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Aufstehen jetzt

Hier hat alles Platz was mit Agrarpolitik und drumherum zu tun hat.
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Re: Aufstehen jetzt

Beitragvon RS 36 » Do Mär 14, 2024 19:54

Englberger hat geschrieben:
Beispiel: die hatten keine Silofolie.
Bei Mais gehts gut mit 10cm Getreide drauf und keimen lassen. Aber die Grassilage war 1,5Meter tief Mist. Und der Bagger hat das alles in die Tröge geschafft.
Da gäbs ne Menge solcher Stories zu erzählen.
Übrigens ,Einzelkornsämaschine kannten sie imho auch nicht.
Gruss Christian


Ich weiß nicht wo du warst ,aber sicher nicht in der DDR , also schreibt nicht so einen Mist von dem du keine Ahnung hast.
„Noch sitzt Ihr da oben, Ihr feigen Gestalten. Vom Feinde bezahlt, doch dem Volke zum Spott! Doch einst wird wieder Gerechtigkeit walten, dann richtet das Volk, dann Gnade Euch Gott!“
(Theodor Körner 1791-1813)
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Re: Aufstehen jetzt

Beitragvon tyr » Do Mär 14, 2024 21:59

Neuland79 hat geschrieben:
tyr hat geschrieben:das ist kein gejammere, das ist die realität.
Wir sind nicht nachtragend, aber wir vergessen auch nichts...

Der Ausverkauf des Ostens war ungünstig, da gebe ich dir völlig Recht. Aber wer von den Ossis hat denn Firmen übernommen? Und DDR 2.0 wäre nicht gegangen. Niemand hätte im Schatten des Westens leben wollen. Auch meine Familie hätte dann gen Westen umgesiedelt. Die Wiedervereinigung mit all seinen ungünstigen Konsequenzen hat man gemacht, um die Auswanderung Richtung Westen abzubremsen. Meine Mutter hat auch nicht vergessen. Sie war gegenüber den Frauen mit Parteibuch und gut verdienenden Soldatenmännern Aschenputtel. Und plötzlich zu Westzeiten hatte sie einen gut verdienenden Mann, der auf SAP Berater umgeschult hat, selber einen guten Verdienst und Kinder die studieren konnten, während die Soldatenfrauen nun ganz einfache bekloppte Tussis waren, deren Kinder nicht bis drei zählen konnten und deren Männer kaum etwas zustande gebracht haben. Tja, so kanns laufen.


Alsd Ossi hast Du so gut wie keinerlei Chance gehabt, einen der Betriebe zu übernehmen, selbst wenn Du das Geld hattest, da war die Treuhandpolitik dagegen.
Einzig die hemaligen Kolchosen durften alles übernehmen, was ihnen vorher nicht gehörte....

Neuland79 hat geschrieben:Ansonsten kann ich nur sagen, dass im Osten keiner da war, wenns um Verantwortung tragen und arbeiten geht. Ich habe in meiner letzten Firma jahrelang versucht, meine Ossi-Chefs zu überzeugen, dass wir uns selbständig machen. Es wollte KEINER und ich war jung und hatte ein paar Kinder am Start. Wir sind ganz früh in 2008 mit einer Abteilung gestartet und hatte alle Chancen am Markt. Ich habe meinem Chef Konzepte vorgelegt, wo wir hin müssen. Er hat nichts umgesetzt und mir erzählt, ich wöllte zu viel. Wer hat alle meine Konzepte umgesetzt? Richtig, ein Wessi. Er hat ab 2008 exakt das aufgebaut, was ich vorgeschlagen habe und ist erfolgreich mit 100 Mitarbeitern am Start, übrigens in dem Bereich mittlerweile der Größte am Markt. Dafür waren meine Kollegen immer zahlreich am Start, wenns um Stammtisch und Team Events ging. Bei den fachlichen Meetings haben meist nur zwei Personen gesprochen. Neuland und ein Mann aus einer anderen Projektgruppe, vom Nachfolgechef kam nur noch "Hey was geht ab, was ist los.". Naja, im Osten nicht viel.


