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Christian Schmidt: „Die Landwirtschaft muss bissiger werden“

Hier hat alles Platz was mit Agrarpolitik und drumherum zu tun hat.
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150 Beiträge • Seite 9 von 10 • 1 ... 6, 7, 8, 9, 10
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Re: Christian Schmidt: „Die Landwirtschaft muss bissiger wer

Beitragvon Welfenprinz » Di Apr 05, 2016 8:35

Unvergessen die Pressekonferenz von Schwarz-Schilling,in der er die wahnsinnige Innovation des schnurlosen Telefons vorstellte. :mrgreen: konnten wir zu dem Zeitpunkt schon 6 Jahre bei Dallas bewundern,hatten schon tausende illegalerweise aus den Staaten mitgebracht und kostete schläppische 15 DM Mietgebühr im Monat mehr. :lol:

Es ist sicherlich schwer zu erfassen,dass es der deregulierte Markt ist,der den kleinen Betrieben Chancen bietet,darum immer wieder meine nicht ganz passenden Vergleiche mit anderen Branchen. Aber dem Denken sind wir seit dem Reichsnährstand entwöhnt. Darum ist wie gesagt Literatur aus der Zeit davor recht interessant.
Norden, Süden, Westen, Osten, schöne Welt, doch voller Pfosten.
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Re: Christian Schmidt: „Die Landwirtschaft muss bissiger wer

Beitragvon Labernich » Di Apr 05, 2016 9:54

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Re: Christian Schmidt: „Die Landwirtschaft muss bissiger wer

Beitragvon ExLW » Di Apr 05, 2016 10:23

Jetzt ist die Diskussion nüchtern und analytisch.

Millionen Bauern produzieren weltweit das Gleiche.
Bei allen lagerfähigen Erzeugnissen gibt es Lager, weltweit verteilt.
Kupfer, Erze, Weizen, Kohle, Öl, kein Unterschied.
Jede Preisbewegung führt zur Änderung der Produktion und der Lagerbestände.

Das Märchen von der Welternährung, an deren Sicherung die deutsche Landwirtschaft in Zukunft einen Anteil haben soll, ist ein Polit-Märchen, dem die Bauern gerne aufsetzen.

Der Einzelbetrieb schaut nicht gerne genau hin. Preisanstiege dienen als Grundlage für Investitionsentscheidungen. Zeitweise gute Zahlen werden in die Zukunft fortgeschrieben.
Ein Großagrarier war sich vor zwei Jahren noch sicher, Landwirtschaft ist der weltweite Megatrend.

Agrarerzeugnisse sind mengenmäßig nie knapp und werden es niemals sein; nur die Verteilung ist unterschiedlich.
Was nicht knapp ist, kann nicht teuer sein oder werden. Nur was knapp ist, kann teuer sein oder werden.

Das real begrenzte Erdöl ist zur Zeit im Überschuss und daher billig. Der allmähliche Preisanstieg im letzten Jahrzehnt hat die Förderung und Lagerung ansteigen lassen. Jetzt fällt der Preis, und in den unwirtschaftlicheren Produktionsregionen folgt die Förderung dem Preis, und fällt. In subventionierten oder staatlich gelenkten Regionen steigt die Förderung weiter an. In 2016 ist die Förderung weiterhin größer als der Verbrauch, Lager füllen sich weiter, das wird die Preise einstweilen niedrig lassen.

Alles Markt, wenn auch politisch verzerrt.
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Re: Christian Schmidt: „Die Landwirtschaft muss bissiger wer

Beitragvon Welfenprinz » Di Apr 05, 2016 10:57

ExLW hat geschrieben:Jetzt ist die Diskussion nüchtern und analytisch.


Das ist sie in diesem besten aller Foren immer. 8)



Das Märchen von der Welternährung, an deren Sicherung die deutsche Landwirtschaft in Zukunft einen Anteil haben soll, ist ein Polit-Märchen, dem die Bauern gerne aufsetzen.


jein, wieso, warum ? :)
Differenzierung ist angesagt.
Der Direktvermarkter an Stadtrand oder Wochenmarkt hat natürlich wenig mit der der Notierung einer Warenterminbörse in Chikago oder Paris zu tun, weil er seine Preisgestaltung an dem ausrichten kann, was der Endkunde bereit ist dafür zu geben.
Der Weizen an die agravis hängt natürlich an der matif-notierung.
Dem Weizen('Getreide) 300 ha Betrieb , der davon existenzfähig ist, passt es aber überhaupt gar nicht in die Betriebs und Organisationsstruktur dasselbe zu machen wie der Direktvermarkter.
Sie existieren nebeneinander. Jeder für sich durch ihren eigenen Markt "berechtigt".Da steht die Fragestellung "gross frisst klein " überhaupt gar nicht erst im Raum.(sowenig wie im Raum steht, dass die 40-Mann-edelwerkstatt die 1Mannschrauberbude aus dem Gettovorstadtbezirk übernimmt, weil sie eben vollkommen unterschiedliche Marktsegmente bedienen)

