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keine Flächenlose mehr, Holz geht zu neige ?

Hier ist nun auch ein Platz für Diskussionen rund ums Holz.

Moderator: Falke

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95 Beiträge • Seite 1 von 7 • 1, 2, 3, 4, 5 ... 7
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keine Flächenlose mehr, Holz geht zu neige ?

Beitragvon Holzklotz » Di Dez 13, 2011 21:17

Hallo Leute,

hab gerade vor 2 Stunden mit meinem Förster gesprochen.
Also ohne Zertifizierung läuft im Wald nichts mehr mit selbst fällen. Zumindest Großraum Böblingen/Sindelfingen.
Das heißt, wir werden uns zertifizieren müssen.

Das heißt aber auch, dass er keine Flächenlose mehr anbieten wird, ( nur noch Holz ab Waldstraße lang für 58€/fm, wobei die meisten Forstämter hier schon bei 60-65/ bei uns sind. Bis in 2-3 Jahren wird das Polterholz lang für Brennholz locker bei 70€ liegen).

Grund:
Sonst müßte er wegen dem Überwachen der Hobbyholzer, ob auch alles von denen so eingehalten wird wie es die Zertifizierung vorschreibt, Kontrollen durchführen für die er keine Zeit hat. Also müßte er für die vielen Kontrollen schon mal 50€ pro Flächenloser abzapfen, damit seine Zeit bezahlt wird, somit bietet er halt keine Flächenlose mehr an.

Die Nachfrage übersteigt eh bei weitem die Einschlagmenge bei Brennholz, und beim Langholz ab Waldstraße kann er alles telefonisch vom Büro aus regeln, ohne zusätzliche Zeit zu investieren. Menge wird per Telefon ausgemacht und dann wird ein Lageplan/Waldwegeverzeichnis durchgemail/gefaxt oder derjenige muß dies am Forsthaus selbst abholen.
In den meisten Revieren bei uns wird auch die Einschlagsmenge zurück gefahren. Mein Förster schlägt dieses Jahr 5000fm weniger ein als letztes Jahr, nicht um die Preise oben zu halten, sonder weil nichts da ist, weil für die Wälder die von den Stürmen der vergangen Jahre heimgesucht wurden, jetzt diese Masse fehlt.

Dann kommt noch hinzu, das ab sofort alles unter Zopf 8cm im Wald liegen bleiben muß, weil der Waldboden schlechte Werte hat, Laub reicht als Humusträger nicht mehr aus, die Zertifizierung für einen gesunden Waldboden es aber vorschreibt.
Das werden aber dann auch die ganzen Biomassewerke zu spüren bekommen. Aus dem Grund wird schon deswegen für Flächenloser nichts mehr übrig bleiben, weil das ganze Flächenlosholz in die Biomasse wandern wird, ist ja jetzt schon kaum was drinnen an MAsse in den Losen.

Außerdem kostet der fm aufgearbeitet an Waldstraße den Förster z.Z 17-20€ Lohn vom Unternehmer.
Wenn der Fm Brennholz für 60€ verkauft wird, muß der Selbstwerber dann die Differenz von 37-40€ bezahlen, d.h. Holz aufm Stock kostet den Selbstwerber dann der fm 37-40€ bei Buchenholz.

Wie er meinte wird die Tendenz sicher die nächsten 10 Jahre so anhalten, oder es kommt in der Zwischenzeit wieder ein Wiebke oder ein Lothar.

Er sagte, je mehr Wälder zertifiziert werden, wird dieser Schritt wie er ihn tut, auch in andere Wälder kommen.

Egal ob Sägewerke, Biomasse, oder Brennholz, die Preise werden nach oben gehen, und der Holzeinschlag wird in manchen Regionen deutlich zurück gehen auf Grund der Orkanschäden.

Brennholz wird bei uns schon die Regel zwischen 85-100€ der Schüttmeter verkauft, Tendenz nach oben, sowohl der Brennholzpreis als auch der fm ab Waldstraße.

Des einen Leid des anderen Freud.
Bin gespannt wie sich diese Situation in Zukunft entwickeln wird.

Sicherlich ist dies nicht für das gesamte Bundesgebiet so, aber für solche die von Stürmen heimgesucht wurden.

Gruß Holzklotz
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Re: keine Flächenlose mehr, Holz geht zu neige ?

Beitragvon Kormoran2 » Di Dez 13, 2011 22:06

Des einen Leid des anderen Freud.


