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Fungi in Weizen

Hier ist Platz für alles was auf dem Acker wächst ;-).
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Re: Fungi in Weizen

Beitragvon lambofahrer75 » Mi Mai 25, 2011 11:10

Servus,
bei mir in Niederbayern war auch starker Befall an Getreidehähnchen. Hab am Montag den Weizen bei mir und meiner Frau mit 75ml Karate Zeon behandelt.
Nachdem ich 0,5l CCC + 0,3l Moddus+ 0,5l Gladio im Stadium 32 vorgelegt habe, habe ich bis jetzt noch keine Veranlassung gesehen, nachzulegen. => geringer Krankheitsdruck.
Wird sich bei meinen Mais-Weizen auf eine Ährenbehandlung auslaufen.
Viele Grüsse
Lambofahrer75
Quelle: wetter-by.de http://www.am.rlp.de/Internet/AM/NotesB ... enDocument
"pax arva colat"
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Re: Fungi in Weizen

Beitragvon NobbyNobbs » Mi Mai 25, 2011 13:17

Crazy Horse hat geschrieben:@ Nobby
Was kostet eigentlich das Aviator Xpro im Vergleich zum Input Xpro? Immerhin ist im Aviator der Anteil an Prothioconazol und Bixafen jeweils 50% höher als im Input Xpro. Und auf diesen Mehltauwirkstoff (Spiroxamine), der so ne Art Schlitteneffekt haben soll, kann man bei dieser hochwertigen Formulierung sicher verzichten, zumal ja auch dieses Bixafen die Wirkstoffaufnahme verbessern soll.
-----
Also generell ist mir ein etwas trockeneres Jahr lieber als ein zu feuchtes, mit all den negativen Erscheinungen (Mehltau, Halmbruch, Septoria, Lager), aber 2011 ist wirklich ein Jahr zum Vergessen. Gott sei Dank hat es am Sonntag noch mal 7mm geregnet, nachdem wir zuvor rein gar nichts abbekommen haben. das hat die Sache etwas erträglicher gemacht.

Letzte Woche habe ich in der Sommergerste noch 1,5l Amistar Opti gespritzt (Grannenspitzen). Das muss irgendwie ausreichen bis zur Ernte. Und heute habe ich zumindestens im besseren Weizen (Kredo) ne Einmalbehandlung mit Champion + Diamant gemacht. Der steht gar nicht mal so schlecht da, weil er bereits frühzeitig in der Bestockungsphase überzählige Triebe reduziert hat und deshalb während des Schossens auch gar nicht so sehr unter der Trockenheit gelitten hat wie der JB Asano. Der Asano ist eine einzige Enttäuschung dieses Jahr und als mittellange Sorte deutlich kürzer geblieben als die leuchtendgrüne Kurzstrohsorte Kredo, die einen gesunden Blattapparat hat. Der Asano hingegen zeigt selbst auf den guten Böden einen ziemlich verkrüppelten Wuchs. Auf den trockeneren Lagen werde ich die Sorte garantiert nicht mehr anbauen. Dabei hat er letztes Jahr gar nicht mal so schlecht gedroschen. :cry:

Ich bin ohnehin der Ansicht, dass Kurzstrohsorten in trockeneren Lagen besser dreschen als die langen. Ich hab einige Jahre den Bandit und den Ritmo angebaut, den man auf jeden Fall rechtzeitig ab EC 37/39 behandeln musste (zuzüglich zur obligatorischen Ährenbehandlung), aber die haben immer gut gedroschen (mindestens so gut wie die Sorten von heute).



