stamo hat geschrieben:und was stellst du gegen den DAX? Den bestimmten Zeitpunkt eines kleinen bayerischen Betiebs. Wenn der bayerische Betrieb mit einem ha 1987 anfing und jetzt bei 5 ha Eigenland ist, dann hat er deine Eigenkapitalverzinsung locker überschritten.
Nein. Der kann auch die ganze Zeit ohne einen Pfenning/Cent Eigenkapitalverzinsung gearbeitet haben, und für deutlich unter 5 Euro pro Stunde. Um von 0 auf 5 ha zu kommen, brauchst du nur 5 ha zu kaufen, egal, wie du diese finanzierst.
Wenn er die Eigenkapitalverzinsung der Dax-Unternehmen Babkock Borsig und Karstadt erreicht hätte, wäre er jetzt pleite.
Wie schon geschrieben. Im Zweifel Indexfonds.
@Lonar:
Daxfonds, die den Querschnitt des deutschen Großkapitals abbilden, eine Risikoanlage?
Im Vergleich zu einer Branche, die inzwischen fast komplett von politischer Willkür abhängig ist, und wo die Zukunft alle fünf Jahre neu ausgewürfelt wird, je nach aktueller Propagandalage?
Evtl. solltest du noch mal über die Risikostreuung nachdenken. Zumal wir hier ja nicht mal von Boden reden (siehe oben), sondern vom sonstigen Betriebskapital. Und der Boden alleine ist schon mit ähnlich hohem Risiko behaftet wie ein Indexfonds. Auch der Boden kann von heute auf morgen nur noch die Hälfte wert oder gar mit Zwangsanleihen behaftet sein. Oder z.B. im Kriegs- oder Katastrophenfall oder bei einem "Systemchange" komplett verloren gehen.
Großanleger streuen ihr Vermögen nicht ohne Grund weltweit und in verschiedenste Anlageformen, während Bäuerlein sich an den neuen Stall krallt, der in 25 Jahren wertlost ist.
Es sagt ja niemand, dass du den Hof verkaufen und das Geld an der Börse verzocken sollst.
Es geht darum, die eigene unternehmerische Leistung ehrlich zu bewerten und die Augen nach Alternativen und Risikostreuung offen zu halten.
Schau dir den T5060 an. Der verwertet seine Arbeitszeit und sein Wissen in seinem Gutachter- und Beratungsunternehmen, weil er da deultich mehr pro Stunde verdient als in seinem Landwirtschaftsbetrieb. Und das Kapital verteilt er auf Betrieb, Boden und Aktien, statt einseitig auf die Milchviehhaltung zu setzen, wo er inzwischen wohl viele 100 Kühe haben könnte, aber diesen dann auf Gedeih und Verderb ausgeliefert wäre. Er hat dabei ständig die Oma im Hinterkopf, die zwar den Boden verlor, bei der Flucht nach Westelbien, die Aktien aber retten konnte.
Natürlich ist nicht jeder mit einem Geldscheißerle zur Welt gekommen. Aber das heißt ja nicht, dass man nicht von denen lernen könnte, die mit ihrem klug umzugehen wissen. Reiche Leute investerien in Anlagen, die Rendite abwerfen und nicht in einen Fendt. Den Fendt kaufen sie sich zur Gaudi, von den Zinsen des gut investierten Kapitals. Wohl wissend, dass er nicht bei den Wertanlagen sondern auf der Kostenseiten zu bilanzieren ist (ich rede nicht von Buchhaltungsregeln, sondern von der ehrlichen Bilanz des Kapitalisten). Und sie kaufen ihn niemals privat, wie mancher Hobbyholzer, sondern im Rahmen eines ihrer Unternehmen, weil sie ihn dann von unversteuertem statt von verteuertem Gewinnen kaufen und zudem die Umsatzsteuer absetzen können. Genauso wie ihre "Geschäftsessen" und "Geschäftsreisen" und das "Betriebsfahrzeug" betriebliche Ausgaben sind.

Ein Botaniker ist sowas wie ein Cowboy, der auf einem Pony reitet 