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Highlandkühe halfterführig bekommen?!

Fragen und Antworten rund um die Rindviehhaltung.
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68 Beiträge • Seite 1 von 5 • 1, 2, 3, 4, 5
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Highlandkühe halfterführig bekommen?!

Beitragvon Luma » Mo Feb 21, 2011 18:14

Hallo zusammen,
ich lese jetzt schon länger mit (als Gast) und finde das Forum echt klasse.

Darum hoffe ich hier einige gute Tipps und Ratschläge zu dem „alten“ Themas „Kühe zähmen“ zu bekommen.
Also, wir haben vor gut einem Jahr einen Resthof gekauft. Der Vorbesitzer hatte ca. 40 Milchkühe und wir haben den letzten Sommer die Rinder des Nachbarbauern auf unserer Weide gehabt (bissel mehr als 1ha aufgeteilt in 2 Weiden).
Dann haben wir uns überlegt selber zwei Rinder für den Eigenbedarf bzw. als Hobby zu halten und haben angefangen uns zu informieren. Ich muss dazu sagen, dass wir beide absolut keine Landwirtschaftlichen Erfahrungen haben und dementsprechend auch nichts von Kühen, Weidepflege oder sonst etwas verstehen.
Wie auch immer, wir haben also angefangen uns zu informieren und uns für Hochlandrinder entschieden. Wir haben mehrere Züchter besucht und uns verschiedene Tiere angesehen. Die Züchter haben uns alle in unserem Vorhaben bestärkt und uns Mut gemacht das Projekt Kuh in Angriff zu nehmen. Es hat ja schließlich jeder mal angefangen….
Wir haben also den Winter genutzt und unsere Weiden flott gemacht. Wir haben einen ca. 1,50 m hohen E-Zaun mit 5 Breitbändern gespannt, eine frostsichere Tränke auf die Weide gebracht usw.
Ist also ein kleines Alcatras geworden und hilft hervorragend gegen die ganzen Hunde die sonst gerne mal die Kühe ärgern :D
Aber nun zum eigentlichen. Wir haben vor 2 Wochen unsere 2 Damen bekommen. Es sind zwei 6-7 Jährige tragende Kühe.
Beim Züchter standen sie in einer Herde mit 8 Kühen und einem Bullen zusammen. Die Tiere machten einen netten Eindruck und kamen dort auch sofort zum Zaun gelaufen und haben sich füttern lassen.
Die eine von beiden kennt wohl auch das Halfter, was aber seit gut 4 Jahren nicht mehr ausprobiert worden ist.
Bei uns sieht das ganze jetzt so aus. Wir gehen auf die Weide und beide kommen angerannt. (Wir sind seit sie hier sind immer mit nem Eimer Möhren hin). Wobei die „kleine Kuhe“ super scheu ist. Sie traut sich nicht ran und wenn sie doch mal an der Möhre aus der Hand schnuppert bekommt sie sofort eine von der Dicken geboxt und wird gnadenlos verjagt. Die Dicke selbst lässt sich gut füttern. Ich hatte bislang immer eine Stock dabei und habe angefangen sie damit zu streicheln (Kopf, Hals, Kinn und Rücken) das ist auch ok. Aber mit der Hand mag sie das nicht. Außerdem weiß ich nicht genau wie ich die Kuh einschätzen kann, da ich einfach keine Ahnung von der Körpersprache von Kühen habe. Ich möchte keinen Fehler machen und sie zu aufdringlich werden lassen, aber wie ich das richtig anstelle weiss ich auch nicht. Ziel ist es eigentlich die beiden ans Halfter zu gewöhnen, mal zu bürsten, zu streicheln und sie von Weide zu Weide zu führen. Außerdem möchte ich ja später auch an die Kälber ran kommen ohne Angst zu haben…
Ich brauche also ganz dringen Tipps, Hilfe und Ratschläge. Würde mich auch mit Literaturhinweisen zur Körpersprache von Kühen freuen.
Hoffe ich werde einige Antworten bekommen.
PS: Sry für den Roman, wollte aber die Hintergründe mit aufschreiben…..
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Re: Highlandkühe halfterführig bekommen?!

Beitragvon heinzi the chicken » Mi Feb 23, 2011 16:11

hallo,
das könnte dir helfen.....
http://www.swissangus.ch/archiv/flieri2730.pdf

Also ich füttere meinen Tieren immer mal was Leckeres.....

mfg
M
http://wwwnc.cdc.gov/eid/article/17/7/1 ... rticle.htm
http://www.youtube.com/watch?v=5U9sChS4aEw
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Re: Highlandkühe halfterführig bekommen?!

