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Wie entwickelt sich die Landwirtschaft weiter ?

Hier hat alles Platz was mit Agrarpolitik und drumherum zu tun hat.
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Re: Wie entwickelt sich die Landwirtschaft weiter ?

Beitragvon Terreblanche » Di Aug 25, 2026 7:38

Franke54 hat geschrieben:Zur Frage, wie sich die Landwirtschaft evlt. weiterentwickelt hab ich mittlerweile meine Meinung um 180 Grad geändert. Seht euch mal bei Social Media, Insta oder Facebook die Kommentare zu irgendeinem Bericht über die aktuelle Trockenheit an. 80 Prozent der Kommentare sind Beschimpfungen über die Bauern, z. Bsp. selbst schuld weil zu viel Tiere, zu viel gepflügt, fahren mit Diesel, Bauern wollen nur Subventionen, wählen konservativ usw., müsst ihr echt mal nachlesen. Da ist null Verständnis für die Situation die ich als Bauer vermutlich aushalten kann. Aber man macht sich seine Gedanken, warum bin ich der billige Rohstofferzeuger? Ich kann mich und meine Familie plus Bekannte und Nachbarschaft vom Hof ernähren, warum soll ich für zusätzliche andere Leute überhaupt was produzieren, wenn die eh Bauernfeindlich eingestellt sind ?
Aus diesem Grunde denk ich hat die Selbstversorgung in Zukunft einen höheren Stellenwert und Überschüsse kann man ja verkaufen. Die Städter sollen ihr Zeug von Brasilien oder Ukraine importieren. Hier bei uns eine maximale Produktion mit hohem Fremdkapital und teuren Pachtflächen, denk da profitiert jeder davon nur nicht der, der es macht. Bin inzwischen überzeugt, dieser Weg ist falsch.



Genau meine Beobachtung und meine Gedanken. Ich glaube das, was man da in social media liest, sollten die Landwirte viel ernster nehmen, auch wenn es nicht der Schnitt der Gesellschaft ist und auch wenn ich den Verdacht manchmal habe, dass diese extrem hetzerischen, bauernfeindlichen Kommentare manchmal sogar von den Medien selbst KI generiert werden, einfach um STimmung gegen Landwirtschaft zu machen.
Die beinahe ganze EU bekommt Dürrehilfen, gerade die in den hoch verschuldeten Ländern wie Frankreich. Der deutsche Wohlstandsdexx gönnt es jedem, nur nicht seinen Ernährern. Ich erziehe meine Kinder auch in die Richtung, dass Landwirtschaft zur Eigenversorgung da ist und das System der arbeitsteiligen Gesellschaft zumindest im Ernährungsbereich in Deutschland sein Ende findet. Meine Familie steigert jedes jahr unseren eigenen Selbstversorgungsgrad, dasw ist mir wichtiger, als die ENtwicklung meines Vollerwerbsbetriebes. Investieren in den Betrieb tue ich lange schon nichts mehr. Für wen denn? Diese Dodos sollen uranbelasteten Kokaineweizen und Hormonbeef vom Ami fressen. Das schlimmste in meinem LEben als Landwirt war nicht der hohe Arbeistdruck, die Schulden und die finanziellen Engpässe. Das Schlimmste war immer die Entwürdigung durch diese Dekadenzgesellschaft.
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Re: Wie entwickelt sich die Landwirtschaft weiter ?

Beitragvon tyr » Di Aug 25, 2026 7:42

Man sollte die "Sozialen Medien" bzw die Kommentarbereiche von Zeit udn Co. allerdings nicht überbewerten. Die dort aktiv sind, sind , genau wie hier im Forum, eine verschwindend kleine Minderheit. Man kann davon nicht auf die Ansichten der Mehrheit schließen...
Nimm das Recht weg, was ist der Staat noch anderes als eine große Räuberbande. (Augustino von Hippo, 354 bis 430)
Unbedingter Gehorsam setzt bei den Gehorchenden Unkenntnis voraus.
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Re: Wie entwickelt sich die Landwirtschaft weiter ?