Kyrill hat bei uns dafür gesorgt, daß ein sehr großes Volumen an Holz für wenig Geld in den Markt geflossen ist.(Diesen Vermögensschaden werden wir natürlich versuchen, wieder auszugleichen). Der Markt hat sich natürlich gerne an niedrige Preise gewöhnt. Die jetzige Zurückhaltung beim Einschlag heißt aber nicht nur, daß die Waldbesitzer künstlich die Preise hochjubeln wollen, sondern daß nix da ist, was marktreif ist.
An extremen Schwankungen im Holzmarkt hat wohl keiner Interesse, weder der Waldbauer noch der Säger. Höchstens die Schnäppchenjäger. Es ist aber klar wie Kloßbrühe, daß der Rohstoff in Zukunft knapper wird, je mehr Nachfrager geschaffen werden (Holz-Heizkraftwerke etc.).
Wir wissen, sie lügen. Sie wissen, sie lügen. Sie wissen, dass wir wissen, sie lügen. Wir wissen, dass sie wissen, dass wir wissen, sie lügen. Und trotzdem lügen sie weiter. (Alexander Solschenizyn, zitiert von Peter Hahne)
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Re: keine Flächenlose mehr, Holz geht zu neige ?

Beitragvon togra » Di Dez 13, 2011 23:09

....Und genau deswegen habe ich vor knapp 5 Jahren auf Öl-Brennwert und Solar gesetzt weil ich mir (trotz allem Brennholzerspass) gedacht hab', dass jeder Hinz und Kunz im Wald irgendwann sein "billiges" Holz selber machen will und es auch kann.
Solange, bis die hiesige Forstwirtschaft diesen Markt erkennt und die Rohstoffpreise entsprechend "anpasst".
"Öl" können allerdings die Wenigsten selber herstellen weshalb der Preis (natürlich mit steigender Tendenz) einigermaßen berechenbar bleibt.

Nun sind wir soweit, dass der Arbeitsaufwand (Schlepper und Hänger kaufen, pflegen; Motorsäge, Spalter, Kreissäge, Kleinkram, Dreck zusammenkehren, Holz in den Holzstall stapeln, Holz zur Heizung bringen, Holz in die Heizung legen, Asche entsorgen.....
(Wobei bei fertiger Bestellung immernoch die letzten 4 Arbeitsgänge anfallen) durch die Explosion der Holzpreise in keinerlei Verhältnis mehr zu anderen Energieträgern steht.
Ich bestelle mein Öl wann ich will, habe keinen Dreck und keine Arbeit (das ganze Jahr hinüber nicht; außer Betriebsstörungen, die der "Holzer" aber auch hat ) und bezahle dann (noch) ca. 7 % mehr (Wirtschaftlich gesehen) für den Brennstoff bei einer Arbeitszeiteinsparung von mindestens 99%??? So viel Spaß könnte mir die Arbeit im Wald nie machen...

Und jetzt darf man mal raten, was in 10 Jahren unsere nächste Heizung wird???
Riiiichtig: Holz; und zwar voll automatisiert, weil's allen Anderen zu teuer geworden ist und der Forst auf seiner "Scheiße" sitzen bleibt.

Bis dahin weiß ich aber was die Pioniergeister entwickelt haben, damit ich mit Freude eine Generation hinterherhinken kann.... :D
Zuletzt geändert von togra am Mi Dez 14, 2011 15:35, insgesamt 1-mal geändert.
Der Klügere gibt so lange nach, bis er der Dümmere ist...
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Re: keine Flächenlose mehr, Holz geht zu neige ?

Beitragvon Robiwahn » Di Dez 13, 2011 23:29

togra hat geschrieben:...
Ich bestelle mein Öl wann ich will, habe keinen Dreck und keine Arbeit ...

Und jetzt darf man mal raten, was in 10 Jahren unsere nächste Heizung wird???
Riiiichtig: Holz; und zwar voll automatisiert, weil's allen Anderen zu teuer geworden ist und der Forst auf seiner "Scheiße" sitzen bleibt....


Hmmh, wenn ich mir die Exportzahlen von Holz, die steigende Weltbevölkerung, die steigende Anzahl Mittelstandchinesen und -Inder und auch hier in Dtl. die Masse der Biomassekraftwerke anschaue, denke ich nicht, das die Waldbesitzer in 10 Jahren auf ihrem Holz sitzenbleiben. Alternativ könntest du und auch die anderen ja einfach mal über Nadelholz zum Verfeuern nachdenken :wink:

Grüße, Robi

PS: Unser Hauptbrennstoff kommt durchs Rohr geströmt, ist noch einfacher
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Re: keine Flächenlose mehr, Holz geht zu neige ?

