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Aktuelle Zeit: Mi Jan 14, 2026 14:43

Motorenkonzepte der Zukunft?

Hier kann man über aktuelle Themen aus den Medien und Allgemeines der Landwirtschaft diskutieren.
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174 Beiträge • Seite 2 von 12 • 1, 2, 3, 4, 5 ... 12
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Re: Motorenkonzepte der Zukunft?

Beitragvon Vario_TA » Sa Jul 03, 2021 15:23

Englberger hat geschrieben:
Vario_TA hat geschrieben:Es gibt unter Umweltaspekten absolut keinen vernünftigen Grund, warum man absichtlich mit viel Geld wenig THG-Emissionen vermeiden sollte, wenn man anders mit viel weniger Geld viel mehr erreichen kann.

Hallo,
meine Frau macht mich immer wieder auf was aufmerksam was jungen Männern natürlich wenig Schwierigkeiten macht, das sind die schweren Zapfwellen und deren Anbringung bei grösseren Maschinen.
Ein E Stecker wäre sicher leichter zu händeln.
Könnte mir auch vorstellen dass innovatives Basteln in der Entwicklungsabteilung von Herstellern zu positiver Nennung in Medien führt und somit das Image hebt. Nach dem Motto: Wo wir sind ist vorne/Zukunft.
Die Sinnhaftigkeit von Übermotorisierung wird weder auf der Strasse noch auf dem Acker hinterfragt. Was zählt ist Prestige.
Gruss Christian


Wenn erstmal einige Schlepper und Geräte eine elektrische Schnittstelle in Form des Powerbus haben (was absehbar ist), werden sich elektrische Antriebe sicher unter anderem aus Komfortgründen bei vielen Anwendungen recht zügig gegen hydraulische Antriebe durchsetzen. Bei der Zapfwelle sehe ich das etwas kritischer. Die Zapfwelle ist einfach unglaublich effizient. Ich glaube nicht, dass Kunden es gut aufnehmen würden, wenn man ihnen bei einem teureren Anbaugerät meinetwegen 5-10% mehr Verbrauch und weniger Leistung bietet und im Gegenzug nur die Kopplung der Zapfwelle durch einen Stecker ersetzt wird. Zwar werden die Hersteller natürlich den Komfort hervorheben und die Effizienznachteile verschweigen aber sie sind halt trotzdem da.

Im Endeffekt ist die Diskussion bei Schleppern darüber egal: Schlepper in Zukunft (zuerst natürlich die "Premium"-Hersteller) werden sowieso beides haben (Zapfwelle und powerbus) und der Kunde entscheidet, welches Anbaugerät er nimmt. Da findet die Auswahl statt, nicht so sehr beim Schlepper.
Und gerade wenn es um hohe Leistungen geht, sind Elektromotoren plus Steuerung einfach viel teurer als ein paar Gelenkwellen. Da wird es noch ziemlich lange dauern, bis da etwas anderes überhaupt infrage kommt. So blöd es auch ist, eine Zapfwelle in ungünstiger Position anzukoppeln: wenn der Schlepper dadurch bis zu 30l am Tag weniger braucht und Geräte 10.000€ weniger kosten, dann will da trotzdem niemand lieber einen Stecker. Für das Geld würde ich nebenberuflich Zapfwellenkoppler werden. Da verdient man ja schon fast ein durchschnittliches Jahresgehalt, wenn man nur eine Hand voll große Fräsen und Hacker koppelt :mrgreen:
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Re: Motorenkonzepte der Zukunft?

Beitragvon eclipso » Fr Jul 09, 2021 16:39

New Holland hat damals auf der Agritechnica den ersten Traktor mit Wasserstoffantrieb präsentiert.
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Re: Motorenkonzepte der Zukunft?

Beitragvon Sturmwind42 » Fr Jul 09, 2021 18:43

Warum soll eigentlich ein Schlepper nicht mit Biogas fahren können ? Busse tun das schon teilweise .
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Re: Motorenkonzepte der Zukunft?

Beitragvon Neo-LW » Fr Jul 09, 2021 19:11

Moin,

man muss nur Trecker mit Otto-Motoren bauen.