Und natürlich hat Deutschland (jede REgion) ihren Anteil an der Welternährung. Die Produktion geht an den günstigsten Standort. Und das ist für Ananas nicht Plön, und für Weichweizen nicht Kumbubayele.
Und zwischen den Regionen wird ausgeglichen, gehandel. Anders ist die Sicherstellung der Welternährung überhaupt gar nicht möglich, wenn man auf die optimale Mengenerzeugung verzichtet.

Jüngstes Beispiel eines in dieser Hinsicht widersinnigen Handelns durch markteingriffe ist - für mich ! - diese Bemühungen den Sojaanbau (zum zweiten oder dritten mal) in Deutschland zu etablieren.
Kurztagspflanze , die hier einfach nicht hergehört und nur durch irgendwelche Markteingriffe, Subventionen, eine Scheinberechtigung erhält. Fehlallokation von Ressourcen, Verzicht auf bessere Verwertung der Fläche, .......... aber hurrahurra Autarkie über alles.
Typischer Fall von Verzerrung durch markteingriffe.
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Re: Christian Schmidt: „Die Landwirtschaft muss bissiger wer

Beitragvon bauer hans » Di Apr 05, 2016 12:57

Welfenprinz hat geschrieben:Dem Weizen('Getreide) 300 ha Betrieb , der davon existenzfähig ist.....

du hast die 300 mal buka-knete vergessen :klug:
wir schaffen uns :mrgreen:
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Re: Christian Schmidt: „Die Landwirtschaft muss bissiger wer

Beitragvon Südbaden Bauer » Di Apr 05, 2016 15:00

@ Welfenprinz ich kann dir zustimmen, nur:

Welfenprinz hat geschrieben:Jüngstes Beispiel eines in dieser Hinsicht widersinnigen Handelns durch markteingriffe ist - für mich ! - diese Bemühungen den Sojaanbau (zum zweiten oder dritten mal) in Deutschland zu etablieren.
Kurztagspflanze , die hier einfach nicht hergehört und nur durch irgendwelche Markteingriffe, Subventionen, eine Scheinberechtigung erhält. Fehlallokation von Ressourcen, Verzicht auf bessere Verwertung der Fläche, .......... aber hurrahurra Autarkie über alles.
Typischer Fall von Verzerrung durch markteingriffe.


1. Die Fläche die für Soja verschwendet wird, drückt ja nicht auf den Markt. Besser als Stilllegung.
2. Ist das ja auch einen Chance für Betriebe ihre Nische zu finden, also damit in der Vermarktung zu werben.



Vorher hatten wir es mit den Vermarktungschienen? Aber wie soll der 100 Kuh Betrieb jetzt seine Milch vermarkten? Mit viel Aufwand einen kleinen Teil, oder er muss es verarbeiten und vermarktet statt zu produzieren.
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Re: Christian Schmidt: „Die Landwirtschaft muss bissiger wer

Beitragvon borger » Di Apr 05, 2016 15:45

Südbaden Bauer hat geschrieben:1. Die Fläche die für Soja verschwendet wird, drückt ja nicht auf den Markt. Besser als Stilllegung.

Es geht da zuerst um eine zusätzliche staatliche Förderung dieses Soja-Anbaus, bzw. ein quasi Zwang durch „Greening“-Vorschriften, die sind durch nichts gerechtfertigt und schaden mehr als sie nutzen.

Südbaden Bauer hat geschrieben:Aber wie soll der 100 Kuh Betrieb jetzt seine Milch vermarkten?


Z.B. so:
http://kaesehof-biss.de/
Der hat 100 Kühe und blockiert keine Discounter-Zufahrten mit dem Trecker.
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Re: Christian Schmidt: „Die Landwirtschaft muss bissiger wer

Beitragvon Südbaden Bauer » Di Apr 05, 2016 16:05

Wenn man sowas managen kann, ohne dass der Betrieb darunter leidet, dann mein Respekt.

Soja, wird im Greening angerechnet, aber wo besteht da ein Zwang? Ich kann ja auch was anderes machen.
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Re: Christian Schmidt: „Die Landwirtschaft muss bissiger wer

Beitragvon Welfenprinz » Di Apr 05, 2016 17:31

Direktvermarktung war jetzt nur ein Beispiel für dieses Nebeneinander verschiedener Betriebsgrössen. Da gibts noch mehr.

