Maschinenring Shop

  • Foren-Übersicht
  • Galerie
  • Chat
    Erweiterte Suche
  • Ändere Schriftgröße
  • FAQ •
  • Datenschutzerklärung •
  • Nutzungsbedingungen • Registrieren • Login
Auto-Login

Aktuelle Zeit: Do Jan 15, 2026 16:21

Zukunftsorientierte Milchviehalter!

Hier hat alles Platz was mit Agrarpolitik und drumherum zu tun hat.
Antwort erstellen
65 Beiträge • Seite 2 von 5 • 1, 2, 3, 4, 5
  • Mit Zitat antworten

Beitragvon forenkobold » Sa Aug 16, 2008 10:40

Fragt mal die Sauen und Schweinehalter, die aus dem fast zwei Jährigen Preistief nicht rauskommen,


Die Mastschweinehalter sind doch schon wochenlang aus dem Tief.....
forenkobold
 
Beiträge: 5927
Registriert: Mi Aug 08, 2007 13:00
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Beitragvon Hohenloher » Sa Aug 16, 2008 20:43

Josse hat geschrieben:[
Deshalb reichen ja auch schon 1% mehr Milch um den Preis abstürzen zu lassen.
Josse


Da stimm ich Dir ausnahmsweise voll zu. Das Problem ist aber nicht, wie man es schafft, 1 % weniger Milch zu erzeugen, sondern dass die Milch auf jeden Fall erzeugt wird, solange noch einer daran glaubt, dass er damit Geld verdient.

Wenn die Deutschen die Milch nicht erzeugen wollen, machen das halt die anderen: zB Frankreich hat letztes Jahr einfach so 7 % mehr Milch produziert. Die können auch ein bisschen mehr machen, wenn sich die deutschen Milchbauern freiwillig zurückziehen.

Der Markt bereinigt sich erst dann, wenn es für keinen mehr interessant ist, Milch zu erzeugen. Siehe Beispiel Schweinehalter: Überall in Europa brechen momentan die Produktionszahlen ein ... und siehe da: die Schlachtpreise haben bereits angezogen und letztlich werden auch die Ferkelpreise nachziehen.
Hohenloher
 
Beiträge: 83
Registriert: So Aug 10, 2008 21:26
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Beitragvon Hoschscheck » Di Aug 19, 2008 14:20

Hohenloher hat geschrieben:
Der Markt bereinigt sich erst dann, wenn es für keinen mehr interessant ist, Milch zu erzeugen. Siehe Beispiel Schweinehalter: Überall in Europa brechen momentan die Produktionszahlen ein ... und siehe da: die Schlachtpreise haben bereits angezogen und letztlich werden auch die Ferkelpreise nachziehen.


Hallo Hohenloher,

bei den Schweinehaltern geschieht dies aber über blutige Nasen, = über Eigenkapitalverluste.

Dies wird bei den Milcherzeugern 2o15 deinem Gedankengang nach ebenso kommen.
Wenn Frankreich mal eben so 7% mehr Gas (oder besser Milch) geben kann, wie willst du die deutschen Molkereien vor dieser Milchmenge schützen?
Wie vor der Milch, die dann in Polen mehr ermolken wird?
Alles Milch von Molkereien und Erzeugern ohne Export-Erfahrung wie z.B. Arla und die Dänen.
Genau, wir werden unseren innereuropäischen Markt zerstören.
Wir freien Milcherzeuger werden unsere eigenen Molkereien dann in Milch ertränken.
Was meinst du wie viel ist dein Betrieb nach diesem Szenario mehr oder weniger Wert?
Wie viele Kühe sind verschwunden?
Wie viele Molkereien?

Alles Bauernkapital, Eigenkapital, was es eigentlich zu schützen gilt.

Nun muss ja nicht jeder Stall genutzt werden und auch bei 43 Eurocent/kg wird nicht jeder Milcherzeuger überleben können, nur ist Kostenoptimieren allein nicht immer "alles".
Ich meine hiermit z. B. die eigenstaatliche Subventionspolitik (Mwst, Heizöl als Diesel, etc), wie willst du gegen so was innerhalb der EU-Staaten anarbeiten?

Entschuldige wenn ich deinen Perspektiven, die Kiste mit Schwung gegen die Wand fahren und dann gucken was übrig bleibt, nicht hinterher laufe.