Otto-Motoren kann man berteiben mit:
- Benzin
- Erdgas
- Flüssiggas
- Ethanol
- Faulgas
- Holzgas


Olli
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Re: Motorenkonzepte der Zukunft?

Beitragvon langholzbauer » Fr Jul 09, 2021 19:33

Da gab es doch schon mal was von Valtra Brasil mit Ethanol...
Das größere Problem wird aber in der Tankkapazität mit Biogas für die heute üblichen hohen Leistungen liegen.
Da dürften vermutlich flüssige Sonderkraftstoffe , die sog. E-Fuels, in absehbarer Zukunft die Nase vorn haben, wenn DK zu teuer wird.
Bauer aus Leidenschaft für Land und Wald...
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Re: Motorenkonzepte der Zukunft?

Beitragvon DST » Fr Jul 09, 2021 21:30

langer711 hat geschrieben:Ich denke, es wird einfach nur mehrere Varianten geben.
Im PKW Sektor gehts beim Diesel grad strak zurück und beim Elektro stark bergauf.

Elektroantrieb halte ich bei Landmaschinen für nahezu ausgeschlossen, weil einfach zuviel Leistung pro Tag verlangt wird und im Gegenzug die Traktoren monatelang unterm Schuppen stehen.
Erntetechnik (Mähdrescher, Häcksler etc) weiterhin per Diesel - alternativlos bisher.
Kleiner Traktoren (Reitplätze, Parks etc) könnten gut per Akku angetrieben werden.
Auch der kleine Schlepper vor dem Futtermischwagen wäre akku-elektrisch denkbar.

Was aber gute Chancen hat bei Landmaschinen, ist der Diesel-elektrische Antrieb.
Also kleiner 4Zyl-Diesel treibt einen Generator an, welcher einen kleinen Akku speist.
Von dort aus dann elektrisch über die Leistungsregelung in die Radmotoren - jedes Rad einzeln!
Zapfwelle per E-Motor direkt.
......

Der Lange


Die zukünftige Entwicklung wird wie in der Vergangenheit viel von der Gesetzgebung beeinflusst sein.

Der Dieselboom im PKW Bereich war teils dem enormen Entwicklungssprung in den 90ern zuzuschreiben, der höheren Effektivität, aber auch der geringeren Mineralölsteuer, weil der Dieselmotor an sich teuerer in der Anschaffung ist.

Der erhoffte Elektroboom startet sehr zäh, und nur mit massiven finanziellen Anreizen, denn eigentlich hat ein E-Auto zu viele Nachteile.
Also muß die Konkurrenz des E-Autos dezimiert werden.

Das macht die Gesetzgebung bereits.


Im Nutzfahrzeugsektor wird es in absehbarer Zeit vermutlich keine Alternativen zum Diesel geben.

Ich meine auch dass der Diesel - Elektrische Antriebsstrang zunehmend an Bedeutung gewinnen wird.

Spätestens wenn der Gesetzgeber eingreift und die Richtung vorgibt.

Getriebe haben Wirkungsgradverluste und Elektrische Kraftübertragung auch.

Maßgebend sind u.a. der praktische Nutzen und nicht der pure Wirkungsgrad, siehe Vario Getriebe.

Denken wir mal an einen Dieselelektrischen Vario Traktor.
Vier Radnabenmotoren.
Permanenter Allrad,
100%tige Differentialsperre
und Traktionsregelung, Lenkeinschlagwinkel von fast 90° möglich, da keine Antriebswellen.
Servolenkung elektrisch.
Hydraulikpumpen werden nur bei Bedarf elektrisch angetrieben.
Bei Straßenfahrten kann Bremsenergie zurückgespeist werden.

Jegliche unnötigen Verbraucher laufen nicht ständig mit.

Zapfwellen v+h entfallen gänzlich, die Kraftübertragung erfolgt rein elektrisch, Stecker anstecken und fertig.
Die Konstruktion von Anbaugeräten würde völlig anders aussehen,
zB. Kreiselmähwerk mit integrierten E-Motoren im Kreisel, und Drehzahlregelung unabhängig von der Motordrehzahl.
Kreiseleggen wo ein E-Motor pro Kreisel sitzt und die Zinken direkt angetrieben werden, ohne Getriebe, und einfach klappbar zum Transport.
Nur Beispiele.