Beitragvon Luma » Do Feb 24, 2011 12:21

Hallo und danke für Deinen Tipp.

Leider habe ich keinen Roundpen oder ähnliches. Ich bin direkt mit den 2 Mädels auf der Weide. Wenn ich da anfange zu jagen, könnte das den Effekt verfehlen.
Ich gehe immer mit nem Eimer Möhren zu den Damen, die fressen Sie auch aus der Hand bzw. die Eine, die Andere ist zu nervös und die Dicke lässt sie auch nicht ran. Die bekommt dann sofort eine geboxt. Ich brauche Tipps, wie ich sie auf der Weide ohne mich selber in riskante Situationen zu bringen wirklich zahm bekomme und mir dennoch Respekt verschaffe. So dass ich z.B. entscheide ob die Kleine auch mal ran darf und die Dicke zu warten hat…. Im Moment kann ich nicht einschätzen ob ich als netter „Gast“ auf der Weide gesehen werde, oder ob ich einfach nur konsequenter durchgreifen muss, damit die Dicke nicht so aufdringlich ist.
Ich bin halt wirklich Kuh unerfahren und derzeit einfach am ausprobieren und lernen.
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Re: Highlandkühe halfterführig bekommen?!

Beitragvon Qtreiber » Do Feb 24, 2011 21:54

Luma hat geschrieben:Ich brauche Tipps, wie ich sie auf der Weide ohne mich selber in riskante Situationen zu bringen wirklich zahm bekomme


Nach meiner Erfahrung braucht es zum "wirklich zahm bekommen" einen Winter im Stall
Qtreiber
 
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Re: Highlandkühe halfterführig bekommen?!

Beitragvon Elsaer » Do Feb 24, 2011 21:57

Hi,
ich kann nicht für Highländerinnen sprechen, sondern nur die Lehrmeinung zum Umgang mit Rindern erzählen, wie sie uns beigebracht wurde:

Zum Umgang mit den Tieren:
- Nie alleine auf die Weide gehen, immer zu zweit
- Immer eine "harte Verlängerung des Arms" dabei haben --> Stock, Schaufel, Gabel,....
- Kontakt zum Tier aufbauen, damit es bei Berührung nicht erschrickt, das Tier muss dich wahrnehmen.

Zum Halfter.... hmm... da kann ich nur den gut gemeinten Vorschlag machen mit den schon bekannten Möhren zu locken.
Möhre durchs Halfter (also den Abbund fürs Maul) stecken und ihr so füttern, dann langsam das Auge/Ring übers Maul.
Wenn sie das zulassen, den Strick langsam übern Kopf führen, immer Schritt für Schritt, dann am Ende gegenüber zuknoten....
Vielleicht lassen sich deine Damen dass mit genug Möhren und Geduld gefallen.....
Alternativ könnte ein bisschen Maissilage, Schrot oder Kraftfutter auch vom Strick ablenken.

Achja.... dran denken, den Strick nie um die Hand binden! (besonders bei deinen zwei Grazien :wink: ), immer nur halten, sonst gehen die evtl. mit dir spazieren!

Erzähl mal wies gelaufen is, ich bin neugierig.

Gruß
Elsaer

Edit: leider wohnst du ziemlich weit weg, hätte sonst gerne mal vorbei geschaut.
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Re: Highlandkühe halfterführig bekommen?!

Beitragvon Luma » Fr Feb 25, 2011 15:48

Hi,
freu mich über eure Tipps :D

Qtreiber hat geschrieben:[Nach meiner Erfahrung braucht es zum "wirklich zahm bekommen" einen Winter im Stall


Ein Winter im Stall ist nicht drin, das möchte ich den beiden auch gar nicht zumuten. Die sind von Geburt an daran gewöhnt nur draußen zu stehen....

Elsaer hat geschrieben:- Immer eine "harte Verlängerung des Arms" dabei haben --> Stock, Schaufel, Gabel,....
- Kontakt zum Tier aufbauen, damit es bei Berührung nicht erschrickt, das Tier muss dich wahrnehmen.


