairon » So Jul 13, 2014 22:33

@Pevo

Bei einem solchen Disput wird die "Faktenlage" wohl nie wirklich stimmen und wirklich eindeutig sein. Die Frage ist ja auch, wie man die "Fakten" interpretiert. Darauf weißt ja auch Martin Ballaschk hin. Glyphosat wurde im Urin von Statdbewohnern nachgewiesen. Daraus kann man natürlich sofort einen Skandal machen. Die Frage ist nur in welchen Konzentrationen und welche Auswirkungen haben diese Mengen. Mit der heutigen Analytik kann man jeden Stoff fast überall in Spuren nachweisen. Schon vor 15 Jahren an der Fachschule sagte mein Lehrer: "Würde man ein Stück Würfelzucker in den Atlantik werfen, so könnte man den Anstieg des Zuckergehalts im Wasser mit der heutigen Technik nachweisen. Das Problem ist nur so umzurühren, dass sich der Zucker gleichmäßig verteilt."
Man kann an fast jedem Geldschein Spuren von Kokain nachweisen. Wenn Drogennutzer einen Schein benutzen um eine Line zuziehen bleibt Kokain am Geldschein. Der Schwein wir weitergegeben, gibt die Drogenspuren an andere Scheine weiter, hinterlässt Drogenspuren im Portemonnaie. Daraus könnte man einen Skandal machen: "Fast jeder Deutsche hat Kontakt zu Drogen!!!" Die Schlagzeile stimmt, die Spuren sind nachweisbar. Ist die Konzentration relevant und was kann man aus dieser Information wirklich schließen? Ich habe noch nicht gehört, dass jemand durch diese Spuren an unserem Geld süchtig geworden wäre.

Das beste Beispiel haben wir ja hier im Forum. Jedes Argument, jede Studie die Fri-dolins Meinung entgegen steht ist von Monsanto und Co. gekauft. Alle Institutionen sind bestochen und die Bauern handeln eh alle entgegen der Vorschriften. Die Lösung hat er auch an der Hand. Angeblich kann man alle Pflanzenschutzmittel durch Löschkalk ersetzen. Ich habe dieses Thema mehr als einmal mit im diskutiert, nur wenn man ihm Unschlüssigkeit aufzeigt, dann heißt es nein das geht. Er unterscheidet nicht mal wirklich zwischen Herbiziden, Fungiziden, Insektiziden und Wachstumsreglern. Und so geht es doch vielen Menschen. Es wird einfach nur in schwarz und weiß gedacht. Die meisten Menschen sehen nur Pestizide und die sind alle böse. Warum die Landwirte PSM einsetzen und was passiert wenn man es nicht tut wird doch so gut wie nie hinterfragt.

Deine Frage, ob es ein besseres System gäbe um die wachsende Weltbevölkerung Saat zu machen, so musst Du Deine Frage noch um einiges erweitern. Die fossilen Rohstoffe sind endliche und wo sollen die Kraftstoffe, die Rohstoffe für Kurstoffe und alles was aus z.B. Erdöl gemacht wird denn herkommen. Ich denke die nachwachsenden Rohstoffe werden da eine bedeutende Rolle spielen und dafür wird man Fläche brauche, die dann nicht mehr für Lebensmittel zur Verfügung steht. Landwirtschaftliche Flächen sind nicht vermehrbar, im Gegenteil sie werden weniger. Sie werden versiegelt, sie versteppen oder zu Ausgleichsflächen gemacht. Laut verschiedenen Quellen gehen in Deutschland täglich 100 ha Agrarfläche verloren. Das wären pro Jahr 365.000 ha oder 3650 ha. Deutschland hat eine Agrarfläche von etwa 187.000 km². Die Zahlen variieren je nach Quelle etwas. Machen wir so weiter, dann ist in Deutschland in ca. 51 Jahren alle seine Agrarflächen los. Aus den verbleibenden Flächen wird man langfristig das Maximum herausholen müssen. Als Alternative könnte man noch die Zucht von z.B. Algen in großen Tanks in Erwägung ziehen. Da kommt dann wohl auch wieder die Gentechnik ins Spiel. Man könnte Algen entsprechend verändern um sie dazu zubringen den erwünschten Stoff über Photosynthese zu erzeugen. Der Freund meiner Schwägerin forscht in diesem Bereich. Das Thema habe ich schon öfter mit ihm diskutiert. Eine Wirtschaftsform die weniger Ertrag bringt, z.B. ökologischer Landbau halte ich für einen Luxus den wir uns langfristig nicht werden leisten können. Gerade auch, da der Kunde den Mehraufwand nicht honoriert. Bester Beweis dafür ist, dass in vielen Bundesländern die Bio-Prämie erhöht werden musste, damit überhaupt Betriebe umsteigen. Würde der Verbraucher es entsprechend honorieren würde doch deutlich mehr Betriebe umstellen. Viele Betriebe kehren dem ökologischen Landbau ja auch wieder den Rücken nach einigen Jahren. Und bei den Bio-Höfen ist auch nicht alles Gold was glänzt. Außerdem gibt es bisher keinerlei Belege, dass die Ernährung mit ökologischen Lebensmitteln irgendeinen Vorteil gegenüber der konventionellen Ernährung hätte.