Beitragvon Terreblanche » Di Aug 25, 2026 7:56

tyr hat geschrieben:Man sollte die "Sozialen Medien" bzw die Kommentarbereiche von Zeit udn Co. allerdings nicht überbewerten. Die dort aktiv sind, sind , genau wie hier im Forum, eine verschwindend kleine Minderheit. Man kann davon nicht auf die Ansichten der Mehrheit schließen...



Es war immer eine Minderheit, die es schaffte der Mehrheit die Meinung aufzuzwingen, schon lange vor dem Internet. Die Hasskommentare werden sich zeitversetzt in Politik umsetzen.
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Re: Wie entwickelt sich die Landwirtschaft weiter ?

Beitragvon Agrohero » Fr Aug 28, 2026 23:48

Ich kommentiere das jetzt nicht ,

https://taz.de/EU-Haushalt/!6207934/
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Re: Wie entwickelt sich die Landwirtschaft weiter ?

Beitragvon Südheidjer » Sa Aug 29, 2026 0:09

Agrohero hat geschrieben:Ich kommentiere das jetzt nicht ,

https://taz.de/EU-Haushalt/!6207934/

Mal gucken, ob der TAZ-Artikel beim nächsten Wochenrückblick von Anthony und Christian Thema wird. Der TAZ-Journalist Jost Maurin ist ja der spezielle Freund von Christian und Christian hatte den Jost Maurin auch schon zu sich auf den Betrieb eingeladen gehabt und versucht, ihm die Realitäten in der deutschen Landwirtschaft aufzuzeigen...hat wohl nix geholfen.
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Re: Wie entwickelt sich die Landwirtschaft weiter ?

Beitragvon RABE-Profi » Sa Aug 29, 2026 13:12

Agrohero hat geschrieben:Ich kommentiere das jetzt nicht ,

https://taz.de/EU-Haushalt/!6207934/


Diese beiden Abschnitte davon sind eine Frechheit.

Wahrscheinlich würden ohne Direktzahlungen einige kleinere Nebenerwerbsbetriebe aufgeben, mit denen die jeweiligen Bauern nur noch einen kleinen Teil ihres Einkommens erwirtschaften. Aber deren Äcker fallen dann in der Regel nicht brach, sondern werden von effizienteren Betrieben weiter bewirtschaftet. Dass es so kommen würde, legt die historische Entwicklung nahe: Obwohl die Zahl der Betriebe stark gesunken ist, bleibt die landwirtschaftlich genutzte Fläche in Deutschland bei ungefähr 17 Millionen Hektar stabil.

Deshalb würde die EU auch nicht mehr Lebensmittel importieren müssen, die möglicherweise zu geringeren Umweltstandards erzeugt werden. Subventionen für Landwirte ließen sich nur dadurch rechtfertigen, dass die Bauern zum Beispiel mehr Blühstreifen auf ihren Äckern freiließen oder ihre Tiere besser halten als vorgeschrieben. Aber gegen solche höheren Auflagen wehrt sich die Agrarlobby seit Jahrzehnten weitgehend erfolgreich.


Wann werden dann endlich mal nichtproduktive Asylanten rausgeschmissen?

Hier könnte man Milliarden im dreistelligen Bereich sparen.
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Re: Wie entwickelt sich die Landwirtschaft weiter ?

Beitragvon langholzbauer » Sa Aug 29, 2026 13:46

Da schrieb wieder "ein Blinder von Farben".
In der Realität gibt es die Flächenzahlungen eben genau dafür, dass die EU- Bauern trotz deutlich höheren Umwelt- und Tierschutzauflagen, zu Weltmarktpreisen produzieren.
Jeder Berufskollege hat genug Ordner mit Nachweisen darüber vorrätig zu haben. :oops:

Die dekadenten Entscheidungsträger in Berlin und Brüssel können sich auch zukünftig zu wunschgemäß höchsten Anforderungen ernähren.
Aber wir sind schon in der Sackgasse mit ständig politisch bedingt steigenden Produktionskosten, die kaum noch eine angemessene Faktorentlohnung ermöglichen.

