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Unterschied Österreich und Deutschland (landwirtschaftlich)

Hier kann man über aktuelle Themen aus den Medien und Allgemeines der Landwirtschaft diskutieren.
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87 Beiträge • Seite 1 von 6 • 1, 2, 3, 4, 5, 6

Unterschied Österreich und Deutschland (landwirtschaftlich)

Beitragvon EugenW » Mi Aug 22, 2018 7:56

Hallo,

ich bin kein Landwirt, jedoch sehr interessiert und verfolge die Entwicklungen in D langsam aber sicher mit gemischten Gefühlen.
Mein Interesse/Begeisterung für Landwirtschaft entwickelte sich während meiner Jugend als ich auf Betrieben in Süddeutschland mit 20-30 Kühen, 30-50 Mutterschweinen,.... geholfen habe. Die meisten dieser Betriebe gibt es nicht mehr... Dafür gibt es dort nun Betriebe mit 600 Bullen oder 2.500 Mastschweinen+300 Muttersauen oder 20.000 Puten+PV..... Tragische Ereignisse. Suizid eines Vorzeigelandwirts mit 2 kleinen Kindern....
Auf der einen Seite fasziniert mich die technische Entwicklung in der Landwirtschaft wie offene Ställe, Melkroboter, Schlepper, die GPS gesteuert sind.....
Auf der anderen Seite befremdet es mich, wenn ich Tridem-Gülle-Gespanne sehe, die Tag und Nacht unterwegs sind und die Unmengen von Gülle/Gärresten ausbringen, die Mais-Monokulturen und Berichte lese wo von einem "Traditionshof" geschrieben wird, bei dem EIN Stall mit 8.000 Mastschweinen abgebrannt ist...

Urlaub in Österreich:
Dieses Jahr waren wir in den Bergen von Österreich. Mir kam es vor als wäre ich in meine Jugend zurückversetzt worden. Höfe mit 15-50 Kühen, die auf der Weide oder Alm stehen. Schlepper um die 100 PS, meist Ein-Achs-Anhänger, ganz selten mal Tandem,.... Der größte Schlepper war ein Fendt 820 mit neuem Pöttinger Tandem Ladewagen.... Die Güllefässer maximal 6.000l..... Und die Höfe sahen wie aus dem Ei gepellt aus - genau so wie meine Erinnerungen aus meiner Kindheit/Jugend.
Dann konnte ich noch mit einem 14-jährigen Praktikanten auf einem Betrieb mit 21 Milchkühen sprechen. Er zeigte mir einen Melkstand für 3 Kühe und erzählte mir stolz, dass die Kühe im Schnitt 5.000 l/Jahr geben.,,,, Er will den Hof seines Onkels übernehmen - 35 Mutterkühe.....

Warum gibt es das in Deutschland nicht mehr?

Ja ich weiß, in AT bekommen die sicherlich Gelder für die Berg- und Almwiesen....
Aber für was bekommen die "Landwirte" in D das Geld?
* Holländer, die in Ostdeutschland Mastanlagen aus dem Boden stampfen
* Industrielle, die Ihre Gelder in die Landwirtschaft investieren, um dann professionell Förderungen abzugreifen
* In meinem Heimatdorf, das im Speckgürtel einer Metropole liegt werden große neue Maschinenschuppen für Nicht-Haupterwerbsbetriebe..., die seit Jahrzehnten nichts mehr mit Landwirtschaft zu tun haben, aber Bauplätze verkauft haben, Immobilien gebaut und vermietet haben. Die Schuppen werden nun für Wohnmobile, Oldtimer ua genutzt

Als Steuerzahler habe ich den Eindruck, dass wir hier ein massives Problem beim Verteilen der Subventionen haben.
Ich bin bereit Steuern zu zahlen, um eine schöne Kulturlandschaft für meine Kinder zu erhalten, zu der eine gesunde familienorientierte Landwirtschaft gehört - siehe Österreich. Aber ich bin nicht bereit von meinem verdienten Geld Holländer, Industrielle, sonstige Nutznieser zu subventionieren, die die Kulturlandschaft verschandeln UND die Böden mit Gülle und Glyphosat töten.