Hoschscheck
Hoschscheck
 
Beiträge: 2916
Registriert: Mo Mai 07, 2007 11:23
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Beitragvon xyxy » Di Aug 19, 2008 15:11

Ähhm, in wievielen Molkereien wird denn jetzt schon tagtäglich eifrig
Eigen-, Bauernkapital verbrannt??
Letztes Jahr warens 40cent, jetzt 43 nächstes 45?
Dann sind es doch gerade wieder die Bauern die nach Quotenerhöhung
schreien weil die Quotenkosten an der Börse nicht zu bezahlen sind
zusätzlich zu den höheren Pachten und Kaufpreisen für landw. Flächen.
Jetzt werden die Milcherzeuger doch gleich dreimal abgezockt!
Erst teuer gepachtet (über viele Jahre), dann Quotenübernahme (2/3 vom
Börsenpreis) dann wird dir die Flächenpacht raufgesetzt und nach einigen
Jahren wird dir die Fläche noch für teuer Geld zum Kauf aufgezwungen!
Es gibt nur einen Weg und zwar Abschaffung der Quotenregelung so schnell wie möglich!
Fifty shades of green
Benutzeravatar
xyxy
 
Beiträge: 9265
Registriert: Fr Dez 23, 2005 9:08
Wohnort: Nordwestdeutschland
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Beitragvon H.B. » Di Aug 19, 2008 15:50

Das seh ich auch so. Spätestens nach dem nächsten Börsentermin wird das die Mehrheit der Milcherzeuger nach Milchmenge auch so sehen.

Selbst wenn die Milch 8 Cent über aktuellem Vermarktungswert bezahlt würde hätten die meisten Bauern nicht mehr in der Tasche, denn im Krieg um Pachtflächen würde alles wieder verbraten -> mit oder ohne Quote.
Benutzeravatar
H.B.
 
Beiträge: 15806
Registriert: Sa Sep 23, 2006 20:54
Wohnort: BW
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Beitragvon Hohenloher » Mi Aug 20, 2008 8:40

Hoschscheck hat geschrieben:Hallo Hohenloher,

bei den Schweinehaltern geschieht dies aber über blutige Nasen, = über Eigenkapitalverluste.

Dies wird bei den Milcherzeugern 2o15 deinem Gedankengang nach ebenso kommen.
Wenn Frankreich mal eben so 7% mehr Gas (oder besser Milch) geben kann, wie willst du die deutschen Molkereien vor dieser Milchmenge schützen?
Wie vor der Milch, die dann in Polen mehr ermolken wird?
Alles Milch von Molkereien und Erzeugern ohne Export-Erfahrung wie z.B. Arla und die Dänen.
Genau, wir werden unseren innereuropäischen Markt zerstören.
Wir freien Milcherzeuger werden unsere eigenen Molkereien dann in Milch ertränken.
Was meinst du wie viel ist dein Betrieb nach diesem Szenario mehr oder weniger Wert?
Wie viele Kühe sind verschwunden?
Wie viele Molkereien?

Alles Bauernkapital, Eigenkapital, was es eigentlich zu schützen gilt.

Nun muss ja nicht jeder Stall genutzt werden und auch bei 43 Eurocent/kg wird nicht jeder Milcherzeuger überleben können, nur ist Kostenoptimieren allein nicht immer "alles".
Ich meine hiermit z. B. die eigenstaatliche Subventionspolitik (Mwst, Heizöl als Diesel, etc), wie willst du gegen so was innerhalb der EU-Staaten anarbeiten?

Entschuldige wenn ich deinen Perspektiven, die Kiste mit Schwung gegen die Wand fahren und dann gucken was übrig bleibt, nicht hinterher laufe.

Hoschscheck


Lieber Hoschscheck,

das Problem ist, dass das alles sowieso passiert - unabhängig davon, ob es nun 43 ct Milchpreis gibt oder nicht - im Gegenteil: Wenn Deutschland einseitig die Milchmenge runter setzt und damit kurzfristig die Milchpreise in Deutschland steigen, besteht noch mehr Anreiz für Berufskollegen außerhalb Deutschlands die von den Deutschen freigemachten Märkte zu besetzen.

Dies läuft übrigens grade ab: Arla übernimmt Lieferkontingente bei großen LEH´s mit dem Argument der Liefersicherheit, die durch deutsche Molkereien offensichtlich nicht mehr gegeben sei. Arla garantiert die Lieferung ! Diese Milch wird auf jeden Fall nicht in Deutschland gemolken.