Ich habe es für unter 50 Euro den Liter gekauft. Der Preis stimmt schon. Kann auch gar nicht anders, da es zu viele hoch wirksame Alternativen gibt. Es ist nur mal wieder eine Maßnahme von Bayer möglichst viel Wirkstoff in Form von teueren Packs an den Mann zu bringen und das Zeugs offiziell nur im Pack anzubieten. Und dass die Wirkung von 0,6l/0,6l Aviator Fandango Duo besser sein soll, als die vom sogar noch etwas günstigeren Aviator Xpro solo in hoher Aufwandmenge, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Grade weil auf Grund meines Standorts und der Sorten Septoria die dominierende Krankheit ist.
Glaubt man den amtlichen Versuchsergebnissen bzw. den Aussagen von Bayer, dann hat der neue Wirkstoff "Bixafen" eine bisher unerreichte Wirksamkeit gegen die meisten Blattkrankheiten ( insbesondere Septoria-Arten ) was Wirkungsdauer und Vitalitätseffekte angeht. Er scheint einfach ähnlich effektiv zu sein, wie die Strobilurine nach ihrer Einführung. Das ist, neben der zu erwartenden besseren Septoriawirkung, ein weiter wichtiger Grund für meinen Entschluss, Aviator Solo mit 1- 1,2l einzusetzen. Ich traue 90g/ha Bixafen wesentlich mehr "Greening"- und Vitalitätseffekte zu, als den lächerlichen 60g/ha Strobilurin, die du mit 0,6l Fandango ausbringst. Schau dir doch nur die dieses Jahr in den Fachzeitschriften vielfach veröffentlichten Angaben zur Wirkungsdauer der Produkte mit carboxamidhaltigen Wirkstoffen an...

Was die Weizensorten angeht, machen- lustigerweise grade anders als bei dir- der Asano und auch Premio die besten Eindrücke. Premio sah im Frühjahr ziemlich beschissen aus, hat unfassbar viele Triebe reduziert. Mittlerweile aber steht er wie eine Wand und ist fast schwarz. Dem Asano merkt man die Trockenheit kaum an, auch wenn er sicher 600-650 ährentragende Halme produziert.
Sorgen bereitet mir mal wieder mein "Kraubschen" "Manager", der absolut scheiße aussieht. Eigentlich ungewöhnlich für meinen doch sehr guten Standort mit ausreichender Wasserversorung, da er doch immer als lößböden und wasserliebende Sorte bezeichnet wird. Die letzten beiden Jahre scheinen ihm auf jeden Fall nicht geschmeckt zu haben, weswegen ich kein Korn mehr säen werde.
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Re: Fungi in Weizen

Beitragvon NobbyNobbs » Mi Mai 25, 2011 13:24

lambofahrer75 hat geschrieben:Servus,
bei mir in Niederbayern war auch starker Befall an Getreidehähnchen. Hab am Montag den Weizen bei mir und meiner Frau mit 75ml Karate Zeon behandelt.
Nachdem ich 0,5l CCC + 0,3l Moddus+ 0,5l Gladio im Stadium 32 vorgelegt habe, habe ich bis jetzt noch keine Veranlassung gesehen, nachzulegen. => geringer Krankheitsdruck.
Wird sich bei meinen Mais-Weizen auf eine Ährenbehandlung auslaufen.
Viele Grüsse
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Getreidehähnchen sind dieses Jahr echt eine Katastrophe. Die Schäden dieser ekelhaften Biester werden ja häufig sehr überschätzt, sieht es doch zumeist schlimmer aus, als es in Wirklichkeit ist, aber dieses Jahr musste ich auch alles behandeln. Zu viel war schon verfressen und 5-8 Käfer pro Pflanze wollte ich auf keinen Fall dulden.
Schlimm betroffen waren die Grannenweizen ( Premio und Nirvana ) sowie die Sommergerste.
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Re: Fungi in Weizen

Beitragvon julius » Mi Mai 25, 2011 20:45

Hies es früher nicht das Getreidehähnchen die Gerste nicht mögen und sie meiden ?
Hab dieses Jahr zum ersten mal Getreidehähnchen in der Gerste. Ist aber noch unter der Schadschwelle. Beim Weizen ist hingegen alles voll.
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Re: Fungi in Weizen

Beitragvon NobbyNobbs » Mi Mai 25, 2011 21:00

julius hat geschrieben:Hies es früher nicht das Getreidehähnchen die Gerste nicht mögen und sie meiden ?
Hab dieses Jahr zum ersten mal Getreidehähnchen in der Gerste. Ist aber noch unter der Schadschwelle. Beim Weizen ist hingegen alles voll.