So, das musste ich leider mal los werden, da mich die Entwicklung der deutschen Landwirtschaft einfach traurig macht und ich in Österreich den Eindruck hatte, dass es auch anders geht.
Zuletzt geändert von Falke am Do Aug 23, 2018 9:59, insgesamt 2-mal geändert.
Grund: Thementitel erweitert ...
EugenW
 
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Re: Unterschied Österreich und Deutschland

Beitragvon Pinzgauer56 » Mi Aug 22, 2018 8:10

Und warum fährst du nach A in Urlaub um damit die dortige Touri - LW mit deinem D - Geld zu unterstützen :?:
Bei der Leni, auf der Zenzi, überall ist dieser Pinzi... 8)
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Re: Unterschied Österreich und Deutschland

Beitragvon µelektron » Mi Aug 22, 2018 8:22

Warum willst Du 'Deine' Landwirtschaft per Steuergelder finanzieren?? Das sind keine Beamten, Pensionäre oder H4-Empfänger. Wenn Du eine bestimmte Art Landwirtschaft wünscht, dann geh da hin, kaufe dort ein und bezahle Deine Ware dort direkt angemessen.
Glaub mir kein Landwirt wünscht sich die Abhängigkeit von Subventionen.
... ich mag keine Gäste die erst die Tür eintreten und dann nicht merken wenn die Party vorbei ist.
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Re: Unterschied Österreich und Deutschland

Beitragvon EugenW » Mi Aug 22, 2018 8:26

Pinzgauer56 hat geschrieben:Und warum fährst du nach A in Urlaub um damit die dortige Touri - LW mit deinem D - Geld zu unterstützen :?:


Verstehe deine Frage nicht.
Die letzten Jahre war ich an Ost- und Nordsee. War auch ok. Jetzt wollten wir halt mal in die Berge.

@Pinzgauer56, bist du ein Landwirt aus AT? Ist das alles nur Fassade dort und letztendlich verdienen die Bauern in AT Ihr Geld wo anders und stecken das in Ihre Höfe?
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Re: Unterschied Österreich und Deutschland

Beitragvon EugenW » Mi Aug 22, 2018 8:38

µelektron hat geschrieben:Warum willst Du 'Deine' Landwirtschaft per Steuergelder finanzieren?? Das sind keine Beamten, Pensionäre oder H4-Empfänger. Wenn Du eine bestimmte Art Landwirtschaft wünscht, dann geh da hin, kaufe dort ein und bezahle Deine Ware dort direkt angemessen.
Glaub mir kein Landwirt wünscht sich die Abhängigkeit von Subventionen.


Klar ist das Blödsinn mit Steuergeldern/Subventionen.... Glaub mir, ich wehre mich nicht gegen Steuersenkungen...
Denke aber, dass der SubventionsIrrsinn nicht von heute auf morgen abgeschafft werden kann. Was sollen denn all die fleissigen Beamten tun ;-)

Leider habe ich nicht die Zeit und Lust für meine Lebensmittel von Betrieb zu Betrieb zu fahren...
Wir kaufen soweit es möglich ist, Bio-Produkte. Viele davon kommen übrigens aus AT....
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Re: Unterschied Österreich und Deutschland

Beitragvon T5060 » Mi Aug 22, 2018 9:44

Die Betriebsgröße und Betriebsorganisation entwickelt sich parallel zur Technik und zur örtlichen Agrarstruktur.
Die kleinste Betriebsgröße definiert sich aus den Mindestansprüchen der Betriebsleiterfamilie an ihre Lebenshaltung
und die Kostenentwicklung beim Ersatz des Anlagevermögens ohne Boden.

Der Kostenblock Sozialversicherung - Sachversicherung - Haftpflicht - BG - Steuerberater - Grundsteuer - Energie ist derart gestiegen,
dass die Höfe zwangsläufig ins Wachstum getrieben wurden oder in die Aufgabe. Der Bauer wurde nicht gefragt.
[ :klee: Ein Botaniker ist sowas wie ein Cowboy, der auf einem Pony reitet :-) :klee: ]
[ :klee: Man muss nicht den Rechtsradikalismus bekämpfen, sondern die Blödheit von CDU, Grünen, SPD und FDP :klee: ]
[ :klee: Werte schätzen :klee: ]
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Re: Unterschied Österreich und Deutschland

Beitragvon Estomil » Mi Aug 22, 2018 10:01

Nicht nur die Kostenblöcke.
Bau und Instandhaltung, Energie, Maschinen, Pflanzenschutz, Tierarzt und praktisch alles andere.