Beitragvon luutschguutzje » Mi Dez 14, 2011 0:15

Holzklotz hat geschrieben:Hallo Leute,

hab gerade vor 2 Stunden mit meinem Förster gesprochen.
Also ohne Zertifizierung läuft im Wald nichts mehr mit selbst fällen. Zumindest Großraum Böblingen/Sindelfingen.
Das heißt, wir werden uns zertifizieren müssen.

Das heißt aber auch, dass er keine Flächenlose mehr anbieten wird, ( nur noch Holz ab Waldstraße lang für 58€/fm, wobei die meisten Forstämter hier schon bei 60-65/ bei uns sind. Bis in 2-3 Jahren wird das Polterholz lang für Brennholz locker bei 70€ liegen).

Gruß Holzklotz

Hey, willkommen in der Realität!

Selber Bäume fällen? Hier im Saarforst undenkbar (als Zivilist)

Brennholz gemischt (Buche, Eiche, Ahorn, Kiefer Birke...) gerückt für 33€/rm.

Gefällt dir nicht? Pech gehabt, fahr doch in den Baumarkt! (Nicht du, is die Einstellung vom Förster)

Qualität? Wird jedes Jahr schlechter, Holz liegt in Gräben, am Arsch der Welt, Krumm, viel zu dünn, schmutzig, von Brombeerhecken zugewachsen...

Nadelholz? Gibt's keins! Möbelindustrie zahlt halt mehr!

Wollte 100rm Holz, größter Polter:19,19rm, nächstgrößter 5,8rm...

Es liegen natürlich auch schöne Stämme im Wald, die kanste einzeln ersteigern gegen Höchstgebot, geht also an die Möbelindustrie.

Und da 95% der Selbstwerber eh direkt im Wald auf 33cm. sägen und von Hand spalten, ist ihnen die Holzqualität egal. Und das schöne Brennholz was überbleibt, geht direkt in die Saarforsteigene Brennholzproduktion, da dort ja mit SSA gearbeitet wird.

Für uns im Südwesten also nichts Neues!
Gruß Johannes
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Re: keine Flächenlose mehr, Holz geht zu neige ?

Beitragvon Robiwahn » Mi Dez 14, 2011 0:36

N'Abend

Du weißt aber schon, das die Forstverwaltungen mit deinen/unseren Steuergeldern UND von den Einnahmen aus Holzverkauf finanziert werden, oder ?

Wie es bei den dt. Staatsfinanzen aussieht, brauch ich glaube nicht erläutern, oder ?

Wieso sollen die Forstverw. einzelnen Leuten Geschenke in Form von billigem Holz machen anstatt endlich mal selber aus den Miesen zu kommen ? Es gibt kein Grundrecht auf Geschenke vom Staat. Wieso sollen alle Steuerzahler die Geschenke an einzelne finanzieren ?

Und da wir in der Marktwirtschaft leben, herrschen hier auch das Gesetz von Angebot und Nachfrage. Und da die NAchfrage anscheinend steigt und das Angebot gleich bleibt oder eher noch zurück geht, sollte wohl allen klar sein, was passiert (wieso muss ich als Ossi das eigentlich immer wieder erklären). Wenn irgendwann mal wieder ein Sturm alles durcheinander wirbelt, dürfen sich die Holzkäufer auch wieder freuen, aber jetzt sind halt mal die Waldbesitzer dran.

Aus waldbaulicher Sicht kann ich empfehlen, in ca. 20 Jahren nochmal nach Buchenholz zu fragen, da sollten die ganzen Buchenvoranbauten zur ökol. Waldumwandlung dann langsam in einer Dimension sein, die sich vernünftig in den Ofen schieben lässt

Grüße, Robi
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Re: keine Flächenlose mehr, Holz geht zu neige ?

Beitragvon ruthar_m » Mi Dez 14, 2011 4:10

Hallo Zusammen

Gottseidank oder Leider ist es bei uns in Österreich nicht so.
Bei mir ist ohnehin nur die PEFC Zertifizierung wirksam, da diese jedoch in keinster Weise kontrolliert wird spielt sie eh keine Rolle.
Wie es genau in "Staatlichen Wäldern in Ö aussieht kann ich nicht sagen, bei uns in Kärnten kenne ich persönlich keinen "Staatswald".

