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Motorenkonzepte der Zukunft?

Hier kann man über aktuelle Themen aus den Medien und Allgemeines der Landwirtschaft diskutieren.
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174 Beiträge • Seite 3 von 12 • 1, 2, 3, 4, 5, 6 ... 12
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Re: Motorenkonzepte der Zukunft?

Beitragvon DST » Fr Jul 16, 2021 5:20

Vario_TA hat geschrieben:
DST hat geschrieben:Es gibt seit über 150 Jahren das Telefon.
Hat sich da die letzten 30 Jahre was getan?
Oder mal nur die letzten 15?

Nein, hat es nicht. Schallwellen werden in elektrische Signale umgewandelt, versendet und wieder in Schall umgewandelt. Das ist das Grundprinzip des Telefons und es hat sich seit der Erfindung nicht verändert. Ebenso sind Elektromotoren damals wie heute auf Magnetismus angewiesen. Und da sind sehr enge physikalische Grenzen gesetzt was die Nutzung betrifft.


Wenn ich deine Antwort so anschaue...

Ich bin der Meinung dass es keinen Menschen gibt der ernsthaft mit einer derart bornierten Weltanschauung durch Leben geht, so wie Du sie hier von Dir gibst....

In meinen Augen mutierst du leider gerade zum absoluten Forumstroll.

Was läuft falsch bei Dir?

Spricht im normalem Leben schon keiner mehr mit Dir?

Mein Beileid.
Erfahrungen macht man erst dann wenn man Sie bereits gebraucht hätte.......
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Re: Motorenkonzepte der Zukunft?

Beitragvon Doppelgrau » Fr Jul 16, 2021 5:42

Zu viele Kodak und Nokia-Aktien gehabt?
Mindset würde passen.

Edit: Wobei ich allerdings nicht mitgehe ist die Annahme überall wird nun Mechanik durch Elektrik verdrängt. Dafür ist Mechanik oft einfach zu billig.
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Re: Motorenkonzepte der Zukunft?

Beitragvon Vario_TA » Fr Jul 16, 2021 10:23

DST hat geschrieben:Was läuft falsch bei Dir?

Es mag seltsam wirken aber ich konzentriere mich normalerweise auf Inhalte. Wenn du mich beleidigen willst, dann tu das. Aber wenn du das nur tust, weil du inhaltlich keine Argumente hast, sagt das mehr über dich aus als über mich.

Doppelgrau hat geschrieben:Zu viele Kodak und Nokia-Aktien gehabt?
Mindset würde passen.

Absolut nicht. Ich spinne sogar sehr gerne herum, wie man irgendetwas vollkommen unkonventionell lösen könnte. Nur gibt es halt Dinge, die sich nicht mehr ohne großen Aufwand verbessern lassen.
Das Rad gibt es jetzt seit etwa 5.000 Jahren. Wenn jetzt jemand ankommt und glaubt, dass es in 30 Jahren eckige Räder gibt, dann kann er das ja gerne glauben. Nur ist es halt einfach nicht sinnvoll und deshalb praktisch ausgeschlossen.
Wer meint, dass das Rad rund bleibt, ist aber deshalb nicht rückwärtsgewandt oder hat eine verbohrte Ansicht, sondern ist einfach nur Realist weil er weiß, dass runde Räder einfach am besten Rollen und sich das auch nicht einfach ändern wird.

Elektromotoren funktionieren auf Grundlage von Magnetismus. Und da sind die physikalischen Grenzen sehr eng, die Kräfte sind begrenzt. Warum wohl arbeitet man bei Elektroautos trotz der geringen Leistungen bei niedrigen Geschwindigkeiten mit Getrieben mit Übersetzungen im Bereich von i=10 und entsprechend hohen Motordrehzahlen bis 20.000/min? Bestimmt nicht weil Getriebebau so viel Spaß macht.
Im e-autopowr nutzt John Deere ebenfalls elektrische Maschinen mit sehr hohen Drehzahlen (und entsprechend geringen Drehmomenten) samt Übersetzung zur Drehzahlreduzierung, um Bauraum und Gewicht irgendwie in den Griff zu bekommen. Zusätzlich ist das Getriebe in ganze fünf Fahrbereiche vorwärts aufgeteilt, um den elektrischen Leistungsanteil gering zu halten und die nötige Spreizung der E-Maschinen zu verringern. Auch das machen die nicht zum Spaß.
Und selbst wenn man das bei Radnabenmotoren irgendwie gelöst bekommt, bleibt immer noch das Problem der Spreizung.

