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Energiewende politisch geistesgestört! oder ins Nichts

Hier kann man über aktuelle Themen aus den Medien und Allgemeines der Landwirtschaft diskutieren.
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Re: Energiewende politisch geistesgestört! oder ins Nichts

Beitragvon Neuland79 » Mi Dez 21, 2022 5:56

Vario_TA hat geschrieben:
Neuland79 hat geschrieben:Österreich macht einen guten Preis und Deutschland importiert den (gepeicherten) Strom fast zum doppelten Preis.

Und es ist auch ein bisschen traurig, dass offenbar niemand merkt, dass hier einfach mit so falschen Zahlen durch die Gegend geworfen wird und das anscheinend einfach jeder glaubt.

Bin ich also falschen Zahlen von trecker aufgesessen? Trügt mich mein Bauchgefühl, dass Deutschland wie ein Weltmeister exportiert, wenn es (preiswerte) Energie im Überfluss hat und die Energie zum Teil fast verschenkt wird, während die Preise bei Import (Energiemangel) fast immer sehr hoch sind?! Oder sitzt du falschen Zahlen auf? Ich kann es dir nicht nachweisen und werde auch keine Energie darauf verwenden, da ich eh in Arbeit untergehe. Aber ich gebe mal zwei Denkanstöße.

1. Ist der Export, der in agora nach Österreich angezeigt wird, gar kein Export nach Österreich ist, sondern nur Transitleistung über Österreich an Drittländer, sodass die ausgewiesenen Exportpreise nach Österreich trügen und in Wirklichkeit Energieimport von südöstlichen Drittländern ermöglichen?
2. Beinhaltet der in energiecharts angezeigte Import/Export Preis Transitleistungen von Deutschland nach Deutschland über Österreich, was den Preis angleicht?
Ich weiß es nicht. Aber ich weiß, dass man bei Pumpspeichern zwischen 70-90% Wirkungsgrad hat. Und dazu passen deine Zahlen nicht. Warum sollte Österreich ein Minusgeschäft machen, wenn sie sich aussuchen können, wann sie importieren und wann sie exportieren? Das wäre nur der Fall, wenn sie auf Deutschland angewiesen wären, aber danach sieht es nicht aus. Und es ist auch nicht nur Österreich. In meiner Erinnerung konnte die Niederlande ihre Energiepreise senken, weil sie massiv billigen deutschen Strom importieren können. Und in Österreich soll das anders sein?

Vario_TA hat geschrieben:Es ist doch absurd, dass das Nichtvorhandensein größerer deutscher Pumpspeicher und gleichzeitig auch das Vorhandensein nennenswerter Speicherkapazität der österreichischen Pumpspeicher kritisiert wird!

Überhaupt nicht. Da hast du mich völlig falsch verstanden. Wogegen ich bin ist die Verschleierung der Nutzung des "Auslandes" als Speicher. Es wird halt immer so getan, als ob die Energiewende gar kein Problem ist. Sie funktioniert aber aktuell nur, wenn wir das Ausland als Speicher bzw. ÜberschussAbnehmer benutzen. Und das finde ich gehört klar kommuniziert, weil das Grenzen hat und diese Strategie mit dem weiteren Zubau reg. Energie in Deutschland und Europa immer schwieriger werden wird.

