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Die Bauern melken sich arm

Hier hat alles Platz was mit Agrarpolitik und drumherum zu tun hat.
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1051 Beiträge • Seite 47 von 71 • 1 ... 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50 ... 71
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Re: Die Bauern melken sich arm

Beitragvon agrarstudent » So Nov 14, 2010 21:12

Um die heutige deutsche menge zu ermelken brauchst rd. 64.000 Betriebe. Die Zahl der Milchviehbetriebe wird jedoch auf eher 40.000 als auf 50.000 absinken. Also werden 70 - 80 % der heutigen Menge gemolken. Mit großartigen Milchleistungssteigerung und Rationalisierungen ist nicht mehr zu rechnen. In Ackerbauregionen macht es ohnehin kein Sinn größer als 100 - 150 Kühe zu gehen, da die Flächenkonkurrenz zu groß ist für mehr. Gewinner sind schon heute gute Mittelgebirgslagen und werden es auch bleiben.

Wobei xyxy auch recht hat, das die Erträge im Futterbau noch um rd. 30 % steigen können, auf dem Acker ist da weniger Luft.
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Re: Die Bauern melken sich arm

Beitragvon CarpeDiem » So Nov 14, 2010 21:52

Eigentlich eine äusserst interessante Entwicklung von der Sozialbrache und Wüstenei zum Flächenklassenkampf zwischen den Milchfritzen und den Biogasern. Bei uns ist es allerdings so, dass beide Parteiungen noch nicht so richtig in die Pushen gekommen sind, d.h. üppige Kohle für Pachtungen herausrücken. Bei den Biogasern kann man schon für die Überlassung 500 Eu/ha herausholen, aber nur unter Zuhilfenahme der Hektarprämie. Die Milchleute nehmen da noch eine Verweigerungshaltung ein, obwohl einige 200er Tempel gebaut wurden.
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Re: Die Bauern melken sich arm

Beitragvon agrarstudent » So Nov 14, 2010 22:32

In Gegenden mit hohem Pachtflächenanteil sind die Pachten eher niedrig, hingegen in regionen wo die betriebe um die 50 ha Eigentum haben, denen fällt es schon mal leichter für die 50 - 100 ha Pachtland 100 € für den Hektar mehr auszugeben. Das es mit der Änderung des EEG zu Verbesserungen des Biogas kommt wage ich zu bezweifeln. Denke beim Biogas wird der Status Quo gehalten.
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Re: Die Bauern melken sich arm

Beitragvon Hoschscheck » Mo Nov 15, 2010 10:02

schimmel hat geschrieben:Das sehe ich ähnlich Carpe. Ich kenne aber auch keinen Landwirt, der sich traut öffentlich zu äußern, dass er gut verdiene.
...
Reini


Wenigstens auf den Höfen sollte aber über die Gewinn Situation gesprochen werden.
Kommt dann die Überlegung/das Ziel hinzu die nächste Generation mit dem Hof zu ernähren, also nicht nur das Geld was der Hofnachfolger/rin bisher so im Monat ausgegeben hat, dann wird's eng nur "kleine" Ziele zu formulieren.
Nicht nur die Lebenskosten für die junge Familie sollen gedeckt sein, Kinder, Schule, Hobbys und die eigene Kleidung will auch alles bezahlt sein.
Der Knaller ist dann meist "eigener Wohnraum" für die junge Generation.
"Er" hat in der Vergangenheit vielleicht oben noch das Zimmer seiner Schwester mit dazu bekommen. Reicht das?
Kommt sie dazu und fragt dann:"Wo wollen wir dann wohnen, wo ist meine Küche, wie ......, wer .... ?"
Also Stallbau +Wohnraum, das hat in meinem Bekanntenkreis nur ein drittel gemacht. Der Rest generiert Landwirtschaftliche Einnahmen inzwischen aus Verpachtung.
Neuzeitlich geht es bei uns in der Region um Aussiedeln mit Wohnhaus dabei .
Zukunftssicherung durch Kostendegression.??!!
Und der Marktpreis ist uns egal, damit muss der Nachbar auch leben.
Bringt das Stabilität auf die Höfe?


