Maschinenring Shop

  • Foren-Übersicht
  • Galerie
  • Chat
    Erweiterte Suche
  • Ändere Schriftgröße
  • FAQ •
  • Datenschutzerklärung •
  • Nutzungsbedingungen • Registrieren • Login
Auto-Login

Aktuelle Zeit: So Nov 30, 2025 21:13

Aufstehen jetzt

Hier hat alles Platz was mit Agrarpolitik und drumherum zu tun hat.
Antwort erstellen
1589 Beiträge • Seite 100 von 106 • 1 ... 97, 98, 99, 100, 101, 102, 103 ... 106
  • Mit Zitat antworten

Re: Aufstehen jetzt

Beitragvon tyr » Fr Mär 15, 2024 23:25

Das es keine private Landwirtsachaft gab, stimmt nicht so ganz, es gab keinen privaten Ackerbau., jedenfalls nicht im größeren Maßstab. Ein halben Hektar stand aber jedem genossenschaftsmitglied zu, und Häuslerwirtschaften blieben, als sogenannte Arbeiterbauern, prinzipell unangetastet. Das Problem war, das es so gut wie keine Maschinen privat gab, weswegen viele den halben Hektar Acker nicht nutzten.
Anders war es bei der privaten Tierhaltung, diese wurde sogar, über die Aufkaufpreise, massiv gefördert, ebenfalls der private Gartenbau, beides war extrem wichtig für die Versorgung der Bevölkerung. Ohne die private Viehhaltung udn Gartenbau wäre die versorgung der DDR ziemlich präkär gewesen, die landwirschaftlichen Produktionsgenossenschaften und Volkseigene Güter waren schlicht zu ineffizient, vor allem seit man Tier- udn Pflanzenproduktion getrennt hatte.
Nimm das Recht weg, was ist der Staat noch anderes als eine große Räuberbande. (Augustino von Hippo, 354 bis 430)
Unbedingter Gehorsam setzt bei den Gehorchenden Unkenntnis voraus.
tyr
 
Beiträge: 10464
Registriert: Do Jun 10, 2021 7:39
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: Aufstehen jetzt

Beitragvon MikeW » Fr Mär 15, 2024 23:33

Christian ,

ich muß jetzt noch etwas zum Thema Soldaten verhungert und Waffen verkauft
Wenn bei dem Verein NVA eins funktioniert hat, dann die Versorgung der Truppe. Dafür wurde aber auch erwartet, oder besser es war klar ... wenn einer den Befehl gibt "Einmarsch im Westen" dann wär das auch so gewesen und mit der Vorgabe innerhalb ein zwei Tagen stehen wir am Rhein. Technisch und personell war dazu auf jeden Fall alles geregelt.
mal kurze Ableitung zum heutigen Geschehen (sorry)
Das kann sich heut gar niemand mehr vorstellen. Du warst wochen- und monatelang quasi weg. Truppenübungen des Warschauer Pakts an der Oder werd ich nie vergessen. Russicher Panzer bei der Oderdurchfahrt an der polnischen Seite nicht aufgetaucht ... wir durften als technische Pioniere mit unserer Technik nicht bergen. Es mußte weiter gehen ... holen wir auf dem Rückweg raus :regen:
Da hat keiner hinterfragt oder sonstiges, Befehl war Befehl ... und grad unter dem Wissen über die Mentalität der Truppen des Ostens seh ich die, sagen wir mal ruhig "Kriegstreiberei" heutiger politisch Verantwortlicher wie Kiesewetter, Strack Zimmermann udgl sehr bedenklich.
Truppen der DDR gibt es nicht mehr und die heutige Armee der BRD besitzt bis auf einzelne Spezialkräfte nicht die Mentalität sich auf so eine Auseinandersetzung einzulassen ... die Oberen tönen nur rum und sind im E-fall garantiert nicht vorn dabei.