Zitat aus dem Jahrbuch Agrartechnik 2020 zum Thema elektrische Fahrantriebe:
Steyr arbeitet bei seiner Studie mit direkten Einzelradantrieben. Frühere Untersuchungen der
TU Berlin hatten allerdings gezeigt, dass bei stufenlosen elektrischen Traktorfahrantrieben
mechanische Zusatzgetriebe mit zwei oder drei schaltbaren mechanischen Stufen die Ener-
gieeffizienz und „Reichweite“ verbessern. Gleiches wird derzeit bei elektrischen Straßenfahr-
zeugen diskutiert. Mechanisch schaltbare Radantriebe sind aber sehr aufwendig.
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Re: Motorenkonzepte der Zukunft?

Beitragvon DST » Fr Jul 16, 2021 20:59

Vario_TA hat geschrieben:
DST hat geschrieben:Was läuft falsch bei Dir?

Es mag seltsam wirken aber ich konzentriere mich normalerweise auf Inhalte. Wenn du mich beleidigen willst, dann tu das. Aber wenn du das nur tust, weil du inhaltlich keine Argumente hast, sagt das mehr über dich aus als über mich.


Nein, ich will dich nicht beleidigen.
Es ist aber meine Meinung, ob die dir schmeckt oder nicht.

Du schreibst "Du konzentrierst Dich auf Inhalte"

Meinem Empfinden nach schießt Du meist über das Ziel hinaus, verbeißt dich in Dinge die du selbst zwischen die Zeilen hineininterpretierst, oder verfehlst das eigentliche Thema.

Dein "Konzentrieren auf Inhalte" sieht man schön bei meinem Text bezüglich Telefon, und deiner Antwort darauf.

Lies bitte meinen Text nochmal genau, und dann deine Antwort.

Findest du den Fehler.

Gruß Daniel

Edit.
Fehler korrigiert
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Re: Motorenkonzepte der Zukunft?

Beitragvon Vario_TA » Sa Jul 17, 2021 10:54

Natürlich weiß ich, worauf du mit dem Hinweis auf das Telefon hinaus wolltest. Der Punkt ist: es hat sich tatsächlich nichts grundlegendes geändert. Rechenkapazität ist billiger und viel kompakter geworden. Die Funktionsweise ist aber genau die gleiche wie seit der Erfindung. Und bei Magnetismus ist halt das Problem, dass Bauraum, Masse und Kraft direkt zusammenhängen. Entwicklungen wie bei der Hardware in der IT sind deshalb nicht möglich.
Maschinen, die Kräfte erzeugen oder übertragen sollen, kann man nicht einfach mehrere Größenordnungen kleiner bauen.

Wieso hast du das Telefon überhaupt ins Spiel gebracht? Das hat mit dem Thema überhaupt nichts zu tun. Bist du also vielleicht derjenige, der das eigentliche Thema verfehlt?

Wenn ich irgendwo etwas reininterpretiert habe, was du nicht meintest, dann zeig mir doch die Stelle. Das wäre inhaltlich konstruktiv. Stattdessen machst du mir nur den Vorwurf. Das ist so absolut garnicht konstruktiv.
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Re: Motorenkonzepte der Zukunft?

Beitragvon DST » Mo Jul 19, 2021 23:33

Das war der Punkt mit dem Telefon.

Auch wenn "beim Telefonieren" seit 150 Jahren immer noch das gleiche passiert, hat sich doch "beim Telefon" schon einiges getan.

Was heute für viele Menschen absolut selbstverständlich ist hätte vor 50 Jahren keiner geglaubt.

In den 60er Jahren kam die Serie Raumschiff Enterprise ins Fernsehen, dort nehmen die Raumfahrer so kleine Kästchen in die Hand, klappen es auf, und reden miteinander, und so manch anderes kann das Kästchen auch noch.

Hätte 1970 einer gesagt das 2020 fast jeder so ein Ding in der Hosentasche hat, - man hätte ihm nicht geglaubt.

Wer hätte geglaubt das man damit nicht nur Telefonieren sondern auch den Inhalt von Millionen von Büchern aus weltweiten Bibliotheken abrufen kann, oder von der anderen Seite der Weltkugel daheim das Licht, Rollläden und Rasensprenger einschalten kann?