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Re: Die Bauern melken sich arm

Beitragvon H.B. » Mo Nov 15, 2010 10:20

Sehr wichtige Fragen Hosch. Aber die muß jeder für sich selbst beantworten. Ein Einfamilienhaus liegt kostenseitig im Bereich eines 2er-Robi. Dieses Geld wurde in den vergangenen Jahren von vielen Betrieben für sinnlose Quote und deren Folgen (ver)investschleudert. Wer das nicht getan hat, steht jetzt wie viele TA-BDM-Jünger mit 20 Kühen vor der Übergabe und bettelt den Staat um ein festgeschriebenes Recht zur Milchproduktion außerhalb des Wettbewerbs.
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Re: Die Bauern melken sich arm

Beitragvon Hoschscheck » Mo Nov 15, 2010 11:12

H.B. hat geschrieben:Sehr wichtige Fragen Hosch. Aber die muß jeder für sich selbst beantworten. Ein Einfamilienhaus liegt kostenseitig im Bereich eines 2er-Robi. Dieses Geld wurde in den vergangenen Jahren von vielen Betrieben für sinnlose Quote und deren Folgen (ver)investschleudert. Wer das nicht getan hat, steht jetzt wie viele TA-BDM-Jünger mit 20 Kühen vor der Übergabe und bettelt den Staat um ein festgeschriebenes Recht zur Milchproduktion außerhalb des Wettbewerbs.

Äh,
wie jetzt hätten sie doch Quote kaufen sollen?


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Re: Die Bauern melken sich arm

Beitragvon Hoschscheck » Mo Nov 15, 2010 11:24

schimmel hat geschrieben:
....hier gibt es auch einen LK in dem in Stadtnähe traditionell viel Nebenerwerb betrieben wurde. Nirgends sonst im Norden findet man so viele große separate Wohnhäuser auf den Hofstellen.....Landwirtschaft wird aber fast nicht mehr betrieben....man hat das Geld fürs Wohnen verbraucht und Investitionen für den Betrieb vernachlässigt. :?
Ich beobachte diese Tendenz immer in Großstadt - Speckgürteln....was ja auch logisch erscheint...
Diese Tatsache gehört aber auch zur unvermeidlichen negativen Entwicklung der Landwirtschaft und des ländlichen Raumes: Verstädterung, Verlust von landw. Betrieben, Verlust der Beziehung der Bevölkerung zur Urproduktion, Versiegelung von Fläche, Hinwendung zum vermeindlich besseren Leben außerhalb der Landwirtschaft......

Reini


Tschuldigung Reini wen ich hier jetzt mal Spitz einharke.
Das weiß ich noch von früher, wenn der Jungbauer in Stadtnähe ein Ische abgreifen wollte, musste er schon ein adäquates Nest vorweisen. Kam er aus dem Moor und sie hatte noch nichts gesehen von der Welt, dann war sie schon hellauf zufrieden mit normalem Schuhwerk zum Torfschuppen zu kommen. Damit er es warm hat. :wink:

Das wird heute schon seltener. :roll: :mrgreen:

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Re: Die Bauern melken sich arm

Beitragvon xyxy » Mo Nov 15, 2010 11:48

Hoschscheck hat geschrieben:[

Wenigstens auf den Höfen sollte aber über die Gewinn Situation gesprochen werden.
Kommt dann die Überlegung/das Ziel hinzu die nächste Generation mit dem Hof zu ernähren, also nicht nur das Geld was der Hofnachfolger/rin bisher so im Monat ausgegeben hat, dann wird's eng nur "kleine" Ziele zu formulieren.
Nicht nur die Lebenskosten für die junge Familie sollen gedeckt sein, Kinder, Schule, Hobbys und die eigene Kleidung will auch alles bezahlt sein.
Der Knaller ist dann meist "eigener Wohnraum" für die junge Generation.
"
Bringt das Stabilität auf die Höfe?


Hoschscheck

Dazu:
Es kann kann soweit kommen, dass wenn der Nachfolger frühzeitig zu Hause einsteigt, noch Altenteiler zu versorgen sind (Opa/Oma), seine Eltern (jetzige Betriebsleiter) leben wollen, seine Geschwister im Studium sind, also weit weg von "Selbstversorgen", und schon
selbst eine Familiengründung in "Planung" ist, dann wirds verdammt nochmal eng, insbesondere wenn grössere Wachstumsschritte in die Wege geleitet wurden und Wohnraumbedarf dazukommt.
Und zusammenhocken geht garnicht.
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Re: Die Bauern melken sich arm

Beitragvon H.B. » Mo Nov 15, 2010 11:51

Hoschscheck hat geschrieben:
wie jetzt hätten sie doch Quote kaufen sollen?

Das ist jedem seine Entscheidung....

