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Typische Fruchtfolge in einer bio-veganen Welt?

Hier kann man über aktuelle Themen aus den Medien und Allgemeines der Landwirtschaft diskutieren.
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73 Beiträge • Seite 1 von 5 • 1, 2, 3, 4, 5
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Typische Fruchtfolge in einer bio-veganen Welt?

Beitragvon Harald » Fr Jun 22, 2012 9:23

Die bio-vegane Religionsgemeinschaft wird durch immer neue Horrorgeschichten über Tierhaltung und konventionelle Landwirtschaft gestärkt. Aber ist in der heutigen Gesellschaft eine bio-vegane Landwirtschaft jenseits der Eigenbedarfs-Produktion überhaupt denkbar?

Mal abgesehen von Nährstoffentzugs-Problematik sowie betriebs- und volkswirtschaftlichen Kalkulationen, ist mir als konventionell wirtschaftenden Landwirt nicht klar, wie denn eine typische Fruchtfolge aussieht, die deren Vorstellungen zumindest nahekommt:
  • Anbau ausschließlich von lebensmitteltauglichen Feldfrüchten bzw. von Gründüngung
  • Kein Futtergetreide
  • Auch Nebenprodukte sind einer moralisch einwandfreien Verwendung zuführbar
  • Bioenergie-Erzeugung nur aus „Reststoffen“ (z.B. Grünlandaufwuchs)
  • Kein organischer Dünger aus der Tierhaltung (Klärschlamm sowieso nicht)
  • Kein synthetischer Dünger
  • Kein chemischer Pflanzenschutz
  • Anbau + Vermarktung im großen Stil möglich; die bio-vegane Welt will schließlich ernährt sein
  • Keine Nischenprodukte (was heute noch Nischenprodukt ist, muss es allerdings in einer bio-veganen Welt nicht mehr sein...)
  • Kein großflächiger Anbau zur Erzeugung von Biokraftstoffen
  • Möglichst hoher Nachhaltigkeitsfaktor
Welche Ideen (oder gar Erfahrungswerte :shock: ) habt Ihr dazu?


Vermutlich will auch der Hardcore-Bioveganer zukünftig nicht auf Brot usw. verzichten, also sollte mit der Fruchtfolge auch backfähiges Getreide entsprechend den Anforderungen des „verwöhnten“ Verbrauchers erzeugbar sein.
In der konv. Landwirtschaft wird dies v.a. über entsprechenden Fungizideinsatz und eine relativ hohe Spätdüngung erreicht. Fungizide mögen in einer aufgelockerten Fruchtfolge verzichtbar sein.
Aber wie ersetze ich die gezielte Spätdüngung?
Schließlich ist nicht einmal mehr das bewährte Hornmistpräparat verfügbar :twisted:

Gruss
H
Ich fordere den sofortigen Rücktritt der Bauernverbandspräsidenten Joachim Ruckwied (DBV) und Walter Heidl (BBV).
Beide sind unfähig, die Bauern ihres Verbandes in der Öffentlichkeit zu vertreten.
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Re: Typische Fruchtfolge in einer bio-veganen Welt?

Beitragvon SHierling » Fr Jun 22, 2012 10:19

Schöne Frage. Darauf bekomm' ich schon seit Jahren keine Antwort, und das beste, was man erwarten kann, ist die Sorte Einstellung "ICH muß das nicht wissen, ich bin ja (setze jeden Beruf ohne Naturwissenschaften ein)." und "Du bist der Landwirt, und mußt Dich nach dem Verbraucher richten, also mach mal". Die einzig "funktionierende" biovegane Produktion, die mir bekannt ist, ist die der Sekte "Universelles Leben", die machen "friedfertigen Landbau" , beuten den Boden aus und arbeiten mit Sklaven.
Ich esse Fleisch, und ich weiß, warum.
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Re: Typische Fruchtfolge in einer bio-veganen Welt?

Beitragvon Jochens Bruder » Fr Jun 22, 2012 11:26

Nach den Vorstellungen der doppelverdienenden, verbeamteten Biofreaks liegt das Bio-Paradies in den ärmsten Gegenden Afrikas. Dort betreiben die Kleinbauern vorbildliche Bio-Landwirtschaft: Eigenes traditionelles Saatgut, kein Kunstdünger, keine Pestizide, keine Maschinen, keine Bankkredite.