Wegezapfwelle? - elektrisch angetriebene Anhänger in schwerem Gelände,
z. B beim Maishäckseln.

Stufenlose Leistungsverteilung zwischen Fahrantrieb und Anbaugeräten, der Motor bleibt immer im optimalen Leistungsbereich.

Der Faktor Mensch, mit all seinen Fehlern, könnte zum Teil herausgenommen werden.

Die Konstruktion von Traktoren und deren Anbaugeräten könnte völlig anders aussehen, da jegliche Kraftübertragung über flexible Kabel erfolgt.



Schauen wir große Fabriken an:
Vor hundert Jahren gab es eine Dampfmaschine und zahlreiche Flachriementransmissionen, über die die Antriebsleistung zu den Maschinen geleitet wurde.
Und heute?

Anderes Beispiel:
Mähdrescher:

Was wird hier alles über Keilriemen angetrieben?
Auch Wirkungsgradverluste durch Schlupf.
Welche Konstruktionen wären hier möglich wenn alles elektrisch angetrieben werden würde?

Verringerung der Druschverluste, wenn der Bordrechner jegliche Bauteile in der Drehzahl stufenlos anpassen kann, und dies vollautomatisch.
Fahrantrieb elektrisch, auch der aktuelle hydrostatische Antrieb hat hohe Wirkungsgradverluste.

Usw, usf

Die Möglichkeiten in der Elektrischen Kraftübertragung sind um ein vielfaches höher als bei allen anderen Arten.

Das größte Hindernis sind aktuell noch die Kosten!!

Aber,
Je höher die Stückzahlen umso geringer werden die Kosten, und je mehr Nachfrage umso mehr geht die Entwicklung voran.

Vor hundert Jahren hatte nur die Oberschicht ein eigenes Automobil und Dampftraktoren konnten sich nur Gutsbesitzer leisten.

50 Jahre später hatte fast jeder Haushalt ein Auto und fast jeder Bauernhof mindestens einen Schlepper.

Nachfrage, Stückzahl und Entwicklung verringerten die Fertigungskosten und die Sachen wurden erschwinglich.

Oder LKW Bereich,
Radnabenmotoren in den Rädern nach Bedarf, auch im Hänger.
Rückspeisung der Bremsenergie, usw.

Das Stichwort wird "Kraftstoffeffizienz"

Das haben wir aber bereits, heißt CO² Steuer.

Wenn der Gesetzgeber weiter an den richtigen Stellschrauben dreht, dann muß die Entwicklung zwangsweise vorangehen.

Wohin werden wir sehen.

1920 hat niemand vorherahnen können was 1970 abgeht, gleiches gilt für 1970 zu 2020.
Auch 2070 wird es noch sowas wie LKW's, Schlepper, Mähdrescher usw geben.
Wie diese Fahrzeuge dann aussehen und funktionieren würde mich brennend interessieren.
Erfahrungen macht man erst dann wenn man Sie bereits gebraucht hätte.......
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Re: Motorenkonzepte der Zukunft?

Beitragvon langer711 » Fr Jul 09, 2021 22:23

Naja wenn 100kW über die Zapfwelel ins Gerät müssen, dann mag die Zapfwelle das Mittel der Wahl bleiben.
Bei mir an der Drille wird das Gebläse hydraulisch angetrieben.
Aufsteckpumpe auf den ZW Stummel am Schlepper und dann 100er Welle.
Da wäre ein elektrischer Antrieb nicht nur einfacher, sondern auch günstiger - in Zukunft bei Massenfertigung.

Also ganz so schlecht reden würde ich den E-Antrieb nicht.
Komfort kommt noch dazu.
Diese Aufsteckpumpe ist auch manchmal ziemlich nervig beim An- und Abbau.

Düngerstreuer oder Pflanzenschutz-Pumpe sieht ähnlich aus.
Güllewagen kommt dann auch noch auf die Liste.

Insbesondere bei Angehängten Gerätschaften kommt der Lenkwinkel auch nich mit ins Spiel.
Weitwinkel-Gelenkwelle kostet gleich das doppelte.
Unterlenker stehen dann auch wieder irgendwo im Weg (beim Güllefass müssen wir sie umstecken, damit sie weiter hoch fahren können)

Weitere Anwendungen werden folgen, wenn 30% und mehr der Schlepper beim Kunden einen E-Anschluss haben.
Aktuell ist da irgendwie das "Henne - Ei - Problem"

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Re: Motorenkonzepte der Zukunft?

