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Zum Problem diese Preise und Zukunft Biogas

Hier kann man über aktuelle Themen aus den Medien und Allgemeines der Landwirtschaft diskutieren.
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77 Beiträge • Seite 4 von 6 • 1, 2, 3, 4, 5, 6
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Re: Zum Problem diese Preise und Zukunft Biogas

Beitragvon Cairon » Fr Dez 10, 2010 12:50

Ich weiß von einem Betrieb in Sellsingen, 100 ha Eigenland, 1000 Schweinemastplätze. Der hat seinen 100 ha jetzt für 1000 €/ha an einen Biogaser verpachtet. Die BGA muss im die Gülle aus dem Stall holen und für den Güllenachweis sorgen. Der macht seine Schweine jetzt mit Alleinfutter und geht nebenher arbeiten. Ich meine wenn man keinen Hofnachfolger hat und 100.000 € Pacht im Jahr haben kann, da muss man nicht lange rechnen. Die Pachtzahlung erfolgt vierteljährlich und der Vertrag ist über Bankbürgschaft abgesichert, außerdem gilt der angebaute Mais zusätzlich als Pachtsicherheit. Was mit den ZAs ist kann ich nicht sagen. Sollte der Pächter mit den Zahlungen in Rückstand kommen kann ihm der Verpächter ziemlich schnell kündigen und neu verpachten.
Mir ist es zwar schleierhaft wie die BGA sich da noch einen Gewinn ausrechnet, aber diese Verträge bestehen. Und wenn der Biogaser nach 5 Jahren Pleite ist, hat der Verpächter aber 500.000 € an der Seite, leben kann er von dem Geld dass er auf seiner neuen Arbeit verdient und die Schweinehaltung hat er ja auch noch. Auf wenn die BGA wirklich in die Pleite geht, sind genug da die gerne in diesen Vertrag einsteigen würden.
Ist zwar Wahnsinn aber ist so.

Ich muss ganz ehrlich sagen, wenn mir jemand 1000 € je Hektar bieten würde, würde ich auch ernsthaft drüber nachdenken. Ob ich dann alles verpachten würde weiß ich nicht, aber wie soll man aus einen 20 Punkte-Boden im Schnitt 1000 € pro Jahr heraus wirtschaften?
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Re: Zum Problem diese Preise und Zukunft Biogas

Beitragvon meyenburg1975 » Fr Dez 10, 2010 21:41

euro hat geschrieben:
meyenburg1975 hat geschrieben:Für Maisfähige Standorte haben die Biovergaser die Preise um ca. 2-300 Euro angehoben, in einigen Ecken auch mehr. Scheint langsam auch aufs DGL abzufärben.


Jaja :roll:

http://www.ml.niedersachsen.de/live/liv ... &_psmand=7


Hier gibts viel (alte) Marsch und tws auch Moorecken. Gutes Maisland ist schon aufgrund der natürlichen Gegebenheiten eher knapp. Die paar Biogasanlagen haben ausgereicht um die Preise von 300 auf ca 600 Euronen anzuheben, bei "Anlagenüberschneidungen" auch auf 800 €. Das ist Tatsache.

By the way haben hier zwei Biogaser bei ihrer Matsch- ähh Maisernte durch verdrecken halber Ortschaften dafür gesorgt, daß am Ende reichlichst Polizei auf "Matschstreife" waren. Von den Leserbriefen in der Zeitung mal abgesehen.
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Bundesländer kritisieren teuren Biogasboom

Beitragvon Ernst-August » Sa Dez 11, 2010 17:46

Ernst-August hat geschrieben:Der Landtreff ist mittlerweile kein Medium mehr in der die Branche unter sich ist. Hier tummeln sich erheblich mehr User als Verpächter, Veganer, und andere sogar der "Stern", der sonst nur die Bauern in die Pfanne haut, liest hier mit. Also ist es egal, ob ich es im Landtreff steht oder in der BILD Zeitung bzw. der Pastor von der Kanzel predigt und bei mir gehört das "klagen" zum Geschäft und wer nicht "klagt" hat keine Ahnung wie man Geschäft macht. Klar könnte ich hier schreiben das man theorethisch superreich mit biogas werden könnte, was aber bei geschickter Außendarstellung dazu führt, das die Politik dann die Einspeisevergütung kürzt. Welche Sparte legt denn derart die Kalkulation und Produktionsverfahren so offen im Internet wie die Bauern ? .... ich finde es immer wieder interessant, wenn sich hier einer frisch anmeldet ( wie in diesem Thread auch ) und gleich das Thema Pachtpreise fällt. Also überlegt euch was ihr schreibt, auch du euro, du magst vielleicht recht haben, aber wir haben hier in Deutschland erhebliche Probleme mittlerweile, mit der öffentlichen Akzeptanz beim Biogas, was die Zukunft beim Biogas stark in Frage stellt. Jeder Mensch kann googlen und da isser gleich im Landtreff.


