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Nachfolge - wie kann's gehen ?

Hier kann man über aktuelle Themen aus den Medien und Allgemeines der Landwirtschaft diskutieren.
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183 Beiträge • Seite 1 von 13 • 1, 2, 3, 4, 5 ... 13
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Nachfolge - wie kann's gehen ?

Beitragvon Paul9876 » Mo Sep 10, 2018 19:05

Hallo Forum,

stelle mich kurz vor.
Ich bin 42, verheiratet, 2 Kinder.
Ich bin auf einem Milchviehbetrieb aufgewachsen, Anbindestall für Kühe, Spaltenbuchten für Fresser. Nachzucht in Iglus.
Vater und Mutter Vollerwerb, ca. 100 ha., 25 eigen.
Ich wohne nicht mehr auf dem Hof, ca. 5 Kilometer entfernt. Schwester mit Mann jedoch. Milchvieh wurde im Frühjahr verkauft, ca. 25 Stück Fresser noch vorhanden.
Mache momentan BiLa und möchte was aus dem ganzen Thema für die Zukunft stricken.
Nachfolge ist noch nicht geregelt, Vater 65 und denkt scheinbar nicht an Übergabe - Termin beim BBV hat er nicht mit wahrgenommen...
Bin selbst berufstätig mit flexiblen Arbeitszeiten...
Ich liebe die Arbeit in der Landwirtschaft, will aber auch Geld damit verdienen... In der Praxis versuche ich mich noch...bin aber noch bei allen Arbeiten Anfänger.
Er rückt aber nicht mit der Sprache raus, was er machen will, in Rente will er nicht, denke, er will die Kontrolle nicht verlieren.
Jetzt steht da demnächst ein leerer Stall, ein Mix aus alten Schleppern und neuwertigen Bodenbearbeitungsmaschinen vor mir... vermutlich...

Habe schon mit dem Gedanken gespielt mobile Hühnerställe aufzustellen... Oder doch Rindermast...
Irgendwie fühle ich mich hilflos... für Tierhaltung müsste man ja selbst vor Ort sein...

Der Hof scheint bezahlt zu sein, liegt fränkischen Maintal.

Bin für alle Ideen oder Hinweise dankbar

Schöne Grüße
Paul9876
 
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Re: Nachfolge - wie kann's gehen ?

Beitragvon holzerhobby » Mo Sep 10, 2018 19:27

Ich schlage eine klärende Familienkonferenz mit allen Beteiligten (Schwester,Vater, Mutter, evtl. Schwager) und externem Berater, ggf. vom Bauernverband vor. Hat sich dein Vater in der Vergangenheit
mal nebenbei irgendwie geäußert ? Evtl. mal verher mit der Schwester reden, falls ihr einen
guten Draht habt.
Wahrscheinlich sind mehrere Termine über Monate notwendig, um den Vater Gedankenanstösse zu geben
und zum Handeln zu bewegen.
Wenn sich der Vater über einen angemessenen Zeitraum nicht bewegt und dich vertröstet,
kannst du dir die Sache aus dem Kopf schlagen, den alter Herr lebt u. U. Noch zwanzig Jahre,
dann kannst du an deine Rente denken....
Dann such dir als Alternative nen Nebenjob als Aushilfe bei einem Landwirt, wenn dir die
landwirtschaftliche Arbeit gefällt.
Wie steht deine Frau eigentlich dazu?
Warum wohnt die Schwester und nicht du auf dem Hof? Hat das eigene bestimmten Hintergrund?

Hiermit LT,gibt es glaub ich einige Threads, die sich mit diesem Thema beschäftigen.
Ansonsten gibt es in deinem Umfeld bestimmt Beispiele, wie es nicht gehen soll ...

Grüsse
holzerhobby
 
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Re: Nachfolge - wie kann's gehen ?

Beitragvon DST » Mo Sep 10, 2018 21:10

Ist dein Senior ein umgänglicher, ruhiger und besonnener Mensch, der dich die letzten 20 Jahre wie einen Erwachsenen und gleichwertigen Menschen behandelt hat und deine Meinung akzeptiert und Respektiert??

Wenn Nein dann genieße Dein jetziges Leben auch weiterhin in der gleichen Form!

Nutze mal Google und suche nach Probleme nach Hofübergabe oder ähnliches.

Laß deine Frau auch die Google Ergebnisse lesen.

bedenke das du möglicherweise die nächsten 20 Jahre oder noch mehr der dankbare Knecht sein darfst, deiner Schwester ewig dankbar sein mußt, und deine Frau überhaupt nichts richtig machen wird.