Eigentlich heißt es ja Mobiltelefon, besser wäre Taschencomputer oder Kommunikator... Ups, so nannten die das Ding schon in den 60ern.

Egal ob Telefon oder Elektromotor oderoderoder...

Vor 50 Jahren hätte kein normal bodenständig denkender Mensch unseren aktuellen technischen Entwicklungstand geglaubt.

Sprünge von 50 Jahren z.B. beim Auto:
2020/1970/1920/1870
1870 gab es kein Auto
1920 hatte die Oberschicht eins
1970 fast jede Familie eins
2020 mindestens jeder zweite eins

Ja, die Reifen sind immer noch rund... Und die meisten Motoren verbrennen immer noch chemische Stoffe, also alles wie am ersten Tag??

Als Rudolf Diesel in den 1920ern seinen Motor vorstellte war der Benzin/Gasmotor schon um die 50 Jahre alt.
1970 fuhren so gut wie alle LKW, Landmaschinen, Baumaschinen mit Diesel.
Außer im Pkw, da war der Diesel noch Ende der 80er ein Nischenprodukt fur Taxi's und Landwirte.

Wer hätte 1990 geglaubt das einige Jahre später der Diesel über 50% Anteil bei PKW Neuzulassungen bekommt?

Das Prinzip war doch auch nach 70Jahren immer noch das gleiche??


50 Jahre kann man nicht vorhersehen, auch 30 nicht.
Vielleicht 10 Jahre kann man auf seinem speziellen Fachgebiet in die Zukunft "vorausahnen"


Egal welches Produkt man nimmt, ist Bedarf und Nachfrage da, dann wird auch die Entwicklung vorangetrieben, und viele Neuentwicklungen waren Plump, aufwändig und unbezahlbar, doch nach einiger Zeit mit stetiger Verbesserung und steigenden Stückzahlen wurden es bezahlbare Massenartikel.
Egal ob fließend Wasser, Elektrizität, Automobile, Traktoren, Fernseher, Mobiltelefon....

Wer nun in 2021 tatsächlich glaubt der Elektromotor könne nicht mehr weiterentwickelt werden, der sollte mal seine Scheuklappen ablegen.

Die Nachfrage ist da, also wird es auch Entwicklung geben.

Warum werden eigentlich aktuell so viele Elektroautos gekauft?

Weil die so überlegen Toll sind?
Wohl kaum.

Weil es der Gesetzgeber beeinflusst.
Die Hersteller werden mit Flottenverbräuchen, CO², und Elektroanteil zu Entwicklungen gezwungen, und der Endkunde wird dann mit saftigen Förderungen und Prämien geködert.
So steigen die Stückzahlen und der Umsatz, die Hersteller bleiben bei der Stange und entwickeln weiter.
In Folge werden die Bauteile besser und günstiger und wieder mehr Kunden kaufen das Produkt.

Kann also der Gesetzgeber auch die Entwicklung steuern??

Ja, kann er.


Die Entwicklung wird vorangehen und es werden auch neue Erfindungen kommen, in welcher Form auch immer.

Die Möglichkeiten sind so riesig, das kann man weder pauschal in den Himmel heben und auch nicht pauschal totreden.
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Re: Motorenkonzepte der Zukunft?

Beitragvon Vario_TA » Di Jul 20, 2021 10:06

DST hat geschrieben:Die Möglichkeiten sind so riesig, das kann man weder pauschal in den Himmel heben und auch nicht pauschal totreden.

Grundsätzlich ja. Vieles kann man aber mit ziemlicher Sicherheit sagen. Zum Beispiel das hier:

Da in den Zähnen zwischen den Nuten die
Flussdichte wegen der zusammengedrängten Feldlinien gegenüber dem Wert im Luftspalt um etwa 80% höher ist und wegen der Eisensättigung 1.7 … 1.8 T nicht überschreiten soll, ist die Luftspaltflussdichte auf etwa Bsigma = 1 T begrenzt. Damit ist die Kraft Fe ~ I*
Bsigma*l (Läufer-Blechpaket-Länge l) und damit Me nur über einen höheren Strangstrom I (und/oder eine
höhere Leiterzahl z) zu steigern, was aus thermischen Gründen (I²*R-Verluste in der Drehfeldwicklung) ebenfalls begrenzt ist. Über die Maschinengröße (größere Werte von Läufer-Blechpaket-Durchmesser d und Länge l) kann natürlich Me erhöht werden, aber die Summen-Tangentialkraft, bezogen auf die Läuferoberfläche, ist begrenzt auf typisch 1bar.
Wegen
Me~d²*l
ist das elektromagnetische Drehmoment Me proportional zum Läufer-Blechpaketvolumen V=l*d²*pi/4 und damit auch zum Maschinenvolumen.