Hier nun die Begründung für meine Haltung, Understatement ist nicht immer die dümmste Haltung http://www.spiegel.de/wirtschaft/untern ... 46,00.html

Die Förderung der Biogas-Produktion wächst den Bundesländern über den Kopf: Fast 6000 Anlagen verarbeiten Unmengen Mais, dessen Anbau andere Lebensmittel verdrängt und die Umwelt belastet. Niedersachsen will nun eine Reform der Subventionspolitik.

Hamburg - Das schnelle Wachstum der Biogasbranche stößt bei Umweltschützern, Lebensmittelproduzenten und Politikern zunehmend auf Kritik. Das Land Niedersachsen, Spitzenreiter bei der Stromerzeugung aus Biogas, will im Bundesrat diese Woche mit einem Entschließungsantrag eine Reform der bisherigen Subventionspolitik durchsetzen: "Die Grenzen des Wachstums" seien erreicht.

Kritik an der bisherigen Förderung nach dem Erneuerbare Energie Gesetz (EEG) kommt auch aus Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt, dessen Umweltminister Hermann Onko Aeikens (CDU) die weitere Förderung "für nicht vertretbar" hält.

Da die mittlerweile fast 6000 Biogasanlagen in Deutschland zu fast 90 Prozent mit Mais betrieben werden, sind in der Landwirtschaft große Monokulturen entstanden mit fragwürdigen ökonomischen und ökologischen Folgen. Die Anbauflächen für Energiepflanzen wie Mais sind innerhalb eines Jahres von 530.000 Hektar auf 650.000 Hektar gestiegen. Die Folge sind Verdrängung der Nahrungsmittelproduktion und erhöhte Umweltbelastungen.

Die Verbraucher zahlen so doppelt für den ungebremsten Biogasboom: über die Umlage beim Strompreis und durch steigende Lebensmittelpreise, etwa für Kartoffeln und Bier. Die Bundesregierung will Anfang kommenden Jahres einen Entwicklungsbericht für das EEG vorlegen, der den Boom beim Biogas sehr kritisch sieht.

Die nächste Novelle des EEG ist aber erst für 2012 vorgesehen. Bis dahin sind in Deutschland noch weitere 800 Biogasanlagen geplant.
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Re: Zum Problem diese Preise und Zukunft Biogas

Beitragvon euro » Sa Dez 11, 2010 18:00

Die Argumentation ist lächerlich.
Wenn ein Nettofleisch- und Milchexporteur die Preise im ganzen EU-Raum versaut dann produziert er nicht zuwenig sondern zuviel Lebensmittel.
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Re: Zum Problem diese Preise und Zukunft Biogas

Beitragvon Cairon » Sa Dez 11, 2010 19:09

Wird doch auch mal Zeit, das Lebensmittel teurer werden. Bedenklich wäre es doch erst, wenn die Leute Angst haben müssten, sie bekämen keine Lebensmittel mehr und ich habe noch keine leeren Regale wegen Biogas gesehen. Wir haben europaweit die billigsten Lebensmittel, mit welchem Recht? Warum müssen Lebensmittel in Deutschland verschleudert werden? Ich finde diesen Nebeneffekt das Biogasförderung wirklich gut. Es wird immer so getan, als würde Lebensmittelproduzenten und Biogaser komplett verschiedene Menschen. In den meisten fällen sind es doch nur unterschiedliche Zweige der gleichen Betriebe und ohne Biogas würde es den Höfen bei uns deutlich schlechter gehen. Ich finde es gut und wenn jetzt die armen Verbraucher mal etwas mehr für Lebensmittel bezahlen müssen und sich nicht den 2. Mallorca-Urlaub im Jahr leisten können tut mir das auch nicht leid.
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Re: Zum Problem diese Preise und Zukunft Biogas

Beitragvon HeideBauer » Sa Dez 11, 2010 21:00

Das zum Teil die Bereitschaft zu höheren Pachtzahlungen steigt, kann ich auch für unsere Gegend (östl. Niedersachsen) bestätigen.

In der Regel werden für unsere Flächen Pachten ca. 300€ gezahlt (ZA beim Landwirt). Seit ein-zwei Jahren stehen auch Summen von 500€ (ohne ZA) bis 650€ (inkl. ZA) im Raum - das Ganze bei 20 bis bestenfalls 30er Böden, die zu 100 % bewässert werden müssen, damit die Ernte überhaupt lohnt.