Beitragvon Neo-LW » Sa Jul 10, 2021 0:59

Moin,

das ist alles eine rein Deutsche Diskussion.

Es hilft ein Blick über den Tellerrand.

In Afrika leben 1'200 Millionen Menschen.

Deutschland hat ca. 7 % davon.
Also eine doppelte Sconto-Marge.
Etwas über der Rechenungenauigkeit von Ingenieuren.

Ausser in Südafrika ist die Stromversorgung im Allgemeinen desolat.
Sieht man mal vom Assuan-Stausee ab,
wird in Afrika viel Strom mit Diesel-Aggregaten hergestellt.
Auf den Farmen in Namibia läuft stundenweise das Diesel-Aggi.
Einige wenige haben eine leistungsschwache Netzanbindung.

Ausser ein paar E-Lieferfahrzeuge in Johanesburg oder Kapstadt gibt es keine Batterie-Autos.
Batterie-LKW schon gar nicht,
und Batterie-Trecker in den den nächsten 50 Jahren nicht.

Strom für motorische Zwecke wird es auf absehbare Zeit nicht geben.
Die vereinzelten PV-Anlagen haben keine Speicher.

Ich füge ein Foto von einem Farm-Stromanschluss mit drei Wohneinheiten bei.
Leistung etwa 3 x 2 kW.
Ladung von Batterie-PKW unmöglich.

.
Nam_Hausanschluß.jpg
Nam_Hausanschluß.jpg (190.66 KiB) 898-mal betrachtet


In Windhuk macht man mit einem Kohlekraftwerk (120 MW) den Strom.
Niemand käme auf die Idee das Kohlekraftwerk abzuschalten.
Eine Alternative gibt es nicht.

Kohlekraftwerk von Windhuk:
.
Windhuk_Kohlekraftwerk_120_MW.jpg
Windhuk_Kohlekraftwerk_120_MW.jpg (107.73 KiB) 895-mal betrachtet


In der Hafenstadt WalfisBay arbeiten momentan zwei Ölkraftwerke mit 42,5 MW.
In Planung ist ein Dieselgrundlastkraftwerk mit 200 MW.
Bei Arandis soll ein Grundlastkraftwerk mit 120 MW neu gebaut werden.
Energielieferant: Schweröl.


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Re: Motorenkonzepte der Zukunft?

Beitragvon Vario_TA » Do Jul 15, 2021 20:33

DST hat geschrieben:Ich meine auch dass der Diesel - Elektrische Antriebsstrang zunehmend an Bedeutung gewinnen wird.

Spätestens wenn der Gesetzgeber eingreift und die Richtung vorgibt.

Wie zum Geier soll der Gesetzgeber das beeinflussen?

DST hat geschrieben:Maßgebend sind u.a. der praktische Nutzen und nicht der pure Wirkungsgrad, siehe Vario Getriebe.

Doch, es ist fast ausschließlich der Wirkungsgrad interessant. Genau deshalb hat sich unter anderem das Variogetriebe etabliert. Bei gleichem Arbeitsergebnis wird damit der Spritverbrauch gesenkt oder anders gesagt: Der Wirkungsgrad ist höher.
Du sagst es sogar selbst:
DST hat geschrieben:Das Stichwort wird "Kraftstoffeffizienz"


DST hat geschrieben:Denken wir mal an einen Dieselelektrischen Vario Traktor.
Vier Radnabenmotoren.
Permanenter Allrad,
100%tige Differentialsperre
und Traktionsregelung, Lenkeinschlagwinkel von fast 90° möglich, da keine Antriebswellen.
Servolenkung elektrisch.
Hydraulikpumpen werden nur bei Bedarf elektrisch angetrieben.
Bei Straßenfahrten kann Bremsenergie zurückgespeist werden.

Jegliche unnötigen Verbraucher laufen nicht ständig mit.