Zum Sachstand Hungern in der DDR
Glaub mir, da ist niemand verhungert und Mangos waren und sind nicht überlebenswichtig :wink:
Es waren auch keine Tafeln nötig, damit die Bevölkerung etwas zu Essen hatte. Ich weiß nicht, wo so mancher Zeitgenosse seine Info`s hernimmt. In dem Zusammenhang muß ich aber auch erwähnen, daß die grüne Politikerin KGE mit Ihren medialen Äußerungen auch sehr viel zu dem oft falschen Bild vom dasein in der DDR beiträgt. traurig aber wahr

Grüße
Selbst Denken ist wichtig, ... wichtiger denn je.
MikeW
 
Beiträge: 3231
Registriert: Mo Mär 24, 2008 9:35
  • Website
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: Aufstehen jetzt

Beitragvon MikeW » Fr Mär 15, 2024 23:35

@ tyr

Jup ... deshalb hab ich ja geschrieben "In der Landwirtschaft gab es Privat quasi nicht nennenswert." ... ist doch nicht so schwer zu verstehen, oder ?
Selbst Denken ist wichtig, ... wichtiger denn je.
MikeW
 
Beiträge: 3231
Registriert: Mo Mär 24, 2008 9:35
  • Website
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: Aufstehen jetzt

Beitragvon T5060 » Fr Mär 15, 2024 23:43

NVA ? Das waren die, bei denen wir gelernt haben immer zwischen die Augen zu zielen, vor dem Abdrücken :lol: :lol:
Haste ne Banane hoch gehalten, dann kamen die aus ihren Löchern, Feuer frei ..... :klug: :mrgreen:
[ :klee: Ein Botaniker ist sowas wie ein Cowboy, der auf einem Pony reitet :-) :klee: ]
[ :klee: Man muss nicht den Rechtsradikalismus bekämpfen, sondern die Blödheit von CDU, Grünen, SPD und FDP :klee: ]
[ :klee: Werte schätzen :klee: ]
Benutzeravatar
T5060
 
Beiträge: 35084
Registriert: Sa Jan 10, 2015 7:46
Wohnort: Bayern - BW
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: Aufstehen jetzt

Beitragvon tyr » Fr Mär 15, 2024 23:48

MikeW hat geschrieben:@ tyr

Jup ... deshalb hab ich ja geschrieben "In der Landwirtschaft gab es Privat quasi nicht nennenswert." ... ist doch nicht so schwer zu verstehen, oder ?


Wenn bei Dir Landwirtschaft nur Ackerbau ist, dann stimmt das......
Nimm das Recht weg, was ist der Staat noch anderes als eine große Räuberbande. (Augustino von Hippo, 354 bis 430)
Unbedingter Gehorsam setzt bei den Gehorchenden Unkenntnis voraus.
tyr
 
Beiträge: 10464
Registriert: Do Jun 10, 2021 7:39
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: Aufstehen jetzt

Beitragvon langholzbauer » Sa Mär 16, 2024 2:53

Ui ui ui...
Viel geschrieben hier, über die DDR. :roll:
Was nützt uns das heute nach 34 Jahren???

Zur Landwirtschaft damals möchte ich so viel schreiben.:
Die Betriebsgröße und Organisation war seit 1960 staatlich vorgegeben.
In etlichen, meist natürlich benachteiligten Regionen wurde individuelle LW im NE und steuerfrei bis zur Wende noch heimlich geduldet, weil die Naturaleffizienz der Bauernfamilien von keiner LPG auf den heutigen " Grenzertragsstandorten" erreichbar war und diese an jedem L Milch und Kg Fleisch aus dieser Quelle noch etwas verdienten und dies auch auf ihre Planerfüllung anrechnen durften.
In den Regionen ohne alteingesessene Bauernfamilien beschränkte sich das oft nur noch auf Schrebergärten und Geflügel- und Kaninchenhaltung.
Was Engelberger beschreibt, waren schon die Zustände nach der DDR.
Er war sicher erst in vakanten Betrieben, nachdem deren Aufgabe und Liquidation längst beschlossen war. Vermutlich überwiegend ehemalige V olks E igene G üter.
Bis da " Wessis" die Betriebe besichtigen durften, war doch oft schon alles verhökert, was für gutes Geld zu holen war.
Und dabei war Silofolie und Pressengarn, aber auch Neureifen in den gängigen Größen ganz weit vorn. :wink:
Das hat nichts mehr mit den Zuständen vorher zu tun gehabt.
Es gab unterhalb des Radars schon deutliche Unterschiede in der Struktur.
Kleine Episode dazu:
Ich durfte anno 84 mit meinem Vater eine Studienkollegen( Feldbauleiter) in der " Goldene Aue" zwischen Gotha und Mühlhausen besuchen.
Der konnte/wollte es gar nicht glauben, dass wir noch 5 ha Eigenbewirtschaftung mit rund 30 000 L Milch + Aufzucht und Mast betreiben.
Für sein Gebiet hatte er sich das sofort gewünscht.