Quelle: https://www.google.com/url?sa=t&source= ... S3bXfVHYup

Solange sich am Aufbau oder der Funktionsweise von Elektromotoren nicht sehr grundsätzlich etwas ändert, gelten diese Grenzen ziemlich unflexibel.
Die Strukturgröße von Prozessoren hat sich in den letzten 30-35 Jahren um den Faktor 100-500 verkleinert. Solche Entwicklungen sind nur möglich, wenn keine Kräfte erzeugt oder aufgenommen werden müssen. Elektromotoren sind aber darauf angewiesen.

Getriebe sind neben einer direkten Wirkungsgradsteigerung nunmal die einzige Möglichkeit, die Effizienz einer Maschine zu erhöhen, indem nämlich der Betriebspunkt in günstigere Kennfeldbereiche verschoben werden kann. Solange also Elektromotoren (samt Leistungselektronik) nicht in den Randbereichen des Kennfelds massiv an Effizienz gewinnen, sind mehrstufige Getriebe die einzig sinnvolle Möglichkeit, den Fahrantrieb eines Traktors zu elektrifizieren.

Momentan sieht es eher danach aus, dass die Entwicklung einen ähnlichen Gang nimmt wie bei verbrennungsmotorischen Antriebssträngen. Die hatten in den Anfängen auch nur sehr wenige Gänge. Heute fahren viele Fahrzeuge stufenlos. Die ersten Elektroautos mit Mehrganggetriebe sind bereits auf der Straße, Bosch hat sogar schon ein CVT für Elektroautos angekündigt. Die Industrie scheint also nicht davon auszugehen, dass sich bei Elektromotoren in der nächsten Zeit viel tut was das angeht.
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Re: Motorenkonzepte der Zukunft?

Beitragvon Gewindefan » Mi Jul 21, 2021 11:51

Hier sind doch schlaue Unterwegs.
Frage :braucht jedes Feuer einen Brennstoff-Ja oder Nein, wenn ja mit was wird der Blitz befeuert?
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Re: Motorenkonzepte der Zukunft?

Beitragvon langer711 » Mi Jul 21, 2021 12:22

Es gibt auch Windkraftanlagen.
Die haben bekanntlich Generatoren in der Kanzel, die aus mechanischer Energie elektrischen Strom machen - also E-Motor umgedreht.
Hier wirken Magnetkräfte auf Spulen...
Die Maschinen können heute 2-4 GW Leistung produzieren.
Zumindest ein Hersteller verzichtet komplett auf ein Getriebe.
Die Drehzahl des Generators liegt exakt bei der Drehzahl des Windflügels.
Funktioniert komischwerweise ganz gut...

Im Schlepperrad haben wir locker 1 Meter im Durchmesser und 40cm Breite
Da kann man schon einiges unterbringen, wenn man will.

Das das alles noch nicht serienreif ist und vor allem zu teuer, mag ja sein.
Aber machbar ist das schon...

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Re: Motorenkonzepte der Zukunft?

Beitragvon Neo-LW » Mi Jul 21, 2021 12:36

Moin,

langer711 hat geschrieben:
Im Schlepperrad haben wir locker 1 Meter im Durchmesser und 40cm Breite
Da kann man schon einiges unterbringen, wenn man will.

Das das alles noch nicht serienreif ist und vor allem zu teuer, mag ja sein.
Aber machbar ist das schon...



Es gibt auch Mondraketen und Raumstationen.
Das ist auch machbar.

Es muss nur jemand bezahlen.

Z.B. gestern der 80 km - Hüpfer von Amazon-Bozes.
Alle Mitflieger haben bezahlt, er ist gratis mitgeflogen.


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Re: Motorenkonzepte der Zukunft?