meine liebe Neuland, um diese Aussage so pauschal treffen zu können bist Du schlicht zu jung, udn sie stimmt auch nicht im Ansatz..
Nimm das Recht weg, was ist der Staat noch anderes als eine große Räuberbande. (Augustino von Hippo, 354 bis 430)
Unbedingter Gehorsam setzt bei den Gehorchenden Unkenntnis voraus.
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Re: Aufstehen jetzt

Beitragvon bfg 4006 » Fr Mär 15, 2024 9:21

Hallo !

Ich habe so ca. 5-6 Jahre mit einen Kollegen aus der Westprignitz ( LK Perleberg) zusammengearbeitet.

Dem seine Sprüche waren immer :

Freitag nach Eins macht jeder seins,
Freitags nach Zehn solls auch schon gehn !!!

und:

Privat geht vor Katastrophe !

Der hat mir erzählt, das die Kollegen am Freitag nach ein Uhr ihren Privatkram rausgeholt und fertiggebaut haben.
Das Material dazu kam aus dem Lager, hat ihnen ja gehört, war ja volkseigen.

Gelernt und gearbeitet hat er in einem KFL (Kreisbetrieb für Landtechnik)

So mancher Klaufix , Eigenbauschlepper und Gartenzaun soll da entstanden sein.

Und das private ging immer vor.

Am Jahresanfang stand ja eh schon fest das der Betrieb das Planziel zu 120 % übererfüllt.
Das war halt so im sozialistischem Wettbewerb.*

Und der wichtigste Mann war der SED Funktionär, ohne den lief nichts im Betrieb.

Interessante Geschichten konnte der Kollege auch zum Frauentag und zum 1. Mai erzählen.
Ich hab darauf nur geantwortet, wenn das hier genauso gewesen wäre, hätten auch alle brav mitgemacht.
Und wären auch noch stolz darauf gewesen den Sozialismus voranzubringen....

Ich arbeite bei einer Behörde. So langsam bekomme ich ich den Eindruck, das die Leute mit Parteibüchern auch die wichtigsten Leute sind......
Also doch DDR 2.0. Oder sind wir schon bei 4.0 reloadet ????

lg bfg

* Vorwärts immer - Rückwärts nimmer
Do watt du wullt, de Lüüd schnackt doch.....
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Re: Aufstehen jetzt

Beitragvon Englberger » Fr Mär 15, 2024 13:01

RS 36 hat geschrieben:Ich weiß nicht wo du warst ,aber sicher nicht in der DDR , also schreibt nicht so einen Mist von dem du keine Ahnung hast.

Hallo,
war in allen neuen Ländern unterwegs und ca 30 Betriebe besichtigt. Auswahl gabs wie Sand am Meer.
Wenn du dich da besser auskennst, dann schreib mal deine Erfahrungen etwas konkreter auf.
Ein Beispiel:
5 fast neue Fortschritt Mähdrescher stehen im Winter draussen, Schnee und viel Reststroh noch im Schneidwerk. Daneben ne abgeschlossene Rundbogenhalle, voll mit alten Reifen. Meine naive Frage an den Chef warum ers nicht andersrum macht, also Drescher unters Dach und Reifen draussen? Antwort: Wenn ich die Reifen draussen lass, sind nach 4 Wochen alle weg, die Drescher klaut keiner.
Gruss Christian
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Re: Aufstehen jetzt

Beitragvon tyr » Fr Mär 15, 2024 13:28

bfg 4006 hat geschrieben:Hallo !

Ich habe so ca. 5-6 Jahre mit einen Kollegen aus der Westprignitz ( LK Perleberg) zusammengearbeitet.

Dem seine Sprüche waren immer :

Freitag nach Eins macht jeder seins,
Freitags nach Zehn solls auch schon gehn !!!

und:

Privat geht vor Katastrophe !