Bei der Masse wie sie durch die warme Witterung dieses Jahr vorkommen, ist es ihnen scheinbar recht egal. Sie befallen wohl einfach die 1.beste Fläche. Bei mir sieht man beispielsweise ganz genau von wo sie sich rein gezogen haben. Nahe am Wald ist massenhafter Befall vorhanden, der mit zunehmender Entfernung mehr und mehr abnimmt.
Generell habe ich aber das Gefühl, als bevorzugen sie "zarte" Blätter. Das ist meine Erklärung warum sie so auf Sommerungen ( eben auch Sommergerste, bei Wintergerste mag das noch etwas anders aussehen ) und eben die Grannenweizen abfahren.
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Re: Fungi in Weizen

Beitragvon julius » Mi Mai 25, 2011 21:08

Wie ist das bei Gerste wenn sie die Ähre geschoben hat. Bringt da eine Behandlung gegen Getreidehähnchen noch was oder ist das noch sinnvoll ? Da wird der meiste Wirkstoff an der Ähre hängenbleiben.
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Re: Fungi in Weizen

Beitragvon NobbyNobbs » Do Mai 26, 2011 13:46

julius hat geschrieben:Wie ist das bei Gerste wenn sie die Ähre geschoben hat. Bringt da eine Behandlung gegen Getreidehähnchen noch was oder ist das noch sinnvoll ? Da wird der meiste Wirkstoff an der Ähre hängenbleiben.



Redest du von einem geschlossenen Wintergerstenbestand? Das wirst du selbst entscheiden müssen. Aus der Ferne kann dir da keiner sagen, ob du es schaffst F - F-2 ausreichend zu benetzen. Generell gilt für mich, je später, desto weniger Wasser/höheres Tempo möglich. Ich würde bei einer Fusariumspritzung nie mehr als 200 l ausbringen. Da reicht es, die Konzentration auf die oberen Etagen und besonders die Ähre zu legen. Halmbruch in EC32 aber wirst du so schlechter bekämpfen können. Da musst du einseifen. Ob du da jetzt einen geeigneten Mittelweg findest, solltest du dir gut überlegen.
Generell gilt es, die obersten drei Blätter so lange es geht gesund zu erhalten.
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Re: Fungi in Weizen

Beitragvon NobbyNobbs » Do Mai 26, 2011 18:19

@ Verrückter Gaul

Ich muss eine Korrektur machen. Der Liter AviatorXpro hat mich nicht unter 50€, sondern unter 40€ gekostet. 37,irgendwas um genau zu sein. Ich rechnete mit den 1,2 l/ha, die ich ausgebracht hatte.
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Re: Fungi in Weizen

Beitragvon Crazy Horse » Do Mai 26, 2011 21:30

NobbyNobbs hat geschrieben:@ Verrückter Gaul

Ich muss eine Korrektur machen. Der Liter AviatorXpro hat mich nicht unter 50€, sondern unter 40€ gekostet. 37,irgendwas um genau zu sein. Ich rechnete mit den 1,2 l/ha, die ich ausgebracht hatte.



Ich geh mal davon aus, dass das Nettopreise sind, über die wir hier reden. Aber der Preis ist durchaus interessant. Damit dürfte Avaiator sogar noch etwas günstiger sein als das Input Xpro. Das alte Input soll übrigens nur noch von Spiess-Urania vertrieben werden, im sog. QIN-Pack (Don-Q + Input), wie ich gelesen hab.

