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Unsere Schuld?

Hier hat alles Platz was mit Agrarpolitik und drumherum zu tun hat.
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Re: Unsere Schuld?

Beitragvon elchtestversagt » Di Nov 25, 2014 12:03

Ihr wisst aber schon,dass wir nur den Abfall des Sojas ( hier das Schrt) verwerten...
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Re: Unsere Schuld?

Beitragvon borger » Di Nov 25, 2014 12:56

Franz Henneken hat geschrieben:Da ist nur ein Problem: Wenn ein Unternehmen, allen voran der Glyphosat-Erfinder Monsanto, ein Produkt verkaufen will, dann steht erst einmal der Profit oben an, nicht das Wohl der Allgemeinheit. Man sieht es auch an anderen Unternehmen, dass da ab und zu fast schon kriminelle Energien freiwerden, um das Produkt möglichst hoch zu boosten.

Monsanto hat Glyphosat weder erfunden noch ein Monopol darauf, dass Patent ist lange abgelaufen und der größte Teil kommt heute als Billignachbau auch China. Was verdient Monsanto daran?

Dann die „guten“ Alternativen zu Glyphosat: Mechanische Unkrautentfernung, tief pflügen, endlos grubbern oder abflammen.
Ja, genau davor wird im Zusammenhang mit Bodenerosion ständig gewarnt. Was ist denn nun richtig?
Dann die unnötige Luftverschmutzung durch verbrennen fossiler Brennstoffe: Laut WHO sterben jährlich 7 Mio. Menschen an den Folgen von Luftverschmutzung – warum wird die hier als „Heilmittel“ empfohlen?

Franz Henneken hat geschrieben:Ich komme selbst aus der Landwirtschaft, habe im Bekanntenkreis und in der Verwandtschaft viele aktive Landwirte. Auch sie sind in vielen Punkten meiner Meinung. Sie sind voll dagegen, dass nur stetiges Wachstum die einzige Existenzgrundlage sein soll, sie sind gegen die totale Abhängigkeit von Kammern und Konzernen, die Hand in Hand arbeiten. Sie sind gegen immer niedrigere Gewinne und immer höhere Ausgaben.


Ja wenn ihr euch da so einig seit, warum lebt ihr nicht einfach ohne Wachstum? Mir fällt gerade kein Gesetz ein, welches Wachstum zwingend vorschreibt. Problematisch wird es nur, wenn die eigenen Ansprüche wachsen. Will, dann ist schon Wachstum nötig um die eigenen Ansprüche zu erfüllen.
Franz Henneken hat geschrieben:Ich stimme durchaus zu, dass die mit weitem Abstand meisten Leute von Greenpeace noch nie nur ein Korn geerntet haben. Soll das aber die Aberkennung von Kompetenzen sein?

Greenpeace und Konsorten verfügen über sehr viel Geld, sie wähnen sich zudem im Besitz des Wissens um eine bessere Landwirtschaft. Warum führen sie die nicht in einem gläsernen Betrieb vor?

Franz Henneken hat geschrieben:Denkt doch mal weiter und vor allem ohne Scheuklappen um die Ecke. Ist es denn nicht so, dass dank billigen Soja wir billiges Schweinefleisch produzieren können?

Wer hatte noch mal Schweine und Hühner unter dem Vorwand „BSE“ zwangsvegetarisiert? Der Sojabedarf ist dadurch sprunghaft angestiegen. Wer von diesen Plänen rechtzeitig wusste, konnte mit diesem Wissen sicher viel Geld verdienen.
Ansonsten ist Schweinefleisch nur ein Produkt wie alle anderen auch und wird der Nachfrage entsprechend hergestellt. Klar, dafür werden Ressourcen verbraucht, aber das unterscheidet sich nicht von anderem Ressourcenverbrauchen. Ein Veganer im SUV ist auch kein Segen für die Umwelt.
Franz Henneken hat geschrieben:Man sollte mal so langsam anfangen, frei zu denken, ohne gleich sich um Abhängigkeiten Sorgen zu machen.

Genau! Wem nutzen diese ständigen Schmutzkampagnen gegen die Landwirtschaft?
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Re: Unsere Schuld?