Der hat mir erzählt, das die Kollegen am Freitag nach ein Uhr ihren Privatkram rausgeholt und fertiggebaut haben.
Das Material dazu kam aus dem Lager, hat ihnen ja gehört, war ja volkseigen.

Gelernt und gearbeitet hat er in einem KFL (Kreisbetrieb für Landtechnik)

So mancher Klaufix , Eigenbauschlepper und Gartenzaun soll da entstanden sein.

Und das private ging immer vor.

Am Jahresanfang stand ja eh schon fest das der Betrieb das Planziel zu 120 % übererfüllt.
Das war halt so im sozialistischem Wettbewerb.*

Und der wichtigste Mann war der SED Funktionär, ohne den lief nichts im Betrieb.

Interessante Geschichten konnte der Kollege auch zum Frauentag und zum 1. Mai erzählen.
Ich hab darauf nur geantwortet, wenn das hier genauso gewesen wäre, hätten auch alle brav mitgemacht.
Und wären auch noch stolz darauf gewesen den Sozialismus voranzubringen....

Ich arbeite bei einer Behörde. So langsam bekomme ich ich den Eindruck, das die Leute mit Parteibüchern auch die wichtigsten Leute sind......
Also doch DDR 2.0. Oder sind wir schon bei 4.0 reloadet ????

lg bfg

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Da hast Du alle Klischees zusammengerührt, die Realität war allerdings weitaus vielschichtiger, komplizierter und differenzierter......
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Re: Aufstehen jetzt

Beitragvon tyr » Fr Mär 15, 2024 13:33

Englberger hat geschrieben:
RS 36 hat geschrieben:Ich weiß nicht wo du warst ,aber sicher nicht in der DDR , also schreibt nicht so einen Mist von dem du keine Ahnung hast.

Hallo,
war in allen neuen Ländern unterwegs und ca 30 Betriebe besichtigt. Auswahl gabs wie Sand am Meer.
Wenn du dich da besser auskennst, dann schreib mal deine Erfahrungen etwas konkreter auf.
Ein Beispiel:
5 fast neue Fortschritt Mähdrescher stehen im Winter draussen, Schnee und viel Reststroh noch im Schneidwerk. Daneben ne abgeschlossene Rundbogenhalle, voll mit alten Reifen. Meine naive Frage an den Chef warum ers nicht andersrum macht, also Drescher unters Dach und Reifen draussen? Antwort: Wenn ich die Reifen draussen lass, sind nach 4 Wochen alle weg, die Drescher klaut keiner.
Gruss Christian


Unfug, wer in der DDR sollte Drescher- oder Traktorreifen klauen, oder was hat der da eine Halle voll gehortet? Trabbi und Wartburgreifen?
Das Hauptproblem aller sozialistischen Betriebe war, wie heute auch in veilen Großbetrieben und Konzernen, die organisierte Verantwortungslosigkeit, da sich ja jeder, vom Chef bis zum Hofkehrer, nur als bezahlter Angestellter betrachtete, der nur für seinen Bereich zuständig war, und ob er gut arbeitete oder nich, am Ende des Monats kam zuverlässig das Geld aufs Konto. Es gab leider oft niemanden, der das ganze im Blick hatte, und ein echtes Interesse an der Entwicklung der Firma hatte. Deswegen funktioniert Sozialismus nicht und wird es auch nie.
Wenn er wirklich eine Halle voller Reifen gehortet hat, hätte er wegen Sabotage umgehend erschossen gehört.
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Re: Aufstehen jetzt

Beitragvon Englberger » Fr Mär 15, 2024 17:55

tyr hat geschrieben:Wenn er wirklich eine Halle voller Reifen gehortet hat, hätte er wegen Sabotage umgehend erschossen gehört.

