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Wie entwickelt sich die Landwirtschaft weiter ?

Hier hat alles Platz was mit Agrarpolitik und drumherum zu tun hat.
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Re: Wie entwickelt sich die Landwirtschaft weiter ?

Beitragvon T5060 » So Apr 26, 2026 21:17

Sitze hier gerade an einem Gutachten "Abwicklung des Traums von einer 200er Milchkuh-Traumanlage".
Also immer dort, wo der Bauer die Attribute "Größter, Schönster, Geilster oder Bester" anstrebt, ist i.d.R. recht oft und schnell Feierabend.
[ :klee: Ein Botaniker ist sowas wie ein Cowboy, der auf einem Pony reitet :-) :klee: ]
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Re: Wie entwickelt sich die Landwirtschaft weiter ?

Beitragvon Manfred » So Apr 26, 2026 21:37

Es ist schon manchmal zum Heulen.
Ich verstehe die beharrliche Weigerung nicht, den betriebswirtschaftlichen Teil der landwirtschaftlichen Ausbildung zu verbessern.
Aber wenn einer unbedingt mit 320 km/h durch die Betonwand will, hielte man ihn dadurch wohl auch nicht auf.
"Menschen mit Sklavenmentalität betrachten ihre Fesseln als Garantie für Stabilität."
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Re: Wie entwickelt sich die Landwirtschaft weiter ?

Beitragvon T5060 » Mo Apr 27, 2026 13:02

Den Bauer mit dem Attribut "wichtigster Bauer" habe ich noch vergessen.
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Re: Wie entwickelt sich die Landwirtschaft weiter ?

Beitragvon T5060 » So Mai 03, 2026 13:29

Übrig bleibt die "überwiegend gepflegte und koordinierend handelnde Kampfsau".
Alles worauf man sich als Bauer was einbildet, ist immer Vergangenheit, die Zukunft zählt.
Disziplin schlägt jedes StoryTelling. Jetzt können alle AgrarFakultäten nördl. der Mainlinie nachdenken.
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Re: Wie entwickelt sich die Landwirtschaft weiter ?

Beitragvon Manfred » So Mai 03, 2026 17:50

Wie man den Erfolg von Agrarfakultäten misst, ist eine interessante Fragestellung.
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Re: Wie entwickelt sich die Landwirtschaft weiter ?

Beitragvon T5060 » So Mai 03, 2026 19:32

Manfred hat geschrieben:Wie man den Erfolg von Agrarfakultäten misst, ist eine interessante Fragestellung.


Ne das bekommt man nicht hin. Man könnte nur Einzeldiszipline wie z.B. Pflanzenzüchtung untereinander vergleichen.

In der Praxis als Betriebsleiter sind die Triesdorfer und die Soester, den Göttingern und Gießener weit überlegen.

Ansonsten hilft uns für die Zukunft das Hand - und Lehrbuch der Super-, Mega- und Wohlfühlbauern nicht mehr weiter.

Ich denke mal in 3 - 4 Jahren dürfen wir die gesamte Landwirtschaftsbranche auf NULL setzen und neu aufbauen,
weil wir schon mind. 5 Jahre in die falsche Richtung surfen. Ukraine hin ... Politik her... staatl. Zuschüsse egal.. und Öko für die Katz

Der Grund dafür liegt auf der Abnehmerseite und den Währungsparitäten
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Re: Wie entwickelt sich die Landwirtschaft weiter ?

Beitragvon Manfred » So Mai 03, 2026 19:41

Könntest du das Szenario, das du da anrollen siehst, und seine wahrscheinlichen Ursachen näher beschreiben?
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Re: Wie entwickelt sich die Landwirtschaft weiter ?

Beitragvon T5060 » So Mai 03, 2026 20:51

Manfred hat geschrieben:Könntest du das Szenario, das du da anrollen siehst, und seine wahrscheinlichen Ursachen näher beschreiben?


Ganz einfach, die aktiv produzierenden Bauern werden zu alt und es kommen zu wenig nach.
Die Eigenkapitalbildung ist zu gering, der LEH sortiert sich gerade neu, wir haben derzeit große Veränderungen bei Vieh+Fleisch
und die Warenzentralen verlieren massiv zugunsten mittelgroßer Händler und Geno´s.
Die Prämien werden preisbereinigt massiv an Wert verlieren ggf. auch stark gekürzt.
Importe aus dem Nicht-Euro-Raum werden viel teurer.
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Re: Wie entwickelt sich die Landwirtschaft weiter ?

Beitragvon Manfred » So Mai 03, 2026 21:08

Das sind ja alles Langzeittrends, die wir seit vielen Jahren beobachten.
Das wird sich natürlich weiter fortsetzen.
Ich sehe bisher nur nicht diesen schnellen Umbruch "in 3 - 4 Jahren", sondern eher ein weiter anhaltendes Siechtum.
Schnellere Umbrüche könnten evtl. fallende Agrarbodenpreise auslösen (weil dann reihenweise Kredite gekündigt würden) die ich noch nicht sehe, weil das Großkapital weiter Geld unterbringen muss, oder ein überraschend schneller EU-Beitritt der Ukraine.