Beitragvon Todde » Di Nov 25, 2014 13:19

Franz Henneken hat geschrieben:Ich sehe es nur so: Gifte sind Gifte.


Dann verzichtest Du hoffentlich auf Kaffee und sonstiger recht toxinhaltige Produkte.

Und wenn schon, davon erfuhr ich schon vor zwei oder drei Jahren, in einigen Teilen der Welt Spritzmittel verwendet werden, die im Prinzip nichts anderes sind, als Agent Orange während des Vietnam-Kriegs, dann ist irgendwo ganz schwerwiegend ein Damm gebrochen.

Wasser war auch ein Teil von Agent Orange.

Und Deutschland ist ein Teil vom 2,4D Komplott? Wir spritzen das hier seit Jahrzehnten, auch waren Deutsche Firmen ebenso an der Produktion, wie auch Monsanto beteiligt.
Das Dioxin und das Ausbringen von 100Millionen Litern des AO waren sicher nichts, was die Armee hätte machen sollen, ebenso uranhaltige Geschosse abschießen etc.
Da würde ich die Landwirtschaft aber raushalten.

monsanto-s-2-4-d-agent-orange-tolerant-corn


Hat Monsanoto überhaupt 2,4D tolerante Kulturen im Angebot? Mir war nur Dicamba bekannt.
Die Technologie stammt von DowAgro. Monsanto hört sich aber besser an in einer Diskussion.
Europäische Unternehmen nutzten die 2,4D Technologie

Wenn aber die Vergiftung von Umwelt und Menschheit hingenommen wird

Interessiert es wen in Deutschland, was alles so durch die Kläranlagen in die Umwelt entlassen wird?
Warum wird nicht so stark gegen die Textilindustrie vorgegangen, wo nachweislich Menschen durch die Färbung zu schaden kommen?

Wo bleibt diese Ansicht der Medien und NGOs, wenn das neue IPhone auf den Markt kommt? In China werden für die ganze Regionen vergiftet.


als unvermeidlich oder Rechtfertigung für den Aufschwung vor allem beim Fleischverzehr in China, solllte man allen Aufschwung in Frage stellen. Wer soll dann noch Nutznießer sein, wenn solche Folgen auftreten? Wer drängt überhaupt darauf, so einen vergifteten Aufschwung durchzuziehen?


Anstatt immer alles durcheinander und in einen Topf zu werfen, sollte man schon so einiges differenzieren.
Argentinien wäre ohne Soja wahrscheinlich im Bürgerkrieg gelandet, sind die Toten zu rechtfertigen?

Unsachgemäße Anwendung von Spritzmitteln können zu Schäden führen,
warum spielt man lieber die GVO-Karte anstatt das Problem wirklich anzugehen und dort den Einsatz von PSM sicherer zu machen?
Warum werden keine andere Möglichkeiten in Betracht gezogen?
Wieso wird nicht mehr wert darauf gelegt, dass der Einsatz von Flugzeugen verringert oder eventuell eingestellt wird in der PSM-Anwendung? Kleine Schritte, die mehr bewirken wie alles andere.
Warum geht man nicht auf die Insektizide ein? Nee - nachher kommt noch das globale Ungeheuer Monsanto und bringt Intakta.
Wie hoch ist in Argentinien der illegale Einsatz von nicht erlaubten Mitteln?
Warum holen Menschen in alten Spritzmittelkanistern aus nicht trinkwasserfähigen Brunnen ihr Trinkwasser?

Soja und Gentechnik sind in Argentinien nicht das Problem, aber es lässt sich klasse vermarkten,
das kann man dann auch gleich auf die hiesige Nutztierhaltung anwenden...

Soja -> Öl, übrig bleibt Tierfutter.
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Re: Unsere Schuld?

Beitragvon Franz Henneken » Di Nov 25, 2014 13:38

@ borger und todde:

Der Kaffee ist ausgezeichnet, nur kommt bei mir der Öl- äääh Blutdruck auf Sollwert und gut. Im Prinzip nimmt man schon Spuren diverser Gifte zu sich, täglich. Nur, wie Paracelsus schon sagte, die Menge macht es.