Zapfwellen v+h entfallen gänzlich, die Kraftübertragung erfolgt rein elektrisch, Stecker anstecken und fertig.
Die Konstruktion von Anbaugeräten würde völlig anders aussehen,
zB. Kreiselmähwerk mit integrierten E-Motoren im Kreisel, und Drehzahlregelung unabhängig von der Motordrehzahl.
Kreiseleggen wo ein E-Motor pro Kreisel sitzt und die Zinken direkt angetrieben werden, ohne Getriebe, und einfach klappbar zum Transport.
Nur Beispiele.

Wegezapfwelle? - elektrisch angetriebene Anhänger in schwerem Gelände,
z. B beim Maishäckseln.

Stufenlose Leistungsverteilung zwischen Fahrantrieb und Anbaugeräten, der Motor bleibt immer im optimalen Leistungsbereich.

1. Radnabenmotoren wird es nicht geben. Rein elektrische Radantriebe brauchen mindestens ein Zweiganggetriebe, eher ein Dreiganggetriebe
2. Wie willst du ohne mechanische Verbindung eine Differentialsperre realisieren?
3. Für keine der weiteren Funktionen ist ein dieselelektrischer Antrieb nötig. Er wäre wegen wirkungsgradnachteilen sogar deutlich kontraproduktiv. Deshalb wird es das schlichtweg nicht geben.
4. Elektrischer Geräteantrieb wird nur bei kleinen Leistungen oder hoher benötigter Drehzaglanpasaung interessant. Bei einer Kreiselegge die Kreisel einzeln anzutreiben, ist nichts als Schwachsinn. Es gibt keinen einzigen vernünftigen Grund, warum man das tun sollte es wäre viel teurer, schwerer, ineffizienter und viel komplizierter in der Steuerung (falls man die Kreisel überhaupt synchronisiert bekommt).

Elektrische Triebachsen werden an Bedeutung gewinnen, allerdings ergeben sich nur bei Integration in Form von Leistungsverzweigung Wirkungsgradvorteile. Rein Dieselelektrisch wird das eher nichts.

Stufenlose Leistungsverteilung zwischen Fahrantrieb und Gerät gab es schon immer, die stellt sich völlig von selbst ein. Mit stufenlosen Fahrantrieben geht das mittlerweile auch ziemlich präzise und gezielt. Da ist das optimierungspotential nicht mehr wirklich groß.

DST hat geschrieben:Die Konstruktion von Traktoren und deren Anbaugeräten könnte völlig anders aussehen, da jegliche Kraftübertragung über flexible Kabel erfolgt.

Nein, sie kann eben nicht völlig anders aussehen.
Die Konstruktion wird durch die Funktion des Geräts vorgegeben, nicht durch den Antrieb.

DST hat geschrieben: Anderes Beispiel:
Mähdrescher:

Was wird hier alles über Keilriemen angetrieben?
Auch Wirkungsgradverluste durch Schlupf.
Welche Konstruktionen wären hier möglich wenn alles elektrisch angetrieben werden würde?

Andere Frage: Welche anderen Konstruktionen wären sinnvoll?
Ich wüsste keine.

DST hat geschrieben:Verringerung der Druschverluste, wenn der Bordrechner jegliche Bauteile in der Drehzahl stufenlos anpassen kann, und dies vollautomatisch.
Fahrantrieb elektrisch, auch der aktuelle hydrostatische Antrieb hat hohe Wirkungsgradverluste.

Wenn man einen Mähdrescher hybridisierten würde, würde man den Fahrantrieb elektrisch realisieren ja. Aber ansonsten gibt es einfach kein nennenswertes Potential. Einzelne Druschorgane könnte man eventuell leistungsverzweigt antreiben, um variable Drehzahlen zu erreichen. Aber da gibt es einfach kein Potential, das durch elektrische Antriebe genutzt werden kann. Die Verluste sind bereits winzig. Der Haupteffekt eines elektrischen Antriebs wären ein geringerer Wirkungsgrad gegenüber Riemen und ein deutlich höheres Maachinengewicht. Bauraum ist im Mähdrescher ebenfalls Mangelware und macht elektrische Antriebe exorbitant teuer.

DST hat geschrieben:Die Möglichkeiten in der Elektrischen Kraftübertragung sind um ein vielfaches höher als bei allen anderen Arten.