Und wenn dann noch die Lebenshaltungskosten steigen wird's schnell knapp.
Um nachhaltig wirtschaften zu können müssen heute 100000€ Buchgewinn gemacht werden. Wer weniger hat lebt letzten Endes von der Substanz....
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Re: Unterschied Österreich und Deutschland

Beitragvon LUV4.0 » Mi Aug 22, 2018 10:55

Du subventionierst den Umstand dich täglich mit billigem Essen fett und satt zu fressen, nicht die bösen Bauern.
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Re: Unterschied Österreich und Deutschland

Beitragvon marius » Mi Aug 22, 2018 11:12

Die Frage muss lauten können deutsche Bauern überhaupt ohne Subventionen mithalten, auf dem freien Markt ?
Ich bahaupte nein.
Denn auf dem freien Markt müßten neben den Subventionen auch die schützenden Zölle abgeschafft werden, und Deutschland / EU kassiert extrem hohe Zölle bei den Nahrungsmittelimporten in die EU, besonders von Importen aus den USA.

Würden diese Zölle und Subventionen abgeschafft werden hätten die Landwirte im Hochpreisgebiet Deutschland keinerlei Überlebenschance.
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Re: Unterschied Österreich und Deutschland

Beitragvon LUV4.0 » Mi Aug 22, 2018 11:23

Natürlich nicht, die Gelder sind doch dafür da um am Weltmarkt mitspielen zu können. Das wollen die üblichen Phrasendrescher (wir ernähren die Welt,wir produzieren für den Weltmarkt) aber nicht hören. Die Frage ist doch, ob wir am Weltmarkt mit machen MÜSSEN?
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Re: Unterschied Österreich und Deutschland

Beitragvon Verdampfer » Mi Aug 22, 2018 11:26

Du subventionierst die gestiegenen Pachtzahlungen. Bei Pachten über 300€/ha haben die Direktzahlungen keinerlei Auswirkungen auf die Höhe der Preise bei Aldi.
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Re: Unterschied Österreich und Deutschland

Beitragvon wastl90 » Mi Aug 22, 2018 13:55

Verdampfer hat geschrieben:Du subventionierst die gestiegenen Pachtzahlungen. Bei Pachten über 300€/ha haben die Direktzahlungen keinerlei Auswirkungen auf die Höhe der Preise bei Aldi.

Ich kann nur von Bayern sprechen. Sieht man hier die Pachtpreise im Vergleich zu den Kaufpreisen an, dann sieht man, dass eigentlich die Pachten zu gering sind!
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Re: Unterschied Österreich und Deutschland

Beitragvon Verdampfer » Mi Aug 22, 2018 15:22

Dazwischen muss es keinen Zusammenhang geben. Du kannst Boden als Produktionsmittel sehen und/oder als Anlage- oder Spekulationsobjekt.

Bei Aktien ist eine Dividende auch was schönes, aber nicht alles.
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Re: Unterschied Österreich und Deutschland

Beitragvon EugenW » Mi Aug 22, 2018 16:42

marius hat geschrieben:Die Frage muss lauten können deutsche Bauern überhaupt ohne Subventionen mithalten, auf dem freien Markt ?
Ich bahaupte nein.
Denn auf dem freien Markt müßten neben den Subventionen auch die schützenden Zölle abgeschafft werden, und Deutschland / EU kassiert extrem hohe Zölle bei den Nahrungsmittelimporten in die EU, besonders von Importen aus den USA.

Würden diese Zölle und Subventionen abgeschafft werden hätten die Landwirte im Hochpreisgebiet Deutschland keinerlei Überlebenschance.


Nein, jetzt muss Deutschland in Absurdistan umbenannt werden.

Warum soll der gemeine Steuerzahler für Subventionen aufkommen, um die deutschen Produkte auf Weltmarktniveau zu bringen. Dazu kommt dann noch, dass wir uns in D selbst mit Gülle ertränken, um billig für den Export zu produzieren.
Bald kommt beim Trinkwasser noch der Aufschlag für die Nitratreinigung....weil die Gülle durch halb D gekarrt wird.

An Absurdität ist das alles doch langsam nicht mehr zu überbieten...
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Re: Unterschied Österreich und Deutschland

Beitragvon MF-133 » Mi Aug 22, 2018 17:54

https://www.welt.de/wirtschaft/article1 ... schen.html

Noch Fragen?

Wenn in A 10-20% mehr bei den Bauern hängen bleibt, dann geht das mit den kleinräumigen Strukturen.

Interessant wäre außerdem, ob und wie man dort ein nicht lof Zusatzeinkommen ( Fremdenverkehr?) erwirtschaften kann.

So mancher kleine Hof lebt womöglich nicht primär von den lof Erzeugnissen, sondern von der Bereitstellung der Idylle, deren Requisiten der lof Betrieb eben sein muss.

MFG
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