Zahlen sind erstmal immer nur Zahlen. Erst wenn man weiß, wie sie genau berechnet werden und was dahinter steht, kann man überhaupt eine Einschätzung geben. Das ist dir schon bei Biogasanlagen passiert, wo du erklärt hast, dass 10GW installiert sind. Das sind alles schöne Zahlen, aber sie bringen dir nichts, wenn 1/3 Altanlagen sind, die nur als Backup bei Ausfall der Neuanlagen vorgehalten werden. Das ist in etwa so, wie wenn du zwei Wechselrichter für eine PVA hast und den zweiten nur benutzt, wenn der erste ausfällt. Schwupps hast du die doppelte installierte Leistung und kannst dich mit Zahlen berauschen. Und genau das gleiche Problem, grenznahe Speicher zu Deutschland zu zählen, weil sie in der Regelzone sind, aber niemand weiß, ob wir über diese Energie im Ernstfall verfügen und diese auch übertragen können. Das gilt auch genauso für die Schönrechnung der Kraftwerksleistung in Deutschland, die man zwar hat, aber leider nicht nach Süden bekommt. Und das gilt genauso für die Utopien, das swir mal eben schnell auf G2P, P2G und Einspeisung von Biogas/Methanisierung ins Gasspeichernetz umstellen. Ich habe nichts gegen Zukunftsideen, aber lass uns da 2030 nochmal drüber reden. Aktuell haben wir das hier und jetzt. Die aktuellen Energiepreise erzählen nicht von Kraftwerksüberkapazitäten, sondern eher von Mangel und das liegt nicht nur an Frankreich.
Zuletzt geändert von Neuland79 am Mi Dez 21, 2022 6:19, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Energiewende politisch geistesgestört! oder ins Nichts

Beitragvon agri10 » Mi Dez 21, 2022 6:19

Neuland79 hat geschrieben:
Vario_TA hat geschrieben:
Neuland79 hat geschrieben:Österreich macht einen guten Preis und Deutschland importiert den (gepeicherten) Strom fast zum doppelten Preis.

Und es ist auch ein bisschen traurig, dass offenbar niemand merkt, dass hier einfach mit so falschen Zahlen durch die Gegend geworfen wird und das anscheinend einfach jeder glaubt.

Bin ich also falschen Zahlen von trecker aufgesessen? Trügt mich mein Bauchgefühl, dass Deutschland wie ein Weltmeister exportiert, wenn es (preiswerte) Energie im Überfluss hat und die Energie zum Teil fast verschenkt wird, während die Preise bei Import (Energiemangel) fast immer sehr hoch sind?! Oder sitzt du falschen Zahlen auf? Ich kann es dir nicht nachweisen und werde auch keine Energie darauf verwenden, da ich eh in Arbeit untergehe. Aber ich gebe mal zwei Denkanstöße.

1. Ist der Export, der in agora nach Österreich angezeigt wird, gar kein Export nach Österreich ist, sondern nur Transitleistung über Österreich an Drittländer, sodass die ausgewiesenen Exportpreise nach Österreich trügen und in Wirklichkeit Energieimport von südöstlichen Drittländern ermöglichen?
2. Beinhaltet der in energiecharts angezeigte Import/Export Preis Transitleistungen von Deutschland nach Deutschland über Österreich, was den Preis angleicht?
Ich weiß es nicht. Aber ich weiß, dass man bei Pumpspeichern zwischen 70-90% Wirkungsgrad hat. Und dazu passen deine Zahlen nicht. Warum sollte Österreich ein Minusgeschäft machen, wenn sie sich aussuchen können, wann sie importieren und wann sie exportieren? Das wäre nur der Fall, wenn sie auf Deutschland angewiesen wären, aber danach sieht es nicht aus. Und es ist auch nicht nur Österreich. In meiner Erinnerung konnte die Niederlande ihre Energiepreise senken, weil sie massiv billigen deutschen Strom importieren können. Und in Österreich soll das anders sein?

Vario_TA hat geschrieben:Es ist doch absurd, dass das Nichtvorhandensein größerer deutscher Pumpspeicher und gleichzeitig auch das Vorhandensein nennenswerter Speicherkapazität der österreichischen Pumpspeicher kritisiert wird!

Überhaupt nicht. Da hast du mich völlig falsch verstanden. Wogegen ich bin ist die Verschleierung der Nutzung des "Auslandes" als Speicher. Es wird halt immer so getan, als ob die Energiewende gar kein Problem ist. Sie funktioniert aber aktuell nur, wenn wir das Ausland als Speicher bzw. ÜberschussAbnehmer benutzen. Und das finde ich gehört klar kommuniziert, weil das Grenzen hat und diese Strategie mit dem weiteren Zubau reg. Energie in Deutschland und Europa immer schwieriger werden wird.