Aber prima, wenn sich hier einige so viruos mit Giften auskennen, sind wohl keine Spuren in der Welt, sondern eher festgefahrene Böden. Was Textilien und dieser Smartphone-Quatsch angeht, stehe ich dem auch kritsch bis ablehnend gegenüber. Von den Gefahren wie extreme Vergiftungen ganzer Regionen ist mir schon einiges bekannt. Ich selbst habe nur ein einfaches Bauern-Handy, kein Smartphone. Auch bei Kläranlagen geht noch viel zu viel durch die Latten, auch da müsste was getan werden.

Wer weiß, wo Argentinien ohne Soja geblieben wäre. Fest steht aber anhand der Medien, wo es heute ist: In der beginnenden Vergiftung. Was unsachgemäßer Gebrauch von Chemikalien angeht, weiß man in ärmeren Ländern ein Lied zu singen. Dort werden ungelernte Arbeiter mit dem Mischen und Abfüllen von Spritzmitteln angesetzt, ohne jede Schutzkleidung, weil sie den Auftragsgebern zu teuer ist.

Mehr später!

Gruß - Franz
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Re: Unsere Schuld?

Beitragvon germane » Di Nov 25, 2014 13:46

Franz Henneken hat geschrieben:
Ich stimme durchaus zu, dass die mit weitem Abstand meisten Leute von Greenpeace noch nie nur ein Korn geerntet haben. Soll das aber die Aberkennung von Kompetenzen sein? Und NGO sollten sich tunlichst von Übertreibungen und Verzerrungen jeglicher Art hüten, sondern wie eine gute und unabhängige Tageszeitung über echte Vorgänge berichten, aber auch den Finger in die Wunde legen.


Die Kompetenz der NGOs bezweifliche wirklich.Eigentlich haben die doch nur die Kompetenz gesammelten Pressewissens.Am Ergebnisse aus Versuchen,Auswertungen......von Unis,Instituten,....kommen die doch nicht ran.
Und wenn igendwo ein Argument auftaucht mit dem man Geld und Macht generieren kann,hört man sofort zu denken auf und macht Skandale.Die Realität interessiert da niemanden mehr.

Wenn Greenpeace die Situation der Leute in Argentinien verbessern will,dann sollen sie sich ans dortige Government wenden und nicht Monsanto zum modernen Juden machen.
Wenn ein Anwohner von einem Sojafeld krank wird kann das ja auch andere Ursachen haben.Z.B:Alkohol,Rauchen,Fehlernährung,Medikamente,...!
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Re: Unsere Schuld?

Beitragvon Todde » Di Nov 25, 2014 13:53

Franz Henneken hat geschrieben:Wer weiß, wo Argentinien ohne Soja geblieben wäre. Fest steht aber anhand der Medien, wo es heute ist: In der beginnenden Vergiftung.


Ja unsere Medien, die stellen so einiges fest. Die Hilfe der GreenNGOs ist für die auch hilfreich.
Wissenschaft und Fakten braucht man bei dem Thema nicht, denn der Glaube ist stärker!

Da spielt das völlig sinnlose Vermischen von Faktoren keine Rolle, am Ende muss das rauskommen was sich verkaufen lässt
und das ist nun mal Monsanto, Gentechnik und RoundUp, neu in das Gemenge kommt nun 2,4D hinzu.
Die Welt lässt sich eigentlich immer recht einfach erklären, das konnte die katholische Kirche vor hunderten von Jahren schon.
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Re: Unsere Schuld?

Beitragvon Pulsator » Di Nov 25, 2014 14:16

ich stelle die unsachgemäße anwendung von pflanzenschutzmitteln in weiten regionen der welt gar nicht in frage...ich frage mich nur ständig, was wir und die deutsche landwirtschaft damit zu schaffen haben. sind denn deren regierungen völlig frei von verantwortung? müssen wir denn sowohl die ukraine, syrien, den sudan, japan, griechenland usw. retten und nun auch noch argentinien, brasilien und andere südamerikanische staaten? hat mich schon bei bangladesh genervt, dass wir für deren brandschutz verantwortlich sein sollen....am besten wir erklären uns für alles schlechte der welt verantwortlich und schaffen deren regierungen ab, ...noch besser, wir lassen uns die länder übereignen, dann herrscht endlich recht und ordnung in der welt. n8
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Re: Unsere Schuld?