Kredit aufnehmen und Schwester ausbezahlen, abzahlen bis zur Rente.

Jede Minute Freizeit und jeglichen Urlaub damit verbringen den Verfall von Haus und Hof in Grenzen zu halten.

Jegliche Ersparnisse und Beruflichen Verdienst in den Betrieb stecken nur das die schlecht bezahlte und mit Auflagen überbelastete Schinderei wieder ein Jahr weitergeht?

Wenn ja, dann wünsche ich viel Glück und Erfolg.

Gruß Daniel

( enthält Spuren von Ironie, Sarkasmus und Lebenserfahrung)
Erfahrungen macht man erst dann wenn man Sie bereits gebraucht hätte.......
DST
 
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Re: Nachfolge - wie kann's gehen ?

Beitragvon Paul9876 » Mo Sep 10, 2018 21:39

Hallo und danke für die Antwort
Ja, er ist eigentlich ein umgänglicher Mensch, jedoch sehr patriarchisch. Fachlich lässt er keine Meinung zu.
Nach seinem Schlaganfall im Frühjahr hat er sich erstaunlich schnell erholt und macht weiter, nun eben ohne Milchvieh.
Dachte eigentlich, dass er zumindest auf dem Papier langsamer macht.
Mit meiner Schwester verstehe ich mich. Sie hat jedoch wenig Bezug zur landwirtschaft.
Ich ging mit mitte 20 weg, weil mir das zu viel war und ich mein Leben mit Freunden und Freizeit leben wollte.
Meine Frau und ich haben dann vor 10 Jahren die Entscheidung getroffen, weg vom Hof zu bauen. Entscheidung für die Kinder und eben meine Familie.
Nun dachte ich, ich mache BiLa, um mir die Theorie anzueignen. Und je mehr ich mich damit beschäftige und auch praktisch mehr und mehr Bezug zum Ackerbau bekomme, umso mehr reizt mich die Idee.
Allerdings müssen die Alten natürlich auch versorgt werden...
Ich hatte gehofft,dass ich mich irgendwie verwirklichen kann. Biohof, Bio-Eier, Gemüse etc Milchtankstelle, dazu Ackerbau und vielleicht ein Streichelzoo für die kleinen und um Besucher anzulocken
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Re: Nachfolge - wie kann's gehen ?

Beitragvon Westi » Di Sep 11, 2018 7:21

Du schreibst, dass Du mit Deiner Familie ein anderes Leben zur Zeit führst.
Ich würde mir das gut überlegen.
Deine Kids und die Frau wollen sich vielleicht nicht unbedingt an einen Hof binden und zusehen das andere immer wirder in urlaub fahren, während ihr am Hof bleiben müsst.
Auch wenn sie es jetzt noch toll finden, kann das in ein paar Jahren anders aussehen.

Ich hatte das selbst erlebt. Ein paar Tiere angeschafft, und dann merkt man mal wie gebunden mal auf einmal ist.
Nicht immer ist jemand da, der danach schauen kann und spätestens dann, wenn die Kids ihren eigenen Weg gehen, habt ihr das alles alleine an der Backe.

Ich erleb das gerade. Die große studiert jetzt und kann nicht mal eben täglich nach den Tieren schauen, wenn wir wegfahren. Deshalb bin ich froh, nur noch die Pferde zu haben. Die kommen mal paar Tage ohne uns klar. Der Nachbar schaut hin und wieder.
Bei den Hühnern war das nicht ganz so einfach.
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Re: Nachfolge - wie kann's gehen ?

Beitragvon Family Guy » Di Sep 11, 2018 8:00

Lass die Finger davon, seit mindestens 5 Jahren, besser sogar 15 Jahre, hätte man vernünftig an dem Thema arbeiten können, dein Vater scheint aber nicht vom Betrieb loslassen zu können, sogar nicht nach seinem Schlaganfall.
Sprichst du ihn darauf an, wird er dir vorschlagen, den Betrieb doch zu pachten, damit er Rente bekommt, aber du wirst bis zum St. Nimmerleinstag Pächter bleiben, das heißt, dein Vater behält das Sagen und du trägst das finanzielle Risiko.
Und die Schwester auf dem Hof....
Was kekommt sie jetzt? Freies Wohnen, für ihr Pferd kostenlose Box, wenn geschlachtet wird, fallen für sie und ihren Mann auch Fleisch und Würste ab?
Wenn du Pächter wirst, wird sie den Anspruch behalten wollen, dass alles so bleibt und du sollst dann praktisch Sachen für sie bezahlen.
Funktioniert nirgends, das wird dir deine Frau auch sicher nochmal nähererläutern!