Soll es wirklich soweit kommen, das Mitteleuropa auf den Import von Grundnahrungsmitteln für die Metropolen angewiesen ist???

Wenn die Deindustrialisierung so weiter geht, fehlt bei Eintritt in dieses Szenario auch jegliches Einkommen um auf dem Weltmarkt einkaufen zu können!

PS:
In ländlichen Regionen können sich bei Abschaffung der GAP durchaus auch wieder regionale vielseitige Wahrenströme neu aufbauen, wenn der beweislastumgekehrte Offenbarungseid zum 15. 5. nur noch einen verzichtbaren Anteil zum Betriebseinkommen ausmacht.

So!
Genug gesponnen...
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Re: Wie entwickelt sich die Landwirtschaft weiter ?

Beitragvon T5060 » Sa Aug 29, 2026 13:49

langholzbauer hat geschrieben:Da schrieb wieder "ein Blinder von Farben".
In der Realität gibt es die Flächenzahlungen eben genau dafür, dass die EU- Bauern trotz deutlich höheren Umwelt- und Tierschutzauflagen, zu Weltmarktpreisen produzieren.


Nein die Direktzahlungen wurden unabhängig irgendwelcher Auflagen eingeführt um die Anpassung im Zuge der WTO oder GATT für die Europäer abzupuffern.
Die Auflagen kamen dann hinzu um angeblich die Direktzahlungen auf Druck diverser NGO zu rechtfertigen und um viele Stellen für diese NGO Leute zu schaffen.
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Re: Wie entwickelt sich die Landwirtschaft weiter ?

Beitragvon Manfred » Sa Aug 29, 2026 13:59

David Heacock, erfolgreicher Luftfilter-Unternehmer, scheint auch von einem Einstieg in die Landwirtschaft zu träumen, und sich Gedanken gemacht, wie er das angehen könnte: Das Geld steckt im Bodeneigentum und in der Vermarktung.
(Bill Gates ist da ja schon ein Stück weiter, auch gedanklich: Verdiene den Geld außerhalb der Landwirtschaft und kaufe mit einem Anteil der Gewinne gutes Agrarland als langfristige Anlage. Im der Urproduktion selbst wird eh kaum verdient.)

"Es gibt ein Sprichwort, das besagt: Was sich mit einer Hacke beseitigen ließe, erfordert schließlich eine Schaufel, wenn man sich nicht frühzeitig darum kümmert."
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Re: Wie entwickelt sich die Landwirtschaft weiter ?

Beitragvon langholzbauer » Sa Aug 29, 2026 14:58

T5060 hat geschrieben:...
Die Auflagen kamen dann hinzu um angeblich die Direktzahlungen auf Druck diverser NGO zu rechtfertigen und um viele Stellen für diese NGO Leute zu schaffen.

Dass da seit 1993 alle par Jahre noch Auflagen hinzu kamen , wissen weder die Verbraucher noch die aktuelle Politik.
Bzw. wird das niemand öffentlich zugeben.
Es wird sehr spannend, wie die GAP ab 2028 aussehen soll!
Bei den ganzen EU- Etatverhandlungen wird auch immer gern vernachlässigt, dass da nur die Agrarwirtschaft einheitlich geregelt und gegängelt wird, wärend alle anderen Branchen noch national und divers gern auch viel höher subventioniert werden. :wink:
Achja,
Dann kommt noch LEADER , ILEG etc. dazu.
Das sind so EU- Förderungen , die zwar im Agrarhaushalt angesiedelt und finanziert werden, aber nur am Rande die aktive Landwirtschaft tangieren, obwohl sie den ländlichen Raum aufwerten.
Ich habe da nichts dagegen, solange deren Kosten nicht auf die ständig sinkende Anzahl der Landwirtschaften bezogen werden.
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Re: Wie entwickelt sich die Landwirtschaft weiter ?