Andererseits finde ich es nicht sooooo schlecht, dass gewisse Standard`s eingeführt werden (wäre in Ö auch nicht schlecht), da schon sehr viele
Aushilfsholzer unterwegs sind, und teilweise mehr Schaden als Nutzen anrichten, natürlich trifft es dann auch jene die Gewissenhaft arbeiten.

Das das Holz zur Neige geht glaub ich momentan nicht, aber da ist ohnehin die Holzmafia dahinter, welche den Preis regelt.

Beispiel aus Unterkärnten:
Täglich geschätzte 40-60 LKW-Züge voll mit Blochholz >=35cm werden täglich von Slowenien zu uns (in ein großes Sägewerk) gebracht, so weit so gut.
Nach Nachfrage beim Holzeinkäufer sind die Lager voll und es besteht bis Ende Jänner keine Nachfrage mehr, und wenn dann schon jetzt mit nur mehr 90.-/fm ABC.. :evil:
Voriges Jahr war das selbe Spiel, jedoch ist der erhoffte Schneebruch nicht eingetroffen.. hehe..

Ich finde es sollten diejenigen, welche das Brennholz selbst "verheizen" den anderen vorgezogen werden, wie schon erwähnt warum sollten Leute günstigst an Holz kommen und es dann weiterverscherbeln!

mfg Michael, der Gottseidank selbst Wald besitzt
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Re: keine Flächenlose mehr, Holz geht zu neige ?

Beitragvon Ford8210 » Mi Dez 14, 2011 6:15

@ Holzklotz
Das, was du über die Einstellung deines Försters schreibst, zeigt mir, daß der sich in keinster Weise Arbeit machen will. Nur noch bequem vom Büro aus. Und wenn er seinen Arsch dann doch hebt, dann muß derjenige, für den er raus fährt auch noch 50,--€ bezahlen. Dabei ist es vollkommen egal, ob er im Büro hockt und Kaffee trinkt oder im Wald spazieren geht. Er bekommt sein Geld. Von den 50,--€ wird er nicht bezahlt.

Ich kann für meinen Teil sagen, daß wir keinen Staatsforst, sondern Gemeindewald haben. Unser zuständiger Förster ist sehr umgänglich. Er kontrolliert die Arbeiten der Selbstwerber in der Zeit, in der er eh im Wald unterwegs ist. Und wer Scheiße baut, wird das auch spüren.

Bei uns gibt es das Kronenholz zu einem vernünftigen Preis (26,--€/RM Hartholz und 16,--€/RM Nadelholz). Einzig die Menge hat sich reduziert. Aber nur, weil nicht mehr so viel eingeschlagen wird. So mußte ich dieses Jahr bei der Bestellung von 50 auf 40 RM runtergehen (für zwei Haushalte).
Ich bin nur verantwortlich für das was ich sage, nicht für das, was du denkst.
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Re: keine Flächenlose mehr, Holz geht zu neige ?

Beitragvon Robiwahn » Mi Dez 14, 2011 9:15

Ford8210 hat geschrieben:@ Holzklotz
Das, was du über die Einstellung deines Försters schreibst, zeigt mir, daß der sich in keinster Weise Arbeit machen will. Nur noch bequem vom Büro aus. Und wenn er seinen Arsch dann doch hebt, dann muß derjenige, für den er raus fährt auch noch 50,--€ bezahlen. Dabei ist es vollkommen egal, ob er im Büro hockt und Kaffee trinkt oder im Wald spazieren geht. Er bekommt sein Geld. Von den 50,--€ wird er nicht bezahlt. ....


Sorry, aber man sieht, das du keine Ahnung hast.

1) Die Förster vor Ort denken sich diese Regeln+Preise ja nicht von sich aus aus, die kommen von oben.

2) Jeder halbwegs vernünftige Förster hängt mit seinem Herzblut an dem "Spazierengehen" wie du sagst, die sind in den seltesten Fällen überzeugte Büromenschen.

3) Schon mal was von Verwaltungsreform gehört? Da werden munter Reviere zusammengelegt (mal eben verdoppelt oder verdreifacht), Stellen nach "natürlichem Abgang" nicht wieder besetzt, Waldarbeiterrotten aufgelöst und die Leute manchmal entlassen oder verlegt etc. Und das eben genau weil der Finanzminister denkt, die Forstverwaltung ist zu teuer, die müssen sparen. Was das für den einzelnen übrig gebliebenen Förster heißt, kann man sich eigentlich denken, für dich nochmal zusammenfassend: doppelte Reviergröße = doppelte Arbeit, nebenbei längere Wege im Revier, keine eigenen erfahrenen und vertrauenswürdigen Leute mehr, dafür ständige Angebotseinholung, Einweisung, Kontrolle und Rumärgern mit Lohnunternehmen. Nebenbei noch irgendwelche Auflagen für PEFC, FSC etc, die beachtet und kontrolliert werden sollen.