An einem ähnlichen Punkt stehen heute viele Regionen im Westen auch.
Heute ist es die knallharten Ökonomie, die zu Großbetrieben fürt.
Aber dabei bleibt zu viel individueller Fachverstand und Gespür für den Standort auf der Strecke.
Schon die jährlich zunehmenden Dokumentationen über versenkte Maschinen sind der beste Beweis dafür.

Und damit möchte ich gern den Kreis wieder zum Thema schließen.
Der Agrardiesel und die KfZSteuer waren nur der Tropfen zum Überlauf ...
Viele Kollegen sind und waren auf den Straßen, weil wir wissen, dass da Realität und Anforderungen nicht mehr Vereinbar sind!
Bauer aus Leidenschaft für Land und Wald...
langholzbauer
 
Beiträge: 12819
Registriert: Fr Okt 19, 2012 22:08
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: Aufstehen jetzt

Beitragvon tyr » Sa Mär 16, 2024 8:11

Ja, es gab auch private Landwirtschaftsbetriebe, sow ie Du es beschriebst, mit 5-10ha, die bei der Kollektivierung irgendwie vergessen wurden, wenn auch nicht viele. Gerade auf Grenzstandorten, z.B. hier im Oberlausitzer Bergland an den Berghängen. Nicht viele, aber es gab sie.
Und dann gabs die cleveren, meist selbst mit hohen LPG, oder Volksgutposten, die die halben Hektare von anderen "mit" machten, udn Zugriff auf Technik hatten, und damit sich ordentlich zusätzlich Geld verdienten. Ganze heutige Landeigentümerdynasien sind nach der Wende daraus entstanden.
Und dann gabs noch die LPG Typ I..... private Betriebe, meist Viehhalter, vor allem Milchvieh, die zwar offiziell in der LPG waren, das was man heute so kennt ist die LPG Typ III, nach Vorbild der sowjetischen Kolchosen, aber auf ihrem eigenen Hof wie gehabt weiterwirtschafteten. Ohne Ackerbau, der wurde, in diesem Typ immer kollektiviert.
Trannung von Tier- udn Pflanzenproduktion. Diese Betriebe gab es vor allem im heutigen Sachsen und Thüringen und stellen die Masse der sogenannten Wiedereinrichter.
In Brandenburg und MecPom gabs, vor allem aus historischen Gründen, solche Betriebe deutlich seltener. Brandenburg und MeckPom waren Junkerland, private bäuerliche Landwirtschaft gabs es dort auch vor der DDR wenig. Vielen der ehemaligen Landarbeitern auf den großen Gütern, denen man im Zuge der Bodnereform eigene Betriebe gab, sind diese schnell über den Kopf gewachsen, weil sie nicht gewohnt waren, eigenständig zu wirtschaften, und weil die Bodenzuteilung für die mindere Qualität der Böden dort, zu gering war, um lebensfähige Betriebe zu entwickeln. Auch deswegen ging die Zwangskollektivierung dort oben meist ohne Zwang udn Geräuschlos ab, man hatte endlich wieder seinen Junker, auch wenns jetzt nicht mehr der Herr Baron von und zu war, sondern ein roter Funktionär. Aber man hatte wieder einen, der sagte, was man tun soll, man hatte wieder ein geregeltes Leben. Nicht jeder ist für die Selbstständigkeit gemacht...
Ja, und dann gabs noch die vielen kleinen "Hobby"bauern, vor allem in der Tierhaltung (Milch/Fleischrind, Schweine, Geflügel) und die Gärtner, sowohl im größeren Umfang auf den Dörfern, wie auch die Schrebergäten, die maßgeblich zur Versorgung der DDR beitrugen, und eine wichtige Stütze der Versorgung waren. Ihre Produkte wurden über staatliche Aufkaufstellen zu hohen Preisen, oft weit über dem späteren Verkaufswert, aufgekauft, und trugen in vielen Familien massiv zum Wohlstand bei.
Vor allem wenn man noch "nebenbei" bei einer der Kolchosen arbeitete, und Futtermitteldeputat, oder Zugriff auf Futtermittel hatte, die man "umlagern" konnte^^
Da war immer ein lustiges Geschiebe udn Geschacher im Gange..
Viele dieser hemaligen "Hobby"- Bauern stellen heute imn Osten die masse der nebenerwerbslandwirtschaften, und sind teilweise hochproduktiv, ihnen fehlt iaR nur die Bodenaustattung zur Volllandwirtschaft.