Wenn man davon ausgeht, dass weite Teile der deutschen Milchproduzenten günstige Erzeugungskosten haben und damit wettbewerbsfähig sind (das zeigt übrigens die massive Überlieferei trotz Superabgabe deutlich) würde eine einseitige Beschränkung durch Saldierungswegfall, Umrechnungsqotenänderung und Verbleib der Quotenaufstockung beim Staat dazu führen, dass die deutschen Bauern ihre Vorteile nicht nutzen könnten und freiwillig das Feld räumen für die anderen.

Die können das besetzen: Siehe Frankreich mit + 7 % Steigerung.

Es hat übrigens den Baden Württembergischen Hochqualitäts- und Hochpreisferkeln nichts gebracht, dass im "Ländle" 1,5 Mio Ferkel weniger erzeugt werden: Die Dänen haben trotz einseitigem Baden Württembergischen Verzicht den Markt nicht nur besetzt sondern zugemacht.

Also: einen deutschen Markt damit zu schützen, dass man freiwillig weniger produziert ist völliger Nonsens !!!
Hohenloher
 
Beiträge: 83
Registriert: So Aug 10, 2008 21:26
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Beitragvon Josse » Mi Aug 20, 2008 10:39

Hohenloher hat geschrieben:
Josse hat geschrieben:[
Deshalb reichen ja auch schon 1% mehr Milch um den Preis abstürzen zu lassen.
Josse


Da stimm ich Dir ausnahmsweise voll zu. Das Problem ist aber nicht, wie man es schafft, 1 % weniger Milch zu erzeugen, sondern dass die Milch auf jeden Fall erzeugt wird, solange noch einer daran glaubt, dass er damit Geld verdient.

Wenn die Deutschen die Milch nicht erzeugen wollen, machen das halt die anderen: zB Frankreich hat letztes Jahr einfach so 7 % mehr Milch produziert. Die können auch ein bisschen mehr machen, wenn sich die deutschen Milchbauern freiwillig zurückziehen.




Man muss sich mal die gesammte Situatin der letzten Jahre in der EU ansehen. Frankreich hat Ende letztes Jahr eine Unterlieferung der zugeteilten Quote von ca. 10% gehabt. Da Frankreich die Ouote immer eingehalten hat und nun die Preise für Milch stiegen, haben die eine nord-süd Saldierung eingeführt. Es wurde den Bauern aus dem norden erlaubt, die Milchmenge aus dem süden mit zu melken. Normaler weise gibt es weder in Frankreich, noch sonst in der EU Saldierungsmöglichkeiten. Nur in Deutschland gibt es die Molkrerei und Bundessaldierung.
Frankreich war bis dato auf dem selben Weg wie UK. "Warum soll ich Milch produzieren, wenn der Preis nicht stimmt".
Da wir deutschen Bauern immer fleißig unsere Molkereiquote überliefert haben, war es uns, bzw. den Molkereien möglich in F die Märkte der Franzosen zu besetzen.
Frankreich produziert nun sieben Prozent mehr Milch als im letzten Jahr zur selben Zeit, doch wird die Quotenausschöpfung dort die 100% nicht erreichen.
Wir verlieren nun vielleicht die Absatzmärkte in F, die wir denen in den letzten Jahren abgenommen haben.



Wir sind uns ja alle einig, ob "freier Markt" (der niemals liberal ist) oder mit Quote, das die Menge den Preis bestimmt.
Ist zu viel da, dann geht der Preis in den Keller!
Wird das Angebot der Nachfrage angepasst, dann sind auch Erlöse möglich, die Vollkosten deckend sind.
Nur wie stellt man das an?
Bevor wir mit unserem Finger auf andere EU Länder zeigen können (Aussetzung der EU Quotenerhöhung), müssen wir unsere überlieferung der Quote in den Griff bekommen!
Die Abschaffung der Saldierung und die Anpassung des Umrechnungsfaktors ist der erste Schritt in Sachen Quotendiziplin! Der freiwillige Apell an die Milchbauern nicht mehr als die Quote zu beliefern bringt nichts.
Natürlich schreien jetzt alle die auf, die auf die Durchhöhlung der Quote gesetzt haben und jahrelang massiv überliefert haben. Die enorme Wachstumsschritte vollzogen haben, dabei auch ihre eigene Quote verkauft haben um einen noch grösseren Stall zu bauen, um noch mehr Milch überliefern zu können.
Diesen Aufschrei kann ich ganz gut verstehen, aber nicht akzeptieren!
Die Entscheidung zu wachsen und keine Quote zu kaufen ist ein betriebliches Risiko, was jedem bewusst ist und auch die letzten Jahre einzelbetrieblich gut funktioniert hat. Dem gesamt Status des deutschen Milchbauerns war es allerdings kontraproduktiv!
Nun ja, es ist halt so, alle wollen duschen um sauber zu werden, aber keiner will dabei nass werden...