Ich hatte die ersten Tage immer einen Stock als verlängerten Arm dabei. Seit ein paar Tagen nehme ich aber einen Spaten mit. (Der sollte ursprünglich zum Eis zerstoßen im Tränkebecken sein) Dann habe ich aber festgestellt, dass man mit dem Ding ja eine wunderbare Schubberbürste hat.
Meine Dicke liebt es mit dem Ding durchgekratzt zu werden und entspannt sich dabei total :D

Elsaer hat geschrieben:Zum Halfter.... hmm... da kann ich nur den gut gemeinten Vorschlag machen mit den schon bekannten Möhren zu locken.
Möhre durchs Halfter (also den Abbund fürs Maul) stecken und ihr so füttern, dann langsam das Auge/Ring übers Maul.
Wenn sie das zulassen, den Strick langsam übern Kopf führen, immer Schritt für Schritt, dann am Ende gegenüber zuknoten....
Vielleicht lassen sich deine Damen dass mit genug Möhren und Geduld gefallen.....
Alternativ könnte ein bisschen Maissilage, Schrot oder Kraftfutter auch vom Strick ablenken.


Am Anfang bin ich immer mit Futter auf die Weide. Das lasse ich nun ganz bleiben. Die werden einfach zu aufdringlich, was mit den gewaltigen Hörnern schon echt unangenehm werden kann.
Ich versuch es jetzt seit ein paar Tagen mit striegeln bzw. kratzen. Bin damit bisher auch echt super zufrieden. Im Moment arbeite ich allerdingst nur mit der Ranghöheren. Die Andere lass ich erst mal ganz in Ruhe bis die erste sich ans Halfter nehmen lässt. Die Kleine ist außerdem auch deutlich nervöser, obwohl das auch von Tag zu Tag besser wird.

Denke für mich ist es am wichtigsten, (gerade so als Kuhneuling) mir erst mal neben dem Vertrauen der Beiden auch den nötigen Respekt der Kühe mir gegenüber zu verschaffen. Hab festgestellt, dass ich mit Futter eher das Gegenteil erreiche. Die lassen sich wenn ich was leckeres dabei habe überhaupt nicht mehr weg jagen.... und mit dem weg jagen habe ich eh so meine Probleme.... Da muss ich noch sehr an mir arbeiten :!:
Würde mich über noch mehr Tipps und Erfahrungen freuen.
Halte euch auf dem Laufenden wie und ob meine Mädels und ich uns machen :D
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Re: Highlandkühe halfterführig bekommen?!

Beitragvon Qtreiber » Fr Feb 25, 2011 19:32

Luma hat geschrieben:Ein Winter im Stall ist nicht drin, das möchte ich den beiden auch gar nicht zumuten. Die sind von Geburt an daran gewöhnt nur draußen zu stehen....


Dann viel Spaß ! :mrgreen:
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Re: Highlandkühe halfterführig bekommen?!

Beitragvon SHierling » Fr Feb 25, 2011 20:18

Die sind von Geburt an daran gewöhnt nur draußen zu stehen....

Vermutlich sind sie auch von Geburt an daran gewöhnt, ohne Halfter zu tun und zu lassen, was sie gerade wollen.

IMHO ist diese ganze Halftergeschichte - zumindest bei erwachsenen Tieren, die eh nie im Leben auf Ausstellungen gehen sollen - sowieso eher sinnfrei. Was versprichst Du Dir denn davon? Halten, wenn sie anderswo langwollen, sich erschrecken oder die Spritze vom TA nicht gerade kuschelig finden, wirst Du sie mit dem Halfter sowieso nicht, und auch nicht am Halfter gegen ihren Willen in den Klauenstand führen oder ähnliche DInge, und die Hörner machen jeden Griff ans Halfter sowieso zum potentiellen (und völlig überflüssigen!) Risiko.

Bau Dir einen Behandlungsstand, oder Fangstand, und üb das Rein- und Raustreiben, ggf auch das dirigieren nach links und rechts, immer schön mit verlängertem Arm und aus sicherem! Abstand, und wenn sie im Stand stehen, kannst Du Berührungen, Kraulen, Bürsten und meinetwegen auch das Alphabet nachmuhen üben, das ist dann für alle Gelegenheiten ausreichend und Du riskierst nicht jeden Tag Kopf und Kragen dabei.


Ansonsten schließe ich mich Elsaer an.
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Re: Highlandkühe halfterführig bekommen?!