Beitragvon Welfenprinz » Di Nov 25, 2014 14:39

Der Siegeszug des Soja,man werfe einen Blick in die Anbaustatistiken,begann vor ca 50 Jahren.
Weil es das ernährungsphysiologisch optimale pflanzliche Eiweissfutter für Nutztiere ist. Und es hat bei unseren Alten ,der "natürlichen" Landwirtschaft aus idyllischen Zeiten Eiweissträger tierischer Herkunft verdrängt,Fischmehl,Fleischmehl,Magermilch. Nicht etwa "heimische Leguminosen",die sind nämlich Scheissfuttermittel.
Nicht von ungefähr sind es ja die Bioverbände,die eine treibende Rolle bei dem widernatürlichen Versuch spielen die Kurztagspflanze Soja hier zu etablieren. Auch Bioschweine wachsen schlecht von heimischen Leguminosen.
Und solange die Nutztierbestände in der Welt anwachsen wird auch die Sojaanbaufläche anwachsen. Ob in Argentinien oder anderswo.
Norden, Süden, Westen, Osten, schöne Welt, doch voller Pfosten.
Pfosten, die die Zäune halten, Zäune, die die Menschen spalten.
Hoffnung bleibt, dass diese Pfosten eines Tages mal verrosten.
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Re: Unsere Schuld?

Beitragvon borger » Di Nov 25, 2014 15:07

Franz Henneken hat geschrieben:
Wer weiß, wo Argentinien ohne Soja geblieben wäre. Fest steht aber anhand der Medien, wo es heute ist: In der beginnenden Vergiftung. Was unsachgemäßer Gebrauch von Chemikalien angeht, weiß man in ärmeren Ländern ein Lied zu singen. Dort werden ungelernte Arbeiter mit dem Mischen und Abfüllen von Spritzmitteln angesetzt, ohne jede Schutzkleidung, weil sie den Auftragsgebern zu teuer ist.


Ich war nie in Argentinien und kann deshalb die dortigen Verhältnisse nicht beurteilen – die sehr eingeschränkte Glaubwürdigkeit unserer Qualitätsmedien aber schon.
Ungeachtet aller möglichen Missstände dort habe ich dann starke Zweifel, dass Mittel, die hier nicht den geringsten Schaden anrichten, dort gleich massenhaft Menschen schädigen.
Wenn ich dann noch lese, dass die Geschädigten mit der Herstellung von Holzkohle ihren Lebensunterhalt verdienen – klingelt da wirklich Nix??
Biomasse, unvollständige Verbrennung unter Sauerstoffmangel ergibt eine ganze Reihe natürlicher Giftstoffe: Kohlenmonoxid, Methan, Formaldehyd, Methanol. Also wenn die da keine Superanlage haben, dann sind sie diesen Giften ständig schutzlos ausgeliefert.
Aber die Süddeutsche ist sicher, diese Gifte sind völlig harmlos – sämtliche Vergiftungen sind auf Glyphosat zurückzuführen. Genau so kennt man unsere Qualitätsjournaille.

Und Agent Orange: Da war doch reichlich Dioxin drin, gibt es tatsächlich heute noch ein zugelassenes Pflanzenschutzmittel mit reichlich Dioxin drin? Wenn nicht, wie kann es dann das Gleiche sein?
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Re: Unsere Schuld?

Beitragvon Franz Henneken » Di Nov 25, 2014 15:42

borger hat geschrieben:
Franz Henneken hat geschrieben:
Wer weiß, wo Argentinien ohne Soja geblieben wäre. Fest steht aber anhand der Medien, wo es heute ist: In der beginnenden Vergiftung. Was unsachgemäßer Gebrauch von Chemikalien angeht, weiß man in ärmeren Ländern ein Lied zu singen. Dort werden ungelernte Arbeiter mit dem Mischen und Abfüllen von Spritzmitteln angesetzt, ohne jede Schutzkleidung, weil sie den Auftragsgebern zu teuer ist.


Ich war nie in Argentinien und kann deshalb die dortigen Verhältnisse nicht beurteilen – die sehr eingeschränkte Glaubwürdigkeit unserer Qualitätsmedien aber schon. . .