Welche Möglichkeiten sollen das sein? Elektrische Antriebe sind groß und schwer. Allein das schränkt die Möglichkeiten schon enorm ein. Hydraulik hat gegenüber Elektrik nur einen einzigen Nachteil: den Wirkungsgrad.

DST hat geschrieben:Oder LKW Bereich,
Radnabenmotoren in den Rädern nach Bedarf, auch im Hänger.
Rückspeisung der Bremsenergie, usw.

Und wieder: Radnabenmotoren sind reines Wunschdenken. Technisch ist das nicht im entferntesten sinnvoll. Und mehr als zwei Motoren pro Fahrzeug sind erst recht nicht sinnvoll.

langer711 hat geschrieben:Also ganz so schlecht reden würde ich den E-Antrieb nicht.

Nein, schlecht ist er natürlich nicht. Nur gibt es bei den allermeisten Anwendungen in der Landwirtschaft eine günstigere und/oder effizientere Alternative.
Das größte Potential sehe ich in zwei Fällen:
1. Viele räumlich voneinander getrennte Antriebe mit geringen bis mittleren Leistungen, die von der einfachen Steuerung profitieren (was heutzutage hydraulisch läuft). Ich denke da zum Beispiel an einen Kartoffelroder oder eine Pickup oder Dosierwalzen.
2. Elektrische Triebachsen an Geräten und Anhängern.
Zum Beispiel bei Güllefässern könnte man das Handling verbessern und den Schlupf reduzieren, man könnte leichtere Schlepper verwenden. Ebenso bei Anhängern. Eine Triebachse verbessert die Traktion erheblich.

Theoretisch könnte man Triebachsen an Anhängern auch mit einem Akku versehen, um den Anhänger ohne einen elektrifizieren Traktor nutzen zu können. Beispiel: 30kW Triebachse und 2-3kWh Akku (eventuell wechselbar, um ihn mit verschiedenartigen Geräten nutzen zu können). Auf der Straße kann rekuperiert werden, der Akku wird geladen (bei kurzen Straßenfahrten im Flachland kann ja auch aktiv geladen werden). Im Feld oder eventuell auch auf dem Silo kann die Energie dann abgerufen werden. Steuerung über Isobus ist super easy, der Standard ist seit Jahren etabliert. Mit elektrifizieren Traktoren wird das Zusammenspiel dann natürlich noch besser und deutlich effizienter.


Bei allen anderen Anwendungen sehe ich einfach keine Zukunft für elektrische Antriebe. Jedenfalls nicht in den nächsten 30 Jahren.
Bei einem Gerät mit durchschnittlich 50kW Leistungsabnahme an der Zapfwelle ergibt sich bei einem Wirkungsgrad von 92% gegenüber 80% bei elektrischem Antrieb und 210g/kWh Dieselverbrauch des Motors ein Verbrauchsnachteil von rund 2l/h. Wer dafür ernsthaft in Erwägung zieht, einen Stecker statt einer Zapfwelle zu koppeln, stellt finanziell gesehen wahrscheinlich besser einen "Zapfwellenbutler" im Betrieb ein.
Dauernd wird über teure Maschinen und die schlechte finanzielle Situation geschimpft. Oft ja auch zu Recht. Nur kann ich dann beim besten Willen nicht verstehen, dass jemand tausende Euro dafür ausgeben würde, fünf mal im Jahr einen Stecker statt einer Zapfwelle zu koppeln. Wer dafür Geld hat, macht sich unglaubwürdig bei Diskussionen über zu hohe Maschinenpreise.
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Re: Motorenkonzepte der Zukunft?

Beitragvon DST » Do Jul 15, 2021 20:52

Ach Vario TA,
es scheint so als wärst du als Kind in einen großen Topf mit subjektiver Weisheit gefallen...

Warum nutzt du diese nicht?
Erfahrungen macht man erst dann wenn man Sie bereits gebraucht hätte.......
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Re: Motorenkonzepte der Zukunft?

Beitragvon Vario_TA » Do Jul 15, 2021 22:34

DST hat geschrieben:Ach Vario TA,
es scheint so als wärst du als Kind in einen großen Topf mit subjektiver Weisheit gefallen...

Warum nutzt du diese nicht?