Na gut, die ernten dann statt 10 nur 0,5 Tonnen pro Hektar, kommen auf ein Jahres-Familieneinkommen von 300 € und liegen mit 40 in der Kiste.

PS: Wer in diesem Kommentar Sarkasmus findet darf ihn behalten.
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Re: Typische Fruchtfolge in einer bio-veganen Welt?

Beitragvon forenkobold » Fr Jun 22, 2012 11:31

Harald hat geschrieben:Welche Ideen (oder gar Erfahrungswerte :shock: ) habt Ihr dazu?


Gruss
H


Muß man Ideen für ein Perpetuum Mobile haben, obwohl man weiß, dass das nie und nimmer funktioniert? Ich spare mir meine bescheidene Kreativität für Sinnvolles auf.
Lieber garkeine Signatur als ne doofe....
OHHPSS.. zu spät
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Re: Typische Fruchtfolge in einer bio-veganen Welt?

Beitragvon forenkobold » Fr Jun 22, 2012 11:34

Jochens Bruder hat geschrieben:Nach den Vorstellungen der doppelverdienenden, verbeamteten Biofreaks liegt das Bio-Paradies in den ärmsten Gegenden Afrikas. Dort betreiben die Kleinbauern vorbildliche Bio-Landwirtschaft: Eigenes traditionelles Saatgut, kein Kunstdünger, keine Pestizide, keine Maschinen, keine Bankkredite.

Na gut, die ernten dann statt 10 nur 0,5 Tonnen pro Hektar, kommen auf ein Jahres-Familieneinkommen von 300 € und liegen mit 40 in der Kiste.

PS: Wer in diesem Kommentar Sarkasmus findet darf ihn behalten.


Sieh an, sieh an... manchmal zeigst du ja tatsächlich Durchblick... :prost:
Lieber garkeine Signatur als ne doofe....
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Re: Typische Fruchtfolge in einer bio-veganen Welt?

Beitragvon Harald » Fr Jun 22, 2012 11:46

forenkobold hat geschrieben:Muß man Ideen für ein Perpetuum Mobile haben, obwohl man weiß, dass das nie und nimmer funktioniert?


Nein. Aber die Fragestellung zielt auch nicht darauf ab:
Harald hat geschrieben:wie denn eine typische Fruchtfolge aussieht, die deren Vorstellungen zumindest nahekommt

Harald hat geschrieben:
  • Möglichst hoher Nachhaltigkeitsfaktor

100% ige Nachhaltigkeit ist freilich utopisch...
Ich fordere den sofortigen Rücktritt der Bauernverbandspräsidenten Joachim Ruckwied (DBV) und Walter Heidl (BBV).
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Re: Typische Fruchtfolge in einer bio-veganen Welt?

Beitragvon Biohias » Fr Jun 22, 2012 11:49

Soviel zum Sommerloch :D
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Re: Typische Fruchtfolge in einer bio-veganen Welt?

Beitragvon Jochens Bruder » Fr Jun 22, 2012 14:10

Eine Frage würde mich ernsthaft interessieren: Was macht ein Biobauer bei Schädlingsbefall, wenn die Bio-Methoden wirkungslos bleiben?

A: Läßt er die Ernte auf dem Feld verderben?

B: Spritzt er doch Chemie und verkauft die Ernte als Konvi?

C: Spritzt er Chemie und hofft dass es nicht auffällt?

Oder gibt es noch einen Plan D?
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Re: Typische Fruchtfolge in einer bio-veganen Welt?

Beitragvon Jochens Bruder » Fr Jun 22, 2012 14:13

Jupp1303 hat geschrieben:... ich glaube man sollten den Veganern soviel Bedeutung wie sie haben : in der praktischen Welt gar keine, wenn auch in den bevölkerungsarmen reichen Industriestaaten ein klein wenig mehr. In den BRIC Staaten schon mal gar keine.


Doch, dort gibt es massenhaft Veganer. Allerdings nicht aus Überzeugung oder Gründen der Weltrettung, sondern weil kein Geld vorhanden ist um Fleisch zu kaufen. Diese armen Leute müssen sich durch die westlichen Veganer hochgradig verarscht vorkommen.
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Re: Typische Fruchtfolge in einer bio-veganen Welt?

Beitragvon Ulikum » Fr Jun 22, 2012 15:47

Jochens Bruder hat geschrieben:Eine Frage würde mich ernsthaft interessieren: Was macht ein Biobauer bei Schädlingsbefall, wenn die Bio-Methoden wirkungslos bleiben?