Bislang sind hier kaum Biogasanlagen im näheren Umkreis, jedoch sind eine 660kW-, eine 500 kW-, eine 440kW- und drei 250 kW-BGA in Planung/Bau; was in 2011/12 mit den Pachtpreisniveau passieren wird bleibt spannend, zumal bei uns eine hohe Kartoffel- und Zuckerrübenanbaudichte "Tradition" ist.

Nur was will man machen?! ...um bei solch hohen Pachtpreisen "mitstinken" zu können muss man auch bauen, ob man will oder nicht, denn sonst ist die Fläche futsch und somit auch unsere Erwerbsgrundlage.

Doch ich denke, dass hier die Bäume nicht in den Himmel wachsen werden: mittlerweile liegen die Baukosten dieser Anlagen (ich kenne den Großteil der Bauherren persönlich) bei 4400-5200 €/kW (netto) - da verdienen alle, nur muss der "Bauherr" selber aufpassen, dass auch er noch was verdient!



PS: ich habe mittlerweile schon aus mehreren Quellen gehört, dass eine GRAVIERENDE Gesetzesänderung in Planung sein soll, mit dem Inhalt, dass das EEG RÜCKWIRKEND geändert werden kann - die möglichen Auswirkungen kann sich jeder selbst ausmalen!
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Re: Zum Problem diese Preise und Zukunft Biogas

Beitragvon Ernst-August » Sa Dez 11, 2010 21:08

euro hat geschrieben:Die Argumentation ist lächerlich.
Wenn ein Nettofleisch- und Milchexporteur die Preise im ganzen EU-Raum versaut dann produziert er nicht zuwenig sondern zuviel Lebensmittel.


Womit wir beide mal einer Meinung wären. Wir hatten 8 % Stilllegung EU-Weit, aber Biogas braucht in deutschland etwa rd. 3 % der LF. Die öffentliche Wahrnehmung bzw. die Darstellung der Politik und der Medien ist eine Andere. Dem stehen jedoch die Klimaschutzziele der Bundesregierung entgegen die bei Biogas noch rd. 3 mal soviel möchte, bzw. existiert eine Studie der Grünen die glauben ganz Deutschland könne mit Biogas versorgt werden, damit man die Atomkraft abschaffen kann. Von der Studie reden die Grünen aber nimmer. Bevor man ans Biogas geht sollte man erst mal an die nutzlosen Heimtiere ( fressen rd. 17 % der deutschen LN ) und die Rasenflächen im bebauten Bereich gehen ( rd. 2 % mehr LN ) ins Kalkül ziehen.
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Re: Zum Problem diese Preise und Zukunft Biogas

Beitragvon julius » Sa Dez 11, 2010 21:27

meyenburg1975 hat geschrieben:Hier gibts viel (alte) Marsch und tws auch Moorecken. Gutes Maisland ist schon aufgrund der natürlichen Gegebenheiten eher knapp. Die paar Biogasanlagen haben ausgereicht um die Preise von 300 auf ca 600 Euronen anzuheben, bei "Anlagenüberschneidungen" auch auf 800 €. Das ist Tatsache.

.

Bei uns haben sich die Pachtpreise innerhalb 3 Jahren von 200 auf 600 Euro/ha erhöht. Wer "Schuld" drann hat kann gemunkelt werden.Sicher Biogas aber auch wachstumswillige Milchviehhalter mit einer Verfünfachung ihrer Produktion haben beigetragen. Neuerdings mischen auch Getreidebauern aufgrund höherer Erzeugerpreise mit.
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Re: Zum Problem diese Preise und Zukunft Biogas

Beitragvon forenkobold » Sa Dez 11, 2010 23:19

forenkobold hat geschrieben:Vor nem Jahr noch hätt ich gesagt, Du übertreibst.
Mittlerweile muß ich sagen:
Leider hast recht.
Und nichts ist verlässlicher als die Dummheit der Bauern.




Ich muß es wiederholen.....