Hallo,
kannst mir glauben, war exact so. Dazu kam noch ein Feld(ca1ha) ca 2cm hoch mit Schrauben und Schrott bedeckt, wo viele vermutlich zum Ausschlachten vorgesehene Maschinen drin standen. Ich dachte damals, jeder der da reinfährt um n Teil zu holen hat hinterher Plattfuss.
Hast du echt eure sozialistischen Betriebsgemeinschaften aus der Praxis gekannt?
Ich kann noch bösere Beispiele bringen.
Zum Vergleich
In Bad Urach hat damals der Reiterhof 5000 Mark Strafe gekriegt weil ein winziges Rinnsal von Jauche über die Strasse lief, und ich musste meine Hoftankstelle aufgeben.
Gruss Christian
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Re: Aufstehen jetzt

Beitragvon tyr » Fr Mär 15, 2024 21:54

Das ist ein großes Problem der Planwirtschaften. Weil er einen möglichen Mangel erzeugt, fangen die menschen an Dinge zu horten, Firmen horten natürlich in größeren Mengen. Dadaurch wird ein Pseudeobedarf erzeugt, der mit dem reelen Bedarf nichts zu tun hat, aber trotzdem befriedigt werden muss, aber niemals kann.
Es gab vor ein paar Jahren mal eine wissenschaftliche Untersuchung zu dem Thema, speziell über die DDR. Dabei wurde untersucht, wie viel nach der Wende halt durch die ehemaligen Kolchosen an Material ensorgt wurde, und die Untersuchung kan zu dem Egebnis, das diese meherer DDR- Jahresproduktione gehrotet hatten, die sie aber aus Angst vor dem Mangel, nie an ihre Leute rausgrückt haben. Speziell ging es da um Mädrescherkeilriemen.
Und aus meiner praktischen Erfahrung kann ich diese Untersuchung nur bestätigen. Als mein DDR- Betrieb von Steinmüller/Gummersbach, übernommen wurde, udn wir unsere Halle ausräumten, hatte ich gerade dort unfallbedingt einen Schonplatz, Sprich, ich musste nicht auf Baustelle, sondern hab mit ausgeräumt.
Was isch dann in usnerem Materiallager an niegelnagelneuen, udn hochqualitativen Werkzeugen udn Geräten angesammelt hatte, von dessen Existens niemand wirklich wurße, udn mit welchem Schrott wir uns teilweise auf den baustellen gequält haben, spottet jeder Beschreibung. Ich sag nur , pneumatische 5t Seilzüge, und wir haben usn mit den manuellen Varianten einen abgequält...usw... vieles davon, nagelneues zeug, flog damals direkt inden Schrott, eine Verschwendung von Vermögen ohne gleichen.
Und das war die Regel damals, nicht die Ausnahme, auch aus der westdeutschen Hybris, daß das ja alles nix taugt...das nur am Rande.
Ich hab Anfang der 90iger über die Kirche ehreamtlich LKW nach Rumänien gefahren, mit denen wir die sämtliche örtliche gehortete Altenheimausrüstung, die nun weggeschmissen werden solte, dorthin fuhren, weil die nix hatten udn händeringend alles augesaugt haben.
Ähnliches im kleineren Stil haben wir ja bei Corona erlebt, ist also ein grundsätzliches Problem.
Auch deswegen kann Planwirtschaft nie funktionieren, weil sie in ihren Plänen den faktor Mensch nicht berücksichtigt, nicht berücksichtigen kann.
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Re: Aufstehen jetzt

Beitragvon Englberger » Fr Mär 15, 2024 22:24

tyr hat geschrieben:Was isch dann in usnerem Materiallager an niegelnagelneuen, udn hochqualitativen Werkzeugen udn Geräten angesammelt hatte, von dessen Existens niemand wirklich wurße, udn mit welchem Schrott wir uns teilweise auf den baustellen gequält haben, spottet jeder Beschreibung. Ich sag nur , pneumatische 5t Seilzüge, und wir haben usn mit den manuellen Varianten einen abgequält...usw... vieles davon, nagelneues zeug, flog damals direkt inden Schrott, eine Verschwendung von Vermögen ohne gleichen.
Und das war die Regel damals, nicht die Ausnahme, auch aus der westdeutschen Hybris, daß das ja alles nix taugt...das nur am Rande.
Ich hab Anfang der 90iger über die Kirche ehreamtlich LKW nach Rumänien gefahren, mit denen wir die sämtliche örtliche gehortete Altenheimausrüstung, die nun weggeschmissen werden solte, dorthin fuhren, weil die nix hatten udn händeringend alles augesaugt haben.
Ähn