Ich bin übrigens nicht der Ansicht, dass die Strobilurine in ihrer physiologischen Wirkung nachgelassen haben. Der Anteil wurde nur stark reduziert, nachdem man festgestellt hat, dass die Strobilurine, die man ursprünglich gegen fast alles eingesetzt hat, keinerlei Wirkung gegen Mehltau mehr haben und auch die meisten Septoriastämme mehr oder weniger resistent dagegen sind. Die protektive Wirkung hingegen ist nach wie vor gut (insb. in Kombination mit Bravo). Gleiches gilt für den Greening-Effekt, von dem man bei 60g/ha Fluoxastrobin (in 0,6l Fandango) allerdings nicht viel sieht. Früher, als man zu Beginn des Ährenschiebens noch nen ganzen Liter Amistar gespritzt hat, war davon doch deutlich mehr zu sehen. Da konnte es schon mal vorkommen, dass das Stroh beim Dreschen noch richtig zäh war. In Jahren mit einer gesicherten Wasserversorgung und moderaten Temperaturen in der Kornfüllungsphase konnte man dafür locker 20% mehr dreschen.

Die Carboxamide (und hier insb. der neue Wirkstoff Bixafen) scheinen bei Trockenheit besser geignet zu sein als die Strobilurine, weil sie die Transpirationsraten und damit den Wasserverlust reduzieren. Und irgendwie soll das Mittel (Bixafen) gegen so ziemlich alles wirken, auch wenn dieser Wirkstoff sehr resistenzgefährdet ist, weshalb er auch nicht solo vertrieben wird. Ob er auch den Alterungsprozess der Pflanze so gut verzögern wie die Strobis wird sich zeigen, wobei ich schon glaube, dass die Strobis in der entsprechenden Dosis schon noch gewisse Vorteile haben, was das angeht.
Strobis setze ich übrigens sehr gern in der Gerste ein.
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Re: Fungi in Weizen

Beitragvon julius » Fr Mai 27, 2011 9:22

NobbyNobbs hat geschrieben:
julius hat geschrieben:Wie ist das bei Gerste wenn sie die Ähre geschoben hat. Bringt da eine Behandlung gegen Getreidehähnchen noch was oder ist das noch sinnvoll ? Da wird der meiste Wirkstoff an der Ähre hängenbleiben.



Redest du von einem geschlossenen Wintergerstenbestand?

Ja geschlossen, EC 65 - 69. Ich hab das nochmal überprüft. Der Befall hält sich in Grenzen. Somit erübrigt sich eine Behandlung.
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Re: Fungi in Weizen

Beitragvon NobbyNobbs » Fr Mai 27, 2011 12:16

Crazy Horse hat geschrieben:
NobbyNobbs hat geschrieben:@ Verrückter Gaul

Ich muss eine Korrektur machen. Der Liter AviatorXpro hat mich nicht unter 50€, sondern unter 40€ gekostet. 37,irgendwas um genau zu sein. Ich rechnete mit den 1,2 l/ha, die ich ausgebracht hatte.



Ich geh mal davon aus, dass das Nettopreise sind, über die wir hier reden. Aber der Preis ist durchaus interessant. Damit dürfte Avaiator sogar noch etwas günstiger sein als das Input Xpro. Das alte Input soll übrigens nur noch von Spiess-Urania vertrieben werden, im sog. QIN-Pack (Don-Q + Input), wie ich gelesen hab.

Ich bin übrigens nicht der Ansicht, dass die Strobilurine in ihrer physiologischen Wirkung nachgelassen haben. Der Anteil wurde nur stark reduziert, nachdem man festgestellt hat, dass die Strobilurine, die man ursprünglich gegen fast alles eingesetzt hat, keinerlei Wirkung gegen Mehltau mehr haben und auch die meisten Septoriastämme mehr oder weniger resistent dagegen sind. Die protektive Wirkung hingegen ist nach wie vor gut (insb. in Kombination mit Bravo). Gleiches gilt für den Greening-Effekt, von dem man bei 60g/ha Fluoxastrobin (in 0,6l Fandango) allerdings nicht viel sieht. Früher, als man zu Beginn des Ährenschiebens noch nen ganzen Liter Amistar gespritzt hat, war davon doch deutlich mehr zu sehen. Da konnte es schon mal vorkommen, dass das Stroh beim Dreschen noch richtig zäh war. In Jahren mit einer gesicherten Wasserversorgung und moderaten Temperaturen in der Kornfüllungsphase konnte man dafür locker 20% mehr dreschen.