Wie ihr aus dem Westen seht, war die reale Situation wesendlich komplexer udn vielschichtiger, als so von den wesrdeutschen staatlichen Erklärbären so kolportiert, und das gilt für alle Bereiche der DDR. das ist es auch, was die meisten ehemaligen DDR- Bürger so sauer macht, ihre Erfahrungen mit der DDR waren /sind deutlich komplitzierter und difefrenzierter, als das heute verbreitete öffentliche Bild, das ja meistens von Wessis, oder von damals hochgradig priviligierten Ossis verbreitet wird.
Nimm das Recht weg, was ist der Staat noch anderes als eine große Räuberbande. (Augustino von Hippo, 354 bis 430)
Unbedingter Gehorsam setzt bei den Gehorchenden Unkenntnis voraus.
tyr
 
Beiträge: 10464
Registriert: Do Jun 10, 2021 7:39
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: Aufstehen jetzt

Beitragvon Oberpfälzer » Sa Mär 16, 2024 8:29

Ich habe die Entwicklung seit dem Fall des eisernen Vorhangs schon einigermaßen bewusst mitbekommen. Bei der Wende war ich in der ersten Klasse.
Ich lebe direkt an der Grenze zur Tschechei. Die Tschechoslowakei und die DDR waren ja meines bescheidenen Wissens nach im Sozialismus vergleichbare Satellitenstaaten, was wirtschaftliche Entwicklung, Infrastruktur, Ausbildung, etc. anbetrifft.
Ganz ehrlich: Die Ostdeutschen mussten die letzten 30 Jahre ziemlich froh sein, dass die Unterstützung durch die BRD so gewaltig ausgefallen ist. Die Infrastruktur in der CZ ist teilweise heutzutage immer noch katastrophal. Fahr da mal über ne Nebenstraße...
Die Armut war dort in den 90ern richtig brutal. Straßenprostitution, Sperrmüllsammler bei uns, etc.
Die Leute verdienen dort auch jetzt immer noch viel weniger als bei uns und arbeiten deshalb auch oft hier.
Die Infrastruktur in den neuen Ländern ist mittlerweile ja wirklich top. Meiner Meinung nicht zu vergleichen mit CZ.
Aber natürlich haben sich die wertvollen Betriebe nach dem Ende der DDR irgendwelche Vorzeigekommunisten und Beuteritter aus dem Westen unter den Nagel gerissen, aber das war in CZ, Ungarn, etc. sicher genauso.

Klar macht die Ex-DDR jetzt auch den kompletten Abstieg Deutschlands mit, was Migration, Bildung, kulturellen Verfall, Sicherheitsverlust, etc. anbetrifft. Die Tschechen, Ungarn, Slowaken, Polen etc. sind da mittlerweile tatsächlich besser dran.
Oberpfalz - Gott erhalt`s!
Kein Bayernland ohne Bauernstand!
"Nur einer ist ewig, der Bauer", O. Spengler
Oberpfälzer
 
Beiträge: 2027
Registriert: Do Aug 06, 2009 9:32
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: Aufstehen jetzt

Beitragvon bfg 4006 » Sa Mär 16, 2024 9:02

Hallo !