Ich war auch noch nie dort, muss mich also ebenfalls auf die Medien verlassen können.

Anhand der Übermacht der Medien, die nur die Erfolgsstories des Fortschritts bringen, können sich solche anderen wie die von Greenpeache, campac oder attac keinen größeren Schnitzer erlauben, ohne gleich am Ende zu sein.

Und eins ist doch wohl klar: Was dem Profit schadet, wird weggelassen, egal wo. So ist es auch in der Textilbranche: Weil in Indien die Arbeiter so fürchterlich billig sind, brauchen sie keine Schutzkleidung und stampfen barfuß ich Chemiebrühen herum, damit unsere Jeans optisch schick daherkommen. Wenn einer von denen vor die Hunde geht - egal, es wartet schon der nächste für denselben Job. Von Seiten der Arbeit sind Alternativen nicht vorhanden, die Familie will aber was zu essen haben.

Dieser Druck ist aber immer größer, je weiter der oberste Chef von den untersten Tagelöhnern entfernt ist. Und wer dem Druck entgehen will, muss zusehen, dass irgendeine armseelige Tätigkeit da ist, um wirtschaftlich über die Runden zu kommen. Und sei es nun einmal Holzkohle zu machen, allen Folgen zum Trotz. Die Handvoll Industriearbeitsplätze in Argentinien sind schon längst vergeben, Landarbeiter brauchen da nicht mehr anzuklopfen.

Welfenprinz hat geschrieben:
Der Siegeszug des Soja,man werfe einen Blick in die Anbaustatistiken,begann vor ca 50 Jahren.
Weil es das ernährungsphysiologisch optimale pflanzliche Eiweissfutter für Nutztiere ist. Und es hat bei unseren Alten ,der "natürlichen" Landwirtschaft aus idyllischen Zeiten Eiweissträger tierischer Herkunft verdrängt,Fischmehl,Fleischmehl,Magermilch. Nicht etwa "heimische Leguminosen",die sind nämlich Scheissfuttermittel.
Nicht von ungefähr sind es ja die Bioverbände,die eine treibende Rolle bei dem widernatürlichen Versuch spielen die Kurztagspflanze Soja hier zu etablieren. Auch Bioschweine wachsen schlecht von heimischen Leguminosen.
Und solange die Nutztierbestände in der Welt anwachsen wird auch die Sojaanbaufläche anwachsen. Ob in Argentinien oder anderswo.


Mag sein, dass Soja so toll ist. Aber darauf gleich ganze Volkswirtschaften aufbauen? Wie viel Fleisch haben "wir" vor 80 Jahren oder so gegessen? Wohl nicht jeden Tag zwei Schnitzel plus ein Pfund Aufschnitt. Da waren die Schweine auch erst nach rund drei Jahren fett, nicht in wenigen Monaten. Aber bei den in meinen Links aufgeführten Nebenerscheinungen sollte man mal klar den global immer schneller immer maßloser anwachsenden Hunger auf täglich große Mengen Fleisch in Frage stellen, nicht die Nachrichten aus anderen Längern, die einer ganzen Zahl von Wohlstandsgenährten nicht passen.

Gruß - Franz
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Re: Unsere Schuld?

Beitragvon Todde » Di Nov 25, 2014 15:54

Franz Henneken hat geschrieben:Wie viel Fleisch haben "wir" vor 80 Jahren oder so gegessen? Wohl nicht jeden Tag zwei Schnitzel plus ein Pfund Aufschnitt. Da waren die Schweine auch erst nach rund drei Jahren fett, nicht in wenigen Monaten.


Ja die gute alte Zeit, wie schön war damals selbst der Hunger in Deutschland noch.
Damals gab es nicht täglich Fleisch, nicht mal 3 Mahlzeiten am Tag, ganze Bevölkerungsteile haben damals nicht mal eine ausreichende Mahlzeit am Tag gehabt.

Aber bei den in meinen Links aufgeführten Nebenerscheinungen


Nebenerscheinungen sind Personen und Organisationen, die nicht das geringste Interesse haben die wahren Ursachen heraus zu finden.
Nicht mal eine machbare Alternative benennen diese "Weltverbesserer".
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Re: Unsere Schuld?

