Franke54 hat geschrieben:Zur Frage, wie sich die Landwirtschaft evlt. weiterentwickelt hab ich mittlerweile meine Meinung um 180 Grad geändert. Seht euch mal bei Social Media, Insta oder Facebook die Kommentare zu irgendeinem Bericht über die aktuelle Trockenheit an. 80 Prozent der Kommentare sind Beschimpfungen über die Bauern, z. Bsp. selbst schuld weil zu viel Tiere, zu viel gepflügt, fahren mit Diesel, Bauern wollen nur Subventionen, wählen konservativ usw., müsst ihr echt mal nachlesen. Da ist null Verständnis für die Situation die ich als Bauer vermutlich aushalten kann. Aber man macht sich seine Gedanken, warum bin ich der billige Rohstofferzeuger? Ich kann mich und meine Familie plus Bekannte und Nachbarschaft vom Hof ernähren, warum soll ich für zusätzliche andere Leute überhaupt was produzieren, wenn die eh Bauernfeindlich eingestellt sind ?
Aus diesem Grunde denk ich hat die Selbstversorgung in Zukunft einen höheren Stellenwert und Überschüsse kann man ja verkaufen. Die Städter sollen ihr Zeug von Brasilien oder Ukraine importieren. Hier bei uns eine maximale Produktion mit hohem Fremdkapital und teuren Pachtflächen, denk da profitiert jeder davon nur nicht der, der es macht. Bin inzwischen überzeugt, dieser Weg ist falsch.
Genau meine Beobachtung und meine Gedanken. Ich glaube das, was man da in social media liest, sollten die Landwirte viel ernster nehmen, auch wenn es nicht der Schnitt der Gesellschaft ist und auch wenn ich den Verdacht manchmal habe, dass diese extrem hetzerischen, bauernfeindlichen Kommentare manchmal sogar von den Medien selbst KI generiert werden, einfach um STimmung gegen Landwirtschaft zu machen.
Die beinahe ganze EU bekommt Dürrehilfen, gerade die in den hoch verschuldeten Ländern wie Frankreich. Der deutsche Wohlstandsdexx gönnt es jedem, nur nicht seinen Ernährern. Ich erziehe meine Kinder auch in die Richtung, dass Landwirtschaft zur Eigenversorgung da ist und das System der arbeitsteiligen Gesellschaft zumindest im Ernährungsbereich in Deutschland sein Ende findet. Meine Familie steigert jedes jahr unseren eigenen Selbstversorgungsgrad, dasw ist mir wichtiger, als die ENtwicklung meines Vollerwerbsbetriebes. Investieren in den Betrieb tue ich lange schon nichts mehr. Für wen denn? Diese Dodos sollen uranbelasteten Kokaineweizen und Hormonbeef vom Ami fressen. Das schlimmste in meinem LEben als Landwirt war nicht der hohe Arbeistdruck, die Schulden und die finanziellen Engpässe. Das Schlimmste war immer die Entwürdigung durch diese Dekadenzgesellschaft.

Ein Botaniker ist sowas wie ein Cowboy, der auf einem Pony reitet 