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Wirtschaftslage - Deutschland

Hier kann man über aktuelle Themen aus den Medien und Allgemeines der Landwirtschaft diskutieren.
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95 Beiträge • Seite 5 von 7 • 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7
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Re: Wirtschaftslage - Deutschland

Beitragvon DWEWT » Sa Jun 13, 2020 17:04

Im Rahmen der Berichterstattung über die Coronafolgen für deutsche Betriebe kommt jetzt zutage, wieviel Kohle bzw. welche Bürgschaften an die Industrie gegeben wurden, als der Laden noch richtig brummte. Falls die deutschen Werften ihre im Bau befindlichen Kreuzfahrtschiffe nicht mehr loswerden, springt der deutsche Steuerzahler mit 25 Mrd. € ein. Von der Förderung für E-Autos, den Heizungswechsel u.a. Klima freundlichen Maßnahmen, ganz zu schweigen. Da verkommen die ca. 5Mrd. als Gesamtförderung für die Landwirtschaft zu einer Lachnummer. Warum müssen wir uns für diese Kohle rechtfertigen, während die großen Abzocker heimlich still und leise sich die Taschen füllen? Boni und Dividenden, gespeist mit Staatskohle, das ist wohl schon Normalität.
Wir sollten unsere Systemrelevanz demonstrieren und vorübergehend keinen Rohstoff liefern. Ich bin mir sicher, es würde keine Woche vergehen und die Politik würde am Rad drehen. Leider haben sich zuviele Kollegen finanziell so gebunden, dass sie eine derartige Aktion nicht mittragen könnten. Ich sehe die Dicken aus Wirtschaftsministerium und Kanzleramt schon abgemagert vor meinem geistigen Auge. :lol:
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Re: Wirtschaftslage - Deutschland

Beitragvon anhilde » Sa Jun 13, 2020 18:59

Woher kommt diese 25Mrd für unsägliche Kreuzfahrtschiffe? Gibt es da eine Quelle, wo man mehr dazu finden kann. Mich interessiert das Thema wirklich brennend. Ist schon krass, da wird dem kleinen Diesel PKW der gar ausgemacht, und diese Industrie wird mit Steuergeld gefördert... CO2 spielt da auch keine Rolle anscheinend. Hier passt doch nichts mehr wirklich zusammen.
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Re: Wirtschaftslage - Deutschland

Beitragvon DWEWT » Sa Jun 13, 2020 19:07

Panorama vom 11.06.2020. Es gab einen sehr aufschlussreichen Beitrag über das deutsche Werftenwesen und dessen Abhängigkeit von der Freizeitindustrie.
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Re: Wirtschaftslage - Deutschland

Beitragvon langholzbauer » Sa Jun 13, 2020 19:12

OHA;
Woher kommt die Erkenntnis beim DWEWT?
Hat er nicht im Herbst auch noch mit über LsV gelästert und sich in seiner Bio-Niesche sicher gefühlt ? :?:

Aber Einsicht braucht Zeit.
Und davon wird noch einige vergehen, bis( die übriggebliebenen selbstbewussten) Bauern und Verarbeiter wirklich zusammen rücken und dem Handel endlich die Stirn bieten.
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Re: Wirtschaftslage - Deutschland

Beitragvon Hosenträger » Sa Jun 13, 2020 19:19

Den Handel bieten die marodierenden Horden die Stirn. Das braucht aber noch, schließlich kann der Staat ja Billionen endlos aus dem nichts kreieren. Erst wenn das Geld Bündelweise auf der Straße liegt und sich kein Mensch sich darum bückt, wird man merken, daß Geld nicht schmeckt und auch nicht sonderlich sättigt! :cry:
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Re: Wirtschaftslage - Deutschland

Beitragvon DWEWT » Sa Jun 13, 2020 20:12

langholzbauer hat geschrieben:OHA;
Woher kommt die Erkenntnis beim DWEWT?
Hat er nicht im Herbst auch noch mit über LsV gelästert und sich in seiner Bio-Niesche sicher gefühlt ? :?:


Ich bin durchaus in der Lage, meine individuelle Situation und die Lage der "allgemeinen" Landwirtschaft in D. differenziert zu betrachten. Würde alle Kollegen so vermarkten können wie ich, was das Konsumentenverhalten in D. gar nicht zulässt, hätten wir diese Probleme nicht. Meine Vermarkter würden ein Zurückhalten der Schlachtrinder auch nicht verstehen, weil ich mit ihnen den Preis ausgehandelt habe.
Komm mir jetzt nicht mit "Solidarität".
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Re: Wirtschaftslage - Deutschland