Aber deine Ableitung (schlechter Milchpreis -> Direktvermarktung) zeigt den Käfig im Kopf den wir alle (ich mein nicht dich persönlich, sondern uns alle) haben.
Fang einen schritt vorher an. Muss es Milch sein?

Aber wenn einer ............ sagen wir mal Ferien auf dem Bauernhof macht, ist er für uns schon fast kein bauer mehr. Nische, Spinner, Exot.

Der Vergleich eines künstlich durch subventionen angeregten Anbaus ergibt sich ja nicht mit Stilllegung.
Erstmal mit den konkurrierenden Früchten. Wie der nordhesse mal so schön vorgerechnet hat: in unseren Breitengraden macht man die höchste Proteinproduktion /ha mit............. Raps. Punkt. :)
und die günstigste Sojaproduktion findet in warmen Kurztagsregionen statt. Punkt.

die Widersinnigkeit wäre bei Ananas in Plön offensichtlicher. Ist aber im Prinzip dieselbe.
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Re: Christian Schmidt: „Die Landwirtschaft muss bissiger wer

Beitragvon Südbaden Bauer » Di Apr 05, 2016 19:24

@ Welfenprinz
Das Problem ist, fängt einer mit irgendwas an, machen es andere Kollegen nach, und der Effekt, schwächt sich ab.
Kann man bei uns beim Bauernhofeis sehen. Letztendlich drängen sich Landwirte in eine andere Sparte rein, die ähnlich schlecht bezahlt ist, wie die LW.
UNd bevor ich einen Betrieb zu einem fast reinem Ferienpark mache, der mit LW auch nicht mehr viel zu tun habe, produziere ich dann doch lieber Soja. Auch wenn dass in unserer Region nicht ganz so gut ist, wie in Südamerika. Und heimische Früchte besser wären. Aber letztendlich produziere ich was, bei der Flächenstilllegung nur Unkraut.

Falls ich wieder eine Käfig im Kopf habe, kannst du mir es gerne aufzeigen. Gibts da was von ratiopharm dagegen? :mrgreen:
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Re: Christian Schmidt: „Die Landwirtschaft muss bissiger wer

Beitragvon Welfenprinz » Di Apr 05, 2016 19:33

Ja, dieser innere Zwang zur Uniformität ist so eine Sache.
Einerseits normal (das wirst du auch bei Friseuren oder Maschinenbauern finden, dass viele auf eine Welle aufspringen und diese nicht gross genug für alle ist) andererseits bei Landwirten besonders ausgeprägt.Bei uns Landwirten liegt das viel am gesamten umfeld, der Prägung durch beratung, Studium, Schule , Fachpresse, isermeyer............. Alle reden nur von ha oder Stallplätzen und wieviel man davon haben "muss".

Keiner hat den Mut , dem 18jährigen zu sagen "du hast 2 Hände, 1 Kopf und 2500 AH/a(gut, können auch mehr sein :mrgreen: ). Mach das, was du am liebsten und besten kannst, zieh durch und scheiss auf alle anderen. "

Edit:
der letzte Absatz ist ratiopharm :mrgreen:
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Re: Christian Schmidt: „Die Landwirtschaft muss bissiger wer

Beitragvon Südbaden Bauer » Di Apr 05, 2016 19:49

Moment, jetzt würfelst du meiner Meinung nach mehere Sachen zusammen.
1. Senior drückt den junior in einen Betrieb rein, mit der Maxime, Wachstum ist alles. Und verplant dessen leben, bevor der junior überhaupt weiß was er machen will.
2.
Welfenprinz hat geschrieben:Bei uns Landwirten liegt das viel am gesamten umfeld, der Prägung durch beratung, Studium, Schule , Fachpresse, isermeyer............. Alle reden nur von ha oder Stallplätzen und wieviel man davon haben "muss".

Ja gut, aber es gibt halt gewisse Grundlagen, sowie eine Stückkostendegression. Natürlich ist jeder Betrieb anders, und die Zukunft wird zeigen, wer sich durchsetzt, und mit welcher Philosophie.
Und manche Sachen sind halt auch Standortfaktoren. Auch wenn ich noch so Lust hätte, bräuchte ich niemals in die konventionelle Schweinemast einsteigen.
3. Was ist die Alternative, der 18 Jährige sollte ja auch irgendwas lernen. Danach muss er halt schauen, dass er sein Ding macht.
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Re: Christian Schmidt: „Die Landwirtschaft muss bissiger wer

Beitragvon Welfenprinz » Di Apr 05, 2016 19:53

Ja klar, sit das nicht ganz so grenzenlos wie ich es jetzt idealistisch dargestellt habe.
Der Naturraum ist aber ein vorgegebener Käfig, kein selbstgemachter. :mrgreen:

Der Senior gehört zum genannten Umfeld, klar.
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