Josse
Josse
 
Beiträge: 162
Registriert: Di Jun 28, 2005 9:17
Wohnort: Niederrhein
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Beitragvon Hohenloher » Mi Aug 20, 2008 11:04

Josse hat geschrieben:[
Wir verlieren nun vielleicht die Absatzmärkte in F, die wir denen in den letzten Jahren abgenommen haben.

Wir sind uns ja alle einig, ob "freier Markt" (der niemals liberal ist) oder mit Quote, das die Menge den Preis bestimmt.
...
Bevor wir mit unserem Finger auf andere EU Länder zeigen können (Aussetzung der EU Quotenerhöhung), müssen wir unsere überlieferung der Quote in den Griff bekommen!

Josse


Das Problem ist doch nicht moralisch, sondern wirtschaftlich. Es war schon immer so, dass derjenige, der die höhere Moral vor sich hergetragen hat, wirtschaftliche Nachteile in Kauf nehmen musste.

Hier bei der Milch haben wir eine selbst erfundene "Moral". Nämlich: Derjenige der die Quote einhält, ist gut, der der sie überliefert ist schlecht !

Diese "Moral" mag zwar dem einen oder anderen einleuchten, deckt sich aber nicht mit den wirtschaftlichen Gegebenheiten. Dort gilt: Derjenige, der mit den niedrigsten Kosten die Märkte besetzt, hat den wirtschaftlichen Vorteil und damit auch das Geld.

Die Frage, ob es gerecht war, dass die deutschen Milcherzeuger mit ihren Molkereien den Franzosen Marktanteile abgenommen haben und die Franzosen jetzt nur die ihnen zustehenden Märkte wieder zurückeroberten hat mit Sozialromantik, nicht aber mit Wirtschaft zu tun.

Wenn die deutschen Milchviehhalter im wesentlichen gute Vollkostenrechnungen haben, dann muss berufsständisch alles getan werden, damit diese Milchviehhalter auch die Möglichkeit bekommen, ihre Produkte ohne Einschränkungen verkaufen zu können und weitere Wettbewerbsnachteile abgeschafft werden.

Zusätzliche Hürden, wie der BDM sie fordert, aufzubauen, ist genau kontra Milcherzeuger in Deutschland. Wir haben nämlich nur den Weg in den Export. Und das nennt man halt gemeinhin "Marktanteile". Die kann man aber nur mit günstigen Kosten und nicht mit "Mengenrückführung" erobern. Die andern machen uns ja vor, wies geht.

Wenn wir weniger unnötig rumstreiten und uns selbst zerfleischen würden und dafür mehr Grips und auch ein bisschen Geld in die Vermarktung steckten, und das Geld für die Quote in die Produktion investieren würden, wären die deutschen Milchbauern unschlagbar.
Hohenloher
 
Beiträge: 83
Registriert: So Aug 10, 2008 21:26
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Beitragvon Cairon » Mi Aug 20, 2008 11:25

Natürlich kann man sich nicht komplett gegen den Markt stellen, aber den Markt einfach frei zu geben und alles regeln zu lassen kann auch keine Lösung sein. Eine komplett freie Marktwirtschaft für zu Raubtierkapitalismus und da die Produktionsbedingungen in jedem Land anders sind kann man natürlich auch nicht von gleichen Bedingungen sprechen. Wenn man den Markt einfach frei gibt, werden dabei auf die Dauer von der von Industriekonzernen aufgakeufte Agrafabriken entstehen auf denen die heutigen Landwirte dann kleine Angestellte sind. Ich habe mir die Landwirtschaft in den USA selber angesehen, dort ist es in großen Teilen doch schon so, das die Farmer nur noch am Tropf der Großkonzerne hängen und was Monsanto abzieht müsste inzwischen ja jeder mitbekommen haben.
Marktwirtschaft ja, aber soziale Marktwirtschaft mit entsprechenden Regelmechanismen. Es nur der Starke überlebt kann keine Lösung sein, nennt mich Sozial-Romantiker aber ich bin der festen Überzeugung, dass Raubtierkapitalismus immer zum Bürgerkrieg führt (Afrika lässt grüßen) und das kann ja nun keiner wollen.
Halb acht, halb neun, es wird schon heller,
Der Vater reitet immer schneller,
Erreicht den Hof mit Müh und Not,
Der Knabe lebt, das Pferd ist tot.
Benutzeravatar
Cairon
 