Beitragvon Vario_TA » Mi Jul 21, 2021 19:31

langer711 hat geschrieben:Es gibt auch Windkraftanlagen.
Die haben bekanntlich Generatoren in der Kanzel, die aus mechanischer Energie elektrischen Strom machen - also E-Motor umgedreht.
Hier wirken Magnetkräfte auf Spulen...
Die Maschinen können heute 2-4 GW Leistung produzieren.
Zumindest ein Hersteller verzichtet komplett auf ein Getriebe.
Die Drehzahl des Generators liegt exakt bei der Drehzahl des Windflügels.
Funktioniert komischwerweise ganz gut...


Komischerweise werden bei getriebelosen WKA (die übrigens eher ein tausendstel der von dir angegebenen Leistung erreichen) Generatoren mit gigantischen Durchmessern verwendet. Wie das wohl kommt? Könnte es vielleicht damit zusammenhängen, dass das erreichbare Drehmoment proportional zum Bauvolumen ist und die erreichbare Summen-Tangentialkraft von der Läuferoberfläche abhängt und sich deshalb bei geringen Drehzahlen und hohen Drehmomenten große Durchmesser besonders anbieten?
Dummerweise ist in einem Schlepperrad kein Platz für einen Elektromotor mit 3m Durchmesser.

langer711 hat geschrieben:Im Schlepperrad haben wir locker 1 Meter im Durchmesser und 40cm Breite
Da kann man schon einiges unterbringen, wenn man will.

Bei 1bar läuferoberflächenbezogener Summen-Tangentialkraft und 0,8m Läuferdurchmesser sowie 30kNm Raddrehmoment müsste der Elektromotor mindestens 3m lang (bzw aus Sicht des Schleppers breit) sein. Das ist meines Wissens etwas mehr als 40cm.
Solange also Schlepper nicht 8m breit und/oder extrem ineffizient sein sollen, wird es ohne eine völlig neue Art von Elektromotor keinen getriebelosen elektrischen Radantrieb für Traktoren geben. Es geht einfach nicht. Natürlich ist es in der Theorie machbar. Aber eben nur sehr leistungsschwach, ineffizient, groß, schwer und teuer. Und zwar Prinzipbedingt. Weitere Entwicklung ist nur in geringem Umfang zu erwarten. Warum sollte man sich so viele bis auf weiteres unlösbare Probleme ins Haus holen, wenn es doch bereits jetzt viel einfacher geht?

Wobei das auch überhaupt nicht das größte Problem ist, einstufige Getriebe sind kein Problem. Das größere Problem ist die nötige Vollleistungsspreizung von etwa zehn, allermindestens jedoch acht. Ich kenne keinen Elektromotor, der das auch nur annähernd erreicht. Und das hat den ganz einfachen Grund, dass es besser ist, ein mehrstufiges Getriebe zu verbauen.
Elektromotoren für geringe Drehzahlen und hohe Drehmomente sind am besten durchmesserstark und kurz, Elektromotoren für hohe Drehzahlen und geringe Drehmomente sind besser durchmesserschwach und lang. Das ergibt sich aus den grundsätzlichen Eigenschaften, die Elektromotoren nunmal mitbringen. Einen einzelnen Elektromotor sowohl auf geringe Drehzahlen und hohe Drehmomente als auch auf hohe Drehzahlen und geringe Drehmomente auszulegen, ist schwachsinnig. Genau für dieses grundsätzliche Problem, das es in sehr vielen Bereichen gibt, gibt es mehrstufige Getriebe.
Die heutigen Verbrenner-PKW haben auch nicht einen Motor, der von 500 bis 5000 Umdrehungen pro Minute seine volle Leistung abgibt und dafür nur einen Gang, sondern ein Getriebe mit entsprechender Spreizung. Es ist einfach sinnvoller. Sowohl was das Gewicht und den Bauraum angeht als auch was die Effizienz und Kosten betrifft. Und genau so ist es auch bei so ziemlich allen anderen Antrieben mit entsprechenden Spreizungen der Drehzahl. Traktorfahrantriebe sind diesbezüglich besonders anspruchsvoll. Da auch nur über elektrische Antriebe mit nur einer Getriebestufe oder sogar ohne Getriebe nachzudenken, ist schon kurios. Wenn jemand einen Ansatz hat, wie man ohne enorme Effizienznachteile die 1bar Summen-Tangentialkraft pro Läuferoberfläche deutlich übertreffen kann: super. Da mich das sehr interessieren würde, kann derjenige das auch gerne hier näher erläutern. Ich wüsste jedenfalls nicht, wie man das halbwegs vielversprechend umgehen könnte. Und solange dieses Problem besteht, gibt es keine getriebelosen elektrischen Traktorradantriebe. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.
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Re: Motorenkonzepte der Zukunft?