Beitragvon Pulsator » Di Nov 25, 2014 16:31

@franz.....es gab früher auch kein greenpeace und co, kein Urlaub, kein Auto, keine Kreuzfahrt für jedermann....der hinweis auf früher hat noch nie geholfen, weil dämlich!
übrigens lies mal die "weber" von Gerhard Hauptmann, dann kann man sehen, dass nicht irgendeine Regierung der übrigen welt die zustände innerhalb der arbeiterschaft ändert, sondern nur die menschen selbst. deshalb sind es die menschen in den betroffenen ländern die ihren arsch hochkriegen müssen, oder die zustände hinnehmen müssen. schließlich müssen wir auch selbst mit den ökofaschos klar kommen, uns hilft keiner.....oder sollten wir die russen etwa um hilfe bitten?
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Re: Unsere Schuld?

Beitragvon borger » Di Nov 25, 2014 16:32

Franz Henneken hat geschrieben:Anhand der Übermacht der Medien, die nur die Erfolgsstories des Fortschritts bringen, können sich solche anderen wie die von Greenpeache, campac oder attac keinen größeren Schnitzer erlauben, ohne gleich am Ende zu sein.

Anders als wohl die meisten hier halte ich diese „NGOs“ nicht für wirklich mächtig. Sie sind ein Produkt der Medienmacht und davon völlig abhängig. Wenn sie nicht brav als 5. Kolonne marschieren, dann werden sie aus der Berichterstattung gestrichen. Wenn’s ganz schlimm kommt, würden sie mit einer Hetzkampagne überzogen werden.
Franz Henneken hat geschrieben:Und eins ist doch wohl klar: Was dem Profit schadet, wird weggelassen, egal wo.

Tatsächlich? Wo ist der Profit aus den Russland-Sanktionen, die von den Medien in höchsten Tönen bejubelt werden?
Wo ist der Profit aus der „Energiewende“ die energieintensive Industrie ins Ausland- und energieintensive Handwerke in die Pleite treibt?

Franz Henneken hat geschrieben:So ist es auch in der Textilbranche: Weil in Indien die Arbeiter so fürchterlich billig sind, brauchen sie keine Schutzkleidung und stampfen barfuß ich Chemiebrühen herum, damit unsere Jeans optisch schick daherkommen.

Man muss die Verhältnisse im Land betrachten. Dort in einer Bekleidungsfabrik für Exportklamotten zu arbeiten ist ungefähr so wie in D bei Daimler zu arbeiten. Deshalb stehen die Leute Schlange. Nicht weil es nichts anderes gibt sondern weil es nichts Besseres gibt. Die Arbeitsbedingungen und Bezahlung in einer Bekleidungsfabrik für den einheimischen Markt sind weitaus schlimmer.

Franz Henneken hat geschrieben:Wie viel Fleisch haben "wir" vor 80 Jahren oder so gegessen?

Und Autofahren, Reisen und und und.. Alles Ressourcenverbrauch.
Franz Henneken hat geschrieben:Wohl nicht jeden Tag zwei Schnitzel plus ein Pfund Aufschnitt. Da waren die Schweine auch erst nach rund drei Jahren fett, nicht in wenigen Monaten.

Und wie viel Futter haben diese alten Schweine pro KG Fleisch gefressen?

Die „öffentliche Meinung“ wird über die Medien gelenkt und das Ergebnis ist eine sehr selektive Wahrnehmung.
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Re: Unsere Schuld?

Beitragvon Welfenprinz » Di Nov 25, 2014 18:22

Franz Henneken hat geschrieben:
Mag sein, dass Soja so toll ist.

Warum eingeschnappt, oder interpretier ich das falsch.?
Das mit der ernährungsphiysiologischen Überlegenheit des Soja ist Fakt. (bis etwas besseres gefunden wird).
Dass es am besten unter Kurztagsbedingungen, also nur zwischen bestimmten Breitengraden wächst auch.Also, das ist nicht gut oder schlecht sondern ist so. Wie die Sonne im Osten aufgeht.Und so sollte man darüber auch diskutieren.