Beitragvon Luma » Sa Feb 26, 2011 9:26

Soviel ich weiß, sind beide die ersten 3 Lebensjahre sehr viel mit Menschen in Kontakt gewesen und waren beide von Kalb an halfterführig und wurden wohl auch gebürstet.
Dann wurden Sie weiterverkauft und standen die leten 4 Jahre in einer Herde mit 8 Kühen und einem Bullen.
Dort wurden Sie zwar jeden Tag besucht und mit Brot und anderen Leckereien verwöhnt, aber sie wurden nicht mehr ans Halfter genommen oder gestriegelt.
Vom Prinziep her müßten sie sich also noch daran erinnern.....
Für unserere Große scheint das Halftern und Striegeln auch überhaupt kein Problem zu sein. Die ist einfach nur entspannt. Gestern habe ich sie auf jeden Fall noch mal ordentlich mit einer Bürste bearbeitet. Zuerst mit dem verlängertem Arm, dann direkt mit dem Striegel. Das Halfter hatte ich aber noch nicht dabei... Die stand einfach nur reglos mit laaangem Kopf da und hat wiedergekaut.... Schien ihr völlig egal zu sein, was ich mit ihr anstelle, solange ich nur weiter kratze. Als ich dann aufgehört habe war das auch kein Problem. Sie kam noch langsam bis zum Tor hinter mir her getrottet, hat mich aber in keiner Weise bedrängel, oder sonst was. Sie hat immer ihren Abstand eingehalten und ist dann so ca. 2 m vorm Tor stehen geblieben.


Wenn das so weitergeht bin ich ja schon mehr als zufrieden.

SHierling hat geschrieben:
Bau Dir einen Behandlungsstand, oder Fangstand, und üb das Rein- und Raustreiben, ggf auch das dirigieren nach links und rechts, immer schön mit verlängertem Arm und aus sicherem! Abstand, und wenn sie im Stand stehen, kannst Du Berührungen, Kraulen, Bürsten und meinetwegen auch das Alphabet nachmuhen üben, das ist dann für alle Gelegenheiten ausreichend und Du riskierst nicht jeden Tag Kopf und Kragen dabei.


Ja daran haben wir auch schon gedacht. Hast Du ne Ahnung oder Erfahrung damit, wie und woraus man sich was stabiles in Marke eigenbau zusammen schustern oder brutzeln kann? Meinst Du es reicht eine Art schleuse aus Holzpfählen oder muss es aus Metall sein?

Beim Transport zu uns ging das Verladen übrigens super schnell. Der Hänger kam um Neun auf den Hof. Um 10 nach Neun haben wir die Klappe zu gemacht und sind los gefahren. Beim ausladen sind die Damen auch völlig entspannt ausgestiegen, haben sich Möhren und Brot abgeholt und sind dann man ruhig los geschlendert und haben sich die neue Weide angesehen.

In den Fangstand vom Vormbesitzer sind die ohne weiterers einfach reingelaufen.
Der hatte allerdings auch ne Profianlage..... die ist uns für 2 Kühe einfach zu teuer!

Eigentlich war der Ursprungsgedanke auch die Kühe so zahm zu bekommen, dass man sie aufhalftert und dann bloß am Kopf ordenlich festbinden muss um alle nötigen Behandlugnen durchführen zu können. So soll es wohl auch mit beiden (wenigstens die ersten 3 Jahre) gemacht worden sein.

Qtreiber hat geschrieben:
Luma hat geschrieben:Ein Winter im Stall ist nicht drin, das möchte ich den beiden auch gar nicht zumuten. Die sind von Geburt an daran gewöhnt nur draußen zu stehen....


Dann viel Spaß ! :mrgreen:


Sie in den Stall zu stecken paßt halt auch irgendwie nicht zur Rasse und die Mehrarbeit die das Macht ist ja schließlich auch nicht zu verachten.....
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Re: Highlandkühe halfterführig bekommen?!

Beitragvon SHierling » Sa Feb 26, 2011 9:54

Schien ihr völlig egal zu sein, was ich mit ihr anstelle, solange ich nur weiter kratze. Als ich dann aufgehört habe war das auch kein Problem. Sie kam noch langsam bis zum Tor hinter mir her getrottet, hat mich aber in keiner Weise bedrängel, oder sonst was. Sie hat immer ihren Abstand eingehalten und ist dann so ca. 2 m vorm Tor stehen geblieben.
Wenn das so weitergeht bin ich ja schon mehr als zufrieden.