A: Läßt er die Ernte auf dem Feld verderben?

B: Spritzt er doch Chemie und verkauft die Ernte als Konvi?

C: Spritzt er Chemie und hofft dass es nicht auffällt?

Oder gibt es noch einen Plan D?


gibt es nicht,

da die Pfanzen gesund ernährt werden und nicht im Nitrat Rausch wachsen, sind sie auch weniger anfällig gegen Schädlinge.
Auch breiten sich Schädlinge besonders gerne in Monokulturen aus, aber solche habe ich bei Betrieben die nach der Richtlinien der EG-Öko-Verordnung produzieren noch nicht wirklich gesehen.
Für das, was ich schreibe bin Ich verantwortlich.!
Nicht für das, was Du verstehst!
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Re: Typische Fruchtfolge in einer bio-veganen Welt?

Beitragvon SHierling » Fr Jun 22, 2012 15:49

gibt es nicht,

da die Pfanzen gesund ernährt werden und nicht im Nitrat Rausch wachsen, sind sie auch weniger anfällig gegen Schädlinge.
Auch breiten sich Schädlinge besonders gerne in Monokulturen aus, aber solche habe ich bei Betrieben die nach der Richtlinien der EG-Öko-Verordnung produzieren noch nicht wirklich gesehen.



Erstaunliche Hypothese. Demnach gäbe es im gesamten natürlichen Umfeld keine Schädlinge?
Wie funktioniert Deiner Meinung nach die Natur denn dann? Und - woher kommen die Schädlinge?
(ich verzichte auf die Hypothese, daß die normalen Bauern sie mit Flugzeugen abwerfen wie weiland die Kartoffelkäfer)



Du fällst da grade auf die selben Irrtümer rein, die die Bio-Forschung schon im Bereich Tier jede Menge sinnlos verbratenes Geld gekostet haben: Du übersiehst die natürliche Selektion.
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Re: Typische Fruchtfolge in einer bio-veganen Welt?

Beitragvon Jochens Bruder » Fr Jun 22, 2012 17:41

Wir haben ja nun schon jede Menge Experimente durchgeführt bei denen es bio- und konvi Methoden zum Vergleich gab. Ich versuche die Ergebnisse kurz und pauschaliert darzustellen: Wenn es bei einer Pflanze 5 verschiedene Schädlinge/Krankheiten gibt dann kamen bei konvi davon 4, bei bio nur 1-2, nie aber null, vor. Es musste immer gegen eine Sache gespritzt werden, bei bio eben nur weniger.
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Re: Typische Fruchtfolge in einer bio-veganen Welt?

Beitragvon automatix » Fr Jun 22, 2012 18:50

Grünland - das ist die Lösung - und die Veganer schicken wir gleich raus zum Grasen, der Landwirt verlangt nur noch eintritt und gut ist.
Im Winter müssen sie dann zwar Hungern, aber ich bin sicher, das Opfer sind sie bereit zu bringen...
Badaboom
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Re: Typische Fruchtfolge in einer bio-veganen Welt?

Beitragvon Harald » Fr Jun 22, 2012 20:43

Biohias hat geschrieben:Sinnvolle FF Bio ohne Tiere gibt es nicht.

Warum?
Oder doch eher so:
Sinnvolle FF Bio ohne Tiere ist schwieriger als mit Tieren.
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Re: Typische Fruchtfolge in einer bio-veganen Welt?

Beitragvon SHierling » Fr Jun 22, 2012 20:51

Bio war eigentlich mal dazu gedacht, möglichst viel Rückführung zu haben, und so nah wie möglich an den natürlichen Stoffkreisläufen und an einem geschlossenen System zu arbeiten. Und das geht nun mal nicht ohne Tiere. Das hat nichts mit "schwierig" zu tun, im Gegenteil: reiner Ackerbau mit Mineraldünger ist bequem und braucht weniger Sachkunde, machst Du paar Untersaaten, bißchen Zwischenfrucht, fertig. Mit "Bio" im Sinne von "nachhaltig" , "sinnvoll" und "biologienah" hat das dann aber nichts zu tun, es gibt kein Ökosystem ohne Tiere, genausowenig wie es irgendeine Art von "Bioveganer Welt" gibt, der Begriff "biovegan" ist doch schon ein Widerspruch in sich.
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