Beitragvon DST » Do Jul 22, 2021 23:10

Wo wäre der Vorteil von einem Getrieblosen elektrischen Antrieb?

Dieselelektrischer Antrieb mit Radnabenmotoren funktioniert schon seit Mitte des letzten Jahrhunderts.
z. B. LeTourneau baut das seit Jahrzehnten.
Auch viele große Muldenkipper im Miningbereich fahren seit Jahrzehnten Diesel- elektrisch.

Ist jetzt nicht so dass es das nicht schon gibt.
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Re: Motorenkonzepte der Zukunft?

Beitragvon gerd23 » Fr Jul 23, 2021 13:18

DST hat geschrieben:Wo wäre der Vorteil von einem Getrieblosen elektrischen Antrieb?


Kein Leistungsverlust?
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Re: Motorenkonzepte der Zukunft?

Beitragvon Doppelgrau » Fr Jul 23, 2021 15:46

Ich bin mal gespannt wie es sich entwickelt, aber ich würde mich nicht wundern wenn in der Zukunft deutlich mehr elektrische Antriebe auftauchen.
Zum einen weil man von den Energielieferanten flexibler wird (ob der Strom aus Akku, Methan-Motor oder Brennstoffzelle kommt ist egal und kann leichter für verschiedene Märkte angepasst werden), in einigen Anwendungen durch Rekuperation wirklich Energie sparen kann und einfach viel flexibler regelbar ist. Torque-Vektoring für besseres Kurvenverhalten ist damit vergleichsweise trivial und verschleißfrei machbar, braucht nicht wie beim 1050 ein zweites Getriebe und die Voreilung kann man auf Null reduzieren usw.

Aber auch klar, so Schnapsideen wie jeder Kreisel bei Heuwender oder Kreiselegge bekommt nen eigenen Motor wird auch nicht kommen, wozu sich diesen steuerungstechnischen Albtraum antun?
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Re: Motorenkonzepte der Zukunft?

Beitragvon Vario_TA » Sa Jul 24, 2021 0:28

gerd23 hat geschrieben:
DST hat geschrieben:Wo wäre der Vorteil von einem Getrieblosen elektrischen Antrieb?


Kein Leistungsverlust?

Ja toll. 3% Getriebeverlust gespart, dafür dann 10% weniger Motorwirkungsgrad und zigfache Kosten, Gewicht und Bauraum . Super sinnvoll :roll:

DST hat geschrieben:Dieselelektrischer Antrieb mit Radnabenmotoren funktioniert schon seit Mitte des letzten Jahrhunderts.

Funktionieren ja. Nur nicht mit für Traktoren akzeptablen Wirkungsgraden und Zugkräften sowie Bauvolumina und Gewichten... von den Kosten mal abgesehen.

Genau deshalb hat das E-Autopowr auch stolze fünf Fahrbereiche vorwärts und damit sogar mehr als jedes andere IVT von John Deere.
Die nötige Drehzahlspreizung der E-Maschinen ist damit ziemlich gering, die Anfahrzugkraft wird durch einen sehr kleinen ersten Fahrbereich (noch kleiner als bei üblichen hydromechanischen Getrieben) möglichst hoch gehalten. Das machen die Konstrukteure nicht zum Spaß.
Ich gehe jedenfalls jede Wette ein, dass sich rein elektrische Fahrantriebe ohne Leistungsverzweigung und ohne Getriebe mit mehr als einer festen Übersetzung im Segment ab etwa 100kW bei Ackerschleppern die nächsten 30 Jahre nicht durchsetzen werden. Wie gesagt: sogar bei PKW wird an mehrstufigen Getrieben für Elektroautos entwickelt, sogar CVT... die wegen der bei Verbrennern noch größeren benötigten Spreizung und Notwendigkeit zur Reversierung dort keine Chance haben, der Wirkungsgrad ist dann zu schlecht. Aber das ist ein anderes Thema. Ich sehe jedenfalls mittelfristig keine Chancen für einstufige elektrische Antriebe für Ackerschlepper.

