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Wie entwickelt sich die Landwirtschaft weiter ?

Hier hat alles Platz was mit Agrarpolitik und drumherum zu tun hat.
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Re: Wie entwickelt sich die Landwirtschaft weiter ?

Beitragvon langholzbauer » Mo Mai 04, 2026 10:53

Wie soll man sich
"Mehr als die Hälfte der deutschen Grünlandflächen sind eher für die Verwertung von organischem Dünger zu gebrauchen wegen der 170 kg Grenze als zur Futterlieferung. "
das dann vorstellen?
Ohne Nutzung des Aufwuchses braucht es auch keine Düngung bzw. ist diese sogar verboten.
Bisher läuft in den meisten gemischten Futterbauregionen der Nährstofftransport vom GL übers Maul auf den Acker.

Ob nun der Aufwuchs im Magen eines Wiederkäuers oder in der BGA verdaut wird ist vom Ernteverfahren irrelevant.

Intensive Weidewirtschaft hat gutes Potential, die Kosten für Siloanlagen und Futterernte zu reduzieren.
Dabei müssen die Landwirte aber auch bereit sein, ihre Erlöse wieder auf die Flächeneinheit runter zu rechnen und nicht weiter im Stall allein auf maximale Einzeltierleistugen zu setzen.
Bauer aus Leidenschaft für Land und Wald...
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Re: Wie entwickelt sich die Landwirtschaft weiter ?

Beitragvon Manfred » Mo Mai 04, 2026 12:02

Das sind natürlich völlige andere Betriebskonzepte und andere Genetik als hier üblich.
Ich sehe darin vor allem eine Chance für Mutterkuhbetriebe mit arrondierten Flächen, irgendwann wieder ins Melken einzusteigen.
Ob man noch in Milchviehstandorte investieren sollte, die keine Arrondierung ermöglichen, ist eine andere Frage. Auch wenn man das Zeug siliert, kostet jeder Meter Straße Geld, und ein Systemwechsel ist nicht möglich.
"Menschen mit Sklavenmentalität betrachten ihre Fesseln als Garantie für Stabilität."
Michail Weller
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Re: Wie entwickelt sich die Landwirtschaft weiter ?

Beitragvon Dieselross30 » Mo Mai 04, 2026 12:29

T5060 hat geschrieben:Ganz einfach, die aktiv produzierenden Bauern werden zu alt und es kommen zu wenig nach.


Also werden in Zukunft die Betriebe gute Voraussetzungen haben um zu wachsen.
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Re: Wie entwickelt sich die Landwirtschaft weiter ?

Beitragvon strokes » Mo Mai 04, 2026 12:53

Dieselross30 hat geschrieben:
T5060 hat geschrieben:Ganz einfach, die aktiv produzierenden Bauern werden zu alt und es kommen zu wenig nach.


Also werden in Zukunft die Betriebe gute Voraussetzungen haben um zu wachsen.


Wenn die Marge durch ausufernde Kosten & Auflagen, immer größeres Wetter/Trockenrisiko, Preisdumping durch Billigimporte immer geringer wird, nützt reines Wachstum auch nicht, das bringt nur mehr Abhängigkeit ("ich MUSS Dünger und Diesel JETZT kaufen, egal was es kostet) und Liquiditätsprobleme mit sich, obendrein Mangel an Arbeitskräften, auf die man ab bestimmten Größen existentiell angewiesen ist.. Keiner will mehr in der Landwirtschaft arbeiten, man muss mit den Löhnen der Industrie konkurrieren.
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Re: Wie entwickelt sich die Landwirtschaft weiter ?

Beitragvon T5060 » Mo Mai 04, 2026 13:08

Dieselross30 hat geschrieben:
T5060 hat geschrieben:Ganz einfach, die aktiv produzierenden Bauern werden zu alt und es kommen zu wenig nach.


Also werden in Zukunft die Betriebe gute Voraussetzungen haben um zu wachsen.


Ja wenn du die Eigenkapitalanforderungen der Banken in Bezug auf nachhaltiges Wirtschaften erfüllst, sonst wird auch das nichts mit dem "wachsen".
[ :klee: Ein Botaniker ist sowas wie ein Cowboy, der auf einem Pony reitet :-) :klee: ]
[ :klee: Man muss nicht den Rechtsradikalismus bekämpfen, sondern die Blödheit von CDU, Grünen, SPD und FDP :klee: ]
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Re: Wie entwickelt sich die Landwirtschaft weiter ?