Beiträge: 6079
Registriert: Fr Aug 08, 2008 11:38
Wohnort: Cuxland an der Nordseeküste
  • Website
  • ICQ
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Beitragvon Hohenloher » Mi Aug 20, 2008 11:49

Cairon hat geschrieben:Marktwirtschaft ja, aber soziale Marktwirtschaft mit entsprechenden Regelmechanismen. Es nur der Starke überlebt kann keine Lösung sein, nennt mich Sozial-Romantiker aber ich bin der festen Überzeugung, dass Raubtierkapitalismus immer zum Bürgerkrieg führt (Afrika lässt grüßen) und das kann ja nun keiner wollen.


Regeln in unserer Marktwirtschaft haben wir doch ! Die sind überwiegend ja auch sinnvoll.

Es gibt aber auch Regeln im landwirtschaftlichen Bereich:

zB: Handelsklassen, DüngeVO, TierschutzVO, usw und so fort

Diese Vorschriften regeln doch ausreichend, dass nicht zu viele Tiere je Hektar und ordentlich gehalten werden. Außerdem gibt es das Grundstücksverkehrsgesetz und das Baurecht, das, zumindest eingeschränkt dem Landwirt noch eine gewisse Privilegierung gegenüber Investoren und Gewerbe bietet. Ich bin ja nicht gegen Rahmenbedingungen, sofern sie Sinn machen.

Wir sollten uns aber keine unsinnigen Auflagen selbst einhandeln.

Wenn die EU nun mal beschlossen hat, keine Milch-Intervention mehr zu praktizieren und die WTO darauf drängt, unsere Märkte für Drittländer, vorwiegend Entwicklungsländer zu öffnen, dann bringt eine Verteuerung der Produktion im eigenen Land durch Produktionsquoten nur, dass die eigenen Erzeuger unnötig beschränkt werden.

Was mich im übrigen immer wundert, ist, dass die NGO´s mit ihren Anhängern beim ABL und sonstigen grünen Ideologen immer einen freien Zugang der Entwicklungsländer für unsere Märkte fordern (bin ich übrigens auch sehr dafür !) andererseits aber gegen die Globalisierung und für die Milchquote sind. Man kann nicht beides haben: Freien Weltmarkt für die "Armen" in Afrika und Beschränkung für die "Reichen" in Europa. Dann passiert nämlich folgendes: Die von uns aus sozialromantischer Träumerei frei gemachten Produktionsquoten werden von irgendwelchen bestechlichen Corporations ausgenutzt und zu Cash gemacht und bei uns haben die tatsächlich entwicklungsfähigen Betriebe auch keine Chance.

Und die "kleinen Milchviehbauern" in den benachteiligten Gebieten glauben zwar, dass sie die Gewinner seien, das was aber in den letzten 3 Jahrzehnten Quotenwahnsinn an Entwicklungsmöglichkeit vergeigt worden ist, wird auch in Zukunft nicht leistungsfähiger.

Ansonsten stimme ich Dir zu: Unsere soziale Marktwirtschaft ist mithin das vernünftigste was es gibt - das müssen wir auch gegen den Raubtierkapitalismus à la USA verteidigen. Aber es ist Marktwirtschaft und keine Planwirtschaft !
Hohenloher
 
Beiträge: 83
Registriert: So Aug 10, 2008 21:26
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Beitragvon xyxy » Mi Aug 20, 2008 15:29

Dazu passt aktuell ganz gut aus der Zeitungsbeilage:
Arla Frico Gouda "jung" 100gr 29cent, also kg 2,9 Euro Ladenverkaufspreis!
Da wirds aber nix mit 43 cent Milchgeld :shock:
Fifty shades of green
Benutzeravatar
xyxy
 
Beiträge: 9265
Registriert: Fr Dez 23, 2005 9:08
Wohnort: Nordwestdeutschland
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Beitragvon H.B. » Mi Aug 20, 2008 16:17

Josse hat geschrieben: Nur in Deutschland gibt es die Molkrerei und Bundessaldierung.

