Hallo Leute,
hab gerade vor 2 Stunden mit meinem Förster gesprochen.
Also ohne Zertifizierung läuft im Wald nichts mehr mit selbst fällen. Zumindest Großraum Böblingen/Sindelfingen.
Das heißt, wir werden uns zertifizieren müssen.
Das heißt aber auch, dass er keine Flächenlose mehr anbieten wird, ( nur noch Holz ab Waldstraße lang für 58€/fm, wobei die meisten Forstämter hier schon bei 60-65/ bei uns sind. Bis in 2-3 Jahren wird das Polterholz lang für Brennholz locker bei 70€ liegen).
Grund:
Sonst müßte er wegen dem Überwachen der Hobbyholzer, ob auch alles von denen so eingehalten wird wie es die Zertifizierung vorschreibt, Kontrollen durchführen für die er keine Zeit hat. Also müßte er für die vielen Kontrollen schon mal 50€ pro Flächenloser abzapfen, damit seine Zeit bezahlt wird, somit bietet er halt keine Flächenlose mehr an.
Die Nachfrage übersteigt eh bei weitem die Einschlagmenge bei Brennholz, und beim Langholz ab Waldstraße kann er alles telefonisch vom Büro aus regeln, ohne zusätzliche Zeit zu investieren. Menge wird per Telefon ausgemacht und dann wird ein Lageplan/Waldwegeverzeichnis durchgemail/gefaxt oder derjenige muß dies am Forsthaus selbst abholen.
In den meisten Revieren bei uns wird auch die Einschlagsmenge zurück gefahren. Mein Förster schlägt dieses Jahr 5000fm weniger ein als letztes Jahr, nicht um die Preise oben zu halten, sonder weil nichts da ist, weil für die Wälder die von den Stürmen der vergangen Jahre heimgesucht wurden, jetzt diese Masse fehlt.
Dann kommt noch hinzu, das ab sofort alles unter Zopf 8cm im Wald liegen bleiben muß, weil der Waldboden schlechte Werte hat, Laub reicht als Humusträger nicht mehr aus, die Zertifizierung für einen gesunden Waldboden es aber vorschreibt.
Das werden aber dann auch die ganzen Biomassewerke zu spüren bekommen. Aus dem Grund wird schon deswegen für Flächenloser nichts mehr übrig bleiben, weil das ganze Flächenlosholz in die Biomasse wandern wird, ist ja jetzt schon kaum was drinnen an MAsse in den Losen.
Außerdem kostet der fm aufgearbeitet an Waldstraße den Förster z.Z 17-20€ Lohn vom Unternehmer.
Wenn der Fm Brennholz für 60€ verkauft wird, muß der Selbstwerber dann die Differenz von 37-40€ bezahlen, d.h. Holz aufm Stock kostet den Selbstwerber dann der fm 37-40€ bei Buchenholz.
Wie er meinte wird die Tendenz sicher die nächsten 10 Jahre so anhalten, oder es kommt in der Zwischenzeit wieder ein Wiebke oder ein Lothar.
Er sagte, je mehr Wälder zertifiziert werden, wird dieser Schritt wie er ihn tut, auch in andere Wälder kommen.
Egal ob Sägewerke, Biomasse, oder Brennholz, die Preise werden nach oben gehen, und der Holzeinschlag wird in manchen Regionen deutlich zurück gehen auf Grund der Orkanschäden.
Brennholz wird bei uns schon die Regel zwischen 85-100€ der Schüttmeter verkauft, Tendenz nach oben, sowohl der Brennholzpreis als auch der fm ab Waldstraße.
Des einen Leid des anderen Freud.
Bin gespannt wie sich diese Situation in Zukunft entwickeln wird.
Sicherlich ist dies nicht für das gesamte Bundesgebiet so, aber für solche die von Stürmen heimgesucht wurden.
Gruß Holzklotz