Der letzte Punkt ist, dass du bis jetzt keinen Einblick in die finanzielle Situation das Hofes bekommen hast, wann soll das passieren, wenn du selbst 65 bist?

Das bisherige Verhalten deines Vaters hat dich, bis auf Helferarbeiten, nicht in den Betrieb eingebunden, also will er nicht loslassen.

Mein Tip, wie Holzerhobby schon geschrieben hat, hilf in deiner Freizeit auf irgendeinem Betrieb, wenn du gut bist oder wirst, kannst du dabei noch noch schön was nebenbei verdienen, aber lass es mit deinem Vater, die Kombination Altenteiler, der nicht wirklich abgibt, Schwester mit Schwager auf dem Hof und eigene Familie endet in einer totalen Streiterei.
Zuletzt geändert von Family Guy am Di Sep 11, 2018 8:15, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Nachfolge - wie kann's gehen ?

Beitragvon countryman » Di Sep 11, 2018 8:14

Das ist das Problem bei so ein paar Deko-Tieren!
Entweder Profi-Tierhaltung die auch bezahlte Aushilfen trägt oder seinlassen.
100ha lohnen auch im reinen Ackerbau, wenn die Pacht moderat ist und man die (Maschinen-)Kosten im Griff behält.
Und selbst das bedeutet reichlich Einschränkungen in der Freizeit. Ich gehe mal davon aus dass du einen auskömmlichen Hauptberuf hast, der dementsprechend auch "seinen Mann fordert". Da macht man nicht mal einfach so was nebenbei, mit 30 oder 42 vielleicht aber auch Du wirst nicht jünger.
Dass der alte Herr auch nach schwerer Krankheit nicht loslässt, spricht nicht dafür dass er morgen einsichtig wird und neue Wege zulässt. Das Letzte was du brauchst sind 20 Jahre K(r)ampf und Bitterkeit.
Wenn das Verhältnis zu deiner Schwester gut ist, tu alles dafür dass es so bleibt. Offene Gespräche in familiärer Runde (ohne Senior) könnten dir eine Richtung geben. Wie wichtig ist ihr der Erhalt des Hofes als Ganzes? Wie steht es mit der Mutter?
Im Zweifel: Laufen lassen. Klar ist es ärgerlich wenn etwas verfällt was einem selbst am Herzen liegt, aber besser als Zoff ohne Ende. Du, deine Frau und Kinder sind schließlich abgesichert.
Wenn deine Schwester auf dem Hof wohnt war das bisher vermutlich preiswert und bequem, ihr muss aber klar sein dass während der "Restlaufzeit" des Vaters nichts mehr angelegt wird und der Hof danach kaum mehr wirtschaftlich neu aufzubauen sein wird. Dann sitzt sie in einer halb leerstehenden Bruchbude wenn sie nicht zwischenzeitlich selbst investiert.
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Re: Nachfolge - wie kann's gehen ?

Beitragvon Estomil » Di Sep 11, 2018 9:00

Wirtschaftlich wirst du auf dem Hof nix reissen können. Dabei ist es egal ob der Hof von dir gepachtet wird oder ob dein Vater dir ihn uebersschreibt und einen baraltenteil bekommt.

Das kann und wird allenfalls erweitertes Hobby sein zum Mindestlohn mit einer schwarzen null(wenn du Glück hast).

Deine Eltern brauchen halt wenigstens 20000€ im Jahr an Pacht um klar zu kommen. Die musst du erstmal reinholen.

Zumal auch erstmal erhebliche Investitionen anstehen würden.

Und dabei ist noch nicht Mal das Problem mit deiner Schwester geklärt. Die wird nämlich die hand auf halten und ihren Anteil einfordern. Selbst wenn sie das jetzt vielleicht noch mitmachen würde. Irgendwann kommt der Tag und es knallt.

Mein Tipp:
Sieh zu dass dein Vater versorgt ist. Beantrage für ihn Rente(die Vorabgabeklausel wurde gekippt) und sieh zu dass vom Hof noch was übrig bleibt der in irgendeiner Weise an euch beide aufgeteilt wird.
Wer sich einig ist könnte steuerlich noch die ein oder andere Mark sparen. Das sieht mir aber nicht danach aus....
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Re: Nachfolge - wie kann's gehen ?