Genau das Gegenteil ist der Fall , dank der Kriegstreiben USA und GB, steigt der druck die erneuerbaren Energien auszubauen, bei uns ( hochfranken ) ,stehen die meisten Windanlagen Bayerns und es sollen noch viel mehr werden, ( ist vielleicht auch der Landtagswahl in Bayern zu verdanken, die nächstes Jahr ansteht.

https://www.frankenpost.de/inhalt.15-an ... 9c0b6.html
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Re: Energiewende politisch geistesgestört! oder ins Nichts

Beitragvon Neuland79 » Mi Dez 21, 2022 7:29

Das ist natürlich klar. Wenn du konventionelle Kraftwerke (AKW) abschaltest, musst du natürlich für Ersatz sorgen. Wenn Wind weht, werden dann die Windräder in Franken diese Energie erzeugen. Das behebt wie gesagt die Probleme, wenn Wind vorhanden ist. Wenn kein Wind weht, gehen die Preise aber dann noch höher. Es ist also nur so ein halber Ersatz. Ob sich damit die energieintensive Industrie rechnen wird, ist die nächste Frage. Könnte sein, dass die Energiekosten im Durchschnitt dann doch zu hoch sind.
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Re: Energiewende politisch geistesgestört! oder ins Nichts

Beitragvon beihei » Mi Dez 21, 2022 7:46

Das immer wieder die Schuld für eine Situation in einen anderen Bereich verschoben wird. Das ist zu einfach. Früher oder später wäre diese Situation gekommen und das mit oder ohne Krieg.
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Re: Energiewende politisch geistesgestört! oder ins Nichts

Beitragvon meyenburg1975 » Mi Dez 21, 2022 12:31

Vario_TA hat geschrieben:
meyenburg1975 hat geschrieben:Das musst Du dir von Vario erklären lassen. Je mehr unfähige Unternehmen aufhören oder „umsiedeln“ desto besser für unsere Wirtschaft.

Die Alternative wäre, die substanziell unwirtschaftlichen Unternehmen permanent durch staatliche Stützen am Leben zu erhalten, nur um sie am Leben zu halten.
Welchen Zweck soll das haben?

Das habe ich mich auch gefragt, als ich hörte, dass Klabauterbach unsere mittlerweile nur noch rudimentäre Medikamentenproduktion durch Änderung der Rahmenbedingungen wieder ausbauen möchte.
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Re: Energiewende politisch geistesgestört! oder ins Nichts

Beitragvon meyenburg1975 » Mi Dez 21, 2022 12:36

Neuland79 hat geschrieben:Es wird halt immer so getan, als ob die Energiewende gar kein Problem ist. Sie funktioniert aber aktuell nur, wenn wir das Ausland als Speicher bzw. ÜberschussAbnehmer benutzen.

Die Energiewende (nur eE) wird nur funktionieren, wenn ausreichend Speichermedium vorhanden ist, der über einen Zeitraum von mehreren Wochen ausfallende Energieerzeugung auffangen kann.
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Re: Energiewende politisch geistesgestört! oder ins Nichts

Beitragvon Vario_TA » Do Dez 22, 2022 12:10

Neuland79 hat geschrieben:Trügt mich mein Bauchgefühl, dass Deutschland wie ein Weltmeister exportiert, wenn es (preiswerte) Energie im Überfluss hat und die Energie zum Teil fast verschenkt wird, während die Preise bei Import (Energiemangel) fast immer sehr hoch sind?!

Was ist wohl zuverlässiger: dein Bauchgefühl oder die Angaben des statistischen Bundesamtes und der Übertragungsnetzbetreiber?

