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Eure ackerbauliche Strategie für das nächste Jahr?

Hier ist Platz für alles was auf dem Acker wächst ;-).
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Re: Eure ackerbauliche Strategie für das nächste Jahr?

Beitragvon 304 » Fr Apr 10, 2026 8:36

Fendt 308 ci hat geschrieben:Auch der exzellente Ackerbauer mit besten Sozialkompetenzen bekommt nicht mehr als 19 Euro für seinen Weizen, zur Ernte möglicherweise noch weniger.

Selbst Schuld, wenn man einfach nur versucht möglichst viel abzuliefern und auf gute Preise hofft.

Als Getreidelieferant bist du nur eine Nummer auf dem Lieferschein. Das Zeug ist einfach transportabel und lagerbar, da gibts immer jemanden der es zu niedrigeren Preisen liefern kann, weil er schlichtweg bessere Rahmenbedingungen hat. Gibt weltweit nur wenige Länder mit ähnlich irsinnig hohen Steuern, Abgaben, Auflagen und Bürokratie. Die können alle billiger produzieren.

Nicht Fläche und auch nicht Ertrag sind entscheidend, sondern die möglichst unabhängige und vielseitige Verwertung. Milchviehbetrieb mit eigener Nachzucht + Mast + Biogas + Fernwärmenetz + PV hat deutlich weniger Probleme als ein reiner Ackerbaubetrieb. Irgendwas läuft immer.

Gibt Betriebe deren hofeigene Spedition mit LNG aus der eigenen BGA fährt. Die sparen beim Diesel gerade mehr, als beim Weizen draufgezahlt wird. Dementsprechend ist die Frage zu welchen Preisen man noch Betriebsmittel auf Vorrat kauft auch ganz betriebsindividuell.
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Re: Eure ackerbauliche Strategie für das nächste Jahr?

Beitragvon Agrohero » Fr Apr 10, 2026 8:47

Ackersau hat geschrieben:Die Grenzen zwischen "Haupt-" "Zu-" und Nebenerwerb sehe ich zunehmend fließend. Man kann schnell im sogenannten Nebenerwerb landen.


Und wo ist das Problem?
Wenn ich hier etwas von 19,- Euro dt weizen lese ,,dann kommen mir die Tränen und das bestimmt nicht vor Lachen, sondern weil mir wieder mal bewusst wird , daß weizen nur auf einem sehr keinen teil unserer Flächen gedeit !
Wie wirklich erfolgreichen hier in der Region sind es durch Baulandverkäufe, geschickte heiratspolitik , sonderkulturen ,besondere Vermarktung oder Nebenerwerb.
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Re: Eure ackerbauliche Strategie für das nächste Jahr?

Beitragvon Manfred » Fr Apr 10, 2026 8:48

210ponys hat geschrieben:naja was wird dann aus Regionen wie unserer? Wer viel hat, hat Maximal 50ha Eigenfläche der Durschnitt aber eher vielleicht 15ha.
Wen es was zu kaufen gibt was Acker betrifft geht die Geschichte ganz schnell Richtung 5.-


In D haben wir fraglos diverse spezifische Probleme.
Die Frage ist halt, ob in solchen Gegenden zukünftig überhaupt noch Vollerwerbs-Ackerbau möglich wird.
Man kann natürlich auch mit Spekulationsland einen Kapitalstock aufbauen, aber der bringt, ohne das Land zu verkaufen, keinen angemessenen Cashflow, um mehrjährige Marktschwankungen zu überbrücken.
Also wird es für einen größeren Betrieb in so einer Region einen größeren Kapitalstock außerhalb der Landwirtschaft, z.B. in Aktien oder anderen Anlagen brauchen, oder er kauft und verpachtet Ackerland in eine anderen Region, wo es betriebswirtschaftlich sinnvoller ist.
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Re: Eure ackerbauliche Strategie für das nächste Jahr?

Beitragvon johnny3000 » Fr Apr 10, 2026 9:15

ackerbauliche Strategie ist eine gute Frage.

Ich denke es wird sich langsam für viele die Frage stellen müssen, ob "normaler Standardackerbau" mit Getreide, Raps und co überhaupt noch irgend nen Sinn macht.