Beitragvon wastl90 » Di Sep 11, 2018 9:26

Du bist jetzt über 40, dein Vater 65 - zu spät ist es nie aber die Zeit drängt. Was zahlt der Betrieb an pacht? Nur so kannst du entscheiden ob du mit Ackerbau weiter kommst. Tierhaltung, egal ob das jetzt ein paar Ziegen und Hühner zum streicheln sind oder wirkliche Nutztierhaltung fordern eben 24/7 Einsatz! Den Ackerbau kann man sich relativ gut einteilen, natürlich musst du dir Zeitfenster für Saat, Pflege und Ernte frei halten, ansonsten ist Urlaub schon möglich auch wenn du alleine am Hof bist. Wenn dein Vater überall der Experte ist und seine Denkweise durchsetzen mag ist das ja erst einmal nicht schlecht, solange er es gut macht ;-). Wenn nicht brauchst du irgend einen anderen Bereich von dem er keine Ahnung hat. Verdienst du bisher gut würde ich dabei bleiben.
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Re: Nachfolge - wie kann's gehen ?

Beitragvon countryman » Di Sep 11, 2018 10:47

Estomil hat geschrieben:
Deine Eltern brauchen halt wenigstens 20000€ im Jahr an Pacht um klar zu kommen. Die musst du erstmal reinholen.


realistisch sind je nach Bodengüte für Ackerbau max. 9000€ p.a. für die 25 ha Eigenland. Die Altgebäude sind nichts wert wenn sie nicht frei verfügbar genutzt werden können, bei Instandhaltungspflicht wird der Wert deutlich negativ.

Ein Fremdpächter mit Intensivtierhaltung oder Gemüsebau gibt ihnen vielleicht ihre 20.000...
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Re: Nachfolge - wie kann's gehen ?

Beitragvon wastl90 » Di Sep 11, 2018 10:55

countryman hat geschrieben:
Estomil hat geschrieben:
Deine Eltern brauchen halt wenigstens 20000€ im Jahr an Pacht um klar zu kommen. Die musst du erstmal reinholen.


realistisch sind je nach Bodengüte für Ackerbau max. 9000€ p.a. für die 25 ha Eigenland. Die Altgebäude sind nichts wert wenn sie nicht frei verfügbar genutzt werden können, bei Instandhaltungspflicht wird der Wert deutlich negativ.

Ein Fremdpächter mit Intensivtierhaltung oder Gemüsebau gibt ihnen vielleicht ihre 20.000...

Problem ist einfach, dass auch der Altenteiler leben muss, ob du das jetzt Pacht oder Austraglerrente oder was weis ich wie nennen magst ist eigentlich egal. Je nachdem was die "Alten" selbst bezahlen müssen sind 20.000€ schon realistisch. Für 9.000€ sind gerade mal 375€/Person, vorausgesetzt seine Mutter lebt noch, dazu dann 350€ Rente ... davon wird keiner Fett!
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Re: Nachfolge - wie kann's gehen ?

Beitragvon Paul9876 » Di Sep 11, 2018 11:17

Hallo Forum,

danke in die Runde für die vielen Hinweise.
Es geht ja alles - mehr oder weniger - in die Richtung "Finger weg davon".

Ich gebe zu, dass die Übergabe bzw. der Wunsch des Vaters, dass der Betrieb weitergeführt werden soll eigentlich schon klar geäußert werden soll bzw. auch das Handeln danach ausgerichtet sein sollte.

Ja, eigentlich sollte er seine Rente beantragen, das Alter hat er seit diesem Jahr. Auch die Mutter könnte schon gehen (62) mit Abschlägen - allerdings müßte Sie 90 werden, damit sich das nicht mehr rechnet.
Also die Idee, dass beide in "Ruhestand" gehen und den Betrieb bzw. die GbR, die sie haben, an mich verpachten haben wir schon mal diskutiert.
Wir hatten nen Termin beim BBV, ich war schon dort - er hat kurz vorher abgesagt, also eigentlich am morgen des Termins.
Mutter ist eigentlich bereit dazu, sie ist zwar ´"erst" 62, jedoch körperlich aufgezehrt von 40 Jahren melken im Anbindestall.

Die Schwester wohnt vor Ort, Haus wurde umgebaut so dass sie sich dort wohl dauerhaft niederlassen will. Ich frage mich jedoch, wenn der Hof nicht mehr ist..also keine LW betrieben wird, wie will man dies veräußern...? Wer kauft einen Hof, wenn dort im Wohnhaus (welches wirklich riesig ist) noch andere Leute wohnen (aus sicht des Käufers)

Wie gesagt scheue ich die Arbeit nicht - und ja, ich habe einen guten Job in der Industrie mit Wochenenden und bezahlten Urlauben. Und Bezahlung bei Krankheit - das würde ich ja auch nicht aufgeben wollen.
Es sei denn, es gäbe tatsächlich eine Option - zusammen mit dem Vorhandenen (Hof, Anlagen, Land) etwas zu erschaffen - und natürlich mit dem Vater - ohne ihn wird's sicherlich ackerbautechnisch nicht gehen...
Aber viele warnen ja davor, etwas zu tätigen, bevor nicht klar geregelt ist, was einem tatsächlich mal gehört.