Beitragvon Dieselross30 » Mo Mai 04, 2026 13:29

strokes hat geschrieben:obendrein Mangel an Arbeitskräften, auf die man ab bestimmten Größen existentiell angewiesen ist.. Keiner will mehr in der Landwirtschaft arbeiten, man muss mit den Löhnen der Industrie konkurrieren.


Das keiner mehr in der Landwirtschaft arbeiten wollen würde ist mir nicht aufgefallen.
Bestimmte Arbeiten wollen immer weniger machen.

Und höhere Auslastung werden die Automatisierung schneller rentabel machen, die schreitet ja stark voran.
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Re: Wie entwickelt sich die Landwirtschaft weiter ?

Beitragvon Dieselross30 » Mo Mai 04, 2026 13:31

T5060 hat geschrieben:Ja wenn du die Eigenkapitalanforderungen der Banken in Bezug auf nachhaltiges Wirtschaften erfüllst, sonst wird auch das nichts mit dem "wachsen".


Wer dauerhaft unrentabel wirtschaftet wird das meist nicht durch Erweiterungen beseitigen.
Glaubst Du die Flächen, die frei werden, würden keine Bewirtschafter finden?
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Re: Wie entwickelt sich die Landwirtschaft weiter ?

Beitragvon T5060 » Mo Mai 04, 2026 13:37

Dieselross30 hat geschrieben:
strokes hat geschrieben:obendrein Mangel an Arbeitskräften, auf die man ab bestimmten Größen existentiell angewiesen ist.. Keiner will mehr in der Landwirtschaft arbeiten, man muss mit den Löhnen der Industrie konkurrieren.


Das keiner mehr in der Landwirtschaft arbeiten wollen würde ist mir nicht aufgefallen.
Bestimmte Arbeiten wollen immer weniger machen.

Und höhere Auslastung werden die Automatisierung schneller rentabel machen, die schreitet ja stark voran.


Das Ventil Automatisierung/Produktivitätszuwachs ist schon ziemlich ausgelutscht, da kommen max. noch 5-10 % u.U. kann aber auch die Produktivität noch sinken.
Auch bei den biologischen Leistungen je Tier bzw. je ha sind wir schon reichlich an der Obergrenze.
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Re: Wie entwickelt sich die Landwirtschaft weiter ?

Beitragvon strokes » Mo Mai 04, 2026 13:43

Wenn zunehmend mehr Fläche verfügbar wird, könnte zumindest der Pachtpreis schwächeln, und der Pächter wäre in einer besseren Verhandlungsposition. Aktuell ist es doch eher so, wenn der Verpächter 100€ mehr will, stimmt der Pächter knurrend zu, wenn er aufgrund Stallerweiterungen oder Sonderkulturen o.ä. auf Fläche angewiesen ist.
Also ein geringer werdender Pachtpreis wäre ggf eine Folge, wenn er überhaupt eintritt, oder manche Pächter aufgrund sinkender Pachtpreises mehr Entfernung in Kauf nehmen (100€ geringere Pacht, kann man auch 80€ mehr für Transport und Logistik kalkulieren). Wer dann so denkt, trägt nicht wirklich zur Pachtpreisentlastung bei.
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Re: Wie entwickelt sich die Landwirtschaft weiter ?

Beitragvon T5060 » Mo Mai 04, 2026 14:02

Ja sinnvoll wachsen kann jeder, der so eine Million € (Kaufkraft heute) Cash hat bzw. und/oder an Neukredit kommt, sonst ist dieses Wachstum nur ein hinauszögern des eigenen Weichens.
Sinnloses Wachstum um des Wachstums willen, kann im Sinne des Begriffs "Nachhaltigkeit" der Banken und der öffentlichen Förderung als Eigentor zählen. Seit dem 24.02.2022 hat sich was geändert.
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Re: Wie entwickelt sich die Landwirtschaft weiter ?