Nur um das noch mal geradezurücken: es geht nicht im wesentlichen darum, was Du mit dem Rind anstellen kannst - darum geht es zwar *auch*, aber das ist zweitrangig. Wichtig ist es, von vornherein die Sachen einzuschränken, die das Rind mit Dir anstellen kann.. Rinder sind von Natur aus nicht gerade sehr berechenbar, langseitige Erklärungen dazu findest Du, wenn Du mal im Forum suchst. Und selbst das allerzahmste Rind kann sich erschrecken, von einer Bremse gestochen werden, oder sich ganz einfach überlegen, daß *jetzt* der passende Moment wäre, Deinen Platz als Chef streitig zu machen. Genau das ist der Fehler, den all die toten und schwerverletzten Rinderhalter gemacht haben: sich einzubilden, das ein einmal funktionierendes Verhalten "dann schon so weitergeht".

Sieh es mal so: entweder willst Du möglichst naturnahe Tiere und möglichst naturnahe Haltung, dann mußt Du eben auch damit leben, daß sich dabei ein halbwegs natürliches Verhalten einstellt - und das schließt den Menschen nicht mit ein.

Oder Du willst zahme Tiere, die Du am Halfter durch die Gegend führen kannst und die sich alles gefallen lasen, dazu gehört dann eben auch die Erfahrung, daß der Mensch all ihre Lebensumstände (wann wird gefressen, was wird gefressen, wo halte ich mich auf) beeinflußt. (Und selbst dann sind RInder einzig aufgrund ihrer Natur und Anatomie nicht gerade die geeignetsten Kameraden für Halfterführigkeit).

Beides zugleich geht nicht, das ist völlig am Tier vorbeigedacht.


Für einen Behandlungsstand oder ein einfaches Fang-Freßgitter gibt es jede Menge Möglichkeiten, kommt drauf an, was Du hast, wie die Gegebenheiten bei euch sind (Unterstand? Trog?). Eine im Umgang relativ einfache Möglichkeit ist zB vom Unterstand aus einen Durchtreibegang zu bauen und den verschließbar zu machen, läßt sich schwer beschreiben, ich mach (wenn ich dran denke9 übermorgen mal Bilder, da komm ich an sowas vorbei.
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Re: Highlandkühe halfterführig bekommen?!

Beitragvon Luma » Sa Feb 26, 2011 10:37

SHierling hat geschrieben:Für einen Behandlungsstand oder ein einfaches Fang-Freßgitter gibt es jede Menge Möglichkeiten, kommt drauf an, was Du hast, wie die Gegebenheiten bei euch sind (Unterstand? Trog?). Eine im Umgang relativ einfache Möglichkeit ist zB vom Unterstand aus einen Durchtreibegang zu bauen und den verschließbar zu machen, läßt sich schwer beschreiben, ich mach (wenn ich dran denke9 übermorgen mal Bilder, da komm ich an sowas vorbei.


Ja Bilder wären super.
Wir haben an sowas gedacht wie mit Holzpfählen einen kleine Roundpen zu bauen, aus dem dann einen Art Schleuse abgeht.(dachten uns dass wäre vielleicht später auch zum Verladen ganz gut) Bin aber nicht sicher ob sowas unterm Strich stabil genug wird.
Obwohl son Weidezaun hält ja auch einiges aus und ich rechne eigentlich nicht mit tobendenen Rindern.....

Wir hätten zwar auch drinnen die Möglichkeit (haben einen alten riesengroßen Laufstall) aber zum Einen scheint mir der Spaltenboden dort nicht mehr sonderlich stabil zu sein und zum anderen kann man das ganze dort nicht zum verladen nehmen....


SHierling hat geschrieben:Nur um das noch mal geradezurücken: es geht nicht im wesentlichen darum, was Du mit dem Rind anstellen kannst - darum geht es zwar *auch*, aber das ist zweitrangig. Wichtig ist es, von vornherein die Sachen einzuschränken, die das Rind mit Dir anstellen kann.. Rinder sind von Natur aus nicht gerade sehr berechenbar, langseitige Erklärungen dazu findest Du, wenn Du mal im Forum suchst.