Ich bin ja direkt an der Grenze aufgewachsen, konnte aber nicht rüber, weil ich da keine direkten Verwandten habe.

Im Sommer 1990 hat ein bekannter Westbauer in den neuen Ländern Flächen von zwei Betrieben pachten können.
Die Altbesitzer haben ihre Ackerflächen flurbereinigt in einem Stück zurückbekommen.
Da beide Altbesitzer nebeneinanderlagen hatte dann der "Westbauer" knapp 50 ha in einem Schlag pachten können.
Das waren für uns aus Westdeutschland ganz andere Dimensionen, wo grosse Flächen vieleicht mal 4 ha groß waren.
Anfang der 90 ziger habe ich dort bei der Bodenbearbeitung und Ernte geholfen.
Düngung wurde die ersten jahre mit dem Flugzeug gemacht, weil man im zeitigem Frühjahr nicht auf die Marschflächen rauf konnte.
Die erste Ernte hat mein Bekannter mit dem Claas Mercator 50 und 2,60 m Schneidwerk durchgeführt.
Das hat dann etwas länger gedauert...

lg bfg
Do watt du wullt, de Lüüd schnackt doch.....
bfg 4006
 
Beiträge: 678
Registriert: Di Nov 04, 2014 12:04
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: Aufstehen jetzt

Beitragvon MikeW » Sa Mär 16, 2024 11:22

@langholzbauer ... sehr passend beschrieben.
Und ja, jetzt nach über 30 Jahren ist das Alles Geschichte. Man lebt im jetzt und für die Zukunft.
Wir selbst hatten damals nur einige Hasen , Obst und rund nen ha Grünland auf dem ich als Kind noch mit Sense und Rechen Heu gemacht hab.
Die Erzeugnisse wurden wie von tyr beschrieben zu recht guten Preisen vom Konsum aufgekauft (deutlich über den Preisen im Laden später) aber auch der Privatmarkt florierte ... wer sich gekümmert hat kam schon klar.
Beim Wald wars noch mal verrückter, jedenfalls in unserer Gegend. Du hattest Wald im Grundbuch, durftest da aber nix machen. Hast Du Schnittholz gebraucht, haben sie Dir ne Parcelle zum Einschlag zugeteilt und in wieder ner ganz anderen Parcelle hast Du dann Pflanzen müssen. Die Waldgrundstücke waren aber direkt nach der Wende wieder in Eigenbewirtschaftung. Langholzbauer ... war das bei Euch auch so

@tyr
Ja, ich hab auch die Erfahrung, daß es in der damaligen DDR regional sehr sehr unterschiedlich war. Deshalb "die DDR gab es nicht" . Bei uns hier hatten die Leute ihre Sachen schon recht gut in Schuß. Das war privat und auch bei den LPG so, die haben alle als Agrargenossenschaft weiter gemacht. Der rein optische Unterschied in der Region bei uns zum ca. 30 km entfernten Oberfranken war im Grunde nicht gegeben ... andere Autos, andere Schaufensterauslagen ... das wars dann auch schon. Auch die Region um Hof , Kronach und vor allem die Dörfer in der Gegend haben nach der Wende einen erheblichen Schub bei Infrastruktur und Lebensqualität erfahren.

Viele Menschen hier stört diese falsch Darstellung der damaligen Zustände durch heutige Medien, Politiker und selbst ernannte Wissende. Wir konnten gut ohne Wende überleben, nur mit dem System hatten wir so unsere Probleme. Deshalb haben wir etwas dagegen unternommen und das war im 35 km entfernten Plauen schon nicht unheikel. Mag zwar blöd klingen, aber wir konnten und können unser Leben durchaus recht erfolgreich selbst gestalten und brauchten weder das damalige komm. Gängelungssystem und auch die heutige "bevormundungs Demokratie" stört mehr als sie hilft das Leben zu meistern. Deshalb gehen die Leute hier auf die Straße ... nicht wegen Agrardiesel und auch vor allem nicht nur Bauern.
Selbst Denken ist wichtig, ... wichtiger denn je.
MikeW
 
Beiträge: 3231
Registriert: Mo Mär 24, 2008 9:35
  • Website
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: Aufstehen jetzt

Beitragvon Milchtrinker » Sa Mär 16, 2024 12:40

Warum wird darüber diskutiert, was vor 30 Jahren gut oder schlecht lief ??? ... wäre es nicht sinnvoller, die Aktuelle Politischen Weichenstellungen mit diesem Wissen etwas besser zu hinterfragen ???