Beitragvon langholzbauer » Sa Jun 13, 2020 21:53

Die Solidarität zwischen Bauern resp. Landwirten ist ja seit mindestens 50Jahren in den Berufsschulen erfolgreich durch die "Wachse oder weiche!" - Doktorin nahezu ausgerottet worden.
Jetzt, wo alle ,ob groß,klein, bio oder konvi, hierzulande mit dem Rücken an die Wand gedrückt werden, ist es an der Zeit, endlich wieder zusammen zu rücken!
Wir Bauern sind Leidensgenossen und Kollegen ganz lange bevor wir Konkurrenten um die Flächen werden!
Der beste Beweis dafür ist der Bodenmarkt, wo immer weniger "aktive Landwirte" zum Zuge kommen.
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Re: Wirtschaftslage - Deutschland

Beitragvon Englberger » Sa Jun 13, 2020 22:37

langholzbauer hat geschrieben:Der beste Beweis dafür ist der Bodenmarkt, wo immer weniger "aktive Landwirte" zum Zuge kommen.

Hallo,
jetzt bloss nicht jammern! Die super Landtechnikausstattung und die modernen Betriebe und viele Biogasanlagen in D kommen doch von dem unbegrenzten Bodenmarkt und Preis.
vergleich das mal mit F ; Bodenmarkt und Preis in Staatshand, da geht das nicht mit nem Bauplatz den Fendt oder Drescher zahlen.Auch im Alter sind die Pachteinnahmen staatlich begrenzt. Wollte in D das jemand? Ich glaub die Mehrheit nicht weil sie eher auf der Gewinnerseite steht.
mfG Christian
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Re: Wirtschaftslage - Deutschland

Beitragvon langholzbauer » Sa Jun 13, 2020 23:17

Na das mit dem neuen Schlepper für einen Bauplatz sind aber auch in D. nur Sonderfälle.
Ich jammer nicht, weil ich auf Grenzertragsstandorten aufgewachsen und daher noch für kleine Ernten dankbar bin.
Aber was da gerade am Bodenmarkt ab geht ist viel schlimmer als "der Kapitalismus in seiner.... Art" dem Marx beschreibt.
Ich will niemanden beurteilen und gönne jedem seinen maximalen Erlös.
Es ist trotzdem traurig, wenn gute Betriebe mit reichlich Eigentumsflächen keinen Nachfolger finden und viel zu oft an irgendwelche Holdings verkauft werden, weil selbst der beste Landwirt derzeit nicht auf einen Gewinn kommt, der den Erwerb von Fläche in größerem Umfang finanzierbar macht.
Es ist geradezu erschreckend,wenn langsam durch sickert, wer die neuen Eigentümer sind.
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Re: Wirtschaftslage - Deutschland

Beitragvon Südheidjer » So Jun 14, 2020 0:28

DWEWT hat geschrieben:Falls die deutschen Werften ihre im Bau befindlichen Kreuzfahrtschiffe nicht mehr loswerden, springt der deutsche Steuerzahler mit 25 Mrd. € ein.


Das wäre ja noch halbwegs akzeptabel, wenn die Schiffe dafür anschließend dem deutschen Steuerzahler gehören. Dann hätte man eine neue Völkerfreundschaft oder Wilhelm Gustloff. Wer für's Volk seinen Beitrag leistet hat dann auch mal Anrecht auf eine schicke Kreuzfahrt, die er sich verdient hat.

Aber das wird wie bel der Lufthansa laufen....den Laden hätte man für den Preis komplett übernehmen müssen und wenn der Laden wieder auf Linie ist, dann ggf Anteile verticken. Oder die Rendite an die in Knechtschaft arbeitenden Deutschen ausschütten.

P.S. Ich hatte übrigens als Kind mal eine Feriengästin kennengelernt, die den Untergang der Gustloff überlebt hatte. Damals konnte ich das nicht einordnen. Heute würde ich gerne nochmal mit ihr schnacken. Wir schauen generell zuwenig in die Geschichte.
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Re: Wirtschaftslage - Deutschland

Beitragvon Südheidjer » So Jun 14, 2020 0:51

langholzbauer hat geschrieben:Die Solidarität zwischen Bauern resp. Landwirten ist ja seit mindestens 50Jahren in den Berufsschulen erfolgreich durch die "Wachse oder weiche!" - Doktorin nahezu ausgerottet worden.
Jetzt, wo alle ,ob groß,klein, bio oder konvi, hierzulande mit dem Rücken an die Wand gedrückt werden, ist es an der Zeit, endlich wieder zusammen zu rücken!
Wir Bauern sind Leidensgenossen und Kollegen ganz lange bevor wir Konkurrenten um die Flächen werden!
Der beste Beweis dafür ist der Bodenmarkt, wo immer weniger "aktive Landwirte" zum Zuge kommen.


