Ich habe ja vor längerer Zeit schon mal berichtet, dass ich für meine 15 Mutterkühe einen Weideunterstand mit Eignung als Winterquartier bauen möchte als Ersatz für den alten Anbindestall.
Bei der Stallform bin ich nach wie vor unsicher, aber ein Besuch bei einem großen Züchter in meiner Nähe hat mich schon mal etwas schlauer gemacht.
Er hält in den Altgebäuden und in nachträglich überdachten und umgebauten Mistlagern 120 erwachsene Tiere auf Einraum- Tiefstreu. Man muss dazu sagen, dass der Züchter noch recht jung ist und bereits große Umbaupläne hat- soll also kein Dauerzustand sein.
Ich habe jedenfalls lange mit ihm gesprochen und folgendes dabei mitgenommen:
Um Stroh zu sparen und einen knietiefen "Matsch" zu vermeiden, geht kein Weg an einer Zeiraum- Lösung vorbei. Er streut wirklich viel (alle 3 Tage einen 1,80m Rundballen in ein Abteil für 10 Kühe / Gesamt- Strohbedarf 1000 Ballen im Jahr), und trotzdem ist vor dem Fressgitter alles matschig und die Kühe haben alle dreckige Beine.
Vor dem Fressgitter muss also ein nicht eingestreuter Bereich sein. Normalerweise macht man das ja mit Spalten oder einem Schieber- das ist aber für eine kleine Hobby- Mutterkuhhaltung ohne großen Gewinn (wie bei mir
Ich habe mir daher den Punkt mit dem Zweiraum- Flachlaufstall aus unserer letzen Diskussion gut gemerkt. Das würde heißen, eine große, ebene Betonplatte gießen (im Fall der Fälle gut als Maschinenhalle umnutzbar), und den Fress- und Liegebereich mit einer Bohle geteilt, die zwischen U- Eisen eingeschoben wird. Hinter der Bohle wächst dann die Mistmatratze (bis max. 50 cm oder so), und vorne wäre ein betonierter Fressbereich, der alle paar Tage mit dem Radlader abgeschoben werden muss. Damit der dort entstehende Mist keine flüssige Pampe wird, würde ich wie im Mistgang des alten Anbindetalls eine Jaucherinne vorsehen (kleine Rinne 15 x 15 cm Querschnitt, abgedeckt mit geschlitzten Platten). Das funktioniert im Anbindestall erstaunlich gut. Auch wenn die Rinne ziemlich mit Mist voll ist und die Kühe mit den Hinterbeinen reintreten, läuft das Flüssige trotzdem gut ab und man kann den Mist gut laden.
Wenn die Rinne verstopft ist (kommt in 2 Jahren vielleicht einmal vor), sieht die Welt ganz anders aus- dann gibt's richtig flüssige Pampe. Ihre Berechtigung hat die Rinne also auf jeden Fall meiner Erfahrung nach.
Was meint ihr? Könnte dieses Stallkonzept eine einfache und kostengünstige Verbesserung des normalen Einraum- Tiefstreustalls darstellen? Ich sehe für mich keine interessanten Alternativen- ich möchte auf keinen Fall das ohnehin knappe Budget in einen Stall stecken, den man bei einer Abschaffung der Herde nur noch wegstemmen kann, weil irgendwelche großen Stufen und Schrägen in der Sohle sind.