Und nein, Import ist nicht gleichbedeutend mit Energiemangel. Der Logik nach hätten die Österreicher nachts ständig Energiemangel, während sie ihre Pumpspeicher füllen :mrgreen:


Neuland79 hat geschrieben:Aber ich weiß, dass man bei Pumpspeichern zwischen 70-90% Wirkungsgrad hat. Und dazu passen deine Zahlen nicht. Warum sollte Österreich ein Minusgeschäft machen, wenn sie sich aussuchen können, wann sie importieren und wann sie exportieren?

Wieso sollten meine Zahlen dazu nicht passen?
Österreich exportiert insgesamt kaum Strom. Ein "Geschäftsmodell" , bei dem man immer nur kauft aber nie verkauft, ist keins.
Außerdem werden die österreichischen Speicher hauptsächlich nachts, wenn Deutschland genau 0GW Solarstrom und deshalb besonders wenig erneuerbaren Strom erzeugt.
Das zeigt aber auch sehr schön, dass es für das Netz in den Regionen auch ohne zusätzliche Speicher überhaupt kein Problem wäre, PV noch massiv auszubauen. Irgendwann füllt man die Speicher dann halt tagsüber und leert sie nachts anstatt umgekehrt.

Und 90% roundtrip Wirkungsgrad für Pumpspeicher wäre zwar schön, ist aber illusorisch. Realistisch sind im Schnitt eher 70-75%.

Neuland79 hat geschrieben:Und es ist auch nicht nur Österreich. In meiner Erinnerung konnte die Niederlande ihre Energiepreise senken, weil sie massiv billigen deutschen Strom importieren können. Und in Österreich soll das anders sein?

Dann trügt dich halt deine Erinnerung.
Soll ich dir jetzt etwa den ganzen Kram nochmal für die Niederlande aufzählen? Sorry aber da hab ich auch besseres zu tun :roll:

Neuland79 hat geschrieben:
Vario_TA hat geschrieben:Es ist doch absurd, dass das Nichtvorhandensein größerer deutscher Pumpspeicher und gleichzeitig auch das Vorhandensein nennenswerter Speicherkapazität der österreichischen Pumpspeicher kritisiert wird!

Überhaupt nicht. Da hast du mich völlig falsch verstanden.

Das war auch nicht unbedingt auf dich bezogen.

Neuland79 hat geschrieben: Wogegen ich bin ist die Verschleierung der Nutzung des "Auslandes" als Speicher. Es wird halt immer so getan, als ob die Energiewende gar kein Problem ist. Sie funktioniert aber aktuell nur, wenn wir das Ausland als Speicher bzw. ÜberschussAbnehmer benutzen. Und das finde ich gehört klar kommuniziert

Es gehört vor allem erstmal klar kommuniziert, dass diese angebliche Praktik nicht stattfindet.
Österreich füllt seine Pumpspeicher vorwiegend nachts, also dann, wenn besonders wenig erneuerbare Energie verfügbar ist. Wenn man unbedingt wollte, könnte man sogar die Position vertreten, dass Österreich seine Speicher mit dem überflüssigen Atomstrom aus Deutschland füllt :wink:


Neuland79 hat geschrieben:Zahlen sind erstmal immer nur Zahlen. Erst wenn man weiß, wie sie genau berechnet werden und was dahinter steht, kann man überhaupt eine Einschätzung geben.

Heißt das, dass du jetzt keine Einschätzungen mehr abgeben willst? :mrgreen:

Neuland79 hat geschrieben:Das ist dir schon bei Biogasanlagen passiert, wo du erklärt hast, dass 10GW installiert sind.

Und daran ist nichts falsch.
Keine Ahnung, was du damit sagen willst. Willst du mir etwa wieder etwas in den Mund legen, was ich nie geschrieben habe?