Habe ich doch getan. Die Vor- und Nachteile elektrischer Antriebe sind seit 100 Jahren die gleichen. Dementsprechend lässt sich ziemlich zuverlässig sagen, wo sie sinnvoll sein können und wo eher nicht. Oder erwartest du in den nächsten 10 Jahren die Neuerfindung der Elektrizität?
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Re: Motorenkonzepte der Zukunft?

Beitragvon DST » Do Jul 15, 2021 22:57

Es gibt seit über 150 Jahren das Telefon.
Hat sich da die letzten 30 Jahre was getan?
Oder mal nur die letzten 15?
Erfahrungen macht man erst dann wenn man Sie bereits gebraucht hätte.......
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Re: Motorenkonzepte der Zukunft?

Beitragvon Vario_TA » Do Jul 15, 2021 23:25

DST hat geschrieben:Es gibt seit über 150 Jahren das Telefon.
Hat sich da die letzten 30 Jahre was getan?
Oder mal nur die letzten 15?

Nein, hat es nicht. Schallwellen werden in elektrische Signale umgewandelt, versendet und wieder in Schall umgewandelt. Das ist das Grundprinzip des Telefons und es hat sich seit der Erfindung nicht verändert. Ebenso sind Elektromotoren damals wie heute auf Magnetismus angewiesen. Und da sind sehr enge physikalische Grenzen gesetzt was die Nutzung betrifft.
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Re: Motorenkonzepte der Zukunft?

Beitragvon Neo-LW » Do Jul 15, 2021 23:34

Moin,

DST hat geschrieben:Es gibt seit über 150 Jahren das Telefon.
Hat sich da die letzten 30 Jahre was getan?
Oder mal nur die letzten 15?


Es wurde was getan - viel Mist.

Mit Augenmaß hätte man viel Unsinn vermeiden können.

Aber das passiert immer, wenn Politiker sich einmischen.

Man hätte ja die Technik entwickeln könnnen.
Aber das Rumgepfusche ist kontraproduktiv.
Bis in die 90er Jahre gab es eine Fortentwicklung.
Das war vernünftig.
Dann wurde es konfus.

Heute haben wir kein eigenständiges (ziviles) Telefonnetz mehr.
Daneben gab es ja noch die Netze der Energieversorger, der Autobahnmeistereien,
der Bundesbahn, der Wasserversorger, der Bundeswehr.
Bis in die 90er-Jahre konnte man als Rückfallebne analog telefonieren.
(Die Österreicher machen das heute immer noch so.)
Mit einem Auswand von 20,- EUR als Endgerät konnte man behelfsmäßig Telefonverbindungen
in ganz Deutschland herstellen.
Das ist vorbei.
Heute geht es nur noch elektronisch.
(Tolle Technikgläubigkeit.)
Elektronik hat (wegen der Kondensatoren) eine Lebensdauer von etwa 10 Jahren.
Man muß also die Technik alle 10 Jahre neu bauen.
Die alten Ortsvermitlungsstellen mit Eigenstromversorgung hat man aufgegeben.
Telefonieren geht nur noch, wenn der NB 230 Volt liefert.
Die Batterien in den Knoten sind auf eine Stunde (!) Puffer augelegt.
Dann ist Schluss.
Das gleiche gilt für die Funktelefone.
Rückfallebene: KEINE
Bei den Funktelefonen hat man die Umsetzer so eingestellt, daß die minimal mögliche
Sendeleistung zur Verfügung gestellt wird.
Die "German Angst" vor dem 'Elektro-Smog' treibt seltsame Blüten.
In Afrika ist es regelmäßig umgekehrt.

Das Deutsche Telefonnetz (Voip + D + E) ist in keinster Weise mehr sicher gegen Vandalismus
und Sabotage.
Per Kohlelichtbogen kann man heute mit einem Aufwand von 20,- EUR kilometerweit
das Telefonieren unterbinden.

Das wird dem Deutschen Michel dann als Fortschritt verkauft.


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Re: Motorenkonzepte der Zukunft?

Beitragvon Neo-LW » Fr Jul 16, 2021 4:39

Moin,

vor 5 1/2 Stunden geschrieben.

Nun kann man rund um Ahrweiler das Deutsche Telefonnetz (Kabel + Funk) bewundern.

Alles tot.

Vorsorge für den Krisenfall: Null.


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