Hallo, du warst in einem Industriebetrieb, so wie ichs versteh. Kolchosen , Sowchosen, Sozialistische Betriebsgemeinschaften, egal wie dus definierst, das war das was ich angekuckt hab. Industrie von euch hab ich keine Ahnung.
Hab nie n Industriebetrieb im Osten besucht, ich suchte n Hof für die Familie.
Kommst du aus der Landwirtschaft?
Dieser Beruf ist so vielfältig, da können 50% der Bauern nie mitnander diskutieren.
Ich hab nie Wein gemacht, nie Spargel, nie Erdbeeren, nie Frühkartoffel, nie Lavendel, nie Salat, nie Gewürzpflanzen....
Ich hoffe du verstehst was ich mein.
Zuletzt geändert von Englberger am Fr Mär 15, 2024 22:28, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Aufstehen jetzt

Beitragvon MikeW » Fr Mär 15, 2024 22:24

Hallo Christian,

ich kenn das so, wie von Dir beschrieben auch nicht und ich leb ja nun, bis auf die Jahre von Wende bis Mitte der 90'er auch im Osten Thüringens.
Vieleicht warst Du einfach in einer anderen Gegend. Den Osten gibt es nicht und gab es nie.
Mit dem damaligen System hatte ich nix am Hut, die waren wirklich nicht meine Freunde (mit persönlichen Folgen für mich) aber, wenn Du Leistung gebracht hast, konntest Du etwas erreichen. Ich hab unabhängig von jeglicher Politik, noch vor der Wende mein Studium fertig gehabt.
Als die Wende war, konntest nur erstmal gehen. Alles zerbrach, wurde von der Treuhand an westliche Interessenten verscherbelt. Ich kenn einige Menschen aus Elektronik und Maschinenbau, die wollten damals Ihre Betriebe in den Privatmarkt überführen , hätten auch viel Geld bezahlt , ABER die Treuhand hats verhindert und die Betriebe an die westliche Konkurrenz für 1 DM verscherbelt.
Konkretes Beispiel hier ist ein Zulieferer zur Porzellanherstellung, die haben Presskapseln und Formen gefertigt. Der Betrieb wurde an einen Engländer für 1 DM verkauft, obwohl örtliche Interessenten da waren. Dieser Engländer hat binnen 1/2 Jahr die kompletten Produktionsmaschinen nach England verbracht (war das modernste Werk Europas seiner Art) und der Betrieb stand dann über 10 Jahre als Industrieruine da. Die Kapseln und Formen für das nebenliegende Porzellanwerk kamen dann aus Bayern. Diesen PorcelanBetrieb hatte Eschenbach übernommen.
Die weggebrachten Maschinen (nach UK) hatten Weltstandard zur damaligen Zeit. Und da ging es vielen Betrieben im Osten so. Da wurde Konkurrenz platt gemacht und neue Märkte geschaffen. Nix anderes.

Ich glaub zu dem ganzen Sachverhalt können hier nicht Viele fundiert mitreden. Auch heutige Medienberichte verklären da recht viel. Die Wahrheit soll halt keiner wissen.

In der DDR war angeblich alles Volkseigentum. Also hat Alles, jeder Betrieb, jede LPG den rund 16 Mio Bürgern gehört. Sie durften es nie selbst verwerten und bekommen haben sie auch nix aus den Erlösen, wenn es denn bei der ganzen Vetternwirtschaft welche gab.

Stell Dir vor, Du bist Miteigentümer an einer Sache, die wird aufgelöst und verwertet und Du kannst sie nicht mal für Geld übernehmen und weiterführen und bekommst auch nix aus dem Verwertungserlös ? Wie würdest Du handeln oder denken ?