Neuland79 hat geschrieben:Und genau das gleiche Problem, grenznahe Speicher zu Deutschland zu zählen, weil sie in der Regelzone sind, aber niemand weiß, ob wir über diese Energie im Ernstfall verfügen und diese auch übertragen können.

Da die Speicher de facto existieren und auch das passende Stromnetz dazu existiert, ist das ein frei erfundenes "Problem".
Das wäre ungefähr so, als würde man sein Auto auf der gegenüberliegenden Straßenseite parken und dann Angst haben, dass man es deshalb nicht nutzen kann. Totaler Blödsinn.

Neuland79 hat geschrieben:Das gilt auch genauso für die Schönrechnung der Kraftwerksleistung in Deutschland, die man zwar hat, aber leider nicht nach Süden bekommt.

Was hat denn bitte das Stromnetz mit der angeblichen Schönrechung der Kraftwerksleistung zu tun? :lol:

Neuland79 hat geschrieben:Und das gilt genauso für die Utopien, das swir mal eben schnell auf G2P, P2G und Einspeisung von Biogas/Methanisierung ins Gasspeichernetz umstellen.

Niemand spricht von "mal eben".
Das sind Entwicklungen, bei denen wir von einem Zeitrahmen von wahrscheinlich 20-30 Jahren sprechen. Nur anfangen müsste man halt jetzt mal langsam, sonst dauert es nur noch länger.
Es geht mir dezent auf den Sack, dass die Energiewendekritiker dauernd behaupten, dass es keine Lösungen gibt und man deshalb garnicht erst anfangen braucht. Und wenn man dann eine Lösung nennt, heißt es nur "ja aber das geht ja nicht alles von jetzt auf gleich".
So ein bescheuertes Argument.

Neuland79 hat geschrieben:Aktuell haben wir das hier und jetzt. Die aktuellen Energiepreise erzählen nicht von Kraftwerksüberkapazitäten, sondern eher von Mangel und das liegt nicht nur an Frankreich.

Die Energiepreise haben mit den Kraftwerkskapazitäten ja allenfalls indirekt zu tun.
Gas ist halt teuer geworden weil ein gewisser Russe psychische Probleme hat, völlig egal wie viele Kraftwerke wir haben.
Und wie viel Kraftwerkskapazität willst du denn noch haben? Sollen wir mit deutschen Kraftwerken etwa ganz Europa versorgen oder was?
Ich für meinen Teil bin der Auffassung, dass wir genug Kraftwerke haben, wenn wir mit den vorhandenen fossilen Kraftwerken überall in Deutschland mehr als die höchste auftretende Residuallast abdecken können. Das können andere meinetwegen anders sehen, ich für meinen Teil sehe Deutschland nicht allein dafür verantwortlich, Europa mit Strom zu versorgen.

meyenburg1975 hat geschrieben:Die Energiewende (nur eE) wird nur funktionieren, wenn ausreichend Speichermedium vorhanden ist, der über einen Zeitraum von mehreren Wochen ausfallende Energieerzeugung auffangen kann.

Die vorhandenen Gasspeicher in Deutschland fassen rund 250TWh. Das ist vielfach mehr als benötigt.
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Re: Energiewende politisch geistesgestört! oder ins Nichts

Beitragvon meyenburg1975 » Do Dez 22, 2022 12:37

Vario_TA hat geschrieben:
meyenburg1975 hat geschrieben:Die Energiewende (nur eE) wird nur funktionieren, wenn ausreichend Speichermedium vorhanden ist, der über einen Zeitraum von mehreren Wochen ausfallende Energieerzeugung auffangen kann.

Die vorhandenen Gasspeicher in Deutschland fassen rund 250TWh. Das ist vielfach mehr als benötigt.