Klar geht es darum dass die Rinder nichts mit mir anstellen. Aber das beides (möglichst naturnahe Haltung und dennoch bis zu einem gewissen Grad zahm) nicht möglich sein soll, zweifel ich schon an. Auch hier im Forum habe ich ne Menge über eben sehr zahme Kühe gefunden. Z.B. auch die Reitkühe :lol:

SHierling hat geschrieben:Und selbst das allerzahmste Rind kann sich erschrecken, von einer Bremse gestochen werden, oder sich ganz einfach überlegen, daß *jetzt* der passende Moment wäre, Deinen Platz als Chef streitig zu machen. Genau das ist der Fehler, den all die toten und schwerverletzten Rinderhalter gemacht haben: sich einzubilden, das ein einmal funktionierendes Verhalten "dann schon so weitergeht".
[/quote][/quote]

Gut Rinder sind mit sicherheit keine Pferde, aber durchweg unberechenbar?! Es geht mir ja auch nicht darum sie ständig zu schmusen, Teddybaren aus Ihnen zu machen oder ähnliches. Sie sollen nicht zu Streichelzootieren werden, aber ein gewisses Vertrauen zu mir bzw. zum Menschen finde ich wichtig. Gerade bei so einer geringen Anzahl von Tieren, macht es den Umgang bestimmt um einiges einfacher. Es gibt ja immerhin auch genüg Züchter die seit Jahren oder Jahrzehnten nur Halfterführige Tiere abgeben und damit keine schlechten Erfahrungen gemacht haben.

Auch die ganzen "Arbeitsrinder" sprechen doch für sich. War ja schließlich früher nicht die Ausnahme das ein Ochse vor den Karren gespannt wurde....
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Re: Highlandkühe halfterführig bekommen?!

Beitragvon SHierling » Sa Feb 26, 2011 11:08

Sorry, aber sowas
Auch die ganzen "Arbeitsrinder" sprechen doch für sich. War ja schließlich früher nicht die Ausnahme das ein Ochse vor den Karren gespannt wurde....
gibt mir dann echt den Rest - was glaubst Du eigentlich, was das für "Arbeitsrinder" waren und wie die gehalten worden sind? Die standen im Stall, und waren angebunden, und zwar ganz genau jede einzelne Minute, die sie nicht gearbeitet worden sind. Da gab es von klein auf weder "natürliches Rasse" noch "natürliches Verhalten", und _selbst dann_ gab es immer noch genug Ochsen, die zum Schlachter kamen, weil sie irgendwann nicht mehr handelbar waren.

Gut Rinder sind mit sicherheit keine Pferde, aber durchweg unberechenbar?! Es geht mir ja auch nicht darum sie ständig zu schmusen, Teddybaren aus Ihnen zu machen oder ähnliches. Sie sollen nicht zu Streichelzootieren werden, aber ein gewisses Vertrauen zu mir bzw. zum Menschen finde ich wichtig. Gerade bei so einer geringen Anzahl von Tieren, macht es den Umgang bestimmt um einiges einfacher. Es gibt ja immerhin auch genüg Züchter die seit Jahren oder Jahrzehnten nur Halfterführige Tiere abgeben und damit keine schlechten Erfahrungen gemacht haben. (...)Auch hier im Forum habe ich ne Menge über eben sehr zahme Kühe gefunden. Z.B. auch die Reitkühe :lol:


Was mich angeht, melde DIch einfach wieder, wenn Du anders denkst , oder ein bißchen mehr über Rinderverhalten weißt.
Bis dahin bin ich raus - beratungsresistente Leute mit Highlands & Co tu ich mir nicht mehr an. :prost:
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Re: Highlandkühe halfterführig bekommen?!

Beitragvon Qtreiber » Sa Feb 26, 2011 11:34

1. Ich mache JEDES meiner Tiere halfterführig. Alleine schon deswegen, weil ich keine Lust auf Streit mit dem Nachbarn habe, weil mal wieder ein Tier beim Umtreiben den frisch eingesäten englischen Rasen der harten Teerstraße vorzieht. Und das klappt sehr gut. Aaaaber:
Halfterführigkeit ist auch ein Grad der "Einschränkung". Und am zuverlässigsten sind die Tiere, die diese Einschränkung beim Führigmachen richtig kennengelernt haben. Die Tiere, die NIE am Boden gelegen haben, weil sie sich gehen das Halfter gewehrt haben, sondern von Anfang an mitgelaufen sind, waren die, die mit zunehmender Größe schwieriger wurden. Wenn man aber "Einschränkungen" ablehnt, sieht es mit der (zuverlässigen) Halfterführigkeit schlecht aus.