Die Carboxamide (und hier insb. der neue Wirkstoff Bixafen) scheinen bei Trockenheit besser geignet zu sein als die Strobilurine, weil sie die Transpirationsraten und damit den Wasserverlust reduzieren. Und irgendwie soll das Mittel (Bixafen) gegen so ziemlich alles wirken, auch wenn dieser Wirkstoff sehr resistenzgefährdet ist, weshalb er auch nicht solo vertrieben wird. Ob er auch den Alterungsprozess der Pflanze so gut verzögern wie die Strobis wird sich zeigen, wobei ich schon glaube, dass die Strobis in der entsprechenden Dosis schon noch gewisse Vorteile haben, was das angeht.
Strobis setze ich übrigens sehr gern in der Gerste ein.


Natürlich Nettopreise. Die MwSt. ist ja ein durchlaufender Posten und interessiert mich somit nicht. ..Außer du pauschalierst? Für den Fall natürlich schon.
Ja, ich kann das so unterschreiben was du sagst. Wir haben letztes Jahr 14 Parzellen ( randomisiert ) ausgewertet. Das ganz normale Verfahren: Kontrolle, 1x spät, 2x früh, 2x spät und die Gesund.Var. Selbst bei 3xigem Fungieinsatz, wo praktisch kein Krankheitsdruck aufkam, haben wir im Schnitt knapp 2 dt mehr auf den Flächen gedroschen, wo bixafenhaltige Produkte zum Einsatz kamen. Das ist eigentlich nur auf die Vitalitätseffekte zurückführen. Man konnte zwar keinen großen Greeningeffekt feststellen ( die Bestände sind auf Grund der Trockenheit und abartigen Temperaturen von fast 40° in der Abreifephase ja regelrecht zusammengebrochen ), aber irgendwie schien das Bixafen, wie auch du schon vermutet hast, die Trockenstresstoleranz zu verbessern.
Ich bin jedenfalls sehr angetan von den ersten beiden Versuchsjahren. Mal sehen was die Zukunft bringt.

Dass Problem der Carboxamide ist, dass sie-ähnlich wie die Strobis- Gefahr laufen, irgendwann einer Target-Side-Resistenz zu unterliegen. Deshalb ist es gut, dass die Firmen aus der damaligen Situation der Strobis gelernt haben und die Wirkstoffe wohl ausschließlich in Kombination mit anderen vermarkten wollen. Das dient aber leider auch als Argument zum fast ausschließlichen Verkauf dieser ganzen Packs. Ich bin aber der Überzeugung, dass der großzügige Anteil unseres- neben Epoxiconazol- besten Azols "Prothioconazol" ausreicht, um die Probleme wirkungsvoll einzudämmen, weswegen ich Bayer neulich gleich mal die Meinung geblasen habe;).
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Re: Fungi in Weizen

Beitragvon Crazy Horse » Sa Mai 28, 2011 12:01

@Nobby:
Weil ich davon geredet hab, dass der Weizen hier so scheiße aussieht, will ich Dir das mal anhand eines Berichtes und eines Bildes in der heutigen Main-Post demonstrieren:

http://www.mainpost.de/regional/main-ta ... 75,6167444

Was Du dort auf dem Bild siehst, soll eigentlich die Vermehrung der neuen Sorte Edgar (Nickerson) für die BAGeno (das ist die grüne Mafia hier) sein. So oder so ähnlich darfst Du Dir auch den JB Asano bei mir vorstellen (Bestände, die z.T. noch nicht mal bis zum Knie reichen). Dabei haben die in Großrinderfeld (der Vermehrer heißt übrigens Banzer und nicht Panzer) noch vergleichsweise gute Böden (werden sicher 60-70 Pkte im Schnitt haben), die wir hier im Mergentheimer Raum so nicht überall haben.