Die Wasserstofferzeugung ist mengen- und kostenmäßig noch nicht in dem Maße verfügbar wie benötigt.
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Re: Energiewende politisch geistesgestört! oder ins Nichts

Beitragvon Vario_TA » Do Dez 22, 2022 12:50

An diesem Punkt zitiere ich einfach mal meinen vorherigen Beitrag:
Vario_TA hat geschrieben:Es geht mir dezent auf den Sack, dass die Energiewendekritiker dauernd behaupten, dass es keine Lösungen gibt und man deshalb garnicht erst anfangen braucht. Und wenn man dann eine Lösung nennt, heißt es nur "ja aber das geht ja nicht alles von jetzt auf gleich".
So ein bescheuertes Argument.
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Re: Energiewende politisch geistesgestört! oder ins Nichts

Beitragvon Pegasus_o » Do Dez 22, 2022 13:44

Vario_TA hat geschrieben:Es geht mir dezent auf den Sack, dass die Energiewendekritiker dauernd behaupten, dass es keine Lösungen gibt und man deshalb garnicht erst anfangen braucht. Und wenn man dann eine Lösung nennt, heißt es nur "ja aber das geht ja nicht alles von jetzt auf gleich".
So ein bescheuertes Argument.



Mir dagegen geht es auf den Sack, wenn EE-Enthusiasten reale Probleme einfach ignorieren und mit Argument, man muß ja "nur noch" dieses oder jenes Entwickeln und der Rest wäre kein Problem alles wegwischen wollen.

Die Wasserstofftechnik ist ein wunderschönes Beispiel dafür. Eine sehr schöne Idee auf dem Papier mit ein paar klitzekleinen Problemen in der Praxis. Das fängt bei dem Wirkungsgrad jenseits von Gut und Böse an, geht über die Probleme der Lagerung (Diffusion und Materialversprödung, deshalb kann man nicht einfach irgendwelche vorhandenen Gasspeicher nehmen) und hört bei der latenten Explosionsgefahr noch nicht auf. Die Stadt Wiesbaden schafft ihre für teuer Geld angeschafften H-Busse gerade wieder ab, DaimlerBenz ist mit dem H-LKW auch noch nicht am Ziel. das wäre ja alles kein Problem, muß man halt forschen, vielleiht gibt es eine Lösung. Vielleicht aber auch nicht. Jetzt so zu tun, "man müßte doch nur", ist jedenfalls völlig unrealistisch, insbesondere wenn man die konventionellen Kraftwerke nicht irgendwann, sondern im April abschalten will.
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Re: Energiewende politisch geistesgestört! oder ins Nichts

Beitragvon Todde » Do Dez 22, 2022 13:58

Vario_TA hat geschrieben:An diesem Punkt zitiere ich einfach mal meinen vorherigen Beitrag:
Vario_TA hat geschrieben:Es geht mir dezent auf den Sack, dass die Energiewendekritiker dauernd behaupten, dass es keine Lösungen gibt und man deshalb garnicht erst anfangen braucht. Und wenn man dann eine Lösung nennt, heißt es nur "ja aber das geht ja nicht alles von jetzt auf gleich".
So ein bescheuertes Argument.


Bescheuert ist das?
Seit 20 Jahren stecken wir in der Energiewende und wenn dann 500 Milliarden in WKA geflossen sind, fällt plötzlich auf, dass man vergessen hat PtG zu bauen?
Unsinn, das wusste man von Anfang an aber es ist nun mal für die Politik interessanter von zugebauter installierter Leistung zu sprechen und man schafft es ja schon ~50% des Energiebedarfs aus Erneuerbaren zu erzeugen.
Das Problem der Erneuerbaren wurde aber staatlich überhaupt nicht wirklich angegangen.

Sind die Verbraucher daran Schuld oder die Kritiker einer solchen Irrfahrt?
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Re: Energiewende politisch geistesgestört! oder ins Nichts

Beitragvon Botaniker » Do Dez 22, 2022 13:58

Aber die sind bestimmt nur nicht schlau genug.