Es sind gewiss nicht allein die Biogasanlagen.. es ist die erwachende Gier durch temporär steigende Preise. Mit schlechten Preisen hat man sich mehr recht als schlecht über Wasser gehalten. Anstatt sich zu freuen, dass man jetzt bei gleicher Fläche MEHR verdienen kann, haut man mit irrsinnigen Pachtgeboten seine Nachbarn aus dem Geschäft....
um nachher trotz mehr Fläche und besseren Preisen finanziell genauso herumzukrebsen wie zuvor..
Und dabei eine 80-Stundenwoche durch eine 100-Stunden-Woche ersetzt hat.
Lieber garkeine Signatur als ne doofe....
OHHPSS.. zu spät
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Re: Zum Problem diese Preise und Zukunft Biogas

Beitragvon thunderstruck » So Dez 12, 2010 6:39

Hier in meiner Ecke (östliches Niedersachsen) gibt es Unmengen an Biogasanlagen, von meinem Betrieb aus liegen zwei in "Steinwurfweite", im Schnitt in jedem zweiten Dorf eine 500er Anlage. Ich kann aber nicht erkennen, daß der Pachtpreis gestiegen ist. Habe selbst gerade für 400 €/ha 70er Acker gepachtet, incl. ZA. Es wird vereinzelt auch um die 600 €/ha gezahlt, wenn die betreffende Fläche beispielsweise der Arrondierung dient, aber das war schon vor Bau der Biogasanlagen so. Nun sind die Betriebe hier auch sehr flächenstark, insbesondere der Anteil der Eigentumsflächen ist recht hoch. Die müssen nichts pachten um eine Biogasanlage zu betreiben, und wenn sich da eine handvoll Landwirte zusammengetan haben, dann bleibt pro Betrieb noch genug Betriebsfläche für Rüben, Raps und Weizen übrig. Sie wirken meistens schon recht zufrieden, die Biogasbauern. Trotzdem möchte ich um nichts in der Welt mit einem von ihnen tauschen. Ich habe nämlich bis heute nicht begriffen, wie man freiwillig etwas produzieren möchte, dessen Preis für einen so langen Zeitraum festgelegt ist ohne daß man seine Produktionskosten annähernd einschätzen kann. Ich meine jetzt gar nicht einmal die Opportunitätskosten, sondern die tatsächlichen Kosten.
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Re: Zum Problem diese Preise und Zukunft Biogas

Beitragvon HeideBauer » So Dez 12, 2010 16:05

thunderstruck hat geschrieben:(...) Ich habe nämlich bis heute nicht begriffen, wie man freiwillig etwas produzieren möchte, dessen Preis für einen so langen Zeitraum festgelegt ist ohne daß man seine Produktionskosten annähernd einschätzen kann. Ich meine jetzt gar nicht einmal die Opportunitätskosten, sondern die tatsächlichen Kosten.


Ich sehe das anders: das EEG garantiert einen MINDESTpreis für die nächsten 20 Jahre. Wer meint, dass er im freien Markt, in sagen wir einmal 10 Jahren, höhere Stromerlöse erwirtschaften kann, der kann und soll dies bloß tun.
Zudem bietet das EEG dem Betreiber einen soliden (Finanz-)Rahmen und eine rel. kontinuierliche Liquidität, mit der gerechnet werden kann was geht und was vllt nicht mehr geht - bei derart volatilen Getreidepreisen ist das schwerlich möglich. Hinzu kommt ja auch noch, dass sich die Biogastechnologie am Anfang der Entwicklung befindet. Ich bin mir sicher, dass in 10 Jahren mind. 1/3 der Substrate eingespart werden kann - sei es durch Enzyme, höhere Wirkungsgerade, innovative techn. Verfahren oder neue Biozönosen im Fermenter.

Das das EEG trotzdem nicht das "Gelbe vom Ei" ist, bleibt unbestritten. Meiner Meinung nach wirft nahezu JEDER staatliche Eingriff ins "System" irgendwann seine Schatten (bestes Beispiel: Milchquote).
Anderes Beispiel sogar direkt aus diesem Bereich: das "Gejammer" der Biogasler, dass die Substratpreise explodieren. Was passiert: die Grundvergütung und der Nawaro-Bonus werden um je 1 Ct/kWh angehoben - auch für Altanlagen. Klingt nicht viel, aber bei einer 500kW-Anlage kommen so schnell 80.000€/Jahr ZUSATZerlös zusammen, mit denen nicht gerechnet werden konnte. Damals standen wir auch vor der Entscheidung eine BGA zu bauen, doch wir haben uns, aus Sorge um steigende Substratpreis, zurückgehalten - hat ja keiner ahnen können, dass der Staat noch mehr Vergütung freisetzt - NACHTRÄGLICH! :gewitter:
Was ist danach passiert? ...nix, die Vergütungssätze bleiben unangestastet und die Anlagen, die sich damals gerechnet haben, haben jetzt die Lizenz zum Gelddrucken. Find ich ja schön für die Betreiber - Glück muss man haben - aber wer so eine Anlage in der Nachbarschaft hat, der denkt anders! Hier wird alles übern Haufen geschmissen...und das für nahezu eine ganze Generation (20 Jahre)! :regen:

Und was passiert, wenn sich bspw. die Substratkosten durch irgendeine Innovation (siehe oben) gar halbieren und der Stromerlös bleibt konstant? ...was wird aus den Nachbarbetrieben? ...haben die überhaupt noch eine Chance auf Flächen?