Beitragvon Grimli » Di Mai 05, 2026 9:34

strokes hat geschrieben:Wenn zunehmend mehr Fläche verfügbar wird, könnte zumindest der Pachtpreis schwächeln, und der Pächter wäre in einer besseren Verhandlungsposition. Aktuell ist es doch eher so, wenn der Verpächter 100€ mehr will, stimmt der Pächter knurrend zu, wenn er aufgrund Stallerweiterungen oder Sonderkulturen o.ä. auf Fläche angewiesen ist.
Also ein geringer werdender Pachtpreis wäre ggf eine Folge, wenn er überhaupt eintritt, oder manche Pächter aufgrund sinkender Pachtpreises mehr Entfernung in Kauf nehmen (100€ geringere Pacht, kann man auch 80€ mehr für Transport und Logistik kalkulieren). Wer dann so denkt, trägt nicht wirklich zur Pachtpreisentlastung bei.


Hof Feld Entfernungen von 1-5 km waren vielleicht früher mal relevant, hier im Westmünsterland sind wir aktuell eher bei 10-25 km angekommen, es kann sich niemand seiner Hofnahen Flächen sicher sein...
Für tragfähige Landwirtschaft fehlen wohl überall 2-3 k € am Hektar als Basis (Eu Förderung,Sozialversicherung, Steuerfreibeträge) zumindest überall dort wo keine Windkraft,Gewerbe,Wohnbau oder sonstige dritte Ernte mit rein gerechnet wird, dafür verantwortlich ist maßgeblich der Inflationsbereinigte Prämientod der EU Förderung und das Ende der Quotierung für Milch und andere Agrarprodukte. Mit Verpachtung, Umnutzung vom Bestand und außerlandwirtschaftlicher Arbeit, fährt man nicht schlechter, bei deutlich gerigerem Risiko, sowohl für die eigene Gesundheit, als auch die Anforderungen,welche zusätzlich an die Familie gestellt werden...
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Re: Wie entwickelt sich die Landwirtschaft weiter ?

Beitragvon strokes » Di Mai 05, 2026 9:50

Aber ist das nicht ein Teufelskreis wenn sich keiner der Hof nahen Flächen sicher sein kann, gerade eben deswegen weil jemand aus 10-25km daher kommt?
Der inflationsbereinigte Prämientod ist ein guter Ansatz. Nicht nur sinkende Prämien sondern auch inflationsbereinigt betrachten!
Ein oder mehrere gute Außerlandwirtschaftliche Einkommensquellen, egal ob aktiv oder passiv ist ein guter Ansatz.
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Re: Wie entwickelt sich die Landwirtschaft weiter ?

Beitragvon T5060 » Di Mai 05, 2026 20:53

Hatte heute zwei verschiedene Holland-Entscheider am Tel, gestern ein Raiffeisen-Bank-Entscheider, der Tenor ist überall gleich:

Eigenkapitalbildung, FreeCashFlow, Rentabilität = Rating = Nachhaltigkeit; Baugelände und Erbschaften zählen nur bedingt

An übergroßen Betriebskonstruktionen sind immer nur Viehhändler und schlechtlaufende Genossenschaftsmolkereien interessiert.
Irgendwelche ungeübte Gesellschaftskonstrukte, die erst anläßlich einer Großinvestition entstehen, will auch keiner gerne sehen.

Unter 500.000 € Fremdkapitalzuwachs sieht man vieles etwas lockerer.

War aber früher auch nicht einfacher... wenn es heute auch nur so ausschaut.
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Re: Wie entwickelt sich die Landwirtschaft weiter ?

Beitragvon T5060 » Mi Mai 06, 2026 14:45

Peter Thiel (PayPal. Palantir usw.) "Zero to One", Kapitel - Krieg und Frieden - liefert die Erklärung und die Antwort.

"Ihr werdet euch alle massakrieren und dann kommt einer, macht alles Anders und ihr seid weg!"
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Re: Wie entwickelt sich die Landwirtschaft weiter ?

Beitragvon tyr » Do Mai 07, 2026 7:29

In welchem Zusammenhang steht dieses Zitat?
Armut schafft Demut, Demut schafft Fleiß, Fleiß schafft Reichtum , Reichtum schafft Übermut, Übermut schafft Krieg, Krieg schafft Armut
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