Elf Jahre nach Fukushima
Japan macht Atomausstieg rückgängig


https://www.n-tv.de/politik/Japan-macht ... 01388.html
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Re: Energiewende politisch geistesgestört! oder ins Nichts

Beitragvon meyenburg1975 » Do Dez 22, 2022 14:33

Vario_TA hat geschrieben:An diesem Punkt zitiere ich einfach mal meinen vorherigen Beitrag:
Vario_TA hat geschrieben:Es geht mir dezent auf den Sack, dass die Energiewendekritiker dauernd behaupten, dass es keine Lösungen gibt und man deshalb garnicht erst anfangen braucht. Und wenn man dann eine Lösung nennt, heißt es nur "ja aber das geht ja nicht alles von jetzt auf gleich".
So ein bescheuertes Argument.

Ich habe nicht geschrieben, dass es nicht geht und man nicht anfangen soll. Ich habe geschrieben, dass die Wende nur gelingt, wenn das Problem der Speicherung (und die Erzeugung eines Speichermediums zähle ich dazu) gelöst wird.

Und die Kosten der Wasserstofferzeugung sind aktuell nach mir bekannten Zahlen sowohl auf der Ebene eines mittleren Windparks, als auch auf meiner betrieblichen Ebene (ist technisch mittlerweile möglich) auch mit möglichen Förderungen fernab jeglicher Wirtschaftlichkeit. Die Anlagen sind x-Fach zu teuer im Moment.
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Re: Energiewende politisch geistesgestört! oder ins Nichts

Beitragvon meyenburg1975 » Do Dez 22, 2022 14:39

Pegasus_o hat geschrieben:Die Wasserstofftechnik ist ein wunderschönes Beispiel dafür. Eine sehr schöne Idee auf dem Papier mit ein paar klitzekleinen Problemen in der Praxis. Das fängt bei dem Wirkungsgrad jenseits von Gut und Böse an, geht über die Probleme der Lagerung (Diffusion und Materialversprödung, deshalb kann man nicht einfach irgendwelche vorhandenen Gasspeicher nehmen) und hört bei der latenten Explosionsgefahr noch nicht auf.


Salzkavernen sollen grundsätzlich geeignet sein dafür. In meiner alten Heimat werden einige umgerüstet und ab 2024 soll es sort mit der Speicherung beginnen.
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Re: Energiewende politisch geistesgestört! oder ins Nichts

Beitragvon Vario_TA » Do Dez 22, 2022 15:57

Pegasus_o hat geschrieben:Mir dagegen geht es auf den Sack, wenn EE-Enthusiasten reale Probleme einfach ignorieren und mit Argument, man muß ja "nur noch" dieses oder jenes Entwickeln und der Rest wäre kein Problem alles wegwischen wollen.

Da gebe ich dir vollkommen recht, das geht mir ebenfalls auf den Sack. Wenn du dir meine Beiträge anschaust wirst du nirgendwo einen Lösungsvorschlag finden, für den noch irgendetwas entwickelt werden muss.

Was Wasserstoff angeht stimme ich dir weitgehend zu. Ich habe aber niemals vorgeschlagen, reinen Wasserstoff in den bestehenden Gasnetzen oder -Speichern zu nutzen. Methanisierung ist das Zauberwort.
Ich erinnere mich daran, dass Hans Werner Sinn sich vor Jahren darüber lustig gemacht hat, dass konventionelle Kraftwerke nicht "negativ laufen gelassen werden können", man könne aus Strom keine Kohle machen und müsse deshalb die Überschüsse von Wind und PV wegschmeißen. Mit PtG (Methan) ist genau dieses "Kraftwerke negativ laufen lassen" möglich. Elektrolyseur und Methanisierung am Standort von Gaskraftwerken (Zugang zu großen elektrischen Anschlussleistungen, CO2 und Erdgasnetz) sind ideal, um "negative Residuallasten" abbilden zu können.
Für Kurzzeitspeicherung mit extremen Leistungsspitzen (Stichwort PV mittags) ist das natürlich nichts, dafür gibt es Akkus. In 10-15 Jahren kommen mehr als genug spottbillige Rückläufer aus der Elektromobilität, die sowieso niemand recyceln oder sonstwie verwenden will (die EU hat gerade erst strengere Quoten beim Akkurecycling beschlossen, die das Recycling noch teurer machen). Die Akkus kann man auch mit geringer Restkapazität noch als Netzpuffer nutzen. Selbst bei meinetwegen "nur" 2 Mio ausrangierter Akkus (was angesichts der heutigen Subventionen und Vorgaben wohl eher niedrig gegriffen erscheint) mit je 30-40kWh Restkapazität kommen da plötzlich rund 70GWh zusammen.
Bis so große Batteriespeicher sinnvoll werden kann man noch unmengen Wind und vor allem PV ausbauen.