Nachdenkliche Grüße...
HeideBauer
 
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Re: Zum Problem diese Preise und Zukunft Biogas

Beitragvon SCHWOABABAUER » So Dez 12, 2010 19:15

Cairon hat geschrieben:
SCHWOABABAUER hat geschrieben:
Cairon hat geschrieben:Ich muss ganz klar sagen, dass ich vom Biogasboom profitiert habe. Statt Raps baue ich auf unseren leichten Standorten jetzt Mais für eine BGA und der Deckungsbeitrag sieht um Längen besser aus.
Der Raps ist zZ auch nicht viel schlechter mit >40€/dt als BGA Mais!



Das Problem liegt bei uns beim Raps in der Ertragssicherheit. Wir sprechen bei den betroffenen Böden über eine 20 Punkte Braunerde. Der Maisertrag lag in diesem Jahr bei 48,2 t Frischmasse je Hektar mit 32% org. TS. Die Rapserträge auf diesen Böden variierten zwischen 1,5 und 4 t je ha. Die 4 t haben wir aber nur einmal erreicht. Im Schnitt der Jahre lag der Raps so bei ca. 2,5 t. Der Mais kommt mit dem knappen Wasser einfach besser klar und bringt bei extremer Trockenheit einfach mehr Ertrag als der Raps. Es gibt hier keinen Betrieb mehr, der bei uns auf der Geest noch Raps anbaut. Inzwischen haben wir hier eine Maisdichte von ja 75%. bei uns steht der Mais in einer Getreide und Kartoffelfruchtfolge, aber der größte Teil hier ist inzwischen Monokultur Mais. Nicht nur wegen der BGAs sondern auch wegen der großen Milchviehbestände.

Wir haben hier unten auch Braunerde, tiefgründig, Löss-Lehm und 80er.

Liegen die instabilen Rapserträge am Feldaufgang?

Monokultur Silomais auf leichten Böden. Was ist mit dem Humusgehalt?
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Re: Zum Problem diese Preise und Zukunft Biogas

Beitragvon Cairon » So Dez 12, 2010 19:32

Nein, die flachgründige 20-Punkte Braunerde hält einfach nicht genug Wasser. Beregnungsbetriebe gibt es hier so gut wie keine. Der Raps lief gut auf, wurde entsprechend gepflegt und gedüngt und dann fehlt einfach zu oft das Wasser. Wenn es zur rechten Zeit regnet sind 4 Tonnen pro Hektar möglich, wenn aber zur Anlage bzw. Füllung der Schotten das Wasser fehlt, ist es eben nichts mit hohen Erträgen. Mais kommt mit den Trockenphasen einfach besser klar.

Bei uns steht der Mais nicht in Monokultur und ich mache jedes Jahr mindestens 30 ha Ölrechtich der bis ins Frühjahr steht und 20 ha der zur Roggensaat wieder umgebrochen wird. Bei den Betrieben die den Mais in Monokultur machen gibt es nur Grünroggen. Mais steht bei uns nur alle 3-4 Jahre.
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Re: Zum Problem diese Preise und Zukunft Biogas

Beitragvon meyenburg1975 » So Dez 12, 2010 20:16

euro hat geschrieben:Wenn ein Nettofleisch- und Milchexporteur die Preise im ganzen EU-Raum versaut dann produziert er nicht zuwenig sondern zuviel Lebensmittel.

Na wenns die Anderen halt nicht drauf haben.
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Re: Zum Problem diese Preise und Zukunft Biogas

Beitragvon meyenburg1975 » So Dez 12, 2010 20:18

Ernst-August hat geschrieben: Dem stehen jedoch die Klimaschutzziele der Bundesregierung entgegen die bei Biogas noch rd. 3 mal soviel möchte, bzw. existiert eine Studie der Grünen die glauben ganz Deutschland könne mit Biogas versorgt werden, damit man die Atomkraft abschaffen kann. Von der Studie reden die Grünen aber nimmer.


Bei uns auf Kreisebene sind die Grünen von mehr BGA sogar ganz und gar nicht angetan, obwohl es hier im Vergleich zu anderen Ecken (noch) erträglich ist.
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