Das ist alles über 30 Jahre her und die, die bewußt noch etwas dazu sagen können werden weniger. Irgendwann gibt es nur noch Erzählungen von welchen, die etwas gehört haben. :wink:

Grüße aus dem Osten von einem der sich nicht als Ossi definiert
Selbst Denken ist wichtig, ... wichtiger denn je.
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Re: Aufstehen jetzt

Beitragvon Englberger » Fr Mär 15, 2024 22:42

MikeW hat geschrieben:Grüße aus dem Osten von einem der sich nicht als Ossi definiert

Hallo,
vielen Dank für deinen Kommentar;
Vermutlich gabs verdammt viele solcher Fälle.
Sollte man jetzt sagen dass die RAF Recht hatte Rohwedder zu killen?
Ist ne extreme Frage, klar, nach der Wende war Wild West, und ich kuckte auch. Aber nur in der Landwirtschaft.
Keine Frage, viele reiche Wessis sind noch reicher geworden.
Aber: hätte damals, (zusammenbruch des Ostblocks, Soldaten verhungert, Soldaten haben ihre Waffen verkauft, von Jugoslawien über Ungarn und DDR.)
Welche Alternativen hätte es gegeben?
Gruss Christian
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Re: Aufstehen jetzt

Beitragvon Gazelle » Fr Mär 15, 2024 22:44

.
In MV gab es jetzt die Form von Staatsdiregismus à la DDR 2.0.

Das ging so:

Lehrer sind ja Staatsbeamte.
Und wenn die Staatsmacht (im vorliegenden Fall die SPD) etwas ausmacht, was ihr nicht gefällt,
wird gehandelt.

Ein 16 jähriges Mädchen hatte auf ihrem privaten Handy ein TikTok-Video.
Es ging in dem Video um Deutschland und Heimat.

Ein Lehrer hat das gesehen, un den Direktor alarmiert.
Der Direktor hat die Polzei gerufen.
Die Polizei hat das Mädchen aus dem Unterricht geholt.
Dann erfolgte in den Verwaltungsräumen der Schule eine "Gefährderansprache".
Also eine präventive Maßnahme zur Verhütung von Straftaten.
Weil nix illegales auf dem Video zu sehn war, rückte die Polizei wieder ab.

Das alles nur, weil dem Lehrer die politische Auffassung des Mädchens zu wider war.

Soweit sind wir also schon.

Im Landtag gab es dann eine Fragestunde dazu.
Antwort des Innenministers MV: Alles völlig normal.

.
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Re: Aufstehen jetzt

Beitragvon tyr » Fr Mär 15, 2024 22:52

Englberger hat geschrieben:
tyr hat geschrieben:Was isch dann in usnerem Materiallager an niegelnagelneuen, udn hochqualitativen Werkzeugen udn Geräten angesammelt hatte, von dessen Existens niemand wirklich wurße, udn mit welchem Schrott wir uns teilweise auf den baustellen gequält haben, spottet jeder Beschreibung. Ich sag nur , pneumatische 5t Seilzüge, und wir haben usn mit den manuellen Varianten einen abgequält...usw... vieles davon, nagelneues zeug, flog damals direkt inden Schrott, eine Verschwendung von Vermögen ohne gleichen.
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Ähn

Hallo, du warst in einem Industriebetrieb, so wie ichs versteh. Kolchosen , Sowchosen, Sozialistische Betriebsgemeinschaften, egal wie dus definierst, das war das was ich angekuckt hab. Industrie von euch hab ich keine Ahnung.
Hab nie n Industriebetrieb im Osten besucht, ich suchte n Hof für die Familie.
Kommst du aus der Landwirtschaft?
Dieser Beruf ist so vielfältig, da können 50% der Bauern nie mitnander diskutieren.
Ich hab nie Wein gemacht, nie Spargel, nie Erdbeeren, nie Frühkartoffel, nie Lavendel, nie Salat, nie Gewürzpflanzen....
Ich hoffe du verstehst was ich mein.