Nachdenklich Grüße
Milchtrinker
 
Beiträge: 2799
Registriert: Fr Okt 03, 2008 15:38
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: Aufstehen jetzt

Beitragvon tyr » Sa Mär 16, 2024 12:56

Oberpfälzer hat geschrieben:Ich habe die Entwicklung seit dem Fall des eisernen Vorhangs schon einigermaßen bewusst mitbekommen. Bei der Wende war ich in der ersten Klasse.
Ich lebe direkt an der Grenze zur Tschechei. Die Tschechoslowakei und die DDR waren ja meines bescheidenen Wissens nach im Sozialismus vergleichbare Satellitenstaaten, was wirtschaftliche Entwicklung, Infrastruktur, Ausbildung, etc. anbetrifft.

Nein.

Oberpfälzer hat geschrieben:Ganz ehrlich: Die Ostdeutschen mussten die letzten 30 Jahre ziemlich froh sein, dass die Unterstützung durch die BRD so gewaltig ausgefallen ist. [...]


Auch nein. Was nutzen die schönesten Straßen, wenn sie ins nichts führen?
Die Straßen wurden von westdeutschen Firmen gebaut, es wurden dazu nichtmal ostdeutsche Arbeitskräfte benötigt, die es zu hauf gab. Die Gewinne, und damit die Kaufkraft, floss ebenfalls in den Westen. Ihr hattet euch dadurch eine fast zehnjährige Sonderkonjunktur geschaffen, in einem Umfreld eines globalen Abschwungs.
udn seien wir ehrlich, die Autobahnen und großen Fernstraßen wurden nicht wegen den Ostdeutschen saniert, sondern weil man für die Projekte NATO und EU schnelle Transitwege in die Billiglohnländer Polen und das Baltikum haben wollte.
Nimm das Recht weg, was ist der Staat noch anderes als eine große Räuberbande. (Augustino von Hippo, 354 bis 430)
Unbedingter Gehorsam setzt bei den Gehorchenden Unkenntnis voraus.
tyr
 
Beiträge: 10464
Registriert: Do Jun 10, 2021 7:39
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: Aufstehen jetzt

Beitragvon tyr » Sa Mär 16, 2024 13:00

MikeW hat geschrieben:@tyr
Ja, ich hab auch die Erfahrung, daß es in der damaligen DDR regional sehr sehr unterschiedlich war. Deshalb "die DDR gab es nicht" . Bei uns hier hatten die Leute ihre Sachen schon recht gut in Schuß. Das war privat und auch bei den LPG so, die haben alle als Agrargenossenschaft weiter gemacht. Der rein optische Unterschied in der Region bei uns zum ca. 30 km entfernten Oberfranken war im Grunde nicht gegeben ... andere Autos, andere Schaufensterauslagen ... das wars dann auch schon. Auch die Region um Hof , Kronach und vor allem die Dörfer in der Gegend haben nach der Wende einen erheblichen Schub bei Infrastruktur und Lebensqualität erfahren.

Viele Menschen hier stört diese falsch Darstellung der damaligen Zustände durch heutige Medien, Politiker und selbst ernannte Wissende. Wir konnten gut ohne Wende überleben, nur mit dem System hatten wir so unsere Probleme. Deshalb haben wir etwas dagegen unternommen und das war im 35 km entfernten Plauen schon nicht unheikel. Mag zwar blöd klingen, aber wir konnten und können unser Leben durchaus recht erfolgreich selbst gestalten und brauchten weder das damalige komm. Gängelungssystem und auch die heutige "bevormundungs Demokratie" stört mehr als sie hilft das Leben zu meistern. Deshalb gehen die Leute hier auf die Straße ... nicht wegen Agrardiesel und auch vor allem nicht nur Bauern.