Du siehst also vielleicht, das die Förster mitnichten gern im Sessel sitzen, ihren Dackel streicheln und das viele Geld zählen, was sie von den armen Selbstwerbern einnehmen.
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Re: keine Flächenlose mehr, Holz geht zu neige ?

Beitragvon rhönherby » Mi Dez 14, 2011 9:36

Hallo Robiwahn
Es gibt Leute die haben keine Ahnung mit welchen Dingen ein Förster zu schaffen hat.ER hat seine vorgaben und soll den
Selbstwerber auch alles Recht machen.Bin auch Selbstwerber.
Gruß Herbert
Ein neuer Rentner 8)
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Re: keine Flächenlose mehr, Holz geht zu neige ?

Beitragvon dieholzer2004 » Mi Dez 14, 2011 9:59

@ all

Mensch Leute - da habt Ihr es aber noch gut!

Bei uns im Kreis gibt es seit Jahren schon keine Möglichkeit mehr, sein Holz am Stock zu kaufen! :evil:

Gruß Thomas
„Wir verlangen, das Leben müsse einen Sinn haben - aber es hat nur ganz genau so viel Sinn, als wir selber ihm zu geben imstande sind.“
(Hermann Hesse - Dichter, Schriftsteller und Maler, 1877-1962 - und ein SCHWABE!)
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Re: keine Flächenlose mehr, Holz geht zu neige ?

Beitragvon Holzklotz » Mi Dez 14, 2011 12:26

Robiwahn hat geschrieben:
Ford8210 hat geschrieben:@ Holzklotz
Das, was du über die Einstellung deines Försters schreibst, zeigt mir, daß der sich in keinster Weise Arbeit machen will. Nur noch bequem vom Büro aus. Und wenn er seinen Arsch dann doch hebt, dann muß derjenige, für den er raus fährt auch noch 50,--€ bezahlen. Dabei ist es vollkommen egal, ob er im Büro hockt und Kaffee trinkt oder im Wald spazieren geht. Er bekommt sein Geld. Von den 50,--€ wird er nicht bezahlt. ....


Sorry, aber man sieht, das du keine Ahnung hast.

1) Die Förster vor Ort denken sich diese Regeln+Preise ja nicht von sich aus aus, die kommen von oben.

2) Jeder halbwegs vernünftige Förster hängt mit seinem Herzblut an dem "Spazierengehen" wie du sagst, die sind in den seltesten Fällen überzeugte Büromenschen.

3) Schon mal was von Verwaltungsreform gehört? Da werden munter Reviere zusammengelegt (mal eben verdoppelt oder verdreifacht), Stellen nach "natürlichem Abgang" nicht wieder besetzt, Waldarbeiterrotten aufgelöst und die Leute manchmal entlassen oder verlegt etc. Und das eben genau weil der Finanzminister denkt, die Forstverwaltung ist zu teuer, die müssen sparen. Was das für den einzelnen übrig gebliebenen Förster heißt, kann man sich eigentlich denken, für dich nochmal zusammenfassend: doppelte Reviergröße = doppelte Arbeit, nebenbei längere Wege im Revier, keine eigenen erfahrenen und vertrauenswürdigen Leute mehr, dafür ständige Angebotseinholung, Einweisung, Kontrolle und Rumärgern mit Lohnunternehmen. Nebenbei noch irgendwelche Auflagen für PEFC, FSC etc, die beachtet und kontrolliert werden sollen.

Du siehst also vielleicht, das die Förster mitnichten gern im Sessel sitzen, ihren Dackel streicheln und das viele Geld zählen, was sie von den armen Selbstwerbern einnehmen.



Du sagst es, aber der "Bürowahnsinn" nimmt auch bei den Förstern immer mehr überhand.
Und wegen dem Kostendruck wird fast nur noch Maschinell aufgearbeitet, heißt also Harvester und Forwarder.
Dadurch dass er die einzuschlagende Menge Holz um 5000 reduzieren mußte, wird natürlich auch weniger in den Stadtsäckel gespühlt, da müssen dann die Kosten irgendwo anders eingespart werden.