Wenn landauf landab die Produktionskosten bei Getreide zwischen 18 und 25€/dt liegen, dann brauch man sich glaub nicht mehr ernsthaft irgendwelche Gedanken darüber machen, aber angebaut wirds halt doch....

Im Sonderkulturbereich sind die Spannen zwar weit größer, aber auch das Risiko...
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Re: Eure ackerbauliche Strategie für das nächste Jahr?

Beitragvon 210ponys » Fr Apr 10, 2026 9:52

was ist dann die Lösung? Umstellung auf Bio und in einen Mulcher investieren?
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Re: Eure ackerbauliche Strategie für das nächste Jahr?

Beitragvon strokes » Fr Apr 10, 2026 10:46

Manfred hat geschrieben:Nach meiner Vermutung kann man aus den Top-Ackerbauregionen der USA ableiten, wie sich das bei uns entwickeln wird:
Das Umfeld wird durch einen extremen Wettbewerb bestimmt. Durchschnittlich gute Bauern kommen in normalen Jahren zu Null raus.
Die Pachtpreise sind so hoch, dass nur mit überdurchschnittlichen Erträgen bei gleichzeitig konsequenter Kostenkontrolle überdurchschnittlich verdient wird.
.


Extrem hohe Pachtpreise durch Konkurrenzdruck und dadurch Erfolgsdruck überdurchschnittlich hohe Erträge zu erzielen, bei immer schwierigeren Wetterbedingungen, Trockenheit erfordert eine überdurchschnittliche Ernteversicherung um das Risiko so weit wie möglich zu begrenzen.
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Re: Eure ackerbauliche Strategie für das nächste Jahr?

Beitragvon Manfred » Fr Apr 10, 2026 10:56

Ja. Ernteversicherung ist dort Standard. Die hilft, witterungsbedingte Verluste zu reduzieren, ist aber teuer.
Das ganze Spiel läuft darauf hinaus, sich über schlechte und durchschnittliche Jahre zu retten, um in guten Jahren ordentlich Reibach zu machen.

was ist dann die Lösung? Umstellung auf Bio und in einen Mulcher investieren?


Wer sich im konventionellen Ackerbau schon schwer tut, wird im Bio-Ackerbau scheitern, außer evtl. in Grenzertragslagen, wenn der Anbau primär der Prämienoptimierung dient.
Guter Bio-Ackerbau, besonders wenn viehlos, stellt sehr hohe Anforderungen an das Können und Timing des Betriebsleiters.
Wäre das so einfach, und die Gewinne höher, hätte die Regierung keine Probleme, ihre Bio-Ausbauziele zu erreichen.
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Re: Eure ackerbauliche Strategie für das nächste Jahr?

Beitragvon johnny3000 » Fr Apr 10, 2026 11:13

210ponys hat geschrieben:was ist dann die Lösung? Umstellung auf Bio und in einen Mulcher investieren?



Die Lösung wirds nicht für jeden geben.

Ich sag mal so, es wird sich jeder seine Nische irgendwo suchen müssen, auch wenn der Schritt für viele sehr schwer sein wird.
Aber aus der Gewohnheit und Veränderungsangst raus so weitermachen wie die letzten 40 Jahre wird nicht funktionieren...
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Re: Eure ackerbauliche Strategie für das nächste Jahr?

Beitragvon County654 » Fr Apr 10, 2026 12:26

Vielleicht sollte man aus diesem Bericht Schlüße ziehen:
https://www.youtube.com/watch?v=aCmJUUwRmm0&t=2518s

Dann kann es eigentlich nur eine Botschaft geben: Laden dicht machen :?
Es muß anders werden, wenn es besser werden soll!
Aber keiner weiß, ob es gut wird, wenn es anders wird........
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Re: Eure ackerbauliche Strategie für das nächste Jahr?

Beitragvon Manfred » Fr Apr 10, 2026 15:18

County654 hat geschrieben:Vielleicht sollte man aus diesem Bericht Schlüße ziehen:
https://www.youtube.com/watch?v=aCmJUUwRmm0&t=2518s

Dann kann es eigentlich nur eine Botschaft geben: Laden dicht machen :?