Ich glaube, daß es auch vor 50 oder 100 Jahren keine wirkliche Solidarität unter den Landwirten gab. Jeder hat schon immer versucht, seinen besten Schnitt zu machen, also bezüglich der Marktwirtschaft, also dem "Geschäft" betrachtet.
Wenn es um die Solidarität von Betrieb zu Betrieb geht, wenn irgendwas Schlimmes passiert (Feuer, Todesfall etc), ist die glaube ich immer noch da. Anstand hat doch irgendwie jeder ein bischen.

Was mir mehr Sorgen macht: Gestern hatte ich einen potentiellen Hofnachfolger angesprochen, ob er den Betrieb der Eltern weiter mache wird. Seine Antwort war, daß er es sich unter den jetzigen Vorzeichen nicht vorstellen kann, den Betrieb weiter zu machen. Der Betrieb ist in meinen Augen augentlich ganz gut aufgestellt, aber die Zukunftsaussichten sind halt wage. Und eben Maloche 24/7/365 als Milchviehbetrieb.
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Re: Wirtschaftslage - Deutschland

Beitragvon Qtreiber » So Jun 14, 2020 5:33

Südheidjer hat geschrieben: Wer für's Volk seinen Beitrag leistet hat dann auch mal Anrecht auf eine schicke Kreuzfahrt, die er sich verdient hat.

Hätte was von "Kraft durch Freude". :mrgreen:
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Re: Wirtschaftslage - Deutschland

Beitragvon DWEWT » So Jun 14, 2020 7:09

Südheidjer hat geschrieben:
Wer für's Volk seinen Beitrag leistet hat dann auch mal Anrecht auf eine schicke Kreuzfahrt, die er sich verdient hat.



"Das Volk" reagiert augenblicklich sehr verhalten auf Kreuzfahrtangebote. Inwieweit sich das in die Zukunft fortsetzen wird, muss man wohl abwarten. Allein die Tatsache, dass die Reedereien bestellte Kreuzfahrtschiffe nicht mehr abnehmen, lässt nichts Gutes erwarten.
Die Tatsche, dass sich der Staaat augenblicklich an diesen Unternehmen beteiligt/ Bürgschaften ausstellt, sollte nicht zu dem Schluss führen, dass der Staat der bessere Unternehmer sein könnte. Bisher hat der Staat all seine wirtschaftlichen Aktivitäten noch mehr oder weniger gegen die Wand gefahren. Ist ja auch kein Wunder, wenn man sich unsere Politik und deren wirtschaftliche Kompetenz anschaut. Juristen, also die Berufsgruppe die nicht in der Lage ist die eigenen Leistungen monitär zu bewerten und die deshalb eine Gebührenordnung benötigt, sind eine komplette Fehlbesetzung in wirtschaftlichen Funktionen.
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Re: Wirtschaftslage - Deutschland

Beitragvon elchtestversagt » So Jun 14, 2020 7:30

Das ist doch alles Jammerei auf höchstem Niveau...Wir waren im Anfang Februar noch bei Meyer, und da hiess es "Ausgebucht auf Jahre hinaus". Wenn man nun noch 1 Mrd. übrig hätte, dann würde man sein bestellten Dampfer erst 2024 bekommen...
Und nun?
Hat schon seinen Grund gehabt, das Meyer seine Kohle schon vorher in ein Steuerparadies gebracht hat....
Die bauen grade gegenüber noch mal fast doppelt so gross, sogar die Hauptstrasse wird anschliessend umgelegt, weil die sonst durch das Betriebsgelände führen würde...Glaubt doch nicht, das dort irgendein Euro für den Baugrund bezahlt wurden....
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Re: Wirtschaftslage - Deutschland

Beitragvon meyenburg1975 » So Jun 14, 2020 8:20

Südheidjer hat geschrieben:Was mir mehr Sorgen macht: Gestern hatte ich einen potentiellen Hofnachfolger angesprochen, ob er den Betrieb der Eltern weiter mache wird. Seine Antwort war, daß er es sich unter den jetzigen Vorzeichen nicht vorstellen kann, den Betrieb weiter zu machen. Der Betrieb ist in meinen Augen augentlich ganz gut aufgestellt, aber die Zukunftsaussichten sind halt wage. Und eben Maloche 24/7/365 als Milchviehbetrieb.


Ist ja erst der Anfang. In unserer Gemeinde sind etliche gut aufgestellte Betriebe. Voll arrondierte Grünlandstandorte mit 140-300 Kühen. Entweder haben diese Betriebe keinen potentiellen Nachfolger/in, oder diese werden gezielt nicht! gefördert. Wäre Interessant zu wissen, wie das hier in 20/25 Jahren gewuppt werden soll...
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