...gut für die Bauern hier, um sonstige Wettbewerbsnachteile etwas auszugleichen.

Da wir deutschen Bauern immer fleißig unsere Molkereiquote überliefert haben

Was für eine Molkereiquote denn?

Wir verlieren nun vielleicht die Absatzmärkte in F, die wir denen in den letzten Jahren abgenommen haben.

..dann gilt es, andere zu erobern, so ist das Leben.


Wird das Angebot der Nachfrage angepasst, dann sind auch Erlöse möglich, die Vollkosten deckend sind.

Nehmen wir mal an, Deutschland verzichtet darauf - egal wie das funktionieren soll - auf 25% seiner Milchmenge zu produzieren, Rechne mal aus, um wieviel die europäische Anlieferung theoretisch zurückgehen könnte? Für die Schwarzmilchlieferanten um uns herum wärs ein klax, das aufzufangen. Erst recht für einen Erzeugerpreis 8 Cent über Markt.
Nur wie stellt man das an?

Die Abschaffung der Saldierung und die Anpassung des Umrechnungsfaktors ist der erste Schritt in Sachen Quotendiziplin!

Nein, das ist "Mexikanische Hinrichtung"


Die Quote muß weg, und zwar sofort! Zuviel Geld wurde von europäischen Milcherzeugern an Nicht- oder Exlandwirte durchgereicht - völlig sinnlos.
Benutzeravatar
H.B.
 
Beiträge: 15806
Registriert: Sa Sep 23, 2006 20:54
Wohnort: BW
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Beitragvon estrell » Mi Aug 20, 2008 17:26

ich verfolge die Diskussion - von allen Ansätzen die es bisher gab, ist die:
Quote weg und zwar sofort - die Schlüssigste.
Einige werden die Kurve bekommen - nach derzeitigem Stand hier in unserer Region die Betriebe mit +- 50Milch-Tieren - die größeren Betriebe sind im Moment am Limit - noch ein paar Cent weniger Milchgeld und die müssen dicht machen.
Ich muss nur immer an die Vielen denken, die das dann betrieblich nicht überleben werden. Was wird aus denen?

Natürlich - deren Land wird frei, man speist sie mit paar Kröten für ihren "alten Kram" ab - und dann?
Der Bauer ist halt der größte Feind des Bauern.

Und zuletzt - es wird auch ohne Quote immer noch die Länder geben, die unsere Auflagen an die Produktion nicht haben - die, die auch nach dem nächsten großen Höfesterben immernoch billiger werden liefern können - dann wird wieder der Tag kommen, wo man überlegt, wie es weitergehen soll und wen man dann opfern wird.

Ist nicht die einfachste Lösung die, das man jeder Produktionsauflage einen Preis zumisst und diesen auf Milch aus importen, die diese Auflagen im heimatland nicht haben, aufschlägt? Die Exportmilch wird mit dem Geld aus den Importeinnahmen verbillig in dem Maße, wie sie eben wegen der Auflagen teurer/wertvoller? ist als die im Zielland.
Mir ist egal ob Diktatur des Denkens von rechts oder von links kommt - ich denke immer noch was ich will!
Benutzeravatar
estrell
 
Beiträge: 3701
Registriert: Mo Nov 27, 2006 15:35
Wohnort: DG - Ostbelgien
  • Website
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Beitragvon H.B. » Mi Aug 20, 2008 19:08

estrell hat geschrieben:Quote weg und zwar sofort - die Schlüssigste.
Einige werden die Kurve bekommen - nach derzeitigem Stand hier in unserer Region die Betriebe mit +- 50Milch-Tieren - die größeren Betriebe sind im Moment am Limit - noch ein paar Cent weniger Milchgeld und die müssen dicht machen.

Richtig erkannt.

Gesunde Betriebe kaufen Quote, was sie behindert und vor allem kostet.
Kranke Betriebe kaufen keine Quote und haben mit oder ohne Quote keine Zukunft. Die verdienen ihr Geld erst bei der Aufgabe.
Was hält uns also an der Quote? Kranken Betrieben den Abschied zu versüßen? Eigentlich müssten denen auch die Pachteinnahmen oder Einnahmen aus dem Flächenverkauf reichen...