Versuch mal in D auf deinem Acker eine Landebahn für Jumbojets anzulegen, um deine Ernte auszufliegen. :lol:
Aber daran erkennt man dann das Problem dieser Betriebe in Südamerika: Die Marktferne verbunden mit der schlechten Transport-Infrastruktur. In Nordamerika haben sie die Gütereisenbahnen und den für die Schifffahrt gut ausgebauten Mississippi. In Südamerika muss das Zeug teils tausende km auf schlechten Straßen per LKW zu den Häfen transportiert oder gar ausgeflogen werden.
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Re: Eure ackerbauliche Strategie für das nächste Jahr?

Beitragvon T5060 » Fr Apr 10, 2026 15:43

Der deutsche Ackerbau hat folgendes Problem: Die fehlende Veredlung und die schwächelnde Infrastruktur der Veredlung. Die regionale Verwertung der Futterqualitäten ist weg, gleichzeitig fehlte das Geld für die Aktualisierung der Ställe und man hat sich dann zum Ausgleich in Sonderkulturen und Kartoffeln gestürzt. Leider fehlten dann auch die Kapazitäten für das Konservengemüse und Kartoffeln, aber auch fehlen Schlachtkapazitäten für Hähnchen, Schweine usw., auch weil die Arbeitskosten und Auflagen für so Projekte nicht mehr zu stemmen sind. Dabei muss man aber auch im Auge haben, das der deutsche Bauer mittlerweile viel zu alt ist. Was wir haben ist eine international sehr moderne Milchverarbeitung mit sehr guten Produkten, Top-Böden in einem Superzustand, sehr gut ausgebildete landw. Praktiker (über die Theoretiker rede ich jetzt mal nicht) und meist recht passende Wetterverhältnisse. Ergebnis: Ohne Intensivierung der landw. Veredelung, wird das alles nichts mehr, weil dann weder Ackerbau möglich ist, noch gescheite Pachteinnahmen generiert werden können.
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Re: Eure ackerbauliche Strategie für das nächste Jahr?

Beitragvon Manfred » Fr Apr 10, 2026 16:23

Es hat halt die ganze Kette die selben Probleme: Sie wird durch Bürokratie, Energiekosten, Steuerlast und sonstige vom Staat selbst geschaffene Ursachen ermordet.
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Re: Eure ackerbauliche Strategie für das nächste Jahr?

Beitragvon Hofleben » Fr Apr 10, 2026 17:14

Ich versuche mittlerweile mehr Wertschöpfung auf den Hof zu verlagern und gleichzeitig meine Abhängigkeit zu reduzieren.
Mehr Legehennen, eine höhere Deckung vom Futtermittelbedarf aus dem eigenen Anbau und mehr Obst für die Direktvermarktung.

Auf dem Pachtmarkt geht es hier mittlerweile völlig drunter und drüber.
Einerseits drängen sich immer mehr große Betriebe in Gemarkungen die teilweise 40km von denen Entfernt sind und gleichzeitig drücken sich immer mehr Nebenerwerbslandwirte rein die völlig absurde Pachtpreise bezahlen (können).

Zukünftig peile ich irgendwas in Richtung Weizen - Mais - Erbsen - Bohnen - Raps an.
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Re: Eure ackerbauliche Strategie für das nächste Jahr?

Beitragvon Ackersau » Fr Apr 10, 2026 17:36

Warum die Leguminosen ? Die sind hier wirtschaftlich eher schwach
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Re: Eure ackerbauliche Strategie für das nächste Jahr?

Beitragvon Hofleben » Fr Apr 10, 2026 18:00

Ackersau hat geschrieben:Warum die Leguminosen ? Die sind hier wirtschaftlich eher schwach


Futtererbsen oder Bohnen kann ich den Legehennen verfüttern. Alternativ ginge auch Soja aber irgendwie kann ich mich mit Soja einfach nicht anfreunden.
Als Marktfrucht kann man das hier weitestgehend eh alles knicken.

So schlimm es ist aber mir bleibt tatsächlich mehr Geld übrig wenn ich das Zeug erstmal durch ein Huhn jage und die Eier für 40cent/stk verkaufen kann.
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