Beitragvon T5060 » Sa Aug 29, 2026 16:13

Die Preise für Ackerflächen fallen gerade, auch international fließt derzeit das ganze Geld in Stromerzeugung / - verteilung und Rechenzentren.
Vielmehr kommt es wie es kommen muss: Die geburtenstarken Jahrgänge scheiden gerade aus und es gibt international nicht genügend Trottel, die sich das 24/7 antun wollen.
Von den ganzen Antragstellern ist vielleicht noch 1/3 aktiv produzierend und das so propagierte Erfolgsmodell vom DDR Großbetrieb ist wegen Personalmangel und Kosten heute,
auch meist nur noch ein viehloser Prämienabgreifer, gerne hoch geredet von den adligen Agrarsozialisten an der Uni Göttingen.
Auch in den USA/Kanada haben wir auch nur mittelgroße Familienbetriebe und sind wir froh, dass wir Investoren haben, die in vielen Gegenden, die Preise noch hoch halten.
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Re: Wie entwickelt sich die Landwirtschaft weiter ?

Beitragvon Manfred » Sa Aug 29, 2026 16:56

Die Preise für Agrar- und Forstflächen in D sind eh ein Thema für sich und weit vom land-/forstwirtschaftlichen Wert entfernt.
Wie jede Blase werden auch diese irgendwann zu ihrem inneren Wert zurückkehren.
Im südbayerischen Boomgebiet wird Gates bestimmt keine Agrarflächen als langfristige Anlage kaufen.
Dito die Energiemarkt-Blase.
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Re: Wie entwickelt sich die Landwirtschaft weiter ?

Beitragvon T5060 » Sa Aug 29, 2026 19:06

Makroökonomisch haben wir schon ein Riesenproblem, was viele Zukunftsoptionen in Frage stellt:

Inflation, Zinsen, notwendige Eigenkapitalbildung, Steuersparoptionen und Erfordernis von Investitionen wegen neuer Auflagen bzw. Mitarbeitermangel/Alter

Wer die Querbeziehungen dieser Dinge kennt, weis was noch an Optionen bleibt.

Da helfen nur noch Baugelände und das die Hagelversicherung sowie Spender dein weggeflogenes Dach bezahlen .....
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Re: Wie entwickelt sich die Landwirtschaft weiter ?

Beitragvon Marian » So Aug 30, 2026 16:00

Das ist aber ein sehr anschauliches Beispiel wie es um die deutsche Landwirtschaft steht.
Gebäude alle stark verschlissen und für neue Dacheindeckung braucht es eine Spendenaktion. Es dreht sich, aber Reibach ist anders.
Seit 20 Jahren Moderator beim Landtreff :prost:
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Re: Wie entwickelt sich die Landwirtschaft weiter ?

Beitragvon T5060 » So Aug 30, 2026 16:40

Ich hab das Video extra hier nicht verlinkt, aber da stand ein echt fetter Maschinenpark und ein Gebäudebestand mit im Schnitt über 50 Jahren mit genauso alten Dächern.
Die Gebäude sind vom Grundriß durchaus aktuell, aber auch sehr einfach gebaut dort, da muss man schon jedes Jahr ein Teil davon sich vornehmen und sanieren.
Wenn man dann 10 Jahre nichts gemacht hast, stehst auf einmal mit oder ohne Tornado mit einem Haufen Scheisse da.

Und hier beschreibt Herr Vogelsang die Lage seines Betriebs im Jahr 2026 mit der Dürre https://youtu.be/qX_ukrs6MHc?si=EAUL4idXe5ZmSkXa
Dem kann ich so folgen. Ich hoffe dieser Rukwied und Herr Latka haben sich das Vid auch angeschaut. Dann wissen die was los ist.
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