Das Thema mit dem Altenteiler ist natürlich auch präsent... das Geld muss ja irgendwoher kommen.
Und ich bin mir aktuell (noch) nicht bewusst, ob man mit 80 ha Ackerbau tatsächlich solche Summen erwirtschaften kann, dass alle etwas davon haben.
Es standen ja hier 20 k€ im Raum. Zusätzlich die Kosten für Pacht, Reparaturen, Gebühren, BG, etc etc
Ich kenne ja - zumindest die Zahlen - aus den DB-Rechnungen der landw. Schule... inkludiert natürlich auch die Direktzahlungen etc
Ich bin mir tatsächlich nicht sicher, ob diese Kosten ausreichend gedeckt sein könnten bzw. sogar (wenn ich die Abschreibungen mit rein nehme) Geld verdient ist.

Und natürlich ist es mir wichtig, dass der Hof (Aussiedlerhof Bj 1983) erhalten bleibt, doch es bringt mir nix, wenn ich dabei selber auf der Strecke bleibe...
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Re: Nachfolge - wie kann's gehen ?

Beitragvon Estomil » Di Sep 11, 2018 11:19

Die 20000€ waren grob überschlagen und müssen noch zu den Rentenansprüchen hinzugerechnet werden die vielleicht bei 800-1000€ liegen.
Sprich 2500€ müssen die alten am Ende monatlich in der Tasche haben.

Und das ist immernoch nur harz4 Niveau da davon auch noch Krankenkasse, steuern und der ganze Gebäudeunterhalt bezahlt werden will.
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Re: Nachfolge - wie kann's gehen ?

Beitragvon Estomil » Di Sep 11, 2018 11:30

Nachtrag: der Hof an sich hat kaum einen Wert. Den kann deine Schwester gern haben.
Der eigentliche Wert des betriebes liegt im Grund und Boden. Der hat jetzt einen wert und wird auch noch in hundert Jahren einen wert haben.

Staelle, Maschinenhallen und ein Betriebsleiterhaus haben nur solange einen wert, solange sie gut in Schuss sind und jemand sie wirtschaftlich nutzen kann.
Sprich wenn du 400mastbullen bei dir Einstellen kannst lässt sich die Kiste leicht verkaufen. Wenn nur Platz für 50bullen ist reden wir von einer Investitionsruine.

Für das riesen Wohnhaus, dass sich nur schwer umbauen und vermieten lässt sieht das ähnlich aus.
Mittelfristig wird der Grossteil abgerissen werden müssen.

Wenn dein Vater das alles hätte verhindern wollen hätte er schon vor 20jahren einen Nachfolger aufbauen müssen und massiv investieren müssen. Da reden wir aber von 7stelligen Summen.

Der koenigweg weg lautet also verpachten und zusehen, dass nichts verkauft werden muss.
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Re: Nachfolge - wie kann's gehen ?

Beitragvon countryman » Di Sep 11, 2018 11:46

es wäre noch interessant zu wissen was für die zugepachteten 75 ha gezahlt werden muss.
80 ha Ackerbau (die 20 ha bis 100 sind vermutlich Grünland?) sind an sich schon eine interessante Größenordnung. Nur die Pacht darf halt nicht astronomisch sein. Das Grünland ist nur interessant wenn ein Absatz für Heu aufgebaut werden kann (Pferdehalter). Wichtig ist die optimale Nutzung von Förderungen. Ob Bio da das richtige ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Es bedeutet jedenfalls zusätzlichen Aufwand für Zertifizierungen und auch beim Anbau und Absatz der Produkte.

Unter Umständen könnte man das Wohnhaus abtrennen und der Schwester überlassen? Der Ackerbau braucht nur eine Unterstell- und Lagerhalle, der Anbindestall müsste entkernt werden und könnte vielleicht eine neue Nutzung finden.
Dass die Eltern schlecht vorgesorgt haben darf jedenfalls nicht deine primäre Sorge werden. Wenn die Schwester das Wohnhaus erbt, muss sie es auch in Schuss halten. Heizung für eine angemessene Wohnfläche der Eltern wird ja wohl auch noch drin sein. 2,5k pro Monat müssen sich die alten Herrschaften aber vermutlich von der Backe putzen.
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