Ich denke der wichtigste Punkt bei der langfristig zu erwartenden Verknappung der Lebensmittelversorgung wird die effektiver Nutzung der Lebensmittel sein. Die Thematik der Entsorgung verzehrbarer Lebensmittel wurde ja schon oft Diskutiert. Und ich weiß ja, was wir an Kartoffeln aussortieren.

Welches alternative Wirtschaftssystem zur Sicherung der Lebensmittelversorgung schwebt Dir denn vor?
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Re: Protest gegen Neonicotinoide

Beitragvon Pevo » Mo Jul 14, 2014 8:46

@Cairon
Ich kann nachvollziehen was Du sagst. PSM und andere oft kritisierte Faktoren in der LW sehe ich mehr und mehr im Zusammenhang mit der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung. Dabei gehe ich für D von einem der freiheitlichsten, demokratischsten, leistungsfähigsten…. Länder aus. Verschiedene private und berufliche Reisen in andere Länder haben mir gezeigt wie gut es uns in fast allen Bereichen geht. Neben diesem „Glanz“ stimme ich mit den internationalen Institutionen, die sich im weitesten Sinne mit „Globalisierung“ beschäftigen, darin überein, dass dieser Glanz nicht nur teuer bezahlt wird, sondern dass der eingeschlagene Weg nicht fortgesetzt werden kann, ohne die Lebensgrundlagen für die Menschheit zu gefährden. Die Weltgemeinschaft hat das m.E. erkannt, auch wenn man es manchmal nicht glauben mag (z.B. Klimaverhandlungen….). Die mit der Agenda 2000 eingeleitete internationale Nachhaltigkeitsdiskussion hat in vielen Ländern und Sachgebieten Ihren Niederschlag gefunden, in Deutschland in der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie. Sie beschreibt auf ca. 300 Seiten Leistungen und Schwächen, die sie aus meiner Sicht „verniedlichend“ als Optimierungspotentiale darstellt. (Man kann sich an anderer Stelle kritisch darüber unterhalten). Dennoch halte ich die NNS für ein weiter entwickelbares gesellschaftpolitisches Instrument, deren erfolgreicher Einsatz von der Teilnahme aller gesellschaftlichen Gruppen abhängt. Ich denke die NNS enthält auch verschiedene von Dir angesprochenen Element (Flächenverbrauch…). Die Geschwindigkeit der Umsetzung von in der NNS genannter Maßnahmen halte ich für zu gering, deshalb mein bescheidener Versuch der Teilnahme im Blog, Foren, facebook und in direkten Kommunikationen.
Vielleicht wolltest Du das alles nicht wissen? Aber ohne dieses knapp beschriebene übergeordnete Gedankenmodell macht z.B. eine PSM-„Grenzwertdiskussion“ aus meiner Sicht kaum Sinn. Auf die entsprechenden Ergebnisse im Forum hast Du hingewiesen.
In der NNS spielt auch die LW eine wesentliche Rolle. Sie war für mich der Einstieg in die Nachhaltigkeitsthematik. So bin ich hier gelandet. Demnächst werde ich meine Gedanken über das Verhältnis der LW zu anderen gesellschaftlichen Gruppen in einem Aufsatz darstellen. Das Verhältnis wird m.E. von zahlreichen Missverständnissen bestimmt.
Du hast verschiedene Aspekte angedeutet. Ich will kurz auf die Frage eines alternativen Wirtschaftssystems eingehen. Ich nehme seit Herbst 2013 als Gasthörer an VWL-Vorlesungen an der Uni-HH teil. Nach meinem Eindruck gehen große Teile der Wissenschaft spätestens seit der Finanzkrise 2008 davon aus, dass die konservativen Wirtschaftsmodelle (Grundlagen politischer Entscheidungen) die wirtschaftlichen Abläufe nicht mehr ausreichend genau abbilden. Der Grund dafür liegt in den wirtschaftstheoretischen Annahmen (Gleichgewicht Angebot/Nachfrage, allseitige Verfügbarkeit von Information…), die nicht mehr erfüllt sind.
Die Entwicklung der weltweit unterschiedlichen Wirtschaftsysteme gestaltet sich als Prozess, dessen Ergebnisse heute nicht vorhergesagt werden können. Wesentliche Elemente dürften in der Einpreisung knapper Ressourcen und des Umweltverbrauches bestehen. Wirtschaftswachstum und der Begriff „Suffizienz“ wird eine andere Rolle spielen. Ich erwarte mittelfristig höhere Energiepreise. Der Prozess dürfte entscheidend von dem Bildungsniveau der Bürger abhängen.
Das ist Dir vielleicht zu wenig und nicht konkret genug. Mir auch. Aber nenne mir jemand der eine erschöpfende Antwort hat. Das Positive ist: Wir (Bürger/Verbraucher) können den Prozess mitgestalten, das war früheren Generationen nicht möglich. Unsere heutigen Entscheidungen haben, aufgrund unserer technischen Möglichkeiten, Einfluss auf die Entwicklung der nächsten 300 Jahre (hab ich irgendwo gelesen). Grund genug, um über die eigenen Ansprüche nachzudenken. Tun wir das hier?!
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Re: Protest gegen Neonicotinoide