Mindestens 3 Möglichkeiten waren jedem offen: Quote kaufen, aufhören, oder beim Staat betteln, je nach dem, wo er/sie jeweils die größten Chancen sieht/sah. Solange man sich in einem System befindet, muß man sich mit allen Konsequenzen danach richten. Die Sinnfrage stellt sich nur außerhalb des laufenden Betriebs.
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Re: Die Bauern melken sich arm

Beitragvon CarpeDiem » Mo Nov 15, 2010 12:42

Dank BAFÖG hat es geklappt. Das heisst dann im Umkehrschluss, dass mit der Klitsche nix verdient wurde, sonst hätte es keine BAFÖG Kohle gegeben!!!
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Re: Die Bauern melken sich arm

Beitragvon agrarstudent » Mo Nov 15, 2010 21:05

so ich meld mich dann mal wieder hier ab .... war wieder schön mit euch ! .... also Passwortwechsel
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Re: Die Bauern melken sich arm

Beitragvon H.B. » Mo Nov 15, 2010 22:42

Sag mal Reinhold - auch wenn du wenig Zeit hast - aber was hindert dich daran, einen "eigenen Zugang" anzulegen, um dann und wann mal mitzureden?
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Re: Die Bauern melken sich arm

Beitragvon Fortschritt » Di Nov 16, 2010 9:25

schimmel hat geschrieben:
CarpeDiem hat geschrieben:Dank BAFÖG hat es geklappt. Das heisst dann im Umkehrschluss, dass mit der Klitsche nix verdient wurde, sonst hätte es keine BAFÖG Kohle gegeben!!!



....die Klitsche wurde von meinenm Bruder übernommen und steht heute besser denn je dar... :wink:
Aber die Fördergremien haben es auch so gesehen wie du: nicht förderungswürdig, weil zu klein und keine Zukunft...das war 1979 nicht anders als 1985 und 1995....erst 2005 wurde das erstemal in der Betriebsgeschichte eine Agrarförderung für ein Kartofellager genutzt....das ärgert meinen Bruder heute noch, weil er das Darlehn ohne Förderung schon längst abgelöst hätte....musste eben ein Vario her... :mrgreen:

Reini


Nun wir haben für einen Boxenlaufstallbau 1979 mit Ach und Krach ,und Hilfe des Beraters ein sogenanntes Flüchtlingssiedlungsdarlehen bekommen,weil meine Eltern aus Westpreußen kamen.

Der Neid der alteingesessenen Bauern war uns gewiß,so eine kleine Klitsche baut einen Boxenlaufstall für 55 MILCHKÜHE und Nachzucht !

Es war eine Erfolgsstory für die kleine Klitsche in den 80er,private Probleme,ja selbstgemachte Leiden ,gescheiterte Ehe,und eben durch Erbschaft und Eigentumsvorsprung der alteingesessenen,konkurrenzdruck,Flächenbeschaffung führen dazu,das die kleine Klitsche 2007 schluß mit der Milchviehaltung macht !

Nun ,wir wollten uns halt nicht arm melken,das hat geklappt,und trotzdem sind wir jetzt mit der Jungviehaufzucht wieder mal die kleine Klitsche,wie vor dem Laufstallbau,die man gerade so eben über die Runden kommt !

Trotzdem gab es natürlich überall im Elbe WESER Dreieck durchaus viele kleine Klitschen die es geschafft haben mitzuhalten,sehr vieleaber haben dicht gedreht!

Ich wollte bloß den Begriff "kleine Klitsche" hervorheben und REINI seinen Bruder kann ich schon sehr gut verstehen,wenn er damals leer ausgegangen ist,und ärgerlich ist!

Ich sag nur an einige hier haut nicht so überheblich auf die kleinen Klitschen,denn vielleicht gehört ihr mit eurem Betrieb schon MORGEN dazu!

mfg Hermann
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Re: Die Bauern melken sich arm

Beitragvon meyenburg1975 » Di Nov 16, 2010 11:38

schimmel hat geschrieben:So dreht sich die Welt immer fort... :wink:

Reini

Fragt sich nur bis zu welchem Punkt.
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Re: Die Bauern melken sich arm

Beitragvon meyenburg1975 » Do Nov 18, 2010 21:08

meyenburg1975 hat geschrieben:Volle Zustimmung.
Gibt aber noch mehr Problemfelder:
Generationenkonflikte
Angst vor der schwierigeren Partnersuche als LDW
Darstellung der Landwirtschaft in Medien und Politik, die bereits "erste Früchte" in der Gesellschaft trägt



Bekannte haben neulich erzählt, dass ihre Tochter desöfteren heulend nach Hause kommt. Wird wegen ihrer "bäuerlichen Herkunft" in der Schule gehänselt. Gerade mal 5 Klasse und in einer eher ländlich geprägten Region.
Ob Kinder wohl noch Lust auf Ldw. haben, wenn die das nen paar Jahre mitgemacht haben???
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