Aber darauf gleich ganze Volkswirtschaften aufbauen?

Äh, wenn Island Fisch verkauft, Frankreich Wein und Argentinien Soja, weil das den jeweils gegebenen klimatischen und natürlichen Gegebenheiten entspricht , ergibt sich jetzt daraus warum ein "warum". Soll Argentinien Grönlandeis exportieren. Und ich in Hannover Ananas anbauen?
Wie viel Fleisch haben "wir" vor 80 Jahren oder so gegessen? Wohl nicht jeden Tag zwei Schnitzel plus ein Pfund Aufschnitt. Da waren die Schweine auch erst nach rund drei Jahren fett, nicht in wenigen Monaten. Aber bei den in meinen Links aufgeführten Nebenerscheinungen sollte man mal klar den global immer schneller immer maßloser anwachsenden Hunger auf täglich große Mengen Fleisch in Frage stellen, nicht die Nachrichten aus anderen Längern, die einer ganzen Zahl von Wohlstandsgenährten nicht passen.

Gruß - Franz


Ich habe nicht vor dem oben erwähnten Chinesen (Schwellenlandsbewohner) seine Ernährungsgewohnheiten dahingehend vorzuschreiben, dass er doch bitte weiterhin schön mit Baumrinde und ´Graswurzeln am Rand des Krepierens zu fressen habe.
Norden, Süden, Westen, Osten, schöne Welt, doch voller Pfosten.
Pfosten, die die Zäune halten, Zäune, die die Menschen spalten.
Hoffnung bleibt, dass diese Pfosten eines Tages mal verrosten.
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Re: Unsere Schuld?

Beitragvon Franz Henneken » Di Nov 25, 2014 18:43

borger hat geschrieben:Anders als wohl die meisten hier halte ich diese „NGOs“ nicht für wirklich mächtig. Sie sind ein Produkt der Medienmacht und davon völlig abhängig. Wenn sie nicht brav als 5. Kolonne marschieren, dann werden sie aus der Berichterstattung gestrichen. Wenn’s ganz schlimm kommt, würden sie mit einer Hetzkampagne überzogen werden. . . Tatsächlich? Wo ist der Profit aus den Russland-Sanktionen, die von den Medien in höchsten Tönen bejubelt werden? Wo ist der Profit aus der „Energiewende“ die energieintensive Industrie ins Ausland- und energieintensive Handwerke in die Pleite treibt?


Leute, ich kann nicht alles wissen und will auch nicht für alles eine Rechtfertigung haben. Aber die NGOs als 5. Kolonne zu sehen, ist echt weit und merkwürdig hergeholt.

borger hat geschrieben:Man muss die Verhältnisse im Land betrachten. Dort in einer Bekleidungsfabrik für Exportklamotten zu arbeiten ist ungefähr so wie in D bei Daimler zu arbeiten. Deshalb stehen die Leute Schlange. Nicht weil es nichts anderes gibt sondern weil es nichts Besseres gibt. Die Arbeitsbedingungen und Bezahlung in einer Bekleidungsfabrik für den einheimischen Markt sind weitaus schlimmer.


Die miesen Arbeitsbedingungen sind keine Ausrede, sie auch hinnehmen zu müssen. Die so arbeiten müssen, nehmen ja auch nicht unsere Lebensbedingungen als gerecht hin im Vergleich zu sich selbst.

borger hat geschrieben:Und Autofahren, Reisen und und und.. Alles Ressourcenverbrauch.


Das stimmt. Hier sollte sich jeder an die eigene Nase fassen, kann selbst was tun.

borger hat geschrieben:Und wie viel Futter haben diese alten Schweine pro KG Fleisch gefressen?


Bestimmt jede Menge, aber damals aus Kindheitszeiten habe ich keine Mengen schriftlich festgehalten.

borger hat geschrieben:Die „öffentliche Meinung“ wird über die Medien gelenkt und das Ergebnis ist eine sehr selektive Wahrnehmung.


Das stimmt aber total. So wie man fest davon überzeugt ist, dass man nur mit Produktionssteigerungen leben kann, sogar ein gleichbleibend hohes Niveau in Sachen Produktion wird überall als Rückschritt angesehen.

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