Kolchosen waren auch nichts weiter als Industriebetriebe.... das funktionierte alles nach dem selben Prinzip.
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Re: Aufstehen jetzt

Beitragvon tyr » Fr Mär 15, 2024 22:54

Englberger hat geschrieben:
MikeW hat geschrieben:Grüße aus dem Osten von einem der sich nicht als Ossi definiert

Hallo,
vielen Dank für deinen Kommentar;
Vermutlich gabs verdammt viele solcher Fälle.
Sollte man jetzt sagen dass die RAF Recht hatte Rohwedder zu killen?
Ist ne extreme Frage, klar, nach der Wende war Wild West, und ich kuckte auch. Aber nur in der Landwirtschaft.
Keine Frage, viele reiche Wessis sind noch reicher geworden.
Aber: hätte damals, (zusammenbruch des Ostblocks, Soldaten verhungert, Soldaten haben ihre Waffen verkauft, von Jugoslawien über Ungarn und DDR.)
Welche Alternativen hätte es gegeben?
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Re: Aufstehen jetzt

Beitragvon MikeW » Fr Mär 15, 2024 23:06

Englberger hat geschrieben:
MikeW hat geschrieben:Grüße aus dem Osten von einem der sich nicht als Ossi definiert

Hallo,
vielen Dank für deinen Kommentar;
Vermutlich gabs verdammt viele solcher Fälle.
Sollte man jetzt sagen dass die RAF Recht hatte Rohwedder zu killen?
Ist ne extreme Frage, klar, nach der Wende war Wild West, und ich kuckte auch. Aber nur in der Landwirtschaft.
Keine Frage, viele reiche Wessis sind noch reicher geworden.
Aber: hätte damals, (zusammenbruch des Ostblocks, Soldaten verhungert, Soldaten haben ihre Waffen verkauft, von Jugoslawien über Ungarn und DDR.)
Welche Alternativen hätte es gegeben?
Gruss Christian


Christian :?:

Ich weiß ja nicht, wo Du das alles her hast , aber zumindest in der ehemaligen DDR gabs das, was Du zu den Soldaten schreibst nie. Weiß ich, war selbst auch bei dem Verein ( und auch dort mal ne Zeit weggesperrt hinter Gitter) aber verhungert ist da niemand, war recht zuverlässig versorgt. Von eigenmächtigen Waffenverkäufen um sich ernähren zu können ist mir auch nix bekannt. Waffenschiebereien gibt es überall . auch heut in der BRD beim Bund
Wie das in anderen Ländern des Ostblocks war, kann ich nicht sagen, aber Ungarn war für DDR Bürger damals schon fast das gelobte Land (der Ersatzwesten quasi).
Alternative ? Nun ja, etwas von dem zulassen, was ich in meinem letzten Post beschrieben hab. Da gabs aber die Treuhand, leider.

In der Landwirtschaft gab es Privat quasi nicht nennenswert. Die LPG (Kolchosen und Sowchosen ... die mußt Du weiter östlich verorten :wink: ) wurden dann Agrargenossenschaften und wer selbst sein Land zurückhaben wollte um es selbst zu bewirtschaften, hatte es teils nicht einfach. In den Wendewirren wurde relativ clever von den Genossenschaften Pachverträge teils über 25 Jahre und mehr mit den Landeigentümern geschlossen. Hier in unserer Gegend gibt es die Agrargenossenschaften immer noch recht erfolgreich und solide geführt (die meisten jedenfalls) nun aber mit weniger Fläche da es auch einige Wiedereinrichter gab. Bei Teilen unserer Flächen liefen die alten Pachverträge erst 2015 aus. Bei anderen AG auch mal früher. Heut gibt es wieder vermehrt Landwirte zwischen 20 und 500 ha und eben auch Agrargenossenschaften zwischen 900 und 5000 ha in unserer Region.



Grüße Mike
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