Und was den Wirkungsgrad bei PtG angeht: der ist völlig egal. Relevant sind am Ende die Kosten.
Die effizienteste Energieversorgung nutzt absolut niemandem etwas, wenn sie keiner bezahlen kann.

Todde hat geschrieben:Seit 20 Jahren stecken wir in der Energiewende und wenn dann 500 Milliarden in WKA geflossen sind, fällt plötzlich auf, dass man vergessen hat PtG zu bauen?

Noch gibt es überhaupt nicht die Mengen erneuerbaren Stroms, um damit PtG Anlagen zu betreiben.
Also wie kann man etwas vergessen haben, für das der "Termin" in ferner Zukunft liegt?

meyenburg1975 hat geschrieben:Ich habe geschrieben, dass die Wende nur gelingt, wenn das Problem der Speicherung (und die Erzeugung eines Speichermediums zähle ich dazu) gelöst wird.

Und was ist daran ungelöst?

meyenburg1975 hat geschrieben:Und die Kosten der Wasserstofferzeugung sind aktuell nach mir bekannten Zahlen sowohl auf der Ebene eines mittleren Windparks, als auch auf meiner betrieblichen Ebene (ist technisch mittlerweile möglich) auch mit möglichen Förderungen fernab jeglicher Wirtschaftlichkeit. Die Anlagen sind x-Fach zu teuer im Moment.

Nicht die Anlagen sind zu teuer, sondern der (fossile) Strom. Es gibt halt noch längst nicht die nötigen Kapazitäten bei WKA und PVA. Je mehr es davon gibt, desto eher rechnen sich Elektrolyseure.
Du kannst doch nicht den derzeit unglaublich teuren fossilen Strom (Hauptkostentreiber der Elektrolyseure) als Argument für die angebliche Unwirtschaftlichkeit von Elektrolyseuren heranziehen!?
Dass Elektrolyse mit fossilem Strom Schwachsinn ist, dürfte hoffentlich jedem klar sein.
Deshalb fordere ich ja auch nicht den sofortigen Ausbau von Elektrolyseuren, sondern erstmal den Ausbau von WKA und PV bei gleichzeitiger Umstellung der Biogasanlagen auf Einspeisung ins Gasnetz sowie den jetzt sowieso sicheren Atomausstieg, um endlich die störende Einspeisung der AKW und BGA bei viel Wind und Sonne zu unterbinden.
Wenn dann irgendwann trotzdem vermehrt negative Strompreise auftreten und nennenswerte Anteile erneuerbaren Stroms abgeregelt werden müssen, lohnen sich neben kleinen Kurzzeitspeichern auch die ersten Elektrolyseure. Methanisierung wird sich nochmal ein ganzes Stück später rechnen, erstmal wird der erzeugte Wasserstoff den derzeit sowieso aus Erdgas erzeugten Wasserstoff ersetzen. Da fossiles Erdgas und damit auch Wasserstoff sich zuletzt massiv verteuert haben, stehen Elektrolyseure in Deutschland perspektivisch wirtschaftlich jetzt sowieso schon viel besser da als vor dem Angriff auf die Ukraine.
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