Ja.
Trotzdem ging die Wende, bzw die Demonstrationen, von euch da unten aus.
Nimm das Recht weg, was ist der Staat noch anderes als eine große Räuberbande. (Augustino von Hippo, 354 bis 430)
Unbedingter Gehorsam setzt bei den Gehorchenden Unkenntnis voraus.
tyr
 
Beiträge: 10464
Registriert: Do Jun 10, 2021 7:39
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: Aufstehen jetzt

Beitragvon Englberger » Sa Mär 16, 2024 13:07

Oberpfälzer hat geschrieben: Die Infrastruktur in der CZ ist teilweise heutzutage immer noch katastrophal. Fahr da mal über ne Nebenstraße...

Hallo.
dort war ich auch 2 mal Hof kucken und es war mal die Idee dort für Bioproduktion pachten.
War mal auf nem Grossbetrieb, glaub wir hatten 150 Mark/ha/Jahr geboten, da sagte der Chef kuckt rundrum und sagt mir wieviel ihr wollt.
Dann haben wir ne Ecke ausgesucht, da meinte er das wären ca 150ha.
Wir haben dann kalte Füsse gekriegt und das ganze fallen gelassen.
In Erinnerung von dem Betrieb blieb mir ne Sämaschine mit 27m Arbeitsbreite. Die haben an einen Strommasten lauter 3m Sämaschinen drangehängt, und n K700 hat das gezogen das ganze.

Gruss Christian
MikeW hat geschrieben:Ich weiß ja nicht, wo Du das alles her hast , aber zumindest in der ehemaligen DDR gabs das, was Du zu den Soldaten schreibst nie.

Hallo,
das mit den Soldaten war Russland, das verhungern und in der DDR Waffen verkaufen. Und verhungert sind die in Russland, nicht bei euch.
Gruss Christian
Englberger
 
Beiträge: 5283
Registriert: Fr Mai 09, 2008 13:29
Wohnort: Zentralfrankreich nähe Montlucon
Nach oben

  • Mit Zitat antworten

Re: Aufstehen jetzt

Beitragvon T5060 » Sa Mär 16, 2024 13:41

In der Tschechei und in der Slowakei wird der gesamte Agrarhandel von Babis (Agrifert, SKW-P, GoldenToast, Freund vom Wladi, man kennt sich aus Geheimdienstzeiten) dominiert. Schwierig mit diesen Typen zu arbeiten. Ich hatte mal den Spass mit diesen Leuten eine Betriebsübergabe verhandeln zu müssen. Alles was wirtschaftlich interessant ist greift Babis und das Großkapital ab. Im westl. Bereich sind gut die Bayern zu Gange und halten den Bodenmarkt flüssig. Hintendrin bist auf dich gestellt. Der Rechtsschutz durch die Behörden ist eingeschränkt, Mobbing die Regel. Personal ist entweder teuer oder alt.
[ :klee: Ein Botaniker ist sowas wie ein Cowboy, der auf einem Pony reitet :-) :klee: ]
[ :klee: Man muss nicht den Rechtsradikalismus bekämpfen, sondern die Blödheit von CDU, Grünen, SPD und FDP :klee: ]
[ :klee: Werte schätzen :klee: ]
Benutzeravatar
T5060
 
Beiträge: 35084
Registriert: Sa Jan 10, 2015 7:46
Wohnort: Bayern - BW
Nach oben

VorherigeNächste

Antwort erstellen
1589 Beiträge • Seite 100 von 106 • 1 ... 97, 98, 99, 100, 101, 102, 103 ... 106

Zurück zu Agrarpolitik

Wer ist online?

Mitglieder: Bing [Bot], Google Adsense [Bot], Jost, Michael.123, osterhase

  • Foren-Übersicht
  • Das Team • Impressum • Alle Cookies des Boards löschen • Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde
Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Forum Group • Deutsche Übersetzung durch phpBB.de
phpBB SEO Design created by stylerbb.net & kodeki