Doppelgrau hat geschrieben:Ich bin mal gespannt wie es sich entwickelt, aber ich würde mich nicht wundern wenn in der Zukunft deutlich mehr elektrische Antriebe auftauchen.
Zum einen weil man von den Energielieferanten flexibler wird (ob der Strom aus Akku, Methan-Motor oder Brennstoffzelle kommt ist egal und kann leichter für verschiedene Märkte angepasst werden), in einigen Anwendungen durch Rekuperation wirklich Energie sparen kann und einfach viel flexibler regelbar ist. Torque-Vektoring für besseres Kurvenverhalten ist damit vergleichsweise trivial und verschleißfrei machbar, braucht nicht wie beim 1050 ein zweites Getriebe und die Voreilung kann man auf Null reduzieren usw.

Ich denke auch, dass wir mehr elektrische Antriebe sehen werden. Aber aus anderen Gründen. Die Wahl der Energiequelle sehe ich nicht als Vorteil. Ein Verbrennungsmotor kann alles mögliche verbrennen. Klar, daraus lässt sich danach auch Strom machen. Aber im Normalfall wird erst mechanische Energie erzeugt und daraus dann elektrische Energie. Relevante Ausnahmen sind nur die Brennstoffzelle und die PV-Zelle. Wobei alles, was man in einer Brennstoffzelle nutzen kann, auch im Verbrennungsmotor verwurstet werden kann und PV kommt für Agrarfahrzeuge, die nicht gerade autonom Unkraut bekämpfen nicht infrage.
Rekuperation ist für Traktoren auch eher uninteressant. Der Nutzen wird oft massiv überschätzt. Allein der Umstand, dass man dafür einen teuren Akku braucht, macht es schon unattraktiv. Sogar Transportfahrzeuge wie Muldenkipper mit ihrem dieselelektrischen Antrieb nutzen keine Rekuperation. Das lohnt bei Traktoren auch nicht. Höchstens bei Anhängern mit Triebachse, um diese auch ohne elektrifizierten Traktor nutzen zu können. Aber eher nicht, um Energie zu sparen, dazu sind die Energiemengen im Normalfall deutlich zu gering. Vielleicht wird es was, wenn Akkus günstiger sind. Viel Energie wird aber sicher nicht gespart.

Elektrisches torque-vectoring setzt mehrere Elektromotoren voraus. Das ist teurer und ineffizienter als ein einzelner, größerer Elektromotor. Einzig eine Auflösung der starren Allradverbindung kann sinnvoll sein, wie es ja auch beim Variodrive ist. Nebenbei bemerkt ohne sowas wie ein "zweites Getriebe", da scheinst du irgendwas nicht richtig verstanden zu haben. Mit einem separaten Vorderradantrieb (der sich bei mittleren Geschwindigkeiten entkoppelt) lässt sich auch die hohe nötige Spreizung elegant entschärfen. Unter anderem deshalb schaffen es ja auch die Variodrive mit nur einem Fahrbereich bis 60km/h.
Ein weiteres Aufsplitten der Leistung bringt aber praktisch nichts mehr. Theoretisch könnte man bei einem Vario auch an jedes Rad einen Ölmotor setzen und die Drehmomente einzeln steuern. Ist aber nicht sinnvoll, der Wirkungsgradnachteil würde alle eventuellen Vorteile mehr als auffressen.

Was stark für elektrische Antriebe spricht, ist der höhere Wirkungsgrad beim Antrieb von Geräten gegenüber Hydraulik. Da ist Hydraulik durch lange Wege, Drosselverluste und die relativ ineffizienten Wandler (Pumpe/Motor) deutlich im Nachteil. Dinge wie der Antrieb von Pickups werden sicher in relativ naher Zukunft elektrisch (sobald sich der powerbus in der Breite etabliert hat, also noch mindestens 8-10 Jahre). Gerade in Verbindung mit leistungsverzweigten Fahrantrieben sind da noch sehr interessante Potentiale. Leistung für den Geräteantrieb dort abzuzweigen, wo sowieso wertvolle elektrische Energie erzeugt wird, kann bedeutende Wirkungsgradvorteile bringen. Genau das soll ja auch die erhöhten Kosten für elektromechanische Getriebe wie das E-Autopowr rechtfertigen. Den Fahrantrieb zu elektrifizieren ist ohne Einbeziehung externer Nutzer der erzeugten elektrischen Leistung nicht sinnvoll. Die Kosten würden Steigen, der Wirkungsgrad nicht. Sowas wäre keine logische Entwicklung.
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