Die Verwaltungsreform hat sein übriges dazu getan. Früher hatten sie in Sindelfingen 15 Forstwirte, heute nur noch 2.
Forstämter wurden zusammengelegt, und Personal eingespart. Viele Förtser die von der Schule kamen, hatten umsonst studiert, außer sie sind bei Privaten Großwaldbesitzer wie Thurn und Taxis ect. untergekommen oder ins Ausland gegangen.

Von der Wirtschaft verlangen dass Arbeitsplätze geschaffen werden, aber selber großzügig abbauen
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Re: keine Flächenlose mehr, Holz geht zu neige ?

Beitragvon gixxer73 » Mi Dez 14, 2011 12:45

Also das kann ich von meinem Förster nicht behaupten: Man erreicht ihn eher im Wald als im Büro; er ist dauernd unterwegs. Für die ihm persönlich bekannten Selbstwerber nimmt er sich auch mal die Zeit für einen Plausch. Allerdings sagt er auch selber, dass die vielen neuen und selbsternannten Hobbyholzer ihm das Leben schwer machen.
Aus eigener Erfahrung kann ich ihn verstehen, wenn genau diese Fraktion mit 1,5 PS - Chinaböller und stumpfer Hobbykette an einem BHD 10 mindestens 30 Minuten rumkratzt, um dann diesen Baum als Hänger im Wald zu lassen (eigene Erfahrung). Ein anderes Problem ist die Selbstüberschätzung der Selbstwerber. Wenn die neuen erst mal die Hälfe ihres Loses durchhaben, haben viele keine Lust mehr und lassen den Rest stehen. Letzte Saison in dem Gebiet, in dem ich auch war: Von 12 Parzellen wurden nur 3 fertig bearbeitet. Der Förster konnte danach noch überall seine Forstwirt - Rotten durchschicken :twisted: !
Ich habe das Glück, dass er mich kennt und weiss wie ich arbeite: Er gibt mir nur noch telefonisch die Parzelle durch und irgendwann trifft man sich im Wald für die Formalitäten. Wenn ich fertig bin rufe ich ihn einfach nur an und er kommt zum Aufmessen irgendwann zu mir nach Hause; er weiss ja, wo das Holz liegt (meistens bin ich dann auf der Arbeit).
Seine Rechnung wird dann umgehend bezahlt.
Kurz und gut: Wir haben ein gutes Verhältnis zueinander. Ich mache mir um mein Holz für die Zukunft keine Sorgen
Grüßen aus dem Siegerland
Mark

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Stihl 362
Stihl 260
Diverse Äxte / Fällheber
und verdammt viel Kleinzeug!

Rettet den Wald, esst mehr Spechte!!
Einer Frau ein Kompliment zu machen ist wie Topfschlagen im Minenfeld!
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Re: keine Flächenlose mehr, Holz geht zu neige ?

Beitragvon Ford8210 » Mi Dez 14, 2011 13:01

Also wenn ich die von einem Förster genannte Begründung lese: "... müßte wegen dem Überwachen der Hobbyholzer..." und "...müßte schon mal 50,--€ abzapfen, damit seine Zeit bezahlt wird...", dann muß ich nur noch müde lächeln. Dieses "ich müßte dann" in der öffentlichen Verwaltung bedeutet lediglich "dazu habe ich keinen Bock" oder auch " ich will meine Dienstzeit wegen .... nicht umorganisieren"

Und noch was, Robiwahn: Ich wage zu bezweifeln, daß du beurteilen kannst, ob ich mich in der öffentlichen Verwaltung auskenne oder nicht. In dieser Beziehung weißt du leider weniger von mir, wie ich von dir.
Zuletzt geändert von Ford8210 am Mi Dez 14, 2011 15:48, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: keine Flächenlose mehr, Holz geht zu neige ?

Beitragvon westfale2030 » Mi Dez 14, 2011 14:24

Bei mir geht das Holz nicht zur Neige, da ich selber Waldbesitzer bin. Mit dem Förster bin ich auch sehr zufrieden.
Holz ist ein sehr begehrter Rohstoff geworden, das war nicht immer so. Der Angebotsmarkt hat sich in einen Nachfragemarkt verwandelt mit Folgen auch für die Brennholzpreise. Die Kalkulation der Heizkosten mit Brennholz wird immer uninteressanter, besonders bei denen, die in gutem Glauben vor Jahren ihre Heizung komplett auf Holz, seien es Pellets, Scheitholz oder Hackschnitzel, umgestellt haben.
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