2. Verhalten: Ich habe eine Kuh, die ist mittlerweile 15 Jahre alt. Sie ist (verdientermaßen) die Leitkuh. Ich habe sie seit über 11 Jahren und nachdem die Rollenverteilung zwischen uns Beiden klar war, hat sie in den 11 Jahren NIE einen Versuch gemacht, dies zu ändern. Aufmerksam sein heisst es vor allem bei heranwachsenden Rindern, die "noch etwas werden wollen". Wobei es da auch Unterschiede gibt. Ich habe eine 4jährige Kuh, die mich von Anfang an als Chef akzeptiert hat und dies bisher nie in Frage gestellt hat.
Andere haben mir im Alter von 2-3 Jahren gedroht. Ok, die haben auch nicht schlechter geschmeckt als die abgegangenen männlichen Tiere.

3. Dass Rinder grundsätzlich soooo unberechenbar sind, kann ich nicht bestätigen. Das Drohverhalten ist doch ziemlich eindeutig (wenn man es kennt). Allerdings hatte ich auch schon Tiere, die aus heiterem Himmel einen mit dem Kopf gestoßen haben. Aber auch hier galt: Von diesen Tieren WUSSTE ich das, und daher bin ich mit ihnen anders umgegangen als mit den Anderen.
Was man natürlich immer beachten sollte, sind vor allem im Sommer Insekten, die die Rinder belästigen und zu schreckhaften oder abwehrenden (Kopfschlagen, Treten etc.) Reaktionen führen können.

4. wirst du natürlich um gewisse Einschränkungsmaßnahmen nicht herum kommen, weil du ja mindestens einmal im Jahr Blutproben ziehen lassen musst und es evtl. ja auch mal nötig ist, z.B. Geburtshilfe zu leisten, Klauen zu pflegen etc. Und da habe ich z.B. mit halfterführigen Tieren noch NIE Probleme gehabt, die in den Klauenpflegestand zu führen. Bei Highlands mag das natürlich schon an deren ausladendem Geweih scheitern.
oN.JPG
oN.JPG (46.51 KiB) 5857-mal betrachtet



Die meisten Zugrinder, die ich heute kenne (und ich kenne viele ;) ), werden übrigens im Laufstall gehalten und zumeist auch im Herdenverband.
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Re: Highlandkühe halfterführig bekommen?!

Beitragvon TLH » Sa Feb 26, 2011 17:45

selbst dann sind RInder einzig aufgrund ihrer Natur und Anatomie nicht gerade die geeignetsten Kameraden für Halfterführigkeit).
:shock:
:lol: :P wer wäre denn der Natur und Anatomie nach geeignet oder wie würde man geeignete Kriterien für Halfterführigkeit definieren müssen? :wink:

Luma:
Du bist mit Deiner Dicken schon auf dem richtigen Weg; Rinder vergessen nie
trotzdem ist ein stabiler(!) Roundpen oder/und die Möglichkeit die Tiere anderweitig festzusetzen (Selbstfanggitter am Freßplatz) durchaus von Vorteil, kann diverse Arbeiten sehr erleichtern; dazu mußt Du aber auch wissen: das muß mit den Tieren erst geübt werden wenn es im Notfall funktionieren soll! Also einfach regelmäßig mal durchtreiben und es mit einer positiven Erfahrung verknüpfen ( Futter zB), dann klappt es auch in einer hektischen Situation......
Viel Spaß an Deinem neuen Hobby
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Re: Highlandkühe halfterführig bekommen?!

Beitragvon Tunderclap » Sa Feb 26, 2011 19:09

Ich würde die Kühe nicht vergewaltigen um sie halfterführig zu machen , denn so ganz wird das wohl nicht mehr gelingen , bzw nur mit sehr viel Aufwand und Erfahrung .
Belasse es doch beim Treiben , das reicht doch . Mit dem Laufstallvieh habe ich die Erfahrung gemacht , Treben kannst die überall hin , führen nirgends .

Was du aber tun kannst , sind die "Neuen" Kälber bereits an sowas zu gewöhnen . Und nicht nur das , du kannst mit etwas Erfahrung die Tiere so prägen , dass dir alles leichter fallen wird , was du mit ihnen auch immer vorhast . Es gibt auch Literatur dazu . Begonnen wird der Prozess bei der Geburt , also informiere dich frühzeitig wenn du das machen möchtest .
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