Ich muss nur immer an die Vielen denken, die das dann betrieblich nicht überleben werden. Was wird aus denen?

Wenn sie zu schlecht gewirtschaftet haben, hat der Staat hat ein mehr oder weniger funktionierendes Sozialsystem.


Der Bauer ist halt der größte Feind des Bauern.

...wie auch in anderen Branchen. Ich kenn einige Aufgabebauern, die erst nach der Aufgabe merken, was man aus den Aktiven herausholen kann, vorher.....
....die beginnen doch glatt etwas vorzurechnen, was sie in der aktiven Zeit nie fertiggebracht hätten....
Benutzeravatar
H.B.
 
Beiträge: 15806
Registriert: Sa Sep 23, 2006 20:54
Wohnort: BW
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Beitragvon Josse » Do Aug 21, 2008 11:33

H.B. hat geschrieben:
Die Quote muß weg, und zwar sofort! Zuviel Geld wurde von europäischen Milcherzeugern an Nicht- oder Exlandwirte durchgereicht - völlig sinnlos.


Nur mal so als Anmerkung, was die Quote doch noch für positive Nebeneffekte hat.
Im Moment ist es so geregelt, das der, der Quote besitzt auch Quote kaufen kann und somit seine Produktion ausweiten kann.
D. h., nur aktive Milchlandwirte können Milch produzieren.

Wenn es nun keine Quote mehr gibt, das fällt auch diese Regelung weg!
D.h., es währe für jederman möglich von heute auf morgen mit der Milchproduktion anzufangen!
Währe das nicht auch ein gefundenes Fressen für Konzerne?!

Hohenloher hat geschrieben:Was mich im übrigen immer wundert, ist, dass die NGO´s mit ihren Anhängern beim ABL und sonstigen grünen Ideologen immer einen freien Zugang der Entwicklungsländer für unsere Märkte fordern (bin ich übrigens auch sehr dafür !) andererseits aber gegen die Globalisierung und für die Milchquote sind. Man kann nicht beides haben: Freien Weltmarkt für die "Armen" in Afrika und Beschränkung für die "Reichen" in Europa.


Ich bin eigentlich gegen die Globalisierung und gegen "freie" Märkte. Die Geschichte hat dabei geteigt, das die Reichen dabei immer reicher werden und die Armen immer ärmer.
Nun ja, das lässt sich jedoch nicht mehr aufhalten.
Wir sollten uns dann wenigstens um die Regeln der Globalisierung kümmern!
Auf globaler Ebene gibt es keinen Freien Markt. In den WTO Verhandlungen werden die Interessen der stärksten Lobyisten auf den Rücken derer ausgetragen, die nicht so starkt und mächtig vertreten sind.
Bei allen WTO Verhandlungen waren wir Landwirte immer das Bauernopfer der Industriekonzerne!
Wenn die Zölle für Nahrungsmittel komplett fallen sollten muß ein Qualitätsschutz da sein. Ein Schutz der gegen unlauteren Wettbewerg schütz (und den gibt es jetzt schon, er wird jedoch nicht angewand).
Es darf von mir aus jeder in den EU Markt seine Produkte liefern, wenn sie den selben Qualitäts, Umwelt und Sozialkreterien der EU entsprechen!
Als Negativ Beispiel möchte ich hier das Palmöl erwähnen, der aus Malaysia kommt/kam. Dort wurd der Regebnwald abgeholzt und mit Ölpalmen bepflanzt, die dann hier in der EU zu Biodiesel hergestellt wird/wurde. Das hat nichts mehr mit Bio zu tun.
Wir müssen aufpassen, das durch unsere "Gesetzte" nicht Möglichkeiten für Andere zum Raubbau an der Natur und den Menschen ermöglicht wird, welche dann auch in der EU eine soziale Katastrophe werden kann.


Josse
Josse
 
Beiträge: 162
Registriert: Di Jun 28, 2005 9:17
Wohnort: Niederrhein
Nach oben

VorherigeNächste

Antwort erstellen
65 Beiträge • Seite 2 von 5 • 1, 2, 3, 4, 5

Zurück zu Agrarpolitik

Wer ist online?

Mitglieder: Bing [Bot], Google [Bot]

  • Foren-Übersicht
  • Das Team • Impressum • Alle Cookies des Boards löschen • Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde
Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Forum Group • Deutsche Übersetzung durch phpBB.de
phpBB SEO Design created by stylerbb.net & kodeki