Beitragvon Manfred » Sa Sep 06, 2014 14:57

Die kanadischen Imker verklagen Bayer und Syngenta auf 450 Mio. $ Schadenersatz:
http://rt.com/news/185024-canada-beekeepers-lawsuit-pesticides/
"The man who reads nothing at all is better educated than the man who reads nothing but newspapers." Thomas Jefferson
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Re: Protest gegen Neonicotinoide

Beitragvon germane » Sa Sep 06, 2014 15:27

Pevo hat geschrieben: Das Positive ist: Wir (Bürger/Verbraucher) können den Prozess mitgestalten, das war früheren Generationen nicht möglich. Unsere heutigen Entscheidungen haben, aufgrund unserer technischen Möglichkeiten, Einfluss auf die Entwicklung der nächsten 300 Jahre (hab ich irgendwo gelesen). Grund genug, um über die eigenen Ansprüche nachzudenken. Tun wir das hier?!


Das wird ein Problem werden.Es werden immer mehr Leute die keine Ahnung haben mitreden wollen :klug: .Die Politik wird mit Populismus reagieren.
Momentan,habe ich gelesen,entwickeln sich autoritär geführte Staaten besser als demokratische.
Autoritäre Führung ist ja auch natürlicher!
Man wird die ganze Zeit brauchen um sich zu informieren.Zum Arbeiten kommt man nicht mehr. :lol:
Und ärgern werden sich die Leute müssen und Angst werden sie haben(z.B.vor der Gentechnik).
Das Volk der Ukraine verteidigt die Ausbeutung Europas durch die Amerikaner
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Re: Protest gegen Neonicotinoide

Beitragvon Hoshi » Sa Sep 06, 2014 17:08

Manfred hat geschrieben:Die kanadischen Imker verklagen Bayer und Syngenta auf 450 Mio. $ Schadenersatz:
http://rt.com/news/185024-canada-beekeepers-lawsuit-pesticides/


Man sollte lieber die Imker verklagen. Da sie ihren Bienen nicht genug Nahrung selber zur verfügung stellen so das sie zum Landwirt fliegen müssen um nicht zu verhungern. Wie gross wäre wohl der aufschrei wenn der Bauer seine Kühe zur futtersuche in Garten vom Nachbar schicken würde.
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Re: Protest gegen Neonicotinoide

Beitragvon Todde » Mi Mär 18, 2015 23:09

Imidacloprid stellt kein Problem da.


The insect-killer, imidacloprid, when applied at “realistic” levels doesn’t harm honeybee colonies, according to the three-year study published Wednesday in the peer-reviewed journal PLOS ONE.


http://www.bloomberg.com/news/articles/ ... ony-deaths


Da passt dann auch das zu:


EIN KATASTROPHEN JA WOHL NICHT NUR FÜR DIE BIENE
Werner von der Ohe, Leiter des Instituts für Bienenkunde in Celle, beschwört in diesem Artikel des Hamburger Abendblatts ein Katastrophenjahr für unsere Bienenvölker und das obwohl seit der letzten Aussaat die Anwendung von neonicotinoiden Beizen verboten ist. Der Grund für dieses Massensterben der Bienen ist die Varoa-Milbe, welche sich durch den milden Winter sehr gut habe entwickeln können.


http://www.landblogger.de/ein-katastrop ... die-biene/
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Re: Protest gegen Neonicotinoide

Beitragvon LUV » Do Mär 19, 2015 13:10

https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/ ... 26258.html

Wie kommen die Imker eigentlich immer auf die hohe Abhängigkeitszahl für die Ernährung der Menschheit...sind die wirklich so dämlich?
Du bist wirklich dämlicher als ich dachte! :lol: :lol: (Bauer Piepenbrink)
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Re: Protest gegen Neonicotinoide

Beitragvon Piet » Do Mär 19, 2015 17:57

Und auch der Einstein muss wieder herhalten. Wenn er das wüsste...
http://www.jagtnorden.de
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Re: Protest gegen Neonicotinoide

Beitragvon LUV » Do Mär 19, 2015 18:02

Piet hat geschrieben:Und auch der Einstein muss wieder herhalten. Wenn er das wüsste...


Bis auf die Aussagen der Imker und die Interpretation des Einsteinzitats war der Beitrag auch gar nicht so schlecht.....zeigt er doch wie "hochgezüchtete" Turbobienen nicht mehr mit der Umwelt zurecht kommen. Witzig auch die Profitgier der Imker, die auf Einkommen verzichten müssen, weil ihre Welternährer nicht so richtig in Trab kommen.
Du bist wirklich dämlicher als ich dachte! :lol: :lol: (Bauer Piepenbrink)
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