Die in diesem Bericht angeklungenen Ertragsverluste von 80% halte ich noch (Betonung liegt auf noch) für übertrieben. Das mag vielleicht vereinzelt auf ein paar ältere Hobbybäuerchen zutreffen, die von moderner Landwirtschaft nicht viel Ahnung haben (die gibt's hier nämlich auch noch), aber wenn uns jetzt in der Kornfüllungsphase kein größerer Regen erreicht, kann das durchaus bittere Realität werden.
Früh gesäte Kurzstrohsorten sehen hier deutlich besser aus (z.B. Kredo oder Schamane).
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Re: Fungi in Weizen

Beitragvon Wini » So Mai 29, 2011 20:31

Bei der derzeitigen, schon seit Monaten andauernden Trockenheit
ist jedenfalls bei uns in Franken der Einsatz von Fungiziden meines Erachtens
gleichbedeutend mit "Geld zum Fenster Hinausschmeissen".

Wir brauchen kein Bixafen und auch kein Stroblurin, wir brauchen Regen.

Und sollten sich solche Jahren noch 2 bis 3 mal kurzzeitig wiederholen, dann
brauchen etliche Haupterwerbsbetriebe einen gutenInsolvenzverwalter.
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Re: Fungi in Weizen

Beitragvon Crazy Horse » So Mai 29, 2011 22:06

Jetzt sei mal nicht so fatalistisch! Natürlich ist 2011 ein absolutes Katastrophenjahr mit viel zu wenig Regen, aber es hilft jetzt nichts, den Kopf in den Sand zu stecken.

Irgendwann - vielleicht am Dienstag - wird es wieder regnen. Und Du machst garantiert keinen Fehler, wenn Du zumindest die halbwegs guten Getreidebestände auf den besseren Böden mit einem Fungizid schützt und dabei vielleicht noch etwas SSA und Bittersalz zur Blattdüngung mitdazugibst.

Auf was Du bei dieser Trockenheit tatsächlich verzichten kannst, ist die N-Spätdüngung. Aber alles, was übers Blatt aufgenommen werden kann und die Pflanze etwas vitalisiert, ist garantiert nicht verkehrt. Wenn es bei uns letztes Wochenende nicht 8mm geregnet hätte, hätte ich auch nichts mehr gemacht. Dann wär aber auch alles verloren gewesen. So besteht aber noch Hoffnung auf eine bescheidene kleine Ernte.
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Re: Fungi in Weizen

Beitragvon NobbyNobbs » Mi Jun 01, 2011 17:48

Grade die Abschlussbehandlung im Stoppelweizen gefahren. Nach Vorlage von 0,75l Aviator in EC41 kamen nun 1,6-2,0l Osiris zum Zug. Ich habe das Zeug dieses Jahr zum ersten Mal eingesetzt. Drei Dinge die aufgefallen sind: 1.: der komisch aussehende Kanister, welcher mich eher an Rock-am-Ring-Wasserbehälter als an Pflanzenschutzmittelverpackungen erinnerte. 2.: beim Absteigen um Benetzung und Verteilung zu kontrollieren hätte ich bei dem Gestank fast ins Feld gekotzt. Also dagegen sind CCC oder Wuchsstoffe gar nichts... 3. und das ist sehr sehr positiv: Beim Begutachten der Blätter ist mir gleich die grandiose Formulierung aufgefallen. Die Spritzbrühe verlief regelrecht wie ein Film aus Balsam auf den Blättern. Heute Morgen habe ich die Sommergerste mit 1,0l Fandango behandel. Dort war die Verteilung der Spritzbrühe aber deutlich schlechter und man konnte die einzelnen Tröpfchen förmlich zählen. Beim Osiris schien der Tropfen aufzutreffen und sich gleichmäßig wie Creme über das ganze Blatt zu verteilen und das, obwohl ich bewusst nur 200l gespritzt habe. Sehr angenehme Sache.
Zuletzt geändert von NobbyNobbs am Mi Jun 01, 2011 19:22, insgesamt 1-mal geändert.
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