Es bleibt jedenfalls spannend und man sollte Diversifikation außerhalb der Landwirtschaft und für die Landwirtschaft einen Plan B und Plan C haben.
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Re: Wie entwickelt sich die Landwirtschaft weiter ?

Beitragvon T5060 » So Mai 03, 2026 21:22

Lassen wir uns mal überraschen.... der Storch war auch mal ausgestorben. Mittlerweile gefährdet der Storch die Froschpopulation in Feuchtgebieten, aber mehr Babies gibt es trotzdem nicht. :lol:
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Re: Wie entwickelt sich die Landwirtschaft weiter ?

Beitragvon 304 » So Mai 03, 2026 22:40

Manfred hat geschrieben:Das sind ja alles Langzeittrends, die wir seit vielen Jahren beobachten.
Das wird sich natürlich weiter fortsetzen.
Ich sehe bisher nur nicht diesen schnellen Umbruch "in 3 - 4 Jahren", sondern eher ein weiter anhaltendes Siechtum.

Du vergisst, dass diesmal nicht nur die Landwirtschaft in der Krise ist.

Das "grüne Wirtschaftswunder" kommt gerade erst langsam auch in der Industrie, in den Kommunen und bei den Privathaushalten an. Das werden wir definitiv merken, z.b. durch Kürzungen (Prämien, Krankenkassenbeiträge, ...)

Durchaus möglich, dass es die nächsten Jahre auf einmal sehr schnell geht.
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Re: Wie entwickelt sich die Landwirtschaft weiter ?

Beitragvon T5060 » So Mai 03, 2026 22:59

Spannend war was die Tage bei ALDI´s passierte:

ALDI SÜD baut 1.200 Leute in der Verwaltung ab (Wahrheit ist aber das ALDI Nord+Süd Funktionen in Salzburg ansiedeln um das deutsche Kartellrecht zu umschiffen)
ALDI NORD läuft besser als LIDL und ALDI Süd
ALDI SÜD verkauft das Luxushotel Öschberghof

Der ALDI Clan fokussiert sich, weil ihr Teil am Kuchen kleiner wird.

Die Insektenmafia geht reihum pleite, aus dem Vegan-Pseudo-Hype wurde der HighProteinSuperQuark
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Re: Wie entwickelt sich die Landwirtschaft weiter ?

Beitragvon Manfred » Mo Mai 04, 2026 5:34

Die Frage ist halt, ob das Kuchenstück der Landwirte inflationsbereinigt größer wird, nur weil das von Aldi evtl. kleiner wird.
Importe (Maschinen, Baustoffe, Dünger, Pflanzenschutz...) werden teurer. In Sachen Energie sind wir abgehängt. Die inflationsbereinigten Einkommen weiter Teile der Bevölkerung sinken, wodurch sich der Druck im Preiskessel erhöht.
Aber interessanter Weise werden wieder Milchviehbetriebe zum Kauf gesucht.

Ich gehe weiter davon aus, dass wir am meisten von den besten Low-Cost-Produzenten lernen können.
Wenn jetzt wieder die Häcksel- und Kurzschnittkolonnen rollen, um den mickrigen ersten Schnitt einzufahren, werden die Futterkosten nicht geringer, außer beim Höffti natürlich.
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Re: Wie entwickelt sich die Landwirtschaft weiter ?

Beitragvon T5060 » Mo Mai 04, 2026 8:44

Mehr als die Hälfte der deutschen Grünlandflächen sind eher für die Verwertung von organischem Dünger zu gebrauchen wegen der 170 kg Grenze als zur Futterlieferung. Dafür sind die zu teuer. Da bin ich mit Mais und Kleegras billiger dran, habe eine höhere Nährstoffkonzentration und weniger Dreck im Futter. Durch Nachsaat und Aufdüngung sind vielleicht noch ein paar Grünlandflächen zu retten für eine rentable Rindviehhaltung.
Wer große zusammenhängende Weideflächen hat, kann sich bei gezielter Vermarktung noch die Underperformance einer Mutterkuhhaltung leisten. Für was die Welt noch Pferde braucht, entzieht sich meiner Kenntnis. In einer Zeit perfekter Autos und spezieller Massagegeräte braucht doch kein Mensch mehr ein Pferd.
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Re: Wie entwickelt sich die Landwirtschaft weiter ?

Beitragvon Manfred » Mo Mai 04, 2026 10:31

Naja. Gibt auch im Milchviehbereich andere Methoden, die Kosten zu drücken. Die Kiwis sind da ja recht findig.
https://www.youtube.com/@TheOnceADayFarmer
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